Das politische Buch Harald Burkart liest „Systemversagen“ Deutschland steckt nicht in einer Krise – es steckt in einem Systemfehler. Der Journalist Gabor Steingart seziert nicht einzelne Krisen, sondern die Strukturen dahinter – und kommt zu einem ernüchternden Befund: Deutschlands Niedergang ist politisch gemacht. VON HARALD BURKART
Literaturen im Januar : Demokratie, Krise und Gesellschaft Demokratie ohne Souveränität, Krisen als Dauerzustand, Gesellschaft im Wandel: Vier Bücher aus Staatsrecht, Philosophie, Literatur und Meinungsforschung liefern scharfe Analysen, große Erzählkunst und unbequeme Befunde über den Zustand unserer Gegenwart. VON MATHIAS BRODKORB, FERDINAND KNAUSS, VIOLA SCHENZ UND BENCE BAUER
Brodkorb liest : Schritt in die Freiheit, Serpentinen, der Hegemonie entgegen Drei Neuerscheinungen kreisen um Freiheit, Glauben und Macht: „Weiterdenken“ sucht den offenen Diskurs, Sebastian Ostritsch verteidigt die Gottesbeweise, Benedikt Kaiser entwirft eine Strategie für rechte Hegemonie. Gemeinsam zeigen sie, wie um Deutungshoheit gerungen wird. VON MATHIAS BRODKORB
Literaturen im November : Amerikas Katastrophengebiet, Wurzel des Nahostkonflikts, Zukunft der Stadt, Journalistenleben beim ÖRR Vier neue Bücher zeigen die Spannweite heutiger Literatur: T.C. Boyle seziert Amerikas Seelenzustand, Oren Kessler beleuchtet den Ursprung des Nahostkonflikts, Wolfgang Herles bilanziert sein Medienleben, Daniel Wisser warnt vor digitaler Dystopie. VON ULRICH BERLS, THOMAS SPECKMANN, ECKHARD JESSE UND BJÖRN HAYER
Literaturen im Oktober : Frage der Mittäterschaft, „tugendhafter Antisemitismus“, Wildwestgeschichten Götz Aly macht Neid und Habgier zum Nährboden der Mittäterschaft in der Nazizeit. Eva Illouz sieht im Poststrukturalismus den Grundstein für den neuen „tugendhaften Antisemitismus“. Yasmina Reza macht aus Strafprozessen literarische Dramen. Christoph Nußbaumeder entführt in den Wilden Westen. VON PETER HOERES, RALF HANSELLE, VIOLA SCHENZ UND RENÉ SCHLOTT
Literaturen im September : Hiroshima, Kriegsverbrecher, Todeskult Die Atombomben brachten in Japan ein verbrecherisches Regime zu Fall. Adorno und Gehlen akzeptierten keine Brandmauer. Palästinensische Mörder bedrohen die Zivilisation. Und Geschichtsmythen sind unausrottbar. VON THOMAS SPECKMANN, JOHANN MICHAEL MÖLLER, INGO WAY UND ECKHARD JESSE
Brodkorb liest : Woker Rassismus, Ungleichheit, Post-Irgendwas Coleman Hughes entlarvt die woke Ideologie als Bruch mit Aufklärung und Bürgerrechtsbewegung, Martyna Linartas ruft mit Zahlen und Moralkeule nach dem Grunderbe für alle, und Dieter Thomä dekonstruiert die großen Ideen unserer Zeit – von Postmoderne bis Postkolonialismus. VON MATHIAS BRODKORB
Literaturen im Juni : Hölle hier, Brandmauer dort Ein junger Fotograf verkauft seine Seele für Ruhm – Knausgårds moderner Faust zwischen Macht, Moral und Verfall. Dazu scharfe Blicke auf Politik und Gesellschaft: AfD, Zukunft und dunkle Schatten unserer Welt. Literatur, die den Spiegel vorhält. VON CICERO-REDAKTION
Sachbuchtipps : Brodkorb liest Sarrazin bleibt stur, Musial blickt tief in den Abgrund von Auschwitz, und Milanović serviert ökonomische Denkanstöße auf höchstem Niveau. Drei Bücher, drei Welten – verbunden durch die Suche nach Wahrheit. VON MATHIAS BRODKORB
Sachbuchkritiken : Brodkorb liest Das Totengeläut der Demokratie ist so alt wie sie selbst. Aber seit ein paar Jahren wird wieder etwas stärker gebimmelt, beobachtet Mathias Brodkorb in aktuellen Sachbüchern. VON MATHIAS BRODKORB
Sachbuchtipps im Juli : Brodkorb liest Guillaume Paoli zeigt, wie die Menschheit ihren eigenen Planeten auffrisst, Kai Diekmann erzählt Anekdoten aus der Zeit als Bild-Chef und Horst Dreier hat eine lesenswerte Einführung in das Werk des Rechtswissenschaftlers Hans Kelsen verfasst. VON MATHIAS BRODKORB
Psychologie der Corona-Jahre : Die hyperkontrollierte Gesellschaft Als „Massenformierung“ bezeichnet der Psychologe Mattias Desmet eine kollektive Hypnose, aus der auf Basis eines gemeinsamen Narrativs ein heroischer Kampf gegen ein Objekt der Angst entsteht. Liegt hier der Schlüssel zum Verständnis der Corona-Jahre? VON MICHAEL ANDRICK
Literaturen im Juni : Russland, Rosarot, Revolution Jacob Mikanowski hat eine beeindruckende Geschichte Osteuropas geschrieben, Bernd Roling und Julia Weitbrecht gehen der Historie des Einhorns auf die Spur, und Antony Beevor betrachtet die russische Revolution aus neuen Perspektiven. VON CICERO-REDAKTION
Sachbücher im November: Habermas, Precht, Welzer : Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke Jürgen Habermas will mit seiner Kritik an den sozialen Medien eine Kluft in seinem Werk schließen. Und Richard David Precht und Harald Welzer sehen Abgründe zwischen Volk und Medien. Alle drei sehen die Demokratie gefährdet - wenngleich aus unterschiedlichen Richtungen. VON MATHIAS BRODKORB
Sachbuch im April : Zauber des Anfangs Der Ethnologe David Graeber und der Archäologe David Wengrow erschüttern in ihrem Buch „Anfänge – Eine neue Geschichte der Menschheit“ mit anarchistischer Verve vermeintliche Gewissheiten über die Frühgeschichte der Menschheit. Demnach war die Entwicklung zum modernen Staat keineswegs so zwangsläufig, wie es uns heute erscheinen mag. VON THOMAS WAGNER