Außenministerin Annalena Baerbock am Dienstag in Kiew / dpa

Abendpost aus der Ukraine - Ukrainer sind Menschen wie wir

Wiedereröffnung der Botschaft in Kiew, Ausbildung ukrainischer Soldaten, Schluss mit russischen Energieimporten – Außenministerin Baerbock ist mit den richtigen Botschaften nach Kiew gekommen. Aber vielleicht noch wichtiger: Sie „entorientalisiert“ die Ukrainer.

Autoreninfo

Moritz Gathmann ist Chefreporter bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

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Von einer „Zeitenwende“ sprach Olaf Scholz kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, dann geriet die Bundesregierung ins Schlingern: über Waffenlieferungen an die Ukraine, über Energieimporte aus Russland, über Nickligkeiten mit dem ukrainischen Botschafter. Wie viel Verlass ist wirklich auf Deutschland, wenn es um Russland geht? Diese Frage wurde nicht nur in Kiew gestellt, sondern auch in anderen westlichen Hauptstädten, ganz besonders in Polen und im Baltikum.

Zweieinhalb Monate nach Beginn des Kriegs scheint Berlin seinen Kurs nun gefunden zu haben: Die Bundesregierung gibt zwar die Hoffnung nicht auf, dass es möglichst bald ein Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem Amtskollegen Selenskij geben wird, auf dem diese einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss aushandeln werden. Das ist kein unrealistisches Ziel. Signale in Richtung Kiew, dass sich die Ukraine doch lieber ergeben sollte, um noch mehr Opfer zu verhindern, werden nun – zumindest aus der Regierungsfraktion – nicht mehr gesendet.

Nicht mehr Frieden um jeden Preis

„Putin darf diesen verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht gewinnen – und er wird diesen Krieg auch nicht gewinnen“, hat Kanzler Scholz vor wenigen Tagen gesagt. Natürlich heißt das Ziel Frieden, jeder Ukrainer wünscht sich diesen, aber es kann eben nicht darum gehen, diesen Frieden zu erkaufen, indem man vor dem Aggressor in die Knie geht.

Annalena Baerbock kann deshalb mit den richtigen Botschaften nach Kiew reisen: Da ist zum einen die Wiedereröffnung der Deutschen Botschaft. Zwar ist Deutschland auch in dieser Disziplin unter den westlichen Ländern auf einem der letzten Plätze, aber das ist zweitrangig. Ab heute arbeitet in Kiew wieder eine deutsche Botschafterin. Die Rückkehr der Botschaften ist ein wichtiges Signal für die Ukrainer, dass sich das Leben zumindest in der Hauptstadt wieder normalisiert.

Null Energieimporte aus Russland

Die zweite wichtige Botschaft ist, dass Deutschland ohne Energie des „Aggressors“ Russland auskommen will: „Deshalb reduzieren wir mit aller Konsequenz unsere Abhängigkeit von russischer Energie auf Null – und zwar für immer“, sagte Baerbock. Bis zuletzt gab es in Deutschland Kräfte, besonders aus der Wirtschaft, die noch die Hoffnung hegten, zumindest einen Teil der Energielieferungen aus Russland erhalten zu können – und sei es auf Kosten der Ukrainer. Horrorszenarien für den Fall eines Öl- und Gasstopps wurden in die Welt gesetzt, aber der moralische Druck war am Ende höher: Wir können nicht täglich hunderte Millionen Euro für Energieimporte nach Russland überweisen, mit denen Wladimir Putin sein Regime stabilisiert und Waffen finanziert, mit denen wiederum Tag für Tag Ukrainer getötet werden.

Dass die „Perestroika“ der deutschen Energieimporte nicht innerhalb eines Tages möglich ist und wohldurchdacht sein muss, ist klar. Dass jetzt in Rekordzeit in Wilhelmshaven ein erstes Terminal für den Import von Flüssiggas entsteht – schon Ende des Jahres soll es fertig sein, zeigt: Wenn die Deutschen wirklich wollen, dann ist vieles möglich. Zu lange suchte man in den letzten zwei Monaten nach Begründungen, warum dies oder jenes eben nicht geht.

Ein „Iron Dome“ für die Ukraine?

Das gilt auch für die Waffenlieferungen: Natürlich liefert Deutschland in ganz anderen Größenordnungen Waffen an die Ukraine als etwa die USA: Präsident Biden hat jetzt ein Lend-Lease-Gesetz unterschrieben, das jenem ähnelt, mit Hilfe dessen die USA im Zweiten Weltkrieg die Sowjetunion aufgerüstet haben, um gegen das Deutsche Reich zu bestehen. Aber dass Baerbock in Kiew verkünden kann, dass „in wenigen Tagen“ mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 begonnen werde, die Deutschland zusammen mit den Niederlanden in die Ukraine liefern wird, zeigt, dass die Weichen richtig gestellt sind.

Die Ukraine solle zudem „hochmoderne Systeme“ bekommen, um ihre Städte gegen zukünftige Angriffe zu schützen. Wenn es gelänge, für die Ukraine eine Art „Iron Dome“ zu errichten, also einen zuverlässigen Raketenabwehrschirm, der es Russland zumindest deutlich erschwert, weiter jeden Ort in der Ukraine mit seinen Marschflugkörpern zu terrorisieren, wäre das ein großer Erfolg. Ähnlich wie in Israel könnte dann eine „neue Normalität“ eintreten: Die Menschen könnten wieder ganz normal ihrem Leben nachgehen, wissend, dass die Raketen des feindlichen Nachbarn sie kaum mehr erreichen können.

Moritz Gathmanns Abendpost aus der Ukraine:

Besonders wichtig sind die Worte, die Baerbock aus dem Kiewer Vorort Butscha nach Deutschland sendet: „Und diese Opfer, auch das spürt man hier so eindringlich, diese Opfer könnten wir sein. Butscha ist ein Vorort von Kiew, das ist wie Potsdam vor Berlin“, sagt sie an dem Ort, wo während der russischen Besatzung hunderte Menschen ums Leben kamen, viele davon willkürlich erschossen.

Die deutsche Außenministerin „deorientalisiert“ damit diese Menschen: Die Menschen, die hier für ihre Freiheit kämpfen und dafür sterben, sind keine seltsamen Osteuropäer, Halbrussen, Sowjetmenschen, Untertanen einer korrupten Führung. Es sind Menschen, die uns trotz des kyrillischen Alphabets in ihrer Kultur, in ihrer Idee eines Lebens in Freiheit und Unabhängigkeit, sehr ähnlich sind – trotz aller Unzulänglichkeiten, die ihr Land und ihre politische Elite aufweisen.

Werden die Täter zur Rechenschaft gezogen?

Baerbock gab heute in Butscha das Versprechen, als internationale Gemeinschaft „dafür zu sorgen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“ Das sei das Versprechen, „was wir hier in Butscha geben können und geben müssen.“ Ob und wie sie dieses Versprechen einhalten kann, muss man – soviel Realitätssinn muss sein – mit einem Fragezeichen versehen: Solange Wladimir Putin im Kreml sitzt, ist es unvorstellbar, dass Russland auch nur einen dieser Verbrecher ausliefert.

Moskau schützt jene, die für den Absturz der Passagiermaschine 2014 über dem Donbass verantwortlich sind. Moskau schützt jene, die über die letzten Jahre im In- und Ausland Morde an politischen Gegnern begangen haben. Und Moskau wird bis zuletzt jene „Helden“ schützen, die von Mariupol bis Butscha gemordet und gebrandschatzt haben und dies bis heute tun. Denn was sie tun, geschieht im Auftrag des Kremls.

Richard Schneider | Di, 10. Mai 2022 - 21:17

... erkennt manch einer der "vorsichtigen Mahner", dass man einen Aggressor manchmal einfach schlagen muss, man sich wehren muss, für Freiheit kämpfen muss. Europas Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.

Hans Schäfer | Mi, 11. Mai 2022 - 09:51

In reply to by Richard Schneider

Herr Schneider, erkennen Sie nicht, dass dieser Konflikt noch Monate, wenn nicht Jahre andauern könnte, dass in dieser Zeit Tausende von Ukrainer und Russen (ihre Schuld, Ukrainer sind die Menschen) ihr Leben lassen würden, von den Zerstörungen abgesehen?
Oder erkennen Sie es, meinen aber weit vom Schuss zu sein, dass Sie nicht getroffen werden?
Erkennen Sie nicht, dass sich das schnell ändern könnte, wenn man die Schraube weiter andreht.?
Werden Sie dann in der ersten Verteidigungs-Reihe stehen? Oder in Ihrem warmen -vermute ich-Keller sitzen und wenn Sie Frau, Kinder, Enkelkinder haben, zu ihnen sagen: Das habe ich so nicht gewollt? Oder lassen Sie sich, wie es 1914 Fall war, von Ihren Lieben mit Musik unter Geklatsche zum Bahnhof bringen, um die Geschichte Europas dem Ende ein Stück näher zu bringen?
PEACE NOT WAR, eine Frage der Diplomatie. Schaden vom Volk abzuwehren, dafür sind sie (einige nicht, noch schlimmer) gewählt.

noch einen Schritt weitergehen. Herr Schneiders Argumentation ist schlüssig in unserer Welt in der man alles bis zur Unkenntlichkeit vereinfacht, russische Fakenews treffen auf Fakenews aus dem Westen. Die hiesigen Medien unterdrücken alles was den eigenen Propagandazielen widerspricht, das Böse (= der Russe) muß bekämpft werden!

Herr Schnieder teilt diese Auffassung offensichtlich, nur leider ist die Welt nicht so einfach, Selenskyj ist kein weißer Ritter und Putin ist kein Dämon. Die VSA und Europa wollen diesen Krieg, auch wenn sie das Gegenteil behaupten. Das ukrainische Militär setzt schwere Waffen auf/um Kindergärten, Schulen etc. die Russen retten Frauen und Kinder.

Davon hört man aber nichts, denn man soll nichts davon hören, man soll die Mär der schwarz-weißen Welt glauben in der wir die Guten und die anderen die Bösen sind. Leider fallen sehr viele auf dieses üble Spiel der Macht rein und folgen, statt zu hinterfragen! Der Krieg wird so noch viele Jahre andauern!

Die Welt ist nicht in schwarz (böse) u. weiß (gut) einzuteilen, und es gibt nie einfache Lösungen von Konflikten. Das wäre zu schön, um wahr zu sein.
Aber die meisten Leute wollen es einfach haben. Damit lebt es sich leichter! Die Vielschichtigkeit der menschl. Seele u. aller Konflikte überfordert sie.
Gewinner z. B. (was auch immer sie im einzelnen getan haben) werden
in den Himmel gehoben, Verlierer auf ewig verdammt.
Wo bleibt da die Wahrheit bzw. die - ach so hochgelobte - Moral?
Sie wird - schwups - der Simplizitas geopfert!
Weil es sehr mühevoll ist u. viel Zeit, guten Willen und Denken erfordert, halten sich die meisten Menschen lieber an eindeutige Antworten auf komplizierte Fragen als an das Herausfinden der dahinter liegenden Wahrheiten. Rasch hängen sie den Protagonisten in einer Auseinandersetzung ein Etikett an, z. B. Putin=verbrecherischer Diktator/Selenskyj=strahlender Held u. Freiheitskämpfer.
Danach ist dann alles glasklar. Ende der Diskussion u. ran an den Feind!

Norbert Heyer | Di, 10. Mai 2022 - 21:47

Wir helfen der Ukraine im Rahmen unserer Möglichkeiten - und weit darüber hinaus. Wenn Frau Baerbock jetzt der Ukraine jede Art von Waffen und die Ausbildung ukrainischer Soldaten daran verspricht, muss jeder von uns, der diesen Schritt befürwortet, auch "ja" zu einem Kriegseintritt von Deutschland akzeptieren. Wenn wir "für alle Zeit" auf Energie aus Russland verzichten, zerstören wir die Grundlagen unserer Industrie und machen etwas, was keine andere Nation für eine andere machen würde: Wir opfern uns bis zum bitteren Ende für ein Land, das bisher jede Hilfe und Geldleistung und Flüchtlings-Aufnahme mit Undank und immer weiteren Forderungen begleitet hat. Endlich, endlich sind sie am Ziel, die beiden aktiven Kriegstreiber der Ukraine: Sie haben erreicht, das wir tatsächlich dazu bereit sind, einen Vernichtungskrieg bis zum bitteren Ende mitzugehen. Wir haben unsere Lektion aus zwei bitteren Kriegen und ihren Niederlagen nicht gelernt, wir wollen anscheinend den kollektiven Untergang.

Das habe ich auch. Sich auf der moralisch besseren Seite zu sehen, und dabei seinen gesunden Menschenverstand auszuschalten ist in der Geschichte noch nie gut gegangen. Waren es nicht z.B. auch die Nazis, die sich und „ihr“ Volk über andere Völker erhoben, mit ihrem Wahn etwas „besseres“ zu sein? Und das Resultat? Der II. Weltkrieg mit Millionen von Toten, Leid und Elend. Und das wollen wir? Es gibt keine gerechten Kriege! Nur Krieg in seiner brutalsten Weise.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Tomas Poth | Di, 10. Mai 2022 - 21:59

Ungarn sind Menschen wie wir
Franzosen sind Menschen wie wir
Polen sind Menschen wie wir
Schweden sind Menschen wie wir
Russen sind Menschen wie wir
Holländer sind Menschen wie wir
Wer möchte die Liste weiter ergänzen ...

Annalena hat ihren Lebenslauf mehrfach verändert
Olaf Scholz dreht wie die Wetterfahne
Die Amerikaner und Briten haben mit Lügen über Massenvernichtungswaffen im Irak den Krieg gegen den Irak begründet und geführt
Wer möchte diese Liste ergänzen ...

Christa Wallau | Di, 10. Mai 2022 - 22:09

sind "Orientalen". Und niemand, der bei vollem Verstand ist u. Menschen aus der Ukraine und Rußland kennt bzw. sich schlicht an Fakten hält, kann sie allen Ernstes als solche einschätzen.
Es gibt also nichts zu "entorientalisieren" - weder für Frau Baerbock noch sonstwen.
Auch die Deutschen waren keine Barbaren und Wilden aus dem Urwald, als sie schlimmste Dinge zwischen 1939 und 1945 taten.
Es handelt(e) sich immer um die g l e i c h e n MENSCHEN mit allen möglichen Facetten!
A b e r von ihrer jeweiligen Führung wurden u. werden sie zu zu einem Verhalten gebracht (verführt), zu dem sie o h n e die entsprechende bewußte Umerziehung u. Propaganda in ihrer Mehrheit (abgesehen von bereits verrohten Typen) nie fähig gewesen wären.

Fangen wir also bei diesem Konflikt bitte nicht auch noch an rassistisch zu denken: Hier die zivilisierten, anständigen Ukrainer und dort die
entmenschlichten Russen. Das wäre dann eine schlimme Folge mehr, die dieser überflüssige Krieg nach sich zieht.

Die armen verführten Deutschen! Schon wieder der Versuch, 43% NSDAP-Wähler plus Anhänger von rechts-konservativen/nationalistischen/monarchistischen Parteien als Opfer zu entschulden! Die nicht in ihrer Mehrheit an den Straßen standen und fanatisiert dem Führer huldigten!
Tja, wie man sieht hängt die deutsche Nazi-Vergangenheit so manche(r)(m) AfDler/in wie ein Wackerstein am Hals!

Insofern zeigt auch die ganze Schein-Diskussion, ob Ukrainer oder Russen Orientalen sind, wieder nur in die völkische Richtung - als ob das irgendeine Aussage über die "Qualität" der Menschen machen würde.

Tatsache ist jedoch, dass eine Seite - Russland - den Krieg begonnen hat. Putin hat die Ukraine überfallen, seine Bomber zerstören Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, töten Menschen.

Die Ukrainer versuchen alles - verständlich - um sich zu verteidigen.

Da ergibt sich die Schuldzuweisung von selbst.

Typisch - die Putin-Anhänger fordern zu keinem Zeitpunkt, Russland solle die Waffen niederlegen...

Und man muss sich wirklich fragen, wenn das alles hier in einem solchen Tempo weiter geht, wie lange es dauert, bis der Begriff „Untermensch“ bezogen auf die Russen den heiligen Olymp des links – grünen politisch Korrekten erklimmen wird.
Verrückte Welt.
Es geht – und das muss ich Ihnen ja nicht sagen, wohl aber der schreienden Menge derjenigen, die uns beide und andere immer wieder als „Putin – Versteher“ verspotten und uns unterstellen, wir würden dessen Sieg wünschen, bzw. ihn und d Russen als Opfer sehen – ja nicht darum, dass die Ukraine sich mit voller Berechtigung sich gg einen Angriff wehrt.
Es geht um die Art, wie dieser Kampf, zu dem es nie hätte kommen dürfen, hätte man vorher ordentliche Politik gemacht, mittlerweile instrumentalisiert wird.
Selenskyj und andere wissen das, sie fördern es, ob aber die an der Front wissen, wofür genau sie sterben, bezweifle ich.
Schließlich werden jeden Tag neue Parolen, weit entfernt v d Angeboten kurz n Kriegsbeginn, ausgegeben.

Das, Fr. Wallau, hatte mich ebenso wie Sie irritiert.
Aber vielleicht bezieht sich das auf die Zeiten, als von der Krim ausgehend die Ukraine muslimisiert wurde.
Erst mit der Krim-Eroberung durch Russland 1774 wurde der osmanische Einfluß zurückgedrängt.
Auf der anderen Seite könnte man auch die Wertung, Ukrainer sind keine Orientalen mehr, als eine rassistische Abwertung verstehen.

Walter Bühler | Mi, 11. Mai 2022 - 07:54

... sind Menschen wie wir. Bisher habe ich geglaubt, dass das für alle Parteien Deutschlands selbstverständlich ist.

Doch jetzt sollen wir umgepolt werden, und zwar von unseren eigenen Politikern und Medien.

Es gibt wieder böse Völker mit einem bösen und gute Völker mit einem guten Nationalismus. Wer jeweils gut und böse ist, das erfährt man an jedem Abend in der Tagesschau.

Die internationale Gerichtsbarkeit hat bisher noch nie Untaten der "Gottesstaaten" (der Staaten, die weit über dem Völkerrecht stehen) sanktioniert. Nur gegen die bösen, meist farbigen oder slawischen Völker wird diese Gerichtsbarkeit aktiv.

Nicht für sich als Person, sondern in unser aller Namen verspricht Baerbock, "dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden."

Nun, wir können froh sein, wenn sie später als Individuum noch genügend Moral aufbringt und sich selbst auch zu ihrem Anteil an der Verantwortung bekennt, wenn wir als Volk die Verantwortung für ihre großmäuligen Versprechungen übernehmen müssen.

Monique Brodka | Mi, 11. Mai 2022 - 08:00

Sehr geehrter Herr Gathmann,
die momentane Begeisterung für Frau Baerbock ist unverständlich. Oder vielleicht auch nicht? Entstammt sie der Erkenntnis, dass die Gute jetzt halbwegs als „normaler Mensch“ agiert und momentan keine grünen Slogans von sich gibt. Dass Sie eine verantwortungsbewusste Außenministerin ist, die die Interessen Deutschlands wahrt, muss sich noch zeigen.
Wenn wir übrigens bereit sein sollten uns für die Ukraine zu opfern wieso dann nicht für den Jemen! Da spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab. Ein Krieg für den sich niemand interessiert. Wenn unsere sogenannte Freiheit am Hindukusch verteidigt wird und in der Ukraine wieso dann nicht im Jemen oder sonstwo!
Kriege bzw. Scharmützel gibt es en masse!

Urban Will | Mi, 11. Mai 2022 - 08:07

stattet mit Macht und überschäumend von „guter“ Moral.
Man kann nur froh sein, dass vor und vor allem nach '45 nicht solche Kindsköpfe die Welt regierten wie Baerbock und Co.
D hat weit mehr angerichtet als Russland es in der Ukraine je wird machen können und war wenige Jahre nach WK II wieder Teil der Weltgemeinschaft.
Baerbock faselt von „für immer“, will das größte Land der Welt also dauerhaft ausschließen.
Wie kann man nur so dumm sein, zu glauben, wenn dieser Klecks D sich nun für alle Zeit festlegt (was eh nicht so kommen wird), dann wird Russland … was denn? „Erzogen“ im Sinne von grün? Soll es verarmen? Im Dreck um „Vergebung“ winseln?
Kuleba möchte die Krim zurück. So gerechtfertigt diese Forderung ist, so unrealistisch ist sie auch. Aber es zeigt: Die angekündigten Waffenlieferungen und Sam's Hintergrund – Aktivitäten zeigen Wirkung.
Auf zum großen, wohl mehrjährigen Gemetzel!
Mit Freuden gefördert auch von uns.
Die Ukrainer können einem nun aus zwei Gründen leid tun.

Jochen Rollwagen | Mi, 11. Mai 2022 - 09:28

Der Westen geht für die Ukraine in den Bankrott, die USA überweisen demnächst wieder 30 Milliarden und die EU macht jetzt Schulden für die Ukraine. Eh wurscht, die sind sowieso bankrott. D-Land ist natürlich vorne mit dabei, man hilft ja bedingungslos immer und überall. Da kommt also auch noch mal ein warmer Regen. Ein bißchen davon kommt auch tatsächlich da an, wo es gebraucht wird, die Verhältnisse bessern sich zusehends. Find ich gut. Soll der Westen weiter Harakiri machen, solange die Ukraine davon profitiert - I'm all for it. Von mir aus können auch ein paar absurde Gestalten mit Gesichtsmaske (in der Ukraine ist das Thema schon längst durch bzw. war nie eins) durch irgendwelche Gänge stapfen oder Journalisten solche Artikel verzapfen.

Wie sagte ein großer deutscher Moral-Philosoph: Wichtig ist, was hinten rauskommt.

Gerhard Lenz | Mi, 11. Mai 2022 - 10:31

Frau Baerbock, von machem im AfD-Nebel umnachteten Schwachmaten gerne als "Schnatterchen" verspottet, macht einen guten Job!

Richtig und wichtig ist in diesen Tagen, dass westliche Politiker in der Ukraine Präsenz zeigen.

Mittlerweile waren Vertreter aller im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien im Land - Linke, die noch darüber streiten, ob über der Ukraine nicht doch US-Bomber ihre todbringende Munition abwerfen, und AfDler, die hier und da in Putins Kreuzzug gegen den "dekadenten" Westen durchaus eine Spur Gerechtigkeit entdecken, natürlich nicht. Was nicht wundert, und was der deutsche Wähler nicht vergessen sollte.

Bleibt in der Tat zu hoffen, dass Putin und seine Erfüllungsgehilfen eines Tages vor Gericht landen, bevor sie, bis ans Ende ihrer Tage, in irgendeinem Gefängnis verschwinden.

Da, wo sie hingehören.

Holger Hoffmann | Mi, 11. Mai 2022 - 16:39

In reply to by Gerhard Lenz

Werter Herr Lenz, nur der guten Ordnung halber: die "umnachteten Schwachmaten" verspotten das "Schnatterinchen". Ob Sie einen "guten Job macht" - sicherlich gestatten Sie als guter Demokrat, dass ich das anders sehe. Gemäß ihrem Eid, hat sie ihre Kraft dem deutschen Volk zu widmen und u.a. Schaden von ihm zu wenden. Seit sie Teil dieser Fantasialand-Regierung ist, habe ich das Gefühl, dass wir unterschiedliche weitere Schäden haben, zusätzlich zu den bereits seit langem vorhandenen. Sie wollte im übrigen das Klima retten, hat aber kein Problem ins Flugzeug zu steigen. Natürlich sieht sie auch kein Problem in Bezug auf die neue Tätigkeit ihres Mannes - andere schon. Sie war es übrigens auch, die ihren Lebenslauf mehrfach gefälscht und scheibchenweise wieder geändert hat, aber nur nachdem das andere entdeckt hatten. Sie hat ein Buch komplett plagiiert. Dazu die Kausa Morgan und von wegen "keine Waffen in Krisengebiete". Diese Frau ist peinlich, zum fremdschämen.

Hans Schäfer | Mi, 11. Mai 2022 - 11:21

auch wir ein Recht auf Frieden!

Das Volk muss die Waffenlieferungs-Frage, in der es um nicht weniger als Leben und Tod geht, entscheiden. Ich bin nicht gewillt, diese elementare Entscheidung, „allein“, sich in der Politik tummelnden Egomanen zu überlassen. Man kann nicht hingehen, ihnen auf der einen Seite zu bescheinigen, dass sie wegen fehlender Ausbildung, Lebenserfahrung etc. überfordert sein dürften, ihnen aber die Entscheidung, in dieser „Alles oder Nichts“ Frage, überlassen.
Die Frage muss verbunden sein, mit einer objektiven Aufklärung über die Konsequenzen, die mit der Beantwortung verbunden sein könnten.
Der Einwand, diese Zeit hat die Ukraine nicht, geht ins Leere. Die Wirtschaft meldet, dass die Waffen-Lieferungen frühesten in 3 Wochen losgehen kann.
Es sei denn es sind Fake News. Aber unsere Mainstream-Medien lügen ja nicht.
General Kujat hält für die Ausbildung am Gerät mehrere Wochen für erforderlich.
Ausreichend Zeit für eine Volksbefragung, Art 20 (2) GG

Rebeca Bok | Mi, 11. Mai 2022 - 11:45

und "Wer ein Jud' ist, bestimme ich!" (Karl Lueger / H. Göring).

Kyiv steht indes näher an Bruxelles, als (an) Warszawa.

"Butscha/Kiew = Potsdam/Berlin" mag die Ukraine 'entorientalisieren', oder erst recht zum Inbegriff des Fremden machen, das ohne solch Veranschaulichungshilfsmittel nicht 'empfindbar' wird. Vielleicht ist Empathie ja nur autistisch echt: echt nutzloser Ersatz für (unreif gebliebene, da etwas komplizierter) Sympathie und Solidarität.

Deutscher Byzantinismus: die Orientalisierung Annalenas im DPA-Foto von Andreas Stein in Butscha. Die zündende Ikone, sich vor Ikonen beugend, "im Stahlgewitter" unter Tausend Smartphones - "und hinter Tausend" Smartphones "keine Welt"; Rilkes Panther altert im AA-Gitter: https://www.tagesspiegel.de/images/ukraine-krieg-baerbock/28320792/2-fo…

Annie Leibovitz sieht Jessica Chastain. Disneyland goes Butcha in Stoibers Transrapid.

Christoph Kuhlmann | Mi, 11. Mai 2022 - 13:15

Keine abgedroschenen Phrasen oder diplomatische Initiativen mitten im Krieg, wo die Voraussetzungen für Verhandlungen erst geschaffen werden, Nicht zu viel Völkerrecht, was bei der Blockade des UN-Sicherheitsrates durch Russland und China auch ziemlich dämlich wäre. Baerbock hebt sich damit wohltuend von ihren Vorgängern ab. Sie kann frei englisch reden und ist nicht so steif und Oberlehrerhaft.

ines Schulte | Mi, 11. Mai 2022 - 14:32

.... das will ich doch hoffen, auch für alle anderen Menschen auf der weiten Welt. Ehrlich gesagt, ich glaubte, wir hätten jede Form von Rassismus überwunden, die einige Menschen anderen gegenüber hervorheben und allein ihrer Herkunft oder Genetik willen vor anderen auszeichnen. Vor allem Journalisten sollten nicht in dieses Muster verfallen, daher gehe ich von unüberlegten und voreiligen Wertungen aus. "Osteuropäer, Halbrussen, Sowietmenschen" - so lange ist es noch nicht her, dass auch Teile unserer Vorfahren aus den jetzt verleumdeten Gegenden der "Osteuropäer" stammten, (Baltendeutsche, Ostpreussen, Schlesier). Nach Ihrer Definition, Herr Gathmann alles unter obiger Schablone eingeordnet? Wenn sie dann, zurückgeblieben in der alten Heimat, einen anderstämmigen vor Ort geheiratet haben, sind es "Halbrussen" . Aus den Karl-May -Filmen auch als Halbblut bezeichnet. Ist es denn schon wieder so weit? Wurde uns nicht beigebracht , dass unser Geburtsort nur ein Zufall ist?

Wolfgang Borchardt | Mi, 11. Mai 2022 - 19:55

Ungewöhnlich, dass ausgerechnet eine Grünen-Poltikerin "Orientalen" nicht für "Menschen wie wir" hält.