Streit um den Umgang mit der AfD - Ein Land spielt Weimar

Obwohl die AfD im Bundestag intellektuell ein eher armseliges Bild abgibt, bestimmt sie den politischen Diskurs. Die Leitmedien haben den Aufstieg der Rechtsaußenpartei noch befördert, indem sie ihr Freund-Feind-Schema übernommen haben. Das stammt noch aus dem Dritten Reich

Ein Graffito mit der Aufschrift "Nazi Scheiße!" an einer Hauswand am Kornmarkt, aufgenommen am 15.09.2016 in Bautzen (Sachsen)
Graffito in Bautzen: Sachsen wird auch von den Leitmedien zu Nazisachsen, also Feindesland, erklärt / picture alliance

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

So erreichen Sie Frank A. Meyer:

Der Schriftzug „Sachsen“ auf schwarzem Grund, die Typografie changierend von weißer Grotesk in braune Fraktur – so annoncierte der Spiegel das Bundesland auf seinem Titel vom 1. September: Sachsen als Naziland. Eine Woche später die Fortsetzung des Faschismus-Titelfeuilletons: Vier prominente AfD-Politiker fahren rittlings und siegesfroh auf dem roten Aufwärtspfeil ihres Parteisignets in die Höhe. Darunter die Zeile: „Und morgen das ganze Land.“

Die beiden Magazinaufmacher wollen im historischen Kontext gelesen werden, evozieren sie doch die Machtergreifung und das Nazikampflied „Es zittern die morschen Knochen“. Dessen berüchtigste Zeile lautete einst: „Denn heute, da hört uns Deutschland / Und morgen die ganze Welt.“ Heruntergedimmt auf das, was die deutsche Politik gerade in Atem hält, suggeriert der Spiegel: Heute gehört der AfD Sachsen und morgen ganz Deutschland. Erfolgreicher war die Alternative für Deutschland nie.

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Monatspass
    i
     
    • aktuelle Ausgabe (E-Paper)
    • jederzeit kündbar
    • alle Plus-Inhalte
    • als Print-Abonnent nur 1,90 €
    8,90 €
  • Tagespass
    i
     
    24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    2,90 €
Gerdi Franke | Mo, 8. Oktober 2018 - 11:35

Ansichtssache. Viele Beiträge sind sachlich gut ausgearbeitet und gut präsentiert. Die anderen Parteien müssten nur zuhören und nicht demonstrativ auf den Smartphones herumklopfen. Und dann nicht mit pauschaler Ablehnung reagieren. Dieses "armselige Bild" sehe ich eher bei der AfD-Konkurrenz.

Auch ich sehe mir (fast) immer die TV-Übertragungen aus dem Bundestag an !

Wer sich allerdings vollkommen "daneben" benimmt, sind NICHT die AfD-ler !

Ich kann diesen Einwand nur unterstützen. Sehr selten hört man von den anderen Parteien rhetorisch wie inhaltlich so gut ausgefeilte Vorträge. Es wäre die Pflicht der Parlamentarier den Voten zu zuhören um das Verbindende zu erkennen und Lösungen zu suchen statt sich aus parteipolitischem Kadavergehorsam "auszuklinken".

Jürgen Keil | Mo, 8. Oktober 2018 - 11:45

Schade, ein ansonsten die Stimmen und Stimmungen der Zeitungsschreiber unseres Landes gut beschreibender Artikel. Aber die AFD musste nun doch noch eine Watschen bekommen. Mein Eindruck ist anders. Ich habe von einigen AFD- Abgeordneten bemerkenswert sachliche und kenntnisreiche Beiträge gehört. Die AFD ist, was die drängensten Probleme betrifft, die einzige ernsthafte Opposition im Bundestag.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 8. Oktober 2018 - 11:46

Es gibt allerdings evtl. auch einen Grund für die Hysterie, den ich nachvollziehen kann.
Ich verbinde das mal mit dem Artikel von Peter Heller über Quantencomputer bei Tichys Einblick.
Auch nach Jahrzehnten der Beschäftigung mit dem 3. Reich und dem Holocaust, verstehe ich immer noch nicht, warum es letztlich diese Ausmasse annehmen konnte, selbst wenn man die Kriegssituation der eher als eigen betrachteten Bevölkerung mitbedenkt.
Die jetzige kritische Haltung zum Islam würde ich auch eher als kritisch bezeichnen, teils auch überempfindlich, aber immer noch einzuordnen.
Wo und wann und wodurch wurde ein "Schalter" zum Massenmord umgedreht?
Kurz, eine gewisse Unwägbarkeit schwingt überall mit und dessen sollte sich vor ALLEM die AfD bewusst sein.
Das entschuldigt nicht das Verhalten der Medien.
Deutlich für Deutschland wird auch, was ich vermutete, es ist ein konservatives Land. Linker Extremismus hat ÜBERHAUPT KEINE AKZEPTANZ, rechter kann u.U. gesellschaftlich wirksam werden.

"erhärtet", nachdem ich mir in aller Ruhe Dokumentationen anschauen konnte.
Die Kombination von Hitler und gerade erst sich entfaltende Massenmedien könnte den Unterschied ausgemacht haben.
Zur Zeit gibt es wieder einmal technische Revolutionen. Gut, dass, wenn ich es richtig gelesen habe, Melanie Trump Tweets ihres Gatten kritisiert.
Die Wirkung eines Chomeinis?
Sah gestern den Beitrag über Farah Diba.
Keine Nachsicht für den Schah, aber wenn das Gesicht der verhüllten Frauen und protestierenden Männern etwas mit Religion zu tun hatten, könnte ich "Witzliputzli" heissen.
Der Islam steht in problematischen Ausformungen m.E. zur Debatte.
Und bei uns auf der Ordnung eines JEDEN Tages politische Kultur.

Markus Michaelis | Mo, 8. Oktober 2018 - 11:55

Ich empfinde es auch so, dass sich alle in bekannten und eingeübten Denkmustern eingraben - weil es am einfachsten ist so Zustimmung in größeren Gruppen zu erreichen. Es geht viel um Weimer, Nazis, Strauß, RAF, links-rechts und andere innerdeutsche Dinge.

Dabei bezeichnen sich die "Nicht-Rechten" als weltoffen und progressiv, was, finde ich, überhaupt nicht passt. Aus meiner Sicht, wäre man weltoffen, müsste man doch viel mehr wahrnehmen, dass "Kleindeutschland" alleine nicht mehr reicht und dass schon Europa und erstrecht die Welt drumherum viel bunter und anders ticken. Genauso die Menschen, die von dort kommen. Progressiv wäre es darauf irgendwie einzugehen (mitmachen, abgrenzen, aber wenigstens wahrnehmen). Stattdessen wird all das Neue in ein (alt)-deutsches Denkschema gepresst, bis die Gegensätze so groß werden, dass es sich von alleine neue Wege suchen wird.

Herr Michaelis, so richtig verstehe ich Ihren Kommentar nicht. Wieso bitte schön, reicht Deutschland nicht mehr? Deutschland hat ca. 80 Mio. Einwohner und eine große kulturelle Vielfalt. Es ist bereichernd, dass die anderen Nationen um uns herum ihre eigenen kulturellen Besonderheiten haben. Ein Austausch diesbezüglich findet durch verschiedenste internationale Kontakte immer statt. Auch eine normale, natürliche Migration, wie es sie schon immer gab, beeinflusst und bereichert den vorhandenen kulturellen Fundus, und das nicht nur kulinarisch. Mir konnte aber noch niemand einen, für den gesunden Menschenverstand schlüssigen Grund dafür aufzeigen, warum es das Ziel sein sollte, einen einheitlichen riesengroßen europäischen Staat zu schaffen und/oder Millionen Migranten hereinzubitten. Was würde sich für die normalen Bürger verbessern? Es gibt nur globale, machtpolitische Erwägungen der Brüsseler Bürokratie und Spinnereien "progressiver" Weltverbesserer.

Fritz Gessler | Mo, 8. Oktober 2018 - 12:09

mit ihrem 'freistaat' - und ganz einfach aus der bundesrepublik (die eh immer noch keine verfassung per verfassungsgebender versammlung (wie im grundgesetz gefordert) zu beschliessen wagte - 28 jahre nach wiedervereinigung deutschlands!) austreten.
dann werdn wir sehen, wie demokratich alle patentdemokraten drauf reagieren würden.
für das durch und durch totalitäre klima im gegenwärtigen demokraten-diskurs ist doch bezeichnend: wenn das volk einmal nicht so wählt wie von der regierung gewünscht... wählt sie sich eben ein andres volk. wenn ein ganzes bundesland nicht spurt wie gewünscht - ausnahmezustand, denn die wähler sind eh alles nazis (vor zehn jahren waren sie noch 'rote socken und stasis für die mähmähmedien:))
die AfD mag im bundestag ein jämmerliches bild abgeben - aber alle anderen parteien? die AfD ist ein kleiner lichtblick in dem GroKo-getümmel an hohlphrasen und heisser lüft in alten schläuchen.

Jürgen Althoff | Mo, 8. Oktober 2018 - 12:13

Viele Beiträge von AfD-MdBs sind sachlich so fundiert, dass den Schreihälsen aus den Merkel- Unterstützerparteien nur Gekreisch einfällt, z.B. dem Herrn Hofreiter etc. Hat irgendeine Partei mehr Sachverstand zum Diesel-Thema aufzubieten als die AfD mit Herrn Dr. Spaniel, der vor seinem Einzug in den Bundestag bei Daimler seinen Lebensunterhalt in der Motorentwicklung verdient hat? Für Herrn Meyer und seine Gesinnungsgenossen mag es ungewohnt sein, mit Abgeordneten zu tun zu haben, die ein in der Regel hoch qualifiziertes Leben vor der Politik aufweisen können, anders als die Studienabbrecher, Politologen, Soziologen etc., die ohne ihre Parteizugehörigkeit keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten.

gabriele bondzio | Mo, 8. Oktober 2018 - 13:14

Um den Vogelschiss werden sich noch Historiker zanken. Wobei ich der Meinung bin, dass er nicht für die Nazizeit direkt gesetzt wurde, sondern als Synonym, dass die Zeit der Nazis ein verhältnismäßig kurzer Zeitraum in der Geschichte Deutschlands war. Aber geschenkt und für den politischen Alltag kennzeichnend, das man den „Gegner“, durch herausreißen einzelner Passagen aus einem Redetext, missliebig machen möchte. Nicht erst seit der AfD.Aber wenn sie von einer „intellektuell eher armselige Truppe“ reden, müssen sie ja eine Messlatte im Hinterkopf haben. Da wird es interessant, die wirklich Intellektuellen zu benennen. Und nicht, im weiteren Text, die Frage zu stellen: „Wo sind die rhetorisch brillanten Beispiele packender Politik?“Beherztes Handeln wäre mir auch lieber. Aber dann bitte... im Sinne aller Bürger.

Könnte man erweitern auf die Wirkungsdauer der Herren Stalin, Mao etc. sie werden in Zukunft nur eine Fußnote in der Weltgeschichte sein. Und so war es auch gemeint, objektiv gesehen.

Peter Wagner | Mo, 8. Oktober 2018 - 13:21

Sehr geehrter Herr Meyer, armselig ist der Umgang aller Parteien und fast aller Medien, mit der AFD! Wer sich ernsthaft mit den Redebeiträgen von AFD Politiker im Bundestag beschäftigt hat, dem fällt auf, dass außer unqualifizierten Beschimpfungen auf die AFD, sachliche Gegenargumente meistens ausbleiben! Warum? Weil die meisten Abgeordneten den oft sehr gebildeten AFD-Abgeordneten, nicht das Wasser reichen können. Menschen die argumentativ nicht mithalten können, werden oft laut und beleidigend! Die Redebeiträge von Merkel bilden hier oft den intellektuell armseligsten Tiefpunkt!

Uwe Dippel | Mo, 8. Oktober 2018 - 13:43

Also, ich habe mir seit Jahren mal wieder die Bundestagsdebatten angesehen und angehört.
Nicht weil ich AfD-Wähler oder Mitglied wäre, sondern weil da wirklich manchmal mehr Esprit drin war als bei den Rednern der Altparteien. Übrigens auch nicht nur beim Thema Migration (da ist die AfD eher langweilig), sondern auch bei Wirtschaft und Weltpolitik, Syrien, Frieden, Umgang mit Russland und Ergebnissen der Merkel-Jahre.

Karin Zeitz | Mo, 8. Oktober 2018 - 13:54

konnte ich die Redebeiträge der AfD-Abgeordneten im Bundestag, die ich bisher verfolgt hatte, nicht einordnen. Eher fand ich Beiträge von Nahles wie Pippi-Langstrumpf-Gesänge, in-die-Fresse-hauen o.ä. geistig zumindest dem hohen Hause nicht angemessen. Von den zahlreichen Zwischenrufen der Grünen von ihren Sitzen aus ganz zu schweigen.

Willy Ehrlich | Mo, 8. Oktober 2018 - 14:19

Der Diskurs in der Politik hat sich nicht geändert. Wenn der Politiker aus der Partei "K" etwas sagt, wird das Gesagte durch die demokratischen und medialen Mühlen gedreht und danach steht - leicht überspitzt - fest, dass das, was er gesagt hat, Blödsinn ist und er sowieso ins Irrenhaus gehört. Und das gilt genauso für konstruktive Beiträge von Vertretern der Parteien "E", "L", "V" und "Z".
Es ist prinzipiell so wie immer und es hat sich nichts geändert. Auch früher schon haben die ideologisch geprägten Medien das eine oder andere gefördert oder verhindert. Ob mit oder ohne AfD, nichts Neues!

Gottfried Meier | Mo, 8. Oktober 2018 - 14:20

So schlecht waren die Redebeiträge von AfD Abgeordneten nicht, die ich mir bisher angehört habe. Da gibt es sicher Auftritte von Abgeordneten, die armseliger waren, ich denke da z.B an Schulz und Kahrs kürzlich oder an KGE und die schrille Claudia.

Dimitri Gales | Mo, 8. Oktober 2018 - 14:35

ein intellektuell armseliges Bild abgibt, ist nicht entscheidend. Auch Trump würde in Pariser Intellektuellen-Cafés nicht brillieren, trotzdem ist er heute Präsident. Die Leute suchen nicht nach Intellektualität, sondern nach konkreten Alltags- Lösungen und emotionalem feed back. Die sogenannten Volksparteien - CDU/CSU, SPD - sind in vielerlei Hinsicht gescheitert, Organisationen von Gestern, hoffnungslos antiquiert, die Parteiapparate sind zum Selbstzweck geworden.

Guy Franquinet | Mo, 8. Oktober 2018 - 14:36

Auch ich kann kein armseliges Bild erkennen. Die Grünen, die dauernd über Klimawandel, Energieversorgung und NOX reden, zeigen jeden Tag aufs neue, dass sie von solchen Themen, die sie selbst zu ihren Hauptthemen gemacht haben, "0" Ahnung haben. Das ist ein armseliges Bild.

Reinhard Czempik | Mo, 8. Oktober 2018 - 14:39

Da mein Vertrauen in den Journalismus generell zunehmend schwindet, informiere ich mich über die AfD praktisch ausschließlich über den TV-Sender Phoenix, wenn dieser Bundestagsdebatten überträgt. Da sieht und hört man beides : argumentativ-sachliche Beiträge, ebenso wie emotional-dümmliche Beiträge - aber keinesfalls schlechter als die anderen Parteien. Verstörend allerdings war das ZDF-Interview mit Gauland,wo er durch Inkompetenz nur so glänzte.
Mal aber generell! Wieso bekommt die AfD ständig das Attribut "rechtspopulistisch" von den Medien aufs Auge gedrückt? Konsequenterweise müsste man dann auch bei den Linken "linkspopulstisch", bei den Grünen "umweltpopulistisch", bei der SPD "sozialpopulistisch", bei der CDU"merkelpopulistisch" usw. daherreden, was sich ja auch alles ziemlich dämlich anhören würde.
Von dem Artikel des sonst hochgeschätzen Frank A. Meyer bin ich das erste Mal enttäuscht.

Marianne Schad | Mo, 8. Oktober 2018 - 18:55

In reply to by Reinhard Czempik

auch! Schade!

Kurt Walther | Mo, 8. Oktober 2018 - 15:17

Herr Meyer, sie enttäuschen mich mit Ihrer Feststellung, dass die "AfD im Bundestag intellektuell ein eher armseliges Bild abgibt". Aus meiner Sicht handelt es sich bei der AfD um die einzige wirkliche Oppositionspartei. Ihre Bundestagsabgeordneten kommen nach meiner Feststellung zu großen Teilen aus der Arbeitswelt des MINT-Fachbereichs, wo hart gearbeitet und immer Klartext gesprochen wird. Für Journalisten, die meist die geisteswissenschaftliche Fakultät absolvierten, ist die logisch-rationale MINT-Denkweise und der dortige Sprachgebrauch möglicherweise oft zu "armselig". So mag es auch Herrn Meyer eben ungewohnt erscheinen, es mit Abgeordneten zu tun zu haben, die anders auftreten, anders denken und anders formulieren als die zahlreichen Studienabbrecher, Politologen und Soziologen der Altparteien. Es wurde in den obigen Kommentaren schon mehrfach zurecht darauf hingewiesen.

Dr. Roland Mock | Mo, 8. Oktober 2018 - 15:24

Weimar: Letztlich war es die Schwäche der demokratischen Mitte, welche NSDAP und KPD in den 30 ern starkmachte. Und da wo der Staat stark sein müßte, d.h., wo er die Sicherheit seiner Bürger garantieren müßte, war er schwach. Leichte Beute der Radikalen. Und ist ist es heute. Es fehlen noch die Straßenschlachten Roter Frontbund gegen SA. Aber die Antifa steht ja schon bereit, ihre Pendants von rechts aufzuklatschen. Was die AfD betrifft: Stimmt, einige sind hohl. Aber das ist z.B. der Stegner Ralf von der SPD auch. Im Bundestag hingegen geben einige Abgeordnete der AfD alles andere als ein „armseliges“ Bild ab. Zum Beispiel im Bereich Energie/ Fahrverbote ist der AfD-Mann der einzige, der durch Sachkennnis auffällt und frei von jeglicher Ideologie argumentiert. Und Frau Weidel hat mehr Ahnung von Wirtschaft als die komplette Bundesregierung zusammen.

Friedhelm Hohl | Mo, 8. Oktober 2018 - 15:51

Der Verfasser des Artikels sollte noch mal in sich gehen, ob seine Meinung wirklich den Tatsachen entspricht....und sich die Redebeiträge der AFD-Abgeordneten auf YouTube anschauen.......

Armin Latell | Mo, 8. Oktober 2018 - 16:00

Das sind einige Gründe, warum ich den Spiegel nicht kaufe, ja noch nicht einmal das lese, was er kostenlos zur Verfügung stellt. Intellektuell armselig kann die Reden der AfD im Parlament nur nennen, wer sie nicht gehört, sie nicht verstanden oder von vorneherein kein Interesse hat. Suchen Sie sich aus, was davon auf Sie passt. Ihre Argumentation ist auch ziemlich Freund-Feind lastiger Journalismus. Eine dazu passende Technik ist das Zitieren von aus dem Kontext gerissenen Sätzen. Im öffentlichen Auftreten nichtssagend? Ich höre jeden Tag das Gegenteil. Die MSM sind inzwischen außer Rand und Band geraten, weil sie keine Argumente zum „inhaltlichen Stellen“ finden. Nein, Weimarer Republik wird nicht nur gespielt! Wenn sich eine SPD sich mit einer Antifa verbrüdern will. Und ganz ehrlich: welche Partei, außer der gescholtenen und diffamierten, vertritt noch westliche Werte? Versteht darunter doch sowieso nur jede das, was ihr passt.

Helmut Bachmann | Mo, 8. Oktober 2018 - 16:54

Sie sind eine hochgeschätzte Stimme der Vernunft. Doch finde ich, dass sich in ihren Artikel zwei Fehler eingeschlichen haben, die nicht unwidersprochen bleiben können. Erstens: die AFD ist im BT sicher nicht intellektuell armseliger als die anderen Parteien, oft sogar recht geistreich wie mir scheint. Widerlich sind allerdings richtigerweise z.B. das Auftreten von Höcke et al.
Zweitens: dass die Partei für die Stimmung verantwortlich gemacht wird folgt einem linken "Narrativ", welches mir zu selbstherrlich klingt. Das Freund/Feindschema hat spätestens mit den 68ern und ihren Enkeln bei den Grünen wieder Einzug in die deutsche öffentliche Debatte erlangt.

Sepp Kneip | Mo, 8. Oktober 2018 - 17:29

Herr Meyer, ich höre und lese Ihre Interviews und Kommentare immer mit großem Interesse. Und meistens find ich mich darin auch wieder. Was Sie aber hier von sich geben, gefällt mir ganz und gar nicht. Wenn ich die Redebeiträge der AfD-Abgeordneten mit denen der Etablierten anschaue oder anhöre, suche ich den Intellekt bei den Letzteren vergebens. Die Aussagen der AfD-Leute sind kein Geschwafel. Sie prangern die Fehler und Versäumnisse der Regierenden an. Das ist die Aufgabe der Opposition. Das machen sie gut. Auch intellektuell. Die Ausfälle von Schulz und Kahrs nach zum Teil brillianten Reden von AfD-Abgeordneten sollten Ihnen, Herr Meyer, zu denken geben. Wer gab da intellektuell ein armseliges Bild ab?

Carsten Paetsch | Mo, 8. Oktober 2018 - 18:05

Ob die AfD tatsächlich ein intellektuell armseliges Bild abgibt, lassen wir mal unausgefochten, es sei denn, man macht als Berufsempörter aus jedem Fettnäpfchen alias Vogelschiss einen Elefantenhaufen in medialer Dauerschleife und überhört einfach den großen Rest.
Was aber als sicher gelten dürfte, sind die intellektuellen Totalausfälle in den zitierten Redaktionen, allen voran natürlich dem traditionsbewussten Hamburger CSU-Fanblatt, das in den letzten Monaten erkennbar nervös und unreflektiert aktionistisch agiert, ansonsten wären diese schändlichen Titelbilder kaum entstanden. Offenbar fallen dort gerade die letzten Selbstkontrollen für den „Schreiben, was ist“-Anspruch.
Im Übrigen hätten die „Etablierten“ ja gerade im Bundestag die Gelegenheit, der AfD ihren ganzen Intellekt entgegenzuwerfen. Schade, dass die Kameras immer genau in dem Augenblick abschalten und nur ein Vogelschiss übrig bleibt.