Die neue Klientel Wie die Linke migrantische Wähler erobern will Noch vor zwei Jahren schien die Linke erledigt, nun könnte sie erstmals stärkste politische Kraft in Berlin werden. Hinter dem Erfolg steht eine neue Strategie der Partei: Sie wirbt gezielt und kampagnenhaft um Menschen mit Migrationshintergrund. VON CORNELIA STOLZE
Tod von Jason Arday : Selbstmord ist kein Argument Nach seinem Tod gilt der Rassismusforscher Jason Arday Freunden wie Gegnern als Opfer – entweder einer rechten Kampagne oder eines linken Universitätsbetriebs. Arday selbst gerät dabei als handelndes Subjekt völlig aus dem Blick. VON INGO WAY
Streit um „Volksbad“ an der Volksbühne : Auf zum letzten Boykott! Die Debatte um das „Volksbad“ am Rosa-Luxemburg-Platz stellt die Frage nach der Volksbühne der Zukunft. Theater muss zum Verständigungsraum über alle politischen Grenzen hinweg werden. Intendant Matthias Lilienthal ist dafür nicht der Richtige. VON MATHIAS BRODKORB
Hautfarbe als Konzept : Eine Geschichte über willkürliche Zuschreibungen Die Debatte um den geplanten Badetag nur für Schwarze im „Volksbad“ in Berlin dreht sich um Hautfarbe. Doch Europäer sahen sich bis weit in die Neuzeit hinein nicht als „weiß“. Erst der Kontakt mit Afrika und Amerika machte Hautfarbe zum Kriterium für Identität. VON VIOLA SCHENZ
Zahlen zu „antimuslimischem Rassimus“ : Journalist Adamek darf Aussage über falsche NGO-Zahlen wiederholen In einer Talkshow hatte der Focus-Journalist Sascha Adamek Zahlen zum Anstieg antimuslimischer Vorfälle in Deutschland als „glatte Fälschung“ bezeichnet und war dafür von der NGO „Claim“ juristisch belangt worden. Nun hat das Landgericht Hamburg Adamek recht gegeben. VON ROBERT HOFMANN
Rassismus an der Berliner Volksbühne : Selektion am Badebecken Die Berliner Volksbühne leistet sich ein temporäres Schwimmbad „für alle“. Doch an diesem Freitag sollte nur dunkelhäutigen Menschen Zugang gewährt werden. Das erinnert nicht nur an Rassentrennung wie im Apartheid-Südafrika – sondern ist es auch. VON ALEXANDER MARGUIER
Cambridge-Skandal : Jason Arday ist nicht der einzige, der gehen sollte Der Fall Jason Arday wirft ein Schlaglicht auf ein Berufungssystem, in dem Identität und Opferstatus wissenschaftliche Qualität überlagern. Die Frage lautet deshalb, warum zwar Arday gehen musste – aber diejenigen, die ihn zum vermeintlichen Spitzenwissenschaftler machten, weiterhin im Amt sind. VON NAJIB KARIM
Rücktritt von Jason Arday : Der Cambridge-Professor, dessen Biografie mehr Wunder kennt als das Neue Testament Jason Arday wurde 2023 als jüngster schwarzer Professor an die Cambridge University berufen. Seine abgeschriebenen Arbeiten und erfundene Lebensgeschichte gerieten zunehmend in die Kritik. Nun ist er zurückgetreten – doch Cambridge verteidigte ihn bis zum Schluss. VON SHANTANU PATNI
Nach dem Anschlag auf den CSD : Eine verhängnisvolle Liaison Warum solidarisieren sich Teile der queeren Bewegung mit Kräften, die Homosexuelle in ihren Herkunftsländern verfolgen? „taz“-Redakteur Jan Feddersen über Widersprüche und merkwürdige Bündnisse. EIN GASTBEITRAG VON JAN FEDDERSEN
Film der Woche: „Die Odyssee“ : Licht und Schatten über Ithaka Es ist das Kinoereignis des Jahres: Christopher Nolans „Die Odyssee“. Durch ungünstig besetzte Nebenrollen geriet das Werk früh in die Kritik. Vor allem aber aus kommerziellen Gründen verschenkt Nolan die Chance, einen epochalen Film vorzulegen. VON URSULA KÄHLER
„Rape Gang Inquiry“ : Studie zeigt das Ausmaß der Massenvergewaltigungen in Großbritannien Eine mit Privatspenden finanzierte Untersuchung berichtet über die tausendfachen Vergewaltigungen britischer Mädchen durch meist pakistanischstämmige Männergruppen – und das jahrzehntelange Wegschauen der Behörden. VON ELISABETH DAMPIER
Die Attacke von Belfast : Eine Insel von Fremden In Belfast eskalierte nach einem Gewaltverbrechen die rasende Wut einheimischer Briten gegen Migranten in schweren Ausschreitungen. Ein friedlicher Meinungsstreit scheint immer schwieriger zu werden ausgerechnet in dem Land, das ihn früher wie kein anderes kultiviert hat. VON CHRISTIAN SCHNEE
Großbritannien : „Pure, kalte Wut“ – der Fall Henry Nowak Ein sterbender 18-Jähriger fleht um Hilfe – doch die Polizei legt ihm Handschellen an. Ein Mordopfer wird zum Täter gemacht. Der Fall Henry Nowak erschüttert Großbritannien und entfacht eine erbitterte Debatte über Identitätspolitik und die Rolle der Polizei: Denn die handelte auf Anweisung. VON CHRISTIAN SCHNEE
Vertuschte Vergewaltigung in Jugendzentrum : Neukölln ist Rotherham – nur auf Deutsch Ein Missbrauchsfall in Berlin, Behörden, die zu spät reagieren – und eine Debatte über Herkunft, Schweigen und Verantwortung. Der Neuköllner Fall erinnert manche Beobachter an Muster aus dem britischen Grooming-Gang-Skandal. VON TOBIAS HUCH
Antirassismus-Strategie der EU : Wie Brüssel versucht, auf zwei Hochzeiten zu tanzen Die EU will universalistische Grundsätze verteidigen – und baut zugleich ein Instrumentarium auf, das ohne Gruppenkategorien nicht funktioniert. Warum diese Doppelstrategie scheitern muss, zeigt ihre Anti-Rassismus-Strategie. VON FELIX NIKLAS BINDER