Sachbücher über das Privatleben von Adolf Hitler - Der „Führer“ privat

Drei aktuelle Neuerscheinungen versuchen das Phänomen Hitler aus der Perspektive seines direkten Umfelds zu ergründen. Der Ansatz ist vielversprechend, birgt aber auch Risiken.

Lange von der Forschung unbeachtet: Die Privatperson Adolf Hitler / dpa

Autoreninfo

Ulrich Schlie ist Historiker und Henry-Kissinger-Professor für Sicherheits- und Strategieforschung an der Universität Bonn.

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Ulrich Schlie

Was sagt der Umstand, dass immer wieder entscheidende Anstöße zur Hitler-Forschung von Außenseitern ausgegangen sind, über den Zustand der Historikerzunft aus? Diese Frage drängt sich nach der Lektüre dreier in Volumen, Aussagekraft und wissenschaftlicher Methode sehr unterschiedlicher Hitler-Bücher auf, die im Jahr 2020 erschienen sind. Von ihnen ist der 500 Seiten starke Interviewband von Wieland Giebel der gewichtigste. 

Das Buch umfasst mehr als 30 Gespräche, die Karl Höffkes in den neunziger Jahren mit Zeitzeugen – vornehmlich, aber nicht nur aus Hitlers Entourage – führen konnte und die zum Zeitpunkt der Aufnahme oftmals die ersten öffentlichen Äußerungen dieser Weggefährten Hitlers überhaupt enthielten. 

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Günter Johannsen | Do, 11. Februar 2021 - 17:49

Warum werden die nicht weniger verbrecherischen Führer immer außen vor gelassen?
Genosse Stalin hat schließlich die KZUs erfunden. Hitler hat sie "nur verfeinert"! Unter den Führern Walter Ulbricht, Erich Honecker, Erich Mielke - nicht viel weniger menschenverachtend - musste ich 40 Jahre leben und leiden!
Wer setzt für die millionenfachen Opfer des Kommunismus Denkmäler oder Stolpersteine???
Denn, was die Marxisten gestern wie heute verschweigen: der wissenschaftliche Kommunismus von Karl-Marx hat allein in der Sowjetunion, in China und in der DDR an die Hundertmillionen politische Morde zu verantworten! Und auch der Antisemitismus ist den Marxisten nicht fremd, wie wir heute wissen!

Herrn Johannsens Lieblingsfeinde waren zweifelsohne Gestalten, die im Rahmen einer menschenverachtenden Ideologie nicht davor scheuten, Menschen zu opfern.

Sie jedoch mit einem Hitler auf eine Stufe zu stellen (Zitat: nicht weniger verbrecherisch !!!), der nicht nur für 6 Millionen ermordete Juden die Schuld trägt, sondern durch seine kriegerischen Maßnahmen halb Europa in Schutt und Asche legte und zahllosen Soldaten und Zivilisten das Leben nahm, macht sprachlos.

Egal, wo KZs zum ersten Mal das erste Mal betrieben wurden - Hitler und seine Gehilfen haben deren Betrieb professionalisiert. Juden, Oppositionelle, Behinderte usw. - dort wurde Massenmord betrieben.

Das alles mit dem Hinweis auf die bösen Kommunisten zu relativieren lässt ahnen, dass der Forist zur deutschen Vergangenheit eine höchst "schwierige" Beziehung hat.

Die mal wieder die Frage nach dem Erfolg der "Entnazifizierung" in der DDR aufwirft.

Wen so etwas kommentarlos im Cicero erscheint, ist das bedenklich.

Ist linker politischer Mord für sie weniger menschenverachtend, als Morde von rechtsradikal? Nach dem Motto: linker Mord gut, rechter Mord böse?
Das wollen sie mir doch nicht ernsthaft überhelfen?
"Das alles mit dem Hinweis auf die bösen Kommunisten zu relativieren lässt ahnen, dass der Forist zur deutschen Vergangenheit eine höchst "schwierige" Beziehung hat." Was wollen sie mir unterstellen? Wahrnehmung ist selektiv? Oder nur unverschämt links?
Mit solche Habitus hatte ich 1968 in Stasiverhören schon genug Berührung. Das will ich mir von ihnen nicht noch einmal angedeihen lassen. Halten sie sich zurück und bleiben sie anständig! Ich halte ihre Beziehung zur Wirklichkeit für höchst schwierig.

Sehr geehrter Herr Johannsen, auch wenn's schwer fällt, am besten man ignoriert den Foristen! Sie haben etwas daß Ihnen niemand nehmen kann und das ist der Vergleich der Systeme, damit ist man politisch sehr gut aufgestellt! Die Diederich Heßlinge gibt's in jedem System und der Berufsprovokateur in diesem Forum ist einer der eifrigsten dieser Sorte! Freuen Sie sich auf ein phantastisches Winterwochenende, mit freundlichen Grüßen!

Herr Lenz kritisiert den Kommentar von Herrn Johannsen, weil J. nicht auf den eigentlichen Gegenstand der Literaturkretik eingeht, sondern in gewohnter Weise die Verbrechen der Nazis mit denen des Kommunismus relativiert. Dieses zu kritisieren macht L. in Ihren Augen zu einem Berufsprovokateur. Soweit sind wir also schon gekommen. 75 Jahre nach der Aufdeckung der unsagbaren Nazi-Verbrechen darf in einer liberalen Zeitschrift wieder verlangt werden, dass eine derartige Kritik von enem "Berufsprovokateur" doch besser von der Zensur unterdrückt werden sollte.
Nun gut, es ist dem Cicero zu veranken, dass dies nicht geschieht und auch nicht gegeüber der offensichtlich AfD-affinen Mehrheit des Forums. Denn daraus lässt sich ableiten, was wohl in Deutschland geschehen würde, wenn diese Partei jemals ein Stück Macht bekäme: Eine neue Sicht auf den Nationalsozialismus und Umgang mit Kritkern desselben. Genau wie damals wurde es ja auch schon in dem Buch von Höcke angekündigt.

Und wenn man dann noch Herrn Johannsen unterstellt, dass dieser relativiert, dann platzt mir der Kragen. Und ich halte mich nicht zurück, sondern komme langsam in Fahrt.
Denn wehre den Anfängen!!!
Das Politik ein schmutziges Geschäft ist, weiß ein jeder redlicher Mensch. Wenn man aber wie früher Jahrzehnte lang bei den einen relativiert, während die anderen.....
So geht es nicht. Pasta. Zumal all diese Herren in den weißen Westen auch schon eine Ewigkeit hier im Cicero lesen & schreiben & auch wissen (!!!), wie Herr Johannsen tikt & wie er zur wirklichen braunen Brut steht.
Wär hier den Anstand überstrapaziert, ohne Worte. Auf dieses Niveau lasse ich....
Und vergib unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben (aber nicht vergessen, egal ob braun, rot oder....
Ronald Lehmann
PS: Und wer Berufsprovokateur ist, daß wäre eine Anfrage an Sender Jerewan wert.

Es ist absurd u. entbehrt jeder Grundlage, Hitler und Stalin n i c h t auf eine Stufe des Verbrechertums zu stellen!
Beide waren gleichermaßen egozentrische, unmenschliche Despoten u. Ideologen, die zudem in hohem Maße ähnlich pathologische Züge trugen, z. B.
Angst vor Gegnern (Verfolgungswahn).
Zählen für Sie, Herr Lenz, die bis zu 15 Millionen "Kulaken" (= wohlhabendere russische Bauern), die Stalin 1929/30 enteignete u. buchstäblich mit ihren Familien
verhungern (!) ließ, w e n i g e r als Hitlers ermordeten Juden???
Ich bin es endgültig leid, mir als Deutsche von den eigenen Landsleuten (Ausländer tun das nämlich gar nicht!) erzählen zu lassen, daß es v o r / n a c h Hitler keinen größeren Verbrecher mehr gegeben habe. bzw. geben könne. Das ist reiner deutscher Größenwahn - masochistischer Prägung.
Wenn man Vergleiche zwischen Massenmördern anstellt, relativiert man mitnichten deren Taten. Es wird höchste Zeit, endlich in diesem Punkt zur Sachlichkeit zurückzukehren.

Wissen Sie, werter Herr Lenz was ich bedenklich finde? Die Art und Weise wie Sie hier fast ausschließlich auf andere Kommentare antworten und in Stellung gehen. Was wissen Sie denn über das Leben, die Leiden und die Vergangenheit unseres Herr Johannsen, der Ihres Erachtens der "Entnazifizierung"! entgangen ist, um sich so ein Urteil über ihn zu erlauben? Solche offenkundigen Anschuldigungen und Verdächtigungen verbunden mit der Frage und der Belehrung bezüglich Urteilsfähigkeit unserer online-Redaktion gibt MIR ebenfalls zu denken! Und ich bin gespannt, ob meine Gegenrede Sie ,werter Herr Lenz dieses Mal erreicht, zumal ich leider meine 2. Patrone darauf verwenden musste! Ansonsten sollten wir, speziell bei diesem schwierigen Thema einen Gang runterschalten! Ich denke, das dies auch im Sinne der Redaktion ist. Mit den besten Grüßen!

"Wenn so etwas kommentarlos im Cicero erscheint, ist das bedenklich." Mit Sicherheit weniger bedenklich als Ihre ewiggleiche, linke Leier, die hier auch ständig "kommentarlos" veröffentlicht wird, obwohl diese sich - wie hier bei Herrn Johannsen - in steter Regelmäßigkeit einzig und allein diffamierend gegen einzelne Foristen wendet. Überhaupt: Die ganze Art und Weise, wie Sie hier "kommentieren", ist mehr als bedenklich: stets nur auf Beiträge anderer Foristen warten, die Sie meinen "bekämpfen" zu müssen, um dann an diesen Beiträgen das ganze Repertoire linker Agitation runterzuspulen. Dazu gehört dann offensichtlich auch, die Gewichtigkeit der Toten an der ideologischen Ausrichtung ihrer Mörder abzumessen. Typisch linke Heuchelei. Sie sollten sich weniger Gedanken über den Erfolg der Entnazifzierung in der DDR machen als über die moralischen Fallstricke der linksideoligischen Geschichtsaufarbeitung, der sie offensichtlich vollkommen anheimgefallen sind.

Die 'Entnazifizierung' im Osten fand statt - in den 'Spezial'-Lagern des NKWD in der frühen SBZ (die man zum Teil direkt - nebst teilweisem 'Fach-Personal' - von den Nazis übernommen hatte). Dafür stehen Namen wie Buchenwald, Sachsenhausen, Fünfeichen, Mühlberg, Jamlitz, Bautzen.
In diesen Lagern verstarben bis 1951 40.000 - 60.000 Menschen - ohne Anklage und ohne Gerichtsverfahren. Eine besondere Form der 'Entnazifizierung' erlebten 1-2 Millionen Frauen, die von den 'Befreiern' vergewaltigt wurden! Diese Frauen (Ost UND West) büßten mit ihrem Leib und ihrer Gesundheit für die Schuld von Hitler, Goebbels, Streicher und Konsorten.
Angesicht dieser Fakten gab und gibt es im Osten keine Bereitschaft zu einer einseitigen, verlogenen und bigotten sogenannten 'Aufarbeitung' ala 1968-West.

In der Diskussion fehlt völlig (wie so oft) ein erklärter Liebling von 1968:
Genosse Mao.
Es muß Schluß sein mit einer Hierarchiesierung von Täter und Opfern!
Das sind wir den Millionen Toten schuldig.

Endlich wird es einmal deutlich gesagt, wie knallhart "Entnazifizierung" in der SBZ nach 1945 betrieben wurde. Danke, Herr Dühring, für Ihre Ausführungen dazu.
Als Ostler und "noch Kriegskind" habe ich keinerlei Nachholebedarf betreffs Entnazifizierung. Es sitzt noch tief in meinem Kopf, dass nach dem Abzug der US-Truppen im Juli 1945 und Einzug der Roten Armee einige Personen abgeholt wurden, die nie wieder zurückkamen. In meinem Thüringer Heimatdorf von ungefähr 200 Einwohnern waren es nach meiner Erinnerung vier Personen. Aus Nachbarorten erfuhr ich ähnliches. Gut ist, dass nach 1990 in der naheliegenden Kleinstadt, an den Kasematten des Schlosses, an das Martyrium der damals dort Inhaftierten, erinnert wird.

Dokumentation Lager Jamlitz
https://www.politische-bildung-brandenburg.de/system/files/downloads/um…

General Arno von Lenski
vom Richter am Volksgerichtshof (3 Todesurteile) -
zum Chef der Panzertruppen der DDR
https://de.wikipedia.org/wiki/Arno_von_Lenski

Ernst Melsheimer
vom Reichskriegsgerichtsrat -
zum Generalstaatanwalt der DDR (viele Todesurteile beantragt)
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Melsheimer

Paul Bertz
vom Mitglied des ZK der KPD -
zum 'amerikanischen Agenten' und Staatsfeind
https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenb…

Margret Bechler
zwischen allen Stühlen - das Schicksal einer Offiziersfrau
https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/914827
https://ulis-buecherecke.ch/pdf_deutscher_widerstand/ein_deutsches_schi…

Den Wikipedia-Einträge zu Margret und Bernhard Bechler (Status 12.02.2021) halte ich für klassische Beispiele einer Täter-Opfer-Umkehr!

Leiden sollte aus der Perspektive des Opfers gesehen werden und dann ist es völlig gleichgültig mit welcher Ideologie oder geistigem Überbau gefoltert/gemordet wird. Willkür ist immer Willkür und vom Menschenbild des Humanismus das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, ist jeder Herrscher/Politiker kriminell der das in Frage stellt, egal wie „gut“ seine Aktionen im Sinne einer „höheren“ Weisheit gemeint sein mögen. Einem Menschen der es ertragen muss ermordet/gefoltert zu werden ist es letztlich gleichgültig ob er einem rassistischem/sozialistischem/kommunistischem oder auch ökologischem Welt- und Menschenbild im Weg steht. Deutsche haben zweifellos ihr eigene Verantwortung für die Verbrechen die in ihren Namen begangen wurden, und fühlen diese ja mehrheitlich auch, aber die massenhafter Verbrechen Stalins/Maos/Pol Pots mit Verweis auf die Einzigartigkeit deutscher Verbrechen zu relativieren ist dann schon grotesk und surreal. Kommunisten haben schreckliche Verbrechen begangen.

ist die Tatsache, dass Denk - und Vorgehensweisen derart, wie Herr Lenz sie hier zeigt, überhaupt erst ermöglicht haben, dass Personen wie Hitler an Macht und Einfluß gewinnen konnten.
Die totalitäre Denkweise in Verbindung mit Abwertung Andersdenkender - wie Herr L. sie hier demonstriert, haben genau dahin geführt, wo ein Hitler, Stalin, Mao etc. zu finden waren.
Erschreckend ist hier vor allem, dass Herr Lenz tatsächlich glaubt, ein Guter zu sein.

Herr Lenz holt mal wieder die ganz große Keule heraus. Angesichts seiner Äußerungen stellt sich mir allerdings die Frage, wer hier eigentlich unbelehrbar ist und wer so seine Probleme mit der deutschen Geschichte hat. Ich weiß nicht, ob das in seinem speziellen Fall mit mangelhaften Kenntnissen zu tun hat. Sonst wüßte er, dass selbst russische Quellen davon ausgehen, dass Stalins Politik allein in der ehemaligen Sowjetuinion zu mehreren Mio Toten geführt hat. Ich will mich nicht in Mutmaßungen ergehen, aber auffällig ist auf jeden Fall, dass er gern mit Unterstellungen auch unterhalb der Gürtellinie hantiert. Dass Cicero dies auch abdruckt, ist aber eine andere Geschichte.

Mitforisten haben schon klar Stellung bezogen.
Der Kommentar hätte gar erscheinen dürfen.
Herr Johannsen wünsche Ihnen von Herzen mehr Gelassenheit gegenüber dieser Gattung Mensch.
Alles Gute und ein schönes Wochenende an alle. Fast alle.

Herr Lenz, ich geben ihnen völlig Recht. Die Kommentare, die zu ihrem stehen, machen einen sprachlos. Ich denke, das wird hier mein letzter Kommentar in diesem immer mehr nach rechts gedrifteten Forum sein.
Ich habe einige Jahre mich beruflich mit der Systematik und Professionalität der Menschenvernichtung, dem Holocaust, dem Genozid beschäftigen müssen und unzählige Unterlagen und Schicksale dazu gelesen. Insbesondere zum systematischen Ansatz, der Effizienz und der Automatisierung.

Das was hier einzelne User schreiben, relativieren, zeigt mir, dass ich hier nicht mehr kommentieren will.
Es ist auch bezeichnend für den Cicero, der solche Artikel wohl für seine Leserschaft spannend genug findet und genau weiß, wie diese tickt und bedient werden will.
Bye.

es ist natürlich vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt, wenn Sie, Herr Lenz, als ein in Freiheit Geborener, im Wohlstand sitzender Salonkommunist selbstgerecht darüber urteilen, ob es nun übler ist, im Nationalsozialismus oder im Stalinismus gefoltert und ermordet worden zu sein. Aber ein Opfer des Stasi-Terrors, welches Ihrer menschenverachtenden Arithmetik nicht folgt, als jemand der Entnazifizierung Entgangenen zu bezeichnen ist menschlich betrachtet nicht nur zutiefst widerlich, sondern auch justiziabel, da Sie Herrn Johannsen damit unterstellen, ein tatsächlicher Verbrecher des NS-Regimes zu sein.
Ihre Meinung - so sehr ich diese nicht Teile - in allen gesetzlichen Ehren, aber Opfer einer Diktatur auch noch persönlich(!) dermaßen zu verhöhnen und bewusst falsch zu bezichtigen, hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Es ist einfach nur infam und abstoßend! Das die Redaktion Ihren dermaßen menschenverachtenden Kommentar veröffentlicht, ist traurig und mehr als bedenklich.

Als 1942 in Bunzlau geborener Vertriebener frage ich mich , was macht diesen Mann heute noch so anziehend , dass täglich im TV über ihn berichtet wird . Vor einigen Jahren machte eine Familie aus Schweden bei mir Rast , die Kinder fanden im TV so viele Filme über diesen " überflüssigen " Menschen , dass der Junge es für seine Schule notierte und auf geschrieben hat . Braucht ihr eigentlich immer noch eine tägliche Information über ihn , das war die Frage der Schweden !
Der verlorene Weltkrieg sollte ihn doch in die hinterste Ecke unser Erinnerungen drängen , jeder Gedanke an ihn ist verschwendete und vergeudete Zeit .
Wir müssen uns täglich darüber Gedanken machen , wie wir unsere heutige Zeit erträglich und besser machen können und eine unbeschwerte Jugend unseren Kindern und Enkeln gestalten . In die Welt unserer Nachkommen sollte an diese Zeit keine neue Zeile übertragen werden , auch in keinem neuen Buch .
Unsere Jugend sollte auch nicht täglich mit dem Mann konfrontiert werden .

Die Fixierung deutscher, populärwissenschaftlicher "Historiker" auf die NS-Zeit und speziell auf "das Phänomen Hitler" ist in der Tat bemerkenswert. Tag ein, Tag aus - irgendwo läuft eigentlich immer irgendwas über Hitler und Co, natürlich stets mit dem Duktus moralischer Belehrung: "Hitlers Helfer", "Hitlers Frauen", "Hitlers Hunde" usw. - Hauptsache es steht "Hitler" im Titel. Das sind teilweise dermaßen profane Themen, dass das eigentlich Interessante gar nicht mehr das Thema selbst ist, sondern die offensichtliche Masche dahinter: erheuchelte Relevanz durch diesen ewigen, ja fast schon manischen NS-Schuldkomplex. Ich nenne das immer die "Verguidoknoppisierung der Gesellschaft"...
Und ja, ich stimme zu: in der populären Bewertung gehen Leute wie Stalin oder Mao dagegen irgendwie fast immer als die "good guys" unter den Schurken durch: alles halb so schlimm, schließlich gab es da auch noch Deutschland und diesen Hitler. Und schon sind wir wieder beim Anfang meines Beitrages...

Hitler hat den Krieg verloren und Stalin gewonnen. Deswegen wird er noch heute in der UDSSR als Held verehrt und die Russen werden nicht ständig zur Buße für die Opfer des GULAG aufgefordert. Außerdem hat Hitler seine Massenmorde rassistisch begründet und nicht mit der Notwendigkeit zig Millionen Menschen umbringen zu müssen, damit das sozialistische Paradies entstehen kann. So wie Stalin und Mao es taten. Mit der Anzahl der Opfer hat das nichts zu tun. Mao wird insgesamt für bis zu 40–80 Millionen Tote verantwortlich gemacht, die aufgrund von vermeidbaren Hungersnöten, Bestrafungsaktionen und politischen Säuberungen starben.

Als ob DIE Bevölkerung des Deutschen Reiches den Holocaust gewollt hätte.
Es gab Antisemitismus, ja, aber in Österreich oder anderen Ländern evtl. mehr.
Ich brauche immer mal wieder diese Dokumentationen, weil ich immer noch nicht begreifen, was die Deutschen in Hitler sahen, ja selbst die NSDAP.
Es gab einige, die ähnlich verheerend agierten, Eichmann, Himmler, Heydrichs ff, aber es gab auch - zwar nur schwer vorstellbar - so etwas wie NSDAP-Intelligenz, evtl. v. Ribbentrop, Göring, selbst Goebbels ff.
Das kann man "kontrafaktisch" beurteilen, wie ich jetzt las, also im Sinne der Gegensätzlichkeit.
So gab es eine historische "Bedeutung" von Militarismus, Faschismus und Kommunismus, aber es gab Vertreter dieser Richtungen, die sich in keinem intelligenten Verhältnis dazu bewegten.
Für so eine Person halte ich Hitler etc.
Leider ist die Intelligenz gleich welcher Bewegungen/Herrschaftsformen keineswegs sicher vor größten Verbrechen, siehe evtl. Mussolini, Stalin, Mao etc.
Niemand ist es

Heidemarie Heim | Do, 11. Februar 2021 - 19:19

Ich muss zugeben geehrter Herr Prof. Schlie, dass ich mit der Eröffnung sowie mit dem Schlussabsatz Ihrer Ausführungen so meine Probleme habe! Kritisieren Sie selbst als Historiker die Tatsache bzw. den Umstand, dass Ihre Kollegen bisher in den altbekannten Denkmustern verharrten anstatt sich wie nun gleich mehrere Außenseiter mit dem von Ihnen beschriebenen neuen Ansatz bezüglich Hitlers Persönlichkeit zu beschäftigen? Von wem außer von Zeitzeugen und engen Weggefährten kann man sich denn besser in diese Zeit, der damalig lebenden Menschen in ihrer Faszination für eine solche Persönlichkeit mitnehmen lassen, um Geschichte zu verstehen? Ihre Anmerkung bzw. Befürchtung? was die Banalisierung des Bösen betrifft verstehe ich dahingehend, dass man die Figur Hitler mit all seinen Facetten zu sehr "vermenschlicht"? und das Grauen, das er zu verantworten hatte, schwieriger mit der so geschilderten Person in Einklang bringen könnte?
Szs. das Urteil milder ausfällt? Das glaube ich so nicht. MfG

Urban Will | Do, 11. Februar 2021 - 20:04

Anregung, diese oder zumindest eines dieser Bücher zu kaufen.
Am meisten beeindruckt und auch in meiner Auffassung bestätigt hat mich jedoch der letzte Abschnitt Ihres Artikels, Herr Schlie.
Besser kann man eigentlich nicht formulieren, woran es krankt in der deutschen Geschichtsaufarbeitung dieses Thema betreffend.
Die Banalisierung des Nationalsozialismus und der Person Hitlers in diesen Zeiten in Form von Vergleichen aus der Gegenwart mit der Zeit damals, lassen mich immer wieder den Kopf schütteln.
Hitler war wahrlich ein zu großer Verbrecher und seine Taten und deren Folgen ein nach wie vor nicht begreifbarer Einschnitt in die Menschheitsgeschichte, als dass jeder dahergelaufene links - grüne Dummschwätzer jeden ihm nicht politisch korrekt genug erscheinenden Kontrahenten mit dieser Zeit und dieser sie so prägenden, die Verbrechen hauptsächlich zu verantwortenden Person pauschal, vorschnell und vor allem ohne Hintergrundwissen in Verbindung bringen sollte.

Helmut Bachmann | Fr, 12. Februar 2021 - 09:36

Das Böse ist banal. Hitler war ein Mensch. Das Bestehen auf der Monstrosität ist ein wenig kindisch.

Hans Meiser | Fr, 12. Februar 2021 - 11:24

In reply to by Helmut Bachmann

Denn so wenig uns das gefällt: Hitler war ein Mensch "wie du und ich".
Es gilt nicht, seine Taten und deren Folgen zu verharmlosen - keinesfalls! Das wichtigste ist jedoch zu erkennen, warum er war, wie er war: welche äußeren Umstände beeinflussten ihn, welche neuronalen Besonderheiten wies sein Gehirn aus, wer oder was hat sein Denken, seine Emotionen gesteuert usw, usf.
Das ist wichtig aus einem sehr triftigen Grund: zu verhindern, dass neuerliche Menschen in diese Richtung gehen, denn Hitler wollte - AUS SEINER SICHT (!!!) - nur das Beste.
Und leider gibt es auch aktuell viele Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste bei den anders-denkenden ihre Sicht des Guten durchsetzen möchten.

gabriele bondzio | Fr, 12. Februar 2021 - 09:39

Weit aus interessanter ist doch der Aspekt, wie sich Menschenmassen hinter solche Figuren (schließe auch Mao, Stalin usw. ein) versammeln konnten. Und somit die Macht in solche Hände legten. Denn bei allen diesen Zentralfiguren war doch nicht nur ein Schräubchen im Oberstübchen locker.
Gustave Le Bon, hat sich, als einer der Ersten, mit der Massenpsychologie auseinander gesetzt. „Le Bon vertritt die Auffassung, dass der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert und sich affektiv, zum Teil primitiv-barbarisch, verhält .“
Hier wird es richtig interessant, weil dieser Aspekt jeder Zeit wiederholbar ist. Eine Figur, welche sich als „Zentralgestalt“ zur Verfügung stellt. Findet sich schnell.

Ja, so ist das mit dem Menschen als Einzelnen und in der Masse, nach "dem Erlöser" suchen und mit der Herde für den eigenen Nutzen blöken. Ob das nun in den üblen Fällen mit Schlächtern wie Stalin, Hitler, Mao, Pol Pot ist, oder andere sind, die zwar nicht eine mordende Spur aber dafür eine zerstörerische Furche ziehen.
Sei es unter hehren Zielen durch Europa (Napoleon) eine Spur des Todes und der Zerstörung oder mit "Wir schaffen das " uns selber schaffen.

Sehr geehrte Frau Bondzio, in Ihrem Beitrag haben Sie einen sehr wichtigen Aspekt angesprochen, die Zentralfigur oder Personenkult. Erst jetzt, in Lockdown, nach über 30 Jahren hier in D., ahne ich, wie die Hitler-Gefolgschaft und die furchtbaren Konsequenzen überhaupt möglich waren. Wie kluge und liebe Menschen in einer demokratischen Gesellschaft, innerhalb einer kurzen Zeit, zur Intoleranz und ideologischer Verblendung, mit Hilfe der Medien, sich verführen lassen oder angesichts der Verfehlungen der Regierenden beharrlich schweigen. Solche Muster, waren mir, aus Generation Solidarnosc, bisher völlig unbekannt und Fremd. Ein irrationaler Personenkult der 70%, gewidmet einer griesgrämigen, intriganten und machtbesessenen Frau macht Angst.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 12. Februar 2021 - 12:55

Außer den Hitlerverehren dienen solche Bücher niemandem mehr. Mir ist sein Privatleben völlig egal. Was dieser Mann mit seinen Helfershelfern angerichtet hat reicht doch. Man will das Thema am Leben erhalten, auf Teufel komm raus. Es reicht nicht das ehrenvolle Gedenken an die Opfer der Zeit, nein, es braucht auch irgendwie Erinnerung an diesen Verbrecher. Wie in vielen Büchern über dieses Lebewesen auch immer berichtet wurde, es wird sicherlich wieder viel spekuliert, angenommen, als angeblich durch Zeugen belegt versucht, noch etwas Neus gefunden zu haben. Vergessen werden dabei die anderen Massenmörder davor, zeitgleich und danach. Soll das der Kampf gegen rechts sein? Hier wollen Autoren Kasse machen. Ich kaufe mir keines der Bücher.
Hat die Politik aus der Zeit gelernt? Nein. Heute werden andere Ideologien mit gleichem Strickmustern verwendet, um Völker zu unterdrücken, zu lenken und zu benutzen, angeblich im Namen der Demokratie.

Fritz Elvers | Fr, 12. Februar 2021 - 14:56

"...Auffällig ist dabei vor allem, wie spät sich die Hitler-Forschung dem „unbekannten Hitler“ in seinen ersten drei Lebensjahrzehnten zugewandt hat."

Ja, die hat Guido Knop doch glatt vergessen. Unverzeihlich, wo man doch längst weiss, dass sie die prägensten sind. Ich habe sehr darauf geachtet, dass mein Kind gut malen übt, damit er blos kein Führer wird.

Werner Kahn | Fr, 12. Februar 2021 - 17:10

Wer sich dagegen stemmt, wie Herr Lenz, Hitler und Stalin auf eine Stufe zu stellen, der hat die geschichtlichen Ereignisse des letzten Jahrhunderts nur durch die LINKE Brille wahrgenommen. Ihre Argumentationen sind von einer ungeheuerlichen Arroganz und Selbstherrlichkeit.

Bernd Muhlack | Fr, 12. Februar 2021 - 17:15

"Wenn die Geschichtswissenschaft die Beschäftigung mit der Person Hitler weiter aus dem Zentrum ihrer Aufgaben verdrängt und sich mit der Wiedergabe bestehender Deutungsmuster begnügt, schlägt die Stunde der Außenseiter.
Es wächst damit aber zugleich die Gefahr, dass bei denjenigen, die heute über den Nationalsozialismus so wenig wissen wie keine Generation zuvor, die Anfälligkeit für die Banalisierung des Bösen wächst. Genau dies ist ein Nährboden für neue Legenden."

Das ist absolut zutreffend jedoch kein Alleinstellungsmerkmal für Hitler, Das 3. Reich.
Als ich vor etwa 15 j die Geschichtsbücher meiner Tochter zum Thema Israel/Palästina sah, war ich "geschockt". Hat das die HAMAS geschrieben? Unglaublich.

Geschichte ist immer die Geschichte der Sieger, der Machthaber, Medien.
Meine Großeltern M u J waren Jahrgang 04 u 09; sie erzählten viel von damals. Auch so erlebt man Geschichte!
"Der Führer in Koblenz - Die Massen jubeln ihm zu!" Oma saß zu Hause, ahnte was dräute, leise weinend

Tomas Poth | Fr, 12. Februar 2021 - 22:23

Je länger diese Zeit zurückliegt umso stärker scheint sie in den Vordergrund gerückt zu werden. Was ist der Hintergrund, die Absicht?
Gibt es einen Markt dafür, läßt es sich verkaufen und davon leben?
Ist das Führerkult, nur auf andere Art, oder Schauder am bösen Onkel, oder Verharmlosung?