Politische Kultur - Der Konservative, ein Auslaufmodell?

Tugenden wie Pflichtgefühl, Ausdauer oder Standhaftigkeit scheinen in der spätkapitalistischen Gesellschaft nicht mehr gefragt zu sein. Aber nicht nur deshalb finden sich Konservative als Beobachter am Spielfeldrand wieder. Was bedeutet das für die Debattenkultur?

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Ist konservativ sein out? / picture alliance

Autoreninfo

Bernd Stegemann ist Dramaturg am Berliner Ensemble und Professor an der Hochschule für Schauspiel (HfS) Ernst Busch. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Die Moralfalle – Für eine Befreiung linker Politik“, Berlin 2018, Matthes & Seitz.

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Bernd Stegemann

Arnold Gehlen fasste 1969 in seinem Buch „Moral und Hypermoral“ die konservative Gesinnung in einem bemerkenswerten Satz zusammen: „Der jedermann zugängliche Weg zur Würde sei, sich von den Institutionen konsumieren zu lassen, mit einem Wort: Dienst und Pflicht.“ Schon damals räumte er ein, dass eine solche Aussage wohl nur noch Unverständnis hervorrufen würde.

Doch eine bessere Definition konservativer Werte wird in einer bürgerlich spätkapitalistischen Gesellschaft schwer zu finden sein. Der Begriff des „Konservativen“ hat wie alle anderen Wertzuschreibungen nicht zu allen Epochen den gleichen Gehalt. Der Konservativismus eines Monarchisten, der sich gegen die Demokratie stemmt, ist ein anderer als derjenige eines Zeitgenossen, der sich dem Dienst an einer Institution verpflichtet fühlt. Ersteren kann man nur noch milde belächeln, über den zweiten lassen sich einige Überlegungen anstellen.

Wo fängt die Unterordnung an?

Welche Institutionen sind es wert, ihnen zu dienen? Wo hört das Dienstverhältnis auf, und es beginnt die gedankenlose Unterordnung? Wo gilt der lateinische Spruch: „Serva ordinem et ordo servabit te?“ Und wo erdrosselt die Ordnung den einzelnen Menschen? Mit anderen Worten, wo ist Institutionenkritik notwendiger Bestandteil von gesellschaftlicher Entwicklung, und wo ist die Freiheit des Einzelnen gegen den Zugriff der Institutionen zu verteidigen?

Diese Fragen gehören jedoch seit vielen Jahrzehnten zum Kernbestand linker Politik. Konservative Stimmen haben sich diesen Mühen der Selbstkritik immer nur ungern unterzogen und scheinen in Zeiten, wo der Fortschritt immer schneller wird und seine Folgen immer unberechenbarer werden, schließlich damit aufgehört zu haben. Stattdessen haben sie sich in die Rolle des mahnenden Rufers begeben und sind von da aus immer weiter an den Rand der öffentlichen Auseinandersetzungen gedrängt worden. Im steten Kampf zwischen individuellen Freiheiten, allgemeiner Gleichheit und der Bewahrung des Bestehenden schienen sie abwechselnd genervt von der Fülle egoistischer Ansprüche, gehetzt von dem Tempo der Veränderungen und entkräftet von der Komplexität der Widersprüche einer postmodernen Gesellschaft.

Beobachter am Spielfeldrand

Die Erosion aller Bindungen, die die Postmoderne auszeichnet und die von ihren Chefdenkern aktiv vorangetrieben wurde, hat nicht nur das linksdogmatische Denken bis zur Ohnmacht dekonstruiert, sie hat vor allem die emotionale und hermeneutische Grundlage konservativer Lebensentwürfe untergraben. In einer Welt, in der es für jedes Ziel einen Zielkonflikt gibt und jeder Anspruch auf gleichberechtigte Gegenmeinungen trifft, wird die Pflichterfüllung schnell zu einer Attitüde, die vor allem als Abwehr ungeliebter Ambivalenzen wirkt.

Heute stehen die Konservativen meistens am Rande des Spielfeldes und schauen missgelaunt dabei zu, wie die Virtuosen der Vernetzung und der hypothetischen Wahrheiten keine Grenzen in der Steigerung der Komplexität zu kennen scheinen. So ist  zum Beispiel der aktuelle Aufstieg der Grünen vor allem dieser Temposteigerung zu verdanken. Sie stehen für ein erkennbares Thema, das gerade Hochkonjunktur hat, und jonglieren das Chaos der Zielkonflikte, das eine wirksame Umweltpolitik zur Folge hätte, so geschickt, dass niemand Angst vor konkreten Maßnahmen bekommen muss. Ihr propagierter Wert findet allgemeinen Applaus, um die Details sollen sich andere kümmern.

Ausdauernd und detailverliebt

Nicht wenige meinen, in dieser Arbeitsteilung den zeitgemäßen Stil einer konservativen Partei zu erkennen, denn die Bewahrung der Natur ist ein elementar konservativer Wert. Doch der Einschätzung, dass aufgrund eines Werte-Bekenntnisses die Grünen eine konservative Partei seien, muss deutlich widersprochen werden. Wenn man Gehlens Diktum ernst nimmt, ist es gerade nicht allein das Bekenntnis zu den Werten, das den Konservativen ausmacht, sondern seine Ausdauer und Detailverliebtheit, auch die schwierigste Aufgabe lösen zu wollen. Oder anders formuliert, dass die Grünen die Details hintenanstellen und sie genau damit erfolgreich sind, zeigt, wie sehr es der Gesellschaft gerade an konservativen Eigenschaften mangelt.

Vom aktuellen Randplatz der Konservativen aus scheint sich die Welt immer schneller zu drehen, und an konkrete Lösungen ist gar nicht mehr zu denken. Das macht wiederum vielen Menschen dort Angst, und ihre Zwischenrufe werden ärgerlicher, wenn sie nicht gar zu einem wütenden Bellen werden. So wird aus einer sich selbst zur Nutzlosigkeit verdammten Haltung eine Quelle von Frustrationen, die schließlich zu den toxischen Verfallsformen rechter Gesinnung führt. Wenn man den Konservativen in ihrem Niedergang etwas raten dürfte, dann wäre es, ein wenig dialektisches Denken zu wagen.

Opfer des eigenen Kleinmuts

Ihre gefühlte Ohnmacht und Wut sind Folgen ihres Randplatzes. Diesen haben sie aber nicht durch ein böses Schicksal zugeteilt bekommen, sondern er ist die Folge ihres Kleinmutes. Ihr Dienst an den Institutionen wurde durch drei historische Ereignisse entwertet: In den Kriegen des 20. Jahrhunderts hat sich jedes Dienstverhältnis radikal disqualifiziert. Emblematisch hierfür war die Aussage von Oskar Lafontaine, der Helmut Schmidt für seine Tugenden von Pflichtgefühl, Machbarkeit und Standhaftigkeit attestierte, dass man damit auch „ein KZ leiten könne“. Zum zweiten propagiert die neoliberale Ökonomie einen gesellschaftlichen Umbau, bei dem nicht mehr die Zuverlässigkeit oder die Erfahrung wertgeschätzt werden, sondern der flexible Mensch.

Jeder soll sich täglich den neuen Herausforderungen stellen, ohne dabei auf alte Lösungen zurückzugreifen. Die schöpferische Zerstörung gilt als Maß des Fortschritts. Wer auf Bewährtem beharrt, ist bald arbeitslos. Aus dieser Lage resultiert dann drittens der konservative Kleinmut, der die Eigenschwere der Institutionen vor allem zur Abwehr der Zumutungen einer permanenten Veränderung nutzt. Das Dienstverhältnis hat sich damit umgedreht und wird zu genau dem, was die Konservativen bisher an den Linken beklagt haben. Die ängstlichen Konservativen fragen nicht mehr, was sie für die Institution tun können, sondern sie gebrauchen deren Gewicht als Schutzschild für die persönliche Angst vor der Veränderung.

Vereinigung von Herr und Knecht

Der Konservatismus ist also zwischen die Mühlsteine einer aggressiven Innovation und der Entwertung aller dienenden Lebensverhältnisse geraten. Währenddessen hat der Liberalismus den Rückenwind aller globalen Befreiungsbewegungen genutzt, seien sie politische, kulturelle oder ökonomische Liberalisierungen. Beide Seiten sind inzwischen weit über das Ziel hinausgeschossen. Die Befreiungen des Liberalismus produzieren in Gestalt des Neoliberalismus ökonomische, soziale und klimatische Großkatastrophen in Serie. Und die Konservativen am Spielfeldrand ziehen sich immer weiter in die Rolle des unzufriedenen Nörglers zurück.

Und so sitzt heute eine Partei im Bundestag, die von sich selbst behauptet, sie sei das letzte Aufgebot des Konservatismus. Und damit spricht sie tatsächlich eine Wahrheit aus, wenngleich das Bild in einer ganz anderen Weise stimmt, als sie es gerne hätte. Denn die AfD ist das getreue Abbild der verzweifelten Lage, in die sich der Konservatismus gebracht hat: Wütende Zwischenrufe von der rechten Seitenlinie. Das Spiel machen hingegen andere, indem sie ihren jeweiligen Herren dienen, seien es die Interessen der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer oder der Natur, und in den meisten Fällen dienen sie allein sich selbst. Denn die Vereinigung von Herr und Knecht in einer Person entspricht dem aktuellen Menschbild im Spätkapitalismus, das den Unternehmer seiner Selbst propagiert. In einer konservativeren Zeit hätte man hierin wohl eine narzisstische Störung erkannt, heute ist es der Weg zum Erfolg.

Von der Postmodernde vereinnahmt

Wem hingegen die AfD dient, ist nicht herauszubekommen, da ihre Abgeordneten vor allem ihrer idiosynkratischen Wut folgen. Dass diese dann mit dem altgriechischen Begriff des „thymos“ zu einer wertvollen politischen Kraft geadelt werden soll, täuscht nur unzulänglich über das ideologische Vakuum hinweg. Denn wenn die Wut ihr eigener Inhalt wird, ist sie die gleiche Spielerei wie alle die anderen postmodernen Selbstreferenzen, wo etwa der Klang der Stimme zum Inhalt der Rede wird. Man möchte den selbsternannten Konservativen hier zurufen, dass solche Spielarten von Egozentrik doch einst als größter Fehler einer narzisstischen Gesellschaft galten und vor allem den Linken vorgeworfen wurden. Die Pointe besteht also darin, dass die Konservativen vollständig von der Postmoderne vereinnahmt worden sind. Ein bemerkenswertes Paradox, das aufzulösen bisher noch niemandem gelungen ist.

Was also aktuell im politischen Spektrum fehlt, ist der Bereich, wo einst die ernsthafte Besonnenheit zu Hause war. Wo sind im öffentlichen Raum die konservativen Stimmen, die auf der Höhe der Komplexität operieren und nicht bei den Ritualen der allgemeinen Empörung mitheulen? Wer die beiden hitzigsten Debatten der letzten Jahre verfolgt hat, die Migrations- und die Umweltkrise, der hat wenig Hoffnung, dass mit den Methoden der populistischen und moralischen Zuspitzung gesellschaftlicher Fortschritt zu erzielen ist. Wenn die eigene politische Meinung nur noch im Modus der absoluten Gültigkeit vorgebracht werden kann und jede Gegenmeinung als böse und menschenfeindlich gebrandmarkt wird, eskaliert der Streit um die Sache immer schneller zu einem Kampf zwischen Feinden.

Theater egozentrischer Besserwisser

Und wenn nicht wenige meinen, sie könnten die Missstände der Welt dadurch beheben, dass sie zuerst einmal die Worte verbieten, mit denen das Übel benannt werden kann, so verweigern auch diese Anhänger einer politisch korrigierten Sprache die Mitarbeit an der Verbesserung der Welt und richten sich stattdessen im Einklang ihrer Community ein. Und wenn jeder Widerspruch im Modus des Moralisierens ausgetragen wird, gerät die öffentliche Kommunikation immer mehr zu einem Theater egozentrischer Pöbler und Besserwisser. Die wenigen Stimmen, die sich hiervon nicht anstecken lassen, könnten von links bis rechts eine Portion Gehlenscher Leidenschaft für den Dienst gebrauchen, was nichts anderes hieße, als die Probleme ernst zu nehmen und die eigenen Fähigkeiten für die Arbeit an einer Lösung zur Verfügung zu stellen.

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Der Text „Konservative, außer Dienst“ von Bernd Stegemann ist erschienen im Band „konservativ?! – Miniaturen aus Kultur, Politik und Wissenschaft“, Duncker & Humblot, Berlin

 

 

 

gabriele bondzio | So, 27. Oktober 2019 - 10:45

Das Zitat sollte den Bundestag in großen Lettern schmücken. Im Sinne, dass menschliches Leben Struktur und Ordnung braucht.Was ich nicht unbedingt als überragend konservativ bewerten würde. Darauf beruht ja auch der stillschweigende Vertrag des Bürgers mit seiner Regierung im Lande. „Ich, der Staat ziehe von dir, dem Staatsvolk, Steuern und Abgaben ab und sichere dir, dem Staatsvolk, im Gegenzug einen geordneten und sicheren Staat zu.“ Ein derart fixierter Rahmen gesetzlicher Ordnung, der dem Bürger in seiner Privatheit, größtmöglichen Spielraum für die persönliche Lebensgestaltung zugesteht, ist das Mindeste einer Demokratie. Nicht irgendwelche hochmoralischen Ansätze, die sich nebenher(Realität) in Luft auflösen, weil sie sich auch gegenseitig beißen. „In den meisten Fällen dienen sie allein sich selbst.“ Was man bei den Grünen, die langsam vom Ast der Euphorie herabsteigen, sehr gut sehen kann. Leider ist schon sehr viel Porzellan zerschlagen.
Und jetzt gehe ich wählen!

Gisela Fimiani | So, 27. Oktober 2019 - 13:12

Sämtlichen Polit-Akteuren sei Karl Poppers letzte Veröffentlichung: „Alles Leben ist Problemlösen“, dringend anempfohlen. Als Demokratie-Verteidiger wirbt Popper für Besinnung, Besonnenheit, für ein kritisch rationales Denken. Der Demokrat ist, gemäß Popper, der Wahrheit und der Wirklichkeit verpflichtet. Deshalb sollte er sich in Demut und Selbstkritik üben, denn wir alle können jederzeit irren. Hier liegt der Schlüssel zur Erkenntnis und Vermeidung aller Ideologien, aller utopistischen Versprechen, allen Betruges am Bürger. Pflicht-und Verantwortungsbewusstsein sind bei Popper positiv konnotiert, wie auch die Mühe der Standhaftigkeit, der es zur Problemlösung, zur Machbarkeit bedarf.

Hans Jürgen Wienroth | So, 27. Oktober 2019 - 15:12

Früher sagte man: Wenn‘s dem Esel zu gut geht …
Der „Neoliberalismus“ bietet uns für komplexe Themen einfache Lösungen an. Sucht keine Probleme, die nicht offensichtlich sind, ist die neue Maxime. Damit lässt sich keine Zukunft gestalten. Bewährtes wird über Bord geworfen und durch eine „Moderne“ ersetzt (von der man allerdings keine Vorstellung hat, wohin sie die Gesellschaft führt). Die Welt wird zum Experimentierlabor. In der „Überflussgesellschaft“ können wir uns das angeblich leisten.
Konservatismus will „bewährtes“ halten, bis das Neue überzeugt hat. Damit kann man „zu spät kommen“. VW z. B. kam bei neuen Trends oft spät, allerdings dann erfolgreich. War das schlecht, abgesehen vom Dieselbetrug, der nicht hätte geschehen dürfen? War der Betrug nicht einfacher als die Lösung komplexer Vorgänge und damit auch Ausdruck des „Neoliberalismus“?
Naturwissenschaften sind offenbar nicht mehr gefragt. Google gibt einfachere Antworten, leider auch mit viel Ideologie statt Argumenten.

Jürgen Keil | So, 27. Oktober 2019 - 15:40

Ein langer Text und ein zu komplexes Thema, um erschöpfend die Thesen dieses Denkspiels hier zu kommentieren. Nur zwei Aussagen:
1.„Sie (die Grünen) … jonglieren das Chaos der Zielkonflikte, das eine wirksame Umweltpolitik zur Folge hätte, so geschickt, dass niemand Angst vor konkreten Maßnahmen bekommen muss.“ Wenn Herr Stegemann vor der unwissenschaftlichen, hysterischen Herangehensweise und den überstürzten „Klimarettungsmaßnahmen“ der Grünen keine Angst hat, dann kann das nur daran liegen, dass er vielleicht, wie manche Künstler, zu physikalischen und technischen Zusammenhängen wenig Zugang hat.
2.Über Alfred Dregger wurde vor kurzem hier auf Cicero geschrieben:
„Konservativ zu sein hieß für ihn, Bewahrenswertes zu pflegen und allem Neuen aufgeschlossen zu sein oder – wie Strauß zu sagen pflegte – an der Spitze des Fortschritts zu marschieren.“ „Energie-, Verkehrs- und Klimawenden“ sind bestimmt nicht fortschrittlich. Die heutige CDU und die Linke sind es auch nicht.

Johannes Rausch | So, 27. Oktober 2019 - 16:07

"...Wenn die eigene politische Meinung nur noch im Modus der absoluten Gültigkeit vorgebracht werden kann..." Ja, Herr Stegemann, dann haben Demokratie und Toleranz ausgedient. Tolerant ist nur, wer um die Fehlbarkeit des eigenen Urteils weiß. Menschen, die dieses wissen, gibt es in allen, nicht fundamentalistischen Weltanschauungen, sie gehören aber nicht zu den lautstarken/gewaltbereiten Vertretern der Menschheit. Der herrschende Zeitgeist aber ist von ungeheurer Lautstärke und Bildgewaltigkeit (...gewaltigkeit im tiefsten Sinne des Wortes). Wenn aber die politisch-medialen Selbstdarsteller alle nachdenklichen, gleichwohl im Alltag zupackenden Mitbürger mundtot gemacht haben, dann wird offenbar werden, dass man ohne "konservative" Tugenden keine Gesellschaft erhalten kann. Konservativ heißt nämlich, Altes nur durch Neues ersetzen, wenn es nachweislich besser ist.

gerhard hellriegel | So, 27. Oktober 2019 - 20:31

Um den zensor nicht zu überfordern, beziehe ich mich ausschließlich auf den Punkt "keine Grenzen in der Steigerung der Komplexität".
Verpflichtet demokratie nicht zur reduzierung von komplexität? Z.b. die rechtslage: der sinn eines rechtsstaates ist u.a. rechtssicherheit. Gibt es die wirklich? Oder befinden wir uns in einer ähnlichen situation wie die bauern im mittelalter, die kein latein konnten? Selbst experten geben zu, dass sie die sozialgesetzgebung nicht mehr verstehen. Jahrelange prozessdauer: de facto ein rechtsentzug? Rechtsgleichheit: warum keine sammelklagen zulässig, was nach wie vor den finanziell stärkeren begünstigt? Verlagerung der rechtsfindung auf private (facebook, google u.a.), damit ohne rechtsauskunft, ohne rechtsverfahren, ohne einspruchsmöglichkeit. Herrschaft der juristen: selbst das GG wird inzwischen ungenießbar. Behördliche auskünfte orientieren sich nicht an ihrer verständlichkeit, sondern an der rechtsfestigkeit. Demokratisch? Rechtsstaat? Teilhabe?

dieter schimanek | Mo, 28. Oktober 2019 - 09:51

Konservative Werte sind allgemein gültige Werte, sie sind weder rechts noch links. Sie sind auch nicht veraltet oder passen nicht in die Moderne. Sie sind wichtig für den Zusammenhalt und Regeln in einer Gesellschaft. Wer meint, auf Grund seiner eigenen Macht diese Regeln und bestehende gesetzliche Vorgaben nicht beachten zu müssen, erlebt Deutschland heute. Die Erosion einer politischen Klasse und die Spaltung der Gesellschaft.

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