Zwischen Aufbruch und alten Mustern Was an der neuen Militärstrategie neu ist und was nicht Mehr Verantwortung, mehr Personal, mehr Ambition – die neue deutsche Militärstrategie setzt große Ziele. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Vieles bleibt vage, zentrale Widersprüche ungelöst, und der versprochene „Paradigmenwechsel“ wirkt weniger revolutionär als angekündigt. VON ULRICH SCHLIE
Nato-Debatte nach Trump-Drohung : „Ein Austritt wäre ein klassisches Eigentor“ Trump droht mit dem Nato-Austritt und nennt das Bündnis einen „Papiertiger“. Militärexperte Ralph Thiele warnt: Damit untergräbt er die Abschreckung gegenüber Russland – und schwächt zugleich die eigene Machtbasis der USA. INTERVIEW MIT RALPH THIELE
Iran-Krieg : Wie Deutschland seine Glaubwürdigkeit am Persischen Golf verspielt Die Straße von Hormus ist blockiert, die Energiepreise explodieren – und Berlin zögert. Während der Konflikt im Persischen Golf längst globale Folgen hat, ringt die Bundesregierung um Haltung und Strategie. Dabei ist das längst auch „unser Krieg“. Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen. VON OLIVER ROLOFS
Frankreichs Atomschirm für Europa : In kleinen Schritten zur atomaren Abschreckung Deutschland sollte strategischen Realismus entwickeln. Dazu gehört die Erkenntnis, dass eine stärkere Teilhabe an einer europäischen Nuklearabschreckung im eigenen Interesse ist. Das geht nur mit der Atommacht Frankreich, deren Angebot wir wahrnehmen sollten. VON RICHARD DREXL
Literaturen im März : Aufstand gegen das Mullah-Regime, Haas’ Seelenstriptease, rotzig-ironische Branchenabrechnung Eine Stimme aus Teherans Aufstand, eine schonungslose Lebensbeichte über Einsamkeit und ein Roman über Macht, Männer und Wahnsinn im Literaturbetrieb: Diese Bücher erzählen von politischer Rebellion, familiären Abgründen und den Dämonen der Gegenwart. VON FERDINAND KNAUSS, MICHAEL RÜHLE, DANIEL HAAS UND JOHANNES LIERFELD
Volksrepublik Narva : Putins Russland testet einen Namen Was auf prorussischen Kanälen wie eine Groteske wirkt, ist in Wahrheit eine präzise gesetzte Provokation. Die „Volksrepublik Narva“ existiert nicht. Aber als Szenario wirkt sie bereits. Denn die russische Bedrohung besteht nicht erst dort, wo Panzer rollen. VON FLORIAN HARTLEB
Erstes Treffen von Trumps „Friedensrat“ : Warum Europa nicht mäkelnd abseits stehen sollte Trumps „Friedensrat“ ist ein Bruch mit der gewohnten Diplomatie-Routine: Schluss mit endlosen Resolutionen, stattdessen Umsetzung, Kontrolle und handfeste Zuständigkeiten. Während Europa über Mandate und Moral debattiert, droht es, Einfluss zu verlieren – und am Ende trotzdem zu zahlen. VON FLORIAN HARTLEB
Die AfD und die Wehrpflicht : Wohlstandsspießer im Gewand des Patrioten Die AfD geriert sich als patriotische Partei. Doch zur Landesverteidigung hat man ein gespaltenes Verhältnis. Das ist verräterisch. Ist die AfD am Ende doch nur die Partei wohlstandsverwahrloster, bequemer Egoisten? Zeit, erwachsen zu werden. KOLUMNE: GRAUZONE
Nationale Sicherheitsstrategie der USA : „Europa bleibt für die USA von entscheidender Bedeutung“ In Deutschland fehlinterpretiert man die Sicherheitsstrategie der USA als eine Scheidungsurkunde von Europa. Doch nicht nur die Beschwörung emotionaler Verbundenheit, sondern gerade die Kritik an europäischer Politik zeigt, dass das nicht stimmt. VON FERDINAND KNAUSS
Sicherheitspolitische Rhetorik : Pseudo-wissenschaftliche Strategenlyrik Kryptisches Kauderwelsch, schillernde Grafiken und „ungelenkte Bahnen“: In der Sicherheitspolitik klingt selbst Nonsens oft profund. Wer verwirrt, gewinnt – Hauptsache, es sieht strategisch aus. Willkommen im Kegel der Unsicherheit. VON MICHAEL RÜHLE
Sicherheitspolitik als Nervenkitzel : Warnungen vor einem russischen Angriff auf die Nato sind Panikmache Wer den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zum Weltordnungskonflikt stilisiert und Russland größer macht, als es ist, betreibt das Geschäft mit der Furcht. Erfreulicherweise reagieren die sonst stets angstbereiten Deutschen darauf gelassen. VON MICHAEL RÜHLE
Jetzt aber wirklich : Deutschland erhält endlich einen Nationalen Sicherheitsrat Seit Jahrzehnten wird über die Notwendigkeit eines Nationalen Sicherheitsrats gesprochen. Nun verspricht ihn die künftige Bundesregierung im Koalitionsvertrag. Vier Optionen sind jetzt denkbar. VON KARL-HEINZ KAMP
Eckpfeiler einer neuen Sicherheits- und Verteidigungspolitik : Ohne Ideologie und Illusionen Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat geopolitische Träumereien platzen lassen. Eine illusionslose und damit zukunfts- und bündnisfähige Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber ohnehin längst überfällig. Zehn Kernelemente sind entscheidend. EIN GASTBEITRAG VON KARL-HEINZ KAMP
Sicherheitspolitische Unbedarftheit : Ein Kanzler, der Lambrecht zur Verteidigungsministerin machte Der Ruf nach mehr Sicherheitspolitik in Deutschland ist zu einem Dogma geworden. Doch wie soll ein Zeitenwende-Kanzler hier glaubwürdig sein, der sein Desinteresse an der Bundeswehr noch 2021 mit der Personalie Christine Lambrecht bewies? VON FERDINAND KNAUSS
Gesamtverteidigung : Warten auf den „Operationsplan Deutschland“ Um die Wehrhaftigkeit Deutschlands wiederherzustellen, ist ein neues Konzept für die „Gesamtverteidigung“ notwendig. Die bislang gültige Rahmenrichtlinie stammt von 1989. Die heutigen Heimatschutzkräfte der Bundeswehr sind völlig unzureichend. VON HANS-PETER BARTELS UND RAINER GLATZ