Diskussion über „suicidal empathy“ Wenn aus Gefühlsverweigerung Unvernunft wird Der Begriff „suicidal empathy“ beschreibt eine moralische Übersteuerung westlicher Politik: Empathie wird demnach zum absoluten Maßstab erhoben und verdrängt unsere Urteilskraft. Klingt interessant, ist aber so nicht richtig. Eine Entgegnung auf Shantanu Patni. VON RALF HANSELLE
Fernöstliche Perspektiven : Deutschland verliert diplomatisches Gewicht Eigentlich wollte Johann Wadephul nach China fliegen, um die geplante Reise des Bundeskanzlers ins Reich der Mitte vorzubereiten. Der Außenminister hat seine Reise jedoch kurzfristig abgesagt – kein gutes Omen für die deutsch-chinesischen Beziehungen. VON DOMINIK PIETZCKER
Vor 70 Jahren: Besuch Adenauers in Moskau : Für eine aufrichtige, interessengeleitete und konsequente Außenpolitik Heute vor 70 Jahren traf Bundeskanzler Konrad Adenauer in Moskau mit dem sowjetischen Staatschef Nikita Chruschtschow zusammen. Aus Adenauers diplomatischem und realpolitischem, aber gleichzeitig standhaftem Auftreten lassen sich Lehren für die heutige Politik gegenüber Russland ziehen. VON RÜDIGER LÜDEKING
Der Flaneur : Der Müll der Diplomaten Vom Elend bei Beckett bis zum deutschen Mülltrennungswahn: Das Tischabfalleimer-Fiasko zeigt, wie sich unser Blick auf Abfall gewandelt hat – zwischen Kultur, Diplomatie und dem ewigen Versuch, Ordnung ins Chaos zu bringen. VON STEFAN AUS DEM SIEPEN
Film der Woche: „Der Helsinki-Effekt“ : Der Fehler seines Lebens Ein Dokumentarfilm rekonstruiert amüsant die Ereignisse rund um die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte vor 50 Jahren. „Der Helsinki-Effekt“ würdigt das Abkommen als Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. Ein Plädoyer für die verlorene Kunst der Diplomatie. VON URSULA KÄHLER
Baerbock-Kritik an Netanjahu-Besuch : Die Avantgarde der moralisch Erleuchteten gegen den Rest der Welt Annalena Baerbocks unangemessene Kritik am Besuch des israelischen Ministerpräsidenten in Ungarn zeigt nicht nur die moralische Selbstgefälligkeit deutscher Außenpolitik. Auch die zunehmende Verrechtlichung von Politik ist eine verhängnisvolle Entwicklung. KOLUMNE: GRAUZONE
Shieh Jhy-Wey im Porträt : Ein Botschafter, den es nicht gibt Shieh Jhy-Wey ist der Vertreter Taiwans in der Bundesrepublik – weil China sein Land nicht anerkennt, muss der Deutschland-Liebhaber auf besondere Methoden zurückgreifen. VON FELIX LILL
Ist Putin zu Verhandlungen bereit? : Ukrainekrieg: Die Gretchenfrage Im Juni wird in der Schweiz ein Friedensgipfel zur Ukraine stattfinden – ohne Russland. Kann so der Diplomatie wieder mehr Raum gegeben werden? Und sind beide Seiten überhaupt bereit, über eine Beendigung des Krieges zu verhandeln? VON RÜDIGER LÜDEKING
China-Besuch von Olaf Scholz : Der Kanzler wahrt Deutschlands Gesicht Olaf Scholz hat bei seinem China-Besuch Charakterstärke gezeigt und Deutschland einen guten Dienst erwiesen. Und die Gespräche mit Xi Jinping über eine Friedensinitiative für die Ukraine finden sogar bei Präsident Selenskyj Anklang. VON OLE DÖRING
Israel : Beschwerde gegen deutschen Botschafter Seibert Israel hat nach Angaben eines israelischen Repräsentanten offiziell Beschwerde in Berlin gegen den deutschen Botschafter in Israel, Steffen Seibert, eingelegt. Grund sei Seiberts Teilnahme als Zuschauer bei einer Beratung des Obersten Gerichts über die Justizreform. VON CICERO-REDAKTION
US-Außenminister in China : Ausdruck einer Asymmetrie Das Verhältnis zwischen den USA und China ist denkbar schlecht. Daran wird auch der Besuch des US-Außenministers Antony Blinken in Peking nichts ändern. Dass die Vereinigten Staaten den Dialog suchen, ist dennoch richtig. VON THOMAS JÄGER
Macron und von der Leyen in China : Der Partner und die Gouvernante Emmanuel Macron und Ursula von der Leyen reisen nach Beijing. Schon jetzt lässt sich absehen, dass wir Zeugen eines Lehrstücks in alter und neuer Diplomatie werden. Ein europäischer Kommentar aus China. VON OLE DÖRING
Deutschlands Bild von China : Das Ende der Realpolitik Wer die aktuelle Berichterstattung rund um den Parteitag der chinesischen KP oder um die mögliche Beteiligung von Cosco am Hamburger Hafen verfolgt, der ahnt, dass es um die deutsch-chinesischen Beziehungen nicht gut steht. Allzu schnell ist China dieser Tage als das Reich des Bösen ausgemacht. Der Sinologe Ole Döring schreibt in einem Gastbeitrag für Cicero von einem ganz anderen China und plädiert dafür, sich der neuen Zerrbilder zu entledigen. Toleranz, so Döring, ist der Raum für Aktion und Zurückhaltung. Und das eigentliche Problem liegt vielleicht gar nicht in China, sondern in Europa. EIN GASTBEITRAG VON OLE DÖRING
Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg : Diplomatie ist in unserem Interesse Solidarität mit der Ukraine und die Suche nach einer diplomatischen Lösung schließen sich nicht aus. Das Ziel muss sein, den Krieg so bald wie möglich zu beenden. Es würde auch durchaus der traditionellen Politik der Nato entsprechen, nicht ausschließlich auf die militärische Karte zu setzen. Eine Debatte über die Kriegsziele ist nötig, denn von der weiteren Entwicklung des Krieges hängt auch die europäische Sicherheit ab. VON RÜDIGER LÜDEKING
Ukrainischer Botschafter Andrij Melnyk : Der Yoga-Kurs tanzt Pogo Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter in Deutschland, fällt immer wieder durch verbale Entgleisungen auf. Zuletzt nannte er Bundeskanzler Olaf Scholz eine „beleidigte Leberwurst“. Man kann das zurecht verstörend finden – verstörender indes ist, was diese Ausfälle über uns selbst verraten. VON RALF HANSELLE