Indianer
Sollen Native Americans, oder wie immer sie sich nennen, nicht lesen lernen? / dpa

Spracherziehung für Fortgeschrittene - „ZDFKultur“ auf postrassistischen Abwegen

Das ZDF untersucht auf seinem Social-Media-Kanal bekannte Kinderlieder auf Rassismus - und wird erwartungsgemäß fündig. Das Vorgehen verrät allerdings vor allem etwas über das rassistische Denken der öffentlich-rechtlichen Sprachkritiker.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

So erreichen Sie Mathias Brodkorb:

Das ZDF hat mit „ZDFKultur“ einen eigenen Redaktionsbereich, in dem sich seine Macher um die Kultur in Deutschland verdient machen wollen. Ganz besondere Aktivitäten entfalten sie dabei auf ihrem Social-Media-Account „aroundtheword“ bei Instagram. Schon der Name zeigt an, worum es dabei gehen soll: um Spracherziehung für Fortgeschrittene. 

Vor ein paar Tagen hat man sich ganz besonders intensiv mit dem deutschen Kinderliedgut beschäftigt. Da Sprache ja das Denken forme, wie mitgeteilt wird, könnte das eine oder andere Kinderlied doch vielleicht „Rassismus im Kinderzimmer“ fördern. Sieht man sich die Begründungen an, kommt man aus dem Staunen allerdings nicht mehr heraus. 

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W.D. Hohe | Di, 18. Januar 2022 - 13:36

Bis zu Ihrer Erläuterung bzw Definition des "kleptomanischen Affen" aus ZDF-Land dachte ich dass es sich um einen Übertragungsfehler handeln würde. Von kriminellen Affen wußte ich bis dato nichts.
Wohlstandspossen

Tomas Poth | Di, 18. Januar 2022 - 13:41

... Eskimos, Indianer, die zehn kleinen Negerlein usw. treffen auf die geistige Umnachtung der Politisch Korrekten und tragen in rigider Weise zum Amüsement bei.
Zum Bild:
Einige der abgebildeten Indianer tragen Brillen, das ist Aneignung europäischer Kultur und muß konsequenterweise strengsten beklagt und abgestellt werden.

Kurt Kuhn | So, 23. Januar 2022 - 12:41

In reply to by Tomas Poth

Kann es sein, dass die Herren auf dem Bild Kleidung und Schmuck aus Kunststoff tragen? In der Natur gibt es nur wenige Stoffe die so toll glänzen.
Politisch korrekt wäre es, diesen Völkern ihren angestammten Lebensraum zurück zu geben anstatt darüber zu streiten wie man sie nennen darf.

Zur Kultur- und Sprachpolizei in D: "Was erlauben Bass?" Etwa "kontra" zu sein? Das ist gar nicht lieb von ihm und solche Begriffe haben in dt. Kinderliedern nicht zu erscheinen. Als ich Kind war, sangen wir den Text unter Zuhilfenahme von drei "Japaneser", da passte die Zahl der Silben besser in den Rhythmus. Japaneser gibt es gar nicht und somit war der Text politisch korrekt.
Was tun wir nur mit den Rabenvögeln und der diebischen Elster?
Die Texte der alten Fabeln müssen dringend "reviewed" werden. Wer weiß, wer weiß, was da noch ans Licht kommt...

Das ZDF vergeudet Personalressourcen. Jetzt verstehe ich aber warum die GEZ-Steuer angehoben werden musste.

Markus Michaelis | Di, 18. Januar 2022 - 14:33

Ist eigentlich "Native Americans" oder "Ureinwohner" ein Begriff, den man heute verwenden sollte? Es soll doch gerade nicht ein Denken der Art geben, dass unsere Vorfahren hier schon immer gelebt haben, das Land deshalb unser Land ist und andere hier nichts zu suchen haben (oder sich genau an "die" Regeln halten müssen). In dem Begriff "Ureinwohner" könnte dabei auch eine besondere Verpflichtung mitschwingen, die man den so bezeichneten auferlegen will (eine Verantwortung für die Neuankommenden).

Mir ist natürlich klar, dass das so nicht gemeint ist und wir wissen, welche viel komplexeren Sichtweisen wir gutheißen, welche nicht. Das auf so einfache Sprachregelungen zu reduzieren fördert aber vielleicht nicht die Sensibilität, sondern ein starres Gruppendenken: wir, die Guten, denken richtig, und man erkennt uns am Einhalten bestimmter Sprachcodes - die aber außer der Gruppenidentifikation wenig Sinn ergeben. Das wäre eher kontraproduktiv.

Romuald Veselic | Di, 18. Januar 2022 - 14:41

die ÖRR abzuschaffen o. auf einen Wetter-Infokanal reduzieren lassen. Diese Kulturbüttel sind nicht krank, sondern sie tun das bewusst. Deshalb; wenn der Gott doch existieren sollte, könnte man die oft gebrauchte, sinngemäße Form leicht aktualisieren: "Oh Lord, bitte, vergib ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun."

Wie "rassistisch/ethnofeindlich ist ein arabisches/saudisches/islamisches Sprichwort, wie: "Der Allmächtige hat die Ungläubigen deshalb geschaffen, damit sie uns (Saudis & Co) mit ihrem Wissen dienen." 🤣

Im Buch "A Country of the Assholes", ein dystopischer Roman, gehe ich davon aus, dass dem Autor, "Germany Actual", als Vorlage diente.
Abt. ZDFkultur, kommt mir nur als nachgeordnetes Organ des grünen Umerziehungskommissariats (KGE, Roth, Habek, Özdemir, ...) zum neuen Denken, nach nordkoreanischem Muster.

Geht gar nicht! Hoch & Tiefdruckgebiete haben männliche ODER weibliche Namen. Das geht ja dann nun gar nicht, wegen der Diskriminierung! Oder wie sehen Sie das ? Somit müßten Hoch & Tiefdruckgebiete mit diversen Namen versehen werden. Für diese Art der Bezeichnung, fehlt mir leider die Fantasie.
Deutschland ein Irrenhaus und ich leider mittendrin
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik
.

W.D. Hohe | Di, 18. Januar 2022 - 15:43

"Meine Rede" Herr Veselic = Zustimmung
Ich sagte...dachte... seit Ewigem...
Dummheit ist es nicht.
Soo dumm "Gibt" nicht
Soo dumm "Kann" nicht

Urban Will | Di, 18. Januar 2022 - 15:46

versuchen, Ihre Partei ist da mit von der Partie bei all dem Irrsinn. Vom geistigen Niveau her sind diese Kinderlieds – Zerstörer auf dem Niveau derjenigen, die im Namen wie auch immer gearteter Kulturrevolutionen schon zu anderen Zeiten wüteten, nur dass sie keine Leute umbringen wollen.
Sie genügen sich darin, unsere Kinder zu verblöden und sollten entsprechend ernsthaften Widerstand erfahren.

Man erinnert sich an die „deutsche Physik“. Oder die Definition von „entarteter Kunst“. Wie weit sind wir noch entfernt von solchen Zuständen?
Umdeutungen im „Sinn des Guten“ ging noch nie gut.
Das mag jetzt total übertrieben klingen, ist es hoffentlich auch, aber die Blödheit mancher Protagonisten in entscheidenden Positionen in diesem Lande entwickelt sich mit einer grauenvollen Geschwindigkeit.
Und ich kann mir nicht helfen: ich sehe überall den links – grünen Zeitgeist am Werk. Er legt jetzt erst richtig los.
Neger und klauende Affen...
Lieber Gott, lass Hirn regnen!!

Bernd Muhlack | Di, 18. Januar 2022 - 16:30

Natürlich schaffen WIR UNS ab - insoweit hatte Herr Sarrazin Recht.
Und das wird auch noch mit Zwangsgebühren finanziert!

Als Tochtern in den Anfangs-90ern in die Kita ging, war die Welt noch halbwegs in Ordnung. man durfte Indianer, Prinzessin etc. sein.

Einmal sollte jeder ein Lied singen, welches die Eltern (= Mutter und Vater!) oft zu Hause singen/hören.
Tochtern intonierte den Tuntensong (Stüverhoff) der Kölner Punk-Rocker Zeltinger Band.
Die Erzieherinnen waren erstaunt und belustigt zugleich. (... "un mache mer de nächste
Freier op" ...) 🎵

Ok, Zeltinger in Kitas ist unüblich. Jedoch ist das Gendern, das Zensieren, Umschreiben von Texten, Lieder viel extremer!

Und wenn das ÖRTV das zelebriert ist das an Arroganz und Denk-/Sprachpolizei nicht zu toppen. Mit fremden Geld!

In meinem Freundes-/Bekanntenkreis findet das niemand gut. Woher nehmen das ÖRTV, die "Gutmenschen" die Rechtfertigung, die Legitimation für Ihr jakobinisches Handeln?

Wie stoppt man das?

......hat es dank Ihnen in den Cicero geschafft. Hätte der sich auch nicht träumen lassen.
Bei uns damals beliebt „Müngersdorfer Stadion“.
Einem damaligen Austauschschüler aus dem Amiland musste das Kölsche Liedgut anfangs immer übersetzt werden. Nach einem halben Jahr hat er mitgesungen.
Das Kölsche Trinkgut lief aber von Anfang an wie geschmiert durch die Kehle.
In diesem Sinne ein 3fach Kölle Allaaf.

Brigitte Simon | Di, 18. Januar 2022 - 16:45

Diese Produzenten müssen verboten werden. Denn sie liefern die Gegenstände für den rassitischen Vergleich "Das interessiert mich so, wie wenn in China ein Fahrrad umfällt". Das ist
China verachtend. Par excellence.

Öttinger sprach in Brüssel von den "Schlitz-
augen". Dafür mußte er sich entschuldigen.
Chinesen*innen besitzen doch diese. Will man ihnen alles nehmen

Walter Bühler | Di, 18. Januar 2022 - 17:24

Noch wird die soziologisch-politische Diskussion durch den Begriff der Wokeness bestimmt, der nicht evangelikalen, sondern politischen Erweckung zur richtigen Weltsicht. Dieser Begriff inkludiert natürlich von Anfang an den Arrogantismus, denn wer als Erweckter den Standpunkt der Gnade und göttlichen Weisheit erlangt hat, kann voll neu gewonnenem Stolz (pride) auf andere, die noch nicht bekehrt worden sind, nur mitleidig oder eben meist arrogant herabsehen.

Der Leitbegriff „wokeness“ kommt aber auch langsam aus der Puste, so dass man in intellektuellen Kreisen allmählich von der Postwokeness sprechen muss, in der sich der Arrogantismus im postrationalen Arrogantismus voll entfaltet. Er richtet sich nicht mehr nach außen oder gegen Fremde, sondern gegen bestimmte Gruppen innerhalb der eigenen Gesellschaft.

Ja, leider bin ich selbst nicht davon frei: Ich merke deutlich, wie ich mit postrationalem Arrogantismus auf Journalisten und Intellektuelle wie die von „ZDFKultur“ herabsehe.

Heidemarie Heim | Di, 18. Januar 2022 - 17:55

Da in dieser Spezial-Abteilung des ZDF solch hochwertige Ergebnisse in Sachen Sprachziehung generiert wurden und noch werden, kann es wohl keinerlei Zweifel bezüglich der Notwendigkeit einer GEZ-Erhöhung mehr geben. Da war uns unser dafür angerufenes Bundesverfassungsgericht vom Kenntnisstand her einfach wieder um Meilen voraus werter Herr Brodkorb;)! Also 18,36€ für die Spracherziehung Ihrer Kinder, übrigens auch meiner eigenen, da sich ebenfalls fragwürdige, postkolonialistische Affenrassismen in meiner bisherigen Ausdrucksweise finden lassen, sind doch so gesehen nun wirklich peanuts, oder? Gerade ging wieder ein ziemlich trüber Tag zu Ende und es wurde noch früher zappenduster als gewöhnlich. Jedoch verzichte ich darauf, meine daraufhin einsetzende Assoziation bezüglich bestimmter animalischer Körperteile zu benennen;) Ansonsten hat mich Ihr Artikel wieder sehr ermuntert werter Herr Brodkorb, und ich lache im Geist mit Ihnen. MfG

Bernd Müller | Di, 18. Januar 2022 - 18:10

In der Mediathek werden wir nun alle gedutzt. Wenn ich diesbezüglich an den Intendanten schreibe, muss ich wohl den überlichterweise sehr geehrten Herrn Bellut als "Hey Thomas" anreden. Auf die Antwort bin ich gespannt.

Ernst-Günther Konrad | Di, 18. Januar 2022 - 18:43

Nur wenige Kilometer von mir entfernt. Dort wird noch meenzerisch geschwätzt. Für solcherlei Menschen mit solcherlei Unsinn kennt der Meenzer einen tollen Spruch: " Los en renne, los en dappe, unsern Herrgott werd' en schnappe." In Alzey etwa 35 km entfernt ist die Rheinhessen Fachklinik für psychisch kranke Menschen. Man sollte mit den Alimentationen dieser woken Journalisten Behandlungsplätze und Personal bezahlen und diese „Rassisten“ hoffentlich erfolgreich therapieren.

Cornelia Oles | Mi, 19. Januar 2022 - 15:41

Wir sind nicht durch Kinderbücher rassistisch geworden, ich kenne jedenfalls niemanden der durch ein Kinderbuch andere Kinder angefeindet hat. Erst der Zuzug von 2015 der völlig übertrieben behandelt wurde und noch weitere Jahre durch das Aussetzen des Schengenabkommens nicht mehr tragbare Ausmaße angenommen hat ist der Rassismus erneut aufgeblüht. Bis dahin hatte man sich an die hier lebenden Gastarbeiter gewöhnt und hat sie angenommen, aber mit der steigenden jetzigen Gefahr durch Morde, Messerstechereien und sonstige Übergriffe hat man insgeheim keine Toleranz mehr und das hat nichts mit einem Kinderbuch zu tun. Langsam fragt man sich ob der öffentliche Rundfunk nur noch dämliche Einfälle hat.

Osvaldo Pugliese | Sa, 22. Januar 2022 - 13:00

Jetzt bin ich endgültig verwirrt. Für was steht das BI in BIPoC nochmal? Schnell auf der Seite des Migrationsrates Berlin e.V. nachgeschaut und da finde ich, dass „(Schwarz) sich nicht auf das Aussehen bezieht sondern auf eine gemeinsame Position in der Gesellschaft und damit auch gemeinsame Erfahrungen.“ Und dass der Begriff „People of Color“ sich nicht auf „farbig“ bezieht, sondern auf die Vielfalt unserer Erfahrungen, Biografien und Herkünfte auf dem Hintergrund von rassistischen Diskriminierungen in weißen Mehrheitsgesellschaften. Und: Indigenous People bezeichnen sich häufig als PoC mit der Besonderheit, dass sie Vertriebene sind. Puhh! Kompliziert. Aber jetzt weiß ich was, das sonst kaum einer weiß: Die unerwünschten schlesischen Aussiedler der 40er Jahre sind Schwarze (muss immer großgeschrieben werden) indigene PoC! Ein Schwarzer muss nicht Schwarz sein, ein Weißer kann das aber durchaus.