Film der Woche: „Das Ende der Sterne“ Apokalypsen-Murx Mit 88 Jahren legt der Brite Ridley Scott seinen 30. Kinofilm vor. „Das Ende der Sterne“ ist ein verkorkstes Endzeitdrama mit Starbesetzung. Es kombiniert Action, Selbstfindung, Natursehnsucht und Romantik. Klingt überladen. Ist es auch. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Hiddensee“ : Das Versteck im Meer Wie sich die politischen Umbrüche eines Jahrhunderts in einen Sehnsuchtsort einschreiben, zeigt die Dokumentation „Hiddensee“. Der schwarz-weiße Filmessay verwebt Landschaft, Menschen und Geschichte. Ein nachhallendes Portrait der legendären Ostseeinsel. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Nightborn“ : Monsterliebe Der Horrorfilm boomt. Gerade in Krisenzeiten spiegelt er gesellschaftliche Ängste. In „Nightborn“ kämpft eine Mutter mit aufgezwungenen Idealen von Mutterschaft. Eine blutige, bildgewaltige Satire über das vermeintlich traute Familienglück. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Bitteres Fest“ : Jede Geschichte beginnt im Leben eines anderen Pedro Almodóvar hat seinen 24. Film gedreht. „Bitteres Fest“ ist eine raffiniert konstruierte Verschmelzung von Realität und Fiktion. Das Melodram reflektiert, ob Kunst jede Aneignung fremder Erinnerungen rechtfertigt. Dabei übt der spanische Meister auch Selbstkritik. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Dreams - Gefährliches Verlangen“ : Vorspiel zum Albtraum Es knistert gewaltig zwischen der amerikanischen Mäzenin und dem illegal eingewanderten Tänzer aus Mexiko. Ihre heimliche Affäre dient dem sehenswerten Drama „Dreams“ als Schlachtfeld sozialer Hierarchien und demontiert dabei den amerikanischen Traum. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Die Odyssee“ : Licht und Schatten über Ithaka Es ist das Kinoereignis des Jahres: Christopher Nolans „Die Odyssee“. Durch ungünstig besetzte Nebenrollen geriet das Werk früh in die Kritik. Vor allem aber aus kommerziellen Gründen verschenkt Nolan die Chance, einen epochalen Film vorzulegen. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Virginia Woolf’s Night and Day“ : Eher fliegt ein Hund ins All Eine junge Lady im edwardianischen England will lieber Astronomin werden, anstatt zu heiraten. Virginia Woolfs Roman „Night and Day“ gilt als altmodisch und gefällig. Nun soll er die Kinos erobern – als progressive Story weiblicher Selbstermächtigung. VON URSULA KÄHLER
Mündigkeit statt Medienkontrolle : Das Publikum hat die Faxen dicke Gleich zwei aktuelle Debatten haben auch mit staatlicher Übergriffigkeit durch Medienkontrolle zu tun: der Boll-Film „Citizen Vigilante“ und der Fall Ben Berndt. Die Reaktionen des Publikums aber zeigen: Der mündige Bürger hat die Faxen dicke. Eine hervorragende Nachricht. VON BEN KRISCHKE
Film der Woche: „The Piano Tuner“ : Vom Wunderkind zum Panzerknacker Ein junger Mann mit absolutem Gehör hat das Zeug zum Starpianisten. Dann die schockierende Diagnose: Hyperakusis. Er wird Klavierstimmer und öffnet nachts Tresore. „The Piano Tuner“ bietet beste Unterhaltung und ein starbesetztes Ensemble. VON URSULA KÄHLER
Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ : „Wir müssen eine ehrliche Debatte wagen. ,Citizen Vigilante‘ soll ein Beitrag dazu sein“ Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ setzt sich mit Migrantenkriminalität und Selbstjustiz auseinander. In Deutschland wurde dem Film die Altersfreigabe verweigert. Im Interview erklärt Boll die Intention hinter dem Film und warum er trotz aller Kontroversen eine notwendige Debatte anstößt. INTERVIEW MIT UWE BOLL
Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ : Ein bisschen schwer jugendgefährdend Ein Film erhält von der FSK keine Kennzeichnung. Der Regisseur spricht von Zensur. Im Netz kursieren die üblichen Vorwürfe. Doch der Film ist nicht verboten. Und Jugendschutz ein wichtiges Anliegen. Das Label „keine Kennzeichnung“ jedoch gehört abgeschafft. KOLUMNE: GRAUZONE
Film der Woche: „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ : Ach, du armes Hascherl! Sinnlich und intellektuell will sich das Dokudrama „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ der Schriftstellerin nähern. Dabei stilisiert es sie zum leidenden Opfer und blendet ihre Stärke und ihren Charme aus. Morgen jährt sich Bachmanns Geburtstag zum 100. Mal. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „The Death of Robin Hood“ : Auf der Suche nach Erlösung Bislang kennt man Robin Hood als edlen Helden und Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Eine Neuverfilmung zeichnet ihn nun als depressiven, büßenden Massenmörder. „The Death of Robin Hood“ ist düster und substanziell zugleich. Ein Plädoyer für den Dialog. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Disclosure Day“ : Kosmische Erleuchtung Mit „Disclosure Day“ serviert Steven Spielberg einen Action-Thriller voller Pseudowissenschaft und Verschwörungstheorien. Getragen wird er von der naiven Botschaft, dass die Konfrontation mit Außerirdischen für mehr Nächstenliebe unter uns Menschen sorgt. VON URSULA KÄHLER
Wim Wenders zieht einen frühen Film zurück : Der alte Mann und das Mädchen Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises hat Wim Wenders eine Diskussion um einen frühen Film mit Nastassja Kinski losgetreten. Es geht um den Umgang mit moralischen Eskapaden im eigenen Werk. Vor allem aber geht es um die Kollektivierung von Eigenverantwortung. VON RALF HANSELLE