DHL-Bote
Auch der Paketbote, der der aufgeklärten bürgerlichen Klientel ihre Sachen nach Hause bringt, will von der Politik repräsentiert werden. / dpa

Lifestyle-Linke - Deutschland, voll normal

Die Chefredakteurin der taz findet es „gefährlich“, dass die SPD Politik für „normale Menschen“ machen will – und bestätigt damit unfreiwillig, dass Sahra Wagenknecht mit ihrer Polemik gegen „Lifestyle-Linke“ einen wahren Kern getroffen hat. Eine Replik.

Ulrich Thiele

Autoreninfo

Ulrich Thiele ist Redaktionsmitglied bei Cicero und lebt in Hamburg. Auf Twitter ist er als @ul_thi zu finden. Threema-ID: 82PEBDW9

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Was kann und sollte man Olaf Scholz nicht alles vorwerfen – die Skandale um Wirecard, Warburg, HSH-Nordbank und sein unverschämtes Abblocken jeglicher Kritik an seiner Rolle darin, um nur ein paar Stichpunkte zu nennen. Dass der neue Bundeskanzler höhere Löhne verspricht, als „Anerkennung auch für die, die fleißig sind im Warenlager oder die einen Truck fahren“, gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Dort, wo man mit Mindestlohnempfängern vor allem dann in Kontakt kommt, wenn man abends seine Bestellung an der Tür entgegennimmt, sieht man das anders. Die Chefredakteurin der taz, Barbara Junge, beklagte kürzlich in einem Kommentar, dass die SPD auf „Respekt“ und „normale“ Menschen setze. Das sei „ein gefährliches Spiel“, weil es in Abgrenzung gegen Eliten und den „woken“ Mainstream passiere.

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Rob Schuberth | Mi., 15. Dezember 2021 - 18:07

und offenbar fühlt sie genügend Rückhalt der "Woken", um es ganz unverblümt zu tun.

Menschen wie der Prof. Dr. Reckwitz müssten in den Talkshows sitzen.
Dann gäbe es dort wieder mehr Talk, als Show.

Über diese Thema wird aber so gut wie nie debattiert.
Das wissen die Verantwortlichen, die ja selbst zu den "Woken" gehören, oder sich dazu zählen, erfolgreich zu verhindern.

Manchmal bin ich froh keine Kristallkugel zu besitzen....es sind düstere Zeiten die da anrollen.

Bernd Windisch | Mi., 15. Dezember 2021 - 18:11

die innere Verwahrlosung der Selbstgerechten. Nur das Prädikat "aufgeklärtes bürgerliches Klientel" ist hier völlig fehl am Platz. In sich abgeschottete neue und vor allem dekadente Bourgeoisie trifft es wohl eher. Genau diese Leute schicken sich in Persona von Robert Harbeck & Co gerade an die Reste unseres Wohlstandes zu verspielen. Nicht etwa, weil sie aufgeklärt sind und es besser wissen. Nein, das Gegenteil ist richtig. Von nichts eine Ahnung aber alles erklären können. Es ist eine Schande, dass diese Leute ihren Wohlstand auf dem Rücken der "Working Poors" in Deutschland gründen können und selbst nichts mehr leisten wollen. Die Hochstaplerin im Außenamt ist ein beredtes Beispiel für diese Generation "Selbstgerechtigkeit". Rund um die Uhr Dienstleistungen von Unterprivilegierten für ein Taschengeld abrufen dafür reicht es so gerade noch.

Reinhard Getzinger | Mi., 15. Dezember 2021 - 18:26

... daß die Chefredakteurin der taz zumindest zwischen den Zeilen zugibt, daß bei dem, was sie unter "links" versteht, Arbeiter nicht mitgemeint sind und daß hinter dem Juste-Milieu das alte dünkelhafte Bildungsbürgertum steckt, dem es mit der zelebrierten wokeness bloß um den Distinktionsgewinn geht.

Unter den Talaren müffelt es schon wieder...

Joachim Kopic | Mi., 15. Dezember 2021 - 19:58

Antwort auf von Reinhard Getzinger

... der Regierungsbank sitzt - ansonsten stünde zu befürchten, dass z.B. Häuslebauer irgendwann mal Besuch bekommen: Man wird ja sicherlich in Zukunft Platz für "ungebetene Gäste" brauchen und je mehr der Staat pleite geht, umso erfinderischer wird er bzw. dessen PolitikerInnen ;)

Bernd Muhlack | Mi., 15. Dezember 2021 - 19:20

Liefertussies?
SORRY!

Ich bestelle selten etwas, kenne jedoch "meine" Hermes-UPS-/Post-etc-Sklaven.
Okay, man zwingt sie nicht zu diesen Jobs.
Sie tragen keine Fußfesseln (ball n chain) und ein SPRINTER ist keine Galeere mit (negroidem) Trommler.
Der Takt wird von "anderer Stelle" vorgegeben, nicht wahr?

Die "Frau Hermes"= Evangelista!
Sie heißt wirklich so (!) - eine Philippina/in.
Die "Christel von der (gelben) Post" - ein eher ruraler, rustikaler Typ -"Mehr Rotbäcken Mutti!"
(wie gendert man das?)

& wieder kommen WIR an den gleichen Punkt!

Schöne, ideologisch wohl geformte Parolen von Selbstherrlichen gegen die Realität.
Dem gegenüber steht die "normative Kraft des Faktischen" sagte der olle Professor Jellinek oft.

Natürlich werden Christel und Evangelista ihr "Neujährsche" bekommen.
"Vielen Dank, aber wir dürfen das nicht ..."
HUCH! .... ISSE VON LKW GEFALLE!

"Ein Paket! - ein Paket!"
es muss ja nicht immer ein Klavier sein!

Ob "WIR" & Evangelista & Christel die Welt retten?

Tomas Poth | Mi., 15. Dezember 2021 - 19:26

... oder auch linxgrünes Schickimicki-Milieu oder Rotwein-Bourgeoisie.
Der Normalo ist für die "Gender, LGTBQxyz und woke-Blase" doch eher das "perverse Milieu" das sie ablehnt, das ihrem "Normal" überhaupt nicht entspricht. Sie empfinden diesen "Normal-Plebs-Pöbel" doch als echte Bedrohung für ihre Kulturrevolution!
Eine Partei die sich wirklich um diesen großen Wählerblock ernsthaft bemüht und sicht- und merkbar einsetzt könnte wieder für Normalität in Deutschland sorgen. Eine Normalität die sich an der Mehrheit und an dem Machbaren orientiert.
Wer die stillen Mehrheiten in der Arbeitnehmerschaft nur richtig anspricht der kann großes gegen die Rotwein-Bourgoisie bewegen.

Gerhard Lenz | Mi., 15. Dezember 2021 - 19:40

Anders als am rechten Rand, also da wo "dumpf" gleich "gut" und völkisch-reinrassig gleich "unübertrefflich" ist, man also eine zunehmend komplexe Welt einfach ins braune Köfferchen zwängt, machen sich die Linken mal wieder gegenseitig das Leben schwer.

Tatsächlich ist die Kluft zwischen der Arbeitnehmer-SPD und Eliten-Grünen ja nicht neu.
Was Frau Junge allerdings bewogen hat, ausgerechnet die Wirtschaftliberalen der FDP als elitär auszuweisen, ist mir ein Rätsel - pflegt die Partei doch unverändert seit Jahrzehnten einen extremen Marktfetischismus.

Bereits vor Jahrzehnten standen sich in Hessen Dachlatten-Börner und Turnschuh-Fischer im Prinzip wie Fremde gegenüber. Einzig die Ablehnung konservativer oder eben wirtschaftsliberaler Politik schaffte Gemeinsamkeit.
Die SPD ist sicher eine strukturkonservative Partei. Der "Genosse" kann mit Schrebergarten und Wurst auf dem Grill sicher mehr anfangen als mit Tofu-Gericht und Biotop.
Aber: Rot und Grün sollten sich ergänzen...

Dieter Schimanek | Mi., 15. Dezember 2021 - 21:52

Ihr Einfluß auf das politische und gesellschaftliche Leben ist gleich Null. Mich wundert, das die nicht längst pleite sind. Wer wirklich etwas drauf hat, der liest nicht so ein Käseblatt.

gabriele bondzio | Mi., 15. Dezember 2021 - 22:36

Ein „erwachtes“ Bewusstsein für mangelnde soziale Gerechtigkeit, zeigt immer mal wieder sein ungeschminktes Gesicht.

«Wokeness», nunmehr Teil des selbstgefälligen progressiv-urbanen Vokabulars, ist heute zum Inbegriff einer gesteigerten politischen Korrektheit geworden, zum Safe Space, in dem sich alle wohl fühlen, solange sie schrill schimpfen, verleumden und beleidigt aufstampfen dürfen. (Quelle/Sei «woke», sonst wirst du niedergemacht)

...und das war es dann auch schon. Vielleicht zu viel Lan­ge­wei­le.

Karl-Heinz Weiß | Mi., 15. Dezember 2021 - 22:45

Ohne Quellenangabe hätte ich den Kommentar der taz für Fake news gehalten. Deren Redaktion hat offenbar die Ursachen der Trump-Ära immer noch nicht begriffen.
Die Respekt-Kampagne der SPD wurde bei 15%-Umfragen allgemein belächelt. Den Sieg verdankt die SPD der asymmetrischen Liebe von Frau Merkel zur CDU. Und das Thema Warburg/Scholz sollte bis zum Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses nicht totgeritten werden.

Walter Bühler | Do., 16. Dezember 2021 - 00:06

... dass die taz halt ein mediales Vehikel für die Grünen ist. Aus ihrer Sicht hat der liebevolle Kannibalismus, mit dem sich die Grünen schon immer der SPD und den Linken gewidmet haben, leider noch nicht zum völligen Herzstillstand der uralten Tanten geführt.

Vielmehr müssen sich die Lichtgestalten der grün-roten Zukunft, Baerbock und Habeck, zähneknirschend momentan dem trögen SPD-Mann Scholz unterordnen.

Die Grünen sind ja nicht nur die Partei des neureichen "erweckten" ( =woken) Bürgertums, sondern eben auch die Partei des akademischen Lumpenproletariats. Echte Proletarier sind davon Lichtjahre entfernt.

Aber es ist sehr die Frage, ob die heutige SPD (oder die heutige Linke) - über die mediale Inszenierung hinaus - tatsächlich noch als Vertreterin der wirklich arbeitenden Bevölkerung angesehen werden kann. Die grünen U-Boote sind in beiden roten Parteien längst am Werk.

Hermann Kolb | Do., 16. Dezember 2021 - 07:03

…für grosse Teile der neuen Funktionselite. Selbst wenig bis gar nicht wertschöpfend (ausgebildet), dafür umso wortgewaltiger, wenn es um die Verteilung derselben geht.

Norbert Heyer | Do., 16. Dezember 2021 - 07:06

Marie-Antoinette und die Französische Revolution-sie ist nicht tot, sie hat sich nur lange getarnt. Die jetzigen Abgehobenen, sich überlegen Fühlenden-sie sehen im „Pack“ oder „Pöbel“ nur die erforderliche „Dienstleistungsklasse“ für die Bedürfnisse der Auserwählten. Sie füllen die Regale mit Waren, waschen den Porsche der Führungskraft, putzen die Villa der frustrierten Gattin. Sie befürworten Migration, wollen aber mit den entstehenden Problemen nicht
belästigt werden. Corona hat die latent vorhandene Spaltung unserer Gesellschaft verschärft und die Eliten haben kein Problem damit, ihre Verachtung für die „Unterschicht“ offen zu zeigen. „Hochmut kommt vor dem Fall“ pflegte meine Oma zu sagen und immer haben von Menschen verursachte Katastrophen zu Rückschlägen und danach zur
Neubesinnung geführt. Wir sind auf einen sehr gefährlichen Weg und die Politik ist unfähig, die Lage zu beruhigen. Im Gegenteil, sie befeuert diese Situation noch zusätzlich mit der Isolierung von Impfgegnern

Christoph Kuhlmann | Do., 16. Dezember 2021 - 11:35

und dem Kommunistischem Manifest, dass es ein Elitenbewusstsein gibt, dass sich im Namen Unterprivilegierter gegen den politischen Mainstream stellt. Der wahre Luxus ist, sich finanziell abgesichert, gegen die Werktätigen zu stellen, die den Wohlstand erwirtschaften (also Arbeitnehmer und -geber) und diese dann moralisch abzuqualifizieren um eine hypothetische Schuld einzufordern. Dieses Konstrukt wurde inzwischen perfektioniert. Seit dem Scheitern des real existierende Sozialismus wird die Verantwortung für die gesamte Gesellschaft einfach ausgeklammert. Man fokussiert sich auf Minderheiteninteressen ohne die Kosten für die Förderung dieser Interessen für andere zu berücksichtigen. Doch wer die Kosten-Nutzen Rechnung, betriebswirtschaftlich auch GuV genannt, einfach weg lässt, ja negative Auswirkungen bewusst verschleiert handelt zutiefst amoralisch und ruft denselben, moralischen, ökologischen und finanziellen Bankrott hervor wie der real existierende Sozialismus.

... scheint der wahre Vater dieser neu-deutschen, grünen Ideologie zu sein. Als Kara ben Nemsi oder als Old Shatterhand verkleidet zieht der rot-grüne Spießbürger und Globetrotter in die weite Welt, und träumt davon, er, der deutsche Urlauber und Pantoffel-Held könne endlich den armen Winnetou und Hadschi Halef Omar glücklich machen und ihre bösen Unterdrücker der gerechten Strafe zuführen.

Ohne unsre deutsche Hilfe können die anderen Völker es einfach nicht schaffen! Am guten deutschen Wesen soll (und muss?) die Welt genesen!