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Satire und politische Korrektheit - Wie Dieter Nuhr und Lisa Eckhart weggecancelt werden

Neben Corona eines der Themen des Jahres: Die sogenannte Cancel Culture. Im Visier der Aufrechten: Dieter Nuhr und Lisa Eckhart. Witze über Linke sind in Deutschland anscheinend nicht erlaubt, schrieb unsere Kolumnistin. Ihr Artikel interessierte im August viele Leser.

Autoreninfo

Judith Sevinç Basad ist Journalistin und lebt in Berlin. Sie studierte Philosophie und Germanistik und volontierte im Feuilleton der NZZ. Als freie Autorin schrieb sie u.a. für FAZ, NZZ und Welt. Sie bloggt mit dem Autoren-Kollektiv „Salonkolumnisten“. 

So erreichen Sie Judith Sevinç Basad:

Dieter Nuhr ist einer der wenigen Comedians im deutschen Fernsehen, die sich über linke Politik lustig machen. „Wenn unsere Kinder meinen, wir könnten diese Welt mit ein bisschen Sonne und Wind antreiben, dann sollten wir Eltern ihnen ein Hamsterrad mit Dynamo ins Kinderzimmer stellen. Da können sie dann ihre Handys aufladen“, erzählte er etwa im Herbst vergangenen Jahres. 

Nuhr macht sich hier über den widersprüchlichen Aktivismus der Umweltschutz-Bewegung lustig. Genauer: Über die privilegierten Rich-Kids wie Luisa Neubauer, die mit Apple-Air-Pods in den Ohren die Abschaffung des Kapitalismus fordern oder Leuten auf die Nerven gehen, wenn sie nicht in teure Solarenergien investieren wollen. Das ist vor jeder politischen Einordnung erstmal eines: witzig.

„Platte Meinungsmache“

Doch bei manchen Themen versteht der Deutsche keinen Spaß. Vielleicht liegt es an dem romantischen Verhältnis, dass der Teutone bis heute zu seinen Wäldern pflegt oder an einer grünen Form der „German Angst“, die jedes Jahr aufs Neue ein deutsches Wald- und Bienensterben herbeifantasiert.

Jedenfalls wurde Nuhr im Netz für seinen kleinen Seitenhieb auf die Bewegung wie ein Gotteslästerer durchs Dorf gejagt: Das wäre keine Satire, sondern „platte Meinungsmache“ twitterte ein Mitglied von „Parents for Future“ und löste damit einen Shitstorm aus. Nuhrs Witze seien zudem „geschmacklos“, stand in einigen Zeitungen.

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Rainer Mrochen | So., 9. August 2020 - 09:13

... es geht doch auch beim Thema Satire, Kabarett schon lange nicht mehr um vernünftige Einsichten. Die Diskussion ist Ideologie aufgeladen, wie in vielen anderen Bereichen auch. Den Status Quo zu überdenken um dann faktisch, logisch und qualifiziert zu handeln wäre, meines Erachtens, auch hier der richtige Ansatz zur Problemlösung. Das dumme ist nur, daß Ideologen ihre eingegrenzte Weltsicht, aus genau diesem Ansatz nicht verlassen. Daher wird es wohl ein Kulturkampf bleiben. Meine Meinung, deine Meinung. Was soll's, Leben geht weiter.

Urban Will | So., 9. August 2020 - 09:15

Mehr als dagegen halten kann man kaum tun in diesen bekloppten Zeiten.

Nicht nur Promis oder Comedians geht es so, wie Sie es hier geschrieben haben, auch hier im Forum beispielsweise bekommt man die geballte Intelligenz einiger Mitkommentatoren zu spüren, aus deren Sicht wohl sogar das Vater Unser eine rassistische Entgleisung darstellt. Und andere Meinungen grundsätzlich mit persönlichen Beleidigungen angegangen werden.

Nun denn, irgendwie auch amüsant.

Aber machen Sie weiter! Der allgemeine geistig – moralische Verfall im links – grünen mainstream, vor allem seine unfassbar ausgeprägte Intoleranz brauchen Gegner. Und diese viel Ausdauer und ein dickes Fell. Das haben Sie, denke ich.

Auch ein Danke an die CICERO – Redaktion.
Wo, wenn nicht hier würde man solche Beiträge noch finden...

... wenn man den Anteil von Studienabbrechern bei den Links/Grünen anschaut, verwundert es auch weniger - so mein Eindruck.

Wenn das so weitergeht mit den Promis und Comedians, dann haben wir bald nur noch regierungskonforme Künstler.
Wie wahr Herr Will. Wenn Menschen kommentieren was ihnen nicht gefällt, ist das ok. Aber wenn man soviel Energie reinsteckt, um anderen Mitkommentatoren seine Verachtung für die "falsche Meinung" zu zeigen, dann vermutet man manchmal ein sadistisches Vergnügen dabei. Provozieren um zu provozieren. Warum verschwendet jemand seine Lebenszeit für etwas, das ihm so sehr missfällt?

ich kann ihren Statements in aller Regel viel abgewinnen. Aber für das Beleidigen von Mitforisten ist nicht nur die linke Seite mit z.B. Herrn Lenz oder Herrn Elvers zuständig - das kommt durchaus von beiden Seiten

„Juden, da haben wir immer gegen den Vorwurf gewettert, denen ginge es nur ums Geld, und jetzt plötzlich kommt raus, denen geht’s wirklich nicht ums Geld, denen geht’s um die Weiber, und deshalb brauchen sie das Geld.“

Lisa Eckhardt.

So manchem gefällt es. Und schreit bei Kritik sofort ZENSUR!

Seltsam nur: Die, die da schreiben, darf man scheinbar nicht kritisieren...

mag er Ziegen ficken..."

-Jan Böhmermann-

Zugegebenermaßen kann ich Lisa Eckhardt nichts abgewinnen.
Verglichen mit Herrn Böhmermann ist sie jedoch ein Lämmchen.

Warum ist Herr B. jedoch unantastbar und Frau Eckhardt nicht?
Herr Nuhr hat meines Wissens nach noch nie so niveaulos agiert.
Ich teile auch nicht immer seine Ansichten.
Das muss ich aber such nicht. Schließlich ist er ein Kabarettist.

Jürgen Keil | So., 9. August 2020 - 09:43

Nuhr teilt nach rechts und links aus. Das ist manchen zu viel diversity. Ich habe ihn aber schon seit vielen Wochen nicht mehr im Ersten gesehen. Vielleicht weiß einer der Foristen warum das so ist? Lisa Eckhardts Satire zu verstehen, setzt Intelligenz, Bildung, Sprachverstand und Humor voraus. Sie provoziert, sie schockiert, aber sie deckt schonungslos Spießigkeit jeder Art auf, sie macht die Übertreibungen der Guten und Bösen deutlich und sich über sie lustig. Sie und Nuhr ergänzen sich sehr gut. Ich hoffe die Beiden lassen sich von den Moralextremisten und Korrektimisten nicht unterkriegen.

Annedore Ziesmann | So., 9. August 2020 - 12:45

Antwort auf von Jürgen Keil

Bravourös kommentiert! Inhaltlich ist dem nichts hinzuzufügen und sprachlich wage ich es schon gar nicht. Die Debatte erinnert mich stark an meine Studienjahre in den 70ern. Da war auch nur "linke" Satire erlaubt.

Gerhard Lenz | So., 9. August 2020 - 22:46

Antwort auf von Jürgen Keil

"Was wären junge weiße Gören ohne die alten weißen Männer?"

oder

"Sie jubeln mir zu, diese Deutschen! ....Sie lernen einfach nicht dazu!"

Lisa Eckart

Christa Wallau | So., 9. August 2020 - 09:47

Die neuen "Relgionen" (Wissenschaftsglaube,
Weltrettungsethos, Umweltfanatismus, Gleichstellungslehre, Heil durch Migration usw.) sind es nicht gewohnt, daß man sie "durch den Kakao zieht". Daher reagieren sie auf Witze allergisch, aggressiv, vernichtend.

Während die "alte Religion" Europas, das Christentum, sich inzwischen an jede Art von
Lächerlich-Gemacht-Werden bis hin zur übelsten Häme gewöhnt hat, erwarten die neuen Glaubensrichtungen noch absolute, totale Hochachtung. Wer die nicht liefert, wird medial an den Pranger gestellt.
Unter anderem deshalb verteidigen die "neuen" Religionen auch so sehr den Islam: Dieser kennt - wie sie - keine Gnade gegenüber jedem, der ihn zum Gegenstand des Witzes, der Ironie o. gar Satire macht.
Wir brauchten eine neue Aufklärung. Die Autorin dieses Artikels macht erste Schritte in diese Richtung. Wer aber weiß, wie lange es gedauert hat, bis die vernünftigen Gedanken des "Enlightenment" (Toleranz!) sich durchsetzten, erwartet keine Wunder.

Liebe Frau Wallau, wie immer sehr gut formuliert, danke. Ich bin Fan von Lisa Eckhart und habe sie zur Lachmesse (2016 ??) in Leipzig (im Palmengarten) erstmals gesehen, war äußerst begeistert und verpasse kein Gastspiel hier.
Von Nur bin nicht begeistert, Anerkennung für seinen Einsatz in diesem Falle.

Romuald Veselic | So., 9. August 2020 - 10:04

die in D praktisch über alles entscheidet und nach Stasi-Art, die kritische Prosa u. deren Vordenker zu drangsalieren, schikanieren und bedrohen.
Nuhr und Eckhardt sind so mutig, wie früher Sacharow oder Havel. Dass dies soweit kam, hätte mir vor 40 Jahren nie gedacht, was aus diesem Land geworden ist. Nicht nur "Massmedien" haben das Anrecht, ihre Sichtweise ans Publikum zu transportieren. Schon die Verbote oder zwanghaft-notorische Kritik an allem, was nicht D-Gut-Norm beinhaltet, erreichen ihr Gegenteil. Hat man schon was vom Trotz mitbekommen? So wie der biblische Erkenntnisbaum. Heute weiß man, dass der göttliche Verbot unsinnig war. Der Gott wusste im Voraus, das A&E-Paar, sich nicht daran halten wird.
Menschen, die sich anmaßen, über alles zu entscheiden, sind eben die, die an den Isarauen, eine Müllwüsste tagtäglich produzieren. Ein Eldorado für die Bierflaschensammler. Und 10 m weiter hört man, wie sie Welt retten wollen. Typen, die keine Ahnung haben, was Retten bedeutet.

Andre Möller | So., 9. August 2020 - 10:23

Die Beiträge von der Autorin sind ein Genuss!

gabriele bondzio | So., 9. August 2020 - 10:32

Deutschland anscheinend nicht erlaubt."...gebe ich ihnen recht, Frau Basad.
Linke scheinen wenig Humor zu haben, nehmen alles persönlich und sind schnell auf dem Turbo-Brett (kenne ich übrigens einen hier).
Schönes Zitat für aufgeregte Linke von
Ramanthan Guri
"Mir scheint, die wichtigste Redensart im Deutschen heißt: Spaß beiseite, Ernst komm her."
Auch der würde passen:
„Um Erfolg zu haben,
muss man närrisch scheinen,
aber weise sein“ (Montesquieu)

dieter schimanek | So., 9. August 2020 - 10:47

...da stand Nuhr eindeutig auf der Seite, von der er jetzt beschimpft wird. Für einen intelligenten Menschen wie Nuhr hat es erstaunlich lange gedauert, bis er begriffen hat, woher der Wind weht. Die Hexenjagd der meisten Medien wird sich noch deutlich steiger, je näher man den Wahlen kommt.

Tomas Poth | So., 9. August 2020 - 10:54

Wie bei allen Ideologien, auch RotGrüne, darf es keinen Humor, Witz, Satire, Verspöttelung über deren religiöses Verhalten/Vorstellungen geben. Das vertragen sie nicht. Kein Totalitarismus verträgt dies wie uns die Geschichte es lehrt.

Klaus Funke | So., 9. August 2020 - 11:36

Es gibt eine Parallele: In der Endzeit der DDR war politischesKabarett weitgehend unter staatlicher Kontrolle. Kabarettisten erhielten reihenweise Auftrittsverbote, wie der Dresdner Kabarettist O.F. Weidling. Manche Kabarettisten wurden Stasi.IM wie einige Protagonisten der "Akademixer". Diktaturen mögen kein politisches Kabarett. Seit Merkel, besonders nach 2015 ist ein Kabarettsterben im Gange. Wo sind die einstigen Größen? Alle verschwunden. Im TV nur noch Blödelei. Selbst die "Anstalt" ist nur noch Comedian-Bühne. Ein typischss Bdeispiel ist der Umgang des MDR mit dem Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle. Insofern verwundern mich die Fälle von Dieter Nuhr und Lisa Eckardt nicht. Das ist der Merkel-Staat in seinen Auswüchsen. Linksgrün kann nicht über sich selbst lachen. Warum gibt es kaum noch politische Witze? Die linksgrüne, intolerante Ideologie hat sich wie ein Mehltau übers Land gelegt. Lachen auf Kommando! Sprachpolizei! Bücher werden umgeschrieben. Quo vadis D.?

Es wird noch eine Weile so weitergehen und sich Immer mehr hochschaukeln. Bis einmal der Punkt erreicht ist, wo das ganze kippt und dann der Mehrheit die Augen aufgehen. Ich befürchte nur, dass das noch lange dauern wird, leider.

Es ist eine Schweinerei wie der MDR Steinle abserviert hat.
In seinen Auftritten live in den Kabaretts erntet er regelmäßig lautstarken Beifall.

Klaus Funke | Mo., 10. August 2020 - 14:11

Antwort auf von Bernhard Weber

Der Uwe ist mein Freund. Und er heißt STEIMLE!

Maja Schneider | So., 9. August 2020 - 12:18

Das war schon immer so, hat aber aktuell tatsächlich einen gewissen Höhepunkt erreicht, indem alles, was auch nur ansatzweise an Kritik hinsichtlich des links-grünen Mainstreams ausgesprochen wird, mit völlig überzogenen Reaktionen beantwortet wird. Offensichtlich ist man aber mit Dieter Nuhr wohl doch zu weit gegangen, denn sonst hätte die DFG nicht zurückgerudert. Sowohl die von Nuhr verteidigte Kollegin Lisa Eckhard als auch er zählen m. E. zu den wenigen noch verbliebenen echten Kabarettisten, die die Erinnerung an alte Zeiten mit Dieter Hildebrandt, Bruno Jonas u.a. hochhalten, Zeiten die bedauerlicherweise verloren zu sein scheinen. Danke für diesen ausgewogenen und fundierten Beitrag.

Das Kunstleben ist, wie die Politik, am Ende ein Ringen um die Mitläufer. Man sagt auch, das Stück hatte einen Publikums-Erfolg, auch wenn es nur dazu neigte, ein Propagandainstrument zu sein.

Hier geht es um die „Klein-Kunst“. Ihr geht es ja oft darum „wie man etwas sagt“ vor dem „was man sagt“. Das hat oft Vorrang in diesen Formaten, ist auch die Autonomie der Künstler(in), die Anschauung der Welt in Bildern, Geschichten, Allegorien, etc..

Das eigentlich tragische daran ist, dass bestimmte Geschichten vom Rezipienten für „Realismus“ gehalten werden.

Ich schaue/höre mir derartige „kulturelle“ Darstellungen im Universum der Darstellungen auch gar nicht an, denn ein „Werk“ wird immer auf zweierlei Weise gemacht, vom Urheber und vom Betrachter/Hörer, also hier die Fan-Gemeinde. Ich bin jedoch kein Fan dieser „durchgeknallten“ Unterhaltungsmaschine.

Die Satire der Witz decken die Schwachstellen und Widersprüche im politischen und realen Raum auf! Wer will das als Realität nehmen? Sie erscheinen mir jetzt als der Erste der das so sieht.

Bernhard Jasper | Mo., 10. August 2020 - 14:21

Antwort auf von Tomas Poth

Ach ja? Ist das so? Herr Poth, gibt es eigentlich einen „Realismus“? Der „Realismus“ bezeichnet in der Literatur und Kunst eine Geisteshaltung des 19. Jahrhunderts, die ja gerade nicht um möglichst wirklichkeitstreue Beschreibungen bemüht war.

Sie wissen sehr wohl, was Ihr Forumskollege gemeint hat. Sie brauchen deshalb nicht Ihr intellektuelles Feuerwerk abzuziehen. Wem politisches Kabarett (ich rede nicht von der Blödelei, die im TV die Hauptrolle spielt und "Comedian" heißt - wozu auch leider gelegentlich Herr Nuhr gehört) und zwar das des Georg Schramm, Bruno Jonas, Volker Pispers, nicht gefällt, weil er sich erhabeneren Geistes fühlt, der sollte weiterschalten und sich Geistvolleres antun, was im TV indes kaum vorhanden ist. Die hier in Rede stehende Lisa Eckart ist nicht unbedingt mein Fall. Vieles von ihr wirkt künstlich und bemüht, Kunst um der Kunst willen, auch ihre sexistischen Einwürfe turnen mich nicht an (wozu die entsprechende Optik gehört, denn wir sind visuelle Wesen). Indes, dass man sich linken, politischen und anarchistischen Rowdies beugt, ist nicht hinzunehmen, wohl aber eine Folge der derzeitigen, von Frau Merkel initiierten, Politik. Wer dereinst unter EH FDJ-Agitpropsekretär(in) war, ist belastet.

Wolfram Fischer | So., 9. August 2020 - 13:43

... und Zähneklappern, in welch beängtsigender Art unsere vielgepriesene Meinungsfreiheit, eine der größten und wichtigsten Errungenschaften der Weltgeschichte, den Bach runtergeht (-ging!?) - totgeprügelt von Linksaktivisten im "erfolgreichen" Verbund mit den zwangsfinanzierten ör Medien.
Wenige - viel zu wenige Aufrechte gibt es, die sich dagegen stemmen.
Wie hier, Cicero.
Dank dafür! Wie viel - ob? - es hilft?
Man kann im Sinne unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nur noch hoffen...

für Zwangsgebühren bekommt man doch BT-Beiträge und ganze Parteitage der AfD ins Wohnzimmer geliefert. Neulich jemand mit Gasmaske.

Mehr Satire geht doch gar nicht.

Gisela Fimiani | So., 9. August 2020 - 13:57

Ein überaus kluger, lesenswerter Beitrag. Vielen Dank, Frau Basad.

Johannes Renz | So., 9. August 2020 - 14:12

Guter Beitrag. Auch wenn man hier sicher nicht pauschalisieren kann, eine gewisse Tendenz ist erkennbar: Was früher die Inquisition war sind heute die neuen Jakobiner, auch wenn der Scheiterhaufen nur noch symbolisch brennt und die die Guillotine nur noch im übertragenen Sinn hinuntersaust. Ideologielastige Politik ist nichtsdestotrotz brandgefährlich, ob von links oder von rechts. Immerhin ging die vom Postillon verfasste perfekt durchgegenderte Nationalhymne noch ohne Shitstorm durch den Äther.

W.D. Hohe | So., 9. August 2020 - 14:38

... schließe mich Inhaltlich den "Vortextern" an.
Bleiben Sie vorhanden

W.D. Hohe | So., 9. August 2020 - 14:41

dass man derzeit mit im Grunde Selbstverständlichem bereits zum "Widerstand" zählt.

... und ganz schlimm wird es, wenn gefühlte 90% der Medien (allen voran ÖR) ins gleiche Horn blasen :(
Noch entlockt es mir ja ein "Lächeln des Bedauerns", wenn in 99% der Nachrichten-Sendungen irgendwo ein Hieb gegen sog. "Rechte" ausgeteilt wird - aber irgendwann kann man selbst über derartige Anmaßungen und "Staatsfunk-Eigenschaften" nicht mehr lachen :((

Helmut Bachmann | So., 9. August 2020 - 15:02

auch bei diesem Artikel fühlt es sich so an, als würde man zu enge Schuhe ausziehen. Freies Denken, offener Diskurs, gegenseitiges Hochnehmen. Ohne diese Grundlage geht es nicht. Aber was soll ich sagen, ich gehöre zu den Bösen, ich muss dieses "neurechte"Narrativ"" ja nachsabbeln. Die Erzieher haben sich noch gar nicht geäußert? Hilfe, wir brauchen eure Korrektur! Wir wissen doch nicht, was wir eigentlich zu denken haben, wie AfD-nah wir schon wieder sind und so. Bitte setzt ein Zeichen und gebt uns Haltung.

Ernst-Günther Konrad | So., 9. August 2020 - 16:18

Deshalb ist die Linke gegen Geschichte, Erinnerung und wahre Aufarbeitung. Der mündige Bürger hat sowohl unter Hitler und danach nochmal in der DDR unter ihren kommunistischen "Führern" genau das erlebt, was heute wieder stattfinden soll. Die Werkzeuge haben sich der Neuzeit angepasst. Heute wird Satire, anders denkende Menschen via Twitter/Instagram/ im ÖRR gekennzeichnet, gebrandmarkt, sozial geächtet. Sie Frau Basad bringen es wieder ehrlich und treffend auf den Punkt. Danke dafür.
Es wird nur eine Frage der Zeit sein, wann die schwarze Witwe ihre eigenen ideologischen Kinder auffrißt. Ich las unlängst einen Artikel, ich weiß leider nicht mehr wo, in dem die linke Intelligenz ins Grübeln gekommen ist und Kritik an fehlender Debatte und Auseinandersetzung beklagte. Wir werden demnächst beobachten, wenn sich die Satirefresser in den eigenen Reihen bedienen. Wenn im ÖRR bisherige Meinungsmacher, selbst ins Fadenkreuz links-grüner Sprach-SS geraten. Da ist niemand mehr sicher. Uffpasse.

Christoph Kuhlmann | So., 9. August 2020 - 16:56

hätte sich Lisa Eckhard gar nicht wünschen können. Statt 200 Hamburger sind nun Millionen Zeitungsleser darauf neugierig was es mit der Dame auf sich hat. Das erhöht zwangsläufig die Einschaltquote von Nuhr in Ersten und lädt die Kollegin zur Entschädigung noch einmal ein. Es tun mir nur die leid, die glauben Lisa Eckhard jetzt unbedingt verstehen zu müssen, weil die Linke Pseudomoralguerilla dies nicht tut.

Stefan Jurisch | So., 9. August 2020 - 17:38

Deckt sich zu 100% mit dem, was ich über den ganzen Kram denke.

Michael Andreas | So., 9. August 2020 - 17:55

Wer twittert was und andere twittern was darüber und jemand twittert über das Getwitter, am Ende zahle ich dafür, dass jemand aus all dem angefassten Getue eine Übersicht einschließlich analytisch flacher Empörung schreibt. Das Gruselige ist, weil man damit Journalismussimulation ohne Recherche betreiben kann, werden diese an sich unwesentlichen Twitter-Geschwätzigkeiten am Ende doch noch wirkungsvoll.

Gunther Freiherr von Künsberg | So., 9. August 2020 - 19:26

Das Absolutsetzen von Werten führt zwangsläufig in den Totalitarismus. (Zitat Juli Zeh).
Der Umgang mit Satirikern wie Nuhr geht in diese Richtung. Das Deutsche Reich hat erlebt wozu Meinungstotalitarismus geführt hat. Es ist das eingetreten, was Lenin zum Ausdruck brachte, indem er sagte:“ Nichts vereinfacht das Leben so nachhaltig wie die Diktatur.“ Dies gilt nicht nur für nationalsozialistische, sondern auch für kommunistische Diktaturen.
Unser deutsches Problem ist doch, dass die Gefahr besteht, dass politische wie auch religiöse Fanatiker sich bei ihrem “ Kampf“ für ihre vermeintlich legitimen Interessen, die dazu führen, dass die Demokratie in ihrer jetzigen Form infrage gestellt wird, sich auf den Grundrechtsschutz berufen können.
Satiriker wie Dieter Nuhr bedürfen daher der Unterstützung, und zwar weder von rechts noch von links, sondern von der Mitte. Alles andere führt in den Totalitarismus.

Mein Alter Ego (Cicero, 44 v. Chr.) ist anderer Meinung.
Das Thema Menschenwürde wird in unserer Spaßgesellschaft großgeschrieben. Solange die Arbeit keinen Spaß macht, weil sie z.B.mit Anstrengung oder Freizeitverlust verbunden ist, verstößt sie gegen die Menschenwürde. Der einzige Beruf, der nicht gegen Art.1GG verstößt ist der des Hartz IV’lers, der auch ohne Verstoß gegen die Menschenwürde zu einem stressfreien Nettoeinkommen führt. Einzig und allein Nuhr hat die Problematik thematisiert die sich bei diesem Konflikt ergibt. Er hat auf die Kinder hingewiesen, die in Minen Grundstoffe zutage fördern, die für die Herstellung von Batterien erforderlich sind, die für die E-Mobilität benötigt werden. Er hat diese Arbeit negativ beurteilt damit bewiesen, dass ihm die Umwelt sch…..egal ist, denn nicht auf die Tat, sondern auf das Ergebnis kommt es an. Auch kann diese Kinderarbeit schon deshalb nicht gegen Menschenrechte verstoßen, weil das Produkt dem Umweltschutz dient.

Kai-Oliver Hügle | So., 9. August 2020 - 19:48

Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit Sie (natur-)wissenschaftlichen Diskurs und darauf basierende Erkenntnisse mit dem bloßen Austausch von Meinungen gleichsetzen und die wirklich alberne Nuhr'sche Begrifflichkeit von quasi-religiöser Hörigkeit aufgreifen.
Man fragt sich, wie Sie sich den Entscheidungsprozess während einer Pandemie vorstellen: Die Regierung versammelt renommierte Virologen, lauscht deren Empfehlungen, verwirft diese und folgt dann doch der "Vernunft" eines windigen Immobilien-Maklers?!
Wer wissen will, welche Folgen solche Ignoranz haben kann, der sehe sich die Entwicklung in den USA und Brasilien an, die zusammen für 36% aller Corona-Toten "zuständig" sind aber nur ca. 7% der Weltbevölkerung stellen - und ökonomisch extrem eingebrochen sind.
Dass Sie im Vorbeigehen, ohne jede Begründung, noch schnell für alle definieren, dass Nuhr "witzig" und Eckharts "Spitzen" nicht anti-semitisch sind (obwohl sie m. E eindeutig anti-semitische Stereotype bedient) - geschenkt.

Brigitte Miller | Mo., 10. August 2020 - 12:03

Antwort auf von Kai-Oliver Hügle

"Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit Sie (natur-)wissenschaftlichen Diskurs und darauf basierende Erkenntnisse mit dem bloßen Austausch von Meinungen gleichsetzen"
das tut doch Frau Basad nicht, Sie betont lediglich, dass nicht einzelne , von der Regierung und den Meinungsführern bevorzugte Wissenschaftler das Patent auf Wahrheit und Wissenschaftichkeit haben sollen, sie sagt also genau das Gegenteil von dem, was Sie hier postulieren.

Ich beziehe mich auf folgende Textstelle:

"Die Wissenschaft sei 'keine Heilslehre' und 'keine Religion', die absolute Wahrheiten verkünde, sondern [jetzt kommt's] bestehe aus unterschiedlichen Meinungen, die sich mit jeder neuen Faktenlage verändern könnten."

Basad gibt hier die Position Nuhrs wider, die sie offenbar teilt. Frage: Wenn eine Regierung den Empfehlungen ihrer wissenschaftlicher Berater folgt, was hat das mit "quasi-religiösem" Glauben zu tun?
Es geht hier doch gar nicht ums Prinzip. Wäre die Bundesregierung der schwedischen Denkschule gefolgt, hätten wir umgerechnet weit über 45.000 Corona-Tote - und die 10mal höhere Bevölkerungsdichte ist dabei nicht mal berücksichtigt. Dann würde man Merkel wahrscheinlich Ethnozid im Sinne der "Umvolkung" vorwerfen.

Brigitte Miller | Mo., 10. August 2020 - 18:27

Antwort auf von Kai-Oliver Hügle

resp. ob die Empfehlungen des Epidemiologen Anders Tegnell sinnhaft waren, ist noch nicht abschliessend beantwortet. Die infektionszahlen sinken auch dort und möglicherweise sind die das Problem eher los als Länder mit Lockdown.
"bestehe aus unterschiedlichen Meinungen, die sich mit jeder neuen Faktenlage verändern könnten."
""Die Wissenschaft sei 'keine Heilslehre' und 'keine Religion', die absolute Wahrheiten verkünde, sondern bestehe aus unterschiedlichen Meinungen, die sich mit jeder neuen Faktenlage verändern könnten."
Diesen Satz bewerte ich als richtig. Zu Beginn wusste man sehr wenig , jetzt weiss man genug, um sagen zu können: Covid 19 ist nicht viel (wenn überhaupt) gefährlicher als eine Grippe, die auch tödlich sein kann und es oft auch ist. Warum also mit zweiter Welle und nächstem Lockdown argumentieren?

Ich kenne niemanden, der behauptet, Wissenschaft sei eine Heilslehre. Aber gerade naturwissenschaftlicher Diskurs basiert eben nicht einfach auf "Meinungen", sondern auf Befunden, denen eine systematische Analyse vorausgeht.
Nochmal die Frage: Was hat es es mit "quasi-religiöser Hörigkeit" zu tun, wenn Politiker (Laien) wissenschaftlichen Empfehlungen folgen, die auf solchen Analysen basieren? Tegnell hat doch auch nur eine "Meinung" vertreten, der man in Schweden gefolgt ist. Mit diesem Vorgehen scheinen Sie aber kein Problem zu haben - trotz der verheerenden Bilanz, sowohl an Toten als auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Der Vorwurf der "Hörigkeit" ist also nur vorgeschoben. In Wahrheit geht um die Maßnahmen, die ergriffen wurden, und scheinbar ist es unerträglich, dass Deutschland bis jetzt sehr viel glimpflicher davongekommen ist als die meisten anderen Länder.
Aber was rede ich? Sie fabulieren ja noch immer von der Grippe...

Helmut Bachmann | Mo., 10. August 2020 - 19:10

Antwort auf von Kai-Oliver Hügle

ist an dem Satz denn kritisch. Er erklärt, was Wissenschaft von Religion tatsächlich unterscheidet. Eine Politik, die "folgt", ist intellektuell bankrott. Oder sehr gerissen. Denn aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Position eine auszusuchen,um die zur Heilslehre auszurufen, kann auch Kalkül sein. Wer "der" Wissenschaft und der Regierung einfach nur folgt, naja.

Jens Böhme | So., 9. August 2020 - 22:15

Bessere Resonanz gibt es kaum für Satire als Shitstorms. Bedenklich wird es, wenn Satiriker sich gegenseitig bekämpfen, wer die bessere oder linientreuere Satire mache. Dann haben Satiriker Satire nicht verstanden.

Jann-Patrick Pelz | Mo., 10. August 2020 - 08:22

In der Zeit bekommt man aktuell erklärt, dass das "wegcanceln" nur Einbildung ist. Auch macht man sich häufig lustig über die Schilderung, wie manche Meinungen öffentlich nicht gewollt sind, jeder könne doch offensichtlich seine Meinung sagen und auch zu jedem Thema demonstrieren... Die Cicero ist hier in vielen Artikeln durchaus heilsam und man hat den Eindruck, dass man sich diese Entwicklung vielleicht doch nicht komplett einbildet unter dem Aluhut. Was aber ist mit dem vielbeschworenen Rechtsruck der Gesellschaft?

Steffen Loos | Mo., 10. August 2020 - 09:33

Wenn einem eine künstlerische Darstellung, in welcher Form auch immer, nicht gefällt, dann geht man nicht hin, kauft sie nicht oder schaut sie sich nicht an. Aber andere daran zu hindern, sich selber eine Meinung zu machen, oder zu zeigen, dass es ihnen gefällt, ist einfach widerwärtig und faschistoid. Wer sowas macht darf China, Russland und die Türkei nicht kritisieren. Es ist auf jeden Fall ein weiterer Sargnagel gegen Meinungsfreiheit und freie Kunst.

denn, es gibt keine kunstvolle Darstellung der Frauen im Tschador oder Kopftuch. Solche "Kunst", würde keinen interessieren. Mild geäußert.
Woran liegt das?
Die Amazone auf dem Pferd, vor Villa Stück/München, reitet nackt auf einem Hengst, bereit ihr Speer zu werfen. Sie trug kein Kopftuch und ist nicht vom "natürlichen Scham" gekennzeichnet. Solche faktische Fakten, sind für viele, unerträglich.
Ich lache trotzdem.
MfG Nevergreen

Klaus Funke | Mo., 10. August 2020 - 19:31

Eine Super Marketing-Aktion. Wer sie bisher noch nicht kannte, der kennt sie jetzt. Lisa, der neue Stern am Kabaretthimmel. "Any press is good press!" Sie sollte sich freuen. Läuft doch prima! Auch der Zsolnay-Verlag kann sich freuen. Viel Geld im Marketing gespart. Muss man auch mal so sehen. Jedes Ding hat zwei Seiten.

Hans-Jürgen Tech | Di., 11. August 2020 - 18:17

Die bisherigen Artikel von Frau Basad habe ich mit großem Interesse gelesen. Frau Basad, machen Sie weiter so! Wir brauchen solche intelligenten Journalisten wie Sie.