Yishai Sarid im Porträt Mephisto in Jerusalem Der Bestsellerautor Yishai Sarid wagt mit jedem neuen Buch einen Blick in die Seele der israelischen Gesellschaft. Im Frühjahr erscheint sein neuer Roman – eine literarische Reise in bewegte Zeiten, die Vergangenheit und Gegenwart Israels eindringlich miteinander verknüpft. VON RENÉ SCHLOTT
Film der Woche: „Siri Hustvedt – Dance Around the Self“ : Talentiert, privilegiert, unbeugsam „Siri Hustvedt – Dance Around the Self“ ist ein feinsinniges Porträt der erfolgreichen Schriftstellerin. Virtuos zeigt die Dokumentation den Weg einer Frau, die sich ihren Platz in der Literatur an der Seite ihres Mannes Paul Auster erkämpft hat. Hustvedts Privilegien blendet der Film allerdings dezent aus. VON URSULA KÄHLER
Moser liest : Zwischen Nähe und Verlust Drei Bücher, drei Ehen, drei Perspektiven auf die Liebe im Wandel: Von heimlichen Fluchten und Dreiecken bis zur stillen Beobachtung eines Künstlerpaars. Zart und schmerzlich zeigen sie, wie Beziehungen sich lösen, verknüpfen und neu entstehen. VON ULRIKE MOSER
Zum Tod von Alexander Kluge : Detektiv im Erkennungsdienst der Gegenwart Als Filmemacher, Autor und Denker sprengte Alexander Kluge konsequent alle Grenzen – stets auf der Suche nach den Möglichkeiten der Gegenwart. Er war ein rastloser Enzyklopädist, der Kunst, Politik und Gefühl zu einer einzigartigen „Archäologie der Gegenwart“ verschmolz – zuletzt sogar mit Hilfe von KI. VON RÜDIGER SUCHSLAND
100. Geburtstag von Siegfried Lenz : Der Verkannte Siegfried Lenz war einer der großen Autoren Nachkriegsdeutschlands. Seine manchmal ins Pädagogische abgleitenden Romane und seine Rezeption als politisches Gewissen haben verdeckt, was für ein wunderbar poetischer Erzähler er war. VON ALEXANDER GRAU
Der Buchhandlungspreis gehört abgeschafft : Es geht nicht um Kunstfreiheit, sondern linken Milieuschutz Der Eingriff von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in die Vorschläge zum Deutschen Buchhandlungspreis ist nicht skandalös, sondern inkonsequent. Er sollte den Preis abschaffen. Buchhändler haben genauso wenig Recht auf Steuergeld wie andere Händler. VON FERDINAND KNAUSS
Juli Zeh als Bundespräsidentin? : Eine Frau zwischen Stadt und Land, Ost und West, Links und Rechts Als Juristin, Bestsellerautorin und ehrenamtliche Verfassungsrichterin verteidigt Juli Zeh die Grundrechte auch im Gegenwind, widerspricht der Dämonisierung politischer Gegner und spricht eine Sprache, die weit über die Berliner Blase hinaus verstanden wird. Damit ist sie die naheliegendste Kandidatin für Schloss Bellevue. VON INGO WAY
„Das Interview“ mit Daniel Haas : „Die Essenz eines gelungenen Lebens sind Liebe und Freundschaft“ Daniel Haas versteht Einsamkeit als Grundthema unserer Zeit – und seiner eigenen Biografie. Er spricht über Scham, familiäres Schweigen und das Gefühl, selbst im Kreis von Freunden isoliert zu sein. Und darüber, wie Verbundenheit neu entstehen kann. INTERVIEW MIT DANIEL HAAS
Martenstein-Rede beim „Prozess gegen Deutschland“ : Applaus, Herr Martenstein! Der wahrste Satz der AfD-Verbotsdebatte lautet: Wer die Demokratie retten will, schafft sie womöglich ab. Mit einer grandiosen Rede hat der Kolumnist Harald Martenstein dem „Unsere Demokratie“-Milieu jetzt die Leviten gelesen. Unser Autor applaudiert. VON BEN KRISCHKE
Film der Woche: „Wuthering Heights“ : Barbie im Hochmoor Die Neuverfilmung von Emily Brontës Roman „Wuthering Heights“ verhunzt den Jahrhundertroman zur banalen Liebesschmonzette. Auf der Strecke bleibt dabei die existentielle Dramatik der Vorlage. Die poppige Ästhetik vermag den dünnen Plot nicht zu retten. VON URSULA KÄHLER
Digitaler Medienanalphabetismus : Wer heute Bücher und Filme bewertet, bewertet oft vor allem sich selbst Zwischen Sterneskalen und Kommentarspalten verschiebt sich der Blick auf Literatur und Film. Nicht mehr das Werk steht im Zentrum, sondern das eigene Gefühl dabei. Es ist eine Entwicklung, die mehr über uns verrät als über die Kunst. VON NICO HOPPE
„Two Faces of Liberalism“ : John Gray und der doppelte Irrtum des Liberalismus Der Philosoph John Gray unterscheidet zwei Formen des Liberalismus: den Universalismus und die Anerkennung menschlicher Vielfalt. Die Symbiose dieser beiden Liberalismen führt Europa in eine strukturelle Krise - und bietet einen Nährboden für Islamismus und andere antiwestliche Ideologien. VON NOAM PETRI
Buchtipps aus der Redaktion : Tagesschau, Neukölln und Abgründe unseres diesseits-verliebten Daseins Was wären besinnliche Weihnachtsfeiertage ohne ein gutes Buch? Ob für ruhige Stunden bei Kerzenlicht oder als Geschenk: Hier kommen die Buchempfehlungen der Cicero-Redaktion. VON CICERO-REDAKTION
Nora Gomringer im Porträt : Die Sprache des anderen Die Schriftstellerin Nora Gomringer hat ein sehr persönliches Buch über ihre verstorbene Mutter geschrieben. Kurz vor der Veröffentlichung verliert sie auch ihren Vater, den Dichter Eugen Gomringer – und ringt nun mit Sprache, Erinnerung und ihrer eigenen literarischen Herkunft. VON RALF HANSELLE
Nell Zink im Porträt : Die Neuronen-Surferin Seit zehn Jahren wird die Amerikanerin Nell Zink von den Feuilletons gefeiert. Mit „Sister Europe“ legt sie nun einen Berlin-Roman vor, der mit Witz, Tempo und eigenwilligen Figuren glänzt – und schon jetzt als eine der großen literarischen Sensationen des Jahres gilt. VON SOPHIE DANNENBERG