Pläne der SPD-Spitzenkandidatin - Giffeys Bezirk als Beute

Franziska Giffey ist als Bundesministerin zurückgetreten, will aber SPD-Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhauswahl bleiben. Das geht so nicht. Ihre Doktorarbeit über Neukölln disqualifiziert sie für künftige Ämter.

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Franziska Giffey im Interview / dpa

Autoreninfo

Dr. Jochen Zenthöfer ist Jurist und Journalist. Er lebt und arbeitet in Luxemburg.

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Es ist nicht einfach, als plagiierender Bundesminister noch eine Verwendung zu finden. Man landet schnell gefährlich nahe bei fragwürdigen Institutionen. Annette Schavan musste im Vatikan Buße tun, ihr Kollege Karl-Theodor zu Guttenberg legte im Kanzleramt zu viele gute Worte für den Zahlungsdienstleister Wirecard ein. Insofern passt es ins Bild, wenn sich Franziska Giffey nun um die Berliner SPD kümmert.

Zwar gibt es keine Logik, dass, wer als Bundesminister zurücktritt, bei Wahlen nicht mehr für ein Mandat antreten darf. Im Gegenteil hat das Argument, der Wähler solle über Giffeys Zukunft entscheiden, eine gewisse Logik für sich. Zudem sind die Wähler im Land Berlin zweifelhafte Kandidaten seit vielen Jahren gewohnt. Kandidaten, die sich das Land zur Beute gemacht hatten. Früher gerne von der CDU, inzwischen vor allem aus Linkspartei und SPD. Berlin leidet unter seiner schlechten Verwaltung, der Vermischung von Interessen, und besonders unter der Vermischung einer schlechten Verwaltung mit politischen Interessen.

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helmut armbruster | Mi, 19. Mai 2021 - 16:06

denn diesen erhält man schon durch eine simple Diplomarbeit.
Nicht umsonst schließt fast jeder Medizinstudent sein Studium mit dem Dr.med. ab.
Das ist sozusagen ein offiziell üblicher und geduldeter Schmuh.
Und der Dr.med. hat noch einen Vorteil. Es gibt kaum Doktorandenjäger, die nachforschen wie es zum Dr.med. gekommen ist. Es ist eben allgemeiner Konsens, dass ein Arzt den Doktortitel hat.
Nach dem wie und weshalb wird - seltsamerweise - nie gefragt

Um als Doktor zu gelten, muss man gar nicht (Medizin) studieren. Wenn mein Vater früher in die Metzgerei Einkaufen ging, fragte die Chefin immer: "Na, Herr Doktor, was derf's denn heute sein ?" Ergänzung: Wir leben in Bayern.

Yvonne Walden | Do, 20. Mai 2021 - 16:24

In reply to by Werner Peters

Warum sollte eine Studentin, ein Student nach Erlangung eines Mastergrades auch noch einen Doktorgrad erwerben?
Die Antwort: Ein Doktortitel befriedigt die persönliche Eitelkeit in Kreisen, in denen der Dünkel noch etwas zählt und als Zeichen gehobener Bildung gilt.
Im normalen Leben ist die Anfertigung einer Dissertation zum Erwerb einer Promotion also bedeutungslos. Nur: Wissen dies inzwischen immer noch nicht alle Akademikerinnen und Akademiker?

Reinhold Schramm | Do, 20. Mai 2021 - 16:27

In reply to by Werner Peters

Man stelle sich vor, man renommiert offiziell als Facharbeiter und Handwerksmeister ohne jeweils einen anerkannten Abschluss, wie schnell wäre da die Gewerbeaufsicht, die IHK und Handwerkskammer auf der Matte und ein juristisch-strafrechtliches Verfahren droht?

Aber offenbar reicht es für die Parlamentsparteien, den Staats- und Beamtendienst und für horrende Pensionen und Aufsichtsgremien, auch wenn die männlichen und weiblichen bürgerlichen Parteigranden für die Mühen einer eigenständigen Erarbeitung eines anerkannten Abschlusses ungeeignet sind.

Dafür gibt es wie auch in diesem Fall noch höhere Weihen für gutdotierte Posten.

Wann wird auch hier die bürgerliche Justiz mit einem Verbot der fortgesetzten Vorteilsnahme aktiv?

Als "wissenschaftliche" Leistung rangiert der Dr. med. eher auf dem Niveau Seminararbeit (Semester 5 und folgende) in Fächern wie Mathematik oder Physik. Kann ich aus eigener detaillierter Anschauung bezeugen.
Und das ist natürlich auch der Grund, warum da keiner nachbohrt: es lohnt den Aufwand nicht - Wissenschaft wurde da sowieso nie betrieben.
Das spricht aber nicht gegen Ärzte, die den Titel haben: Der Rechtfertigungsdruck auf einen Arzt, der sich den - wissenschaftlich wertlosen - Titel gespart hat, ist erheblich.
Also hängt man eben die paar Wochen dran und die liebe Seele hat ihre Ruhe.
Der Aufwand des Medizinstudiums ansonsten und andererseits IST aber sehr erheblich, körperlich und mental - und liegt vermutlich weit, weit jenseits eines Studiums etwa der Politologie (oder "Völkerrecht" 😉). Und damit wiederum außerhalb der Reichweite von Leuten wie Giffey (oder Baerbock).

weshalb der Doktor der Medizin evtl. demgegenüber auch nicht die Relevanz besitzt, wie bei anderen Fächern?
Die Verantwortlichkeit rangiert ebenfalls sehr hoch, obwohl das bei gesellschaftlichen Studien noch höher sein sollte!
Braucht man den Doktor eher, wenn man auch in der Forschung tätig sein möchte?
Meine Ärzte spreche ich immer mit Herr oder Frau Doktor an, auch wenn die keinen haben?
Für mich sind das Synonyme.
Wie auch immer, wie Frau von der Leyen das Medizinstudium plus Doktortitel neben 7 Kindern schaffte...
Vielleicht hauswirtschaftliche Hilfskräfte?
Meine Lieblingsherrscherinnen, so viele gab es ja nicht, waren Maria Theresia von Österreich und Hatschepsut.
Ich möchte niemandem auf die Füße treten, wenn ich frage, welche wissenschaftliche Relevanz Titel in der DDR haben konnten, von ausschliesslich dort Sozialisierten?
Verdeckt?
Ich lasse jedenfalls auch Akademikern des Umbruchs mehr Bewegungsfreiheit, allein wegen des immensen Wende-Stresses.
Ich achte Frau Giffey!

Für den Arzt ist der " Doktor" eine national und international anerkannte Berufsbezeichnung. Er sollte deshalb auch den Titel mit der, vielleicht inhaltlich/ qualitativ verschärften, Zulassung als Arzt bekommen.

Manfred Sonntag | Mi, 19. Mai 2021 - 16:12

Herr Dr. Zenthöfer, was sagt uns eigentlich das komplette Problem der Doktorarbeit von Frau Giffey zum Zustand unseres Bildungswesens. Geschummelt wurde sicher schon seit tausenden von Jahren. Manches wurde gleich oder später entdeckt. Man könnte daraufhin zum Problem Giffey sagen: "Na und". Viel schlimmer ist doch der Umgang der Uni mit solchen "Neuigkeiten". Erst werden in unserem Land die Bildungsziele in der Schule reduziert, dann die Anforderung zum Gymnasium reduziert. Am Schluss werden alle Abschlussprüfungen mit reduzierten Anforderungen durchgewunken. Und so geht es scheinbar in den heutigen Hochschulen weiter. Was heute zählt, ist nicht mehr Wissen und Leistung, sondern Haltung und wokes ideologisch einwandfreies Verhalten. Davon werden aber in Zukunft keine technischen Innovationen kommen, geschweige denn der Klimawandel technologisch beherrscht.

was für ein Theater. Der Verwaltungsrechtler Prof Batts hatte doch völlig zutreffend begutachtet, dass eine Rüge zulässig ist, weil sie ein milderes Mittel ist. Nur zu Lasten der Betroffenen gilt der Bestimmtheitsgrundsatz. Dass dann Prof. Gärditz daher kommt und meint, entweder sei die Doktorarbeit ordnungsgemäß oder nicht. Auch wenn sie kleine Fehler enthalte, müsse der Titel aberkannt werden, ist ein Stück aus dem Tollhaus. Die Positionen von Prof. Gärditz sind fast immer total überzogen. Es wäre klug, wenn sich die FU auf Prof. Bettis stützt und keine Extrem-Position einnimmt.

nur dürfen Sie in dieser AfD-affinen Umgebung keine faire Behandlung von Frau Giffey erwarten.

Die Frau ist schliesslich eine Rote, und alleine schon deswegen schuldig.

Allerdings sollte man die zu erwartende Reaktion nicht überbewerten. Wahlen werden schliesslich nicht in diesem Forum entschieden - auch wenn mancher Schreiberling glaubt, hier nationalen Widerstand zu leisten.

Was zählt ist letztendlich wie und was der Berliner Bürger denkt. Und der denkt anders, als einige Aufgebrachte. Die Mietpreisbremse wurde beispielsweise von der Mehrheit der Berliner begrüsst, hier jedoch als sozialistisches Teufelszeug und weiterer Beleg einer Entwicklung Richtung DDR 2.0 diffamiert.

Nach jüngsten Umfragen werden Grüne, SPD und Linke zusammen auch nach der nächsten Wahl eine satte Mehrheit haben. So schlecht scheint es den Berlinern also nicht zu gehen.

Zumindest besser, als dem durchschnittlichen Foristen hier im Forum...

Ja ich weine auch mindestens 2 mal am Tag darüber dass ich nicht in Berlin wohne weil es mir dort viel, viel besser gehen würde.

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 19. Mai 2021 - 16:30

Danke für die kurze Zusammenfassung. Warum ist jemand, der nicht mehr Ministerin bleiben kann, für das Amt der Ministerpräsidentin von Berlin (das ist die regierende Bürgermeisterin de Facto) geeignet?
Warum muss es in Berlin Frau Giffey sein, wo die SPD in ihrem Vorstand doch so viele „geeignete“ Kandidaten hat. Wie wäre es z. B. mit dem Herrn Kühnert, der hat doch alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kandidatur. Frau Eskens kommt leider nicht in Frage, die schaut nach der Wahl auf ein Amt als Bundesministerin in einer Rot-Grün-Roten Bundesregierung.

... aber für das Höchste Amt in Berlin?
Antwort: Weil es in Berlin passt :)
... wollte eigentlich 27 Klammern machen, des Berliner Polit-Niveaus wegen ;)
Gemäß dem Motto "Es grünt so grün wenn Rote mit mir ziehn"
An was sie ziehen ist der Phantasie der/s Lesenden überlassen :))

Der Plan ist,es in der Berliner Wahl zu schaffen.Mit,so Giffey ;"Eisernem Willen..."Blut und Eisen gewissermaßen,hohoho.Alles,was merkelistische Züge repräsentiert in diesem Land,trägt eher überpfiffige,opportunistische Anwandlungen oder "Projekte" mit sich herum.Integer bis in die Knochen,versteht sich.Und was noch....Schwere Zeiten für den "Kleinen Mann" von der Straße.Was er oder sie zur Wahl vorgesetzt bekommen,ist ziemlich starker Tobak.Merkelismus hört mit dem Abgang der Obermeisterin auf dem Kanzlersessel nicht auf.Wer das glaubt,ist mit dem Klammersack gepudert.Und weiß nicht,daß er in Deutschland lebt."Eine Sache um ihrer selbst Willen tun..."(Fichte).Unrettbar.Aber wohlverdient.Wer der VDG seine Stimmen gibt,wird ein neues Weltwunder erleben.Und wer der SPD seine Stimme gibt,möchte dazu noch weichgespült werden für die Sonderbehandlung durch die "Linke".Have much Fun with These Guys.

Walter Bühler | Mi, 19. Mai 2021 - 16:54

Ich war lange Jahre Mitglied der Berliner SPD und habe den ungeheurer Niedergang dieser Partei teilweise selbst miterlebt.

Meine Einschätzung der Rolle Giffeys habe ich gerade in einem anderen Kommentar geschrieben.

Das eigentliche Problem ist für mich, dass die Doktormutter Tanja Börzel weiterhin an der FU lehren und prüfen darf. Soweit ich weiß, hat sie aus dem Skandal um die "Doktorarbeit" von Frau Giffey keine Konsequenzen gezogen. Oder kann mich jemand eines besseren belehren?

Politikwissenschaftler sollten vielleicht die Mühe auf sich nehmen und auch die Werke von Tanja Börzel und ihres Ehemanns Thomas Risse einmal kritisch lesen. Für einen einfachen Mathematiklehrer wie mich sind die englischen, durchgehend selbstreferentiellen Wortkaskaden schlicht unverständlich.

Welchen intellektuellen Minimalstandard darf man als Laie von Leuten erwarten, die sich das Schild "Wissenschaft" um den Hals hängen?

Ich fürchte, hinter vielen Wortkaskaden verbirgt sich ein großer Hohlraum.

Der Hohlraum hinter dem, was sich Wissenschaft nennt, wird immer größer!
Allein die Tatsache, daß es mehr Lehrstühle für sog. "Gender Studies" gibt als
Grundlagen-Forschungs-Stellen für lebensbedrohliche Bakterien und Viren, zeigt die
Aufgeblasenheit dessen, was sich in D alles "Wissenschaft" nennen darf.

Selbstverständlich müßte jeder Professor oder Hochschullehrer, der eine minderwertige Arbeit oder sogar eine solche mit Plagiaten als vollwertige Doktorarbeit anerkennt, zur Rechenschaft gezogen werden!
Aber das passiert niemals! Diese Leute verharren - gut bezahlt - in ihren Positionen.

Es ist wie in der Politik: Wer einmal seinen Posten in der Uni hat, kann sich alles erlauben!
Hauptsache: Er redet sich geschickt und dreist raus. Konsequenzen gibt es nicht.
Siehe Scheuer! Siehe Olaf Scholz! Steuergelder in Höhe von zig Millionen verschleudern, aber nicht gerade stehen dafür! Das ist Deutschland im Jahre 2021.

Die SPD muß Frau Giffey so dankbar sein! Sie ist HEUTE zurückgetreten und hat die mediale Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.

WICHTIG ist doch wohl etwas Anderes!
Der bekannte 'Nahost-Experte' der SPD Walter-Borjans hatte sich am Montag für deutsche Waffen-Lieferungen an Israel ausgesprochen - unter Bedingungen:
'... WIR haben dann auch den Anspruch, ein Stück gehört zu werden, wenn es darum geht, deeskalierend zu wirken, sich einer Zwei-Staaten-Lösung zu öffnen, Verhandlungen zu führen. ...'
Eine jüdisch Gast-Autorin bezeichnete NoWaBo in Tichy Einblick heute spöttisch als 'deutschen Henry Kissinger'. Der FDP-MdB Graf Lambsdorff nannte die Forderung des SPD-Chefs 'anmaßend, deplatziert und geschichtsvergessen'. Brandt sei 1970 'im Gedenken an den Horror des Warschauer Ghettos auf die Knie gefallen'. Heute 'falle Brandts Nachfolger im Amt des SPD-Vorsitzenden Israel in den Rücken'.
NoWaBO: RÜCKTRITT JETZT!

PS: Finden Sie die Stille im Twitter-Kanal von Frau Chebli auch so unheimlich?

Das genau ist das Problem, der Standard an den Universitäten ist erschreckend niedrig. Das hat viele Gründe, darunter folgende:

Bologna, diese „Reformen“ waren fatal für das Niveau der Bildung an Unis, es geht nur noch um das Erlangen von Punkten, das früher gängige Ideal einer möglichst breiten Bildung gibt es nicht mehr, es werden Fachidioten nach US-Vorbild erzeugt.

Das Nivea der Professoren nimmt stetig ab, einerseits wegen Sparzwang (Juniorprofessur, Wegfall Habilitation etc.). Andererseits weil ein schlechtes Kollegium niemanden einstellt, der besser ist als die Mitglieder des Kollegiums, das Niveau sinkt somit konstant. Zu viele „Professoren“ sind auf ihren Posten, weil es ein sicherer und gut bezahlter Job ist und nicht, weil sie gut sind.

Das Bildungsniveau an Schulen nimmt täglich ab, zudem gilt die Devise, möglichst viele sollen studieren. Das bedeutet, daß viele Studenten überfordert sind weil sie nie hätten studieren sollen, diese ziehen das Gesamtniveau runter.

Usw.

Karl-Heinz Weiß | Mi, 19. Mai 2021 - 17:09

Der Beitrag verdeutlicht gut die Ursachen, die zu dieser Promo-Affäre führten. Durch die Insellage Berlins bis 1989 entstanden Strukturen, für die das Otto-Suhr-Institut exemplarisch steht. So konnte die Doktormutter dem Gremium angehören, das über die Aberkennung des Doktorgrads zu befinden hatte.
Nun ja, in Deutschland soll künftig auch das gefühlte Selbstvertrauen vor Berufserfahrung stehen. Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!

Wolfgang Z. Keller | Mi, 19. Mai 2021 - 22:13

In reply to by Karl-Heinz Weiß

Danke für Ihren historischen Rückblick, Herr Weiß, so erklärt sich mir auch manch anderes Phänomen in Berlin. Spaßeshalber könnte als gesagt werden, Frau Giffey ist (wieder) reif für die Insel.
Und Sie haben mit dem gefühlten Selbstvertrauen anstelle von Berufserfahrung doch hoffentlich nicht - Achtung, jetzt wird´s orthografisch heikel - Frau Annalena Baerbock gemeint?

Karl-Heinz Weiß | Do, 20. Mai 2021 - 13:10

In reply to by Wolfgang Z. Keller

Sicher nicht, Herr Keller, denn mit der Nachmeldung von Nebeneinkünften hat sie Berufserfahrung nachgewiesen.
Reif für die Insel: sehr gut!

Christoph Kuhlmann | Mi, 19. Mai 2021 - 17:20

an der politischen Integrität von Frau Giffey. Politisch geht diese Vorteilsnahme im Amt, das schmücken mit fremden Federn und die Vermengung der Funktionen mit zahlreichen Interrollenkonflikten vollkommen in Ordnung. Besonders bei der SPD.

Werner Peters | Mi, 19. Mai 2021 - 18:08

Lassen wir mal die Kirche im Dorf. Wenn alle, die ihren Doktor-Titel erschummelt haben, von ihren z.T. hochrangigen Jobs zurücktreten müssten, hätten wir gähnende Leere. Mir wäre sie lieber als Regierende in Berlin als eine Linke oder Frau Grütters, auch eine Linke mit CDU-Parteibuch. Lassen wir die Berliner entscheiden und akzeptieren dann das Ergebnis.

Rob Schuberth | Mi, 19. Mai 2021 - 18:59

Immerhin hält sie sich an ihr gegebenes Wort und tritt nun, da ihr das Plagiieren nachgewiesen worden ist, zurück.

Dass sie sich auf den OB-Stuhl Berlins retten will ist m. E. nur der nächste Skandal.

Diese Frau hat - leider - kein schlechtes Gewissen.
Anstand, Moral....alles nur in Sonntagsreden vorhanden und es wird nur bei anderen verlangt.

M. E. sollten alle Politiker denen man so etwas nachweist sofort und autom. alle ihre Ämter verlieren.

Heidemarie Heim | Mi, 19. Mai 2021 - 19:31

Und in Köln isset de Klüngel. Da wäre die Doktor-Arbeit wohlwollenderweise als "klüngelisch"(Synonym für schlampig) beurteilt worden. Ansonsten ähnelt sich das unentwirrbare und von außen nicht einsehbare Knäuel, Verflechtung, Filz, neudeutsch Networking usw. Der ein oder andere unter uns Kommentatoren/innen mag das als rein gegen Frau Giffey politisch motivierte Kampagne abtun, persönlich ist mir bei dem ganzen Gedöns um Plagiate und Titelaberkennung und dem Weg dahin ein anderer Aspekt wichtig. Es erscheint mir schlicht und ergreifend ungerecht oder auch unfair den aktuell Studierenden gegenüber, wo es wenn es normal vonstatten geht andere, höhere Maßstäbe angelegt werden oder Menschen mit zerstörten Karrieren, denen der Titel wegen viel weniger fremdem Federschmuck und Fehlern aberkannt wurde. Die oftmals deswegen aufgrund eines "irreparabel gestörten Vertrauensverhältnisses" wie es so schön im Kündigungsschreiben heißt, keinen Fuß mehr in die Tür bekamen im Normalfall. MfG

Ernst-Günther Konrad | Do, 20. Mai 2021 - 08:52

wie im Kleinen -Stadtstaat Berlin-, so im Großen Bundesrepublik, so im ganz Großen Europa. Überall Lug und Trug, reiner Machterhaltungswille mittels Unehrlichkeit und Erpressung. Ein sich schon Jahrzehnte ankündigender Selbstzerstörungsprozess schreitet voran. Diese Republik hat völlig ihre Werte verloren und die Altparteien schon längst. Das zeigt ihre Politik und das absehbare Desaster. Was will die SPD auch machen, als Giffey mit der Unterstützung der Nominierung beizustehen, auch wenn der zugeworfene Rettungsring, keine Luft mehr hat? Das eine Frau Börzel nicht zur Verantwortung gezogen wird ist ein weiterer Beleg dafür, das der Staat durch ideologische Madenfresser, täglich mehr und mehr von innen verfault. Die politischen Maden freut es, sie haben ordentlich zu fressen. Die Kanzlerin bedauert den Rücktritt und das vier Monate vor möglichen Neuwahlen bei gutem Übergangsgeld. Eigentlich müssten die Lügner und Steuerverschwender alle zurücktreten. Der Zersetzungsprozess geht weiter

Alexander Brand | Do, 20. Mai 2021 - 09:39

Der Rücktritt erfolgte aus purem Eigennutz. Frau Giffey strebt nach einem Bürgermeisteramt im linken Berlin, sie hat gute Chancen da sie weit links steht und im Verteilen von Geld anderer Leute gut ist, sie ist „sozial“, weil sie von denen die arbeiten nimmt und es denen gibt die nicht arbeiten (wollen). Um sich darauf konzentrieren zu können zieht sie sich aus der Bundespolitik zurück. Angenehmer Nebeneffekt: sie kann es auch noch als Reue für ihre Vergehen Verkaufen und davon profitieren. Billig ist das, sonst nichts.

Mich würde in diesem Zusammenhang ebenfalls interessieren, welche Konsequenzen die zukünftige Bundeskanzlerin aus ihren Unterschlagungen zieht/ziehen muß. Vermutlich keine, aber als Grüne muß sie das auch nicht, denn bei linken „Genossen“ drücken die Medien großzügig alle Augen zu, kann ja passieren, ist ja auch nichts Großes! Wäre sie hingegen AfD Vertreterin gäbe es einen lang anhaltenden medialen Aufschrei und allerlei Forderungen nach Rücktritt und Bestrafung.

Werner Kahn | Do, 20. Mai 2021 - 13:19

Das Verhalten von Frau Dr. Franziska Giffey ist ein weiterer Mosaikstein zum Thema Politikverdrossenheit. Mit einer grenzenlosen Selbstverständlichkeit stolpert sie von einem politischen Amt ins nächste. So etwas ist nur als skrupellose Arroganz zu bezeichnen.