Soko Chemnitz und Gelbe Westen - „Denunziationen sind nicht Aufgabe der Bürgergesellschaft“

Das Zentrum für Politische Schönheit hat seinen umstrittenen Online-Pranger für Rechtsextremisten wieder abgeschaltet. Den Protestforscher Dieter Rucht überrascht das nicht. Im Interview erklärt er, warum die Aktion nicht funktioniert hat und wie Rechte und Linke neue Symbole und Protestformen suchen

21.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Polizisten sichern einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz. Die Demonstration des rechtspopulistischen Bündnisses «Pro Chemnitz» und eine Gegendemo haben am Freitagabend zunächst weniger Menschen angezogen als in der Vorwoche.
Gelungene Satire oder überreizte Provokation? Der Online-Pranger der „Soko Chemnitz“ ist wieder vom Netz/ picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Reporterin und Autorin. 

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Der Soziologe Dieter Rucht ist Protestforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und Honorarprofessor der Freien Universität Berlin. Er gilt als einer der besten Kenner sozialer Bewegungen, von der 68er-Bewegung bis Pegida. Er war bis Anfang 2018 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac. 

Herr Rucht, das Zentrum für Politische Schönheit hatte Fotos von vermeintlichen Rechtsextremisten ins Internet gestellt und Bürger dazu aufgerufen, diese bei ihren Arbeitgebern anzuschwärzen. Wie fanden Sie die Aktion?
Ich war gespalten. Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass rechte Muster kopiert werden. Die Absicht war aber nicht, es genauso zu machen wie die Rechten, sondern denen einen Spiegel vorzuhalten. Das war eine satirische Aktion. Ich fürchte bloß, dass diese Satire nicht als solche erkannt wurde, sondern dass gesagt wurde: Die machen genau das Gleiche wie die Rechten – und beides ist zu verurteilen. 

Denunzianten haben die Aktivisten sogar eine Belohnung gezahlt. War das tatsächlich noch Satire – oder nicht schon Aufruf zur Selbstjustiz? 
Es war als Satire beabsichtigt, daran habe ich nach den bisherigen Aktionen dieser Gruppe keinen Zweifel. Es war aber ein Spiel mit dem Feuer: Man nutzte dieselben Methoden, die man eigentlich verdammt. Man hoffte, dass die Betrachter merken, dass man diese Methoden verdammt. Aber es blieb das Problem, dass es missverstanden wurde. 

Sie meinen Methoden, wie sie die AfD beim Online-Pranger für Lehrer anwendet?
Genau, ich vermute, dieser Pranger war der Impulsgeber für diese Kampagne. 

Die Aktivisten beklagten, dass die Justiz in Sachsen rechte Gewalt nicht konsequent genug verfolge. Wenn der Staat versage, müsse die Zivilgesellschaft ran. Rechtfertigte das die Aktion? 
Nein, man kann den Staat für Untätigkeit oder mangelndes Durchsetzungsvermögen zwar kritisieren. Man kann sich aber nicht selbst an die Stelle des Staates setzen. Denunziationen sind nicht Aufgabe der Bürgergesellschaft. 

So eine Aktion erfordert einen riesigen organisatorischen Aufwand. War das überhaupt noch politischer Protest, wie Sie ihn untersuchen? Oder sprengte das schon den Rahmen?    
Es ist die Spezialität solcher Gruppen, dass sie sich auf eine einzelne Maßnahme konzentrieren und dabei ein grundsätzliches Problem daran aufzeigen wollen. Das hat  nichts mit dem üblichem politischen Protestgeschehen zu tun, bei dem es darum geht, möglichst viele Menschen auf die Straße zu bringen oder Unterschriften zu sammeln. Die Idee ist die einer subversiven oder satirischen Aktion. Diese ichtet sich aber nur an den kleinen Kreis derer, die das entschlüsseln können. An der breiten Bevölkerung geht es vorbei. 

Haben die Aktivisten nicht sogar große Teile der Bevölkerung gegen sich aufgebracht ?
Vielleicht. Wobei ich nicht weiß, ob sich so viele Menschen dafür interessieren. Ein Großteil der Bevölkerung wird es entweder nicht zur Kenntnis genommen oder achselzuckend gesagt haben: „So, what?“ Es war sicher eine Aktion, die linke Intellektuelle erfreut hat. Aber es blieb eine Selbstbestätigung des eigenen Lagers. Es war kein kommunikativer Brückenschlag. Der würde ja auch voraussetzen, dass man sich mit Argumenten in die Debatte einmischt. In diesem Fall war es eine Aktion, die provoziert, die verstanden oder missverstanden wird. 

Wollen Sie damit sagen, Menschen aus der rechten Szene seien intellektuell nicht in der Lage gewesen, die Satire als solche zu durchschauen?
Es ist ein Kennzeichen der Rechten, dass sie wenig Sinn für Humor und noch weniger Sinne für Satire haben. Sie bevorzugen schlichte Botschaften. 

Jetzt haben die Aktivisten die Homepage abgeschaltet. Es heißt, die Seite sei eine Falle gewesen, in die man Rechte gelockt habe. Man habe ihre Daten abgeschöpft, als sie auf der Seite ihr eigenen Namen gesucht hätten. Überzeugt Sie die Erklärung?
Die Abschaltung der Homepage durch die Künstlergruppe interpretiere ich als eine Fortsetzung ihrer subversiven Aktion. Dass man mit der Seite Gegner anlocken und ausspionieren wollte, diese Begründung kann so nicht stimmen und ist auch nicht ernst zu nehmen. Denn wer immer eine Namenssuche startet, ist nicht automatisch als Angehöriger der rechten Szene identifizierbar. Und schon gar nicht erkennbar, ob Nutzer der Website tatsächlich die Namen von Freunden oder Bekannten abgegeben haben. Die dazu veröffentlichte Zahl ist wohl frei erfunden. Der eigentliche Zweck der Aktion ist es vielmehr, den Blick auf die Problematik des persönlichen Datenschutzes und der elektronischen Überwachung zu lenken. 

Aber ob die Menschen das glauben oder nicht, ist eigentlich egal, oder? Hauptsache, sie sprechen darüber. 
Oder sie regen sich vielleicht sogar darüber auf. Genau darum geht es. 

Die Aktion „Soko Chemnitz“ bezieht sich auf die Demonstrationen nach dem Mord an einem Deutsch-Kubaner im September. Die liefen aus dem Ruder, als Rechte aus der gesamten Bundesrepublik anreisten und in ihren Thor-Steinar-Pullovern demonstrativ Reichskriegsflaggen schwenkten oder den Hitlergruß  zeigten. Täuscht der Eindruck, oder sind Symbole als Zeichen von Protest wichtiger geworden?
Nein, die waren schon immer wichtig. Das gilt genauso für die Französische Revolution oder für die Straßenkämpfe in der Weimarer Republik wie für die Gegenwart. Natürlich werden diese Symbole manchmal variiert, oder es werden neue Symbole erfunden.  Aber generell ist es schon so, dass wir sehr stark auf Symbole reagieren. Das können sprachliche Verdichtungen sein im Sinne des so genannten Framings. Das können aber auch bildliche Symbole sein. 

Können Sie dafür Beispiele nennen?
Nehmen Sie die Formel „Abtreibung ist Holocaust“. Das ist eine enorme Verkürzung einer moralisch schwierigen Frage. Die Formel beschwört Bilder von organisierter Massenvernichtung. Ebenso gibt es bildliche Symbole, die stark wirken. Zum Beispiel das ertrunkene Flüchtlingskind, das mit dem Gesicht im Sand lag. Es können aber auch Personen sein, die zu Symbolfiguren stilisiert werden. 

An wen denken Sie dabei?
Sahra Wagenknecht ist die Symbolfigur für einen Flügel der Linkspartei und für diese neu entstandene Sammlungsbewegung „Aufstehen!“ Da werden viele Hoffnungen auf eine Person projeziert. 

Das neueste Symbol ist die gelbe Warnweste. Woher kommt die? 
Sie ist ein genialer Schachzug der Personen, die sie für Proteste nutzen. Und die Tatsache, dass das Symbol jetzt von Frankreich nach Deutschland importiert wurde, zeigt ja, wie gut es dort funktioniert hat. 

Warum?
Zum einen ist es so, dass jeder französische Autofahrer eine solche Weste besitzen muss. Das heißt, man muss nicht erst ein bestimmtes Symbol für die Protestaktion kaufen oder selbst fabrizieren. Man greift zu dem, was man schon hat. Zweitens ist die Weste optisch ein Knaller. Sie ist gut sichtbar. Und man hat sofort das Bild einer optischen Einheit, das die Protestierenden durch das Tragen der Weste erzeugen. Es kann sich somit blitzschnell ausbreiten. 

In Deutschland versuchen sowohl Sahra Wagenknecht als auch die AfD, die Gelbe-Westen-Bewegung für sich zu vereinnahmen. Was macht die Weste für sie attraktiv?
Es ist die Tatsache, dass aus dem Nichts so eine Art Volksbewegung entstanden ist, die sich äußerst regierungskritisch oder elitenkritisch gebärdet. Ausgehend von einem kleinen Problem, der Benzinpreiserhöhung, stellt diese Bewegung jetzt einen Container bereit, in dem alle möglichen Anliegen untergebracht werden. Thematisch ist das völlig offen. Es schließen sich zunehmend organisierte Gruppen wie die Gewerkschaften oder Schüler- und Studentenorganisationen an. 

In Frankreich vereint die Bewegung sowohl rechte als auch linke Gruppierungen?
Ja, aber diese werden nicht Seite an Seite gemeinsam Politik machen wollen. Das muss sich jetzt erstmal sortieren. 

In Deutschland haben rechte Initiativen  einen Aufruf zu einer Kundgebung gegen den UN-Migrationspakt auf einer Facebook-Seite mit dem Namen „Gelbe Westen – Deutschland macht dicht“ gepostet. Auf der Seite heißt es, die Bewegung  sei weder rechts noch links. Ist das nicht Etikettenschwindel? 
Ja, man  hängt sich an eine Bewegung, die im Ausland aus ganz anderen Gründen und unter anderen Bedingungen entstanden ist. Es wird versucht, das, was in Frankreich passiert, auf den deutschen Kontext zu übertragen. Die rechten Gruppen denken: Was die Franzosen können, das können wir auch. 

Dabei hat Deutschland ganz andere Probleme als Frankreich. Hier regt man sich eher über Dieselfahrverbote als über Benzinpreiserhöhungen auf. 
Deswegen funktioniert das ja auch hier nicht. Auch deshalb nicht, weil die Symbolik der Westen hier nicht verankert ist und weil die strukturellen Bedingungen für diesen Protest in Deutschland so nicht vorhanden sind. 

Was meinen Sie damit? 
Im Gegensatz zu Frankreich haben wir kein zentralistisches System, in dem alle Kritik einer Person zugeschoben werden kann. Der französische Präsident hat viel mehr Gewicht als die Bundeskanzlerin. Der deutsche Förderalismus ist ein System mit vielen Verantwortlichkeiten. Wir haben eine gute wirtschaftliche Lage ...  

... und keinen Sozialabbau. 
Richtig, wir haben auch sehr viel mehr intermediäre Instanzen wie Verbände oder Bürgerinitiativen, die einen Willenbildungsprozess von unten nach oben ermöglichen. Der ist natürlich immer noch schwächer als der von oben nach unten. Aber in Frankreich ist es extrem. Da wird fast alles von der Spitze aus diktiert – natürlich unter den Bedingungen eines demokratischen Parlamentarismus. Aber die Leute haben das Gefühl: Wir werden nicht gehört. 

Auch hierzulande ist die Kritik auf die Bundeskanzlerin fokussiert. Sie ist zur Hassfigur für Rechte geworden. Ist die Situation in Frankreich insofern nicht doch vergleichbar?
Ja, aber es funktioniert in Deutschland trotzdem nicht so gut wie in Frankreich. Angela Merkel ist seit 13 Jahren Bundeskanzlerin. Sie war nicht von Anfang an eine Hassfigur für die Rechte. Das ist eine Entwicklung der vergangenen drei Jahre. Emmanuel Macron hat einen Absturz innerhalb weniger Monate erlebt. Das hat verschiedene Ursachen. Es liegt unter anderem auch daran, dass er außenpolitisch sehr präsent ist. Nach innen verfolgt er aber einen restriktiven Kurs. Das hat die Leute ernüchtert. Sie haben das Gefühl: Er regiert in einem einsamen Schlossturm. Er kennt die Probleme seiner Landsleute nicht. 

Jetzt hat er auf die Proteste aber doch reagiert und die geplante Erhöhung der Benzinsteuer um ein halbes Jahr verschoben. Ist es hierzulande auch denkbar, dass eine Bewegung auf der Straße die  Bundesregierung derart unter Druck setzt? 
Bewegungen können durch das beharrliche Bohren dicker Bretter Druck entfalten. Beispiele dafür gibt es genug. Denken Sie nur an die gesetzliche Regelung der Abtreibung, die reformiert wurde. Aber eine Entwicklung wie in Frankreich ist hier sehr unwahrscheinlich. 

Warum? Wenn sich rechte Gruppierungen wie Pegida, AfD oder Identitäre im Kampf gegen den UN-Migrationspakt zusammenschließen, können sie gemeinsam doch viele Anhänger mobilisieren. 
Rein rechnerisch gesehen sind die Rechten in Deutschland seit zwei Jahrzehnten zwar auf dem Vormarsch. Sie treten auch zunehmend selbstbewusster auf. Sie präsentieren sich, als wären sie das Sprachrohr des Volkes schlechthin. Aber zusammen machen sie vielleicht nur ein Fünftel der Bevölkerung aus. Hinzu kommt, dass die Rechte – wie auch die Linke – notorisch gespalten ist. Zum Beispiel in der Integrationspolitik. Die einen sagen, jeder Ausländer sei ein Ausländer zu viel. Die anderen sagen, wir müssen schon genauer sortieren. Abgesehen von Inhalten: Platzhirsche tragen ihre Revierkämpfe aus. 

Aber hatte das Zentrum für Politische Schönheit vor diesem Hintergrund nicht den Finger genau in die Wunde des Systems gelegt?
Doch, natürlich. Die Aktivisten führen uns die Mechanismen der Rechten vor Augen. Dass man politische Gegner denunziert oder ihre Adressen ins Internet stellt – mit der implizierten Aufforderung: Leute, zeigt denen, wo es lang geht! Zahlt es denen heim! Aber es war eine heikle Gratwanderung, weil diese subversive Botschaft von der breiten Bevölkerung nicht goutiert wurde. 

Klaus Dittrich | Do, 6. Dezember 2018 - 16:28

„Man hoffte, dass die Betrachter merken, dass man diese Methoden verdammt. . . . Es war kein kommunikativer Brückenschlag.“
Für mich ist diese Aktion – wie auch die vorhergehenden – vor allem Selbstdarstellung. Wer wie Rucht (dem Chef dieses Zentrums . . .) im nobelsten Viertel Dresdens aufgewachsen ist, muss ich vermutlich austoben, über die Stränge schlagen. Egoisten sind andere Menschen eh egal.

„Denn wer immer eine Namenssuche startet, ist nicht automatisch als Angehöriger der rechten Szene identifizierbar. Und schon gar nicht erkennbar, ob Nutzer der Website tatsächlich die Namen von Freunden oder Bekannten abgegeben haben.“
Tja, würden diese „Figuren“ des sog. Zentrums selber denken . . .

Michael Völler | Fr, 7. Dezember 2018 - 14:45

In reply to by Klaus Dittrich

...weil, wenns um denunzieren geht, kann man immer noch was von den Rechten lernen. Schließlich wären die KZs in unseren 30er Jahren nie so schön voll gewesen, wenn man nicht so fleissig denunziert hätte.....

Christa Wallau | Do, 6. Dezember 2018 - 16:35

... verzichten.
Ganz ehrlich: Mir ist jeder Sonntagsmaler lieber.

Politik muß ernsthaft und bürgernah sein, oder sie ist nichts wert.
Verschlüsselte Botschaften möge man einander in
illustren oder auch weniger illustren Zirkeln zuschicken, ich halte davon nichts auf dem politischen Parkett. Die meisten Menschen
bevorzugen klare, möglichst realistische und
gesetzeskonforme Ansagen.

Heidemarie Heim | Do, 6. Dezember 2018 - 18:23

Ach ja? Da hätte ich auch ein paar beizusteuern. Wie wäre es mit "Deutschland verrecke!" Deutschland Du Stück Sch...e!" "All co.. are ba…..s!" "Huch! Habe ich nun Probleme mit meinem Satire-Datenschutz? Moment bitte! Wo ist denn der verdammte Pullover und die Flagge abgeblieben...? Tut mir leid echt leid Ihr Lieben! Darf ich auch ganz in Schwarz zur nächsten Demo kommen, mit `ner gelben Weste drüber? Ich lächle bestimmt auch ganz lieb in Eure Überwachungskamera!" Obwohl mir die grauenerregend biometrischen "Fahndungsfotos"
in meinem Reisepass und Personalausweis völlig ausreichen;-) Bei einem cast, durchgeführt durch das "Zentrum für Schönheit" fall ich garantiert damit durch! Und was den Mangel an Humor betrifft und die restlichen, zauberhaft vorgebrachten Klischees, so brauche ich den im Moment dringend um so höflich und zurückhaltend wie Herr Schwennicke zu bleiben;-). Mission Provokateur geglückt! MfG

aber genau der Meinung bin ich aus. Das Klischee wird zementiert. Die blöden "Rechten" und die schlauen "Linken".
Ab da muss man das Interview nicht mehr weiterlesen. Entlarvt. Die Schubladen sind gezogen. Für mich ist alles Totalitäre freiheitsraubend und menschenverachtend, ob links oder rechts. Spaßguerilla geht anders.

Renate Brunner | Do, 6. Dezember 2018 - 18:39

..."Es ist ein Kennzeichen der Rechten, dass sie wenig Sinn für Humor und noch weniger Sinne für Satire haben. Sie bevorzugen schlichte Botschaften."...

Wie mich dieses "Schubladendenken" anödet.

Im Übrigen fand ich die Aktion des ZPS weder intellektuell anspruchsvoll, noch künstlerisch wertvoll. Um so mehr würde mich interessieren, wie diese Gruppe ihre Aktionen finanziert?
Ich hoffe nicht mit unseren Steuergeldern!

Petra Führmann | Do, 6. Dezember 2018 - 18:52

Heißt es sonst nicht, Ironie sei als solche zu kennzeichnen? Als Satire, künstlerischen Einfall mag ich das nicht werten. Und ich glaube auch nicht, dass die Bürger, die sich das angesehen haben, alle zu dumm sind, die "wahre Absicht" zu erkennen. Ich denke, die wirkliche Absicht war doch die, die erkannt wurde.
Ferner bin ich der Ansicht, dass man den "Pranger der AfD für Lehrer" als Begründung für diese Aktion nicht heranziehen kann; Lehrer, so die Meinung, schießen übers Ziel hinaus, indem sie eben nicht einfach informieren, bilden, sondern beeinflussen; Kinder können das noch nicht beurteilen.

Jürgen Keil | Do, 6. Dezember 2018 - 19:22

Also, was bei uns alles erforscht wird, überrascht mich immer wieder. Protestforscher? Frustforscher wäre auch nicht schlecht. Wie viel verdient man denn als solch ein Forscher. Vielleicht kann man sich ja verbessern "Es ist ein Kennzeichen der Rechten, dass sie wenig Sinn für Humor und noch weniger Sinn für Satire haben." Hat das der Herr Professor erforscht. Genial.
Ich habe mir schon oft die Frage gestellt: wo fängt Rechts an und wo hört es auf? Das ist jetzt klar gestellt und ich bin erleichtert. Kein Humor= Rechts! Satire? Nun ich habe die Aktion der schmutzigen Schönen auch nicht als Satire verstanden. Warum wohl? Weil ich den linken "Aktivisten" die Denunziation einfach zutraue. Beispiele? Aber ja. Der gemeine Bürger ist einfach zu dumm, um die hohe Kunst der Schönen zu erkennen. Die Rechten allemal. Ich rege an: man sollte ein Zentrum für politische Hässlichkeit oder ein Kabarett "Der rechte Eulenspiegel" gründen. Vorsicht! Die Antifa versteht aber auch keinen Spaß!

Michaela Diederichs | Do, 6. Dezember 2018 - 21:59

Für mich sind das professionelle Anarchisten, die ihren Eine-Welt-Gedanken allen Menschen notfalls mit Gewalt aufzwingen wollen. Die haben tolle Anwälte, sind organisiert wie Großkonzerne, sind bestens vernetzt und organisiert und wissen genau unter welchem Deckmantel sie wie handeln können. Sie verbreiten Angst und Schrecken, schüchtern ein und sind nie in ihrem Leben einer geregelten Arbeit nachgegangen. Finanziert werden sie vermutlich von der Großfinanz, die klare politische Ziele verfolgt. Das Hutmännchen von Pegida wirkt dagegen wie ein hilfloser Wutzwerg. Das wissen die Ultralinken. Sie geben sich als Opfer, sind aber die Täter. Lächerlich machen gehört in ihr Programm der Brandstiftung, die immer aggressiver wird. Irgendwann geht das hoch.

Fritz Gessler | Fr, 7. Dezember 2018 - 00:02

hätte ein rechter 'kunst'verein eine ähnliche 'aktion' gestartet, da wäre aber ironie&satire&intelligenz auf seiten der linken (opfer) hahah-hihi-hoho als grosse bewusstwerdung zu sehen gewesen? :))
glaubt wohl nicht einmal der bestallte schönredner rucht.
ad: 'gelbwesten'-protest: regime change comes home: vom maidan zum arc de triomphe. das strickmuster kennnen wir (s. www.demandprotest.com) und die links/rechten brufsrandalierer auch.

Tim Cramer | Fr, 7. Dezember 2018 - 07:00

Jetzt war es alles nur Satire. Und die doofen Rechten haben sowenig Humor, daß sie es noch nicht mal begreifen, und sie begreifen auch nicht, daß die Aktion noch weitergeht...
Glücklicherweise gibt es aber immer irgendeinen Experten, der das alles durchschaut und uns (Verzeihung - mir) erklärt.
Vielen Dank, Herr Rucht!

Michael Schneider | Fr, 7. Dezember 2018 - 08:33

Das ist öffentliche Denunziation aus niedrigen Motiven, wobei "Rechtssein" noch nicht einmal strafbar ist. Somit ist diese Aktion einfach nur Dreck. Der Verantwortliche gehört vor Gericht.
Rechte haben keinen Humor? Doch , die lachen täglich über Linke. Wenn ich etwas Aufhellendes lesen will, dann lese ich die TAZ. Die meisten Artikel dort sind besser als jede Satire, man glaubt es kaum, egal wie niedrig die Vernunftlatte gelegt wird, dort schafft es immer wieder einer, aufrecht darunter durchzulaufen.
So auch diese Aktion, jeder mit selbst einem kleinen Restverstand hat begriffen, dass dieses Verhalten exakt dem der Nazis in den Dreissigern entspricht, Leute mit einem Schild um den Hals durch die Stadt zu jagen. Und diese Täter halten sich für Antifaschisten? Verstecken sich hinter angeblicher Kunst? Ein Verbrechen soll Kunst sein? Dann räume ich morgen mal kunstvoll eine Bank aus...

Volkmar du Puits | Fr, 7. Dezember 2018 - 08:59

Die Gulags waren eine satirische Aktion der Kommunisten, die die Verwerflichkeit der KZ der Engländer im Burenkrieg auf künstlerische Art darstellten. Hätte ich auch selber drauf kommen können, aber ich habe Bauingenieurwesen studiert.

Wolfgang Tröbner | Fr, 7. Dezember 2018 - 10:35

Die Linken (gebildet und klug) haben so einen wunderbaren feinen Humor. Dass die Rechten den nicht verstehen, ist doch klar. Das sind auch nur die abgehängten Doofen, ohne Bildung. Wenn die feingeistigen Guten solche Aktionen (auch Böhmermann hatte schon mal eine ähnliche Aktion; war die Vorbild für das Zentrum?) durchführen, dann ist das nicht nur witzig, sondern hat auch seine Berechtigung. Ist absolut erforderlich - die bösen Rechten müssen enttarnt werden. Und der Aufschrei der Enttarnten zeigt ja, dass solche Aktionen stets ins Volle treffen. Und so witzig! Geht ja wohl nicht an, dass die Rechten unbehelligt unter uns leben und nicht arbeiten, sondern von dem Geld der Linken leben! Vorsorglich und dankenswerterweise hat das Zentrum bei der Begründung für diese Kunstaktion darauf hingewiesen, dass die Rechten einfach nicht arbeiten wollen, sondern nur auf der Straße randalieren und schlimme Dinge tun. Wir Bürger sind sehr froh, dass uns das Zentrum die Augen geöffnet hat. Danke!

Hans-Hasso Stamer | Fr, 7. Dezember 2018 - 11:05

Es gibt wesntliche Unterschiede, die in allen Medien verschwiegen werden: Es werden keine Namen oder Adressen veröffentlicht, der Darenschutz bleibt also gewährleistet. Es geht nur darum, die Kinder vor einseitige Beeinflussung zu schützen, indem man an die Schulen selber, vorsichtig ohne Namensnennung herantritt. Die Leher sind durch eine solche Vorgehensweise natürlich auch nicht in ihren Jobs gefährdet.

Diese Information habe ich von einem Landtagsabgeordneten der AfD auf einer Bürgerversammlung bekommen. Wenn sie stimmen, und daran habe ich keinen Zweifel, kann man dieses Vorgehen nicht als „Pranger“ bezeichnen.

Man vergleiche diese Umstände mit der Vorgehensweise der Linksextremisten vom ZPS.

Simak Perrce | Fr, 7. Dezember 2018 - 12:12

Ich kenne keinen einzigen Linken, weder in meinem persönlichen Umfeld, noch in den Medien, der auch nur einen Funken Humor vorzuweisen hätte, der ohne eine intrinsische “Message” daherkommt - und hier meine ich vor allem auch, dass man mal über sich selbst lachen könnte. Das können Linke nicht, denn dazu ist “die Sache” dann doch wieder zu ernst.

Und “gegen Rechts” ist nun nicht gerade eine hochkomplexe oder differenzierte Botschaft. Insofern ist die Sehnsucht nach einfachen Erklärungen bei Linken mindestens ebenso ausgeprägt.

Uli Petschulat | Fr, 7. Dezember 2018 - 12:28

Ich bin froh das es in dieser Republik für alles ausgewiesene Experten gibt die mich auf den richtigen Weg führen. Ich hätte auch gar Zeit mir über Links / Rechts Gedanken zu machen ich muss arbeiten, auch damit diese Müsiggänger ihre Stütze oder Bafög abgreifen können.

Wilhelm Gebken | Fr, 7. Dezember 2018 - 14:55

und kennt nicht den Unterschied zwischen dem Denunziantenpranger in Chemnitz und der AfD-Aktion gegen den Amtsmissbrauch von Lehrern?

1.) Lehrer haben sich aufgrund der einschlägigen (Beamten)gesetze politisch neutral zu verhalten und darauf hinzuwirken, dass die Schüler in einem behüteten Umfeld den Umgang mit der freien Meinungsäußerung lernen. Lehrer, die bestimmte politische Äußerungen der Schüler belohnen und andere Meinungen bestrafen, BEGEHEN EIN DIENSTVERGEHEN.

2.) Bei dn Protesten in Chemnitz handelt es sich um freie Meinungsäußerungen freier Bürger. Die Denunziationen und die Androhung negativer Folgen durch die Gruppe "für poltische Schönheit" sind nichts anderes als ein Eingriff in die freie Meinungsäußerung. Exakt dasselbe also, was Lehrer amtsmissbräuchlich tun, wenn sie missliebige Meinungen sanktionieren.

Die Äußerungen des "Protestforschers" Rucht sin d somit nichts anderes als eine Verdrehung von Tatsachen.

Walter Meiering | Fr, 7. Dezember 2018 - 15:09

'Es ist ein Kennzeichen der Rechten, dass sie wenig Sinn für Humor und noch weniger Sinne für Satire haben. Sie bevorzugen schlichte Botschaften.'

Ich stelle mir vor, Linke oder Grüne könnten nur unter Polizeischutz zu ihren Parteiveranstaltungen oder würden von der überwiegenden Mehrheit der Journalisten derart angegangen, wie es AfD-Mitgliedern passiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Grünen oder Linken sehr schnell der Sinn für Humor abgehen würde. Und die Behauptung, 'Rechte' (was immer das auch sein mag) verstünden nur schlichte Botschaften, ist einfach nur eine Frechheit.

Klaus Burkhardt | Fr, 7. Dezember 2018 - 15:31

Die alten Stasileute sind wieder da,sie kriechen aus ihren Löchern,in die sie 1989 gejagt wurden.

Samuel von Wauwereit | Fr, 7. Dezember 2018 - 15:42

Angefangen hat mit den Online-Prangern oder ähnlichem nicht die Rechte, sondern die Linke in Form zB der Amadeu Antonio Stiftung. Das hat Herr Rucht wohl übersehen.

Renate Genth | Fr, 7. Dezember 2018 - 17:02

Ich liebe Satire und bilde mir doch ein, solch eine zu erkennen. Aber wenn dieser Aufruf zur Denunziation Satire gewesen sein sollte, dann können "Thor-Steinar Pullover", "Reichskriegsflaggen" und der "Hitler-Gruß" auch als Satire geltend gemacht werden und all denen, die das nicht als Satire erkennen, mangelnder Witz zugeschrieben werden.
Satire darf alles, ich bin Tucholsky-Fan, aber Gegner an einen, ja, schon weltweiten Pranger zu stellen und in schlechter uralter deutscher Tradition damit die Existenz vernichten zu wollen, ist widerlich und hat mit selbst schwärzester Satire nichts zu tun. Satire darf alles, nur nicht die Gegner direkt existenziell vernichten. Dann hört sie auf Satire zu sein und ist nur noch gewalttätiger Übergriff.

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