Beobachtungen zur schrumpfenden politischen Mitte Das Walross auf der Eisscholle Bei steigenden Außentemperaturen liegen politische Metaphern nahe, die biotopische Veränderungen beschreiben. Pegelstände sinken, Habitate trocknen aus, Nahrungsketten werden prekär. Erinnert dies nicht an die Verhältnisse im politischen Berlin? VON DOMINIK PIETZCKER
Er tat nicht, was er als Politiker predigte : Jens Spahn tritt zurück, sieht aber nichts ein Jens Spahn hat erkannt, dass er als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht länger tragbar ist. Er hat sein Amt niedergelegt. Tut aber so, als habe er nichts falsch gemacht und wäre ein Opfer. Kanzler Merz dürfte nicht allzu traurig über den Abgang sein. VON HUGO MÜLLER-VOGG
Die Zukunft der Union : Wüst wäre die unmögliche Wiederholung von Merkel Die Wunschvorstellung in manchen Unionskreisen, Hendrik Wüst möge der Kanzlernachfolger werden, ist ein Nachhall des Merkelismus. Wer wissen will, woran man mit Wüst (und Söder) ist, lese ein Positionspapier von 2007 – und vergleiche es mit dem, was kam. VON FERDINAND KNAUSS
Kommunalwahlen in Großbritannien : Desaster für Labour Massive Verluste in England, Schottland und Wales erschüttern die Labour-Partei von Premier Keir Starmer. Während die Konservativen ebenfalls abstürzen, feiert Nigel Farages Reform UK einen spektakulären Durchbruch. Das Vertrauen in das politische Establishment zerbricht. VON CHRISTIAN SCHNEE
Kommunalwahlen in Frankreich : Stimmungstest mit nationaler Sprengkraft In Frankreich finden am Sonntag Kommunalwahlen statt. Es geht nicht nur um lokale Macht, sondern indirekt auch um Einfluss im Senat. Zerstrittene Linke, RN-Hoffnungen und ein offenes Rennen um das Pariser Rathaus prägen die Municipales 2026. VON CAROLINA KAUBE
Großbritanniens Rechte verliert die Geduld : Farage reicht nicht mehr Rupert Lowes „Restore Britain“ will das sein, was Reform UK angeblich nicht mehr ist: kompromisslos. Die Zersplitterung rechts von seiner Partei lässt Nigel Farage vergleichsweise moderat erscheinen – doch die neue Konkurrenz könnte ihm den Weg nach Downing Street verbauen. VON SHANTANU PATNI
Das Ende des 20. Jahrhunderts : Warum die Wokeness das letzte Kapitel des Liberalismus ist Aus Angst vor dem Totalitären hat der Westen eine Ideologie geschaffen, die alles Verbindende zersetzt. Wokeness ist ihr Endstadium – und die Liberal-Konservativen sind zu schwach, um sie aufzuhalten. VON NOAM PETRI, DAN PETRI UND RON PETRI
Tyrannei der Mitte : Die linksliberale Erfindung des „modernen Konservativen“ Die Berliner Republik will die Republik der Mitte sein, und was die Mitte ist, entscheiden Linke und Liberale. Konservative werden nur geduldet, solange sie keine eigene Meinung artikulieren. Sie müssen endlich bereit sein, Normen zu setzen und Sprache zu prägen. VON DAVID MÜLLER
Ex-Innenministerin Suella Braverman : Zu hoch gepokert Der Fall Braverman birgt eine Lektion für alle Konservativen. Das Migrationsproblem gehört angepackt. Im rhetorischen Überbietungswettbewerb braucht man sich dennoch nicht von jeglichem Anstand zu verabschieden. VON SHANTANU PATNI
Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso : Die Schutzheilige der Gastwirte Madrids konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hat sich zur heimlichen spanischen Oppositionsführerin aufgeschwungen – und strebt einen Regierungswechsel an. Denn am 23. Juli wird in Spanien gewählt. VON UTE MÜLLER
Candace Owens : Nichts zu verlieren Die Aktivistin Candace Owens steht für eine neue Generation rechtskonservativer Meinungsmacher in den USA: jung, schwarz, hipp – und trotzdem für die Republikaner. VON BEN KRISCHKE
Parlamentswahl in Griechenland : Erdrutschsieg der Konservativen Zwar haben die Konservativen die Parlamentswahl in Griechenland klar gewonnen – und die Linkspartei Syriza ist abgestürzt –, doch für die absolute Mehrheit reicht es nicht. Die Griechen richten sich auf einen weiteren Urnengang ein. VON CICERO-REDAKTION
Manuel Hagel : Eintopf für alle Manuel Hagel war mal ein Merkel-Kritiker, der sich für die CDU mehr konservatives Profil wünschte. Um Ministerpräsident in Stuttgart zu werden, erfindet er sich neu. VON VOLKER RESING
Pro und Contra: Soll der Begriff „bürgerlich“ ins Grundsatzprogramm der CDU? : Pro: Der Kern unserer Politik Die Christlich-Demokratische Union will sich ein neues Grundsatzprogramm geben. Gestritten wird noch darüber, ob darin das „Bürgerliche“ als eine der Säulen der CDU betont werden soll. Auf jeden Fall, meint der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban. Denn bürgerlich sei jeder Mensch, der nicht zuerst nach dem Staat fragt, sondern im Sinne von Freiheit, Eigenverantwortung und Gemeinsinn leben will. VON TILMAN KUBAN
Pro und Contra: Soll der Begriff „bürgerlich“ ins Grundsatzprogramm der CDU? : Contra: Eine rein beliebige Zuschreibung Die Christlich-Demokratische Union will sich ein neues Grundsatzprogramm geben. Gestritten wird noch darüber, ob darin das „Bürgerliche“ als eine der Säulen der CDU betont werden soll. Nein, meint der Sozialpolitiker Matthias Zimmer: Der Begriff sei zu unbestimmt, emotional aufgeladen und grenze aus. Morgen antwortet ihm an dieser Stelle der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban. VON MATTHIAS ZIMMER