Diesel Fahrverbote - „Das ist wie beim Hexenhammer im Mittelalter“

Weil sie laut Studien zahlreiche Krankheiten und Todesfälle auslösen, werden vielfach Fahrverbote für Diesel-Autos verhängt. Der Lungenspezialist Dieter Köhler hält das für Hysterie, ausgelöst von ideologisierten Wissenschaftlern

Feinstaubalarm in Stuttgart
Feinstaubalarm in Stuttgart: „Das kann man durchaus als Hysterie bezeichnen“ / picture alliance

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Constantin Wißmann leitet Cicero Online.

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Herr Köhler, Sie leben im eher dünn besiedelten Sauerland. Wäre es lebensgefährlich, in eine Stadt wie Berlin zu ziehen?
Nein, wieso?

In Berlin wird der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffdioxid in der Luft regelmäßig überschritten. Ein Verwaltungsgericht hat entschieden, dass deshalb Fahrverbote für Diesel-Autos zulässig sind. Doch das wirkt nicht von heute auf morgen. Haben Sie als Lungenfacharzt da keine Bedenken?
Nein, überhaupt nicht. Selbst wenn man bei einem Wert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid und 50 Mikrogramm/Kubikmeter Feinstaub ein Leben lang in Berlin lebt und dazu immer das Fenster geöffnet hat, hat das kaum Auswirkungen auf die Gesundheit. Von der Größenordnung müssen Sie sich das vorstellen wie ein Zuckerkörnchen in einem Bereich von einem Kubikmeter. In 75 Jahren würde man 10 bis 15 Gramm Feinstaub oder Stickstoff inhalieren. Ein Raucher, der am Tag eine Schachtel Zigaretten verraucht, erreicht diesen Wert nach wenigen Wochen. Dann müssten ja alle Raucher nach zwei Monaten tot umfallen. Das passiert aber erst nach 40 bis 60 Jahren, in diesem Zeitraum hat der Raucher dann eine millionenfach höhere Dosis Feinstaub eingeatmet.

Aber nur, weil es beim Rauchen noch schlimmer ist, macht es die Sache beim Feinstaub auf der Straße doch nicht besser.
Aber es zeigt, dass die Menge von Feinstaub oder Stickstoffdioxid in den Grenzwertdosen völlig vernachlässigbar ist und sicher keine gesundheitlichen Schäden verursacht.

Gerichte erlassen jedoch immer wieder Fahrverbote auf Basis dieser Werte. Warum tun sie das, wenn die Werte vernachlässigbar sind?
Die Gerichte müssen so handeln, denn sie wenden das Gesetz an. Das Problem ist, dass das Gesetz in diesem Fall auf falschen Tatsachen beruht, also den Grenzwerten aus der EU. Die Absurdität geht noch weiter. Denn der Effekt von diesen Fahrverboten ist gleich null in Sachen Stickstoff- und Feinstaubbelastung. Weil aber die Autos diese Gebiete weiträumig umfahren müssen, steigt sogar der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Und das ist wirklich belastend für die Umwelt.

Und wieder einmal ist Brüssel Schuld?
Eigentlich eher die Wissenschaftler.

Zu denen auch Sie gehören.
Ja, ich habe mich über das Thema Deposition und Elimination von Aerosolen, das sind Stäube und Tröpfchen, in der Lunge habilitiert, habe 30 Jahre lang eine Lungenklinik geleitet und war Präsident der Gesellschaft für Pneumologie. Als Wissenschaftler kann ich die Studien, die hinter den EU-Grenzwerten stehen, also ganz gut einschätzen.

Und Sie zweifeln diese an?
Nicht grundsätzlich. Von der Methodik her sind die alle natürlich seriös.

Aber?
Die Schlussfolgerungen werden in absurder Weise übertrieben.

Dieter Köhler
Dieter Köhler / privat

Sie meinen Studien wie die der  Organisation „Environmental Health Analytics“ (LLC) in Washington, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde. Demnach habe der Schadstoff 2015 weltweit rund 107.600 Menschen vorzeitig das Leben gekostet. Allein 38.000 Todesfälle seien demnach auf Überschreitung der Abgasgrenzwerte zurückzuführen, 11.400 davon entfielen auf die rund 750 Millionen Menschen in der EU. Ehrlich gesagt, wenn auch nur ein Bruchteil davon stimmen würde, hätte ich Angst und würde sofort für Fahrverbote eintreten.
Die Angst kann ich Ihnen nehmen. Die Gesundheitsschäden sind nicht tatsächlich eingetreten, sondern wurden anhand der extrem einseitig interpretierten  Studienergebnisse hochgerechnet. Viele andere Faktoren werden aber gar nicht gemessen, obwohl deren Einfluss hundert bis tausend Mal größer ist als der gefundene Effekt der Risikoerhöhung. Dabei muss man wissen: Menschen, die an den Straßen oder in Städten wohnen, wo die Feinstaubbelastung besonders hoch ist, leben oft anders als die in den teureren Wohngebieten. Es gibt unter ihnen mehr Raucher, es wird mehr Alkohol konsumiert, sie machen weniger Sport. Das alles hat Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Forscher sagen, die Sterblichkeitsrate steigt wegen Feinstaub um ein bis zwei Prozent, daher kommen die hohen Zahlen. Aber die Unterschiede in der Lebensform der Menschen an diesen großen Straßen und denen in den guten Wohngegenden müssen nur minimal sein, und sofort ist der vermeintliche Effekt durch den Feinstaub wieder wegkompensiert. Bei solchen starken Einflussfaktoren, die wir Wissenschaftler Confounder nennen, ist die Wirkung von derart geringen Mengen an Feinstaub oder Stickoxid gar nicht messbar. Es gibt ja auch neue Studien, die 300.000 Personen untersucht haben, wo plötzlich das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen durch Feinstaub verschwunden ist. Das zeigt einfach nur, dass solche Beobachtungsstudien im Niedrigdosisbereich gar nicht in der Lage sind, solide Aussagen zu treffen.

Sie sagen, Feinstaub ist ungefährlich?
An sich nicht. In Mumbai zum Beispiel kommen wir auf mitunter 800 Mikrogramm pro Kubikmeter Staub, aus allen möglichen Quellen, und das belastet die Lunge natürlich. Es kommt wie bei allen Giften auch beim Feinstaub auf die Menge an. Die vermeintliche Lebensgefährlichkeit bei den Mengen, die wir in deutschen Städten haben, ist aber vor allem ein Trick der Statistik.

Das müssen Sie erklären.
Wenn die Lebenserwartung von Menschen, die in der Nähe von höherem Feinstoffausstoß wohnen, um ein Prozent sinkt, dann errechnet man: Von einer Milliarde Menschen stirbt ein Prozent, macht zehn Millionen – geteilt durch 100 Lebensjahre also eine Million Tote pro Jahr. Aber selbst wenn das so wäre, was ich ja bezweifle, wären das jeweils ein paar Stunden, die man früher sterben würde. Das kann man durchaus als Feinstaubhysterie bezeichnen. Und ich weiß auch von Kollegen: Wenn die Ergebnisse nicht mit der These übereinstimmen, dass die Werte steigen und sich damit die Lebensgefahr erhöht, wird das zwar nicht unbedingt verschwiegen, aber gern an den Rand gedrängt.

Warum tun unabhängige Wissenschaftler das? Welches Interesse haben sie daran, dass Fahrverbote in Städten erlassen werden?
Es passiert das, was ich eine Ideologisierung der Wissenschaft nenne. Beim Feinstaub fing das an mit der berühmten „Six Cities Study“ aus den USA, die 1993 veröffentlicht wurde. Diese Studie war methodisch einwandfrei und schlüssig, und tatsächlich war die Staubbelastung in den Städten damals deutlich höher als heute. Danach gab es weitere zahlreiche Studien und Kongresse, mit ganz vielen klugen Wissenschaftlern, die dann alle zu ähnlichen Ergebnissen kamen. Ich selbst war damals auch überzeugt. Aber dann passiert es in einer Gruppe ganz schnell, dass man in diesem Denken gefangen bleibt. Das ist dann wie in einer Sekte, Widerspruch kommt nicht vor. Keiner stellt dann mehr die Frage: Gehen wir eigentlich immer noch von den richtigen Voraussetzungen aus? Dazu kommt, dass die jüngeren Wissenschaftler schon mit dem Grundgedanken in die Forschung gehen, dass die Mengen von Feinstaub lebensgefährlich sind. Das hinterfragen die gar nicht mehr. Und bei den älteren gibt es noch einen anderen wichtigen Grund.

Der wäre?
Da geht es um die Vergabe von Forschungsmitteln. Die stammen häufig von der EU. Wenn nun Wissenschaftler aber widerlegen, dass Feinstaub in den bekannten Mengen schädlich ist, dann gibt es auch kein Geld mehr dafür. Dann können die Leute ihre Institute zu diesem Thema schließen, und das will natürlich keiner. Also werden die Ergebnisse immer wieder verifiziert und nie falsifiziert. Als Anhänger des Philosophen Karl Popper kann man da nur verzweifeln. Popper hat sich stets dafür eingesetzt, dass man die Dinge immer wieder herunterbricht, hinterfragt und eine Widerlegung versucht, um die Wahrheitsähnlichkeit zu erhöhen. Aber die auf falsch interpretierten Forschungsergebnissen getroffenen Aussagen multiplizieren sich eben auch schnell. In den Medien wird darüber berichtet, einige gesellschaftliche Gruppen unterstützen das, und ganz rasch entsteht ein Druck, dass die Politik Konsequenzen daraus ziehen muss. Ein Großteil der Menschen, die nun mit dem Problem beschäftigt sind, haben von der Materie gar keine Ahnung mehr. Experten, die mit Einwänden und Widersprüchen kommen, werden aber schlicht ignoriert oder gar angefeindet.

Diesen Vorwurf hört man aber oft von Menschen, die sich als einsame Rufer in der Wüste stilisieren, wie Sie es tun.
Aber Sie können doch kaum dagegen angehen, wenn eine Gemeinschaft derartig ideologisiert ist. Immerhin war ich kürzlich zu einem Runden Tisch des Umweltbundesamts eingeladen. Da war ich dann der Ungläubige, und auf meine Argumente wurde überhaupt nicht eingegangen, auch nicht, indem mich jemand widerlegt hat. Meist werde ich zu solchen Zusammenkünften gar nicht mehr eingeladen. Das ist ein bisschen wie in der Religion. Wenn bewiesen werden würde, dass Jesus Christus nicht gelebt hat, glauben Sie, der Vatikan würde dann die Sixtinische Kapelle abschließen und sagen: „So Jungs, das war’s“?

Aber Religion ist Glaubenssache. Die entscheidende Errungenschaft der Aufklärung ist doch aber die freie, auf Empirie gestützte Wissenschaft.
Ja, das ist ja etwa auch der Unterschied zwischen Homöopathie und Schulmedizin. Auch die Schulmedizin macht Fehler, aber sie korrigiert sie. Das Element der Falsifikation, dass man Ergebnisse immer wieder in Zweifel zieht,  ist entscheidend für den wissenschaftlichen Fortschritt. Aber im Bereich der Feinstaubbelastung wird genau das vernachlässigt. Stattdessen erinnert das Ganze an das Mittelalter und den „Hexenhammer“.

Sie meinen das Traktat, mit dem die Hexenverfolgung legitimiert wurde?
Genau. Da geht es darum, wie und mit welchen Experimenten man eine Hexe erkennt. Das wird durchaus rational erläutert. Aber die Grundfrage, ob Hexen überhaupt existieren, wird nie in Frage gestellt. So ist es auch bei den Studien über Feinstaubbelastung. Man geht davon aus, dass Mini-Korrelationen kausal sind. Das ist der schwere Denkfehler.

Aber es gibt doch durchaus Beteiligte, die ein großes Interesse daran hätten, dass diese Ergebnisse in Zweifel gezogen werden, die Autoindustrie zum Beispiel. Warum setzt sich das Narrativ des lebensgefährlichen Feinstaubs trotzdem nahezu ungehindert durch?
Das Problem ist, dass es mittlerweile niemanden mehr dazwischen gibt. Die Wissenschaft steht auf der einen, die Autoindustrie auf der anderen Seite. Dass man Vertretern der Autoindustrie nicht unbedingt Objektivität bescheinigt, ist verständlich. Und die Studien sind mathematisch so kompliziert, dass da selbst viele Physiker nicht mehr durchblicken.

Was könnte man denn tun?
Man könnte zum Beispiel im Umweltbundesamt eine Kommission einsetzen mit Gutachtern, die intelligent sind, aber erkennbar nicht zur Szene, zur entsprechenden Wissenschafts-Community gehören und die vermeintliche Wahrheiten viel besser hinterfragen können. Aber das ist wohl gar nicht mehr möglich, der öffentliche Aufschrei der Wissenschaftler wäre sofort riesengroß.

Dieter Köhler war fünf Jahre lang, von 2002 bis 2007, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, er lehrte an den Universitäten Marburg und Freiburg und war fast 28 Jahre lang Direktor einer Fachklinik für Lungenerkrankungen

Stefan Schreyer | Do, 11. Oktober 2018 - 11:49

Herzlichen Dank für dieses aufschlussreiche Interview. Es macht insofern aber auch sehr nachdenklich, weil es einfach zeigt, dass wir in einigen Bereichen der Wissenschaft wohl schon vor vielen Jahren das Zeitalter der Aufklärung und der wirklich objektiven, wissenschaftlichen Arbeitsweise verlassen haben.

Michaela Diederichs | Do, 11. Oktober 2018 - 23:41

In reply to by Stefan Schreyer

Natürlich haben wir die Jahre der Aufklärung und der objektiven, wissenschaftlichen Arbeitsweise schon längst hinter uns gelassen. Es geht nur noch um Gelder. Die Politik könnte doch entscheiden, dass Innenstädte generell keine Autos mehr zulassen. Machen andere Länder längst vor. Gut, Jaguar- und Porsche-Fahrer können dann immer noch in die Innenstädte fahren. Tagesgebühr von € 15 tangiert nicht wirklich. Warum macht die Regierung Merkel das nicht? Was fürchtet sie? Kein Mensch braucht in Zeiten von Internet noch Einkaufszentren. Gebt den Menschen die Städte zurück - ganz ohne Autos, Ärzten und Handwerkern. Bleibt unter euch. Dann ziehen auch wieder mehr Menschen aufs Land. Die Städte sind längst nicht mehr attraktiv. Sie reden sich das aber immer stärker ein

Sie glauben ernsthaft, im Zeitalter von Ebay und Amazon, von Onlinehandel und Zalandoparties sei das die Lösung? Ihr WOLLT, Ihr WO)LLT, Ihr WOLLT. Ihr wollt alles möglichst billig, alles bis gestern und alles bis vor die Haustür. Ihr wollt am Sonntag frische Brötchen, Ihr wollt die neue online bestellte Einbauküche bis vor die Haustür, Ihr wollt die neuen Balkonmöbel, natürliche online bestellt, Ihr WOLLT, Ihr WOLLT, Ihr WOLLT. SO wird das nicht funktionieren

Michaela Diederichs | Do, 11. Oktober 2018 - 11:54

Hexenhammer trifft es auf den Punkt genau. Die Autos sollen aus den Städten vertrieben werden. Dafür wird jedes Argument bemüht. Klasse Interview. Danke Herr Wißmann.

Lothar Werner | Do, 11. Oktober 2018 - 11:58

„Die vermeintliche Lebensgefährlichkeit bei den Mengen, die wir in deutschen Städten haben, ist aber vor allem ein Trick der Statistik.“

Betrachtet man die heutige Lebensrealität und ihre politischen Aspekte, dann kann man sich ebenfalls nicht des Eindrucks erwehren: wir werden auch in vielen anderen Bereichen „aus-getrickst.“ Das erkenntnisleitende Interesse mancher, die in der Wissenschaft tätig sind, ergibt als Ergebnis ihrer „Untersuchungen“ dann genau das, was sie als Ergebnis eben sehen wollen. Und wenn es „passt“, übernimmt es die Politik als ihre Handlungsbegründung.

Harro Meyer | Do, 11. Oktober 2018 - 12:03

Diese Gläubigkeit gegenüber verquerten Konstrukten und Ideologien ist ein Deutsches Problem. Der Jahrhunderte dauernde Verlust vorwärts denkender Auswanderer hat genetisch in Deutschland ein gegenüber den jeweils Regierenden unterwürfiges Volk zurückgelassen. Der mir noch bewusste Glaube an den "Endsieg" war für mich das beste Beispiel. Da ist der Glaube an den "Feinstaub" oder den "CO2"! Einfluss nur ein kleinerer Schaden, den wir oder unsere Kinder durch unsere Arbeitsmoral schon überstehen werden.

Bernd Wollmann | Do, 11. Oktober 2018 - 18:10

In reply to by Harro Meyer

der Endsieg grün-linken Merkel-Moralapostel steht kurz bevor, falls der Michel nicht bald aufwacht. Die Medien und immer mehr Wissenschaftler sind schon auf Linie gebracht. Belastbare Fakten und Menschenverstand sind diesen Ideologen suspekt...

Per L. Johansson | Do, 11. Oktober 2018 - 12:27

Ja, alles richtig, aber ein zentraler Aspekt fehlt.
Die Studienergebnisse werden auch absichtlich mißbraucht, um mit ihrer Hilfe die Verbrennungsmotoren zu diskreditieren.
Dahinter steht letztlich der ausgerufene Kreuzzug gegen den Klimawandel. Und da heiligt für viele der Zweck die Mittel.
Solche Grenzwerte kommen gerade recht. Denn statt die Autos einfach zu verbieten und sich den Zorn der Bevölkerung zuzuziehen, macht man den Menschen Angst, damit diese quasi freiwillig verzichten.
Oder zumindest murrend hinnehmen, dass man „zu ihrem Schutz“ handelt. Vorgeblich auf Basis von Gerichtsurteilen handeln „muss“, so daß die Politik gegenüber den Wählern die Hände in Unschuld waschen kann.
Eine Nebelkerze, denn die Gerichte wenden ja nur die Gesetze an, die die Politik vorgibt!
Die Politiker könnten und müßten das Problem im Interesse der Bevölkerung lösen, aber sie wollen es gar nicht. Denn die Verbrennungsmotoren "sollen" weichen, koste es was es wolle, nicht nur monetär.

Diese Tatsache konnte man schon Mitte der 80er in Köln feststellen, als die recht gut funktionierende Grüne-Welle-Ampelschaltung an wichtigen Ausfallstraßen durch den von Grünen mitregierten Stadtrat auf alternierende Rot-Schaltung an jeder 2ten Ampel umgestellt wurde, wodurch natürlich ein wahnsinniges Stop-and-Go Fahren mit entsprechendem Zusatzausstoß von Autoabgasen entstand. Die perfide Absicht dahinter war, die Autofahrer so madig zu machen, dass sie möglichst zahlreich auf die unzureichenden und teuren öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Auch wenn dies ein totaler Flop war, gibt's bis heute keine intelligente und umweltschonende Verkehrsführung in Köln, aber noch mehr Dauerbaustellen, denn die Grünen sind inzwischen fest etabliert in der Stadtregierung und werden demnächst durch Fahrverbote ihren Öko-Sadismus noch verschärfen nach dem Vorbild Hamburg, Stuttgart, Berlin, etc. Der mafiös finanzierte Abmahnverein namens Umwelthilfe besorgt das jetzt ganz 'legal' vor Gericht...

Das Autos zunehmend raus aus der Stadt und einfach generell weniger werden, unterstütze ich absolut. Feinstaub hin oder her.

In den meisten Autos sitzt oft nur 1 Person. Ich beobachte das tagtäglich hier in Leipzig. Das ist ökonomischer und ökologischer Unsinn. Autos benötigen jede Menge Platz zum Fahren und Parken. Dieser Platz wird speziell in den Städten dringend für Wichtigeres benötigt. Wohnraum z.B., aber auch Schulen, Pflegeheime usw. Fahrradwege und ÖPNV müssen ausgebaut werden.

Mit der aktuellen Fokussierung auf privaten Autoverkehr wird keine Stadt zukunftsfähig. In anderen Ländern ist man da z.T. schon viel weiter als in Deutschland.

Und wenn die deutschen Automobilfirmen sich noch lang am ollen Verbrenner fest krallen, übernehmen in 5-10 Jahren die Chinesen das, was dann noch an herkömmlichen PKW benötigt wird.

Immer diese Floskeln! "In anderen Ländern ist man da schon viel weiter!" Ja wo denn? "Wir brauchen den Platz zum Wohnen" Aha, wo fährt dann der ÖPNV lang? Und der China Kracher mit der E-Auto Lüge! Ein Klassiker der Verblendung! Wo kommt denn der Strom in China her? Wo und wie wird denn das ultra giftige Zeug in den Batterien abgebaut? Wie lange soll den der Vorrat an diesen seltenen Ressourcen halten, bei diesem extensiven Missbrauch der Chinesen? Sie werden wahrscheinlich einer der ersten sein, der auf die Chinesen schimpft, wenn diese Ressourcen aufgebraucht sind und riesige giftige Müllhalden mit alten Batterien die Umwelt belasten. Bin mal gespannt wie die Leute es finden nicht mehr Fahrrad zu fahren weil sie es wollen, sondern weil sie es dann müssen!

Daniel Wischer | Do, 11. Oktober 2018 - 12:35

Wer sich einmal mit Wissenschaft beschäftigt hat weiss, daß Ideologie, Moden, Pseudologik und Zirkelschlüsse nichts ungewöhnliches sind im akademischen Betrieb. Beim "Dieselskandal", der vermutlich recht bald zum "Benziner-" oder "Verbrennerskandal" mutieren wird, geht es um die "Verkehrswende". Also die Abschaffung des motorisierten Individualverkehrs für die Masse. E-Autos und Flugzeuge bleiben überwiegend den "Funktionseliten" vorbehalten.
Daher spielen Fakten in dieser Angelegenheit keine oder höchstens eine geringe Rolle. Ideologie schlägt Erkenntnisinteresse. Aufgrund der Unfähigkeit der Politik und der Untätigkeit der deutschen Automobilindustrie, die immer noch glaubt, das "aussitzen" zu können, sind demokratisch nicht legitimierte Vereine wie die "Deutsche Umwelthilfe" erfolgreich. Vermutlich wurden die EU-Grenzwerte im EU-Parlament sowieso ohne die Belastung größerer Sachkenntnis beschlossen.
Die Betrügereien der (deutschen) Autobauer entschuldigt dies natürlich nicht.

Sehr geehrter Herr Wischer,
nicht nur vermutlich bald, sondern schon seit langer Zeit gibt es einen Benzinskandal. Alle modernen Benzin Direkteinspritzmotoren, welche seit ca. 2010 auf dem Markt sind, haben ein Rußproblem. Man kann das leicht feststellen, indem man mit dem Finger durch das innere des Endrohres der Schalldämpferanlage streicht. Ich habe vor kurzem antizyklisch gehandelt und einen Audi mit Dieselmotor, SCR Kat und
AD-Blue gekauft. Auch andere Hersteller bieten solche Motoren mit der gleichen Technologie schon länger an. Audi nennt das Euro 6 Plus. Auch ein Euro 5 Diesel mit einer entsprechenden Umrüstung wäre so sauberer, als die meisten Benziner, da diese keinen Rußfilter besitzen.
Meine Frage an Sie, kennen Sie auch nur ein wichtiges Thema der letzten Jahre, bei dem die Politik nicht versagt hat? Flüchtlinge, Wohnungsbau, Großprojekte, Landwirtschaft,Prekäre Beschäftigung,
Familienpolitik, Renten, Schulpolitik usw. usw. Vollidioten wohin man blickt!

Ron Barker | Do, 11. Oktober 2018 - 13:04

Herr Köhler,

Vor langer Zeit habe ich aufgehört es zu versuchen, Ideologen zu erklären, weshalb ein Besen kein Auftrieb entwickeln kann. Sie meinen, Euler sei ein exotischer Vogel. Ich fürchte wir haben den Schlacht des Rationalen zu Gunsten des Absurden verloren.

Harro Meyer | Do, 11. Oktober 2018 - 13:08

Diese Gläubigkeit gegenüber verquerten Konstrukten und Ideologien ist ein Deutsches Problem. Der Jahrhunderte dauernde Verlust vorwärts denkender Auswanderer hat genetisch in Deutschland ein gegenüber den jeweils Regierenden unterwürfiges Volk zurückgelassen. Der mir noch bewusste Glaube an den "Endsieg" war für mich das beste Beispiel. Da ist der Glaube an den "Feinstaub" oder den "CO2"! Einfluss nur ein kleinerer Schaden, den wir oder unsere Kinder durch unsere Arbeitsmoral schon überstehen werden.

Bernhard K. Kopp | Do, 11. Oktober 2018 - 13:18

Der Autoindustrie, plus der Zulieferindustrie - aus ganz Europa - dem ADAC, und Millionen von aufgeklärten Bürgern müsste es doch gelingen, die Forschungsgelder, die eventuell von der EU gestrichen werden, einfach zu ersetzen, ohne aus Gegengutachten ein Gefälligkeitsgutachten zu machen. Die unerklärlichen Grenzwertgesetze müssen gerichtlich gekippt werden.

Arthur Dent | Fr, 12. Oktober 2018 - 04:21

In reply to by Bernhard K. Kopp

Ich wäre mir da nicht so sicher, dass die Automobilindustrie der Gegenpart ist. Die Automobilindustrie verdient doch ganz gut daran, dass legal zugelassene Fahrzeuge plötzlich ausgesperrt werden und vorzeitig Ersatz gekauft werden muss.
Die Automobilindustrie regt sich doch nur auf, wenn sie die Kosten für die Verbesserung der Technik nicht an den Kunden durchreichen kann.

Ursula Horvath | Do, 11. Oktober 2018 - 13:29

würden all die Hysteriker ihren Unmut gegen alle Kriege auf dieser Erde, an denen D seit Jahren gar nicht schnell genug mit ins Feld ziehen kann, um ein wenig mit zu bomben. Mit den Stimmen genau dieser Leute, die jede Maus retten und jedes Braunkohlewerk von Jetzt auf Gleich schließen möchten, aber sonst bedenkenlos mit ihren Unterschriften wo anders den Lebensraum fremder Kulturen vernichten oder vernichten lassen. Wir die "GUTEN" sind für den Rest der Welt schon schwer erträglich mit dieser furchtbaren widerlichen Heuchelei!

Karin Zeitz | Do, 11. Oktober 2018 - 18:09

In reply to by Ursula Horvath

diese Gedanken bewegen mich oft, wenn ich die Bilder aus den Kriegsgebieten sehe, in denen bedenkenlos uranhaltige Munition verschossen wird. Die Unmenge an Autoreifen, die von Palästinensern an der israelischen Grenzen abgefackelt worden sind, waren den deutschen Gutmenschen keine Proteste wert. Da heiligt der Zweck offensichtlich die Mittel.

Christa Wallau | Do, 11. Oktober 2018 - 13:41

Leider ist das, was Herr Köhler hier ausführt, nur allzu wahr: Es gibt fast keine ideologiefreie Wissenschaft mehr!
Die - ach so aufgeklärten - Menschen, die heute leben und sich vom traditionellen Christentum abgewandt haben, brauchen eben auch einen "Glauben" an menschliche Schuld und Apokalypse - zur Not ist es der an die Klimakatastrophe.
Und dieser Glaube wird bedient! Parteien,Forschungseinrichtungen und viele gewiefte Geschäftsleute ziehen ihren Nutzen daraus - so wie einst die Reliquien- und Ablaßhändler.
Es ist leider nicht sehr weit her mit dem Fortschritt
des menschlichen Geistes!
Ungeheure technische Entwicklungen mögen etwas anderes suggerieren, aber das Faktum ist nicht zu negieren: D E R Mensch bleibt verhaftet in seinen natürlichen Strukturen, d. h. seine Gefühle, Bedürfnisse, Neigungen zum Guten wie zum Bösen, seine Wünsche und Hoffnungen sind die gleichen wie zu allen Zeiten. Es gibt nur andere Sündenböcke. Statt Hexen und Juden:
Umweltverschmutzer.

Da ist was dran, allerdings übertreffen die Deutschen alle anderen Nationen in der Willfährigkeit sich Hysterien hinzugeben. Was in all diesen Berichten fehlt, trotz aller Bekenntnisse europäisch zu denken, ist die vergleichende Analyse wie derartige Probleme in anderen Ländern Europas behandelt werden. Und dann stellt man fest, dass es diesen Willen zu Vernichtung der eigene. Industrie nur in Deutschland gibt. Woanders lässt man die Deutschen machen, ist aber selbst sehr pragmatisch. Europaweit wurde nach Fukushima kein einziges Atomkraftwerk abgeschaltet, außer in Deutschland. Wieso betrifft die Dieseldiskussion nur Fahrzeuge der deutschen Industrie, nicht aber US,F,I, UK Fahrzeuge?

Arnold Dreis | Do, 11. Oktober 2018 - 13:48

VW-Konzernschef Diess sagte:
Beim E-Auto wird nicht auf Elektro umgestellt, sondern auf Kohlebetrieb. Bei der Produktion einer einzigen Akkubatterie entstehen 5 Tonnen !! Kohlendioxid(CO2), und wenn dann noch mit Kohlestrom gefahren wir, wird E-Mobilität wirklich zum Wahnsinn.
Quelle: dapa-AFX

Und was passiert, wenn man die irgendwann einmal entsorgen muss?
Leider scheint ein gesunder Menschenverstand und Zusammenhänge
erkennen kaum noch vorhanden zu sein.

Uli Petschulat | Do, 11. Oktober 2018 - 13:57

Uns rieseln im Jahr ca. 500 Tonnen abgelassenes Kerosin der Luftfahrt auf die Köpfe, dazu der Start von täglich bis zu 1800 Jet's. Ich weigere mich über meinen Diesel überhaupt zu reden.

Wilhelm Maier | Do, 11. Oktober 2018 - 14:28

"Das ist dann wie in einer Sekte, Widerspruch kommt nicht vor. Keiner stellt dann mehr die Frage: Gehen wir eigentlich immer noch von den richtigen Voraussetzungen aus?" Leider ist es nicht nur bei Wissenschaftler so...
Und dazu kommt, dass die jüngeren schon mit dem Grundgedanken in die Politik gehen... Massenpsychologie, oder wie noch meine Oma damals sagte- Herdentrieb.
Besten Dank Cicero für solche Artikel.

Armin Latell | Do, 11. Oktober 2018 - 14:34

Das Leben in De wird nur noch von Ideologen bestimmt, so scheint es. Beim Thema Dieselfahrverbot, bei den Themen
Atom-und Kohleausstieg, Klima und Umweltschutz generell, Flüchtlinge/Migration, abstruse Gendertheorien, Gentechnik, Rassismus, Anti-Diskriminierung, Heimat, Kultur, Identität, Feminismus, Populismus, (Anti)faschismus, Sexismus, Gleichberechtigung, Quotenregelungen, Diversity und all das, was ich sonst noch vergessen habe. Sachliche Argumente zählen einfach nicht mehr, der Meinungsgegner muss nur laut genug niedergeschrien werden, dann ist man im Recht.
Selbst Universitäten sind Brutstätten dieser dekadenten, asozialen, politisierten, kriminellen, in ideologischen Käfigen eingesperrter Geister geworden. Wer nicht mehr ums Überleben kämpfen muss, sucht sich andere Bereiche, in
denen er sich engagieren kann, zur Not eben auch die Selbstabschaffung.

Arndt Schuster | Do, 11. Oktober 2018 - 14:40

Ein sehr aufschlussreiches Gespräch. In einem Punkt möchte ich aber widersprechen: Die AfD spricht im Bundestag, vertreten durch die Herren Dr. Spaniel und Bernhard, das Problem mit dem unsinnig niedrigen Grenzwert und der Aufstellung der Messstationen ganz klar an.

Tomas Poth | Do, 11. Oktober 2018 - 15:02

geführte Wissenschaft/Wissenschaftler, die Masche folgt dem alten Kirchenprinzip oder auch den politischen Ideologien: Gib mir die Macht über dich dann bist du nicht allein, sauf du das Wasser ich nehme den Wein.
Wie sagte der alte Marks, Religion ist Opium für das Volk, er vergaß zu erwähnen die Ideologien ebenso.
Vielleicht hören wir ja auch demnächst hier im Cicero über die heilige Kongregation der CO2-Klimahypothese, aus aktuellem Anlass der letzten Glaubensverkündigung der IPCC-Kirche.

Joachim | Do, 11. Oktober 2018 - 15:02

Vielen Dank für diesen Artikel!
Eine Aufklärung zu dieser absurden Anti-Dieselhetze ist wirklich sinnvoll.
Die weltweit mit Abstand effizienteste Antriebstechnik für Fahrzeuge wird von Ideologen auf den Schrott befördert, der Bürger massiv gegängelt und finanziell geschädigt. Und das alles aufgrund dubioser Vodoo-Grenzwerte.

Christian Bauer | Do, 11. Oktober 2018 - 16:00

Jeder darf "glauben", was er will. und so wundert es mich nicht, wenn bestimmte Leute Abschied nehmen von der Aufklärung, und sich in Baumhäuser zurückziehen. Mit dem Verlust des christlichen Glaubens, der mehr und mehr auf dem Rückzug ist, müssen neue "Götter" oder "Götzen" her. Mal der Feinstaub, das Waldsterben, der Oil-Peak, ach, was haben wir alles schon probiert. Wer da glaubt, wir hätten "die Aufklärung" hinter uns, irrt sich. Wir haben sie aber auch leider nicht vor uns- wir haben sie nur bitter nötig.

Wolfgang Selig | Do, 11. Oktober 2018 - 16:40

Wenn ich solche Interviews lese, verstehe ich besser, warum die Breiten aus der EU austreten wollen.

Jochen Wegener | Do, 11. Oktober 2018 - 16:54

zu untersuchen, wäre gewiss des Schweißes der edlen Journalistenfedern wert. Wird aber nicht gemacht, zu gefährlich weil zu zerstörerisch: die ganzen schönen Geschichtn endeten dann als Teil eines Wirtschaftskrieges gegen den Diesel und damit gegen . die deutsche Autoindustrie. Nicht mehr viel vom Wahren, Schönen und Guten, nur noch billige Hinterhofklamotte mit leider sehr starken Auswirkungen. Werden wir sehen, wenn erst einmal der technologische Vorsprung auf Null geschrumpft ist und die Arbeitsplätze dahin sind. Nicht zwei oder drei - Tausende.

zu untersuchen wäre in der Tat mal eine größere Aufgabe. Nähme man dann noch eine Handvoll anderer sog. Umweltschutz-Organisationen und anderer NGOs hinzu, ergäben sich höchstwahrscheinlich sehr interessante Einblicke. Ich bezweifle allerdings, ob man Einblick in die finanziellen Hintergründe dieser Vereine erhalten würde, da die ja alle als gemeinnützigen Organisationen firmieren. Beim Thema DUH habe ich allerdings auch ein besonders übles Bauchgefühl.

Werner Schultz | Do, 11. Oktober 2018 - 16:58

Ich besuchte im letzten Jahr Portugal (Lissabon) und Nordspanien, Region Galizien. An den Ausfallstraßen der großen Städte fand ich keine Messstationen. Keine Messstationen keine Überschreitung von Messwertgrenzen. So lösen unsere europäischen Nachbarn Vorgaben der EU - elegant und geräuschlos.
In Deutschland machen nicht mehr die gewählten Parlamente Umweltpolitik sondern div. Umwelt- und Naturschutzverbände - ohne demokratische Legitimation.

Reiner Bergmann | Do, 11. Oktober 2018 - 21:34

In reply to by Werner Schultz

Richtig Herr Schultz, allerdings kommt es in diesen Ländern auch vor, dass diese Stationen völlig falsch plaziert sind. Zum Beispiel auf den Dächern der Häuser. Wer schaut schon auf ein Dach um nach so einer Messstation zu suchen? Dort liefert diese ja völlig falsche Werte.

Helmut W. Hoffmann | Do, 11. Oktober 2018 - 17:38

...läßt sich genau so auf das Thema Klimawandel unter Verursachung des Mensch anwenden. Da gibt es ja auch reihenweise Propheten, die uns das Essen vorschreiben möchten (kein Flesich, lieber Hasenfutter), etc.

Ines Schulteh | Do, 11. Oktober 2018 - 18:27

....fließen in die Untersuchungen ja offenbar nicht ein. Wenn bereits gemutmaßt wird, dass in besseren Wohnvierteln weniger Feinstaubgeschädigte wohnen, heißt das doch: Mehr Bäume (Sauerstofflieferant) pflanzen in den Großstädten, statt der Bau-Verdichtung, die derzeit gepredigt wird, um das Wohnproblem zu lösen! Außerdem: wenigerMenschen fahren weniger Autos, - dies wäre ein Plädoyer für einen Bevölkerungsrückgang statt -Zuwachs. Dazu noch das Wohnen auf dem Land attraktiver machen und in den Städten den ÖPNV (Bus, Bahn, aber auch Radwege), und schon hätten wir ein paar Problene weniger.

Bernhard Jasper | Do, 11. Oktober 2018 - 18:38

Herr Wegener, welche Rolle die „Deutsche Umwelthilfe“ kurz DUH spielt? Die soll von der Bundesregierung mitfinanziert werden. Sie soll "Dienstleistungen" übernehmen.

Guido Schilling | Do, 11. Oktober 2018 - 18:57

vor 30 Jahren war die Luft viel schmutziger als heute.
Dabei fahren Millionen Autos mehr als 1988. Nur die Grenzwerte wurden auf absurde Weide immer weiter nah unten korrigiert. Deshalb ist jetzt Drama Baby.

Norbert Heyer | Do, 11. Oktober 2018 - 19:07

Wer glaubt, das Mittelalter sei durch die Aufklärung überwunden, wird durch die inszenierte Diesel-Krise wieder in dieses versetzt. Hier zählt nicht Realität und wissenschaftliche Erkenntnis sondern Ideologie und grün-linke Sichtweise zur Erzielung eines gewünschten Ergebnisses. Erst weg mit dem Diesel, dann den Benziner und als halbgare Lösung das Elekroauto mit wesentlich schlechterer Umweltbilanz. Aufgeben vom Bewährtem und überhasteter Einstieg in nicht überdachte Alternativen scheint der neue Weg in eine unsichere Zukunft zu werden. Vielleicht ist aber auch alles nur vorgeschoben, um den Individualverkehr abzuschaffen. Man verkauft diese Mogelpackung dann noch als reine Wohltat zur Erhaltung unserer Gesundheit. Am meisten ist es bedrückend, dass kaum ein einziger Experte sich traut, fachlich diesen Irrsinn vom Tisch zu wischen. Die Macht der Umweltfanatiker droht unser gewohntes Leben total auf den Kopf zu stellen. Gewaltfreie Gegenwehr ist angesagt.

Reiner Bergmann | Do, 11. Oktober 2018 - 21:23

Klasse Artikel Herr Wißmann!
Es lebe der Diesel. Ich habe mir gerade einen gekauft. Er ist in Verbindung mit Rußfilter, SCR Kat und AD-Blue sauberer als jeder bisherige Benziner. Diese Technologie ist beim LKW bereits ein alter Hut. Der Verbrauch ist vor allem beim SUV und anderen schweren Fahrzeugen extrem günstig. Warum also wird eine Top Technologie mit falschen Argumenten kaputtgeredet? Es sind wieder einmal die Massenmedien welche alles über einen Kamm scheren. Nur hier im Cicero bekommt man gute Informationen.
Die Politik macht sich nicht nur in diesem, sondern in vielen anderen Bereichen nicht nur lächerlich, sondern sie disqualifiziert sich dauerhaft. Flüchtlinge, Renten, Schulpolitik, Familienpolitik, Wohnungsbau, Großprojekte, Prekäre Beschäftigung, usw. usw.

Eberhard Rademeier | Do, 11. Oktober 2018 - 21:39

hatten wir doch schon vor Jahrzehnten: Saurer Regen, Waldsterben... Dass das temporäre Waldsterben damals durch einträgliche, aber anfälliger Nadelwald-Monokulturen hervorgerufen wurde - Schwamm drüber. Passte nicht in die Idiologie gegen Industrie und Individualverkehr. Dass Feinstaub so gut wie nie da gemessen wird, wo er auch entsteht - unwichtig. Wir brauchen Argumente gegen den Diesel. Dass die weltweiten Lithium-Ressourcen nicht im mindesten ausreichen, um Akkus für alle geforderten E-Autos zu produzieren - ist doch egal. Leute, die nahezu den ganzen Tag mit ihrem am Ohr festgetackerten Handy durch die Gegend laufen, bekommen Kopfschmerzen und Schlafstörungen, wenn sie nur einen neuen, unbestückten Mobilfunkmasten sehen usw., usw. Wir leben in einer technisch-naturwissenschaftlichen Klippschulwelt. Ich ziehe schon mal die Füße ein, damit mir nicht all zuviel drauf fällt.

MedDir a. D. D… | Fr, 12. Oktober 2018 - 00:43

Als pensionierter Pneumologe und Arbeitsmediziner schätze ich die Meinung des Herrn Kollegen Professor Köhler sehr und möchte anregen, die Automobilabgase in der Umwelt mit den Grenzwerten für inhalative Schadstoffe am Arbeitsplatz zu vergleichen. Ferner stellt sich mir die Frage, wie viele Bus-/Taxifahrer unter Bronchitis (so called "COPD") und Bronchialkarzinom (vulgo: "Lungenkrebs") als Berufskrankheit leiden!

Dr. Andreas Löw | Fr, 12. Oktober 2018 - 01:19

Genau da liegt der Hase begraben!
Man biegt sich seine Statistiken so zurecht, dass ein gewünschter "Sachverhalt" heraus kommt. Spielt nun zusätzlich politischer Alarmismus eine Rolle, über den man jahrzehntealte grün-linke Ideologien dem Bürger aufzwingen kann, nimmt die Sache Fahrt auf. Dazu Politiker, denen jedes Mittel recht ist, ihr persönliches politisches Verfallsdatum durch Übernahme von "Sachthemen" politischer Gegner hinauszuschieben und es tun sich für diese "Forscher" ungeahnte Geldtöpfe auf!
Am Arbeitsplatz dürfen die Bürger, die diesen Unsinn durch 8 Stunden tägliche Arbeit unfreiwillig mitfinanzieren übrigens 950 µg NO2/m³ Atemluft aushalten (2 Std. täglich sogar das Doppelte). Hysterie ist der Begriff, der diese Sache am besten beschreibt!
Weiß man nun auch noch, dass wissenschaftlich nachweislich kein CO2 bedingter Treibhauseffekt existiert und der CO2-Wert immer der Temperaturkurve folgt - NICHT umgekehrt, erblickt man das nächste politische Kausalitätsparadoxon!

Christoph Kuhlmann | Fr, 12. Oktober 2018 - 05:35

verboten sind, wird man auf Langzeitstudien von Personen setzen die hunderten pathogenen Faktoren ausgesetzt sind und nur den einen Beobachten, dem die Studie gilt. Anstatt über das Phänomen der Umweltverschmutzung sollte man wirklich über das Phänomen der Wissensgenese in der Wissenschaft aufklären. Was allerdings trotzdem skandalös ist, dass Diesel-PKW das zehnfache an Stickoxiden ausstoßen als 40 Tonner. Die seit mehr als einem Jahrzehnt mit ad blue als Harnstoff fahren. Zumindest für PKW über 80 PS müsste ein entsprechender Katalysator längst Vorschrift sein, einfach weil es technisch und wirtschaftlich seit langem problemlos möglich ist. Momentan kosten Nachrüstsätze 1500 - 2500 EUR. Bei einer entsprechenden Serienfertigung dürfte dieser Preis erheblich sinken.

Kein Mensch braucht mehr als 80 PS um sein Mobilitätsbedürfnis zu befriedigen und damit notwendige Wege zurückzulegen. Alles andere ist reiner Luxuskonsum und kann guten Gewissens mit höheren Kosten belastet werden.

Frank Frei | Fr, 12. Oktober 2018 - 07:11

Meine Stadt Perine meinte, es gäbe keine Belastung. Auf Nachhaken meinten die dann, es würde gar nicht gemessen. So geht's auch :D

FranzWeiler | Fr, 12. Oktober 2018 - 08:07

Ich kann vielem was hier geschrieben wurde nur zustimmen.
Aber seien wir mal ehrlich, wer hat sie denn gewählt,diejenigen ,die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben?
Jeder bekommt das was er verdient.
Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

Detlev Flott | Fr, 12. Oktober 2018 - 10:22

Selbst die Berufsgenossenschaften entschädigen seit Jahrzehnten durch NOx bedingte Berufserkrankungen!
ABER: Die Dosis macht es aus!
Meine Oma wohnte Jahrzehnte lang in Oberhausen 800 m neben einer KAS Kunstdüngeranlage. Hierbei wurde Salpetersäure eingesetzt. Bei der Produktion entstanden nitrose Gase, die als gelbe Rauchfahnen noch in den 70 er Jahren aus den Schloten im gesamten Ruhrgebiet emittierten.
In einer Stunde wurde im Pott soviel NOx aus den KAS Anlagen in die Umwelt gepustet, wie sämtliche deutschen Dieselmotoren nichtmals in 10 Jahren emittieren!
Ja, die armen Chemiearbeiter, die für die Salpetersäureproduktion über Jahrzehnte zuständig waren und direkt diesen extremen Emissionen gegenüber exponiert waren, bekamen alle eine entschädigungspflichtige Berufserkrankung anerkannt.
Die Dosis die zur Erkrankung führte ist vergleichbar mit der Bienenexposition,die mit Glyphosat gefüttert wurden und erwartungsgemäß einen verätzten Darm hatten.
Oma wurde übrigens 102!

Stefan Müller | Fr, 12. Oktober 2018 - 10:45

sind nur eine vergleichsweise leicht zu messende Größe für Belastungen aus dem Straßenverkehr vor der Haustüre insgesamt und wohl auch ursprünglich so gedacht gewesen. Diese Belastungen bestehen natürlich nicht nur aus NoX und Feinstaub aus dem Auspuff, sondern aus Lärm, Abrieb, aufgewirbeltem Staub, Stress, Schlafstörungen, Leben bei meist geschlossenem Fenster und dergleichen mehr. Insofern ist die einseitige Fixierung der Diskusssion auf NoX und Feinstaub aus Abgasen natürlich Quatsch. Dennoch sollte den Anwohnern dieser Straßen geholfen werden. Am besten durch eine intelligente Verkehrsführung, leisere und emissionsärmere Fahrzeuge, praktikable Park&Ride-Angebote, bessere Überwachung der Lärmemissionen (Stichworte Tempolimitss, Sportauspuff, Chiptuning) ...

Herbert Weidner | Fr, 12. Oktober 2018 - 11:26

Den Hinweis auf den Philosophen Karl Popper kann ich nur unterstützen: Eine seriöse Wissenschaft muss sich darauf konzentrieren, Gegenargumente zu analysieren. Eine fundierte Widerlegung der Kritikpunkte bestätigt eine Theorie besser als alles andere. Und ist wichtiger als das Anhäufen noch so vieler Einzelpunkte, welche die Theorie bestätigen ("Beweis durch Wiederholung"). Es gehört nun mal zu unserer Lieblingsbeschäftigung, einmal gefasste Vorurteile zu bestätigen. Widerlegt zu werden, oder sogar selbst anzuzweifeln ist nicht so berauschend. Menschen sind so, es gibt keine anderen.

Thomas G. Schätzler | Fr, 12. Oktober 2018 - 19:17

Diesel-Politik gesellschaftspolitischer Skandal!
Alle Verbrennungsarten incl. Kohleverstromung werden mit diametral entgegengesetzten Umwelt-Verträglichkeits-Prüfungen belegt.
In einer beispiellosen Kumpanei zwischen Automobilindustrie, Lobbyisten, Werbewirtschaft, Wissenschaft, Politik, Meinungsbildnern, KFZ-Zulassungs- und Aufsichtsbehörden wurden exzessiven Manipulationen Tür und Tor geöffnet. 
Nach 2-Takter-Abschaffung, TÜV/ASU,  Feinstaub-, CO-, CO2- und SO2-Debatten, geregelter Abgasreinigung mit/ohne Katalysator/Feinstaubfilter/ad-blue-Technologie sind und bleiben Diesel- und Benzin-PKWs die saubersten Autos für unsere Umwelt:
Bezieht sich nur auf kleine Hubräume/geringe KW-Leistungen. Großvolumige und veraltete PKWs, SUVs, Protz-, Nutz-, Sonder-, Schienen-Fahrzeuge, LKWs, Industrie-Verbrennungsmotoren, Heizungsanlagen usw. sind Smog-Ursachen Nr 1. Lächerlich, dass Hochseeflotten mit Alt-/Schweröl unsere Häfen anlaufen und wir der Umwelthysterie bei Autos frönen.

Dirk Nowotsch | Fr, 12. Oktober 2018 - 21:55

Als Fahrer so einer Dreckschleuder, eines todbringenden Ungetüms, aus der industriellen Vorzeit, der mit seine Lebensweise (Ab und an, bei schlechtem Wetter, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren) für den vorzeitigen.......ich höre jetzt auf mit der Übertreibung. Einfach Danke an dieser Stelle, für diesen aufklärenden Artikel. Der beste Beitrag seit langem, zu diesem Thema. Danke!

Ingo Meyer | Fr, 12. Oktober 2018 - 23:16

Danke für diesen Beitrag. Wir leben in einer hysterisch gewordenen Welt. Das ist unsere Krankheit, die uns fertig macht. Das Schlimme ist, man lässt sich selbst wegen des immer gleichen religiösen Nachrichtenstromes verunsichern. Heute habe ich Laub gerecht. Der "furztrockne" Sommer führte dazu, dass ich staubig war. Ein Zustand, über den ich mir nie Gedanken gemacht habe. Heute kam mir kurz in den Sinn, da hast du ja eine Menge Staub eingeatmet. Ich habe mich dann mit dem Vergleich von gutem und bösen Staub unwissenschaftlich getröstet. Der Artike hier hat meinen Trost massiv verstärkt und meine Verachtung über religiös-dümmliche Vorschriften bestärkt.

Horst Weber | So, 14. Oktober 2018 - 13:25

Während abertausende Jumbos tagtäglich mit ihren Kondensstreifen den eigentlich knallblauen Himmel in milchig trübes Bläulich verwandeln, und dabei ihre Kerosin-Abgase über uns verteilen, während wir auf den Bau des - endlich - mindestens 1 Km langen Kreuzfahrtschiffes lauern, während die Autobahnen
von irrsinnigen Lastwagenkolonnen zum Bersten angefüllt sind, während die Braunkohle_Abraummonster Mondlandschaften für noch vielleicht ein paar Jahre Holzkohlenbriketts entstehen lassen, während der Gülle-Gürtel deutscher Landwirtschaft ganze Provinzen methanisiert und das Grundwasser zu Chloaken umgestaltet - träumt eine vergrünte Schickeria davon, es könne in Städten die Wende zum wirksamen Abbau von Treibhausgasen gelingen, wenn man - von den üblichen Ausnahmen abgesehen - ein paar Straßenzüge von Diesel-Abgasen freihält.-
Ein allerdings kaum lustiger Schildbürgerstreich.
Man darf gespannt sein - auf die Geschäftspleiten
in den Zentren.-