Drittes Geschlecht

Gender-Ideologie - Das Gerede vom „sozialen Geschlecht“

Nachdem auch die Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard explizit festgestellt hat, dass es nur zwei Geschlechter gibt, wird jetzt von interessierter Seite behauptet, man könnte doch „Geschlecht“ auch in einem gänzlich anderen Sinne meinen. Aber in welchem? Auf diese Frage bleiben die Verfechter der Vielgeschlechtlichkeit eine klare Antwort schuldig.

Autoreninfo

Uwe Steinhoff ist Professor am Department of Politics and Public Administration der Universität Hongkong sowie Senior Research Associate im Oxford University Programme on the Changing Character of War. Zuletzt erschien von ihm das Buch „The Ethics of War and the Force of Law – A Modern Just War Theory“.

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Der Duden definiert dem allgemeinen Sprachgebrauch folgend Frauen als erwachsene Personen weiblichen Geschlechts, und dieses als das Geschlecht, welches Eizellen produziert. Die Biologie definiert Geschlecht noch präziser als Entwicklungsrichtung eines Organismus hin auf die Produktion einer bestimmten Art von anisogametischen (ungleichartigen) Keimzellen. Es gibt davon genau zwei, große (Eizellen) und kleine (Spermien), und mithin ein weibliches und ein männliches Geschlecht.

Die Rede von der bloßen „Entwicklungsrichtung“ trägt dem Umstand Rechnung, dass aus verschiedenen Gründen nicht jedes Individuum eines Geschlechts auch tatsächlich die entsprechenden Keimzellen produzieren wird, und die Bezugnahme auf Keimzellen bedeutet, dass Gehirnstrukturen, Verhaltensweisen, sexuelle Orientierung, Aussehen, Hormone und selbst Chromosomensätze der Unterscheidung von weiblichen und männlichen Organismen ausdrücklich nicht zugrunde liegt. Daher sprechen die eingebildeten oder tatsächlichen Varianzen oder Spektrumhaftigkeiten jener nicht gegen den binären Charakter dieser. Dies bedeutet auch, dass Individuen mit biologischen Störungen der sexuellen Entwicklung (sogenannte Intersexualität) in keiner Weise den geschlechtlichen Dualismus in Frage stellen. 

So gibt es also nur zwei Geschlechter, und Frauen sind erwachsene Menschen, deren Körper Entwicklungsschritte zur Produktion von Eizellen aufweisen. Bei Männern sind es Spermien. Sogenannte „Transfrauen“ sind daher keine Frauen.

Genderideologen bezweifeln Expertise von Nobelpreisträgerin

Nachdem dies jetzt auch noch einmal die Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard explizit unter Bezug auf die laufende Debatte festgestellt hat, wird die Luft dünn für jene, welche die biologische Zweigeschlechtlichkeit bestreiten. Freilich mangelt es nicht an Genderideologen, die der Nobelpreisträgerin allen Ernstes die biologische Expertise absprechen, aber damit dürften sie sich in den Augen der Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preisgeben. 

Und so verfallen einige auf eine alternative Strategie, nämlich darauf, die Biologie nun besser für nicht zuständig zu erklären und stattdessen eine idiosynkratische Semantik zu beschwören. Denn zwar steht fest, dass die Behauptung der „Vielgeschlechtlichkeit“ (oder dass biologisch männliche Menschen Frauen sein könnten), klarerweise falsch ist, wenn „Geschlecht“ (und „Frau“) im Sinne der oben gegebenen Definitionen gemeint ist. Aber man könnte doch „Geschlecht“ auch in einem gänzlich anderen Sinne meinen, oder?
 

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Schön. In welchem anderen Sinne? Auf diese Frage hin bleiben diese Verfechter der Vielgeschlechtlichkeit (übrigens auch jene der biologischen Vielgeschlechtlichkeit) eine klare Antwort schuldig. Eine solche bestünde nämlich in einer Definition ihres Geschlechtsbegriffs und damit in der Angabe notwendiger und hinreichender Bedingungen dafür, das etwas unter diesen Begriff fällt, sowie auch dafür, dass etwas ein bestimmtes Geschlecht ist (männlich, weiblich, x, y, z …). Die oben gegebenen biologischen Definitionen von Geschlecht und Mann und Frau erfüllen dieses Erfordernis. Was von Vertretern der Geschlechtervielfalt und „gender studies“-Professorinnen geliefert wird, hingegen nicht.

„Definition von Geschlecht“

So bestätigt eine die Vielgeschlechtlichkeit verteidigende Sprecherin des Familienministeriums auf Anfrage von Cicero immerhin die Wichtigkeit einer „Definition von Geschlecht“. Sie liefert aber keine. Stattdessen zitiert sie die Deutsche Gesellschaft für Psychologie mit der Aussage, das Geschlecht sei „ein mehrdimensionales Konstrukt, dessen Entwicklung durch das komplexe Zusammenspiel verschiedener körperlicher, psychosozialer und psychosexueller Einflussfaktoren bedingt“ ist. Dies ist jedoch keine Definition, sondern klingt wie eine Entschuldigung für die Unfähigkeit, eine zu geben. Schließlich ist auch ein Swingerclub ein mehrdimensionales Konstrukt, dessen Entwicklung durch das komplexe Zusammenspiel verschiedener körperlicher, psychosozialer und psychosexueller Einflussfaktoren bedingt ist. Aber ein Swingerclub ist kein Geschlecht.

Auch der Ethikrat hat definitorisch nichts zu bieten. Er unterscheidet – ganz modisch-„progressiv“ – zwischen biologischem, psychischem und sozialem Geschlecht, liefert aber für keines dieser sogenannten Geschlechter eine Definition. Zwar finden sich im Glossar des Textes Angaben, die offenbar als Begriffsklärungen dieser drei vermeintlichen Geschlechtsbegriffe gemeint sind. Sie klären aber nichts, sondern sind zirkulär. So steht im Glossar unter „Geschlecht, biologisch“: „Körperliches Geschlecht (auch als sex bezeichnet), das das chromosomale, gonadale und hormonale Geschlecht umfasst.“ Dass dies nichts klärt, sieht man, wenn man das Wort „Geschlecht“ mit dem Word „Bruzni“ ersetzt: „Bruzni, biologisch: Körperliches Bruzni (auch als schnarz bezeichnet), das das chromosomale, gonadale und hormonale Bruzni umfasst.“ Wissen Sie jetzt, was ein biologisches Bruzni ist? Offenbar nicht. Dafür müsste man Ihnen zunächst erklären, was ein Bruzni (oder schnarz) ist. Ebenso müsste der Ethikrat zunächst erklären, was ein Geschlecht (oder sex) ist. Zu diesem Begriff findet sich im Glossar jedoch bemerkenswerterweise kein Eintrag.

Das Zirkularitätsproblem

Das „soziale Geschlecht“ (auch gern „gender“ genannt) wiederum erklärt der Ethikrat als die „in den Beziehungen zwischen Menschen wirksame Deutung der anatomischen, genetischen und hormonellen Geschlechtsmerkmale“. Auch hier (die Probleme beim „psychischen Geschlecht“ sind übrigens analog) begegnet uns das Zirkularitätsproblem, nämlich wegen der Geschlechtsmerkmale. Zudem wird auch nicht erklärt, was das männliche vom weiblichen (oder x-lichen) sozialen Geschlecht unterscheidet. Zur Vermeidung beider Probleme wäre es vielleicht naheliegend – der Ethikrat macht sich über solche Möglichkeiten freilich keine Gedanken –, die Merkmale des biologischen Geschlechts (im klar definierten obigen Sinne) zu nutzen und etwa zu sagen, dass ein Individuum das „weibliche soziale Geschlecht“ hat, wenn es als biologisch weiblich gedeutet wird (oder „gelesen“, wie es im „woken“ Sprachgebrauch heißt). 

Das Problem hierbei ist freilich, dass von wenigen Ausnahmen (etwa dem CAIS-Syndrom) abgesehen, biologische Männer, die sich auf diese Weise als weiblich deuten, schlicht unter Wahnvorstellungen leiden. Sie könnten sich ebenso gut als Hamster deuten. Zudem sind Deutungen relativ zum Deuter. Der sich transidentifizierende Mann mag für sich in diesem Sinne das „soziale Geschlecht weiblich“ haben, aber bei der überwältigenden Mehrheit der Menschheit ist auch sein „soziales Geschlecht“ männlich – die Menschheit ist nicht blind.

Zugegebenermaßen gibt es in der Philosophie die Zirkularität erfolgreich vermeidende Versuche, den Begriff „Frau“ und „Mann“ umzudefinieren. Der amerikanischen Philosophin Sally Haslanger zufolge ist eine Person (in der vereinfachten, aber sinngleichen Formulierung von Thomas Bogardus) „eine Frau dann und nur dann, wenn sie systematisch in irgendeiner Dimension (ökonomisch, politisch, rechtlich, sozial, usw.) unterdrückt wird und als Ziel für diese Behandlung dadurch ‚markiert‘ ist, dass sie regelmäßig und zum größten Teil als jemand mit körperlichen Merkmalen beobachtet oder vorgestellt wird, welche als Evidenz für die biologische Rolle eines weiblichen Wesens bei der Reproduktion gesehen werden.“ Abgesehen davon, dass dieser Begriff von „Frau“ erstens kein soziales Äquivalent zum umfassenderen, nämlich über den Menschen hinaus anwendbaren biologischen Geschlechtsbegriff bietet, zweitens diesen durch das biologische Verständnis von Weiblichkeit gerade voraussetzt, und drittens keineswegs das gesteckte Ziel der „Transinklusion“ erreicht (wie Bogardus gezeigt hat), macht er viertens Frauen per definitionem zum unterdrückten Geschlecht.

Angela Merkel wäre keine Frau

Dementsprechend wären Angela Merkel und Königin Elizabeth nicht etwa emanzipierte Frauen, sondern gar keine Frauen. Dies ist nicht „progressiv“, sondern reaktionär. Und fünftens und für die gegenwärtige Diskussion entscheidend: Auf mehr als zwei „Geschlechter“ kommt man dank der Bezugnahme auf die biologische Realität der Reproduktion hier auch nicht – und allein diese Bezugnahme ermöglichte die Vermeidung der Zirkularität, was vielleicht zu denken geben sollte.

Trotzdem meinen einige Forscherinnen, dritte oder gar vierte oder fünfte „soziale Geschlechter“ entdeckt zu haben. Die Frage ist: Wie machen sie das? In einem Spiegel-Interview, das schon im Teaser stolz die Vielgeschlechtlichkeit verkündet, bestätigt die Ethnologin Susanne Schröter die „Definition“ von Geschlecht als eine „unsichere Kategorie mit oszillierenden Grenzen, die an ihren Rändern beständig zu verwischen scheint“. Wieder haben wir es tatsächlich mit einer Nicht-Definition zu tun, denn auch „Wald“ ist eine solch unsichere Kategorie mit oszillierenden Grenzen (sind zehn zusammenstehende Bäume ein Wald oder nicht?), aber weder die Kategorie/der Begriff „Wald“ noch der Wald selbst sind ein Geschlecht. 

Nichtsdestoweniger nennt Schröter als Beispiel für ein weiteres Geschlecht bei der „Plains-Bevölkerung“ den seltenen „Fall der Frau-zu-Mann-Wechsler“, der „manly-hearted-women, die etwa als Kriegshäuptlinge auftraten.“ Dass diese Personen ein drittes Geschlecht darstellen, ist ähnlich plausibel wie die Auffassung, dass Margaret Thatcher, die manly-hearted iron lady, die im Falklandkonflikt als Kriegshäuptling auftrat, den unexotischen Briten ein drittes Geschlecht beschert hat. Und da Schröter keine Definition von Geschlecht liefert, fehlt ihr für die Kategorisierung irgendwelcher sozialer Gruppen als zusätzlicher „sozialer Geschlechter“ jedwedes Argument.

Auch andere Ethnologen der Vielgeschlechtlichkeit haben keines. Und tatsächlich hatte Schröter einst selbst in einem Fachaufsatz bestätigt: „Bis dato ist mir kein einziger Fall bekannt, in dem eine Person oder Gruppe sich tatsächlich außerhalb des durch die zwei Geschlechter gesetzten Rahmens bewegt hat.“ Und erklärt: „Das muss uns nicht beunruhigen, denn, und hier möchte ich Andrea Bronstering zitieren, ‚es sind nicht die zwei vorhandenen Geschlechter, die ein lustvolles und freies Ausleben des individuellen Empfindens verhindern, sondern, stattdessen enge und beschränkte Vorstellungen, wie ein Mann und wie eine Frau zu sein und zu leben hat.‘“ Wie wahr.

Leeres Gerede

Ein grundsätzliches Problem der Debatte ist sicherlich, dass Apologeten der Vielgeschlechtlichkeit und Sozialkonstruktivisten nicht begreifen, dass das wilde Umdefinieren von Begriffen und somit Neuetikettieren von Dingen nicht dasselbe ist, wie eine wissenschaftliche Entdeckung zu machen. Die wissenschaftliche Begriffsexplikation eines alltäglichen Begriffs hat nämlich dem Wissenschaftstheoretiker Rudolf Carnap zufolge eine Ähnlichkeit mit dem Alltagsbegriff aufzuweisen, sowie exakt und einfach und vor allem fruchtbar zu sein, das heißt sich für wissenschaftliche Erklärungen und Voraussagen zu eignen. Der oben definierte Geschlechtsbegriff ist ein Paradebeispiel für die Erfüllung dieser Kriterien. Die Geschlechterinflation des Ethikrates und der „gender studies“ ist es nicht. Und so haben wir hier eine Seite, welche aus einer klaren, nämlich auf die Biologie zurückgreifenden Definition von Geschlecht und einer empirisch bestätigten Tatsache logisch gültig die Zweigeschlechtlichkeit ableitet. Das heißt, sie hat ein Argument. Und wir haben eine andere Seite, die nicht einmal erklären kann, was sie mit „Geschlecht“ überhaupt meint. Das freilich macht ihre Verkündigung der „Vielgeschlechtlichkeit“ zu nichts als leerem Gerede.

Warum hat dann die These von der „Vielgeschlechtlichkeit“ in gewissen Kreisen solch großen Erfolg? Ganz einfach: Wissenschaftliche Fruchtbarkeit und publizistische Ausschlachtbarkeit müssen nicht notwendig konvergieren. Klare Begriffe nämlich machen bullshitting, um einen englischen Ausdruck zu benutzen, um einiges schwieriger. Um ein Beispiel anzuführen: Der Biologe geht mit einem klaren Begriff von Geschlecht nach Papua-Neuguinea, stellt wenig überraschend fest, dass es auch dort kein drittes gibt, erzählt das einem Journalisten, und dieser verzichtet ebenso wenig überraschend auf die Schlagzeile: „Immer noch nur zwei Geschlechter.“

Der in der „Methodik“ der gender studies Geschulte hingegen geht mit einem unklaren oder gar keinem Begriff von Geschlecht in den Dschungel, entdeckt dort zölibatär lebende bogenschießende Lesben, sagt sich, „Ach, die nenne ich mal ein Geschlecht“, erzählt das einem Journalisten – und wird prompt als innovativer und „progressiver“ Zeuge der Vielgeschlechtlichkeit gefeiert, nicht zuletzt von Aktivisten, die „neue Geschlechter“ „sichtbar“ machen wollen und dafür im gegenwärtigen politischen Klima auf Fördergelder hoffen dürfen.

Freilich sollte man akademischen Etikettenschwindel, journalistischen Sensationalismus, und politische Geldschneiderei nicht mit Wissenschaft, seriöser Berichterstattung und gerechter Politik verwechseln.

Django Reinhardt | Mo., 7. November 2022 - 15:29

Es gibt halt nur zwei Geschlechter.
Eine sogenannte Transfrau ist keine Frau sondern ein Mann der vielleicht gerne Frau sein oder spielen möchte.
Umgekehrt verhält es sich mit sogenannten Transmännern, die Frauen sind aber keine Männer.
Der ganze Gendergaga ist bestenfalls, wenn überhaupt, eine rein selbstgefühlte Angelegenheit, aber immer ein Konstrukt, eine Aneignung einer Geschlechtlichkeit die nicht vorliegt.
Es sind Personen einer Mikrominderheit die mit ihrem Ego penetrant um Aufmerksamkeit buhlen.
Was wollen sie erreichen? Anerkennung als "Normale"? Sich einen Sonderstatus durch öffentliches Fördern und Sponsoring erarbeiten?
Wollen sie einen Behindertenausweis aufgrund psychischer Störungen oder Genanomalien oder was?

Maria Arenz | Mo., 7. November 2022 - 16:07

Das mit dem "Bruzni" gefällt mir stark. Legt mit einem Satz den ganzen Wahnsinn dieser nicht einmal wirklich intelligent gemachten Zirkelschließerei bloß. Aber sollte es wirklich nur der nicht endende Bedarf an Blubber sein, um "Profx" werden zu können oder einen nach der Maxime "Mann beißt Hund" komponierten Artikel zu verkaufen, den ohne die Überschrift kein Mensch lesen bzw. kaufen würde? Möglich ist es. Aufgrund der expotentiell gestiegenen Produktivität in fast allen Berufsfeldern ist der Anteil des sog. BIildungsbürgertums, der von solch heißer Luft leben muß bzw. derjenigen, die sich ihre Einmaligkeit im immer schrilleren Kampf gegen die Leugner der neuen Wahrheit vertreiben müssen, halt enorm gestiegen. Zum Glück wird auch diese Wiedertäuferei wieder vergehen und morgen treiben sie dann eine neue Sau durch's Dorf.....

Gerhard Lenz | Mo., 7. November 2022 - 16:11

Christiane Nüsslein-Volhard verweist, hätte er ruhig ein wenig weiterlesen können. Die Dame räumt selbst ein, dass es auch ein soziales Geschlecht gibt. Das dann wohl durchaus ein anderes sein kann.
https://www.nau.ch/news/forschung/nobelpreistragerin-geschlecht-zu-ande…

Aber selbst biologisch ist gar nicht so klar, wo Mann aufhört und Frau anfängt (und umgekehrt). Herr Steinhoff hätte sich z.B. in der Zeit informieren können
https://www.zeit.de/kultur/2018-12/drittes-geschlecht-rechtliche-anerke…
Überhaupt definiert nicht die Biologie, sondern der Mensch, der sich dazu biologischer Merkmale bedient, die noch dazu willkürlich sind. Definiert man z.B. Mann/Frau nach Zeugungsfähigkeit, sind dann jene, die aufgrund eines biologischen Grundes zeugungsunfähig sind, keine richtigen Männer und Frauen?

Ich frage mich, warum sich jene echauffieren, die gar nicht betroffen sind?

Nun, wie die englischsprachige Welt gerade belegt, sind alle Frauen vom Genderwasichweiss betroffen, beginnend mit Unisexklos bis hin zu Gefaengnissen (raten Sie mal, welche Haeftlingskategorie ploetzlich die "innere Frau" in sich entdeckt und die Einlieferung in ein Frauengefaengnis beantragt?).

So ein Schmarr´n, der Begriff sozial wird hier mißbraucht. Sozial hat mit dem Zusammenleben der Menschen zu tun, die Bildung einer Gesellschaftsordnung, Auch auf andere Menschen zuzugehen.
Zeugungsunfähige Männer sind impotent, empfängnisunfähige Frauen gelten als unfruchtbar/steril. Sie wollen neue Geschlechter daraus machen!
Herrschaftszeiten noch einmal, was für ein Quark.

Sie stimmen nicht einmal mit der Nobel-Preisträgerin überein, auf jeden Fall nicht mit dem Teil, der nicht Ihrer simplizistischen Geschlechtertheorie übereinstimmt?

Nach der sind Menschen idealerweise blau und blauäugig, zeugen im fruchtbaren Alter, wenn der Herr so richtig im Saft steht, mindestens drei Kinder, Mutti fühlt sich am wohlsten im Schürzchen, Papi ist hart wie Kruppstahl und unumstrittener Chef am Küchentisch.

Lesen Sie ruhig weiter Ihre Schulbücher aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Aber Ihr Dinosaurier-Denken ist sowieso am verschwinden...

"Ich frage mich, warum sich jene echauffieren, die gar nicht betroffen sind?" - Weil es Angelegenheit aller Geschlechter ist, die Vereinnahmung und Entrechtung der Frauen durch Männer, die unbedingt Frauen sein wollen, um z.B. über die gesellschaftspolitische Frauenquote leichter an die Fresstöpfe der gutdotierten Posten zu gelangen, einen Riegel vorzuschieben. Es sei denn, es wird eine weitere Quote für Geschlechtswandler eingeführt.

Weil die "Nichtbetroffenen" sich den Folgen dieser unsinnigen Diskussion nicht entziehen können und ständig von Politikern, Medienleuten und sonstigen Trittbrettfahrern der LTGB... -Bewegung gegängelt werden?

Oder weil sie die Kostenfolgen der Auswüchse dieser Pseudowissenschaften zu tragen haben?
Von den Rechtsfolgen der "falschen" Anrede eines Menschen (Darf man noch Mensch sagen? Oder ist der neutralerer Begriff der Kohlenstoffeinheit erforderlich?) mal abgesehen.

Übrigens sind es die Betroffenen, die diesen Wirbel erzeugen und am Drehen halten.

Walter Bühler | Mo., 7. November 2022 - 16:29

... denn die einschlägigen Netzwerke haben sich schon längst tief und fest in unsere Regierungen eingenistet, keineswegs nur in Deutschland (ERC, siehe https://equalrightscoalition.org/), und keineswegs nur bei den Grünen.

Solche, von allen Steuerzahlern ausgehaltene ideologisch-politische Institutionen betreiben professionell den "akademischen Etikettenschwindel, den journalistischen Sensationalismus, und die politische Geldschneiderei". Das hat in der Tat nichts mit Wissenschaft, seriöser Berichterstattung, gerechter Politik und (meiner Meinung nach) auch nichts mit Menschenrechten zu tun, sondern alimentiert nur ein internationales Heer von Funktionären, die ihren privilegierten Status mit Zähnen und Klauen verteidigen.

soll ein Mensch nicht verzweifeln oder zum Zyniker werden, lieber Herr Bühler?

Ich jedenfalls muß höllisch aufpassen, meinen Humor nicht zu verlieren bei allem, was mir alter Frau, die ihren Verstand noch besitzt, inzwischen von Politik und Gesellschaft zugemutet wird.
Es ist überlebenswichtig, sich täglich Trost in der Musik, der Literatur, der Religion bzw. in der sinnstiftenden Beschäftigung mit anderen Dingen zu suchen. Sonst droht man schweren Schaden an Körper und Seele zu nehmen.
Herzliche Grüße an Sie und alle in diesem Forum, die mich verstehen und mein Schicksal teilen.

Manfred Bühring | Mo., 7. November 2022 - 16:43

... sind letztlich autoritäre Kopfgeburten einer elitären Minderheit, die mitnichten einen emanzipatorischen Charakter haben. Im Gegenteil, sie spalten die Gesellschaft auf unerträgliche Art und Weise und gehören alternativlos abgeschafft. Die Biologie und die Erkenntnisse einer Nobelpreisträgerin lassen sich nicht einfach verleugnen oder - um abgewandelt mit Einstein zu sprechen - Gott würfelt nicht, will heißen, Geschlecht ist nicht beliebig. Danke für den Beitrag.

Heidemarie Heim | Mo., 7. November 2022 - 16:48

Entweder leide ich heute an einer Formschwäche sehr geehrter Herr Prof. Steinhoff, aber nach diesem Parforce-Ritt durch Swinger-Club, durch Forst und Wald nach Papua-Neuguinea und zurück hier ins Cicero-Forum, weiß ich wirklich nicht mehr ob ich, wie man bei uns im Zusammenhang mit einer Drohung sagte, überhaupt Männchen oder Weibchen bin;-)!
Anscheinend kann ich mich laut progressiverer Betrachtungsweisen auch nicht mehr auf Dinge wie meinen Vornamen oder der monogam geführten Ehe mit einem Vertreter des nach nunmehr 43 Jahren hoffentlich keinen Wechsel anstrebenden männlichen Geschlechts verlassen. Bleibt wohl nur die gemäß Alter zusehends unerfreulichere Begutachtung meiner Anatomie: " Spieglein Spieglein an der Wand! Wer sind die m/w/d Gestörtesten im ganzen Land?" "????" "Egal, ich putz` IHR mal die Zähne;)". MfG

Ingo frank | Mo., 7. November 2022 - 17:41

ist lediglich eine dekadente Diskussion einer verschwinden geringen Zahl von Menschen (?) die sich einbilden der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung ihre „ Sichtweisen“ als „moralisch richtig = der heutigen Moderne entsprechend“ aufs Auge drücken zu wollen. Jedem Tierchen, sein Plissierchen, widmet euch den wichtigen Themen der Gesellschaft, aber lasst ab von diesem Gendergaga. Schiebt einen Riegel vor diese unsägliche, ja gesamtgesellschaftlich unbedeutende Diskussion. Hat Buntland Germany derzeit wirklich keine anderen Sorgen?
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

P. S. Warum sitzt er erste Mann der vorgibt eine Frau zu sein im BT für die Grünen? Wegen herausragend aufgefallener Pol. Intelligenz? Oder Warum? Nur auffallend als Mann in Frauen- Look und das ist dann alles!

Markus Michaelis | Mo., 7. November 2022 - 17:58

Klar kann man Begriffe auch neu definieren. Um alle wichtigen Begriffe (Demokratie, Menschenrechte, Glaube, Gerechtigkeit, Fortschritt etc.) wird ständig gerungen, was das genau bedeuten soll.

Der Artikel spricht aber richtig an: jede exakte Definition von Geschlecht ist für die Regenbogengemeinde auch gefährlich, weil sie eben nur eine von 1000 möglichen Definitionen ist. Damit nimmt man sich das Argument, dass man für DEN Fortschritt und DIE Gerechtigkeit kämpft, wenn es am Ende darum geht für ganz betimmte Menschen, nach ganz bestimmten Definitionen unter ganz bestimmten Zusammenhangskonstruktionen Dinge zu erstreiten.

Das kann man tun, alle Gruppen tun das, aber es trifft doch den Kern der Eigensicht, dass man für DAS universelle Menschsein/Gerechtigkeit einträte, das niemand anders sehen kann.

Man tritt genauso anderen Menschen auf die Füße, nur eben jeweils anderen Gruppen.

Berthold Dehn | Mo., 7. November 2022 - 19:24

hat mit Wissenschaft aber auch gar nichts zu tun.
Traurig, dass der Steuerzahler eine Menge Gender Studies Lehrstühle finanzieren muss. Diese Geldverschwendung ist definitiv kontraproduktiv und beackert das Feld des psychisch kranken Teils der Bevölkerung, der sich gar noch zur Elite zählt.
Das Geld wäre besser in der Forschung für unsere brennendsten aktuellen Probleme angelegt.

Ernst-Günther Konrad | Di., 8. November 2022 - 09:59

Wir erleben bei dem Gender Schwachsinn nichts anderes als beim Klima. Da behaupten irgendwelche links-grünen Ideologen etwas, ziehen sich ihre woken "Experten" an Land, lassen sich tolle Kampfbegriffe einfallen, verhindern vom Msm gut unterstützt jede offene Diskussion und nutzen die asozialen Medien und die Msm dazu, eine Mehrheit vorzutäuschen, die es nicht gibt. Ja, es gibt Klimawandel, aber dann hört die freie Diskussion schon auf. Dasselbe Vorgehen beim Gender Wahnsinn. Erklären will und braucht man nicht, man hat entschieden, neue verwirrende Bergriffe, gerne aus dem Englischen entliehen unter das Volk gestreut und los gehts.
Für mich ist es unbegreiflich, wie sich die Menschen von einer so minimalen Minderheit bestimmen läßt? Eine sichere Gewissheit habe ich. Die Naturgesetzte wird der Mensch nicht beseitigen können. Die Natur wird sich wehren und damit auch die Schöpfung. Es wird Zeit nicht nur bei dem Thema, dass die Wissenschaft und das Volk lauter auf die Barrikaden geht.

Jochen Röschmann | Di., 8. November 2022 - 11:22

Mit diesem erfrischenden Artikel könnte die unsägliche Debatte großenteils bzw. das damit einhergehende Drangsal komplett beendet werden.

Albert Schultheis | Di., 8. November 2022 - 14:12

Danke, Herr Steinhoff, für die klaren Worte. Mittlerweile fängt es richtig an zu nerven, wenn man permanent von diesem intellektuellen Dünnschiss belästigt und genötigt, ja erpresst wird, den sich diese nur scheinbar infantilisierten und verblödeten Ideologen aus den Fingern gesogen haben. Denn zu einem rationalen, vernunftbasierten Diskurs sind diese Cretins nicht fähig - darum geht es ihnen auch gar nicht. Es geht ihnen um die Nötigung, ja um die Erpressung der Gesellschaft (insofern ist das "sozial"), um sich selber - ohne wertschöpfende Arbeit zu leisten - das persönliche Auskommen zu erpressen und ich asoziale "Privilegien" zu erschleichen. Dazu braucht es keine stichhaltign Argumente , solange man sich einer "SA" der Nötiger, der Canceler, der Rufmörder und ggf. auch Agenten für's Grobe bedienen kann. Es muss endlich Schluss sein mit dem Bullshit - wir haben ganz andere, sehr gravierende, ja, existentielle Probleme, die uns und unsere Gesellschaft zu zerstören drohen.

Nicolas Chauvin | Di., 8. November 2022 - 18:19

Im linken Sprachgebrauch die Vielgeschlechtlichkeit mit nur einem Stern oder zwei kleinen Pünktchen die nötige Referenz zu erweisen halte ich für eine Diskriminierung sonder gleichen. Transfrau hört sich auch nicht gut an und im Damen-Knast kann so eine "Frau"
zum Vater werden. Die männlichen Variante der Frauen kann im Damenfussball besichtigt werden.