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Die Linken-Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow warf dem neuen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße / dpa

Kemmerichs Wahl in Thüringen - Blumenstrauß der Schande

Es wäre ein Leichtes gewesen, den Coup der AfD im thüringischen Landtag zu verhindern. Doch die politischen Gegner demonstrierten lieber mit kindischen Gesten und undemokratischen Reflexen. Intellektuelle Souveränität gehört anscheinend der Geschichte an.

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Zuletzt erschien „Vom Wald. Eine Philosophie der Freiheit“ bei Claudius.

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Es war die erbärmlichste Geste in diesen an erbärmlichen Gesten überreichen Stunden: Der Moment, als Susanne Hennig-Wellsow, die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, dem gewählten Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße warf. Nie zuvor hat sich der selbstgerechte, bornierte und durchritualisierte Antifaschismus der Linken dermaßen selbst entlarvt.

Denn natürlich wäre es ein Leichtes gewesen, eine Minderheitenregierung Kemmerich von den Stimmen der AfD unabhängig zu machen. Etwa indem man sie von Fall zu Fall und mit wechselnden Mehrheiten unterstützt. Etwas mehr demokratisches Selbstbewusstsein, etwas mehr Bereitschaft zu Kooperation und etwas weniger eitles Kampf-gegen-rechts-Getue, und der Coup der AfD wäre nicht mehr gewesen als ein Streich parlamentarischer Halbstarker, der morgen wieder vergessen ist.

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Klaus Decker | Sa., 8. Februar 2020 - 09:01

Danke für diesen befreienden Kommentar - ein liberaler unbescholtener Demokrat wird zum MP gewählt (mit Stimmen der AfD) - Skandal!
Ein post-kommunistischer Linker wird es werden
(garantiert!) - ein Sieg der "demokratischen" Kräfte!
Das Lachen bleibt einem im Hals stecken!

zumindest zum Teil. Die Parteien links der Mitte hatten keine Chance, dieses dämliche Spiel zu verhindern. Kemmerich hätte das durch Nichtannahme der Wahl aber sehr wohl und sehr leicht tun können. Stattdessen verschanzte er sich hinter floskelhaften Begriffen wie "Kandidat der bürgerlichen Mitte.." Stattdessen wurde er durch die Wahl eben ganz schnell zum Kandidat der Rechtsextremen. FDP und CDU hätten ihn sofort stoppen müssen. Darin, dass Sie das nicht getan haben, liegt ihr Versagen.

Die Partei rechts der Mitte sind also die Rechtsextremen und die Parteien links der Mitte sind einfach nur die Parteien links der Mitte. Ich würde sagen, es sind die Linksextremen - deshalb auch konsequenterweise die permanente Verharmlosung linker Terrorgewalt.

ein Auge geworfen? Dann wissen Sie, wo die Extremisten sitzen, und nicht da, wo Sie fälschlich vermuten.
Noch ein Tipp: versuchen Sie mal mit einem AfDler über Rechtsextremismus zu diskutieren. Das wird garantiert die kürzeste Diskussion, die Sie erlebt haben! Spätestes zu Beginn des ersten Satzes wird er versuchen, mit dem Hinweis auf linken Extremismus vom Thema abzuweichen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz zählt aktuell rund 27.000 Linksextremisten in Deutschland. 7.600 Menschen gelten demnach als gewaltorientierte Linksextremisten, den weitaus größten Teil bilden Autonome.
Nach seiner Definition wollen Linksextremisten die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung abschaffen und durch ein sozialistisches bzw. kommunistisches System oder eine herrschaftsfreie Gesellschaft ersetzen. Dafür gilt Gewalt, die sie als revolutionäre Gewalt von Unterdrückten gegen Herrschende verstehen, als legitimes Mittel. (Zitate der Konrad-Adenauer-Stiftung)
Meiner Meinung nach wird die Gewalt von Links unterschätzt. Ich glaube nicht, daß ein Linksextremer gesprächsfreudiger ist.

"Was im Erfurter Landtag stattgefunden hat, ist eine freie Wahl, und darüber hinaus hat ein liberaler und bürgerlicher Kandidat diese Wahl gewonnen. Es gibt keinen plausiblen Grund, das Ergebnis moralisch zu verurteilen."

Ich zitierte einen Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung zur Lage in Thüringen.

Die CDU traute sich gar nicht erst, einen Kandidaten aufzustellen, aus Feigheit, der könnte von der AfD mitgewählt werden.
(umgekehrt hatten SPD und Grüne jahrelang keine Bedenken, zusammen mit der umbenannten SED zu regieren. Der Partei der Stasispitzel, Mauermörder und Kommunistischen Plattform, die bis heute leugnet, daß die DDR ein Unrechtsstaat war. Und übrigens wie die AfD in Teilen vom Verfassungsschutz beobachtet wird.)
Die FDP stellte wenigstens einen Kandidaten auf, damit nicht nur die Ränder sich bewerben. Minimalaufgabe der „bürgerliche Mitte", die doch in der Verantwortung steht, die Fortführung von Rot-Rot-Grün zu beenden.
Wenn der gemeinsame Kandidat aber seine Wahl ablehnt/wegwirft, dann heißt das: „ups, erwischt, war alles nur fake, wir haben nur so getan, als wollten wir die Linken verhindern, war nur Show für unsere Wähler, denen wir das versprochen hatten, eigentlich haben wir uns längst zur Duldung der Ex-SED entschlossen“

Ein Parlament kastriert sich selbst.

Herr Grau, es sollte doch wohl besser heißen, es war die erbärmlichste Inszenierung in der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland. Hauptdarsteller CDU, FDP und AfD.

War die Wahl von Kemmerich von AfD-Gnaden eigentlich ein Zufall? Wollte die CDU vielleicht so an Ministerposten kommen?

Was da systematisch produziert wurde und sich ausgebreitet hat, spiegelt die grauenvolle Provinzialität und Verlogenheit wider, um vieles mehr, wenn es um Ausstrahlung geht (Sumpf).

Angesichts dieser möglichen Zusammenhänge (ohne mich parteipolitisch zu positionieren), ist diese „Blumenstrauß-vor-die Füße-Geste“ die einzig richtige Ausdrucksform.

Nein, Herr Jasper - viel erbärmlicher war die Allparteieninszenierung zur Verhinderung der Wahl des AFD-Bürgermeisterkandidaten in Görlitz. Aber um das überhaupt wahrzunehmen, müssten sie ihre ideologische Brille abnehmen. Und natürlich positionieren sie sich hinter wohlfeilen parteipolitisch - stehen sie doch einfach zu ihren parteipolitischen Präferenzen. Ist doch nicht schlimm und NOCH nicht verboten

Herr Kühn, an Ihrem Kommentar fällt doch in erster Linie eines auf: die Ratlosigkeit, wenn es darum geht dem Vorgang einen diskussionsfähigen Rang zuzuweisen. Die „Mitte“ macht keine gemeinsame Sache mit der AfD- auch keine Kooperation. Die gefährdet nämlich mittlerweile die politische Kultur im Land.

Armin Latell | Mo., 10. Februar 2020 - 12:24

Antwort auf von Bernhard Jasper

Herr Jasper, wie die politische Kultur in diesem Land aussieht, zeigen uns gerade die Einheitsparteien. Und in deren Gefolge Sie als gläubiger Jünger. Vielleicht sollten Sie sich den Artikel von Herrn Grau nochmal durchlesen, möglicherweise verstehen Sie ihn dann ja. Mittlerweile darf eine Partei nicht nur nicht mehr gewählt werden, sondern sie selbst soll auch noch auf ihr Recht zu wählen verzichten, und damit auch gleich noch deren Wähler. Wie hochmütig kann man sein?

Bernhard Jasper | Mo., 10. Februar 2020 - 16:39

Antwort auf von Armin Latell

„Gläubiger Jünger“, vielleicht noch im Büßergewand? Da verlangen Sie aber zuviel von mir. Ich war einmal als kleiner Junge Messdiener. Als mir dann vom Weihrauch immer übel wurde, habe ich das Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Als Heranwachsender vielen mir dann die Kanzelreden im katholischen barocken Umfeld übel auf. Da bin ich konsequenter Weise aus diesem Verein ausgetreten und habe mich säkularisiert.

Ohne Propheten, Priester, Zauberer und Heilsbringer lebt es sich besser.

Diese Geste war von Wut und Enttäuschung gespeist, dass Die Linke sich nicht durchsetzen konnte, und von CDU, FDP genauso ausgegrenzt wurde wie die AfD.
Das man Die Linke genauso ausgrenzt ist sogar eher begründet und auch gut so!! Lesen die dazu den Bericht Landesverfassungsschutzes BW: - Offen extremistische Strömungen und Zusammenschlüsse in der Partei DIE LINKE. -
Das spricht Bände!! Wer davor die Augen verschließt muss seine Treue zur Demokratie hinterfragen lassen.

"parteipolitisch sich zu positionieren." Anhand ihrer Kommentare ist es ja wohl eindeutig, wo & wofür sie stehen. Das pfeiffen sogar die Spatzen vom Dach.
Weil ihre Kommentare oft vollgespiekt sind mit Prosa, ging ich davon aus, dass Formen des Anstandes ihren Alltag begleiten? Das sie aber die „Blumenstrauß-vor-die Füße-Geste“ als "die einzig richtige Ausdrucksform." halten, gibt mir doch wahrlich zu denken, an ihre "guten" Manieren!
Frau Hennig-Wellsow hätte ja auch ein Handtuch Herrn Kemmerich vor die Füße werfen können, als Zeichen der Aufgabe (ohne Mehrheit B. Ramelow zum MP zu machen). Oder vieleicht einen Handschuh vor die Füße werfen, dass wäre eindeutigt gewesen.
Aber einen Strauß Blumen? Was ist mit dem Umweltschutz? Wer entsorgt den Strauß? Gehört der nicht in die Biotonne?
Salute

kommt als nächstes? Schuhe werfen, spucken, niederschlagen als einzig richtige Antwort? Ein wenigstens halbwegs klarer Blick, ein Minimum an Objektivität ist leider nicht jedem gegeben. Diesbezüglich, Herr Jasper, vollkommene Fehlanzeige.

Erst die selbstherrliche Arroganz des linken Milieus machte die Rechtspopulisten möglich. Hätte der „Salonsozialist“ Bodo Ramelow die Wahl zum Ministerpräsidenten abgelehnt, wenn die AfD geschlossen für ihn gestimmt hätte? Ein Donald Trump wurde durch Arroganz und Dummheit möglich. Aber nicht durch Arroganz und Dummheit seiner Wähler. Sondern der selbstgerechten Linken und Demokraten. Die Linken regen sich über alle „Blödköpfe“ da draußen auf, die nicht ihrem Meinungs- und Gesellschaftsbild entsprechen. Es hilft aber nicht weiter, Andersdenkende nur zu hassen. Vernünftiger wäre es, einander ernst zu nehmen. Das bedeutet nicht, seine Verachtung gegenüber jenen aufzugeben, die wissen, wie man die Menschen gegeneinander aufhetzt. Die AfD ist auch ein Auffangbecken der in der CDU und der SPD unter der Kanzlerschaft Merkels, der „Schutzpatronin“ der Linken, unzufriedenen konservativ-liberalen Wählerschicht. Diese sind alles andere als rechtsgerichtete Bürger.

das will ich Ihnen gerne glauben.
Sie aber vernachlässigen evtl. zu stark die evtl. große Gruppe der Unbelehrbaren, denen es vielleicht reicht, Hitler zur Seite zu schieben als Betriebsunfall der Geschichte.
Des Weiteren auch die evtl. Ermangelung demokratischer Kultur in der DDR.
Da höre ich durchaus hin, wenn mir DDR´ler Frau Merkel manchmal ganz gut erklären könen.
Natürlich kann das auch Leute der Linken betreffen.
Das Procedere hätte angesichts eines offensichtlich beliebten Ministerpräsidenten lauten können, klare/lautere CDU, FDP und auch AfD-Politik danebenzustellen, die Bevölkerung also konstruktiv zu überzeugen und sich dann immer noch klar und lauter in einem möglichen schwerwiegenden Fall des Dissenses zu distanzieren.
So etwas ist nachvollziehbar, aber zunächst muss dem Wahlergebnis und dessen Möglichkeiten von vorne, nicht von hinten, Genüge getan werden.
Und vielleicht wird Herr Ramelow schlicht weiter überzeugen.
Parlamentarische Demokratie ist kein Kinder-Baukastenset.

Bernhard K. Kopp | Mo., 10. Februar 2020 - 08:23

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Bei den Wahlen vor mehr als drei Monaten - was haben die seitdem bei vollen Bezügen eigentlich getan - war Herr Ramelow so beliebt, dass er sogar mit SPD und Grünen zusammen keine 46 Stimmen im Landtag zusammenbrachte. Die Beliebtheit von Ramelow ist wohl sehr " gefühlt ".

.... vor die Cowboystiefel geschmissen werden sollen. Faule Tomaten hätten es auch getan. Gehört es etwas zu den demokratischen Spielregeln, mit Taschenspielertricks übelster Sorte die eigene marginale Bedeutung ins Staatsmännische aufzupimpen?

Wenn die Linken einmal vorgeführt werden, verstehen sie keinen Spaß. Heute las ich in der "Freien Presse" eine Kommentar, der das, was in Görlitz als Sieg der Demokratie gefeiert wurde, nun, da Andere ähnlich agierten, dies als Wahlbetrug bezeichnete. Liebe linke Mitbürger, wo bleibt Eure so oft beschworene Haltung? Indem ihr Euch so ereifert, macht Ihr Euch nur lächerlich. Werft keine Blumen und keine Tomaten, übt Euch in Selbstkritik! Nein, natürlich nicht wie unter Stalin, sondern so, wie es sachliche, rational denkende Menschen eigentlich tun sollten. Kommt herunter von Eurer moralisch aufgeblasenen Wolke. Auch der politische Gegner hat berechtigte Argumente.

Es hätte auch eine Torte sein können - darin haben die Linken ja schließlich Übung (Sarah Wagenknecht). Es stimmt schon - wer mit den eigenen missliebigen Leuten so umgeht, hat vor den Vertretern anderer Parteien erst recht keinen Respekt.
Herr Balitzki, machen sie das im Privaten auch so?

die nicht vorhandene kindliche Erziehung der Vorsitzenden der Linken !

Blamabel - blamabel !

sie meinen, der alte MP wird wieder gewählt ?
Na ja, er will wohl nun doch wieder in den Ring steigen.
Er sieht wahrscheinlich eine Chance...wenn alle schön zusammen halten und sich absprechen - ala Görlitz und das es bloß keine Neuwahlen gibt !
Habe aber gerade gelernt, sowas ist ganz, ganz böse.Die Kanzlerin ist auch dieser Meinung, natürlich brillant formuliert, wie immer.

31 Jahre ist der DDR-Untergang her, ja wie lange wollen denn noch manche von Post-Kommunisten reden ?
Ich bin Post-Indianer, Post-Christ, Post-CSUler, und mehr. Ein Mensch ändert sich doch während seines Lebens. Und Herr Rammelow, der Gemeinte, hat in seiner bisherigen Regierungszeit doch einfach gezeigt, dass er Demokratie kann.
Kaum Erträglich, immer diese gestrigen !

Armin Latell | Mo., 10. Februar 2020 - 12:31

Antwort auf von Reinhold Müller

Demokratie könnte, hätte er und seine Gesinnungsgenossen das Ergebnis nur widerspruchslos akzeptiern müssen. Herr Postdemokrat, hat er das vielleicht getan??

Die CDU und die FDP hat sich so blamiert, wie es nicht schlimmer geht. Statt zu seiner Meinung zu stehen, sich von ROT-ROT-Grün so vorführen zu lassen, ist nur noch peinlich! Die Demokratie wird ausgehebelt! Diese beiden Parteien sind in Zukunft unwählbar. Sachsen hat gezeigt, wo man landet, wenn man CDU wählt. Hier ist es noch schlimmer!

Daniel W. | Sa., 8. Februar 2020 - 09:21

....beste Kommentar zu den Ereignissen in Thüringen. Warum sollte man eine CDU wählen, die lieber einen Kandidaten der SED-Nachfolgepartei unterstützt als einen FDP-Kandidaten der einen ambitionierten Weg zu einer Koalition der Mitte anstrebt ? Es ist völlig gleichgültig mit welchen Stimmen ein MP gewählt wird. Wichtig ist, mit wem er verhandeln muß, wenn er im Amt ist. Ein Bodo Ramelow schleppt eine Menge kommunistischer Kader ins Amt. Die Linke hat zudem ein problematisches Verhältnis zur Gewalt. Das ist aus Sicht der CDU eine wählbare Alternative ? Hier wäre demokratische Standfestigkeit im Rahmen einer mittigen Minderheitsregierung zwischen den rechten und linken Blöcken gewesen. Kemmerich ist einer der letzten bürgerlichen Politiker im Land.

Hans Schäfer | So., 9. Februar 2020 - 10:21

Antwort auf von Daniel W.

Wie kann ,man eine Partei wählen, in der KRIEG herrscht!
Aussage vom CDU Politiker R. Polenz auf Phoenix am Donnerstag das bedingt durch den Werte-Flügel in der CDU in der Partei Krieg herrrscht.

gerhard hellriegel | Sa., 8. Februar 2020 - 09:27

Eine koalition (oder zusammenarbeit) ohne linke und afd kommt auf 39 von 90 stimmen, die rrg-koalition auf 42. Warum nun sich gerade die linke einer fdp-cdu-koalition (29 stimmen) anschließen soll mit einem mp kemmerich und nicht umgekehrt, bleibt das geheimnis des autors. Merke: meine scheuklappen, gute scheuklappen, deine ...

Armin Latell | Mo., 10. Februar 2020 - 12:38

Antwort auf von gerhard hellriegel

Herr Hellriegel, ist, dass MP Kemmerich demokratisch mit einer Mehrheit gewählt wurde. Ist doch wirklich nicht schwer zu verstehen.

gerhard hellriegel | Mo., 10. Februar 2020 - 16:52

Antwort auf von Armin Latell

Das haben weder Herr Grau noch ich bestritten. Es geht allein darum, dass Herr Grau der Meinung ist, der Schwanz müsse mit dem Hund wedeln, ich sehe das umgekehrt. Nebenbei: der Schwanz hat nur 26 Stimmen, da ist mir die Hand auf der Tastatur ausgerutscht :-)

Hans Jürgen Wienroth | Sa., 8. Februar 2020 - 09:34

Ich bin begeistert von diesem vollkommen richtigen Statement!
Der perfide Plan von Bodo Ramelows Koalition, CDU und FDP vorzuführen, ist Dank der tatkräftigen Mithilfe derer Bundesparteien aufgegangen. Die Gewinner standen von vornherein fest, Ramelow und die seinen konnten nicht verlieren.
CDU und FDP hatten nur die Wahl, Ramelow ins Amt zu verhelfen und damit gegenüber ihren Wählern wortbrüchig zu werden (der Spott der AfD wäre vorhersehbar) oder einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Der folgende Shitstorm der vereinigten Linken war eingeplant, um der eigenen Koalition zum Amt zu verhelfen.
Die Berliner Führungen von CDU und FDP sind auf diesen Plan hereingefallen und haben die Demokratie nachhaltig beschädigt, wie Sie richtig geschrieben haben.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 8. Februar 2020 - 09:53

Herr Kemmerich konnte NUR mit den Stimmen der AfD gewählt werden.
Immer mehr halte ich das Ganze in Thüringen für Proben des Ernstfalles, wenn man keinen CDU-Mann mehr durchbringt, aber evtl. eine kleine Grünenfraktion, also für Sachsen/-Anhalt oder dann den Bund.
Nun sind die Grünen im Bund aus eigener Kraft stark, nicht unbedingt im Osten.
KEINESFALLS glaube ich, dass Grüne selbst etwas mit solchen Überlegungen zutun haben.
Welche ThinkTanks kommen also dafür infrage?
Auch gefragt, welche Politiker* aus der je zweiten Reihe?
Parlamentarische Demokratie könnte immer mehr zum Vehikel werden, in der Bundesrepublik zuvor nicht verlautbarte Entscheidungen durchzubekommen oder etwa auch abgelehnte, denn dann, wenn die Grünen das kleinere Übel darstellen, trägt man deren evtl. entgleitenden Öko- und GuteWelt-Moralismus mit.
Herr Grau, wir haben evtl. eine weit größere Krise unserer parlamentarischen Demokratie, als Sie sich vorstellen könnten:
Tricks statt Politik

Felix Augustin | Sa., 8. Februar 2020 - 09:53

Endlich klare, vernünftige Worte. Allerdings, Herr Grau, hat auch der Cicero anfangs ins gleiche mediale Horn getrötet, zwar getarnt als Gastkommentar von Frau Strack-Zimmermann, aber ohne gleichwertige Gegenrede. Bzw. Hat die Redation durch Veröffentlichung des Artikels eine diskursive Richtung eingeschlagen, ob nun gewollt oder ungewollt. Sie hätten Frau Strack-Zimmermann ja auch nicht diese Bühne geben müssen... So bleibt ein Beigeschmack. Übrigens hat ein Herr Niebel,der ehemalige Minister, sehr deutliche Worte in einem Interview im ÖR gefunden, aller Empörung zum Trotz, die denen der Fdp-Frau diametral entgegenstanden. Aber es freut mich, dass die Vernunft wieder zurückgekehrt ist.

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 9. Februar 2020 - 09:13

Antwort auf von Felix Augustin

und FDP-verständnisvolle Moderator oder es verschlug ihm die Sprache wie mir.
Wenn die FDP so den "Unterschied" machen will, hätte sie den Auftrag unserer wundervollen parlamentarischen Demokratie m.E. evtl. nicht verstanden.
Da hat Herr Lindner aber noch zutun.
Darf ich etwa hier im Forum auch damit rechnen, dass "bei möglichem Oberwasser" Demokratie dann auch nur noch die eigene ist?

gabriele bondzio | Sa., 8. Februar 2020 - 10:00

in einigen Auslegungen zu, Herr Grau. Aber die Ursache liegt meiner Meinung wo anders.
Wenn man eine Partei bei Wahlen aufstellt und diese Partei als Alibifunktion benutzt. Je nach Sachlage verteufelt oder nutzt. Ist so etwas vorprogrammiert. Hat nicht von der Leyen auch nur mit den Stimmen rechter Partein gewonnen?
Das die AfD mal die Nase voll hat, ist menschlich zu verstehen. Wenn Ihnen ständig Jemand vor die Karre fahren würde, mit oder ohne Grund, wären sie sicher auch nicht begeistert.
Ich sehe zweifellos auch nicht Kemmerich als den Buh-Mann und einen Putsch in Erfurt.
Es war nur (obwohl man anders redete) in den Bundeszentralen (einschl. Merkel) abgemacht, dass Ramelow der Auserwählte ist! In der EU war es von der Leyen.
Die Wahl der Mittel in Thüringen gegen Kemmerich, ist prinzipiell zu verurteilen. Schon aus den Gewaltandrohungen vom linken Mob. Verfassungsmäßig ist nichts zu beanstanden.

Wilfried Düring | Sa., 8. Februar 2020 - 22:37

Antwort auf von gabriele bondzio

Eine Terror-Orgie der Gewalt rast durch Deutschland. FDP-Mitglieder werden beschossen, geschlagen, bedroht, beschimpft. FDP-Geschäftsstellen und Wohnhäuser einfacher Mitglieder werden zerstört, beschädigt, beschmiert.
Seit den unseligen Tagen der RAF hat Deutschland eine solche flächendeckende Gewaltorgie nicht mehr erlebt!

Anschlag in Barth (Vorpommern)
In Vorpommern wurde eine Frau incl. Kleinkind gezielt mit Feuerwerkskörpern beschossen. Das war versuchter Mord!
ich verlinke auf den Twitter-Account der betroffenen FDP-Juristin

https://twitter.com/PreislerKa/status/1226209089757360128

Vor der Frankfurter Paulskirche kam es zu Hetzjagden auf und Gewalt gegen FDP-Mitglieder. Ich verlinke zum offenen Brief eines JÜDISCHEN FDP-Mitglieds:

https://twitter.com/Arnd_Diringer/status/1226232878087929858/photo/1

'Ich habe 12 Jahre in Moskau in einer gesteuerten Demokratie gelebt, die von Leuten aufgebaut wurde, die in kommunistischen Kaderorganisationen sozialisiert wurden. Heute vergeht kaum ein Tag in Merkels Deutschalnd ohne Déjà-vu. ...
Was mir an Thüringen besonders Angst macht: Zum ersten Mal seit 1945 nehmen Schlägertruppen im verdächtigen Gleichtakt mit der Regierung durch Gewaltdrohung maßgeblich Einfluss auf Politik. Und die Medien schweigen. Kein Aufschrei. Wegsehen. Wie konnte es wieder so weit kommen? ...'

Ich zitierte den langjährigen Rußland- und Moskau-Korrespondenten des Focus, Boris Reitschuster. (Quelle auf twitter einsehbar)

Klaus Damert | Sa., 8. Februar 2020 - 10:12

Das eigentliche Problem ist die Forderung Merkels, diese Wahl zu korrigieren. Allerdings noch schlimmer ist, dass es seitens der "demokratischen" Parteien dagegen keinen Aufschrei gegeben hat. Wo ist auch die Stimme des Bundespräsidenten? Demokartie am Ende? Noch nie hat sich die herrschende Nomenklatura so nackt gezeigt.

der Bernd | Sa., 8. Februar 2020 - 19:37

Antwort auf von Klaus Damert

Da kann ich Ihnen nur voll und ganz zustimmen. - Und ich frage mich, ob es denn keine Institution, keinen Staats- und/oder Verfassungsrechtler gibt, der einmal untersucht, was die sog. etablierten Parteien und politischen Führer so treiben. Gibt es eigentlich auch in Deutschland ein Amtsenthebungsverfahren? Parteienverbote hat es ja immerhin schon mal gegeben. Und aus Brüssel vernimmt man nichts in puncto "Undemokratie" wie es z.B. Polen und Ungarn regelmäßig trifft.

Hans Page | Sa., 8. Februar 2020 - 10:22

Wir leben in seltsamen Zeiten. Warum erinnert mich das so fatal an die Fälschung der Kommunalwahlen 1989 in der DDR? Damals wusste man wie es ausgehen würde und hat einfach gefälscht. Heute macht man rückgängig und erzeugt unglaublichen Druck. Merkel hätte niemals die Brexit Abstimmung akzeptiert; man hätte einfach die Abstimmung für ungültig erklärt vielleicht aufgrund von Formalitäten. Wieso konnten die Demokraten der SPD und Grüne nicht einfach den gewählten MP unterstützen, warum muss es unbedingt Ramelow sein? Und wieso können CDU und FDP jetzt plötzlich die Wahl von Ramelow durch Stimmenthaltung tolerieren? Was wird da für den Bund vorbereitet? Eine CDU Minderheitsregierung die von den LInken toleriert wird?

Christa Wallau | Sa., 8. Februar 2020 - 10:23

in denen magisches Denken und apokalyptisches Beschwören von Schreckensszenarien lange Phasen der Hysterie bewirken konnten.
Man denke nur an den Hexenwahn oder an die
Aufwiegelung ganzer Generationen von Rittern und Adligen zu den Kreuzzügen.
Ja, Sie haben leider Gottes absolut recht, lieber Herr Grau: Intellektuelle Souveränität muß man heutzutage mit der Lupe suchen.

Was da in Erfurt passiert ist, dürfte nur ein Vorgeschmack dessen sein, was uns in Zukunft erwartet, nämlich dann, wenn die Jugend das Ruder übernimmt, die es offenbar nicht mehr
gelernt hat (Trotz bzw. w e g e n hoher Abiturientenzahlen!), sachlich und vernünftig zu argumentieren.
Kindisches Verhalten ist an der Tagesordnung.
Dazu gehört der vor die Füße geworfene Blumenstrauß ebenso wie das empörte Geschrei der Abgeordneten im BT, wenn ein Abgeordneter der AfD redet.
Dunke Zeiten sind das, die man längst überwunden glaubte. Von wegen! In Deutschland gehen die Uhren rückwärts, und das n i c h t bei der AfD.

Merke: Es gibt einen demokratischen Grundkonsens in der Bundesrepublik Deutschland. Die „Mitte“ macht keine gemeinsame Sache mit der AfD- auch keine Kooperation. Die gefährden nämlich mittlerweile die politische Kultur im Land.

Tomas Poth | So., 9. Februar 2020 - 17:15

Antwort auf von Bernhard Jasper

Die politische Kultur wird von den Merkel-Unterstützungsparteien gefährdet.

Liebe Frau Wallau,

wie immer, Ihr Beitrag brilliant. Wie schaffen Sie es immer wieder in so knappen Sätzen, des Pudels Kern exakt zu treffen. Wie gesagt, ich bin begeistert und kann nicht genug von Ihnen lesen. Ich würde Sie gern persönlich kennen lernen.

Politik-Experte Werner J. Patzelt kann in Erfurt folgendes Lehrstück erkennen: Linke und Grüne werden fortan Deutschland immer regieren oder mitregieren, während eine klare Politik rechts der Mitte auf Dauer ausgeschlossen ist. Ausnahme wäre, dass die AfD jemals mehr als die Hälfte der Parlamentsmandate erränge.
Damit wird am Volk vorbei regiert. Welche Partei hat nochmal die Volksentscheide unverhandelbar in ihrem Wahlprogramm?

Frau Merkel hat von Anfang so regiert, auch als es die AFD noch gar nicht gab: Atomausstieg gegen den Willen der eigenen Partei, um mit den Grünen ins Geschäft zu kommen. Der Ansatz hat ihr persönlich auch sehr genutzt, der Allgemeinheit eher nicht. Erst hat es die SPD zerfetzt, und dann die Union. Egal, Merkel und die Merkelianer machen weiter.

Jan Dutschmann | Sa., 8. Februar 2020 - 10:26

Postengeilheit, Geldgier und kein fachlich sachliches Verständnis kann sich nicht in einer Minderheitsregierung dauerhaft durchsetzen. Das derartige Politik endlich ist ist jener Politikerkaste klar, daher auch die Verbissenheit bei der Durchführung. Ein Erwachen der CDU ist mit der merkelschen Schlaftablette nicht zu erwarten und somit wird der eingeschlagene Weg mit der heraufziehenden Staatspleite bis an die Wand gefahren.

Jochen Röschmann | Sa., 8. Februar 2020 - 10:27

Sehr gelungenes Resumee aus bereits etwas zeitlicher Distanz!
Eins der Hauptprobleme ist der links-grüne Zeitgeist, der das Meinungs-Korsett in unserer Gesellschaft gleich einem Kabelbinder immer enger schnürt.
'You made my day', vielen Dank!

Christoph Kuhlmann | Sa., 8. Februar 2020 - 10:41

wie stark die Reaktion der Realitätsleugner und Politikverweigerer ausfällt. Tabus stehen auf tönernen Füßen, das hat die Wahl von MP Kemmerich gezeigt. Die Tatsache, das die AfD in Berlin keinen Tagungsraum findet um einen neuen Landesvorsitzenden findet, weil Hotels und Kongresszentren regelmäßig Morddrohungen erhalten ist auch nicht geeignet, die demokratische Glaubwürdigkeit der vereinigten Antifaschisten zu steigern. Vielleicht ist es ja Höckes perfider Plan, die " bürgerliche Mitte" als Verfassungsfeinde zu entlarven.

Achim de Jong | Sa., 8. Februar 2020 - 10:47

Demokratie lebt von Regeln, nicht von individueller Moral. Im Gegenteil, die Regeln stehen über der individuellen Moral, über der individuellen Weltanschauung. Diese Regeln sind niedergelegt in der Verfassung, in den Gesetzen und Verordnungen. Diese Regeln werden aufgestellt von einem in freier, gleicher und geheimer Wahl gewählten Parlament, wobei die Abgeordneten nur ihrem Gewissen verantwortlich sind.
Wer diese Regeln achtet ist ein Demokrat.
Die AfD ist eine demokratische Partei.
Selbst wenn, was nicht der Fall ist, die AfD eine geläuterte Nachfolgeorganisation der NSDAP wäre, nun aber, da geläutert, die demokratischen Regeln, zu denen auch die Beachtung der Menschenrechte gehören, befolgte, wo hätte sie alles Recht ins Parlament gewählt zu werden. DIE LINKE ist schließlich die Nachfolgeorganisation einer totalitären Partei und ist im Parlament vertreten. Die Kommunisten standen in der Missachtung der Menschenrechte den nationalen Sozialisten in nichts nach.

Öncü-Tüncher | Sa., 8. Februar 2020 - 11:13

Danke für ihren Kommentar; für ihre Reflexion der Geschehnisse - sich von dieser schwarz-weiss-hyper-Moral-Gebilde zu befreien - und damit auch uns eine Sicht außerhalb der mainstream Denkens zu öffnen.

Manfred Sonntag | Sa., 8. Februar 2020 - 11:41

Ein hervorragender Kommentar von Herrn Grau. Aber einen kleinen Nachtrag habe ich noch, denn eigentlich müsste weder Herr Kemmerich, Herr Mohring noch Herr Hirte zurücktreten, sondern Frau Dr. Merkel. Die Fakten:
1.) Auszug aus dem Handelsblatt vom 17.07.2019: "Ihren Wahlsieg hat Ursula von der Leyen vor allem den Rechtspopulisten zu verdanken. Denn die Stimmen aus den proeuropäischen Fraktionen hatten nicht für eine Mehrheit gereicht."
(https://amp.handelsblatt.com/politik/international/kommissionspraesiden…).
2.) Landtag in Erfurt: Die Wahl von Herrn Kemmerich als Ministerpräsidenten ebenfalls mit Hilfe von "Rechtspopulisten".

Siegfried Haas | Sa., 8. Februar 2020 - 12:07

Es klingt grotesk, gewählte "Demokraten" wollen durch kindisches Geschrei einen, wie ich annehme, nach gesetzlichen Regeln gewählten Ministerpräsidenten beeinflussen, damit er von seinem Posten zurücktritt. Vielleicht bin ich zu alt, um solche Maßnahmen zu verstehen. Herr Grau ich stimme Ihrem Kommentar zu, nehme jedoch nicht an, daß die Beteiligten zur Besinnung kommen. Wozu wird denn überhaupt gewählt?

Bert Dufaux | Sa., 8. Februar 2020 - 12:09

man darf nicht vergessen, dass das Szenario mit Herrn Kemmerich als Ministerpräsident in keinster Weise das Wahlergebnis widerspiegelt. Der Wählerwille muss auch noch eine Rolle spielen dürfen: Die FDP ist gerade mal noch so in den Landtag reingerutscht, also die kleinste Fraktion mit 5 Sitzen. Die stimmenmäßig größte Fraktion, die Linke soll sich also den Richtlinien der kleinsten unterordnen? Und man darf auch nicht vergessen, dass die Mehrheit der Thüringer (quer durch die Parteien) hinter Herrn Ramelow als Ministerpräsidenten stehen und ihn sich als solchen wünschen. Auch wenn diese Regeln nirgendwo verbindlich niedergeschrieben sind, gelten sie doch - alleine aus dem Anstand heraus, ein Wahlergebnis zu respektieren. Denn sonst könnte man sich Wahlen generell sparen, alle Parteien (auch die unter 5%) ins Parlament lassen und man sucht sich irgendeinen Politiker aus, der eine Regierung ohne Mehrheit führt, nur weil es technisch eben möglich ist.

Die Mehrheit der Bürger steht hinter Ramelow? Wieso haben sie ihn dann nicht samt seiner Partei gewählt? Herr Grau hat Recht, mit Intellekt, auch mit einfachem, muss man den Linken Sangesbrüdern gar nicht erst kommen. Das überfordert sie.

Monika Templin | Sa., 8. Februar 2020 - 12:09

An dieser undemokratischen Geste erkennt man eindeutig, was die Linken von Andersdenkenden halten! Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei hat es demonstriert. Da gab es keinen Aufschrei der Medien. Diese Art und Weise mit Demokraten umzugehen entlarvt die Linken als undemokratische Partei! Ich hoffe, dass man in Thüringen noch zur Vernunft kommt, aber meine Hoffnung wird wohl ein Wunschtraum bleiben - leider!

Ich würde sagen, diese Geste ist das, was Demokraten unter "wohltemperierter Grausamkeit" verstehen.
Affige Debatte angesichts dessen, was da in Erfurt passiert ist. Wenigstens bleibt Grau sich treu. Wer wöchentlich den nationalen Notstand ausruft, wegen Thunberg & Neubauer, der muss natürlich auch Schnappatmung kriegen, wenn ein Blumenstrauß nicht überreicht sondern zu Boden geworfen wird.
Dass Rechtsradikale und -extremisten zum ersten mal seit 1933 über die Regierungsbildung entschieden haben, scheint ihn hingegen nicht sonderlich zu beunruhigen...

Armin Latell | Mo., 10. Februar 2020 - 15:54

Antwort auf von Kai-Oliver Hügle

Dass Rechtsradikale und -extremisten zum ersten mal seit 1933 über die Regierungsbildung entschieden haben.... Woran glauben Sie das erkannt zu haben? Fakt ist, dass die Mauerschützenpartei dafür gesorgt hat, dass eine absolut legale, demokratische Wahl annuliert oder wiederholt wird. Im geistigen Bunde mit der Erbin Honeckers. Aber das ist ja ganz in Ihrem Sinne: Demokratie? Nein Danke.

Wenn der Kandidat der AfD im thüringischen Landtag im letzten Wahlgang keine Stimme bekommt und stattdessen der Kandidat einer 5%-Partei eine Mehrheit, dann muss man kein Mathematik studiert haben, um zu wissen, was hier passiert ist. Ob das Ganze abgesprochen war, ist meines Wissens noch nicht erwiesen, aber wundern würde es mich nicht.
Ich halte Höcke für einen faschistoiden Politiker und die AfD Thüringen für eine rechtsradikale Partei. Die Sünden der Ex-SED/PDS liegen in der Vergangenheit. Ramelow ist ein Wessi und hat mit dem Schießbefehl so viel zu tun wie Weidel mit sauber verbuchten Spenden.
Die AfD hingegen hat sich in den letzten sechs in einem Besorgnis erregenden Maße radikalisiert. Das zeigt sich auch in den Äußerungen vieler Foristen hier, die z. T. offen eine Annäherung an IDB fordern und selbst rechtsextreme Gewalt verharmlosen, wenn nicht gar entschuldigen.

Klaus Peitzmeier | Sa., 8. Februar 2020 - 12:25

Prognostizierte Ergebnisse einer Neuwahl: CDU 12, SPD 9, FDP raus, GRÜNE 6, AfD 34,LINKE 37 %.
Für dieses Ergebnis sitzen die FDP + CDU Gremien stundenlang zusammen? Und beraten darüber, wie sie am schnellsten in die Bedeutungslosigkeit gelangen? Statt die AfD Finte mutig u selbstbewußt zu kontern, um denen eine Lehre zu erteilen. Sie hätten die AfD mit Nichtbeachtung im Parlament bestrafen u einer couragierten Politik der Mitte zum Durchbruch verhelfen können. Sie hätten der AfD den Mittelfinger zeigen können. Das wäre eine Lehre für die AfD gewesen. Hätten GRÜNE,SPD u LINKE nicht mitgespielt, wären sie für die Notwendigkeit von Neuwahlen verantwortlich u als regierungsunwillig dagestanden. Viele der aus der Mitte der Gesellschaft kommenden Bürger hätten sich bei einer Neuwahl überlegt nochmal AfD zu wählen. Wann bemühen sich CDU u FDP endlich um die redlichen Wähler der AfD? Die FDP soll sich nicht um die letzten, kaum noch meßbaren SPDler bemühen. Die sind doch schon bei der AfD.

Prognosen sind schwerig - insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Als Ergänzung zu Forsa und ARD-Infratest die aktuellen Zahlen einer 'Blitzprognose' von Prognos für 'Neuwahlen' in Thüringen:

Linke: 36%
AfD: 27%
CDU: 12%
SPD: 6%
FDP: 6%
Grüne: 4%

Freie Wähler: 3%
Andere/Rest: 6%

Prognos war das einzige Institut, daß die Niederlage der Thüringer Grünen einen Tag vor der Wahl mit prognostizierten 6% richtig vorausgesagt hat.
DIe anderen Institute taxierten die Grünen damals bei etwa 8%.
Sollte prognos wieder Recht haben - bin ich sofort für Neuwahlen.
Die FDP gut behauptet, die Grünen draußen und insgesamt keine linke Mehrheit - besser geht es doch nicht!
Ich würde mich SEHR FREUEN, wenn die Thüringen Wähler den Grünen noch einmal mitteilen, daß diese im dunklen Osten keine echte Basis und daher NICHTS zu sagen haben -
und daß genau das bitte, bitte auch so bleiben soll und wird!

Wolfgang Tröbner | Sa., 8. Februar 2020 - 12:39

Gerade habe ich gelesen, dass die Linke sich gnädigst herablässt, den Genossen Ramelow wieder zum MP wählen zu lassen, vorausgesetzt, er bekommt von CDU und/FDP die erforderlichen Stimmen. Die Linke will also vorher sicherstellen, dass Genosse Ramelow (einklagbar?) auch vom sogen. bürgerlichen Lager gewählt wird. Die Linke im Verein mit Merkel (das ist die, die verkündete, die Ergebnisse der Thüringer Wahlen seien rückgängig zu machen) beweisen sehr eindrücklich, dass es sich hier um keine Demokraten handelt. Im Gegenteil. Sie zeigen, wohin die Reise geht - man ist im Begriffe, die DDR.04 zu installieren. Ich glaube, es war Goethe, der gesagt hat: "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf." Ich hoffe sehr, die Menschen im Lande hören den Weckruf.

Bernd Muhlack | Sa., 8. Februar 2020 - 18:37

Antwort auf von Wolfgang Tröbner

"DDR.04"?

Sehr geehrter Herr Tröbner, ob dieser Aussage, Bezeichnung fühle ich mich als bekennender Schalker diskriminiert, beleidigt!
Das grenzt an Rassismus, Faschismus.
Ich werde Ihnen eine kostenpflichtige Abmahnung/Unterlassungserklärung zustellen lassen, Adresse ist natürlich bekannt!

Sehen Sie Herr Tröbner, so schnell kann das passieren!

Ordnen wir mein Posting in die Rubrik "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" ein.

Man sollte Herrn Ramelow im 3.Durchgang wählen (einfache Mehrheit) und die AfD sollte komplett zustimmen.
"Ich nehme die Wahl an!"
Und Björn Höcke gratuliert schmunzelnd mit einem "Delikatess-Korb"
Thüringer Spezialitäten.
"Angela, wenn es möglich ist, lass diesen Korb an mir vorüber gehen!"

Das wird eine einzige "Polit-Posse" bleiben!

Herr Tröbner, DDR.04.
Diese shitstorms sind grausam, man hat keine Chance!

GLÜCKAUF an Sie!

(1:1 gg Paderborn is blöde, woll?)

Ein Lob an cicero-online ob der am SA-Nachmittag veröffentlichten zahlreichen Postings, weiter so!

Claus Maier | Sa., 8. Februar 2020 - 12:49

Bravo!

Heidemarie Heim | Sa., 8. Februar 2020 - 12:54

"Das da hat mir gerade noch gefehlt!" Diesen Satz
hörte ich immer von meiner Mutter wenn sie irgendwie unter Druck stand weil irgendwie noch was oben drauf kam an Ärger. Ich habe es hier aus dem Pfälzischen für Sie übersetzt lieber Herr Dr.Grau, denn bei Ihrem mir wohltuenden Artikel
erkannte ich, das ich diesen mir wohl vertrauten Satz auch positiv nutzen kann! Aller guten Dinge
neben Herr Schwennicke und Herr Kissler sind damit für mich Drei;-)
Bin gespannt wie Sie und andere über die eben reingekommene Meldung bezüglich der "Kündigungspolitik" von Frau Bundeskanzlerin
gegenüber ihrem nun Exbeauftragten Ost Herr Ch.Hirte befinden wegen seines unerhörten Glückwunsch-Tweets von Demokrat zu Demokrat! Fehlt eigentlich nur noch eine Bemerkung unseres Chefhistorikers zu dem unmöglichen Racheengel Trump, der die gegen ihn Aussagenden gefeuert hat um den Preis "Heuchler des Jahre 2020" zu erlangen! Ich brauche jetzt erst mal eine Dosis Vomex A, danach Val... MfG

Markus Michaelis | Sa., 8. Februar 2020 - 12:59

Wenn die AFD in genügend hohem Maße eine Nazi-Partei ist, müssen Brandmauern her und der Blumenstrauß war keine übertriebene Geste. Demokratisch ist das aber ein solch starker Schritt, dass sich jeder möglichst genau überlegen sollte, was der Nazi-Anteil ist. Auf Verdacht aller möglichen Anfänge zu wehren treibt die Politik auch in Extreme.

Das Vermeiden von Diskussionen scheint mir persönlich das Hauptproblem. Man hat sich bei Hauptthemen, vornedran wohl Euro, Europa, Migration, so klar positioniert, dass Diskussionen sehr schwer fallen. Andererseits kann man beim Euro nur hoffen, dass die "Süd-Produktivität" irgendwann aufholt. Für Europa und Migration klammert man sich daran, dass letztlich alle Europäer und Migranten ein gemeinsames Weltbild teilen, in etwa Artikel 1-18 GG. Die Realität scheint weit weg - Produktivität holt nicht auf, 1-18 reicht nicht und Weltbilder sind bunt. Darüber nachdenken geht nicht - es muss an Feinden liegen. So scheint es mir.

Michael Sachs | Sa., 8. Februar 2020 - 13:58

Sehr gut Herr Grau genau richtig, unsere Kanzlerin ist ja keine Kanzlerin sondern Mutti eines infantilen Kindergartens, genannt deutsches Parlament. Ein Tscheche hat richtigerweise gesagt Deutschland wird von Idioten regiert, ich denke es sind infantile Idioten. Wobei diese Reaktion eigentlich zu erwarten war wenn ich 20 oder 30 Jahre wie im Irrenhaus permanent alle AFD Wähler mit Überzeugung als Neonazis u. Faschisten bezeichne dann erschrecken die Faschistenjäger am meisten selbst wenn etwas gegen ihre Gefühle läuft, es besteht ja kein Verstand mehr sondern nur noch Moral u. damit kann kein Mensch ein Land regieren, tut mir leid aber das was Deutschland unter Merkel u. AKK der Welt als größte Industriemacht Europas bietet ist unterste Schublade, man kann nur hoffen das das vorzeitig endet alles andere ist unerträglich.

Paul Frei | Sa., 8. Februar 2020 - 14:23

Wer hätte denn ahnen können, dass alle AfD- Abgeordneten für den einzigen bürgerlichen Kandidaten stimmen würden, der eine reelle Chance hatte MP zu werden?
Jetzt werden schon vorbeugend Kommentare öffentlich in denen die Meinung vertreten wird, dass es etwas ganz anderes ist, wenn einige AfD-ler für Ramelow stimmen würden.
Oder nimmt Ramelow dann nur die Blumen aber die Wahl nicht an?

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 9. Februar 2020 - 09:24

Antwort auf von Paul Frei

gereicht.
Wahrscheinlich auch keine von den `bürgerlichen´ Parteien, einfach durch stetes Ringen um Mehrheiten.
SPD, das war für mich immer ein klares Bekenntnis zu unserer verfassten Gesellschaft, genannt parlamentarische Demokratie, geerdet und erhoben durch unser Grundgesetz und nicht das Schielen auf IRGENDWIE ereichbare Mehrheiten.
Die Linkspartei hätte es für mich eben doch nie sein können, aber deren demokratische Legitimation ziehe ich nicht grundsätzlich in Zweifel bis zum Beweis des Gegenteils.
So hielt ich es auch bei der AfD.
War es das nun wert, auf den unausgesprochenen Konsens zu pfeifen?
Die AfD hat sich massiv geschadet, leider die FDP auch.

Martin Höllriegl | Sa., 8. Februar 2020 - 15:03

Werter Herr Grau,
vielen Ihrer Gedanken folge ich gerne. Sie haben recht wenn Sie von erbärmlichen Gesten, vom gefühlten Staatsnotstand, vom Totalversagen der CDU und der FDP zu dieser "Sache" oder von der fehlenden intelektuellen Soluveränität berichten. Sie bemängeln zu Recht den auch meiner Meinung nach teilweise aufgesetzten antifaschistischen Furor.
Den hingeworfenen Blumenstauss der Schande halte ich erst in zweiter Linie für Politik, er ist denke ich vielmehr Ausdruck tiefster Frustration, Ausdruck einer zerstörten vierjährigen Mühe für gerechte Politik für Thüringen, Ausdruck einer Verwundung.
Natürlich spiegelt dieses Bild des hingeworfenen Blumenstausses der Schande am Boden liegend, eine absichtlich missverstandene und ins schlechte (kommunistische) Licht gerückte Linke. Geradeso könnte der Strauss der Schande auch eine als demokratiefeindlich und faschistisch denunzierte und verletzte Rechte bebildern. O tempora, o mores - um mit Cicero zu schliessen.

Tomas Poth | Sa., 8. Februar 2020 - 15:24

sagen so isses.

Günter Johannsen | Sa., 8. Februar 2020 - 15:36

Lieber Herr Grau, ich danke Ihnen für diese starken und entlarvenden Sätze: "Nie zuvor hat sich der selbstgerechte, bornierte und durchritualisierte Antifaschismus der Linken dermaßen selbst entlarvt."
Wenn man dann dazu weiß, dass Frau Hennig-Wellsow in der DDR als Tochter eines NVA-Hauptmanns aufwuchs, ihre Mutter im Innenministerium des DDR-Regimes arbeitete, als Antifa-Aktivistin nahm sie selbst am friedlich-brandschatzenden G-20-Gipfel-Aufmarsch teil.
Da weiß man doch, was man vor sich hat! Eine solche Dame sitzt im Thüringer Landtags-Parlament für die SED-Erben! Wen wundert nun
noch ihr hasserfüllter Auftritt gegenüber einem gewählten Ministerpräsidenten??! Mit diesem Auftritt weiß nun jeder auch in Thüringen, welche Demokraten in der Fraktion der sogenannten DIE LINKE mit Ramelow an der spitze sitzen. Der Ex-MP Ramelow ist damit ebenso wählbar (oder auch nicht), wie Kemmerich?!

Für mein Verständnis erbrachte die Landtagswahl in Thüringen den Endbeweis, daß die parlamentarische Demokratie mit unabhängigen Bürgervertretern der Vergangenheit angehört. Die Alternative dazu war eine Parteienautokratie, deren Parlamentsvertretreter die Erfüllungsgehilfen ihrer linken Eliten sein dürfen.
Was war geschehen?

In Thüringen wurde Thomas Kemmerich, FDP, demokratisch zum Ministerpräsidenten mit Unterstützung der AfD gewählt. Das Entsetzen in Berlin ist grenzenlos. Ein Tabu- bruch, von einer Schande für die Demokratie wird beklagt. Der Wahltag 05.02.2020 wird als "Schwarzer Tag für die Demokratie" verewigt werden. Der Grund ist klar. Herr Kemmerich wurde, wie oben genannt, mit den Stimmen der Thüringer AfD unterrstützt.
Meine rhetorische Frage : Was wäre geschehen hieße "Thomas Kemmerich" "Bodo Ramelow"?

Warum ist es für Merkel so wichtig, lieber einen Regierungschef aus der SED-Nach- folgepartei zu erhalten, die ebenfalls viele Nicht-Demokraten in ihren Reihen hält?

Ingo Kampf | Sa., 8. Februar 2020 - 16:23

Die etablierten Parteien verhalten sich hysterisch. Es ist wohl so, als ob von der AFD ein politischer Virus im Corona-Format ausgeht, der nur durch Quarantäne einzudämmen ist. Der von mir sehr geschätzte Autor hat gerade ein Buch über den „Politischen Kitsch“ geschrieben. Das Verhalten der etablierten Parteien passt 100% ins Raster. Es war ja nicht nur die desertierende Frau Bär, die sich gefreut hat. Auch der FDP-Vize Kubicki und der Ostbeauftragte Hirte zeigten sich erfreut über die Wahl. Na ja - Herr Hirte wurde von der (noch) Allmächtigen des Amtes enthoben. Herr Kubicki wird sich grinsend in die Ecke seiner Eigenmächtigkeit verziehen und den Shit-Storm auf Lindner leiten lassen. Unsere Kanzlerin zeigt so allmählich ihr undemokratisches Gesicht. Sie will Wahlen annullieren und entlässt Leute. Der Widerstand in der CDU wird wachsen. Spätestens nach der nächsten Wahl!

Werner Peters | Sa., 8. Februar 2020 - 16:33

Na Herr Grau, Sie setzen ja fast Ihr Leben aufs Spiel mit diesem Kommentar. Das geht ja nun gar nicht. Sie müssen schon politisch korrekt kommentieren, sonst trifft Sie auch der Bannstrahl aus Afrika und ihr Kommentar muss sofort "rückgängig" gemacht werden.

Gerhard Schwedes | Sa., 8. Februar 2020 - 16:33

Exzellenter Poliit-Jounalismus geht so: 1. Keine Scheu, den Zeitgeist zu demaskieren 2. Authentizität zeigen, indem man nicht davor zurückschreckt, zur eigenen Meinung zu stehen. 3. Die Gefahr auf sich nehmen, dass das die Tugendwächter einen dafür am liebsten dem Scheiterhaufen überantworten würden. 4. Zu einem guten Journalismus gehört natürlich auch eine gute Feder. - Alle vier Punkte haben Sie, lieber Herr Grau, vollauf erreicht. Allein schon der Begriff "Kampf-gegen-Rechts-Getue" reißt den Schwätzern der Altparteien die Maske vom Gesicht. Der Begriff ist es wert, in allen Ecken des Landes verbreitet zu werden. Damit werden die Nazi-Keulen-Schwinger ihrer eigenen Lächerlichkeit preisgegeben. Ein weiteres dickes Plus: In einem bürgerlichen Blatt - den "Cicero" halte ich für ein solches - die Frage zu stellen, ob sich die CDU mit der Totalausgrenzung der AfD einen Gefallen tut, ist ein großer Tabubruch, für den man sie steinigen wird. Gerade deshalb ist er ein Ausweis von Mut.

Bernd Muhlack | Sa., 8. Februar 2020 - 17:15

Diese Aussage ist an Größenwahn, Selbstüberschätzung und Inkompetenz nicht zu überbieten!

Aber warten wir es ab, diese Dame hat ja noch etwa 20 Monate Zeit zur weiteren Demontage.

Bei Anne Will ist morgen ein illustrer Kreis geladen; ich werde mal wieder reinschauen.
Kubicki, Kühnert, Weidel, Altmeier, Wagenknecht und eine Spiegel-Frau.
Das könnte lustig werden.

"Und die Kanzlerin hat gesagt... " der Lieblingsspruch von Bodyguard Altmaier.

...doch schon klar, wie das laufen wird. Meine Zeit ist mir zu kostbar, um mir mit Zeitanteilen 9:1 anzuhören, warum es wichtig wäre, nun geschlossen (AfD ausgenommen*) Ramelow zu wählen.
*) obwohl ... eigentlich sollte die AfD nun geschlossen Ramelow wählen ... mehr kann man dieses Vorgehen, das mir fast wie ein "Schmierentheater" vorkommt, nicht bloßstellen ;)

interessant wird tatsächlich Kubicki sein. Dirk Niebel war schon vom Kurs agewichen und vertritt die gleiche Meinung wie es Kubicki am Anfang tat, bevor er zurückruderte. Aus der Werteunion stellte sich die Vorsitzende bei "Deutsche Welle" klar gegen die Kanzlerin. Die Stimmen der Vernünftigen mehren sich langsam.

"Und die Kanzlerin hat gesagt"..., lieber Herr Muhlack. Was hat sie gesagt?
Bitte verraten Sie mir dieses. Dann kann ich mir heute Will´s illustren Kreis
ersparen. Oder doch? Frau Dr. Weidel, die einzige illustre Frau ist sehenswert.
Als einzige kluge, illustre Dame gegen Kubicki, Kühnert, Wagenknecht,Spiegel-
dame, Altmeier hoch zwei, W i l l . Der Herrgott wird´s schon richten.

… und die Kanzlerin hat gesagt …
ist schlicht eine Satzeinleitung seitens Herrn Altmaier.

Es bedarf danach lediglich bekannter Textbausteine, Worthülsen; eine konkrete, sachbezogene Aussage ist obsolet, eher schädlich … q.e.d.!

Wie schrieb Alexander Kissler einmal so trefflich?
"An Merkels Phrasenstrand herrscht niemals Ebbe."

Die Sendung war eine einzige Katastrophe!

Vorhin kuckte ich "hart aber fair".
Eine angenehme, sehr unaufgeregte Diskussion; es geht doch, oder?

Jürgen Keil | Sa., 8. Februar 2020 - 17:18

Die "Guten" des politischen Betriebs der Bundesrepublik haben sich in ihren Kampf gegen ein, nicht ganz so klar definiertes, aber konsequent bekämpftes Rechts, gegenseitig schon so hoch getrieben, dass sie sich, der Blumenstraußwurf zeigte dies, von sachlichen, rationalen Denken und Handeln schon weit entfernt haben. Auf Achse kommentierte ein Leser wie folgt: Franz Werfel schrieb in seinem 1946 veröffentlichten Roman „Stern des Ungeborenen” folgendes: „Zwischen Weltkrieg II und Weltkrieg III drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Und sie nahmen das, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Und Humanität schien ihnen jetzt der bessere Weg zu diesem Ziel. Sie fanden diesen Weg sogar weit bequemer als Heroismus und Rassenwahn. So wurden die Deutschen die Erfinder der Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit.“ Selbstlose Zudringlichkeit, sehr schön!

- das trifft das ganze Schmierentheater ziemlich gut! Am meisten beängstigt mich für die Zukunft der Demokratie Folgendes: Wenn fürderhin die AFD eine politische Person verhindern will, braucht sie nur geschlossen für diese Person stimmen. Wer soll denn, bitteschön, nach diesen Vorgängen dann noch eine Funktion annehmen, ohne sich unglaubwürdig bis lächerlich zu machen?? Es ist nicht die AFD allein, die die Demokratie massiv bedroht, es sind alle anderen Parteien samt und sonders, einschließlich der einschlägigen Presse mit ihrer Hysterie, mit der sie jeglichen Verstand totgeschlagen haben.

Heiner Grotenkamp | Sa., 8. Februar 2020 - 17:37

Nach Vorstellung des Merkelismus, seiner Linksgrünen Parteigänger, Staatsfunker und Leidmedien durfte Kemmerich nicht einmal kandidieren! Man stelle sich das plastisch vor: Es gibt demnach in Parlamenten erlaubte und es gibt verbotene Kandidaturen. Das ist die Chinesische Viererbande 2.0 schlechthin.

Denn zu kandidieren (erlaubt) , um eine Wahl nicht anzunehmen (Bedingung für die Erlaubnis) wäre blanker Zynismus und Volksverar*** --- aber eine absolut zutreffende Illustration der gegenwärtigen Demokratiesimulation in Bundestag und den Länderparlamenten.

Heiner Grotenkamp | Sa., 8. Februar 2020 - 17:41

Dank Ihrer hervorragenden Artikel sehe ich die Zukunft des Politjournalismus nicht mehr ganz grau in grau.

Bernd Windisch | Sa., 8. Februar 2020 - 18:14

Ein weiterer Grund den Cicero zu abonnieren. Sie führen eine exzellente Feder Herr Grau. Vielen Dank dafür!

Ingo frank | Sa., 8. Februar 2020 - 19:09

Leitartikel der Thüringer Allgemeinen von H. Hollitzer.
Herr Grau, ich glaube das letzte Wort zur MP Wahl ist noch nicht gesprochen. In o.g. Leitartikel wird folgendes beschrieben: H. Rammelow stellt sich im 1. Wahlgang zur Wahl. Die Abgeordneten von CDU u. FDP enthalten sich auf Weisung ihrer Parteioberen. Die AfD verhilft H. Rammelow zur absoluten Mehrheit und wird als MP von Thüringen mit den Stimmen der AfD gewählt. So weit in dem Leitartikel beschrieben.
Warum sollten Sie es nicht wagen? Die Anzahl der Stimmen der AfD muß nur so hoch sein das die Sache eindeutig ist. Nimmt H. Rammelow dann an? Wie reagiert die Blumenfrau?
Wenn das eintreten sollte ,wäre das ein ganz klassisches Eigentor. Auf die Reaktionen wäre ich gespannt.

Bernd Muhlack | Sa., 8. Februar 2020 - 19:34

Und plötzlich, von jetzt auf nachher tauchen weder Greta noch Luisa in den Medien auf!
Wie kann das sein?
Es geht doch um die Rettung der Welt!

Was ist dagegen Thüringen?
Selbst wenn ich wie "Aal-Jürgen" vom Hamburger Fischmarkt noch was draufkloppe (etwa das zurzeit en vogue befindliche Saarland), stinkt das im Vergleich zum Globus, der Kugel (oder doch Scheibe?) ab!

"Kuck mal: innerhalb von 2 min xxx CLICKS! Prima!"
Inzwischen ist eine Werbung von Fleurop auf der Site geschaltet; also wegen Blumensträußen.
Hagebau/Hornbach gesellen sich dazu!
"Der Frühling kommt! Jetzt den Garten vorbereiten!"
(Digitalisierung?)
Es gibt ja diese in Plastikfolie eingetüteten Blumensträuße bei den Discountern; direkt am Eingang oder an der Kasse.
"Rosen aus Kenia" für 1,89 €!
Von der Folie lächeln mich zwei "glückliche Menschen" an.

Lidl: Blumenstrauß
Prag: Fenstersturz

So langsam wird es hier in der Tat "anders".
Das möge ein/e/s selbst beurteilen.

"Das muss rückgängig gemacht werden!"
OHA!!!

Tomas Poth | Sa., 8. Februar 2020 - 19:46

wird in vielen guten Beiträgen dargestellt. Nur nicht in den bundesrepublikanischen Mainstreammedien, die vermauern sich in ihrer Wagenburg der Uneinsichtigkeit.
Wird es nicht Zeit erneut für die Demokratie auf die Straße zu gehen! Ein Zeichen Hunderttausender setzen gegen die Verblendung des Mainstreams!

Urban Will | Sa., 8. Februar 2020 - 20:44

durch eine solche „Erfurter Aktion“ ein MP Höcke verhindert worden, hätte man in diesem Lande eine Sternstunde des Parlamentarismus gefeiert.

So aber ist es wie Sie schreiben, Herr Grau. Totalversagen, Fehlen von Souveränität.

Die Fratzen kamen zum Vorschein.

Auch wenn „Weimar“ noch weit weg ist, ab diesem Tag habe ich für mich festgestellt, dass ein sehr großer Teil unserer politischen „Eliten“ eine Auffassung von Demokratie hat, die ich so nicht kenne und die ich auch nicht teile.

Wie soll es denn weitergehen, wenn die – keinesfalls verfassungsfeindlichen – Blauen irgendwann einmal doch mitregieren, oder gar den MP stellen?

Wird das Bundesland dann abgeriegelt? Aus der Republik geworfen?

Was für Blödsinn wird ihnen denn dann einfallen, den Elite - „Demokraten“?

Noch lache ich über diese Laiendarsteller in Sachen Empörung, aber es vergeht mir langsam.

Die regieren uns...

Dominik Roth | Sa., 8. Februar 2020 - 21:17

teile ich leider weitgehend.

Es passt zur Empörungskultur, was für ein bundesweites Theater hier inszeniert wird als Antwort auf eine unorthodoxe Variante gelebter Demokratie. Nicht durch die Wahl des Kandidaten einer demokratischen Partei rücken wir weiter weg von der Demokratie, sondern durch das fortdauernde parteiübergreifende Ignorieren und Bekämpfen legitimer Interessen weiter Teile der deutschen Bevölkerung. Es ist traurig anzusehen, dass man diese seit einem Jahrzehnt einer Partei überlässt, in der Menschen wie Höcke was zu sagen haben.

dieter schimanek | So., 9. Februar 2020 - 02:52

.....sind nicht nur die Akteure der etablierten Parteien, sondern allen voran der deutsche Michel. Landauf, landab das Geheule über den Coup der AFD ohne zu begreifen, das das was danach kam der Dammbruch war. Frau Merkel hatte mit Demokratie noch nie etwas am Hut und hatte das auch nicht nötig. Von Herrn Lindner hätte ich aber mehr Standhaftigkeit erwartet.

Walter Ranft | So., 9. Februar 2020 - 03:14

Ich habe "gefällt mir" angeklickt, lieber Herr Grau, weil Sie - wie so oft - sehr beachtliche Aspekte ansprechen.
An einem Punkt sage ich: Nee!
Was erwarten wir eigentlich von einer AfD, die im Bundestag in der Frage der Vizepräsidentenwahl permanent auf eine geradezu rechtlich untermauerte verächtliche Haltung stößt?
' Ihr dürft zwar - aber wir dürfen wir auch - s. § sowieso ..."
Die AfD Thüringen hat das in der Frage der Ministerpräsidentenwahl 1 zu 1 zurück gegeben. Wie immer die anderen das finden: Rechtlich zu beanstanden war hier gar nichts!
Demokraten sind hier vor die Aufgabe gestellt, die Aufgabe endlich zu lösen: Mit Anstand, mit Achtung, mit Respekt, mit einem erkennbaren Willen zur Auseinandersetzung statt zur Ausgrenzung. Dass die Grüne Roth da vorne sitzt, finde ich persönlich nicht wünschenswert; ist aber korrekt und in jeder Hinsicht zu respektieren.
Warnen muß man hier vor allem die sog. "Altparteien". Alle! Demokratie heißt "Ringen", nicht "Beharren".

Martin Höllriegl | So., 9. Februar 2020 - 18:38

Antwort auf von Walter Ranft

Ich bin völlig Ihrer Meinung, dieses Verhalten gegen+ber gewählten Volksvertretern ist einem Schande. Und ich bin kein Freund der AFD.

Englbert Rottenmoser | So., 9. Februar 2020 - 10:28

ein ausgezeichneter Kommentar, Herr Grau; auch die Kommentare der Leser finde ich gut.
Was mir allerdings fehlt, dass über das Verhalten der AFD kaum ein Wort verloren wird. Sie hat einen eigenen Kandidaten auch für den 3. Wahlgang aufgeboten, diesem aber keine einzige Stimme gegeben. Das ist Trickserei und politisch unanständiges Verhalten.

das nennt sich Absprachen, und ist von der AfD zum erstenmal in der politischen Geschichte der BRD, in Anspruch genommen worden.

Ernst Lacher | So., 9. Februar 2020 - 12:06

Die Wahl des neuen Ministerpräsidenten in Thüringen hat schon wieder gezeigt was
von der deutschen Demokratie zu halten ist.
Der Trick der AfD hat die herrschende Clique aufgeschreckt.
Jetzt muss die AfD offensichtlich mit noch mehr politischer Verfolgung rechnen.
Wer an Demokratie in Deutschland glaubt, der soll endlich die Augen öffnen.

Hans van Berend | So., 9. Februar 2020 - 12:13

Es kostet immer Überwindung , zu sehr emotional aufgeheizten
Themen Stellung zu nehmen.
Zu schnell wird man ab einem
formulierten Stichwort in eine
Ecke gedrängt , aus der dann
Der gesamte abgegebene Kommentar nur noch betrachtet wird.

Ich möchte die Äußerung von Herrn Peitzmeier " wann bemühen sich CDU und FDP um
die AF D Wähler " ergänzen :
Wann bemühen sich die Linken,
die Grünen und die SPD endlich
um einen europäischen
" Flüchtlingskonsens " der nicht
nur aktuelle Probleme berücksichtigt , sondern vorallem auch Probleme der
nähen Zukunft.

Es ist leider eine Tatsache , dass
wegen der Klimaproblematik
verstärkt dauerhafte Lösungen für Klimaflüchtlinge aufgestellt
werden müssen.

Mir ist bekannt , wie viel Ärger
sich Frau Wagenknecht
( und Herr H. Schmidt )
einhandelt , als Sie meinte :
" Wir ..nicht alle aufnehmen ".
Doch wenn die oben von mir angeführten Parteien zu dem Konsens nicht in der Lage sind ,
wird sich die " Thüringer - Problematik " auch auf andere
Wahlen ausdehnen

Alfred Simon | So., 9. Februar 2020 - 13:02

Zu Ramelow und Merkel, den Thyrannen schlich,
Kemmerich, die Mehrheit im Gewande.
Ihn schlugen viele Medien in Bande.
"Was wolltest du mit der Mehrheit, sprich"
Entgegnen ihm die von der DDR oben fürchterlich,
"Thüringen vom linken Sumpfe befreien"
"Das sollst du am Kreuze bereuen".

Merkel bringt nicht nur Kramp-Karrenbauer und
CDU,CSU auf Linie. Nach Linke und Grüne jetzt
auch noch die FDP.
Die und der linke Mob, zwingen Kemmerich mit
persönlichen Attacken zum Rücktritt.
Ein besonders geschmackloses Beispiel von Polit-
pöbelei und Demokratieunverständnis liefert die
Kommunistin mit dem Wurf des Blumenstraußes
vor die Füße von Kemmerich.
Es sollte längst einmal an der "linken" Patina von
vielen Medien gekratzt werden, um vielleicht mal
einen "rechten" touch zu senden.

Uwe Schröder | So., 9. Februar 2020 - 14:10

Ich frage mich die ganze Zeit, warum hat nur keiner 1933 den Mut gehabt, dem Führer Blumen vor die Füße zu schmeißen? Welches Leid von Millionen von Menschen hätte da verhindert werden können und was wäre uns heute vielleicht alles erspart geblieben.

Helene Kaiser | Mo., 10. Februar 2020 - 13:04

Antwort auf von Uwe Schröder

Haben Sie einen Ironiehinweis vergessen?
Sie wollen doch nicht ernsthaft Hr. Kemmerich mit Hitler vergleichen?

Hanno Woitek | So., 9. Februar 2020 - 15:38

dass Faschisten mit ihrem Verhalten auch einem Philosophen das denken verwirrend verzerren können.

Hans-Jürgen Tech | So., 9. Februar 2020 - 18:22

Der Faschismus ist auf dem Vormarsch.
Es ist höchste Zeit, dagegen einen Antifaschistischen Schutzwall zu errichten. (Für die Jüngeren: dies war in der DDR die offizielle Bezeichnung der Mauer, die verhindern sollte dass die Menschen aus dem Arbeiter- und Bauernstaat in den Westen fliehen.)
In der DDR wurde alles, was der Führung gefährlich werden konnte als faschistisch diffamiert. Das ging vom Arbeiteraufstand 1953 bis zur Bürgerrechtsbewegung der 1980er Jahre. Der heute leider wieder inflationär gebrauche Faschismusbegriff ist besorgniserregend. Er führt zur Relativierung der NS-Diktatur, zur Verteufelung des politischen Gegners und zu politischer Lähmung.

Klaus Funke | So., 9. Februar 2020 - 18:44

Um alles noch toller zu machen, rät die CDU-Führung ihren Parteikollegen in Thüringen, Bodo Ramelow zu tolerieren oder gar zu wählen, damit er nicht vom Beelzebub, nämlich der AfD, Stimmen bekommt, wie wiederum Gauland seinen Leuten rät. Nur so könne der Linke ein zweites Mal verhindert werden, denn die Stimmen der AfD reichen zur Exkommunikation. Das muss man sich mal, wie der Kabatettist Rolf MIller sagt, auf der Zunge vorstellen: Die CDU wählt einen Linken (oder fördert seine Wahl) und lehnt einen bürgerlichen Kandidaten wie Kemmerich ab!!! Wann wachen die westdeutschen CDU-Verbände endlich auf? Wann wird der Saustall in Berlin endlich ausgemistet. Das ist doch keine CDU mehr - die Partei der Einheit - das ist doch ein irrer Kuschelkurs mit der SED-Nachfolgerin. Wann endlich greift die Werte-Union zur politischen Waffe? Wann empfiehlt sich Merz als echter Konservativer? Es wird so laufen: Parteiloser Übergangs-MP - Neuwahlen - Rest: 3 Parteien CDU/AfD/Linke! CDU nur Juniorpartner

Maria Fischer | So., 9. Februar 2020 - 20:00

„Das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden“
klang für mich nach: „Mach es weg“.
Das ist leider zu spät, diese Frist ist abgelaufen.
Ansonsten bin ich relativ gelassen, jeder der eine Diktatur erleben musste weiß, dass die „Merkel Werbetrommler“ als Nächste dran sind.
Ein tête-à-tête mit Ideologen und Extremisten, egal welche Farbe sie gerade auftragen, endet immer in Abhängigkeit, Selbstaufgabe und Unterwerfung. Eine falsche Bewegung und Schwups sind sie "weggemacht". Fristgerecht!
Herr Kleber muss vielleicht demnächst sein Gehalt vor Kevin Kühnert rechtfertigen.
Auch eine interessante Aufgabe!

Hubert Sieweke | So., 9. Februar 2020 - 20:49

getarnten Schläger und Krawalltrupps erinnern deutlich an die Zeiten Ende der 20er Anfang der 30er Jahre. Man macht mit GEWALT und mit Drohungen gegen Politiker und Firmen deutlich Stimmung, wenn eine Entscheidung rechts der Mitte gefällt wird. Der Mob schlägt nicht nur gegen die AFD unwidersprochen zu, sondern auch gegen die FDP und die CDU. Und die letztgenannten knicken ein.... und ihre Kanzlerin macht gemeinsame Sache mit dem linken Rameloh. Warum dann noch wählen. Merkel weiß genau, dass ihr Anspruch, man müsse danach Neuwahlen abhalten, nicht ernst gemeint ist und nicht erfüllt werden soll. Erstmal gewählt, werden der CDU die tollsten Verdrehungen einfallen, warum man jetzt erstmal abwarten muss. Die Demokratie ist begraben worden, durch Merkel, der sich niemand mehr in den Weg stellt. Das lässt schlimmes erahnen. Sollte ihre Basis in der CDU schwinden, stehen die Grünen bereit, sie zur Königin ohne Macht zu machen. Am Schluß vereint sie sich mit den Linken, aus Tradition.

Sebastian Niemeyer | So., 9. Februar 2020 - 23:10

Das Resultat wird vermutlich ein sächsisches sein, der Bürger wählt konservativer als je zuvor und die Politik macht daraus den alternativlosen Auftrag für noch linkere Politik:
https://www.sniemeyer.de/eine-kurze-wahlanalyse/
Am besten macht man da einfache einen Witz raus, was soll man auch sonst tun, wenn alles so kafkaesk wird:
https://www.sniemeyer.de/chronologie-einer-katastrophe/

Reinhard Benditte | Mo., 10. Februar 2020 - 01:47

Die in der GroKo zusammengefassten Parteien haben zwecks Vermeidung von zukünftigen Fehlern bei der Wahl eines MP durch die unmündigen Abgeordneten folgendes vereinbart:

(1) Über die Erforderlichkeiten von Neuwahlen in den Bundesländern und deren Durchführung entscheidet der Koalitionsausschuss der GroKo unter Vorsitz von Frau Merkel.

(2) Eine Wahlwiederholung muss erfolgen, wenn das Wahlergebnis unverzeihlich ist. Frau Merkel beurteilt dieses alleine und nach freiem Ermessen, ob dies der Fall ist.

(3) Die Vorsitzenden der GroKo sowie Frau Merkel können nach eigenem Ermessen vorschlagen, wer in den Ihnen zugeordneten Bundesländern Ministerpräsident /-in wird. Anm.: Mit diesem Artikel wird der Vorschlag des ehemaligen SPD Vorsitzenden, Martin Schulz, Frau Schwesig zur Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern zu küren, legitimiert.

(4) Hinsichtlich aller Entscheidungen, die nach den vorstehenden Absätzen getroffen werden bzw. wurden, ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Norbert Heyer | Mo., 10. Februar 2020 - 05:25

Noch nie hat sich die CDU so verfahren, wie bei der Wahl des Ministerpräsidenten von Thüringen. Eine - berichtigen Sie mich, wenn ich Unrecht habe - demokratische Partei verhilft einem Außenseiter zum Ministerpräsidenten-Posten und die vereinigten Verlieren spucken Gift und Galle. Dabei war der Fehde-Blumenstrauß nur eine kindlich-dumme Trotzreaktion einer Frau, die demokratische Spielregeln nur dann akzeptiert, wenn sie ihrer Gesinnung nutzt. Aber jetzt war der Fuchs im Hühnerstall, die CO 2-Verbrauchende in Afrika schaltet sich ein und verlangt kategorisch, den „unverzeihlichen“ Fehler aus der Welt zu schaffen und alle schlagen die Hacken zusammen, um die Gunst der Kanzlerin nicht noch mehr zu strapazieren. Nach dieser Gemengelage brauchte die verfemte Partei ja nur bei einer erneuten Wahl Herrn Ramelow zu wählen, dann wäre auch er schwer infiziert und müsste aus hygienischen Gründen die Wahl leider ablehnen. Wie man sieht, wird aus der „Zwickmühle“ jetzt ganz schnell „schachmatt“.

dietmar thorhauer | Mo., 10. Februar 2020 - 12:37

Da schauen die selbsternannten Widerstandskämpfer gebannt nach "rechts", immer in der Erwartung, nun den "neuen Hitler" zu entdecken. Ist es der Höcke oder doch der Kemmerich? Genau weiß man es nicht aber vorsorglich werden die schwarzgewandten Schlägertrupps der sogenannten "Antifa" in den "Kampf" geschickt. "Gesicht" oder "Haltung zeigen" nennt man das dann, wahlweise auch "Aufstand der Anständigen". Was diese "Helden" offensichtlich nicht merken und wohl auch nicht merken wollen ist, dass sie sich schon längst in den Fängen der Neofaschisten befinden, von denen sie nach Belieben manipuliert werden. Bleibt abzuwarten, wie diese Geistesgrößen mal auf die Frage ihrer Kinder "warum habt ihr das nicht verhindert", antworten werden.