Antisemitismus Das Ende des ESC Der ESC ist tot. Er starb erst an Verflachung, dann an musikalischer Einfallslosigkeit und schließlich an dem widerlichsten Bullshit überhaupt: Antisemitismus. Zeit, den Unfug zu beenden. Er hat sich ohnehin überholt. KOLUMNE: GRAUZONE
Europa im Niedergang : Kulturpessimismus ist auch bloß eine Masche Ein völlig konstruierter und blutleerer Text ist mit dem Deutschen Buchpreis prämiert worden. Doch gute Neuigkeiten! Die Anerkennung des kulturellen Bedeutungsschwundes des Landes hat auch etwas Befreiendes. VON DOMINIK PIETZCKER
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson : An der Geige übt man das Geizen Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson gibt nicht auf. Mit unermüdlicher Disziplin kann ihr vielleicht gelingen, was ihrem Vorgänger unmöglich war: sparen und kürzen. Trotzdem möchte sie Berlin ermöglichen, Kultur und Kunst zu erleben. VON CORDELIA DVORÁK
Kulturkiller KI : Beim Prompt des Poeten! Künstliche Intelligenz erzeugt eine Explosion an Innovationen. Generierte Bilder, Texte und sogar Lieder überschwemmen die Welt der „Kultur“ und lassen den Prompter zum „Künstler“ werden. Paradoxerweise kann aber gerade die Innovation zu einem Stillstand der Kultur führen. VON RALF HANSELLE
Eklat um Jan Böhmermann : Der Gesellschaft die Wurst vorhalten Jan Böhmermann war der Liebling eines linken Kulturmilieus. Nun wird der Scharfrichter des richtigen Meinens selbst Opfer eines Shitstorms. Der Grund: Böhmermann positionierte sich gegen Antisemitismus. GRAUZONE VON ALEXANDER GRAU
Ausladung der Münchner Philharmoniker : Gesinnungsprüfung nicht bestanden Eigentlich sollten die Münchner Philharmoniker das musikalische Highlight des Jahres im belgischen Gent bespielen. Doch vom Vorsitzenden wurde ihnen abgesagt. Der Grund: Lahav Shani – der israelische Dirigent – verurteilt Israel nicht als genozidalen Staat. VON MIRJAM EPSTEIN
Künstlerische Leiterin der Documenta 16 : Naomi Beckwith: Möge der Himmel helfen Die US-Amerikanerin Naomi Beckwith ist künstlerische Leiterin der Documenta 16. Sie möchte weg von Experimenten und sich mit Stabilität gegen die Angriffe auf die Weltkunst stellen. Erste Äußerungen lassen auf eine kontroverse Schau im Sommer 2027 schließen. VON SASKIA TREBING
Henry David Thoreau : Widerstandsgeist gegen die autoritäre Wende Vor gut 150 Jahren erschien Henry David Thoreaus Essay „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“. Eine dringende Lektüreempfehlung, damit zukünftig der deutsche Grundrechte-Report wieder positiver ausfallen kann. VON RENÉ SCHLOTT
Robert Ketterer im Porträt : Bilder gegen die Schwarzmaler Die Kunst der Kunstversteigerung liegt im Widerstand gegen sämtliche Bedenkenträger. Mit diesem Trick hat es Robert Ketterer bis an die Spitze der Branche gebracht. VON VIOLA SCHENZ
Literaturen im Januar : Sie nahm sich die Freiheit Angela Merkels Memoiren sind kein Lesevergnügen. Lesen sollte man sie trotzdem – als zeitgeschichtliches Dokument. Am besten gemeinsam mit Klaus-Rüdiger Mais kritischer Biografie. VON CICERO-REDAKTION
Die letzten 24 Stunden : Moses Pelham: „Mit allem im Reinen und leicht angetrunken“ Moses Pelham nimmt mit seinem letzten Album „Letzte Worte“ Abschied vom Musikgeschäft. Würde er jedoch vom Leben Abschied nehmen, würde er zum Abschluss alles in Ordnung bringen. Nur wenige Menschen möchte er in den letzten 24 Stunden seines Lebens noch einmal unter vier Augen treffen. VON NADINE EMMERICH
Kulturbetrieb in Aufruhr : Von subversiven Lederhosen und langweiliger Kapitalismuskritik Der Kulturbegriff ist nicht eindeutig definiert. Das hindert die „Kulturschaffenden“ aber nicht daran, bestimmen zu wollen, wer da mitreden darf und wer nicht. Dabei ist jedes dörfliche Maibaumfest kulturell wertvoller als ein linker Kulturbetrieb, der sich stets nur selbst reproduziert. VON BEN KRISCHKE
Kultur im Koalitionsvertrag : Heilig’s Blechle! Die Marschroute, die sich die neue schwarz-rote Koalition in Sachen Kulturpolitik gegeben hat, wirkt uninspiriert und einfallslos. Nur eine Meldung hatte es dann doch in sich. VON RALF HANSELLE
Franz Rogowski im Porträt : Roter Teppich Dauerläufer Er verkörpert Außenseiter und gebrochene Helden. Doch auch in seinem neuen Film „Bird“ ist Schauspieler Franz Rogowski fast zu schön, um Star zu sein. VON DIETER OSSWALD