Preis der Leipziger Buchmesse - Bildung statt Zeitgeist

Die Liste der Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse ist veröffentlicht. Sie unterläuft auf angenehme Weise alle gegenwärtigen Aufgeregtheiten und „woken“ Erwartungen. Die Jury will lediglich sagen, was sich fürs Lesen und Leben lohnt.

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Drei der Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

Autoreninfo

Jens Nordalm leitet die Ressorts Salon und Literaturen bei Cicero.

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Heute hat die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse 2021 ihre Favoriten nominiert. Auf der Liste des Ende Mai zu vergebenden Preises stehen Autorinnen und Autoren mit Werken in den Sparten Belletristik, Sachbuch und Übersetzung. Der Preis wird vergeben, auch wenn die Messe selbst nur als „Leipzig liest“ stattfindet, ebenfalls an vier Tagen Ende Mai an ausgewählten Orten im Stadtraum.

Es ist eine Nominierungsliste, die sich in mehrfacher Hinsicht auf das Erfreulichste vom Zeitgeist abhebt. Nominiert sind in der Belletristik Iris Hanika mit „Echos Kammern“ (Droschl), einem ironischen, heiteren, komischen Buch um zwei nicht mehr junge Autorinnen zwischen New York und Berlin, einer Geschichte über Gentrifizierung und Tourismus und Hipster-Vertreibung aus Stadtvierteln, und über die Liebe. Judith Hermann mit ihrem neuen Roman „Daheim“ (S. Fischer), in dem es um eine Frau in der Lebensmitte geht, die Altes loslässt und sich fragt, wie sie Neues beginnt und aus dem Alleinsein ein neues Losgehen entwickelt. Christian Kracht mit seiner eigenwillig-schrägen Faserland-Fortsetzung „Eurotrash“ (Kiepenheuer & Witsch), einer düster-komischen Reise mit der Mutter durch die Schweiz in die Abgründe der eigenen Familie.

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