Film der Woche: „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ Vom Zauber der Lüge Vor einem Jahr verstarb Regisseur Wolfgang Becker. In seinen Filmen verband er persönliche Schicksale mit Zeitgeschichte und Humor – ohne dabei ins Klamaukhafte abzurutschen. Die wunderbare Tragikomödie „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist sein letztes Werk. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Eddington“ : Land der Angst Der politische Horror-Western „Eddington“ seziert am Beispiel der USA die tief sitzende Paranoia der westlichen Gesellschaft. Joaquin Phoenix gibt den überforderten Sheriff eines Wüstenkaffs, dessen Bewohner der Kulturkampf ins Verderben stürzt. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Dann passiert das Leben“ : Szenen einer Ehe Anke Engelke ist eine begnadete Komödiantin. In ihrem neuesten Film zeigt sie mal wieder, dass sie auch das ernste Fach beherrscht. „Dann passiert das Leben“ erzählt von den Tiefen einer langen Ehe – und der Chance, diese zu überwinden. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Bugonia“ : Und wenn die Spinner doch recht haben? Stars stehen Schlange, um mit ihm zu drehen: Yorgos Lanthimos. In seinem neuen Psychothriller entführen zwei Verschwörungstheoretiker eine Managerin, die sie für ein Alien halten. „Bugonia“ ist eine Parabel auf die Komplexität unserer Welt. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Das Verschwinden des Josef Mengele“ : Auf falscher Distanz Mit dem KZ-Arzt Josef Mengele befassten sich bereits etliche Filme und Bücher. Von dessen Jahren im südamerikanischen Exil erzählt nun „Das Verschwinden des Josef Mengele“. Den entscheidenden Fragen geht das Drama aber aus dem Weg. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel“ : Wenn Geld glücklich macht Die amüsante Komödie „Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel“ übt zeitgemäße Sozialkritik. Keanu Reaves gibt den gutmütigen Engel in Ausbildung, der auf Erden für Chaos sorgt – inklusive magischem Lebenstausch und einer Prise Marx. VON URSULA KÄHLER
Regisseur Fatih Akin : Der Himmel über Wittdün Mit „Amrum“ hat Fatih Akin seinen ersten Hark-Bohm-Film gedreht. Im Zentrum steht ein Junge, der ein Familiengeheimnis lüftet und am Ende aus dem Paradies vertreiben wird. Der Regisseur war nicht nur sein Lehrer, er lieferte auch den Stoff zu dieser Nachkriegsgeschichte. VON DIETER OSSWALD
Film der Woche: „Tron: Ares“ : Die Geister, die wir riefen Mit dem visionären Kultfilm „Tron“ begann Disney 1982 sein legendäres Science-Fiction-Franchise. Der dritte Teil „Tron: Ares“ ist eine martialische, technisch brillante Dystopie, in der sich ein böses KI-Wesen zum empathischen Helden entwickelt. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Der Tiger“ : Ins Herz der Finsternis An der Ostfront 1943 sucht die Besatzung eines Tiger-Panzers nach einem verschollenen Oberst. Der Auftrag entwickelt sich zum Horrortrip. „Der Tiger“ ist ein ungewöhnlicher Antikriegsfilm. Sein Spiel mit der Realität geht unter die Haut. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Honey Don’t!“ : Hart aber heiß Kultregisseur Ethan Coen schuf mit Bruder Joel Klassiker wie „Fargo“. Nun dreht er queere B-Movies. Die Neo-Noir-Komödie „Honey Don’t!“ über eine lesbische Privatdetektivin strotzt vor Coolness und Sex. Ihr politischer Subtext aber nervt. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „22 Bahnen“ : „Die Welt ist scheiße, aber auch voll schön“ Mit ihrem Debütroman „22 Bahnen“ gelang Caroline Wahl vor zwei Jahren ein Sensationserfolg. Die Verfilmung der Coming-of-Age-Geschichte zweier Schwestern und ihrer alkoholkranken Mutter kann der Vorlage jedoch nicht das Wasser reichen. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „In die Sonne schauen“ : Narben des Verborgenen Vom Kaiserreich bis in die Gegenwart portraitiert „In die Sonne schauen“ vier Mädchen und deren transgenerationale Traumata. Das preisgekrönte Drama zeugt von einer neuen Sehnsucht nach Übersinnlichkeit in einer durchrationalisierten Welt. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Der Kuss des Grashüpfers“ : Heilende Träume Fast jeder weiß, wie es sich anfühlt, einen geliebten Menschen zu verlieren. In „Der Kuss des Grashüpfers“ erschafft sich ein Mann eine surreale Parallelwelt, um den nahenden Tod seines Vaters zu verarbeiten. Das Drama ist ein Höhepunkt dieses Kinojahres. VON URSULA KÄHLER
Pia Hierzegger im Porträt : Die Strenge aus Graz Einst war Pia Hierzegger der sonderliche Sidekick an der Seite von Josef Hader. Jetzt bringt die Österreicherin ihr Regiedebüt „Altweibersommer“ ins Kino. Er handelt von Routine, verblichenen Lebensentwürfen und überraschenden Wendungen – Themen aus dem echten Leben. VON CORDELIA DVORÁK
Film der Woche: „Die Farben der Zeit“ : Unsere Wurzeln, unser Sein Die französische Tragikomödie „Die Farben der Zeit“ ist eine Zeitreise mit konservativer Botschaft. Raffiniert wechselt ihr Plot zwischen der Belle Époque und der Gegenwart. Ohne erhobenen Zeigefinger kritisiert sie blinden Fortschrittsglauben. VON URSULA KÄHLER