Wohin mit Ihrem Geld? - Aktien stinken nicht

Die grüne Revolution an den Aktienmärkten will nicht so recht beginnen. Skurriler noch: Unser Kolumnist Daniel Stelter zeigt, wie konventionelle Energieerzeuger aus den Steinen, die ihnen in den Weg gelegt werden, Paläste bauen könnten.

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Die schmutzigen Energien sind noch längst nicht abzuschreiben / dpa

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group (BCG). Sein neues Buch „Ein Traum von einem Land: Deutschland 2040“ erscheint am 10. Februar 2021.

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„Wann kommt denn nun die grüne Rally?“, wurde ich von der Redaktion gefragt. Obwohl US-Präsident Joe Biden ein Mega-Infrastrukturprogramm aufgelegt hat, das den Umbau in grüne Technologien finanzieren soll, und auch andere Industrienationen diesen Weg einschlagen, kommen die Kurse von Aktien und ETFs im Bereich der grünen Technologien nicht voran. Schlimmer noch: Während Energieunternehmen in diesem Jahr mit über 30 Prozent Kursanstieg weltweit die beste Branche waren, sank der Kurs von Firmen mit dem Fokus auf saubere Energien deutlich. 

Dieses Ergebnis überrascht allerdings nur vordergründig. Betrachtet man die vergangenen 18 Monate, lässt sich feststellen: Die traditionellen Energiewerte liegen noch immer unter dem Vor-Corona-Niveau, während die Unternehmen, die sich auf saubere Energie spezialisieren, eine signifikante Rally hingelegt haben und deutlich über dem Vor-Corona-Niveau liegen. Ein Beweis für die alte Börsianerweisheit: Buy the rumor, sell the news. Die Märkte haben früh erwartet, dass Konjunkturprogramme kommen und diese mit einem grünen Anstrich versehen werden.

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Norbert Heyer | Mi, 30. Juni 2021 - 07:30

Die geplante und (fast)weltweit propagierte Vergrünung der Länder wird in dem Moment an die Grenze des Wachstums stoßen, wenn die Kosten für die Menschen durch die Decke gehen. Deutschland -mal wieder das schlechte Vorbild- hat bis auf einige Reste fast seine gesamte Grundsicherung an Energie plattgemacht. Spätestens im kommenden Jahr werden die Probleme einer lückenlosen Energieversorgung erdrückend. Strom wird -nach den Willen der Grünen- zu einer angebotsorientierten Mangelware. Gleichzeitig Häuserdämmung und Wärmepumpen sowie immer mehr E-Autos werden den Energiemangel deutlich machen. Alle anderen Länder sind nicht so verblendet, ihre AKW und KKW abzuschalten, Frankreich hat durch Atomstrom wesentlich bessere CO 2-Werte als die Deutschen und zahlt dafür ungefähr die Hälfte an Stromkosten wie wir. Ja, Aktien von herkömmlichen Energieanbietern haben Zukunft, dann wenn der schöne Traum vom grünen Strom ausgeträumt ist und wir Milliarden in einen Turmbau zu Babel investiert haben.

Walter Bühler | Mi, 30. Juni 2021 - 10:35

Der Cicero sollte dem Investigationsprinzip seines Namenspatrons viel öfter folgen. Das Prinzip stellt den Realitätsbezug im Meer des Geschwätzes her, das uns überflutet.

Die Frage schließt sich an: "Was hat der Profiteur selbst unternommen, um den Profit einfahren zu können?" Wird er nicht in der Öffentlichkeit jene Stimmen unterstützen, die zum erwünschten Beschluss führen?

"Müssen sich Shell und andere aus dem schmutzigen Geschäft zurückziehen, stehen andere Anbieter in China, Russland und Saudi-­Arabien bereit." Nun, auch in anderen Ländern stehen sie bereit, etwa in den USA und in GB.

Jedenfalls sind sie daran interessiert, die Stimmen zu stärken, die mehr Restriktionen für die europäische spez. deutsche Industrie fordern. Sie sehen die Nützlichkeit des europäischen Narrativs von "Nachhaltigkeit" und von "Grüner Ökonomie".

Wer hat denn was dagegen, wenn die Konkurrenz in anderen Ländern von den eigenen Regierungen "nachhaltig" in Schwierigkeiten gebracht wird?

Gerhard Lenz | Mi, 30. Juni 2021 - 10:44

werden selbstverständlich in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
Die Schar der meckernden alten Männer (und einiger folgsamer Damen), die noch immer meinen, Autos wären umweltfreundlich und Kernenergie die ungefährliche, vielversprechende Energieform der Zukunft, wird spätestens in 10 bis 15 Jahren keine Rolle mehr spielen.
Sicherlich werden die durch den Menschen verursachten Klimaschäden zugenommen haben. Offensichtlich reagiert der Mensch immer nur dann sinnvoll, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt.
Dann hat man wieder nichts gewusst - ist doch immer das gleiche.
Dabei geht es gar nicht um das Wissen, das könnte sich ja jeder aneignen, sondern um die Weigerung, den eigenen Komfort aufzugeben, das festgefahrene Weltbild aufzuweichen und auf ein paar jüngere Schnösel zu hören - wo man doch selbst ein Hort von Lebenserfahrung und Wissen zu sein glaubt. Und überhaupt ist man viel zu träge, einen Beitrag zu leisten, der doch sowieso weniger als 2% von irgendwas ist...also Vollgas!

Ronald Lehmann | Do, 1. Juli 2021 - 13:15

In reply to by Gerhard Lenz

Das Nachhaltig wieder im Mittelpunkt stehen sollte, kein Problem Herr Lenz. Der Mensch war in diesen Punkt schon einmal weiter. Es ist ist doch die Macht in allen Bereichen, die die Gier entfesselt hat, immer mehr an Wachstum. Und dabei bleibt das Glück & die Zufriedenheit des KLEINEN Menschleins auf der Strecke. Ich habe z.B. noch nie verstanden, warum einer ein Haus mit mehreren Schlafzimmern & Bäder benötigt. Das einzige, wo ich ein "mehr" als Ökonom akzeptieren würde, wäre die Tatsache, alle zu groß gewordene "Zellen" zerteilen & vor allem in der Breite (wirtschaftl. & Import/Export gesehen, wobei Handel nur auf das sich beziehen dürfte, was hier nicht Existenz ist) aufstellen, damit Systeme bei Problemen nicht so anfällig sind, zumal Klima noch nie eine konstante Größe war. Dafür aber der Einfluss des Menschen in ALLEN Bereichen der Natur. Und wir haben uns die letzten 150 Jahre wie ....vermehrt (!!!), was das Hauptproblem der Veränderungen der Natur insgesamt betrifft. Nicht ...

Walter Bühler | Do, 1. Juli 2021 - 15:38

In reply to by Gerhard Lenz

.., , die trotz Ihres Alters fest mit der Jugend verklammert sind, sie stehen sich gegenüber als Hell- gegen Dunkeldeutschland. Sie, Herr(?) Lenz, stehen - wie könnte es anders sein - auf der Seite der strahlenden Zukunft: "Hell aus dem dunklen Vergangen leuchtet die Zukunft hervor."

In zehn Jahren wird es auf der Welt keine Atomwaffen, keine Atomkraftwerke und kein offenes Feuer mehr geben. Männer sind total out. Die Welt folgt dem Beispiel des grünen Deutschland. Nur Fahrräder und Akku-getriebene Elektroautos bewegen sich durch den Kurpark in der Mitte Europas, dessen immergrüne Parkanlagen von Wolf und Lamm durchstreift werden. Lastensegler tragen die Waren von Bio-Amazon über den blauem Himmel, sanft murmelnde Elektro-Drohnen bringen die Post und erzeugen dabei noch nachhaltige Energie.

Ja, man kann es verstehen: Inbrünstiger Glaube an das Paradies ist so viel schöner als dieses Meckern über die Realität! Lassen Sie sich nicht beirren und bleiben Sie fest in Ihrem Glauben!

Jochen Rollwagen | Do, 1. Juli 2021 - 13:05

sind allenfalls die Träume irgendwelcher Öko-Fantasten oder aber das Marketing eines Autoherstellers aus USA.

Wer sich damit beschäftigt, wie die "grünen" Solarzellen, Li-Ion-Akkus und Windräder hergestellt und verbaut werden, dem wird öko-mäßig eher schwarz vor Augen.

Warum in sowas investieren ?