Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt „Die Wahl der AfD ist eine Form der Bestrafung westdeutscher Arroganz“ Dirk Zöllner und Tino Eisbrenner sind prägende Musiker ihrer Generation im Osten. Auf einer BSW-Veranstaltung sprechen sie im Interview über neuen Oststolz, die Folgen der Wiedervereinigung, die AfD und darüber, warum ostdeutsche Identität heute wieder eine größere Rolle spielt. INTERVIEW MIT DIRK ZÖLLNER UND TINO EISBRENNER
Stendal vor der Landtagswahl : Zwischen Frust, Hoffnung und Sorge In der strukturschwachen Altmark genießt die AfD wie auch im gesamten Sachsen-Anhalt hohe Beliebtheitswerte. Anlass genug, Stendal einen Besuch abzustatten: Wie blicken die Menschen hier auf die Wahl zwischen Politikverdrossenheit, Hoffnung auf Besserung und Angst vor der AfD? VON ROBERT HOFMANN UND CLEMENS TRAUB
Vorwürfe gegen GdP-Vize : Ehemaliger DDR-Grenzsoldat belastet Sven Hüber schwer Ein früherer DDR-Grenzsoldat erhebt schwere Vorwürfe gegen GdP-Vize Sven Hüber. Der frühere Politoffizier habe an der „Vernichtungs“-Formulierung im Grenzauftrag festgehalten und einen bereits festgenommenen Flüchtling misshandelt. Hüber tritt zurück, sieht sich aber als Opfer. VON JAN UPHOFF
Carsten Gansel im Porträt : Hüter der Erinnerung Mit „Ausradiert?“ hat sich der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel auf die Suche nach der zu Unrecht verschwundenen Literatur der DDR begeben. Er selbst hat beim Schreiben auch seine eigene mecklenburgische Herkunft neu entdeckt. VON GUNNAR DECKER
Film der Woche: „Hiddensee“ : Das Versteck im Meer Wie sich die politischen Umbrüche eines Jahrhunderts in einen Sehnsuchtsort einschreiben, zeigt die Dokumentation „Hiddensee“. Der schwarz-weiße Filmessay verwebt Landschaft, Menschen und Geschichte. Ein nachhallendes Portrait der legendären Ostseeinsel. VON URSULA KÄHLER
Brodkorb liest : Wider das Vergessen und Verschweigen Drei Bücher gegen den Konsens: Philip Manow sieht die Volkssouveränität durch die EU ausgehebelt. Monika Marons Tagebücher zeigen eine Autorin, die seit DDR-Zeiten gemieden wird und doch unbeirrbar bleibt. Und Jan Robert Weber erzählt die Geschichte der mittelalterlichen Sklaverei. VON MATHIAS BRODKORB
Die Linke und die Liebe zur Diktatur : „Yankee go home“ und „Egon Krenz ist geil“ Bei einer Demonstration hat es unser Gastautor mit eigenen Augen gesehen und fragt sich: Was sagt es über eine Partei aus, wenn Kuba gefeiert und vor dem Brandenburger Tor die DDR-Fahne geschwenkt wird? Die Linke liefert eine Antwort, die 65 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer beunruhigen sollte. GASTBEITRAG VON MORITZ WIMMER
Aufregung nach AfD-Veranstaltung : Die DDR-Hymne? Ein Protestsong! Auf einer AfD-Veranstaltung ist die DDR-Hymne gesungen worden. Die Aufregung darüber ist groß – und offenbart eine erstaunliche Lücke in Sachen Kenntnis deutscher Geschichte. Grund zur Beschwerde hat die AfD wegen Uwe Steimle trotzdem nicht. VON MATHIAS BRODKORB
Während die Linke sich der CDU anbietet : Die Linksjugend schwärmt für Stalin und hasst Israel Während die Linke gemeinsam mit der CDU den vermeintlichen „Faschismus“ verhindern will, offenbart sich ihre Jugendorganisation als Hort des Totalitarismus. In Arbeitskreisen feiert man Honecker, Mao und Stalin – und hasst Israel. VON FERDINAND KNAUSS
Friedrich Merz’ gescheiterter „Gipfel der Sozialpartner“ : Warum Deutschland keine Reformen kann Erfolgreiche Gesellschaften gehen oft an ihren eigenen Strukturen zugrunde. Organisierte Interessen blockieren Reformen – Veränderungen sind dann nur noch durch politische und wirtschaftliche Disruption möglich. Jedenfalls nicht durch einen „Gipfel der Sozialpartner“. VON THOMAS MAYER
„Das Interview“ mit Mirna Funk : „Ich habe so viele Merkmale von Opfergruppen – aber ich lehne diesen Status ab“ Mirna Funk ist Autorin und Journalistin, die in Berlin und Tel Aviv lebt und arbeitet. Im Gespräch geht es um Judenfeindlichkeit in Berlin, Feminismus und Identitätspolitik – und um die Frage, wie sich ein Leben jenseits einfacher Zuschreibungen gestalten lässt. INTERVIEW MIT MIRNA FUNK
Replik auf Mathias Brodkorb : Vielleicht ist „der Wessi“ auch bloß eine ostdeutsche Erfindung Ein „Wir“, das ein „Die“ braucht, um sich zu bilden, schafft keine gemeinsame Identität, sondern nur eine gemeinsame Nicht-Identität. Da muss „der Ossi“ schon höllisch aufpassen, dass er nicht nur dadurch zum „Ossi“ wird, dass er kein „Wessi“ ist. Eine Replik auf Mathias Brodkorb. VON BEN KRISCHKE
Holger Friedrich startet „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ : Ost! Ost! Ostdeutschland! Der Verleger Holger Friedrich hat eine Zeitung gegründet, die als neues Leitmedium die ostdeutsche Perspektive in die öffentliche Debatte tragen soll: die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“. Was steckt dahinter? Ein Besuch im Osten der Republik. VON BEN KRISCHKE
Vorwärts immer, rückwärts nimmer : Was der DDR der Zweitakter war, ist der EU die Elektromobilität Die übergroße Mehrheit der Bürger will ein Miteinander von Verbrennungsmotoren und Elektromobilität. Doch Letzteres ist der EU zum politischen Fetisch geworden. Kein Wunder also, dass das viel zitierte „Aus vom Verbrenner-Aus“ gar keines ist. VON THOMAS KOCH
Film der Woche: „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ : Vom Zauber der Lüge Vor einem Jahr verstarb Regisseur Wolfgang Becker. In seinen Filmen verband er persönliche Schicksale mit Zeitgeschichte und Humor – ohne dabei ins Klamaukhafte abzurutschen. Die wunderbare Tragikomödie „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist sein letztes Werk. VON URSULA KÄHLER