Film der Woche: „Heimsuchung“ Im Getriebe der Zeiten Regie-Legende Volker Schlöndorff verfilmt mit prominentem Cast Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“. Die Chronik eines Hauses und seiner Bewohner erzählt ein Panorama deutscher Geschichte. Sie zeichnet den Menschen als Spielball seiner eigenen Macht. VON URSULA KÄHLER
Antisemitismus in der Linkspartei : „Neukölln ist mittlerweile Parteilinie geworden“ 2023 trat Andrej Hermlin aus der Linkspartei aus. Er war entsetzt über den Umgang der Partei mit Israel und Antisemitismus. Im Interview erklärt er, warum er die Entwicklung für gefährlich hält, was ihn an Gregor Gysi enttäuscht und weshalb er um die Zukunft Deutschlands bangt. INTERVIEW MIT ANDREJ HERMLIN
Film der Woche: „Alte Liebe“ : Hundert Prozent Robusta Regisseur Andreas Dresen meint, dass wir verlernt haben, miteinander zu streiten. In seinem neuen Film „Alte Liebe“ zofft und versöhnt sich ein Paar, das seit 40 Jahren verheiratet ist. Dagmar Manzel und Joachim Król dabei zuzusehen, ist ein wahres Fest. VON URSULA KÄHLER
Gekippte Transzendenz : Die Kirche und die Linke – Eine verhängnisvolle Affäre Die Liebe zur sozialistischen Utopie ist in den Kirchen ganz besonders ausgeprägt. Dafür gibt es einen spezifisch theologischen Grund: Der Glaube an Gott ist umgeschlagen in einen Glauben an den guten Menschen. VON RALF FRISCH
Nach der Hauptstadt-Wahl : Rot-Rot-Grün in Berlin ist eine Gefahr und Zumutung SPD und Grüne scheinen bereit, der Linken die Regierungsgewalt in Berlin zu überlassen. Angesichts von Antisemitismus, Terror-Verklärung und ungeklärter DDR-Vergangenheit wird das zum Test dafür, wie ernst die „politische Mitte“ ihre eigenen Prinzipien nimmt. KOLUMNE: UNGEFILTERT VON WOLFGANG KUBICKI
Mauerschützen, Papst Benedikt und ein Todesfall : Wie verhält sich das Recht zur Moral? Der Tod des Rechtsphilosophen Robert Alexy erinnert an eine grundsätzliche Frage: Was macht Recht eigentlich zu Recht? Alexys Antwort sprengt den juristischen Positivismus – denn wo Gesetze in „unerträgliches Unrecht“ umschlagen, endet ihre Geltung. KOLUMNE: DIE SONNTAGSFRAGE
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt : „Die Wahl der AfD ist eine Form der Bestrafung westdeutscher Arroganz“ Dirk Zöllner und Tino Eisbrenner sind prägende Musiker ihrer Generation im Osten. Auf einer BSW-Veranstaltung sprechen sie im Interview über neuen Oststolz, die Folgen der Wiedervereinigung, die AfD und darüber, warum ostdeutsche Identität heute wieder eine größere Rolle spielt. INTERVIEW MIT DIRK ZÖLLNER UND TINO EISBRENNER
Stendal vor der Landtagswahl : Zwischen Frust, Hoffnung und Sorge In der strukturschwachen Altmark genießt die AfD wie auch im gesamten Sachsen-Anhalt hohe Beliebtheitswerte. Anlass genug, Stendal einen Besuch abzustatten: Wie blicken die Menschen hier auf die Wahl zwischen Politikverdrossenheit, Hoffnung auf Besserung und Angst vor der AfD? VON ROBERT HOFMANN UND CLEMENS TRAUB
Carsten Gansel im Porträt : Hüter der Erinnerung Mit „Ausradiert?“ hat sich der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel auf die Suche nach der zu Unrecht verschwundenen Literatur der DDR begeben. Er selbst hat beim Schreiben auch seine eigene mecklenburgische Herkunft neu entdeckt. VON GUNNAR DECKER
Film der Woche: „Hiddensee“ : Das Versteck im Meer Wie sich die politischen Umbrüche eines Jahrhunderts in einen Sehnsuchtsort einschreiben, zeigt die Dokumentation „Hiddensee“. Der schwarz-weiße Filmessay verwebt Landschaft, Menschen und Geschichte. Ein nachhallendes Portrait der legendären Ostseeinsel. VON URSULA KÄHLER
Brodkorb liest : Wider das Vergessen und Verschweigen Drei Bücher gegen den Konsens: Philip Manow sieht die Volkssouveränität durch die EU ausgehebelt. Monika Marons Tagebücher zeigen eine Autorin, die seit DDR-Zeiten gemieden wird und doch unbeirrbar bleibt. Und Jan Robert Weber erzählt die Geschichte der mittelalterlichen Sklaverei. VON MATHIAS BRODKORB
Die Linke und die Liebe zur Diktatur : „Yankee go home“ und „Egon Krenz ist geil“ Bei einer Demonstration hat es unser Gastautor mit eigenen Augen gesehen und fragt sich: Was sagt es über eine Partei aus, wenn Kuba gefeiert und vor dem Brandenburger Tor die DDR-Fahne geschwenkt wird? Die Linke liefert eine Antwort, die 65 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer beunruhigen sollte. GASTBEITRAG VON MORITZ WIMMER
Aufregung nach AfD-Veranstaltung : Die DDR-Hymne? Ein Protestsong! Auf einer AfD-Veranstaltung ist die DDR-Hymne gesungen worden. Die Aufregung darüber ist groß – und offenbart eine erstaunliche Lücke in Sachen Kenntnis deutscher Geschichte. Grund zur Beschwerde hat die AfD wegen Uwe Steimle trotzdem nicht. VON MATHIAS BRODKORB
Während die Linke sich der CDU anbietet : Die Linksjugend schwärmt für Stalin und hasst Israel Während die Linke gemeinsam mit der CDU den vermeintlichen „Faschismus“ verhindern will, offenbart sich ihre Jugendorganisation als Hort des Totalitarismus. In Arbeitskreisen feiert man Honecker, Mao und Stalin – und hasst Israel. VON FERDINAND KNAUSS
Friedrich Merz’ gescheiterter „Gipfel der Sozialpartner“ : Warum Deutschland keine Reformen kann Erfolgreiche Gesellschaften gehen oft an ihren eigenen Strukturen zugrunde. Organisierte Interessen blockieren Reformen – Veränderungen sind dann nur noch durch politische und wirtschaftliche Disruption möglich. Jedenfalls nicht durch einen „Gipfel der Sozialpartner“. VON THOMAS MAYER