Online-Pranger der AfD - „Natürlich dürfen Lehrer ihre politische Meinung äußern"

Die AfD richtet Internetportale ein, auf denen Schüler Lehrer anschwärzen sollen, die sich im Unterricht kritisch über die AfD geäußert haben. Schulleiter Uwe Böken wurde schon übers Internet denunziert. Er fordert die Politik auf, ein Verbot der Portale zu prüfen

Direktorin Martina Kelsch steht am 09.11.2017 in der Grundschule Schmarl in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) vor der Klasse 4a, in der gerade Englisch-Unterricht stattfindet. Die Schule, an der rund 300 Mädchen und Jungen aus fast 20 Ländern lernen, ist für den Deichmann-Förderpreis für Integration nominiert.
Bitte melden: Die AfD ruft Schüler dazu auf, Lehrer im Internet anzuschwärzen, die ihre politische Meinung äußern / picture alliance

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Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Reporterin und Autorin. 

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Uwe Böken leitet die Anita-Lichtenstein-Gesamtschule im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen. In NRW hat die AfD noch kein Meldeportal eingerichtet. Bislang gibt es diesen Online-Pranger in Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg. Auch in Berlin ging ein Beschwerdeportal“ online. Geplant ist es aber auch in Brandenburg, Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.  

Herr Böken, schon heute besteht die Möglichkeit, Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Lehrer zu erstatten, die versuchen, Schüler politisch zu indoktrinieren. Wozu braucht man da noch Internetportale, auf denen sich auch schon Schüler registrieren können?
Die Frage stelle ich mir auch. So ein Portal hat Denunziationscharakter. Es fördert Maßnahmen, die totalitären System zugeschrieben werden. In der DDR war es die Stasi, die Kritiker des Systems denunziert hat. Im Dritten Reich war es die Gestapo. 

Sie haben im März eine Dienstaufsichtsbeschwerde eines AfD-Bundestagsabgeordneten bekommen, weil Sie sich in einem WDR-Interview kritisch über seine Partei geäußert haben sollen. Was genau ist passiert?
Unsere Schule wurde nach Anita Lichtenstein benannt, einem jüdischen Mädchen, das im Alter von neun Jahren von den Nationalsozialisten umgebracht wurde. Dieser Name ist für uns Auftrag. Wir machen immer wieder Veranstaltungen zu dem Thema. Anfang März war Esther Bejarano bei uns zu Gast, eine der letzten Überlebenden des Auschwitzer Mädchen-Orchesters. Darüber hat der WDR berichtet. In einem Interview habe ich gesagt, dass es seit der letzten Bundestagswahl wieder rechtsextreme Abgeordnete im Deutschen Bundestag gibt.

Aber Sie haben die AfD nicht namentlich genannt? 
Richtig, und genau das ist der Punkt. Ein Aachener AfD-Bundestagsabgeordneter hat diesen Satz auf sich bezogen. Dabei ist diese Aussage in dem Moment richtig, wo es einen Abgeordneten im Bundestag gibt, der rechtsextreme Gedanken geäußert hat. Denken Sie nur an den vielzitierten „Vogelschiss“ von Alexander Gauland. 

Wenn Sie die AfD nicht erwähnt haben, worüber hat sich der Abgeordnete dann beschwert?
Er hat Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Bezirksregierung in Köln mit dem Hinweis eingereicht, ich hätte gegen die Neutralitätspflicht verstoßen. Erfahren habe ich das aber nicht zuerst von der Bezirksregierung, sondern von einem Bekannten. 

Woher wusste er das?
Aus dem Internet. Der besagte AfD-Abgeordnete hatte gar nicht erst die Entscheidung meines Dienstherrn abgewartet. Er hat seine eigene Facebook- und Twitter-Seite dazu benutzt, um den 1:1-Wortlaut dieser Dienstaufsichtsbeschwerde unter Nennung meines Namens und mit Bundesadler oben drüber online zu stellen. 

Ist das noch Denunziation – oder schon Verleumdung?   
Es ist erstmal eine unwahre Tatsachenbehauptung, solange der Dienstherr nicht der Kritik des Abgeordneten gefolgt ist. Wenn der Mann der Meinung war, ich hätte gegen die Neutralitätspflicht verstoßen, dann hätte er schreiben müssen ... 

... ich bin der Meinung, dass .... 

Genau. Er hat die Beschwerde aber als Tatsache ins Internet gestellt. Ich habe über meinen Anwalt Strafanzeige erstattet. Ich habe auch mit dem Bundesamt für Justiz Kontakt aufgenommen, das ist die Aufsichtsbehörde für das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Danach sind die Plattformbetreiber verpflichtet, solche Dinge zu entfernen – und zwar zeitnah. 

Und, hatten Sie Erfolg?
Ja und Nein. Das Bundesamt für Justiz hat mir bestätigt, dass es sich um eine unwahre Tatsachenbehauptung handelte. Dass also der Abgeordnete genau das gemacht hat, was er mir vorgeworfen hatte. Dabei war es bei mir ja noch fraglich, ob der Vorwurf zutraf. 

Das heißt, er hatte Fakten geschaffen?
Genau, das Bundesamt für Justiz hat die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Nicht nur von mir ist Strafanzeige erstattet worden, auch vom Bundesamt. Am Ende ist die Dienstaufsichtsbeschwerde aber erst vor einigen Tagen aus dem Internet verschwunden – also erst nach sechs Monaten. 

Immerhin haben sich die Behörden hinter Sie gestellt. Das scheint eher die Ausnahme zu sein. Ein anderer Lehrer aus Bremen, den wir schon für ein Interview angefragt hatten, durfte sich nicht zu dem Thema äußern, weil ihm sein Dienstherr einen Maulkorb verpasst hatte. Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) heißt es, die meisten Lehrer seien unsicher, wie sie sich in einem solchen Fall verhalten sollen.  
Ich habe Glück gehabt. Mein Dienstherr, die Bezirksregierung, hat die Dienstaufsichtsbeschwerde sehr schnell zurückgewiesen und dem Abgeordneten mitgeteilt, dass das, was ich gesagt habe, abgedeckt ist durch mein  grundgesetzliches Recht auf freie Meinungsäußerung. 

Was hätten Sie gemacht, wenn sich die Bezirksregierung nicht hinter Sie gestellt hätte?
Dann hätte ich abgewartet. Ich hätte ein Disziplinarverfahren und eine Verwarnung bekommen. Und ich hätte trotzdem einen Anwalt bemüht, um gegen diese Online-Veröffentlichung der Dienstaufsichtsbeschwerde vorzugehen. 

Sie klingen nicht, als könnte Sie das erschüttern. Sie sind aber auch ein erfahrener Lehrer. Können Berufsanfänger das genauso cool wegstecken? 
Ich hab noch ein paar Jahre, dann gehe ich in den Ruhestand. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, was in den Köpfen jüngerer Kollegen vorgeht. Ich habe ja auch  einige an meiner Schule. Vielleicht sehen sie ihr berufliches Fortkommen behindert, wenn sie zu ihrer Überzeugung stehen. Aber: Wir dürfen nicht mit dem Finger auf die Kollegen zeigen, die im letzten Jahrhundert vor 1933 nichts gesagt und zugeschaut haben und die Frage stellen: Warum hat niemand etwas getan? Und heute machen wir fast genau das Gleiche. Wir schauen einer gesellschaftlichen Entwicklung zu, die eigentlich einen Aufschrei zur Folge haben müsste. Die Parallelen zur Weimarer Republik sind unübersehbar. Wir laufen Gefahr, dieselben Fehler zu begehen, die wir damals gemacht haben. 

Vor diesem Hintergrund ist ein Neutralitätsgesetz aber doch wichtig. Es ist Bestandteil des Beutelsbacher Konsenses, der 1976 erlassen wurden. Was hat sich die damalige Bundesregierung dabei gedacht?
Es war eine Reaktion auf den Radikalenerlass von 1972. Der war einen Schritt zu weit gegangen, weil er erstmal alle Junglehrer unter Extremismusverdacht gestellt hat. Der Beutelsbacher Konsens hat das wieder auf eine vernünftige Grundlage gestellt. Wenn ein Lehrer seine eigene politische Auffassung kundtut, heißt das nicht, dass er dadurch schon indoktriniert. Das tut er erst dann, wenn er keine andere Position gelten lässt. 

So hat es Ihr Dienstherr, die Bezirksregierung, jetzt auch in der Begründung für die Zurückweisung der Dienstaufsichtsbeschwerde geschrieben. Wie hat er die Neutralitätspflicht definiert? 
Dass Neutralitätspflicht nicht bedeutet, dass man als Lehrer keine politische Meinung äußern darf. Das ist der springende Punkt. Politische Kontroversen müssen auch im Unterricht als solche dargestellt werden. Man muss Gegenpositionen benennen dürfen. Man muss aber nicht als Neutrum durch die Gegend laufen. 

Trotzdem ist es ein schmaler Grat: Wo hört die eigene Meinung auf, wo fängt die Beeinflussung an?
Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. In dem Moment, wo ein Lehrer seine eigene politische Überzeugung kundtut, hat er noch nicht gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Ein Verstoß ist es erst dann, wenn er andere Meinungen von Schülern nicht gelten lässt. Er kann darüber diskutieren in der Schule. Das ist auch gut so. Denn nur so kann ich erreichen, dass aus Schülern auch wirklich mündige Staatsbürger werden.

Ist denn die AfD im Politikunterricht ein Thema?
Natürlich, die Kollegen sind angehalten, Bezüge in die Lebenswelt der Schüler herzustellen – und zwar nicht nur im Politik-Unterricht. Weil das nämlich das Begreifen befördert. 

Aber es ist doch das gute Recht von Eltern, zu intervenieren, wenn sie den Eindruck haben, dass Lehrer ihre Grenzen überschreiten. 
Ich habe ja auch nichts dagegen, dass jemand eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen mich erstattet,  weil er der Meinung ist, ich hätte gegen dieses Neutralitätsgebot verstoßen.  Das steht jedem zu. Aber dann muss man es auch akzeptieren, wenn die Beschwerde abgelehnt wird. Und das hat der AfD-Abgeordnete nicht getan. 

Warum?
Er hat über die Kölner Regierungspräsidentin, die die Beschwerde zurückgewiesen hatte, Fachaufsichtsbeschwerde bei der Schulministerin in Düsseldorf eingereicht. Soweit ich weiß, wurde diese Beschwerde jetzt aber wieder zurückgezogen. 

Die AfD behauptet, dass die Mehrheit der Lehrer links oder links-grün sei. Die Meldeportale sollen ein Gegengewicht schaffen. 
Es ist völliger Unsinn, dass es nach 1968 – ich überspitze es jetzt mal – nur Linksradikale im Lehrerberuf gegeben haben soll. Sie können doch nicht von jetzt auf gleich das ganze Personal austauschen.  Das ist 1968 auch nicht passiert. Im Gegenteil: Es hat Bundesländer gegeben, in denen genau geschaut wurde, ob Junglehrer Bezüge zum radikalen Umfeld hatten. Solche Leute wurden gar nicht erst eingestellt. Stichwort: Radikalen-Erlass. 

Schulpolitik ist Ländersache. Für übergreifende Angelegenheiten  ist die Kultusministerkonferenz (KMK) zuständig. Die hat sich auf ihrer jüngsten Tagung kritisch mit diesen Meldeportalen beschäftigt. Was erwarten Sie jetzt von der KMK?
Ich erwarte von der KMK, dass sie betroffenen Kollegen den Rücken stärkt. Soweit ich gehört, soll das jetzt auch passieren. Auch die Bundesjustizministerin hat  sich in dieser Richtung dazu geäußert. Ich fand das richtig so. Aber der Protest darf sich nicht in einer Floskel vor der Kamera erschöpfen. Der muss in der Schule spürbar werden. 

In welcher Form? 
Das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass diese Plattformen so, wie sie betrieben werden, mit unserem Recht vereinbar sind. Ich hab im Frühjahr hunderte Emails zur neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bekommen. Mich würde interessieren, wie sieht ein Fachjurist diese Plattform – nur mit Blick auf diese DSGVO? Wenn das kollidiert, erwarte ich, dass diese Portale verboten werden. 

Weil die Namen der angeschwärzten Lehrer für jeden sichtbar sind?
Natürlich. Ich habe jede Menge Emails bekommen, nicht nur von Unterstützern, auch aus der anderen Richtung. Ein anonymer Absender hat geschrieben: „Da kann man nur hoffen, dass es eine Namenliste gibt, wo auch Sie draufstehen. Diese wird dann, wenn die richtigen anständigen Leute an der Macht sind, abgearbeitet.“ 

Was schließen Sie daraus?
Dass ich mit dem, was ich befürchte, nicht falsch liege. Hier wiederholen sich Dinge, die im vergangenen Jahrhundert abgelaufen sind. Und alle schauen zu. 

Was raten Sie Kollegen, die jetzt über die Portale angeschwärzt wurden: Wie sollen die sich verhalten?
Ich würde sofort Kontakt zu einem qualifizierten Rechtsanwalt aufnehmen und Strafanzeige wegen übler Nachrede erstatten –  und zwar nicht nur gegen den Plattformbetreiber, sondern unbekannterweise auch gegen den, der die Denunziation zu verantworten hat. 

Aber den Anwalt müssen die Lehrer aus eigener Tasche bezahlen?
Wem das wichtig ist, der muss in den sauren Apfel beißen.

In Hamburg  haben Lehrer den Server des Meldeportals der AfD mit Spam-Mails, Pizza-Bestellungen oder Selbstanzeigen lahmgelegt. Ist das der richtige Weg, um sich zu wehren? 
Ja. Das ist genau die Antwort, die an dieser Stelle gegeben werden muss:  Dass man nicht bereit ist, sich das bieten zu lassen. 

Andreas Löw | Di, 23. Oktober 2018 - 08:48

Das sehe ich genauso.
Allerdings muss dies dann auch explizit für alle Lehrer und alle politischen Meinungen gelten, also auch für rechtskonservative, regierungskritische oder gar antieuropäisch nationale Ansichten und nicht nur für den politkorrekten linken Mainstream!
Meinungsfreiheit ist keine linke Einbahnstraße!

Die aus meiner Sicht alles entscheidende Frage ist, ob ein Lehrer hierzulande in der Schule eine Meinung, die AfD-Nähe verrät, äußern kann, ohne dass er berufliche Konsequenzen bzw. Sanktionen befürchten muss. Es gibt mittlerweile genügend Beispiele auch aus anderen Berufsfeldern, wo derartige Meinungsäußerungen empfindliche berufliche Sanktionen nach sich zogen. Warum sonst darf der Bürgerrechtler Siegmar Faust keine Führungen mehr in der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen durchführen? Auch im öffentlichen Dienst ist die freie Meinungsäußerung mehr als problematisch. Man denke nur an den sogen. "Pegida-Mann". Die Realität in Deutschland sieht eben leider so aus, dass Meinungsfreiheit primär eine linke Einbahnstraße ist.

Vollkommen richtig, Her Löw. Aber genau das ist das Problem. Meiner Meinung nach gehört Herr Böken zu denen, die sich erhaben in der Meinungshoheit dünken. Genau deshalb wird er aus meiner Sicht keinen Kollegen mit entgegengesetzter Meinung dulden, nein, nach diesen Äußerungen kann er das gar nicht.

Wo rann ich allerdings Zweifel anmelde. Die Weltoffenheit und Liberalität die man uns zuschreibt, geht spätestens unter wenn einer gegen den gewünschten, gesellschaftlichen Konsens verstößt. Mit Akribie und Eifer wird er niedergeschrien-und geschrieben, er hat sein Recht auf freie Meinungsäußerung verwirkt.
Dagegen ist das, was Herr Böken hier mitteilen will, eine Kleinigkeit.

Ralph Lewenhardt | Di, 23. Oktober 2018 - 08:53

Lehrer, die ja z.B. Mitglied von Parteien seien können, sollte untersagt sein, die Autorität des Lehrkörpers gegenüber Kindern nach eigenem Ermessen zu nutzen, um ihre persönlichen politischen Auffassungen, erfolgreich zu propagieren. Gleiches gilt für die Religionszugehörigkeit. Die Gefahr, dass die Kinder dann mit ihren Elternhäusern kollidieren können, ist groß und kontraproduktiv.

Walter Meiering | Di, 23. Oktober 2018 - 08:54

Lehrer sollen die Werte des Grundgesetzes vermitteln, aber keinesfalls dürfen sie für oder gegen eine Partei agitieren oder in der Tagespolitik Werbung für eine bestimmte politische Richtung machen. Das überschreitet ihre Kompetenzen. Ein schmaler Grad, aber deshalb sind es ja (hoffentlich) entsprechend geschulte und erfahrene Lehrer.

Konrad Paukner | Di, 23. Oktober 2018 - 08:56

zeigt sich im letzten Absatz. Er scheint doch recht weit am linken Rand verortet zu sein, denn genau dieses Vorgehen, welches Herr Böken für die richtige Antwort hält (Spam-Mails usw.), ist das der s.g. "Aktivisten". Es wird auch mit keiner Silbe ersichtlich, dass Herr Böken eine Diskussion mit dem politischen Gegner gesucht hätte.

Petra Führmann | Di, 23. Oktober 2018 - 09:06

ist in der Tat kontraproduktiv, und ich kann auch Lehrer verstehen, die durch ihre Lehrmethoden erreichen wollen, dass "sowas" wie im letzten Jahrhundert nie wieder entstehen soll. Aber von nichts kommt nichts; ich halte es für eine Tatsache, dass große Teile der Lehrerschaft, ebenso wie der Journalismus, maßlos überziehen und gegenteilig genau das machen, was verteufelt wird: Einseitige Indoktrination, die nicht die Wahrheit als Grundlage hat. Ich bin mir sicher, dass die Neutralitätspflicht - oder ist das nur ein Gebot? - nicht eingehalten wird und dass eben maßlos übertrieben wird und alle in einen Topf geworfen. Kinder können sich noch keine eigene Meinung bilden, die können nur zuhören und nehmen das, was Erwachsene sagen, als wahr hin.

Klaus Moitje | Di, 23. Oktober 2018 - 18:22

In reply to by Petra Führmann

Ich stimme Ihnen und auch den anderen Lesermeinungen zu.
Die AfD ist eine liberal - konservative Rechtsstaatspartei, die sich gegen jede Form von Extremismus distanziert. Wie sieht es in diesem Punkt bei den Grünen, den Linken und der SPD aus? Neue Mitglieder durchlaufen ein Aufnahmeverfahren, und wer gegen die Statuten verstößt, wird zur Rechenschaft gezogen. Sind die anderen Parteien auch so konsequent?
Beispiellos sind die Hass- und Diffamierungskampagnen der politischen Gegner, der Gewerkschaften, der Kirchen, der MSM, ja, auch der Schulen und besonders der Universitäten.
Abgeordnete werden tätlich angegriffen, ihre Autos werden abgefackelt, und ihre Büros und Häuser beschmiert oder gar verwüstet.
Outen sich Schüler oder Studenten als AfD - freundlich, müssen sie mit Ausgrenzung oder Mobbing rechnen. Das, Herr Schulleiter, erinnert mich an längst vergangene Zeiten. Im Unterricht werden oft nur einseitge Quellen behandelt. Das ist pure Indoktrination.

Stefan Zotnik | Di, 23. Oktober 2018 - 09:07

"In dem Moment, wo ein Lehrer seine eigene politische Überzeugung kundtut, hat er noch nicht gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Ein Verstoß ist es erst dann, wenn er andere Meinungen von Schülern nicht gelten lässt. Er kann darüber diskutieren in der Schule. Das ist auch gut so. Denn nur so kann ich erreichen, dass aus Schülern auch wirklich mündige Staatsbürger werden."

Das ist einfach Quatsch!
Ein Schüler hat NIEMALS(!) in der Diskussion eine Meinung gleichen Stellenwertes wie die eines Lehrers. Lehrerhaben IMMER eine Vorbildfunktion, ihre Meinung wiegt IMMER mehr, als die der Schüler.

Schulleiter, die solche Äußerungen tätigen wissen offenbar überhaupt nicht, wie man aus Schülern mündige Staatsbürger macht.

Die Schüler müssen miteinander(!) diskutieren. Der Lehrer sollte nur argumentatives Futter hinzugeben, seine eigene Meinung aber für sich behalten.

Der Grad zur Überwältigung ist extrem dünn.

Herr Böke, informieren Sie sich über den Beutelsbacher Konsens.

Sie haben Recht. Die Meinung eines Lehrers ist natürlich nicht irgendeine, sie hat deutlich mehr Gewicht als die eines Mitschülers. Darüber hinaus ist die Welt ziemlich kompliziert. Komplizierter als manch ein Lehrer glaubt. Welcher Schüler argumentiert schon gegen mehr Umweltschutz, Klimarettung, Gerechtigkeit, Aufnahme aller Schutzsuchenden.....Das es dann im Detail etwas komplizierter ist....wird das im Unterricht auch verdeutlicht ? Von Lehrern ?
Direkte Fragen : warum sind die Schulen in NRW so schlecht ?
Warum nehmen Lehrer das seit Jahren hin ? (Am Geld kann es ja nicht liegen.)
Warum bewerten Lehrer, auch in NRW, die Arbeiten von Schülern mit Migrationshintergrund, bei gleichem Ergebnis, schlechter ? Wenn entsprechende Studien stimmen, scheint Fremdenfeindlichkeit unter Lehrern ja sehr weit verbreitet zu sein. Sicher auch an der fraglichen Schule. Oder ist die eine Ausnahmen ?
Das man diesem Personal nicht unbedingt vertraut kann ich verstehen.

Den Sachverhalt sehe ich genauso. Die Argumentation des Herrn Böke ist in meinen Augen absurd, da eine Indoktrination bereits dann vorliegt, wenn eine "Autorität" bestimmte politische Inhalte in Wort, Schrift oder Bild postuliert. Ob es sich dabei um Lehrer, Zeitungen oder Fersehanstalten handelt, entscheidend ist die "Stellung" im öffentlichen Bewusstsein, denn diese stellt ganz klar eine Machtposition dar, die z.B. ein Schüler niemals haben kann.

Sie haben völlig recht! Eine Diskussion zwischen Lehrer und Schüler findet niemals auf Augenhöhe statt! Demokratischer Diskusr schließt stets ALLE Meinungen ein und grenzt nicht aus! Ein Lehrer hat zu moderieren, nicht aber zu indoktrinieren!

dazu kommt, das sie eben abhängig von den Lehrern sind, denn die geben ihnen schließlich eine Note. Es ist wie in der DDR oder bei den Nazis, jung mußt du sie dir greifen. Ich als jemand der im Osten mal in einer Russisch-Schule war, weiß ganz genau wie das läuft. Und wenn du jahrelang indoktriniert wirst, dann ist das drin und ganz schwer da wieder herauszukommen. In der R-Schule hielt ich mich für das schwarze Schaf , den Antikommunisten. Als ich wieder in meiner alten Schule war, hab ich erstmal gemerkt wie indoktriniert ich schon war, denn ich habe mit dem mir eingetrichterten "Wissen" argumentiert in politischen Diskussionen.

Per L. Johansson | Di, 23. Oktober 2018 - 09:12

Zitat: „Wenn ein Lehrer seine eigene politische Auffassung kundtut, heißt das nicht, dass er dadurch schon indoktriniert. Das tut er erst dann, wenn er keine andere Position gelten lässt. „

Es ist erfreulich, wenn die Meinungsfreiheit verteidigt wird. Aber die Gretchenfrage ist:
Gilt das dann auch für Lehrer, die sich positiv über die AfD äußern und z.B. negativ in Richtung der Grünen?
Würde er diese Kollegen als Schulleiter ebenso in Schutz nehmen, wenn sich Schüler oder Eltern darüber beschweren?

Zitat: „Wir dürfen nicht mit dem Finger auf die Kollegen zeigen, die im letzten Jahrhundert vor 1933 nichts gesagt und zugeschaut haben und die Frage stellen:.... Die Parallelen zur Weimarer Republik sind unübersehbar..“

Ich hoffe sehr, die Schüler erkennen die Maßlosigkeit solcher Vergleiche. Es ist brandgefährlich, sollten sie tatsächlich glauben, der damalige massenmordende Nationalsozialismus läge mit dem aktuellen Streit rund um EU- und Migrationspolitik auf einer Stufe.

Thorsten Rosché | Di, 23. Oktober 2018 - 09:17

Politik und Religionen haben in Schulen nichts zu suchen. Weil mal in diesem Alter besonders beeinflussbar ist und der Lehrer - in der Regel - ein Vorbild und Respektsperson für den Schüler. Ich musste auch schon mal in der Schule vorstellig werden, weil meine Kinder mit grünen Daumen von der Schule nach Hause kamen und nicht mehr im Diesel-SUV mit fahren wollen. Diese Portale sehe allerdings ich auch kritisch.

Bernhard K. Kopp | Di, 23. Oktober 2018 - 09:19

Wie wird die Erinnerung an Anita Lichtenstein ausgestaltet. Beschäftigt man sich mit dem Antisemitismus über eine Zeit von ca. 700 Jahren, oder auch nur seit den 1870ern, oder instrumentalisiert man das Opfer nur dazu, die Bösartigkeit der Nazi-Ideologie zu demonstrieren. Auch wenn letztere unzweifelhaft ist, und nicht unerwähnt bleiben kann, die Schule hat den Lehrauftrag ein breiteres Verständnis zu vermitteln. Nur bei einem breiteren Verständnis kann man schlussfolgern, dass der Antisemitismus nicht mehr in unsere Zeit passt, dass wir ihn endlich hinter uns lassen müssen, weil die Juden die älteren Brüder der Christen sind. Genau dieses Verständnis kommt regelmässig zu kurz.

Man wird den Schülern wohl vermitteln welche historische Schuld / Verantwortung "die Deutschen" tragen und das es hier wieder (immer noch ?) ganz viele "Rechte" gibt, die man bekämpfen muss.
Andererseits sind die Deutschen diejenigen, die unbegrenzt Menschen aus gescheiterten "Multikulti Gesellschaften" aufnehmen und integrieren können.
Das ist wohl fast einzigartig auf der Welt. Und wenn man das bezweifelt ?
Kann man ja mal versuchen ...als Schüler....

Ann-Kathrin Grönhall | Di, 23. Oktober 2018 - 09:22

Bericht eines Schülers:
Das Schulklima wird von Lehrern vergiftet, die ihre „politisch unkorrekten“ Schüler im Unterricht attackieren.
Die deren Abituraufsätze im Fach Deutsch wegen „AfD-Rhetorik“ schlechter bewerten u. dann ihrem nächsten Deutschkurs erklären, dass dies ein Korrekturmaßstab zu sein hat.
Eine gesellschaftliche Spaltung des Pausenhofs entsteht durch Schülergottesdienste m. politischer Botschaft u. Jugendliche, die im Unterricht nur darauf warten, eine Provokation gegenüber den andersdenkenden Mitschülern zu äußern.
Der DDR-Vergleich u.Nazi-Keule von Seiten der Lehrerschaft hinken hier.
Wenn jemand einen DDR-Vergleich anbringen kann,dann die Schüler: Es gibt schon fast ein „Bildungsregime“ u. es gibt auch „Regimekritiker“. Sie werden denunziert,ihnen wird „AfD ist scheiße!“als beleidigend gemeinter Versuch einer Parole von Zehntklässlern(die diese Meinung nur dank ihres Politik-Unterrichts vertreten)hinterher gerufen, u. ihnen wird der Schulwechsel nahegelegt.

Peter Krämer | Di, 23. Oktober 2018 - 09:35

Ich sehe diese Portale ebenfalls kritisch.
Würde aber dort dazu aufgerufen, der AFD nahe stehende Lehrer zu melden, würde sich niemand aufregen.
Und ja, ein Lehrer darf seine politische Meinung sagen, ohne allerdings manipulierenden Einfluss auf seien Schüler zu nehmen.
Aber diese Freiheit sollten dann auch AFD-Anhänger oder Verteter anderer abseits des Miainstreams liegender Ansichten geniessen.

Heinrich Niklaus | Di, 23. Oktober 2018 - 10:13

Die Amadeu-Antonio-Stiftung(AAS) gibt Lehrern Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/afd-handreichung.pdf

Also eine ehemalige Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) des Ministerium für Staatssicherheit (MfS, auch „die Stasi“) der DDR, Frau Anetta Kahane, heute hauptamtliche Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, gibt Lehrern „Handlungsempfehlungen im Umgang mit der AfD“.

Und da wundert man sich, dass die AfD beginnt, sich gegen diese Ungeheuerlichkeit zu wehren.

Winfried Kurt Walter | Di, 23. Oktober 2018 - 10:30

Dieser Schulleiter hat das Beamtengesetz nicht gelesen oder will es nicht verstehen. Er widerspricht der gesetzlich gebotenen politischen Zurückhaltung , indem er seine Amtsstellung , die insbesondere als Schulleiter eine Vorbildfunktion für Schüler hat, mißbraucht, um seine politische Meinung zu verbreiten.

Dieter Freundlieb | Di, 23. Oktober 2018 - 11:02

Zwei Bemerkungen zu den Portalen, die die AfD initiiert hat, halte ich für angebracht.
1) Ich halte die Einrichtung solcher Portale für politisch unklug. Das heißt aber nicht, dass es Schülern nicht erlaubt sein soll, sich gegen jede Form von politischer Indoktrination auszusprechen. Und dass dies wegen möglicher Nachteile für den Schüler nur stattfinden kann, wenn es anonym erfolgen darf, ist offensichtlich.

2) Der Beutelsbacher Konsens enthält einen gravierenden Fehler. Der Lehrer, so heißt es, muss auch andere politische Meinungen als seine/ihre eigene 'gelten lassen'. Bei ethisch oder sonstwie normativen Aussagen können aber entgegengesetzte Meinungen niemals gleiche Geltung haben. Bei empirisch und intersubjektiv feststellbaren Fakten ist das anders. Da Lehrer immer mit einer höheren Autorität ausgestattet sind, sollten sie ihre politisch-normativen Meinungen grundsätzlich für sich behalten, statt so zu tun, als ob sie entgegengesetzten Meinungen gleiche Geltung zugestehen.

dieter schimanek | Di, 23. Oktober 2018 - 11:22

Vor den Wahlen wurde bei uns in MS - Gievenbeck eine von den Lehrern organisierte Demo gegen die AFD auf dem Schulhof gegen eine AFD Veranstaltung organisiert. Das Gericht gab der AFD recht. Die Wahlplakate in der Nähe nicht nur dieser Schule, mussten 4 m hoch an Strassenlaternen angebracht werden, alles andere wurde abgerissen. Das Lehrer mehrheitlich gegen die AFD agitieren ist bekannt. Demokratie geht anders.

Kurt Walther | Di, 23. Oktober 2018 - 11:30

"Die AfD behauptet, dass die Mehrheit der Lehrer links oder links-grün sei."
Herr Böke nennt dies "völliger Unsinn". Grundsätzlich gefällt mir die AfD-Aktion mit den Meldeportalen auch nicht. Allerdings komme ich zu dem Schluß, dass viele Lehrer "links oder links-grün" orientiert sind und betrachte die Meldeportale als eine Art Notmaßnahme. Ich war selbst mehrere Jahre als Seiteneinsteiger in einem OSZ tätig. Selbstverständlich soll jeder Lehrer seine eigene Meinung sagen dürfen. Ab und zu sollte man aber auch sagen, dass dies und jenes meine ganz spezielle Meinung ist und es noch andere Meinungen im Lande gibt. Im Unterricht sollte zu heiklen Themen immer das gesamte Meinungs-Spektrum der Gesellschaft dargeboten werden. Aus den Aussagen von Herrn Boke schließe ich, dass er zur linken Seite des politischen Spektrums tendiert. Das darf und soll er durchaus. Im Unterricht muss man aber unbedingt auch die Positionen der anderen Seite des politischen Spektrums diskutieren.

Sepp Kneip | Di, 23. Oktober 2018 - 11:39

Es ist doch klar, dass dieses Portal den Lehrern ein Dorn im Auge ist. Zumal, wenn sie rot/grün angehaucht sind. Natürlich leben auch die Lehrer in einer realen Welt. In dieser Welt bewegen sich sowohl die Schüler als auch die Parteien. Wenn nun die Lehrer den Schülern beibringen sollen, dass wir hierzulande in einer Demokratie leben, für die Meinungsfreiheit eines der höchsten Güter ist, muss diese Meinungsfreiheit auch einer demokratisch verfassten Partei zugestanden werden. Auch dann, wenn sie sich gegen Regierungsmeinung richtet.

Solange diese Partei nicht gegen Recht, Gesetz und Verfassung agiert, muss sie, wie die anderen Parteien auch, als integraler Bestandteil des Staatswesens betrachtet und entsprechend respektiert werden. Das Grundgesetz ist darauf ausgelegt, dass es Regierungsparteien, ggf. Koalitionen, und eine Opposition gibt. Das gilt es auch in den Schulen zu würdigen und nicht die Opposition zu diskreditieren. Wenn diese sich dagen wehrt, ist das ihr gutes Recht.

Tomas Poth | Di, 23. Oktober 2018 - 12:28

Als Schüler (Alt-BRD) hatte ich das selbst erlebt wie ein Lehrer im Unterricht direkt für eine Partei geworben hat.
In der DDR war die Indoktrination "Lehrfach", habe genügend Berufs-Bewerbungen nach der Wende gelesen. Für das Fach Marxismus-Leninismus wurden Noten in den Zeugnissen vergeben.
Ich glaube darum geht es, das eine Lehrkraft nicht für oder gegen eine Partei im Unterricht politisch agitiert.
Die eigene Weltsicht/Ideologie/Religion/Überzeugung muss beim Unterrichten hintanstehen, das ist sicherlich ein Problem für den Lehrkörper.
Wie kann ein Schüler sich gegen diese Übergriffigkeit wehren? Das sollte schulintern, ohne Nachteile für den Schüler, auf einem Portal möglich sein.
Der Begriff Denunziation wird hier m.E.n. bewußt falsch verwendet. Der Denunziant ist der, der die Abweichung von der offiziellen Linie bei der Obrigkeit meldet.

Birgit Fischer | Di, 23. Oktober 2018 - 12:53

Bei bestimmten Berufen gilt die Meinungsfreiheit eingeschränkt. Und das gilt völlig zurecht. Wer als Lehrer arbeitet, hat sich im unterricht zurückzuhalten. Bestimmte Meinungen darf er nicht äußern. Das muss nicht um Politik gehen. Selbst wenn ein Geografie-Lehrer der Meinung wäre, die Erde sei eine Scheibe, dürfte er das so nicht vermitteln. Wie Beamte oder Soldaten haben sich Lehrer mit ihrer politischen Ansicht im Dienst strikt zurückzuhalten. Außerhalb des Dienstes muss das nicht gelten. Aber die Schüler haben ein Recht auf politisch neutralen Unterricht anstelle linksgrüner oder national-konservativer Indoktrination. Also ich möchte keinen Politunterricht an Schulen. Und wenn ich Hinweise auf solchen bekomme, bringe ich das sofort zur Anzeige im Direktorium. Zur Not müssen Eltern die Schule wechseln. Lehrer haben festgelegten Bildungsauftrag, aber keinen Auftrag zur politischen Verblendung. Es gibt kein Fach Politunterricht. Das war DDR.

Birgit Fischer | Di, 23. Oktober 2018 - 13:14

Das Erziehungsrecht steht den Eltern zu, nicht dem Staat und seinen Institutionen. Schulen haben deshalb keinen Erziehungsauftrag sondern Bildungsauftrag, also Wissensvermittlung, nicht Meinungsbildung. Einige Schüler bekommen ihre politische Erziehung zuhause. Und diese Schüler stört es massiv, wenn Lehrer versuchen, sich gegen die Ansichten der Eltern zu stellen. Gegen den angeblichen Pranger habe ich nichts, denn es ist kein Pranger. Es ist für Schüler eine Möglichkeit, Lehrer und ihre Kundtaten zu benennen, die aus Sicht der Schüler das erträgliche Maß übersteigen. Das genau braucht es auch.

Gerti Kinzel | Mi, 24. Oktober 2018 - 20:09

In reply to by Birgit Fischer

Frau Fischer, ich schließe mich Ihrer Meinung vpll an. Es ist unglaublich, wie in Deutschland das Neutralitätsgebot von Juristen, Journalisten, Politikern, Bundespräsident und nun auch noch von Lehrer missachtet wird. Jeder der Genannten sieht sich berufen den Bürgern/Kindern seine Meinung aufzudrängen. Druck erzeugt Gegendruck. Gegen Naturgesetze ist der Mensch machtlos. Mich wundert eher, dass es so lange gedauert hat, ehe sich die Verunglimpfte zur Wehr setzte. Verstehe die Hystery ( Portal) nicht. Wer sich neutral verhält, hat doch keine Nachteile?

Alexander_Voss | Di, 23. Oktober 2018 - 13:14

"So ein Portal hat Denunziationscharakter. Es fördert Maßnahmen, die totalitären System zugeschrieben werden. In der DDR war es die Stasi, die Kritiker des Systems denunziert hat. Im Dritten Reich war es die Gestapo. "

Und solche Portale gibt es linkerseits schon etwas länger, Herr Bolke, und ich erinnere mich noch, wie wir in unserer Schulzeit aktiv dazu angehalten wurden, rechtsauslengede Lehrer zu denunzieren. Es ist reichlich naiv, anzunehmen, dass die Gegenseite nicht irgendwann zu denselben Mitteln greift und den Spieß umdreht.

Was wir hier erleben, ist das Wehklagen eines jahrelangen Schattenboxers, der plötzlich einen echten Gegner im Ring hat und einen echten Schlag abbekommt. Sich wegen so etwas mit Widerstandskämpfern auf eine Stufe zu stellen, ist gegenüber diesen eine echte Beleidigung.

Karlheinz Zahneissen | Di, 23. Oktober 2018 - 13:27

Uwe Böken: „In einem Interview habe ich gesagt, dass es seit der letzten Bundestagswahl wieder rechtsextreme Abgeordnete im Deutschen Bundestag gibt.“ Angesichts solcher Sprüche würde ich an Stelle Christian Lindners und seiner FDP aber ein gewaltiges Veto einlegen, denn so kann man mit demokratisch gewählten Abgeordneten im deutschen Bundestag nicht umspringen. :-)

Marc Gause | Di, 23. Oktober 2018 - 14:04

Lehrer müssen neutral sein. Das ist vorgeschrieben.

Aber weil es gegen die AfD geht sind jetzt Vorschriften egal? Nein.

"So ein Portal hat Denunziationscharakter" - Man stelle sich vor die Linken oder Grünen würden so etwas für bzw. gegen AfD Unterstützer usw. einrichten, niemand würde sich darüber aufregen. Aber wenn die Gegenseite, nicht die Linken, sondenr die Rechten sowas machen, oh das ist das Geschrei groß!

Beispiel: Verdi, eine Gewerkschaft, gibt Tipps wie man AfD Anhänger bzw. Mitglieder aus den Unternehmen kriegen kann! Nicht weil jemand schlecht arbeitet, sondern weil jemand eine legale Partei gut findet oder unterstützt. Wie war das nochmal lieber Lehrer, Denunziationscharakter???

Es ist wie immer in Deutschland: Links darf alles, aber wenn Rechts das gleiche tut, ist die Hölle los.

Haltet euch einfach an die Vorschriften, dann gibts auch keine Meldung bei den AfD Portalen.

Karin Fische | Di, 23. Oktober 2018 - 14:16

Selbstredend dürfen Lehrer diskutieren, aber nicht gegenüber Kindern ihre Meinung vertreten, egal welchen Alters, nur weil sie zu feige sind, mit Menschen ihres Alter sich politisch auseinanderzusetzen. Und genau das ist der Punkt. Ein Kind, egal welchen Alters, wird sich nicht ,,,so einfach,,, den Ärger eines Lehrers einhandeln, indem es dem Lehrer widerspricht. Hängen doch, wie man in den Gazetten auch lesen kann, Zensuren angeblich ,,,,vom Mut,,,eines Kindes ab. In der DDR mussten meine Mitschüler und ich auch für jegliche politische ,,,Gemeinheit,,, herhalten. Und das war in der Grundschule. Ich entsinne mich noch der Rosenberg Geschichte in Amerika, das habe ich jetzt mit 78 Jahren, noch nicht vergessen. Sie sollen unseren Kindern, als Pädagogen, helfen in dieser apokalyptischen Welt sich zurechtzufinden. Ich sehe mit Grausen unserer Regierung zu, und bin machtlos.

Samuel von Wauwereit | Di, 23. Oktober 2018 - 14:16

Komisch. Da kopiert die AfD die Methoden der Linken mit ihren Vorfeldorganisationen wie Agentin.org, Amadeu Antonio Stiftung usw. und schon bekommen die Linken einen Herzkasper.

Willi Müller | Di, 23. Oktober 2018 - 14:28

"Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, was in den Köpfen jüngerer Kollegen vorgeht. Ich habe ja auch einige an meiner Schule. Vielleicht sehen sie ihr berufliches Fortkommen behindert, wenn sie zu ihrer Überzeugung stehen." meint Herr Böken.
Ich meine, dass Herr Böken die Dinge vertauscht. Äußerungen gegen die AfD werden verziehen, so lange die Behörden, die das zu beurteilen haben, von den jetzt Regierenden beherrscht werden.
Ich bin selbst Lehrer an einem Gymnasium in Trägerschaft der katholischen Kirche. Ich muss sehr vorsichtig sein, was meine Äußerungen im Unterricht angeht. Ein (außerdienstliches) Engagement für die AfD käme für mich nicht in Frage. Ich will mir nicht vorstellen, zu welchen Maßnahmen die Kirche greifen würde, wenn so etwas publik würde.

Marcus Schilling | Di, 23. Oktober 2018 - 14:54

Zur eigenen Meinungsbildung begrüße ich dieses Interview mit einem Schulleiter. Bei der Behauptung die Mehrheit der Lehrer sei links oder links-grün, und der Antwort darauf, habe ich allerdings aufgehört, mich für die Meinung des Interviewten zu interessieren. Er nimmt die aufgestellte Behauptung auf, um sie völlig zu übertreiben, und dann der Übertreibung zu widersprechen. Wer sich in diese rhetorische Figur flüchtet, hat keine Argumente.

Und ich pflichte dem Kommentar von Stefan Zotnik 09:07 völlig bei. In meiner Schulklasse gab es einen einzigen Schüler, der überhaupt eine eigene politische Meinung hatte. Wir anderen sind damals wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass der Lehrer recht hat, und fanden es befremdlich, dass ein Schüler gegen den Lehrer argumentiert. Dass der Lehrer ein linker Träumer war, und der Schüler konservative Positionen vertrat so gut er eben konnte, ist mir erst Jahre später aufgegangen.

Uwe Dippel | Di, 23. Oktober 2018 - 15:14

Deutschsein ist Denunziantentum?
Man könnte den Eindruck gewinnen. Auch ich sehe diese Meldeportale zwiespältig. Und was der AfD-Abgeordnete gemacht hat, war weit jenseits.

Auf der anderen Seite sehe ich fast ausschliesslich Lehrer, die keine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD führen, und auch im Unterricht eine solche nicht propagieren. Die AfD von vornherein als 'rechtsradikal', 'antisemitisch', 'rassistisch', u.s.w. abzustempeln *ist* ein Verstoss gegen das Neutralitätsgebot.
Insbesondere tun mir die Schüler Leid, die sich zur AfD hingezogen fühlen, warum auch immer, und die dafür nicht nur von ihren Klassenkameraden gemobbt werden, sondern auch von ihren Lehrern deshalb ungleich bzw. unfair behandelt werden.

Susanne antalic | Di, 23. Oktober 2018 - 15:16

Als ich noch in einem komunistischem Land gelebt habe und zu Schule ging, war es selbsverständlich das man in der Schule was anders gehört habe, als zu hause. Es wurde uns schon von klein auf aufgetragen, was wir alles Nicht in der Schule sagen dürfen. Die Lehrer waren auf der Linie, sonst würden sie ihr Beruf nicht ausüben können. Das ist hier genau so und man wundert sich noch, warum man zunehmend BDR als DDR 2 nennt. Die Linksgrünen, SPD,CDU beherrschen alles. Die eh. DDR Menschen haben es durchgeschaut, den sie kennen dieses System, die Westdeutschen werden noch lange brauchen, den die meisten merken nicht, wie si manipuliert werden.

Jürgen Waldmann | Di, 23. Oktober 2018 - 15:32

Die Tochter eines Kollegen musste einen Aufsatz über den letzten Urlaub schreiben . Mein Kollege hatte ihr geraten , schreib nichts über unseren neuen Familien - PKW , der aus Stuttgart ist , schreib , wir fuhren mit Mamas kleinen Polo !
Prompt fragte die Lehrerin : ihr seit doch nicht mit dem kleinen Polo zum Gardasee gefahren , war es nicht in der Kapitalistenschaukel deines Vaters ?
Ob AfD oder vermeintlicher Kapitalist , gegen solche Linken Vorverurteilungen muss man sich wehren können , ich hätte die Lehrerin angezeigt .
Die AfD sollte es sich nicht bieten lassen , hinter ihr stehen fast 6 Millionen Wähler !
Die Lehrer missbrauchen ihre Vorbildfunktion !

Dennis Staudmann | Di, 23. Oktober 2018 - 15:45

mit der politischen Beeinflussung der Jugend die Macht von morgen zu sichern. Ein gemeinsamer Nenner rechter und linker Diktaturen, wie wir diese im 20. Jahrhundert erlebten, ist die Beeinflussung der Jugend. Für Mao beispielsweise wäre die sogenannte Kulturrevolution gar nicht möglich gewesen, hätte er nicht zuvor über Jahre die chinesische Jugend indoktriniert. Dass der verbreitete Fanatismus der Wehrmachtsoldaten aufgrund jahrelanger "Erziehung" in der HJ entstand, ist ebenso bekannt. Wer mit seinen Kindern heute auch über Politik spricht, wird schnell feststellen, dass es nur eine Richtung gibt, die an den Schulen vermittelt wird. Da wird der Unrechtsstaat DDR entweder gar nicht oder nur am Rande behandelt, weil das das Bild vom "aufrechten Linken" stört. Und ich möchte mal den Lehrer sehen, der seine Meinung vor der Klasse, welche AfD positiv ist, äussert. Die AfD ist keine Geheimpolizei wie die Stasi oder die Gestapo. Warum reagiert man wohl so empfindlich auf so ein Portal?

Mathias Trostdorf | Di, 23. Oktober 2018 - 15:50

Ist das wirklich so?
Wie wir immer wieder lesen und erfahren, ist die (sozialistische) Schule links-grün geprägt. Auch deshalb möchten Linke und Grüne ja das Wahlalter senken, da die Schüler noch unter diesem Einfluß stehen.
Natürlich muß man Portale wie dieses kritisch sehen, den Denunziation ist niemals eine schöne Sache (selbst wenn auch auf Plakaten in Fenstern von Linken-Büros aufgefordert wird, politisches mißliebiges direkt dort zu melden)
Natürlich haben auch Lehrer eine politische Meinung, aber da die Gewichtung sehr einseitig ausfällt, sollte das mit Vorsicht betrachtet werden. Frage mich, ob auch ein Lehrer, der AFD-Sympathisant ist, im Unterricht offen seine Meinung sagen dürfte.

Ingo Meyer | Di, 23. Oktober 2018 - 16:44

Ein besonderes Maß an Zurückhaltung habe ich bei meinem Maschinenbau-Prof in den 60er Jahren erlebt. Es ging um die Geräuschoptimierung von Zahnradpaaren. "Diesen Aufwand können Sie sich bei Landmaschinen und Panzern verkneifen" , war seine sparsame Aussage. Kein Wort mehr zu diesem Thema. Ich habe heute noch Hochachtung vor diesem Mann. Diese subtile und feinsinnige Aussage sitzt bei mir für mein Leben fest ohne agitatorisch getriggert zu sein!
Irgendwo kommt bei jedem Lehrer die Weltanschauung durch. Die Frage ist nur, ob dies offensiv für oder gegen eine politische Richtung geschieht. Das Lehrer und viele Medienvertreter eher links als rechts sind, sollte als bekannt vorausgesetzt werden. Links stehen eben die Guten. Trotz aller Opfer unter Stalin und Mao haben die Linken geschafft, zu den Guten zu gehören. Ich schätze in den höheren Klassen kommen sie künftig damit nicht mehr durch. Der Nachwuchs der Burschenschaften kristallisiert sich schon im Gymn. heraus und wird aufpassen!

Kurt Göpel | Di, 23. Oktober 2018 - 17:08

Ich kann mich an meinen Deutschlehrer erinnern, der ständig meine Interpretationen von Themata ablehnte. Ein Mitschüler, der den Gedankengängen des Lehrers folgte, erhielt bessere Noten. Ich hatte nach dem Studium Kontakt mit mehreren Lehrern, Diskussionen mit Ihnen verliefen im Sand, nur ihre eigene Meinung galt. Wenn Herr Böken meint, daß die im Unterricht kund getane politische Meinung eines Lehrers nicht bewirkt, der irrt! und das die Mehrheit der Lehrer durch den linken Mainstream beeinflußt sind, steht außer Frage (siehe Vor-Foristen). Um so "erstaunlich" ist der Rausschmiß des "Volkslehrers", der in seiner Freizeit !! Stellung zu heiklen Themen nahm, die konträr zum Mainstream waren. Das ging der Schulbehörde gegen die Hutschnur, ein Lehrer mit eigener Meinung!

Dr.Lothar Wenzkowski | Di, 23. Oktober 2018 - 17:27

Wenn sich Lehrer kritisch mit den Programmpunkten der AfD auseinandersetzen würden, hätte doch wohl niemand etwas dagegen. Es wird aber genauso laufen wie bei Goggle. Geben Sie dort doch einfach nur mal AfD ein. Was finden Sie dort seit Jahren in den wichtigsten Zeitungen? Häme, Spott, Verleumdung ,Ironie, üble Nachrede, Gehässigkeit : aber nirgendwo eine kritsche Auseinanderstzung mit einzelnen Programmpunkten dieser Partei.

Wolfgang Werner | Di, 23. Oktober 2018 - 17:59

Katarina Barley (SPD) sagte in der FAZ: „Organisierte Denunziation ist ein Mittel von Diktaturen“.
Natürlich nur bezogen auf das Portal der AfD.
Denn: Mittlerweile haben alle großen Unternehmen seit Jahren sogenannte „Hinweisgeberportale“, aus Gründen der Ethik, wie man sagt. Doch es wird immer eine gefährliche Gradwanderung sein, denn die Bandbreite zwischen Ethik bis Denunziation ist groß. Für unsere Demokratie mehr als bedenklich.
Durch solch ungleiche Behandlung von Sachverhalten, was in der der Öffentlichkeit sehr wohl bemerkt wird, erhöht man ungewollt den Zulauf von Wählern zu dieser rechten Partei. Realitätssinn war noch nie eine ausgeprägte deutsche Tugend.

Ja, die Justizministerin hat Recht, Denunziation ist ein Mittel von Diktaturen, aber auch politische Indoktrination. Was das heißt haben wir Älteren bei noch völlig naziverstahlten Lehrern in den Fünfzigerjahren gesehen.

Albert Schaller | Di, 23. Oktober 2018 - 18:07

...wie empfindlich der Herr Lehrer reagiert, wenn es um seine eigene Person geht! Als ob Denunziations-Portale eine Erfindung der Rechten wären! Was ist z. B. mit der linksextremen Indymedia-Plattform oder mit dem von Ex-Justizminister Heiko Maas und Ex-Stasi-Mitarbeiterin Kahane initiierten Denunziationsportal gegen (natürlich nur rechte) Hetze im Netz? Denunzianten haftet per se etwas schmuddelig-unsympathisches an; egal ob sie nun von Rechts oder Links kommen. Und dass all die in der Wolle überwiegend rot-grün eingefärbten 'Lämpels' und GEW-Lehrerchen ihre Neutralitätspflicht gerne mal eher großzügig interpretieren, wenn es darum geht, die Welt wieder einmal vor 'Nazis', 'Rassisten' und 'Fremdenphobikern' zu retten, weiß man zur Genüge. Wer 'gegen Rechts' kämpft, wähnt sich ja nun einmal grundsätzlich 'gut' und 'auf der richtigen Seite' - da braucht es weiter keine Neutralität oder Meinungsfreiheit mehr: 'Gut' muss reichen und man treibt es eben gerne 'bunt'!

Erich Schmidt | Di, 23. Oktober 2018 - 18:46

Natürlich dürfen Lehrer ihre politische Meinung äußern. Es muss nur die richtige sein. Sonst kann es schon mal problematisch werden.

Detlev Bargatzky | Di, 23. Oktober 2018 - 19:28

Bis 1945 gab es die HJ.
Bis 89/90 gabe es die FDJ.

Und nun gibt's halt die MJ.

So hat jedes Ära halt die von ihr gewünschte Jugend.

Und irgendwann gibt's halt wieder eine andere.

Übrigens: Allen gemein war ihre Akzeptanz in Politik, Medien und Beamtentum.

Sönke Reimann | Di, 23. Oktober 2018 - 19:36

wird das Interview zu einer sinnvollen, erhellenden Publikation gespiegelt...

Angela Bösener | Di, 23. Oktober 2018 - 20:27

Die AfD verweist auf ihrer als „Pranger“ verunglimpften Onlinseite auf das Grundgesetz und gibt in erster Linie Empfehlungen, wie bei Verstößen gegen das Neutralitätsgebot vorgegangen werden kann. An erster Stelle steht nach meinem Kenntnisstand, die Suche des Gesprächs mit dem betreffenden Lehrer und/oder der Schulleitung Erst wenn auf diesem Weg der Konflikt nicht gelöst werden kann, soll mittels Kontaktformular der Vorfall an die AfD-Fraktion weitergeleitet werden, um ggf. nach Überprüfung eine Lösung mit Hilfe der Schulbehörde zu finden. Von einem öffentlichen Pranger kann wohl keine Rede sein. Wenn der Schulleiter Herr Böken aber bereits davon spricht, dass "rechtsextreme Abgeordnete in den Bundestag einzogen", dann liegt die Annahme, dass an dieser Schule Schüler möglicherweise politisch indoktriniert werden, sehr nahe.

Stefan Schlegel | Di, 23. Oktober 2018 - 22:23

Heute gibt es für alles und jeden ein Meldeportal, weshalb auch nicht für Schulen/(Lehrer)? Die Hoteliers müssen schließlich auch mit der Meinung des „boshaften“ Übernachtungsgastes klarkommen. Natürlich dürfen Lehrer eine politische Ansicht haben, aber ich bin nicht (unbedingt) der Meinung, dass diese in den Unterricht gehört. Es ist auch für Eltern schwierig hier bei der Schule/Schulamt o.ä. vorstellig zu werden und sich über den Unterrichtsstil/(Politische Haltung) des Lehrers zu beschweren, i.d.R. folgt darauf eine Benachteiligung/(schlechtere Benotung) des eigenen Kindes und das wollen Eltern ihrem Kind nicht antun!!! Ich denke, dass nur Lehrer mit dem Neutralitätsgebot/(Meldeportal) ein Problem haben die parteiisch auftreten. Eltern schicken ihre Kinder in erster Linie nicht in die Schule, weil sie politische Bildung suchen, sondern weil ihre Sprösslinge auf ihr zukünftiges Berufsleben vorbereitet werden sollen!!! Z.B. LESEN/RECHNEN.. zu lernen. Das ist der Auftrag von Lehrern.

Frank Frei | Mi, 24. Oktober 2018 - 06:09

nicht, wenn sie gegen die herrschende Flüchtlingspolitik sind. Dann werden sie pflugs aussortiert.

Carola Schommer | Mi, 24. Oktober 2018 - 10:52

"fördert Maßnahmen, die totalitären System zugeschrieben werden. In der DDR war es die Stasi, die Kritiker des Systems denunziert hat. Im Dritten Reich war es die Gestapo", sagt Herr Böken.

Tatsächlich ist das AfD-Portal eine Re-Aktion einer Oppositionspartei im Bundestag. Es sind ja gerade die Lehrer, die die Kritiker des Systems denunzieren ! Bei sauberer Analyse sollte Herr Böken diesen grundsätzlichen Unterschied erkennen können, schließlich ist er Lehrer..

Thomas Kloft | Mi, 24. Oktober 2018 - 11:50

Zitat: "In dem Moment, wo ein Lehrer seine eigene politische Überzeugung kundtut, hat er noch nicht gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Ein Verstoß ist es erst dann, wenn er andere Meinungen von Schülern nicht gelten lässt. Er kann darüber diskutieren in der Schule. Das ist auch gut so." Nein, ist es nicht!!! Junge Menschen sind in dem alter noch sehr form- u. beeinflußbar u. es ist für einen pfiffigen Lehrer wahrscheinlich ein leichtes diese auf seine politische Seite zu ziehen. Und natürlich sind in der Tendenz viele Lehrer im linksgrünen Bereich beheimatet. Dies mit der Aussage wiederlegen zu wollen, dass nach 68 die Lehrer nicht 1 zu 1 ausgetauscht wurden, ist äußerst schwach. Das hat sich über Jahrzehnte entwickelt und sicherlich mit Gründung der Grünen noch mal einen Schub bekommen. Und da hier Idiologie eine große Rolle spielt, wird natürlich versucht junge Menschen in die Richtung zu formen. Vielleicht mal eine Untersuchung des Cicero wert?

Karola Schramm | Mi, 24. Oktober 2018 - 13:21

Seine Meinung frei zu äußern ist eine Sache, die jeder auch kann, wenn er sie angemessen deutlich macht.
Nicht alle in der AfD sind rechtsextreme - es gehört also auch Selbstreflektion dazu in der eigenen Partei z.B. Höcke mit seinen Äußerungen laut zu hinterfragen.
Eine andere Sache ist, wenn Menschen aus dem AfD-Umfeld drohen, dass, wenn sie an der Macht seien, mit solchen Lehrenden aufräumen werden.
Erschreckend und erstaunlich ist für mich, dass diese Portale von der AfD im Osten der Republik aufgebaut wurden und es keinen Widerstand dagegen gab und das auch noch für gut geheißen wurde. Dieses Verhalten zeigt deutlich eine psychologische Weisheit: "Der Mensch liebt, was er kennt und neigt dazu, alles, was er nicht kennt, so umzustruktieren, bis er sich in seinem Altbekannten wiederfindet. Das gibt ihm Sicherheit." Was also ist los mit den Menschen aus der DDR-Diktatur? Demokratisches Verhalten ist anstrengend. Das hat auch Merkel schon gemerkt und pfeift mehr und mehr darauf.

Ihre Überschrift "Macht der Gewohnheit" trifft voll ins Schwarze. Aber anders als Sie es insistiert haben. Auch Sie erliegen der Macht der Gewohnheit!
Wie erklären Sie sonst den Umstand, dass die ersten (linken)Denunzianten-Portale nicht gerade im OSTEN kreiert wurden. Kennen Sie die überhaupt? Könnte man rausfinden, wenn man entweder die Kommentare hier gründlich liest, oder selbst mal recherchiert.
Danach könnten wir dann über eine gesamtdeutsche "Macht der Gewohnheit" sinnieren.

Ronald Lehmann | Mi, 24. Oktober 2018 - 13:51

1. Es sieht jeder, wie er es möchte und aus dessen Teller ich esse, dessen Lied ich singe.
2. Die Säulen der Macht (Das Bildungswesen, die Medien & Justitz) waren & sind zu keiner Zeit neutral gewesen, sondern Sie sind das Schwert & das Schild der ausgeführten Politik.
3. Wenn Sie die Medien genau lesen, ging es in den meisten Fällen nicht um Argumente oder das zuhören der Gegenseite/ Opposition, sondern die Erniedrigung des Gegenüber, ohne auf dessen Argumente eingehen zu müssen.
4.Selbst beim Cicero wird gefiltert & einige Kommentare sind ohne einer Begründung nicht erschienen.
5. Die, die die Macht ausfüllen, werden immer auf ihre Weise Informationen unterschiedlich bewerten bzw. argumentieren.

Günter Johannsen | Mi, 24. Oktober 2018 - 20:10

In reply to by Ronald Lehmann

"Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!"
Kurt Tucholsky

Holger Stockinger | Mi, 24. Oktober 2018 - 21:38

In reply to by Ronald Lehmann

man/frau darf schon froh sein, daß bei der FAZ Leserkommentare noch möglich sind.

Der CICERO als "noch" freie Möglichkeit, Gedanken zu äußern, sollte nicht verdächtigt werden, den einen oder anderen Kommentar nicht veröffentlicht zu haben aus unlauterer Absicht.

Ich meine, der CICERO ist vielmehr ein Vergnügen für alle Leser, die noch nicht "mainstream"- verblödet sind.

Dr. Holger Stockinger

Vinzenz Brandner | Do, 25. Oktober 2018 - 01:46

Der von Hr. Böken zumindest angedeutete Zusammenhang zwischen AfD und Nationalsozialismus ist seine Privatmeinung. In der Schule vermittelt man Wissen, nicht Meinungen. Wer der immer gegebenen Versuchung, Schülern sein eigenes Weltbild überzustülpen, nicht widerstehen kann, ist kein Lehrer, sondern Aktivist und zeigt wenig Vertrauen in die Fähigkeit Heranwachsender, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Eine zur Schau gestellte Lehrermeinung, per se immer ein wenig peinlich, ist immer auch symbolischer Rohrstock, da war man schonmal weiter. Wo ist da also die Denunziation, wenn Lehrer ihre Kompetenzen überschreiten. Ich finde die Portale genau die richtige Maßnahme, auch wenn die Notwendigkeit, diese überhaupt einzurichten, traurig stimmt.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 25. Oktober 2018 - 10:33

Denunzianten machen, weder so noch so.
Die Internetportale sind für eine Partei, die an politischer Kultur mitwirken und überhaupt festhalten möchte, ein UNDING, egal wer es sonst halt nur anders macht.
Fühlen sich Kinder instrumentalisiert, dann gibt es schulinterne Wege, die unbedingt eingehalten werden sollten, auch um den hohen Stellenwert der Schulen in unserer Bildungsgesellschaft nicht zu gefährden.
Die Schulen dürfen nicht zum Spielball der Parteien werden.
Die Politik hat ausreichend Wege, sich einzubringen.
Nicht zu fassen.

die normalen Wege über Schulbehörde sind mehrfach beschritten worden und haben nichts gebracht, weil diese genauso unterwandert sind. Also muß das in die Öffentlichkeit gebracht werden. Die Aufregung im Schulbetrieb zeigt , das man sich erwischt fühlt. nd nun versucht man mit den linken Medien und Antifa zurückzuschlagen.

Horst Weber | Do, 25. Oktober 2018 - 12:34

Lehrer dürfen - wie jeder Bundesbürger derzeit noch - ihre politische oder sonstige Meinung kundtun.
Innerhalb des Schulunterrichts dagegen hat die Meinung des Lehrers - besonders im politischen Bereich - nichts zu suchen. Sie kann dann mit Fakten aus dem Lehrstoff von den Schülern verwechselt werden.
Besser wäre es, Schülern Argumentationssysteme für oder gegen etwas zu vermitteln. Ohne Propaganda, ohne die Lehrermeinung explizit darzustellen.
Meinung wird heute schon beim Einatmen erzeugt - frei von jeder faktischen Argumentatin. An diesem Missbrauch von demokratischer Meinungsbildung ist vor allem die Schule beteiligt.
Allerdings auch ein großer Teil sogenannter "Kulturschaffender". -

Armin Latell | Do, 25. Oktober 2018 - 13:22

nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, dass Herr Böken ein extrem linker Lehrer ist. Selbstverständlich hat er die AfD mit seinen Behauptungen gemeint. Das ergibt sich implizit und zweifellos. Also geht es hier ausschließlich um Wortklauberei. Es ist genauso eine unwahre Tatsachenbehauptung, dass der ‚Vogelschiss‘ eine rechtsextreme Gedankenäußerung gewesen sei. Kinder, also Schutzbefohlene des Herrn Böken, haben keine anderen polit. Positionen, sind sozusagen noch Brachland. Da ist jede Meinungsäußerung einer Autorität im Unterricht Indoktrination pur. Sind in seinem Unterricht auch alle anderen Parteien negatives oder nur positives Thema? Solange es Plattformen wie indymedia gibt, in denen explizit zu Gewalt gegen Menschen (mit Name und Anschrift) mit anderer Meinung aufgerufen wird, und die Justiz dagegen nicht einschreitet, finde ich Meldeplattformen für indoktrinierende Lehrer richtig.

Günter Johannsen | Do, 25. Oktober 2018 - 14:19

Ziel der linken Volkspädagogik Merkels erreicht:
Ich bin ein Nazi, wenn ich die grundgesetzwidrige Landnahme des Islam in Deutschland kritisiere. Kinder reden so und erklären, das haben sie in der Schule vermittelt bekommen: die AfD sei gegen alle Ausländer!
Wenn Menschen in unserem Land nicht mehr trauen, im Rahmen der Meinungsfreiheit ihre Anschauung und Befürchtungen zu artikulieren, dann ist es zwei vor Zwölf!
Rosa Luxemburgs “Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!“ wird vom linken Einheits-Mainstream in´s genaue Gegenteil verkehrt! Werte-Umwandlung (auch Modernisierung genannt)?!

Jutta wolf | Do, 25. Oktober 2018 - 19:31

Meine eigene Erfahrung als Nachhilfe Lehrerin zeigen mir, dass sich Schüler nicht trauen, ihre Meinung zu sagen, wenn sie nicht für die ungezügelte Migration sind u auch an Lichterketten für Asylanten teilnehmen aus Angst vor Nachteilen bei Nicht-Teilnahme. Sie sagen, die Lehrer würden sich die schüler u Eltern merken, die sich kritisch äußern.