Mascha Schilinski im Porträt Die Freischwimmerin „In die Sonne schauen“ bescherte Mascha Schilinski den internationalen Durchbruch. Ihr experimenteller Regiestil ist dabei ein Spiegel ihres eigenen Lebens. Porträt einer Regisseurin, die ohne Masterplan, aber mit großer Neugier ihren eigenen Weg ging. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ : Kultfilm im Gegenlicht Nach 22 Jahren bringt Quentin Tarantino den Director’s Cut seines Rache-Epos „Kill Bill“ in die Kinos. Vor dem Hintergrund der Missbrauchsskandale der letzten Jahre und den Vorwürfen der Hauptdarstellerin wirkt der einst für seine Emanzipation gefeierte Film schal und fragwürdig. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Der Astronaut – Project Hail Mary“ : Softie auf Todeskurs Ryan Gosling verkörpert in „Der Astronaut – Project Hail Mary“ das Ideal postmoderner Männlichkeit. Auf seiner kosmischen Opfermission weint und kuschelt er mit einem Alien. Sandra Hüllers Hollywood-Debüt verpufft in dieser missglückten Sci-Fi-Buddy-Komödie. VON URSULA KÄHLER
Nachruf auf Diane Keaton : Die Unabhängige Diane Keaton hat das Kino von New Hollywood ab den späten 1960ern geprägt wie kaum eine andere. Dabei erfüllte sie nie ein typisches Frauenklischee wie Vamp, Diva, Femme Fatale oder Unschuld vom Lande. Sie blieb immer sie - ihre vielleicht größte Leistung. VON ALEXANDER GRAU
Film der Woche: „Wicked“ : Ideologische Kakovision „Wicked“ erzählt die Vorgeschichte des amerikanischen Kinderbuchklassikers „Der Zauberer von Oz“. Mit der poetischen Verfilmung von 1939, in der Judy Garland einst „Over the Rainbow“ sang, hat dieser grelle politische Statement-Film nichts mehr zu tun. VON URSULA KÄHLER
Marvel-Superheldin Sabra : „Herkunft unbekannt“ Die Marvel-Studios planen einen „Captain America“-Film mit der israelischen Superheldin Sabra. Nach Protesten des israelfeindlichen Mobs nimmt Marvel eine Änderung vor: Sabra ist jetzt keine Israelin mehr. Dieses Meisterwerk an Feigheit und Rückgratlosigkeit wird die Antisemiten nicht zufriedenstellen. VON GIDEON BÖSS
Kevin Costner : Der All American Man Hollywoodstar Kevin Costner vereint die Tugenden des guten Amerikaners wie kaum ein anderer und wagt es nun, erneut mit einem Western an alte Erfolge anzuknüpfen. VON URSULA KÄHLER
Umgang mit Joe Biden : Abstoßendes Spektakel Seit Wochen wird nicht nur in den USA über den Gesundheitszustand von Präsident Biden diskutiert. Ein peinliches und unwürdiges Schauspiel, das zwei Dinge zeigt: Die Rücksichtslosigkeit des angeblich politisch korrekten Milieus von Clooney und Co. Und die Schwächen des Präsidialsystems. KOLUMNE: GRAUZONE
USA : Hollywood-Streik geht weiter Die laufenden Verhandlungen in Hollywood zwischen den Studios und der Gewerkschaft der Drehbuchautoren sind am späten Donnerstagabend (Ortszeit) ohne Einigung zu Ende gegangen. VON CICERO-REDAKTION
„Barbie“ und der künstliche Kulturkrieg : Warum die Gegenwartskultur vom Kulturkampf lebt Wer sich kategorisch gegen die heutige Linke stellt, ist auf dem besten Weg, zum „Contrarian“ zu werden – weil er jene Souveränität vermissen lässt, die den Konservativen vom Reaktionär unterscheidet. Der Kulturkampf um den Film „Barbie“ zeigt dies eindrücklich. VON NICO HOPPE
Feminismus : Barbie: Popkultur is a bitch Einst war Barbie die Quersumme aus mildem Feminismus, aggressiver Beautypflege und mobilem Ehrgeiz am Arbeitsmarkt. Im neuen Barbie-Film von Greta Gerwig ist von all dem nur noch ein wokes Zitat geblieben. Morgen läuft der Film in den deutschen Kinos an. VON DANIEL HAAS
Identitätspolitik in Hollywood : Woke Filmproduzenten übernehmen die Macht Auch Branchenriesen wie Amazon und Disney können sich dem woken Diktat der „Diversität“ nicht entziehen – und wollen es auch gar nicht. Allerdings führt das in manchen Fällen zu massiven Protesten von Fans der Originalvorlagen. Wie etwa bei der Neuverfilmung einer Fantasy-Reihe von J.R.R. Tolkien. VON EVA C. SCHWEITZER
70 Jahre „High Noon“ : Hymne an das freie Individuum „High Noon“ und sein Protagonist Marshal Kane sind zu einem Symbol der Standhaftigkeit im Kampf gegen das Böse geworden. Von der US-Politik wurde diese Idee des biblischen Kampfes gegen das Böse immer wieder missbraucht – wie aktuell im Taiwan-Konflikt. Doch Kane tötet nicht für eine höhere Moral, das Recht oder gar eine Staatsform, sondern schlicht für sein eigenes Leben. KOLUMNE: GRAUZONE
75. Geburtstag von Arnold Schwarzenegger : Monument aus einer liberalen Zeit Schon früh in seiner Karriere beherrschte Arnold Schwarzenegger das Spiel mit Identitäten, mit inszenierter Authentizität und Männlichkeit. Dieser ironische Gestus unterscheidet ihn von anderen Action-Darstellern, machte ihn zu einer Ikone der Popkultur und ermöglichte seinen Wechsel in die Politik. Zugleich ist Schwarzenegger damit eine letzte Bastion von Multiperspektivität in einer zunehmend verengten Welt. KOLUMNE: GRAUZONE VON ALEXANDER GRAU
Johnny Depp gewinnt Prozess gegen Amber Heard : Warum ich trotzdem auf ihrer Seite bin Das Justizspektakel um Schauspieler Johnny Depp und dessen Ex-Frau Amber Heard hat ein Ende: Das Gericht in Fairfax County entschied den Verleumdungsprozess zu Gunsten des 59-Jährigen, der mit zwei Millionen Dollar Schadensersatz deutlich glimpflicher davonkam als die 36-Jährige - denn nicht alle Formen von Gewalt werden bestraft. VON SOPHIE DANNENBERG