Regisseur Fatih Akin Der Himmel über Wittdün Mit „Amrum“ hat Fatih Akin seinen ersten Hark-Bohm-Film gedreht. Im Zentrum steht ein Junge, der ein Familiengeheimnis lüftet und am Ende aus dem Paradies vertreiben wird. Der Regisseur war nicht nur sein Lehrer, er lieferte auch den Stoff zu dieser Nachkriegsgeschichte. VON DIETER OSSWALD
Nachruf auf Diane Keaton : Die Unabhängige Diane Keaton hat das Kino von New Hollywood ab den späten 1960ern geprägt wie kaum eine andere. Dabei erfüllte sie nie ein typisches Frauenklischee wie Vamp, Diva, Femme Fatale oder Unschuld vom Lande. Sie blieb immer sie - ihre vielleicht größte Leistung. VON ALEXANDER GRAU
Pia Hierzegger im Porträt : Die Strenge aus Graz Einst war Pia Hierzegger der sonderliche Sidekick an der Seite von Josef Hader. Jetzt bringt die Österreicherin ihr Regiedebüt „Altweibersommer“ ins Kino. Er handelt von Routine, verblichenen Lebensentwürfen und überraschenden Wendungen – Themen aus dem echten Leben. VON CORDELIA DVORÁK
Film der Woche: „Die Farben der Zeit“ : Unsere Wurzeln, unser Sein Die französische Tragikomödie „Die Farben der Zeit“ ist eine Zeitreise mit konservativer Botschaft. Raffiniert wechselt ihr Plot zwischen der Belle Époque und der Gegenwart. Ohne erhobenen Zeigefinger kritisiert sie blinden Fortschrittsglauben. VON URSULA KÄHLER
Deutscher Filmpreis : Reden wir über Freiheit! Während der Verleihung des Deutschen Filmpreises wurde viel über Freiheit gesprochen. Dabei hatten viele aus der Branche wohl nur die eigene Freiheit im Sinn. Die Freiheit des anderen wird derweil als Bedrohung empfunden. Gerade auch in der Kulturszene. VON RALF HANSELLE
Mohammad Rasoulof im Porträt : Die Saat des Widerstands Mit seinen Filmen kämpft der Regisseur Mohammad Rasoulof gegen das theokratische Regime im Iran. Im Frühjahr 2024 floh er aus dem Iran, nachdem er zu acht Jahren Haft verurteilt worden war. Sein Protest hat es von Hamburg bis nach Hollywood geschafft. VON URSULA KÄHLER
Oscar-Nominierungen : Ausnahmen bestätigen nicht die Regel Unter den nominierten Produktionen für die diesjährigen Oscars sind auch drei mit deutscher Beteiligung. Das macht Hoffnung, darf jedoch nicht über den gegenwärtig kritischen Zustand des heimischen Filmschaffens hinwegtäuschen. VON URSULA KÄHLER
Zum Tod von David Lynch : Psychoanalyse ohne Therapie David Lynch war der große Surrealist des amerikanischen Kinos. Seine Filme zeigten die Doppeldeutigkeit der Welt, die Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit. Damit erinnerte er uns Zuschauer auch immer daran, was die Stärke von Kino ist: das Erzeugen von Illusionen und Uneindeutigkeit. VON ALEXANDER GRAU
Reform der Filmförderung : Kein Happy End für den deutschen Film Deutschland war lange Zeit ein attraktiver Filmstandort in Europa – und ist es heute nicht mehr. Die gute Nachricht lautet: Es wird auch 2025 eine Filmförderung geben. Allerdings droht eine Hängepartie mit schweren wirtschafts- und kulturpolitischen Folgen. GASTBEITRAG VON CHRISTIANE SCHENDERLEIN
Film der Woche: „The Beast“ : Die Bestie namens Liebe Der spannende und intelligente Science-Fiction-Film „The Beast“ erzählt auf drei Zeitebenen über die Angst vor großen Gefühlen. Die eigenwillige Dystopie basiert auf einer Novelle von Henry James und ist die Überraschung dieses Kinojahres. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Die Ironie des Lebens“ : Narr in Verzweiflung Ernstes mit Humor zu verbinden, ist eine Spezialität des Regisseurs Markus Goller. In „Die Ironie des Lebens“ entschärft er den Stimmungskiller Tod. Corinna Harfouch und Uwe Ochsenknecht beeindrucken auf dieser bewegenden letzten Reise. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Gloria!“ : Mehr Post-Bitchiness wagen Das Barockmusical „Gloria!“ der italienischen Regisseurin Margherita Vicario ist ein frisches, hoffnungsvolles Plädoyer für Solidarität unter Frauen. Ein wichtiges Thema, das zu Unrecht ein mediales Schattendasein neben Wokeness und MeToo führt. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Horizon: Eine Amerikanische Saga – Chapter 1“ : Western von gestern Kevin Costner will mit dem vierteiligen Westernepos „Horizon: Eine Amerikanische Saga“ an alte Erfolge anknüpfen. „Chapter 1“ beeindruckt jedoch vor allem durch eindimensionale Stereotypen und eine verstaubte Mise-en-scène. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Zwei zu eins“ : „Ihr wolltet Kohl, nun habt ihr den Salat“ In „Zwei zu eins“ schmuggeln drei Freunde kurz nach der Währungsunion von 1990 wertlose DDR-Banknoten aus einem NVA-Lager. Um das Geld gegen D-Mark umzutauschen, entwickeln sie einen raffinierten Plan. Der anfängliche Jux wird zum subversiven Husarenstück in den Wirren der Nachwendezeit. VON URSULA KÄHLER
Marvel-Superheldin Sabra : „Herkunft unbekannt“ Die Marvel-Studios planen einen „Captain America“-Film mit der israelischen Superheldin Sabra. Nach Protesten des israelfeindlichen Mobs nimmt Marvel eine Änderung vor: Sabra ist jetzt keine Israelin mehr. Dieses Meisterwerk an Feigheit und Rückgratlosigkeit wird die Antisemiten nicht zufriedenstellen. VON GIDEON BÖSS