Woke und ideologisch - Jan Böhmermanns grobschlächtige Ironie der Angst

Das größte Problem für den Komiker unserer Tage besteht darin, dass Pointen eine Zuspitzung brauchen, die von immer mehr Menschen als Kränkung empfunden wird. Jan Böhmermann rettet sich mit hohlem Lachen. Dann doch lieber die Komik von Lisa Eckhart, findet Bernd Stegemann.

Schelmisches Grinsen, damit auch jeder weiß, dass es witzig sein soll: Jan Böhmermann / dpa

Autoreninfo

Bernd Stegemann ist Dramaturg am Berliner Ensemble und Professor an der Hochschule für Schauspiel (HfS) Ernst Busch. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Die Moralfalle – Für eine Befreiung linker Politik“, Berlin 2018, Matthes & Seitz.

So erreichen Sie Bernd Stegemann:

Bernd Stegemann

Jede Zeit hat die Komiker, die sie verdient. Das dritte Reich und die fünfziger Jahre hatten Heinz Rühmann, der mit ewig belegter Stimme die Sorgen und Hoffnungen der kleinen Leute zum Klingen brachte. Das grundsätzliche Einverständnis mit der Schlechtigkeit der Welt zeigte sich in der leicht klagenden aber dennoch immer zuversichtlichen Sprechmelodie, für die er berühmt war. In jedem Satz wurden tapfer die Zähne zusammengebissen, und mit einem wehmütigen Schalk im Augenwinkel die Zuschauer mit ins schwankende Boot einer unsicheren Existenz geholt. Affirmation einer schlechten Zeit auf artistisch hohem Niveau. 

Wir Menschen der Spätmoderne haben es vergleichsweise besser und schlechter zugleich. Der Rühmann unserer Tage, an dem das ZDF über alle Quotentiefen hinweg eisern festhält, ist nicht mehr die Stimme des kleinen Mannes und der kleinen Frau, sondern er ist der Vorsprecher aller moralisch bewegten Studenten und Studentinnen. Unser Rühmann heißt Jan Böhmermann. Das Kennzeichen des ewigen Schülersprechers ist sein eigenes Lachen und die vorgeführte Ambitionslosigkeit, noch irgendetwas können zu wollen. 

Reinkarnation von Timm Thaler

Wer in den 1970er Jahren sozialisiert wurde, erinnert sich noch mit etwas Wehmut an die Geschichte von Timm Thaler. Das war der Junge, der ein so bezauberndes Lachen hatte, dass ein böser alter Mann es ihm abkaufen wollte. Und man ahnte schon als Kind, war das Lachen einmal weg, so ging es mit Timm unaufhaltsam bergab. Hat man das fehlende Lachen von Timm Thaler im Ohr, so klingt das Lachen von Jan Böhmermann, als wäre er eine späte Reinkarnation des armen Timm, der es irgendwie geschafft hat, sich ein neues Lachen zurückzukaufen. Sei es durch eine aufwändige Operation oder eine geschickte Simulation am Computer, das Lachen ist wieder da, und klingt seitdem wie eine Mahnung, dass eine verkaufte Seele für alle Zeiten heimatlos durch die Welt streifen muss. Denn zurückbekommen hat der Timm Böhmermann ein Lachen, so hart und meckernd, wie das eines Wehrmachtssoldaten in Stalingrad, und so entsetzt auftrumpfend wie von einem bekoksten Broker in der CoronaBaisse. 

Diese eigentlich interessanten, existentiellen Ausnahmezustände sind dem Polizistensohn jedoch nicht nur zutiefst suspekt, sondern vor allem völlig unbekannt. So liefert er zuverlässig die ironische Version seines herzlosen Gelächters. Und damit ist man beim Fundament der Böhmermannschen Unterhaltungsanstrengungen angelangt. Die Ironie ist Anfang und Ende aller seiner Bemühungen. Und das schlichte Zeichen, mit dem er signalisiert, dass hier, Achtung, gerade etwas ironisch gemeint ist, ist der kokette Kamerablick und das seltsam seelenlose Lachen. 

Grobschlächtige Form der Ironie

Wer bei Ironie an die feinen Satzkonstruktionen eines Thomas Mann denkt oder die zarten Pointen eines Loriot, wird dieser grobschlächtigen Form der Ironie wenig abgewinnen können. Wenn bei Loriot die Pedanterie des verklemmten Bürgers zugleich zelebriert und bloßgestellt wird, so wird bei Böhmermann in mechanischer Stupidität einfach um alles eine ironische Klammer gemacht. Man kennt die Zeitgenossen, die kaum einen Satz beenden können, ohne dass sie darin die Finger zu den pantomimischen Anführungszeichen erhoben haben. Sie möchten etwas sagen, möchten aber auf keinen Fall dafür verantwortlich gemacht werden. 

Der spätmoderne Mensch sieht sich offensichtlich von unzähligen Fallen umstellt, in die er hineinstürzen könnte, wenn man ihn einmal mit einer Aussage dingfest machen könnte. So wird aus der Ironie, die einst ein Mittel der intellektuellen Annäherung und subtilen Kritik war, ein Schutzschild, hinter dem sich die Ängstlichen und Nassforschen sammeln. Würden sie es bei dieser sorgenvollen Kommunikation bewenden lassen, so möchte man ihnen helfend die Hand reichen und vergewissern, dass man heute eine eigene Meinung haben darf. Doch die 63 Prozent, die in einer Umfrage zugaben, Angst zu haben, diese zu äußern, bilden inzwischen eine verschreckte Mehrheit. 

Angst vor der eigenen Pointe

Die Dialektik der Böhmermannschen Ironie besteht nun darin, dass sie die Angst vor der eigenen Pointe zur Methode erklärt hat, und zugleich dafür sorgt, dass die Angst vor dem falschen Zungenschlag immer mehr zunimmt. Zum einen wird durch das reflexhafte eigene Lachen jeder langweilige Satz mit dem Signal versehen: Hier ist es lustig. Zum anderen soll sich durch die Anführungszeichen der Ironie wirklich niemand mehr durch irgendeinen Witz gekränkt fühlen. Denn das größte Problem für den Komiker unserer Tage besteht darin, dass Pointen eine Zuspitzung brauchen, und dass genau diese Zuspitzung von immer mehr Menschen als Kränkung empfunden wird. Was bleibt dem Komiker also übrig, als auf die Pointe zu verzichten, und sie durch eigenes Lachen zu ersetzen? Affirmation einer schwierigen Zeit auf bescheidenem Niveau. 

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Christian Haustein | So, 10. Mai 2020 - 12:55

Böhmermann lebt und steht für die Arroganz der Generation Twitter. Eine Blase, die nicht weniger gefährlich, wie rechten Verschwörungstheoretiker. Man träumt vom Sozialismus und einer perfekten Welt. Anstatt selbst etwas auf die Beine zu stellen, rechtfertigt man sich mit theoretischen Wissen, dass nie in die Praxis umgesetzt wurde. Selbst durch das Geld der bösen Babyboomer, wie die Made in Speckmantel, halt man den Finger drauf, wo die an der Macht Fehler machen... Wenn man selbst Fehler macht setzt man den Hundeblick auf und drückt ein "Sorry" raus oder gibt anderen die Schuld...

Mal schauen was passiert, wenn die bösen alten Männer, Neoliberalen, Kriegstreiber den Platz räumen... Macht man es anders, setzt man den Wagen gegen die Wand oder wird man klamm heimlich das selbe machen, einen Sündenbock suchen mit der Gewissheit, dass die nächste Generation sich genauso dämlich verhalten wird, wie man selbst?

Joachim Kopic | So, 10. Mai 2020 - 13:47

In reply to by Christian Haustein

... für seinen "Hühnerstall-Motorrad-Humor" auch noch mitzahlen muss! Lachen kann ich mir beim sog. "Humor" solcher Charaktere eh verkneifen ... wenn überhaupt, dann höchstens über diese Personen selbst!

Nehmen Sie alle Radiosendungen, Fernsehsendungen und Webauftritten und rechnen dann den Böhmermannanteil von ihren 18€ heraus, ich lade Sie gerne drauf ein.
Wie oft haben Sie das Angebot denn genutzt und das NeoMagazin oder das NeoMagazinRoyale angesehen? Preisgekrönte Sendungen, die große Wellen schlugen und sowohl in Politik als auch Kunst (international) einiges veränderten.
Aber Sie müssen diesen Humor nicht verstehen, ebensowenig wie Stegemann. Eckhardt zu loben und dabei Böhmermann abzuwerten macht aber wenig Sinn, wenn man sich mit beiden Menschen intensiv befasst.
Alleine schon, weil Eckhardt NUR Kabarettist ist und das auch noch mit einer Kunstfigur. Jedoch der Humor, der vor den Kopf stoßen will, den haben beide gemein.
Der Artikel versammelt Menschen mit einer bestimmten Behinderung im Kunstverständnis, macht einen Stammtisch auf.

Ambros | Di, 12. Mai 2020 - 00:49

In reply to by Christian Haustein

Es stimmt, Böhmermann steht für eine gesamte Generation. Da ist jedoch der Großteil der Babyboomer inkludiert. Und ihm zu unterstellen er hätte nichts erreicht, das ist einfach lächerlich. Aus der Polizistenfamilie im dreckigen Eck von Bremen über Radiomoderation zum internationalen ComedyStar - was haben Sie denn im Vergleich erreicht?
Man muss ihn natürlich nicht mögen, aber wenn man ihm keinen Respekt zollt, lässt das auf ein recht instabiles Rückgrat schließen.
Und inwiefern sollten hier Gefahren ausgehen wie von Rechten? In dieser Generation sind Menschen des gesamten Spektrums enthalten. Jedoch werden von Böhmermann hauptsächlich Bildungsbürger zwischen 20 und 40 angesprochen, von denen geht wenig Gefahr aus. Und diese bestimmen bereits unsere Gegenwart, nicht nur die Zukunft.

Werner Peters | So, 10. Mai 2020 - 13:26

"...wird dieser grobschlächtigen Form der Ironie wenig abgewinnen können." Oh, Sie irren, die ZDF-Granden finden genau das großartig! Wie schon sein ekeliges "Gedicht" über Erdogan. Böhmermann ist ein Symptom dafür, was in diesem Land kulturell schief läuft.

Christa Wallau | So, 10. Mai 2020 - 19:14

In reply to by Werner Peters

... kann ich bei Böhmermann beim besten Willen nicht erkennen.

Was er von sich gibt, das sind Pöbeleien schlimmster Art, und sie betreffen
stets nur die bekannten Feindbilder seiner Medien-"Klasse", die sich ihre eigene Welt
geschaffen hat.
Die Buhmänner sind immer dieselben, während die eigene Position überhaupt nicht in Frage gestellt wird.
Billigste, gröbste Schwarz-Weiß-Malerei!
Wie tröstlich, daß man dank der Aufzeichnungstechnik jederzeit auf frühere Satiriker, Komiker und Humoristen zurückgreifen kann, wie z. B. Volker Pispers, Loriot, Tegtmeier, Hallervorden oder auch die Lach- und Schießgesellschaft.

Humor ist, wenn man t r o t z Böhmermann lacht!

Hermann-Josef Stirken | So, 10. Mai 2020 - 14:35

Er steht als Synonym eines Teils der jungen Generation, die überall scheitern, jede Ausbildung abbrechen und glauben, als Krawallmacher erfolgreich sein zu können. Dies kann nicht gut gehen. Böhmermann in einem Zuge mit Rühmann zu nennen, ist wahrscheinlich zu viel der Ehre. Ich verzichte auf seine Darbietungen.

Werner Gottschämmer | So, 10. Mai 2020 - 20:35

In reply to by Hermann-Josef …

Der Typ gehört zu jener Kategorie, die, würden sie von heute auf morgen verschwinden, nicht vermisst werden. Es würden auf keine Wiederholungen laufen oder ähnliches, es würde auch nicht erinnert, weil sie schon schon im Diesseits entbehrlich sind. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Simone | Mo, 11. Mai 2020 - 20:42

In reply to by Hermann-Josef …

Ich stimme Ihnen vollkommen zu.
Besonders unsympathisch finde ich diese Überheblichkeit. Obwohl er selbst keine Ausbildung vorzuweisen hat, lacht er Herrn Aiwanger für sein Englisch aus.
Herr Aiwanger ist Akademiker.
Wie gut Herrn Böhmermanns Englischkenntnisse sind, wissen wir nicht. Er musste auch keine Rede halten...

Michaela 29 Diederichs | So, 10. Mai 2020 - 14:46

Ein Böhmermann ist ein Lisa Eckart schlicht nicht gewachsen - weder sprachlich noch intellektuell. Wer die Frau einmal live gesehen hat, weiß, wovon ich schreibe. Sie haben die Böhmermänner dieser Zeit hervorragend entlarvt. Danke für Ihren ganz ausgezeichneten Artikel.

Werner Kahn | So, 10. Mai 2020 - 15:03

Bei Herrn Böhmermann kann ich mir das Empfinden nicht verkneifen, dass es sich hier um einen als Komiker getarnten Moralprediger handelt. Das Schlimme ist, dass ich diesen gebührengeäppelten Spaßmacher als GEZ Zahler finanzieren MUSS.

Urban Will | So, 10. Mai 2020 - 15:05

Eigentlich würdig vor großem Publikum in einer Bambishow o.ä. vorgetragen zu werden. Damit Viele endlich mal aufwachen.

Den Rühmann – Vergleich verstehe ich nicht so ganz, zumal dieser ja ein exzellenter Schauspieler war und auch seriöse Rollen beherrschte (Bsp.: „Es geschah am hellichten Tag“ v. 1958)

Böhmermann ist eine Witzfigur im wahrsten Sinne des Wortes. Der „Mainstream – Komiker“.

Ihre Wortkreation „woke“ finde ich gut getroffen.
Vielleicht verankert sie sich ja im allgemeinen Sprachgebrauch.

Das „Positive“ an einer woken Komiker – Welt: Sie wird mit der Zeit so langweilig, dass sie sich selbst erledigt.

Die „Intellektuellen“, sicherlich ein Großteil seiner Fangruppe, die bei Böhmermann's Auslassungen gg. die politisch Inkorrekten (wie Sie schrieben: die „Rechten“, Trump, etc...) derzeit noch ihr Pflichtlachen zur Schau stellen, werden irgendwann den Respekt vor sich selbst verlieren oder eben ihre Ansprüche wieder ihrem Intellekt anpassen.

Gisela Fimiani | So, 10. Mai 2020 - 15:35

Haben Sie Dank, Herr Stegemann, für eine brillante und entlarvende Analyse der Persönlichkeit des Herrn Böhmermann und den kindisch dümmlichen Zeitgeist, den er verkörpert. Jeder Ihrer Vergleiche, jede Metapher trifft ins Schwarze. Plumpe Hemmungslosigkeit und primitiv pöbelhafte Niveaulosigkeit erhalten öffentlich rechtliche Weihen. In welch weitere Tiefen wird uns die abschüssige Bahn solchen Zeitgeistes noch stürzen? Darf man überhaupt noch hoffen, dass Medienvertreter, sowie sich für „wichtig“ erachtende Menschen ihre an Narzissmus grenzende Eitelkeit erkennen? Oder wird ihr feiges Duckmäusertum sie daran hindern? Vielleicht macht sich aber der Bildungsnotstand auch hier bereits bemerkbar. Erlauben Sie mir die Ansicht, Herr Stegemann, dass Sie Ihre stets lesenswerten Beiträge hier noch übertroffen haben.

mich Ihrem absolut angebrachten Lob anzuschliessen. Die Charakterisierung ist grossartig.

Jürgen Keil | So, 10. Mai 2020 - 16:02

Herr Stegemann, das musste gesagt werden. Danke für diesen Beitrag. Das Einzige was ich an ihm kritisieren möchte, sind die vielen Worte, die Sie Herrn Böhmermann gewidmet habe. Soviel Aufmerksamkeit hat er nicht verdient. Lisa Eckhart hingegen ist mir immer ein humoristisches, intellektuelles Vergnügen. Als Dieter Nuhr noch Zuschauer haben durfte, hatte ich oftmals den Eindruck, dass Einige im Saal die feingeschliffenen Wortkonstruktionen der Eckhart entweder nicht, nur mit Verzögerung oder gar nicht verstehen wollen. Etwas spießige Irritation konnte man von manchen Gesicht ablesen. Da keimte mir auch schon mal die Frage: wie lange werden die gutpolitischen Korrekten diesen respektlosen, humoristischen Treiben wohl noch zusehen? Und siehe da, die Messer werden gewetzt. Finger weg von Lisa, ihr humorlosen Überkorrekten!

Peter Eberl | So, 10. Mai 2020 - 16:11

Die Begriffe Ironie und Komiker mit Herrn B. in Verbindung zu bringen und ihn auch noch mit Rühmann auf Augenhöhe zu bringen, ist schlankweg ein großer Irrtum des Autors. Bs. Intellekt zeichnet sich nicht durch Schärfe, sondern durch seine herausragende Primitivität aus. Mehr ist nicht.

Klaus Funke | So, 10. Mai 2020 - 17:29

An sich erübrigt sich jedes Wort über diesen notorischen Flegel. Er hat den Trick vervollkommnet, über alles und jeden dümmliche Witze zu reißen, wobei das Wort "Witz" schon zu viel des Guten ist. Bedenklich ist, dass es beim ZDF Redakteure und Programmmacher gibt, die Böhmermanns Blödeleien für sendenswert halten. Sind die selber so blöd oder halten sie ihr Publikum für blöd. Freilich, Empörung macht Quote. So gesehen bringt jede Empörung über ihn irgendwie "Nachfrage". Ich gestehe, icvh habe mir noch nie eine Sendung von ihm auf "neo" angesehen, nur indirekte Berichte zur Kenntnis genommen.

Ernst-Günther Konrad | So, 10. Mai 2020 - 17:43

Böhmermann kann nix, der weiß nix, der taugt nix. Habe ihn mir mal 10 Minuten im Zusammenhang mit seiner Beleidigungsattacke gegen Erdogan angetan. Die Fernsehwelt verliert nix, wenn er dort keine Bühne mehr bekommt. Wer es braucht soll es sich antun. Ich brauchs nicht. Ihr Artikel hat meine Meinung im Grund nur bestätigt. Gute Analyse Herr Stegemann.
Was Lisa Eckhart anbetrifft, die kenne ich nicht, schaue und höre sie mir aber mal an, damit ich mir ein Bild machen kann. Vielleicht werde ich ja ein Fan von ihr. Wenn der Mainstream sie jetzt schon so behandelt, muss sie wohl einiges richtig machen. Wenn Komiker und Satiriker die üblichen mainstreamgesteuerten Anwürfe erfahren, ist sie mir schon symphatisch. Die schwimmt wohl gegen den Strom?

Finden Sie heraus, ob auch Sie Teil der Cicero-Foristen-Eckhart-Fangemeinde werden wollen. Hier schon mal ein kleines "Schmankerl", welches die Dame vor einiger Zeit von sich gab - im Zusammenhang mit z. T. (W. Allen) NICHT bewiesenen Vorwürfen sexueller Gewalt, zitiert in:

https://diepresse.com/home/kultur/news/5809496/Lisa-Eckhart_Oesterreich…

"Den Juden Reparationen zu zahlen, das ist, wie dem Mateschitz ein Red Bull auszugeben. (...) Was tun, wenn die Unantastbaren beginnen, andere anzutasten?"

Also ich persönlich finde solche anti-semitischen Stereotypen widerwärtig, und bevor ich mich richtig in Rage rede, tippe ich lieber auf "Abschicken...

dass das anti-semitisch sein soll?
Heisst das nicht eher, lasst es doch, sie/wir? haben doch alles?
Mateschitz ein Red Bull ausgeben, wäre wie Eulen nach Athen tragen oder irre ich?
Dann wäre das erst im 2. Schritt geeignet, Vorurteile , die die Vorfahren gehabt haben könnten, zu bestätigen?
Um dem vorzubeugen, würde ich Frau Ekardt die Großartigkeit derjenigen, die sich als jüdisches Volk bezeichnen würden - ich finde es schwierig, eine richtige Bezeichnung zu wählen, manchmal wirkt es auf mich, als ob das Bilderverbot Jahwes auf "sein Volk" übergegangen sei, man dürfe es nicht benennen, aber Jahrtausende lange Stigmatisierung dürfte der eigentliche Grund sein - bestätigen wollen, nicht nur darin, wieder in IHREM Land zu leben, wovon andere noch träumen.
Der Siegeszug israelischer Brillanz auf allen Gebieten und in allen Ländern dürfte die jahrhundertelange Herabsetzung ins Wanken gebracht haben und in einen neidischen Hass umgeschlagen sein?
Der Aufstieg der USA war auch mit ihnen.

Manfred Sonntag | So, 10. Mai 2020 - 18:41

Bravo Herr Stegemann! Bravo Cicero! Erst wurde der Baron Münchhausen (Herr Lauterbach) interviewt und heute der Gossenhauer (Herr Böhmermann) vorgeführt. Bitte machen Sie so weiter! Ich bin begeistert. Und den woken Gegnern von Lisa Eckhart wünsche ich die Verstopfung der medialen Giftdrüsen.

Daniel Schillig | So, 10. Mai 2020 - 19:04

Ein großartiger Artikel der Böhmermann als das entlarvt was er ist:
Ein Meinungseinpeitscher für schlichte Gemüter, die mit Triggerworten immer wieder gern in ihrer einseitigen Weltbetrachtung bestätigt werden wollen.

Andreas Breitenstein | So, 10. Mai 2020 - 22:58

Es lohnt sich zwar kaum, aber ich versuch's mal mit einer Gegenmeinung:

Etwas ratlos machender Beitrag. Schon der Rühmann-Vergleich hinkt auf mehr als nur einem Bein - und zwar mindestens so sehr, wie diese seltsame Böhmermann-Fixierung konservativer Denker irritiert. Der Mann hatte auf ZDF-neo zuletzt im Mittel so um die 300.000 Zuschauer. Wenn Lisa Eckhart bei Nuhr ihre nöligen Vorträge hält, verfolgen das in etwa zehn mal so viele.

Soll heißen: Niemand sieht ihn sich an, aber alle haben eine - wie auch hier - Meinung zu Herrn B. Und verkennen vor allem: Mainstream sind inzwischen Nuhr und Frau Eckhart (die auch weiter in der ARD auftritt und die Kritik sicher aushalten wird, wenn sie ihr nicht gar nützt).

Böhmermann ist absolute Nische. Dass er alle paar Monate mit irgendeiner Stuntaktion Schlagzeilen macht, ändert daran genau nichts. Und die hier mal wieder jammernd vorgetragene Klage von der Meinungsunterdrückung von links ist bestenfalls ein Symptom von Verfolgungswahn.

Henner Majer | So, 10. Mai 2020 - 23:47

Dieser Herr B. ist ein halbamtlich geprüfter Staatsfunks-Kabarettist, der Witze zu machen versucht. Da gegen die meisten Poienten schon Pflöcke eingekloppt sind, muss er sich in die Fäkalsprache flüchten und Ziegen durch Doktor Erdogan fi*** lassen oder sich im einzig genehmigten, röhrenförmigen Schießkanal gegen die AfD austoben.

Da in seinen Sendungen offenbar ständig die elektronisch gespeicherte Publikumslache eingespielt wird, braucht er außer sich selber keinen mehr zum Lachen.

Eine ganz traurige Gestalt - aber mehr ist im heutigen Staatskabarett nicht drin - Böhmer hin, Mann her, hahaha, wie witzig.

Kennen Sie denn etwas anderes als die "Schmähkritik"? Ich unterstelle mal einfach, dass Sie die Schmähkritik und ihre Absicht maximal auszugsweise kennen.
Derzeit hat er keine Sendung, nur den bestlaufendsten Podcast auf Spotify weltweit. Wie kommen Sie drauf, dass Lacher eingespielt worden wären? Weil man für die Show keine Karten kaufen konnte, sondern sich bewerben musste, da der Andrang so groß war?
Sie haben sehr überzeugend dargestellt, dass Sie gerne verurteilen ohne auch nur einen Hauch Ahnung der zu bewertenden Situation zu haben.
Wahrscheinlich ist dieses generell abwertende Verhalten ein psychisches Symptom.

Ellen wolff | Mo, 11. Mai 2020 - 09:07

Danke für diesen hervorragenden Artikel. Es gibt doch noch intelligentes Leben. Und ich hoffe sehr, dass uns Lisa Eckert weiter in der sonst oft tumben Medienlandschaft erhalten bleibt. Das Problem scheinen mir auch die Neider zu sein, einer Lisa Eckert können nicht viele das Wasser reichen.

Thomas Hechinger | Mo, 11. Mai 2020 - 09:08

Für mich ist das wahre Kennzeichen von Humor, daß man über sich selbst lachen, daß man sich selber in Frage stellen kann. Ein Loriot macht sich lustig über die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern, darüber, daß Menschen aneinander vorbeireden, über die Spießigkeit mancher Zeitgenossen. Und man ahnt es: ein bißchen ist er das alles selber. Und er muß schmunzeln, wenn er seine kleine Spießigkeit in einem überdrehten Sketch zelebriert und bloßstellt. Er denkt über sich selber nach und lacht über sich selber.
Das fehlt einem Jan Böhmermann völlig. Der Zeitgeist ist links. Politischer Humor müßte sich daher vor allem über das Linke lustig machen. Stattdessen bringt man einen deutschlandfähnchentragenden unansehnlichen Pegida-Anhänger ins Bild, der mit ungelenker Sprache wirres Zeug von sich gibt. Sich aber über die Schwachen lustig machen ist - erbärmlich. Und genau das ist Böhmermann-"Humor": erbärmlich.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 11. Mai 2020 - 09:29

weil ich mir nur Nuhr, Appelt und Rebers anschaue in der Sendung, dann auf YouTube.
Von Herr Rühmann mag ich in Bezug auf die frühen Filme bei mir nicht von Begeisterung sprechen, er passte für mich entsetzlich gut in "Nazi-Propagandafilme", im Sinne von "aggressiv-forsch und unbekümmert".
Da mag evtl. Herr Böhmermanns Art von Ironie eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen.
Ich schätze sie nicht sehr, ordne sie - wie ja auch in den Propagandafilmen wohl angedacht für Rühmann - der Jugend zu und hoffe inständig, dass sich das mit der Zeit gibt.
ABER als Pater Brown oder in "Es geschah am hellichten Tage" hat mir Heinz Rühmann sehr gut gefallen, so dass ich die frühe Attitüde der damaligen Zeit zuschrieb.
Er hatte in fortgeschrittenem Alter etwas Gewissenhaftes und Demütiges in leiser Heiterkeit und ist nicht wegzudenken aus der frühen Bundesrepublik bis zu seinem Tod. RIP
Ob sich Herr Böhmermann dahin vorarbeiten kann?
Er kann es ja versuchen.

Ich mochte ihn dann als

Rob Schuberth | Mo, 11. Mai 2020 - 18:40

Für mich ist Lisa Eckhart um Welten besser als dieser wenig talentierte, u. daher so maßlos übertreibende Böhmermann.

Denn seine medialen Momente erhält er nur wg. dieser maßlosen u. teils auch geschmacklosen Übertreibungen.

Rob Schuberth | Di, 12. Mai 2020 - 12:48

2. Versuch:

Herr Böhmermann hat m. E. nicht das Niveau einer Lisa Eckahrt.
An deren fein geschliffene Wortwahl kommt er einfach nicht heran.

Daher finde ich es auch unlauter ihn mit ihr zu vergleichen.

Für mich erreicht Herr Böhmermann seine mediale Aufmerksamkeit nur weil er mehr als provokant ist.
Dabei allerdings kaum satirische Qualität zeigt, sondern mehr einem groben Hammer, als einer feinen Klinge gleicht.

An die Red.:
Hoffe Sie lassen es dieses Mal zu und m. Komm. verschwindet nicht wie der von gestern in Ihrer Rundablage.