Gleichstellungspolitik an Universitäten Der kleine Unterschied Einst waren Frauen in Forschung und Wissenschaft benachteiligt. Mittlerweile haben zahlreiche wissenschaftspolitische Anreize nicht nur eine Trendwende gebracht. Sie lassen männliche Forscher ins Hintertreffen geraten – Cicero hat mit einem jungen Wissenschaftler darüber gesprochen. VON JAN UPHOFF
„Das Interview“ mit Jonas Schmidt-Chanasit : „Wer Vertrauen will, darf nicht moralisieren“ Jonas Schmidt-Chanasit ist Virologe und einer der profilierten deutschen Pandemieexperten. Im Interview spricht er über Fehler in der Corona-Politik, mangelnde Transparenz und die Frage, wie Vertrauen in künftigen Krisen zurückgewonnen werden kann. INTERVIEW MIT JONAS SCHMIDT-CHANASIT
Kann Kernfusion die Kernenergie ersetzen? : „Fusion ist im Idealfall eine langfristige Alternative“ Kernfusion gilt vielen als Energiequelle der Zukunft. Doch wie realistisch sind die ambitionierten Versprechen von Politik, Forschung und Industrie? Der Kerntechniker Bruno Merk erklärt, warum der Weg zum kommerziellen Fusionskraftwerk noch deutlich länger sein könnte als häufig dargestellt. INTERVIEW MIT BRUNO MERK
Diagnose Amerika : Wie Kennedys Gesundheitsbewegung zur politischen Glaubensideologie wird Zu viele amerikanische Kinder sind übergewichtig. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat deshalb „Make America Healthy Again“ gestartet. Doch MAHA ersetzt Wissenschaft durch Glauben und Experten durch Influencer. VON LISA DAVIDSON
Neuropolitik und die Biologisierung des Politischen : Abweichende Meinung als Hirndefekt Haben Konservative und Populisten einfach ein defektes Gehirn? In der Neurowissenschaft gibt es Vorstöße, nicht genehme politische Ansichten mit anatomischen Besonderheiten des Gehirns zu erklären. Die Therapie wird nicht lange auf sich warten lassen. VON MATTHIAS SCHRAPPE
Klimaforscher verabschieden sich vom Extrem-Szenario : „Maximale Dramatik war politisch nützlich“ Warum wird das drastischste Klimaszenario aus der neuen internationalen Modellgeneration gestrichen? Im Interview erklärt Klimaforscher Hans von Storch, weshalb Wissenschaftler an Extrem-Voraussagen zweifeln – und weshalb die deutsche Klimapolitik das ignorieren wird. INTERVIEW MIT HANS VON STORCH
Amerikas neuer Drogenkrieg : Fentanyl war erst der Anfang In den USA gelten Gefängnisse als Orte maximaler Kontrolle. Und genau deshalb sind sie zum Seismographen einer neuen Drogenwirklichkeit geworden. Diese ist schneller als das Gesetz – und kostet jährlich zehntausende Menschenleben. VON LISA DAVIDSON
Systematische Professorenentlassungen : „Wer stört, muss weg!“ Als Heike Egner, Professorin für Humangeographie in Klagenfurt, 2018 entlassen wird, beginnt sie zu recherchieren – und stößt auf ein wachsendes Muster. Ihr Buch zeichnet das Bild eines Wandels im Wissenschaftssystem, in dem Leistungsmaßstäbe und Freiheit unter Druck geraten. INTERVIEW MIT HEIKE EGNER
KI-produzierte Biowaffen : Krieg aus der Retorte Was ist gefährlicher als eine risikobehaftete Entwicklung? Zwei risikobehaftete Entwicklungen! Koppelt man etwa die moderne Gentechnik aus der Biowaffenforschung mit genomischer KI, so erhält man eine potentielle Doomsday-Technologie. Es besteht Handlungsbedarf. VON MATTHIAS SCHRAPPE
„Das Interview“ mit Raphael M. Bonelli : „Wir leben in einer Zeit kollektiver Denkstörung“ Raphael M. Bonelli, Psychiater, Neurowissenschaftler und Autor aus Wien, untersucht in seinem neuen Buch „Kopflos“ die Denkstörungen moderner Gesellschaften. Im Gespräch erklärt er, warum Ideologien, Denkverbote und fehlende Selbstkritik rationales Denken zunehmend verdrängen. INTERVIEW MIT RAPHAEL M. BONELLI
Erinnerungen an den Kriegsausbruch vor vier Jahren : Über Glück im Krieg und die Kraft „schwacher Bindungen“ Als russische Truppen vor genau vier Jahren die Ukraine angriffen, wurde unsere Autorin von Explosionen geweckt. Sie kam nach Deutschland und ist froh, dass die flüchtigen Formen der digitalen Kommunikation dabei helfen, im Ausnahmezustand Menschlichkeit zu bewahren. VON OLENA PAVLOVA
Hermann Simon im Porträt : Der Hidden Champion In der wirtschaftlichen Fachwelt ist Hermann Simon ein Titan, der breiten Öffentlichkeit aber nahezu unbekannt. Er prägte den Begriff, der zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft wurde: „Hidden Champions“. Über einen Mann, der viele Welten eroberte. VON CARSTEN KORFMACHER
Diskussion über „suicidal empathy“ : Wenn aus Gefühlsverweigerung Unvernunft wird Der Begriff „suicidal empathy“ beschreibt eine moralische Übersteuerung westlicher Politik: Empathie wird demnach zum absoluten Maßstab erhoben und verdrängt unsere Urteilskraft. Klingt interessant, ist aber so nicht richtig. Eine Entgegnung auf Shantanu Patni. VON RALF HANSELLE
Bibliothekenverbund vs. Bibliothek des Konservatismus : Ein Wissenschaftsministerium macht Bücher unsichtbar Im Einklang mit Niedersachsens Wissenschaftsministerium cancelt ein staatlicher Bibliotheksverbund die „Bibliothek des Konservatismus“. Ministerium und Verbund weigern sich, ihr wissenschaftsfeindliches Handeln zu begründen. VON FERDINAND KNAUSS
60 Jahre deutsch-israelische Wissenschaftszusammenarbeit : „Deutschland ist unser erster Ansprechpartner“ Zahlreiche israelische Wissenschaftler nahmen in diesem Jahr am „Falling Walls Science Summit“ in Berlin teil. Darunter auch Menachem Ben-Sasson. Im Interview spricht er über seine Eindrücke und über deutsch-israelische Forschungsprojekte in Zeiten internationaler Boykotte. INTERVIEW MIT MENACHEM BEN-SASSON