Studies vs. Science Elite-Unis als Orte westlicher Selbstzerfleischung Der Fall Jason Arday verweist auf ein tieferes Dilemma der westlichen Spitzenuniversitäten: Wie lässt sich Exzellenz mit dem Anspruch auf Diversität verbinden? Der Versuch, diesen Widerspruch durch eine Politisierung der Wissenschaft zu überbrücken, untergräbt die Idee der Universität selbst. VON HANS MARTIN ESSER
Rücktritt von Jason Arday : Der Cambridge-Professor, dessen Biografie mehr Wunder kennt als das Neue Testament Jason Arday wurde 2023 als jüngster schwarzer Professor an die Cambridge University berufen. Seine abgeschriebenen Arbeiten und erfundene Lebensgeschichte gerieten zunehmend in die Kritik. Nun ist er zurückgetreten – doch Cambridge verteidigte ihn bis zum Schluss. VON SHANTANU PATNI
Plagiatsvorwurf gegen Rassismusforscher Jason Arday : Identitätspolitik ersetzt Wissenschaft Der Cambridge-Professor Jason Arday steht wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck. Doch der Fall ist mehr als eine rein akademische Affäre. Er wirft die Frage auf, ob westliche Universitäten wissenschaftliche Maßstäbe überhaupt noch unabhängig von identitätspolitischen Debatten anwenden. VON JAN UPHOFF
Die Offenbarung der Trans-Ideologie : Düsseldorfer Cancel-Freaks beweisen selbst, dass sie Ideologen sind Eine Professorin der Düsseldorfer Universität zieht viel Zorn auf sich, weil sie von einer „Trans-Ideologie“ spricht. Das aggressive Verhalten der Vorlesungsstörer bestätigt genau den Vorwurf, der sie so empört. Es bleibt nur der Eindruck einer Freak-Show. Unser Autor war dabei. VON FERDINAND KNAUSS
Was ist falsch daran, Texte von KI schreiben zu lassen? : Was du auch machst, mach’ es nicht selbst Immer mehr Menschen greifen zur Verfertigung ihrer Texte auf große Sprachmodelle zurück. Dem immensen Zeitgewinn steht ein Interessen- und Resonanzverlust entgegen. Lohnt es sich also vielleicht doch, selbst zum Stift zu greifen? KOLUMNE DIE SONNTAGSFRAGE
Gleichstellungspolitik an Universitäten : Der kleine Unterschied Einst waren Frauen in Forschung und Wissenschaft benachteiligt. Mittlerweile haben zahlreiche wissenschaftspolitische Anreize nicht nur eine Trendwende gebracht. Sie lassen männliche Forscher ins Hintertreffen geraten – Cicero hat mit einem jungen Wissenschaftler darüber gesprochen. VON JAN UPHOFF
Systematische Professorenentlassungen : „Wer stört, muss weg!“ Als Heike Egner, Professorin für Humangeographie in Klagenfurt, 2018 entlassen wird, beginnt sie zu recherchieren – und stößt auf ein wachsendes Muster. Ihr Buch zeichnet das Bild eines Wandels im Wissenschaftssystem, in dem Leistungsmaßstäbe und Freiheit unter Druck geraten. INTERVIEW MIT HEIKE EGNER
Wissenschaftsfreiheit : „Leute in Gremiensitzungen wirken wie Sprechautomaten“ Wachstumsskepsis, Klimabewegung, Identitätspolitik – viele der großen ideologischen Debatten unserer Zeit entstehen an Universitäten. Der Historiker Andreas Rödder erklärt im Interview, welche Rolle postmoderne Narrative dabei spielen – und warum das Drittmittelsystem diesen Trend verstärkt. INTERVIEW MIT ANDREAS RÖDDER
Boykott israelischer Akademiker : Das Verschwinden der europäischen Aufklärung Israelische Wissenschaftler werden von westlichen Universitäten ausgeladen und boykottiert – unabhängig von ihrer politischen Haltung, einfach nur, weil sie Israelis sind. Das ist purer Antisemitismus und ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten. VON EYAL WINTER
Ende des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam : „Wer nicht bereit ist, sich ideologisch anzupassen, kommt nicht weiter“ Das Forschungszentrum Globaler Islam wird geschlossen – weil es zu unbequem war? Leiterin Susanne Schröter rechnet im Interview mit der Macht postkolonialer Theorien ab und kritisiert: An deutschen Universitäten sei kritische Islamforschung kaum noch möglich. INTERVIEW MIT SUSANNE SCHRÖTER
Buchauszug „Die intellektuelle Selbstzerstörung“ : Berliner Hochschulen: „Musti hat diesen Judenhurensohn totgeschlagen“ Pro-palästinensische Gruppen, linksradikale Kollektive und islamistische Sympathisanten besetzen Hörsäle, bedrohen jüdische Studenten und kooperieren mit extremistischen Organisationen. Ein Rückblick auf den Judenhass an Berliner Hochschulen seit dem 7. Oktober 2023. VON FRANZISKA SITTIG UND NOAM PETRI
Wahlkampf an der Universität Tübingen : Wie aus studentischem Aktivismus ideologische Kontrolle wird Die Studentin Meltem Seker aus Tübingen analysiert das SDS-Wahlprogramm – und erkennt darin ein Symptom einer größeren Krise: Wenn Universitäten zu Orten werden, an denen Gesinnung über Pluralismus steht, wird die offene Debatte zur Ausnahme. VON MELTEM SEKER
Cicero Jugend-Serie „Contra Woke” : Der unerträgliche Judenhass an meiner amerikanischen Universität Pro-palästinensische Gruppen stürmen am 7. Mai erneut die Butler-Bibliothek und legen den Campus der Columbia-Universität lahm. Franziska Sittig, selbst ehemalige Studentin an der Eliteuniversität in New York, schreibt über anderthalb Jahre studentischen Terror und im Stich gelassene Juden. VON FRANZISKA SITTIG
Columbia und Harvard verlieren Fördermittel : Trump gegen die Elite-Unis – Kulturkampf in Milliardenhöhe Mit Mittelkürzungen will Donald Trump pro-palästinensischen Protesten an Universitäten Einhalt gebieten – offiziell zum Schutz jüdischer Studenten. Doch der Konflikt reicht tiefer: Im Namen des Kampfes gegen Antisemitismus greift die Regierung weitreichend in Universitätsangelegenheiten ein. VON JAN UPHOFF
„Diversity, Equity, Inclusion“-Konzept : Stammesdenken statt Vernunft Inklusion bedeutet, alle Menschen einzubeziehen aufgrund ihrer Fähigkeit zum Vernunftgebrauch. Was hingegen unter „Diversity, Equity, Inclusion“ (DEI) propagiert wird, ist das Gegenteil hiervon – und ein Angriff auf die Werte der Aufklärung. VON MICHAEL ESFELD