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Seit wann sind Rebellen rechts? / dpa

Corona und das politische Spektrum - Linkes Virus, rechtes Virus

Corona unterscheidet nicht zwischen links und rechts. Die Herangehensweise an das Virus unterscheidet sich aber maßgeblich je nach Verortung auf dem politischen Spektrum. Aber warum eigentlich? Warum sind Rechte jetzt Rebellen und Linke verteidigen die staatliche Ordnung?

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Viren sind politisch neutral – könnte man meinen. Viren sind nicht links und Viren sind nicht rechts. Viren machen auch nicht Halt vor politischen Gesinnungen. Sie befallen Sozialisten und Konservative, Links-Liberale und Rechts-Liberale und was es sonst noch so alles an Bindestrichideologien gibt. Weltanschaulich anfälliger sind hingegen die politischen Maßnahmen, die gegen eine Pandemie ergriffen werden. Schon die Frage, wann eine Pandemie eine Pandemie ist, ist immanent politisch. Ganz zu schweigen von den Verordnungen, mit denen ein Staat versucht, eine Pandemie einzudämmen.

Doch Hand auf’s Herz. Was sind eigentlich linke und was sind rechte Maßnahmen zur Eindämmung einer Pandemie? Sind strenge Ausgangssperren links? Oder sind sie rechts? Wie sieht es mit Ladenschließungen aus? Oder mit dem Verbot kultureller Veranstaltungen? Allein, dass eine politische Einordnung solcher staatlichen Interventionen schwerfällt, ist bezeichnend. Und zeigt, wie sehr die ideologischen Felder im Fluss sind. Denn noch vor wenigen Jahrzehnten wäre sonnenklar gewesen: Autoritäre obrigkeitsstaatliche Maßnahmen sind konservativ. Und die Linke ist antiautoritär und staatsskeptisch. So ändern sich die Zeiten.

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Annette Seliger | Sa, 19. Dezember 2020 - 09:14

Das Virus überträgt sich beim Shoppen (nicht beim Einkaufen von Lebensmittel), beim Essen im Restaurant (nicht in der Kantine oder auf dem Weg dorthin im überfüllten ÖPNV). Das Virus überträgt sich beim Friseur.

Denn warum sollte man ansonsten diese Bereiche schließen? Um die Zahl der Kontakte zu reduzieren?

Was ist wenn aber die Übertragung des Virus hauptsächlich am Arbeitsplatz passiert? Dies ist dem Virus untersagt, denn ansonsten würde unsere Wirtschaft vollends kollabieren.

Wir sind gefangen in einer absurden Regierungspolitik, und die 4. Gewalt versagt wie schon bei der Migration.

Wobei wir beim Thema von Herr Grau wären. Merkel wurde im Kommunismus einer Einheitspartei, die immer Recht hatte, sozialisiert. Sie genoss eine hervorragende Ausbildung in Agitation und Propaganda und dieses Wissen setzt sie natürlich ein. Der alternativlose, sprich sozialistische Regierungsstil ist Stil einer jeden sozialistischen Diktatur und es normal das man in einer Demokratie aufbegehrt.

Neben Frau Merkel, versteht sich. Diese 4. Gewalt berichtet doch tatsächlich noch immer nicht in Ihrem Sinne. Dabei bemühen Sie sich täglich, den Menschen die Angst (oder die Vorsicht?) vor Corona auszureden. Mit freundlicher Unterstützung der mittlerweile weltweit bekannten Daten der BW-Gesundheitsbehörden und Ihren Interpretationen, wonach selbst 80jährige angeblich kaum gefährdet sind.

Die Realität ist selbstverständlich eine andere.

Sie geben ein gutes Beispiel dafür ab, wie Merkel-Hass und Corona-Verleugnung sich vereinen. Die politische Rechte - auch zu sehen in diesem Forum - kündigt ja ständig die große Abrechnung an. Dabei soll jetzt wohl Corona behilflich sein und das schaffen, was das frühere Dauergerede von wegen "Umvolkung" nicht geschafft hat.
Irgendwann, so die offensichtliche Hoffnung, soll das "Volk" (das wirkliche, nicht das sich dafür ausgebende...) Merkel & Co aus dem Amt jagen. Auf der Strasse, oder an der Wahlurne.
Nur: Darauf können Sie aber lange warten.

Walter Bühler | Sa, 19. Dezember 2020 - 09:55

... wenn man etwas älter ist, erinnert man sich daran, dass nicht nur die kommunistische, sondern auch die sozialdemokratische Linke dem Staat stets eine große Autorität zugewiesen hat, und zwar gerade beim Kampf gegen den historischen Faschismus.

Der Traum von Gleichheit und von herrschaftsloser Freiheit steht zwar am Anfang jeder demokratischen oder sozialen Revolte, die die Welt verändern will, aber klugen Linken wird schnell klar, dass die Revolte kein Dauerzustand für den Menschen sein kann.

Konservative Politik geht von der Erfahrung aus, dass das Individuum wenig an den vorhandenen Strukturen ändern kann, die durch die Geschichte oder durch die Natur dem Menschen vorgegeben sind. Dies führt teilweise zur völligen Identifikation mit konkreten Formen staatlicher Herrschaft und Gewalt, wie im Imperialismus und Faschismus. Manchmal führt es aber auch zur "Demut", zu einer "religiösen" Haltung, sich in das Unvermeidliche zu schicken.
Im Cicero wird sie gerade wieder interessant.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 19. Dezember 2020 - 10:18

Wieder einmal eine sehr gute Analyse von Ihnen. Man kann darüber streiten, ob das „Fahren auf Sicht“ der richtige Weg ist, oder ob „Vorausschau“ besser wäre. Genauso kann darüber gestritten werden, ob alle Maßnahmen geeignet sind und damit - wie es unser Bundestagspräsident sagte – auch Dinge umgesetzt werden, die man schon lange wollte, aber sich früher nicht getraut hat (z. B. Schuldenunion, EU-Steuern usw.).
Ich wünsche Ihnen, dem Cicero-Team und allen Mit-Kommentatoren ein frohes Fest, einen guten Rutsch und vor allem ein gesundes und friedliches neues Jahr. Ich wünsche mir, dass die Artikel weiterhin ausgewogen und die Kommentare so vielfältig bleiben.

Norbert Heyer | Sa, 19. Dezember 2020 - 10:58

Die Diskussion hier bei Cicero über das alles andere verdrängende Thema ist überwiegend von Sachlichkeit, aber auch berechtigter Skepsis geprägt. Ich störe mich ganz stark an dem Begriff „Leugner“. Das sind Leute, die eine Tatsache nicht wahrnehmen. Das Klima und das Virus - das kann man nicht leugnen, sie sind vorhanden - aber man darf - ich meine sogar muss - ihnen skeptisch begegnen. Genau das wollen die Befürworter des bisherigen Weges aber nicht und stellen Kritiker mal wieder in die bewährte Schmuddelecke. Warum durften Friseure bei der ersten Vollbremsung weiterarbeiten, Fußpflege war verboten, jetzt ist es umgekehrt - warum? Darf man da nicht nachfragen? Warum waren Masken zuerst unwirksam? Am Flughafen Dortmund kam es zu Menschenansammlungen, die über Weihnachten in die Heimat fliegen, nach
ihrer Rückkehr müssen sie nicht in Quarantäne? Clan-Beerdigungen mit 300 Trauernden sind möglich? Warum? Verstossen solche Fragen gegen die Korrektheit? Krankheit kennt keine Unterschiede

Christa Wallau | Sa, 19. Dezember 2020 - 11:23

Corona bringt gleißend ans Licht, was längst Realität ist in DE: Probleme werden nicht ehrlich u. ergebnisoffen in den Parlamenten besprochen u. vernünftig (= in erster Linie dem Gemeinwohl der Deutschen dienend) gelöst, sondern möglichst lange vertuscht, dann ideologisch beschönigt bzw. aufgebauscht u. anschließend mit sehr viel (virtuellem) Geld zugekleistert, nachdem die entsprechenden Lobbyisten vorher ganze Arbeit geleistet haben.
Der gesamte Pflege- u. Gesundheitsbereich wurde
unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten "umstrukturiert". Menschlichkeit u. Gerechtigkeit gegenüber denen, die den Staat maßgeblich stützen u. erhalten, gingen dabei verloren.
Z u s ä t z l i c h holt unsere Regierung - ohne Not! - uns Bürgern jede Menge neuer Probleme ins Haus (wahllose Migranten/ Zerstörung der Autoindustrie usw.).
Und da soll jetzt in dieser speziellen Corona-Krise - außer dem gemeinsamen Wunsch, nicht krank zu werden - noch irgendeine Einigkeit in der Bevölkerung bestehen???

gegenüber denen, die den Staat maßgeblich stützen u. erhalten, gingen dabei verloren."
Ergänzend zu bemerken, Besonders schäbig, wenn Großkonzernen im Restaurant-Gewerbe 75% des Vorjahres- Umsatzes (nicht Gewinn!) erstattet bekommen (siehe Lanz/Carsten Linnemann-Gespräch/2.Dez.)und nicht mal Steuern in DE zahlen.
Und andererseits alte Menschen, welche DE aufgebaut,brav ihre Steuer bezahlt, im Stich gelassen werden.
Scheinbar blenden, die Entscheidungsträger völlig aus, dass sie auch mal alt werden. Andererseits werden sie sich private Pflege leisten können. Der Steuerzahler/ Wähler macht`s möglich!

Ernst-Günther Konrad | Sa, 19. Dezember 2020 - 11:26

Ich denke mal, die alten Einteilungen gelten so nicht mehr. Je nach Thema und Einstellung zu demselben, kann man heute überall verortet werden. Nur eines ist derzeit sicher. Regierungskritik ist rechts - ist rechts extrem - ist rechtsradikal - ist AFD - ist Nazi. Die Mittel und Waffen deren sich Kommunisten und Faschisten bedient haben und derzeit wieder bedienen sind letztlich gleich. Unterdrückung jeglicher Kritik mittels Indoktrination, gezielten Falschmeldungen und Falschaussagen, skandalisieren, medial an den Pranger stellen, soziale Ächtung herbeiführen, gesellschaftlicher Verhaltensdruck aufbauen, verbieten und medial lenken. Es gäbe da noch vieles mehr, an "Waffen" extremer Ideologie. Die Linken haben es derzeit leichter, weil die Regierung ihr "gewogen" scheint und sie auch finanzielle Unterstützung und offene Zuneigung -Esken ist ANTIFA- öffentlich erfahren. Bei 92% Journalisten links-grün besteht großer Rückhalt. Ich bin rechts im Sinne konservativ-liberal und jetzt?

Im Laufe der vielen Jahre hier im C. sind unsere Gedanken, werter Herr Konrad ziemlich auf gleicher "Welle"....
Aber auch die anderen Kommentare hier spiegeln mein Fragen & Hinterfragen sowie Einschätzungen wieder & ich hoffe auch ein wenig, dass bei so kleinen aber "Besonderen" Kommentaren/ Gedankengänge auch ein kleiner Funke "Initialzündung" mit nach draußen im den Äther einen Empfänger findet. Denn der der "Weißheit letzter Schluß" hat man noch nicht entdeckt.
Mein politisch-gesellschaftlicher Wunsch für 2021 an die Zentralen der Macht wäre, endlich mal bitte mit Respekt & Demut sich Problemen zu widmen, indem man andere zuhört & nicht diffamiert/ verleumden & im fairen" Schlagabtausch"/ Diskussion, wo es um die Sache & nicht der redeten Person geht. Und bitte mehr Zahlen/ Statistiken in hoher Qualität, damit Wissenschaftler ALLER Richtungen was anfangen können.

Keine Ahnung lieber Herr Konrad! Jedenfalls fallen wir beide da durch das heute gängige politische Raster;) Wie wäre es mit politisch nicht mehr einordbar oder einhegbar? Egal, rechter Stempel drauf und fertig! Diese Art der Entledigung jeglicher Kritik oder Gegenmeinung kennen wir doch nun mit Ausnahme unseres Forums und dem Cicero, wo solches noch erlaubt ist, zur Genüge. Als Wählerin tauge ich nach Aussage sämtlicher Altparteien auch nicht mehr mit meinem offensichtlich rechtslastigen Gedankengut und sie verzichten daher gern auf meine Stimme. Das ich ein Problem damit habe als so ausgemachte Nichtdemokratin was kommende Wahlen betrifft interessiert eh keinen unserer Politiker. Genauso wenig wie meine unmaßgebliche Erwartung, die ich umgekehrt bisher an diese hegte. Also werde ich der Dinge harren und der Erkenntnis folgen, "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient". Bleiben wir trotzdem munter! Zumindest bis meine Thesen von mindestens 3-4 Mitkommentatoren bestätigt werden;)LG

wie Antifaschismus (ANTIFA) wieder zu einem Schimpfwort wird.Ähnlich wie Bolschewist, hätte ich mir nicht träumen lassen. Sicherlich wird dieser Ehrentitel "Antifaschist" von Unbedarften angemaßt, weil die allermeisten wohl kaum dazu in der Lage wären und den Mut aufbrächten, einen realen Faschismus zu bekämpfen. Ich würde deshalb sog. ANTIFA oder Solon-Antifaschist vorschlagen, es sei denn, man ist bekennender Faschist, wie einige in der AfD. Ok, einer wurde rausgeworfen oder kaltgestellt, als es nicht mehr zu verheimlichen war.

Frohe Weihnachten!

... in links- und in rechtsdrehende Milchsäure stecken ... die öffentlich-rechtlichen Wissenschaftsredakteure wissen sicher schon den Unterschied: Böse enden kann es nur bei der einen...
Mal ein Späßchen in der doch so trüben Adventszeit 2020 ;)

Die von Ihnen zitierten 92% beziehen sich auf eine NICHT repräsentative Umfrage unter ARD-Volontären! Darauf wurde vor einigen Wochen auch im Cicero (ich glaube, von Herrn Marguier) hingewiesen. Sie machen daraus 92% aller Journalisten.
Was soll das?!
Zum Thema selbst ist zu sagen, dass praktisch überall mehr oder minder strenge Lockdowns verhängt werden, und zwar nicht von den Medien sondern von totalitären Regimen (z. B. China), autoritären Regimen (z. B. Russland), national-konservativen, liberalen und sozialdemokratischen Regierungen - in allen möglichen Koalitions-Konstellationen. Auch Herr Kurz in Österreich hat gerade den dritten Lockdown angekündigt, für nach Weihnachten. Nur in den USA scheint sich die Regierung nicht dafür zu interessieren, dass man dort jeden Tag Tote in der Größenordnung von 9/11 verzeichnet. Im Zweifel stirbt jeder irgendwann mal, nicht wahr, Herr Konrad?

Uffbasse!

gabriele bondzio | Sa, 19. Dezember 2020 - 11:28

Da bin ich doch lieber, Herr Grau, eine Frau mit konservative Werten. Allerdings hapert es sehr an Obrigkeitshörigkeit, die ja Gehorsam, Disziplin und Entsagung einschließt. Diese Werte lebe ich eher familiär.
Für Autonomie und freie Selbstentfaltung trete ich gerne ein.
„Linke glauben an die Gleichheit aller Menschen und das historische Ziel, diese Gleichheit auch herzustellen.“...bin nicht überzeugt, dass alle Menschen gleich sind. Sondern nur unter Dauer- Zwang auf diese Ebene gehoben werden können, eben in Form kollektiver Einschränkung. Immerhin kann ich ja auf 30Jahre gelebtenSozialismus zurückblicken. Hier waren auch nicht alle gleich, die sozial. Funktionäre waren (z.B) viel gleicher! Unternehmer und findige Leute hatten auch aus ständigen Konsumengpässen weit mehr Vorteile. Und sehen sie, Herr Grau, das gleiche Spiel fängt von vorne an.

"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont" (K.Adenauer)

Werner Gottschämmer | Sa, 19. Dezember 2020 - 12:03

„Warum sind Rechte jetzt Rebellen und Linke verteidigen die staatliche Ordnung?“

Also Herr Grau, ich denke die Auflösung sollte klat sein, auch Ihnen!?

Geklaut!!!
"Der Rechte ist nur erträglich, wenn er gebildet ist – der Linke nur, wenn er es nicht ist."

gerhard hellriegel | Sa, 19. Dezember 2020 - 12:12

Autorität oder autoritär, gleich, ungleich, Obrigkeitsstaat, Institutionen, Herrschaftsstrukturen, Tradition, Gehorsam, Disziplin, Entsagung?
Ich halte mich für eher links, aber bei all diesen Themen denke ich: kommt darauf an. So einfach kann ich mich da nicht entscheiden. Fordere Diskussion. :-)
Aber es geht doch gar nicht um diese eher philosophischen Themen. Das sind Ersatzdiskussionen.
Die Gretchenfrage jedenfalls für Linke ist die wirtschaftliche Ordnung. Natürlich benötigt jede Gesellschaft eine Kapitalfunktion.
Aber zwischen Privat- und Staatskapitalismus muss es noch einen dritten Weg geben. Vielleicht genossenschaftlich, vielleicht differenzierter.
Beanstandeter "Steuerungswahn" und "Vorschriftsexzesse" ist doch nur die misstrauische Antwort auf die Wirtschaftsakteure.
Was die Wirtschaft angeht, sind wir nach wie vor in der Rolle der Südstaaten. Bis in die Argumente hinein.

Carola Schommer | Sa, 19. Dezember 2020 - 13:20

Dass die Linken die zur Zeit bestehende Ordnung verteidigen und die Rechten dagegen opponieren heißt doch nichts anderes, als dass die zur Zeit bestehende Ordnung links bzw. schon tendenziell sozialistisch ist. Und dagegen stellen sich die Liberalen und Konservativen.
Leider kann die jetzige Oppositionsmeinung nicht auf Toleranz des linken Mainstreams hoffen, da eben jener sich gerade durch erzwungene Gleichheit auszeichnet. Dementsprechend ist eine andere Meinung nicht erwünscht und wird bekämpft.
Wie gut haben es dagegen doch die Linken gehabt, die bei einem herrschenden liberal-konservativen Weltbild immer auch auf Toleranz der Konservativen bauen konnten.

Bernd Muhlack | Sa, 19. Dezember 2020 - 15:15

Richtig, das Virus ist wohl politisch neutral.
Es sucht sich seine Opfer sogar unter Präsidenten, Staatschefs.

Ob des Themas werden sicherlich wieder die üblichen Debatten geschlagen werden, obwohl doch qua des Artikels von Frau Hildebrandt zum Tode des AfD-Politikers Hänisch (?) im Forum bereits alles gesagt wurde.
Folglich gebetsmühlenartige Wiederholungen, Beschuldigungen.
Was solls.

Die Parfümerie-Kette Douglas ist jetzt auf eine clevere Idee gekommen: die Manager, Juristen behaupten, Douglas sei ja auch eine Drogerie, folglich greife für sie der Lockdown nicht!
Eine ähnliche Argumentation beim Möbelhaus XXXLutz.
"Gute Leute muss man haben, gute Leute!"
(Der Kaleu im genialen Film "Das Boot")
Ob das klappt?

Corona wird inzwischen als Vehikel für jedweden Unsinn, als Rechtfertigung der grenzdebilsten Einstellung, Ideologie mißbraucht.
"To be with us, or against us, there is no in between!"
Ein must-have für jeden POTUS!

In diesem Sinne Alles Gute und bei Bedarf ne Maske, okay?!

Markus Michaelis | Sa, 19. Dezember 2020 - 17:02

Ja, alles ist immer im Fluss und voller Widersprüche und Herrschaftskritik ist im Moment (neben Kapital) in D eher Linkenkritik. Ein Teil des "Problems" ist der ganz normale Vorgang, dass die staatstragenden Strukturen logischerweise immer die staatstragenden Strukturen stützen - das hat zum Teil einfach mit Gruppenzugehörigkeiten und Systemresilienz zu tun, weniger mit konkreten Inhalten.

Was die Inhalte betrifft, sind im Moment angesagt: eine globale Menschheit, universelle Werte für eine Menschheit, Probleme nur global lösen, Gleichheit der Menschen, Erkennen und nicht nur Beseitigen, sondern Wiedergutmachen von Ungerechtigkeiten, Gefühle als Leitidee, in Deutschland natürlich die (Anti)Orientierung an den Nazis. Das ist nicht immer scharf links einzuordnen: Ungerechtigkeiten zu beseitigen ist ein Menschheitsmotiv, gerade auch für Rechte. In jedem Fall reiben sich diese Ziele an der Verschiedenheit der Menschen, die sich nicht leicht in so ein globales Schema pressen lassen.

Jens Böhme | Sa, 19. Dezember 2020 - 17:37

Wieso kommen die Grippe-Viren in den kühlen Jahreszeiten wieder, obwohl in Frühling und Sommer kein Viruspotential vorhanden? Was machen die Viren in der Mitte des Jahres? Urlaub? Stellen sich tot? Regenieren oder verbessern sich für kommende Aufgaben? Wo sind die Viren über Frühling und Sommer? Fragen, die sich niemand jahrzehntelang stellte. Und beim Corona-Virus erst recht nicht. Da wird gleich ein Doppelkobolz geschlagen: man erfindet innert Monaten viele Impfstoffe, die gesund halten und niemanden sterben lassen. Ich wäre sehr sauer, wenn man der Menschheit einen ebenso sicheren Grippeimpfstoff seit Jahrzehnten vorenthält. Die jährlichen Grippetoten mit Lungenentzündungen mit und ohne Impfung hätten es nicht verdient, so behandelt zu werden.

Manfred Sonntag | So, 20. Dezember 2020 - 15:18

Abweichende Meinungen werden immer stärker stigmatisiert, und das mit der geballten Kraft von linksliberaler Politik und Medien. Wobei das alles nicht "links" ist, sondern pseudolinks. Nancy Fraser im Philo. Mag. 06/2018 hat Recht,. Linke & linksliberale Eliten sind nur noch ein Feigenblatt für die Raubzüge des Kapitals. Wer verdient denn an so einem Lockdown? Amazon, Google & Co. bei minimalsten oder 0 zu zahlenden Steuern. Ich denke, Front National in Frankreich und die AFD in Deutschland sind der traditionellen linken Wählerschaft näher als die Linke selbst. Die Linke und alle ihr zugehörigen Institutionen und Parteien sind heute erzreaktionär. Sie verachten mit ihrer diskriminierenden Identitätspolitik alles traditionell linke Gedankengut. Rotrotgrün hat sich mit Schwarz verbündet und versucht jeden Andersdenkenden als Rechten darzustellen, der sie eigentlich selbst sind.
Allen einen schönen 3. Advent
wünscht Manfred Sonntag