Film der Woche: „Nightborn“ Monsterliebe Der Horrorfilm boomt. Gerade in Krisenzeiten spiegelt er gesellschaftliche Ängste. In „Nightborn“ kämpft eine Mutter mit aufgezwungenen Idealen von Mutterschaft. Eine blutige, bildgewaltige Satire über das vermeintlich traute Familienglück. VON URSULA KÄHLER
Kontroverse um „Keine Angst“ von Danger Dan : Nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt In „Die Anstalt“ sollte Rapper Danger Dan einen Song zum Thema „Widerstand gegen Rechtsextremismus“ vortragen. Das ZDF hat den Auftritt untersagt. Zu Recht. Das Lied ist ein Aufruf zu Straftaten. Dass es überhaupt eingeplant war, lässt tief blicken. KOLUMNE: GRAUZONE
Aufregung nach AfD-Veranstaltung : Die DDR-Hymne? Ein Protestsong! Auf einer AfD-Veranstaltung ist die DDR-Hymne gesungen worden. Die Aufregung darüber ist groß – und offenbart eine erstaunliche Lücke in Sachen Kenntnis deutscher Geschichte. Grund zur Beschwerde hat die AfD wegen Uwe Steimle trotzdem nicht. VON MATHIAS BRODKORB
Brodkorb liest : Demokratie, Satire, Opferkult Drei Bücher, die unbequeme Fragen stellen: Ist die Demokratie selbst schuld an ihrer Krise? Kann Humor Hass heilen? Und wie wurde die Gesellschaft zur Therapie-Anstalt? Lektüreempfehlungen für alle, die es genau wissen wollen. VON MATHIAS BRODKORB
„Heute Show“ und Böhmermann : Der ÖRR im tapferen Kampf gegen alles „Rechtsextreme“ Satire darf alles – auch politische Einseitigkeit auf Gebührenkosten? Ein Freitagabend mit „Heute Show“ und Jan Böhmermann legt nahe: Im ÖRR ist die Antwort längst gegeben. Hier werden „die Rechten“ vorgeführt, Journalisten attackiert und ein Rechtsstreit moralisch aufgeladen. VON MIA KILIAN
Kritik an Europäischer Union : „Die EU setzt gerade alles daran, diese Widerspruchspole zu eliminieren“ Der Satiriker und EU-Parlamentarier Martin Sonneborn klärt seit Jahren über Missstände in der EU auf. Im Interview warnt er vor einer Machtverschiebung zugunsten der EU-Kommission. Reformen innerhalb der bestehenden Strukturen hält er für kaum noch möglich. INTERVIEW MIT MARTIN SONNEBORN
Strafrecht und Meinungsfreiheit : Hitler mit Hakenkreuz – wer hätte das gedacht? Wegen einer satirischen Hitler-Putin-Montage wird gegen den Historiker Rainer Zitelmann ermittelt. Schützt der Staat hier die Demokratie – oder schüchtert er kritische Stimmen ein? KOLUMNE: UNGEFILTERT VON WOLFGANG KUBICKI
US-Satiriker Stephen Colbert : Licht an, Spot(t) aus! Nach seiner Kündigung beim Fernsehsender CBS wird der US-Satiriker Stephen Colbert allem Anschein nach ins Internet auswandern. Seiner Beliebtheit wird das nicht schaden, denn einer amerikanischen Pop-Ikone geht so schnell nicht die Puste aus. VON VIOLA SCHENZ
Diane Morgan im Porträt : Ohne Scham und Schuldgefühl Die Kunstfigur der unbedarften Reporterin Philomena Cunk machte die Schauspielerin Diane Morgan berühmt. Zunächst nur in Großbritannien. Immer öfter aber auch in Deutschland. VON CHRISTIAN SCHNEE
Satire und die Grenzen der Meinungsfreiheit : Schwachkopf und Minister In einem satirischen Mem wird Robert Habeck als „Schwachkopf“ bezeichnet. Das nimmt er übel und setzt die Justiz in Marsch. Ein überempfindlicher Minister und eine übereifrige Justiz – das ist im Rechtsstaat und in der Demokratie eine toxische Mischung. VON VOLKER BOEHME-NESSLER
Jan Böhmermann : Jenseits von Witz und Wirklichkeit Jan Böhmermanns Sendungen sind voller Fehler. Für seine oft rufschädigenden Recherchen lässt er sich gerne von Lobbyisten einspannen. Seine Kampagne gegen Arne Schönbohm erzeugte einen Kollateralschaden, der auf ihn selbst und den Sender ZDF zurückwirken dürfte. VON FERDINAND KNAUSS
Realsatire : Greenfacing mit Annalena Baerbock Annalena Baerbock lässt sich ihre mentalen Ausrutscher mittlerweile sogar patentieren: Einen Satire-Account auf Twitter ließ sie vorübergehend sperren. Richtig so, findet Ralf Hanselle. Zu leicht kann man sonst die Realität mit der Satire verwechseln. VON RALF HANSELLE
Serdar Somuncu : Schluss mit lustig Der Kabarettist, Musiker und Regisseur Serdar Somuncu geht ab 8. September auf Abschiedstournee. Danach will er sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Mit gerade einmal 55 Jahren. VON BEN KRISCHKE
TV-Kabarettistin rechnet ab : Ob Jan Böhmermann oder Heute-Show: „Das ist Spaltung“ Die Kabarettistin Christine Prayon verabschiedet sich von öffentlich-rechtlichen Satiresendungen. Denn dort würden nur die Narrative der Mächtigen wiederholt und Stimmung gegen Andersdenkende gemacht, kritisiert sie ihre früheren TV-Kollegen in einem bemerkenswerten Interview. EIN FUNDSTÜCK DER CICERO-REDAKTION
Julia Mateus : Die Quoten-Diktatorin Es gebe keine Themen, über die man nicht auch Witze machen könne, sagt Julia Mateus, die erste Titanic-Chefredakteurin. Aber sie wirkt vorsichtiger als ihre Vorgänger. VON ULRICH THIELE