Rücktritt von Bundestrainer Nagelsmann Streicht das Wort Verantwortung! Es ist das am häufigsten missbrauchte Wort deutscher Sprache: Verantwortung. Soeben hat mit Julian Nagelsmann mal wieder jemand „Verantwortung übernommen“. Vulgo: Er hat versagt und musste gehen. Schluss mit dieser Heuchelei! KOLUMNE: GRAUZONE
Verachtung der Sprache : Ohne Worte keine Welt Ein großer Irrtum der digitalen Gegenwart ist die Verachtung der Sprache. Mit Simplifizierung erfasst man die Welt nicht besser, sondern lässt die Wirklichkeit verkümmern. Deswegen brauchen wir ein Zurück zur Schriftlichkeit. VON FRANK A. MEYER
Der Flaneur : Wonnen der Wiederholung „Coffee to go – jetzt auch zum Mitnehmen!“ Willkommen in der Welt der doppelten Botschaften: Rückantworten, Gratisgeschenke, Emojis im Rudel. Alles wiederholt sich, damit wir es auch wirklich kapieren. Verständlich – Unsere Sprache verrät, wie sehr wir Nachhilfe im Offensichtlichen brauchen. VON STEFAN AUS DEM SIEPEN
Politischer Wunschzettel : Liebes Christkind, wir würden ohne Narrative nicht schlechter leben Weihnachten lädt dazu ein, über Freiheit und Verantwortung nachzudenken – ohne Pathos, aber mit dem Wunsch, dass Vernunft und guter Wille wieder mehr Gewicht bekommen. Hier kommt der diesjährige politische Wunschzettel von Hugo Müller-Vogg. VON HUGO MÜLLER-VOGG
Verteidigung der Sprache : Das letzte Ressort der Menschlichkeit An Weihnachten, heißt es, ist das Wort Fleisch geworden. Doch um nichts steht es derzeit so schlecht wie um Worte. Während wir durch den News-Feed allmählich abstumpfen, fehlen uns die Worte, um die Welt neu zu ordnen. VON OLE DÖRING
Zum 150. Geburtstag von Rainer Maria Rilke : Der Tanz um die Mitte Vor 150 Jahren wurde der Dichter Rainer Maria Rilke geboren. Einst mit Skepsis versehen, erleben seine Gedichte eine Renaissance. Sein Versuch, mit der Sprache zu den Dingen selbst zurückzukehren, wirkt wie ein Rettungsring für unsere weltverlorene Gegenwart. VON ALEXANDER GRAU
Veggie-Wurst : Sprache gehört den Sprechern Das Verbot von Begriffen wie „Veggie-Wurst“ zeigt: Immer häufiger greift die Politik in die Sprache ein. Das zeugt von Unkenntnis und einer tiefen Verachtung gegenüber den Sprechern. Denn nichts ist demokratischer als die Sprache. KOLUMNE: GRAUZONE
Der „Mohr“ und seine Straße : Die wahre Geschichte des Mannes hinter der „Mohrenstraße“ Die Umbenennung der Berliner Mohrenstraße ist ein Beispiel für übereifrige Geschichtstilgung im Namen des Antirassismus. Weder das Wort „Mohr“ noch der Umgang der Zeitgenossen mit dem erstaunlichen Mann, um den es ging, sind Beispiele für historischen Rassismus. Ganz im Gegenteil. VON MATHIAS BRODKORB
Politische Euphemismen : Angst wird durchgegendert Wo Probleme wachsen, sollen neue Wörter helfen: Die Berliner SPD will „Clankriminalität“ streichen, bei sexuellen Übergriffen heißt es „Täter:innen“. Doch beschönigende Sprache hilft wenig, wenn die Realität so übermächtig wird, dass sie ihren Tribut fordert. VON GIDEON BÖSS
Der Flaneur : Voltaire auf dem Elektrofahrrad Wortwitz boomt: Ob „Schnapsidee“, „Kamm in“ oder „Volt-Hair“ – Ladenbesitzer übertreffen sich mit kreativen Namen. Zwischen Sprachspiel, Latein und Goethe-Zitat zeigt sich: Humor und Bildung machen auch vor Schaufenstern nicht halt. VON STEFAN AUS DEM SIEPEN
Warum unsere Sprache immer therapeutischer wird : Vergiftete Gefühle Unsere Sprache ist übertherapiert. Überall wimmelt es von „Narzissten“, „Borderlinern“ und anderen toxischen Typen. Besonders beim Sprechen über Gefühle wird das zur Gefahr. VON DANIEL HAAS
Sprachpolitik : Gehirnwäsche? Unbedingt! In einem Beitrag in einem Fachjournal empfiehlt ein Linguist ganz offen die Manipulation der Sprache zur leichteren Durchsetzung klimapolitischer Ziele. Und die Pressestelle der Freien Universität Berlin bejubelt diese totalitären Gedankenspiele auch noch. KOLUMNE: GRAUZONE
Sprachtests in Bayerns KiTas : Von „Bierfahrerbeifahrern“ und alarmierenden Leitsymptomen Bayern führt verpflichtende Sprachtests im Kindergarten ein. Das ist ein überfälliger Schritt in die richtige Richtung, sollten mindestens all jene wissen, die heute mit Vorschulkindern arbeiten. Doch den Ernst der Lage hat die Öffentlichkeit noch längst nicht erfasst. VON MIRIAM STIEHLER
Kinderbuchverlag schreibt Bücher von Michael Ende um : Jim Knopf, Jürgen Habermas und der Neger Der Irrsinn der Sprachreinigungsorgien geht weiter. Nun sind auch noch die Geschichten um den kleinen Jim Knopf betroffen. Aber wann ist endlich auch Jürgen Habermas an der Reihe? VON MATHIAS BRODKORB
Woke Sprachregelungen : Das kommt mir spanisch vor! Sprechen im Alltag und in der Wissenschaft wird mehr und mehr zum Risiko. Wir sind zu einer Risikogesellschaft der besonderen Art geworden. Vorsicht ist geboten bei jeder Art von Metapher – vor allem, wenn es um Farben geht. VON EWALD KIEL