KI-Texte in Presse und Politik Sind wir nicht alle Plagiatoren? Dürfen Politiker und Journalisten Texte mittels Künstlicher Intelligenz erzeugen? Über diese Frage ist ein heftiger Streit entbrannt. Ein Plädoyer für mehr Differenzierung und für die Wiederbelebung der Autorschaft über Texte und das eigene Leben. VON MATHIAS BRODKORB
Rücktritt von Jason Arday : Der Cambridge-Professor, dessen Biografie mehr Wunder kennt als das Neue Testament Jason Arday wurde 2023 als jüngster schwarzer Professor an die Cambridge University berufen. Seine abgeschriebenen Arbeiten und erfundene Lebensgeschichte gerieten zunehmend in die Kritik. Nun ist er zurückgetreten – doch Cambridge verteidigte ihn bis zum Schluss. VON SHANTANU PATNI
Plagiatsvorwurf gegen Rassismusforscher Jason Arday : Identitätspolitik ersetzt Wissenschaft Der Cambridge-Professor Jason Arday steht wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck. Doch der Fall ist mehr als eine rein akademische Affäre. Er wirft die Frage auf, ob westliche Universitäten wissenschaftliche Maßstäbe überhaupt noch unabhängig von identitätspolitischen Debatten anwenden. VON JAN UPHOFF
Verfahren gegen Prof. Hubertus Gersdorf an Uni Hamburg eingeleitet : Nach der Frau der Mann Der Plagiatsvorwurf gegen Frauke Brosius-Gersdorf gilt für die Universität Hamburg als ausgeräumt – doch die Begründung bleibt unter Verschluss. Nun läuft auch ein Verfahren gegen ihren Ehemann Hubertus Gersdorf. Die Affäre ist also noch lange nicht beendet. VON MATHIAS BRODKORB
Wenn Algorithmen Reden halten : Wie KI die geistige Leere der Politik entlarvt Ein Text von Mario Voigt, offenbar mit KI erstellt, wurde erst nachträglich hinterfragt. Dass er vorher durchging, ist die eigentliche Pointe: KI klingt wie Politik, weil politische Sprache oft standardisiert, formelhaft und in Teilen geistig leer ist. VON MATHIAS BRODKORB
Gibt es eine neue Folgenlosigkeit für Politiker-Fehltritte? : Plagiate, Maskendeals und gebrochene Wahlversprechen Politiker aller Couleur treten einfach nicht mehr zurück, wenn sie moralisch oder politisch versagt haben. Den Verlust ihrer Vertrauenswürdigkeit ignorieren sie immer öfter. Die Bürger tun das allerdings nicht. KOLUMNE DIE SONNTAGSFRAGE
Causa Brosius-Gersdorf : Für einen neuen Umgang mit Plagiatsvorwürfen Sollten nachgewiesene Plagiate in Doktorarbeiten noch nach Jahrzehnten zum Verlust eines Lehrstuhls führen? Das scheint unverhältnismäßig. Eine Verjährungsfrist wäre angemessen. Auch die Veröffentlichung von Plagiatsvorwürfen kurz vor einer Wahl sollte unterbunden werden. VON MICHAEL HIPPELI
„Hinreichender Anfangsverdacht“ : Neue Stilblüte im Fall Brosius-Gersdorf Gegen die Dissertationen von Frauke Brosius-Gersdorf und CDU-Politikerin Saskia Ludwig gibt es Plagiatsvorwürfe. Brisant: Die Uni Potsdam ist doppelt involviert – und teilt erstmals öffentlich mit, es liege ein „hinreichender Anfangsverdacht“ vor. VON MICHAEL HIPPELI
Plagiatsaffäre bei der „SZ“ : Toxische Abgehobenheit Die „Süddeutsche Zeitung“ ist beeindruckend gut darin, wahnsinnig unsouverän mit externer Kritik umzugehen. Im „SZ“-Hochhaus ist man damit auf dem besten Weg, zum Inbegriff des journalistischen Elfenbeinturms zu werden. Falls man es nicht längst schon ist. VON BEN KRISCHKE
Plagiatsvorwürfe gegen Uni-Präsidentin Claudine Gay : Die moralische Bankrotterklärung der Harvard University Die Plagiatsvorwürfe gegen Claudine Gay, die Präsidentin der Harvard University, sind gravierend. Dennoch steht der Aufsichtsrat der Universität ihr zur Seite. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Gay als Universitätspräsidentin ungeeignet ist. VON SHANTANU PATNI
Plagiate bei Diana Kinnert : Zu viel Lob für ein schlechtes Buch Es geht nicht nur um abgeschriebene Passagen oder gefälschte Interviews. Diana Kinnerts Einsamkeitsbuch vermag auch inhaltlich nicht zu überzeugen. Plagiatsexperte Jochen Zenthöfer fragt sich: Weshalb haben die öffentlich-rechtlichen Medien das Buch der 30-Jährigen dann so gelobt? VON JOCHEN ZENTHÖFER
Plagiatsaffäre um Annalena Baerbock : Das letzte Kapitel Die Plagiatsaffäre um Annalena Baerbocks „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ war ein Riesen-Aufreger im Bundestagswahlkampf. Nun ist klar: Das Buch wird, anders als angekündigt, bald vom Markt verschwunden sein. Damit wird das letzte Kapitel einer Affäre geschlossen, die gut als Lehrstück für politische Kommunikation taugt. Denn der nächste Ärger für die Grünen kommt bestimmt. VON BEN KRISCHKE
Baerbock-Debatte : Aus Respekt vor der Wahrheit Franziska Giffey glaubt, Annalena Baerbock in ihrer Plagiatsaffäre solidarisch beispringen zu müssen. Ausgerechnet Giffey, der gerade ihr Doktortitel aberkannt worden war. Die Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin beweist damit nur, dass sie Recht im Unrecht haben will. EIN GASTBEITRAG VON EROL ÖZKARACA
Annalena Baerbocks Buch : Giffey und das „Freiwild“ Die Berliner SPD-Spitzenkandidatin äußert sich über den Plagiatsverdacht gegen Annalena Baerbock. Dabei macht sie Täterinnen zu Opfern. Das Fremdschämen geht weiter. VON JOCHEN ZENTHÖFER
Annalena Baerbocks Buch : Es mangelt an Antworten Wichtiger als rechtliche Unbedenklichkeit sind die persönliche und die politische Dimension am Fall Annalena Baerbock. Als vertrauenswürdig und visionär sollte ihr Buch sie zeigen. Beides misslang. Inhaltlich bleibt die Kanzlerkandidatin völlig diffus. VON MATHIAS BRODKORB