Gentiloni und Von der Leyen
Paolo Gentiloni und Ursula von der Leyen wollen ein neues Wirtschaftsmodell für die EU / dpa

Transformation des Wirtschaftssystems - „Ökonomen sind keine Wachstumsfetischisten“

Die EU-Kommission will ihre Konjunkturanalysen um ein Maß des „Wohlbefindens“ ergänzen – ein Vorwand, um in das Leben der Bürger einzugreifen, meint der Ökonom Stefan Kooths. Im Cicero-Interview spricht er über die Missverständnisse der Wachstumsskeptiker und die Rolle des Staates in einer freien Wirtschaft.

Autoreninfo

Lukas Koperek ist Journalist und lebt in Mannheim und Berlin.

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Stefan Kooths ist Vizepräsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und Direktor des Forschungszentrums Konjunktur und Wachstum.

Herr Kooths, warum braucht es Wirtschaftswachstum?

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Gerhard Lenz | Di., 30. Mai 2023 - 11:56

So sollte man diesen Beitrag betiteln. Ökonomen sind keine Wachsumtsfetischisten? Das liest sich aber ganz anders.
Z.B.: Unsere Bedürfnisse sind unstilbar? Besonders jene, die von der Wirtschaft "geschaffen werden". Denn die muss ja verkaufen. Z.B. SUVs und die teuersten Mobiltelefone, die vor gar nicht allzu langer Zeit noch kaum einer brauchte.
Z.B.: Das Wohlbefinden ist an.....das Wachstum geknüpft. Und deswegen unverzichtbar?
Der nächste Widerspruch: Wachstum ist nicht notwendigerweise quantitativ. Aber: Energie- und Rohstoffpreise und mehr noch Verfügbarkeit sprechen für sich.
Viele Probleme sind auf Staatsversagen zurückzuführen? Richtig: Der Staat setzt den ordnungspolitischen Rahmen. Aber Unternehmensziele sind nicht identisch mit den Zielen einzelner Menschen. Die Klimakrise kommt in unternehmerischer Politik erst vor, seitdem die Politik darauf aufmerksam macht. Ob ausgerechnet der Markt die billige Energie, die die Menschheit braucht findet? Nur, wenn der Umsatz stimmt!

um teure Handys und SUV. Da gab es einen wunderschönen Ausdruck in der Planwirtschaft dafür: Konsumgüter. Natürlich müssen die da sein, ob es unbedingt 100 derte Handys braucht, steht auf einem anderen Blatt. Der Konsument entscheidet über das Produkt ob er es möchte o nicht. Wenn allerdings zu wenig Konsumgüter angeboten werden oder die die qualitativ hochwertig waren für Valuta verschleudert wurden, kommt die Ökonomie samt Politik in Schlieflage wie in der DDR.
Aber wenn eine leistungsfähige funktionierende Wirtschaft , flankiert mit entsprechenden Fachkräften neben Konsumgütern noch innovative Maschinen & Anlagen herstellt oder die Verfahren der Energiegewinnung revolutioniert und damit Wachstum erzeugt, was soll dagegen einzuwenden sein. I Ü auch das Sparen Material und die Forschung um dieses Problem erzeugt Wachstum. Selbst eine nicht links grün gesteuerte Energiewende hat Wachstumspotenzial. Was also ist so zu verteufeln wenn eine Wirtschaft wächst?
Mit freundlichen Grüßen aus

Hr Frank, absolut korrekt. Wachstum beruht auf technischem Fortschritt -weit gefasst. Da gehören auch medizin, Ressourceneinsatz, Erfindungen und Verbesserungen in der Infrastruktur dazu. Internet und Smartphone haben dazu auch beigetragen und verbessern Informationsprozesse. Auch Impfstoffe können technischer Fortschritt und Wachstumstreiber sein. Infrastruktur, in dem ich kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzen, schnellere Züge usw. Und natürlich macht ein neues Smartphone Sinn da es nun einmal wesentlich mehr und größere Funktionen bietet als der Knochen früher. Batterspeicher für Elektroautos mit höherer Kapazität können zu Wachstum beitragen. Ich erwähne gerade, da unser "Nationalökonom" Lenz natürlich das besser weiß, als die Experten. Bei corona und Klima meint er dann, wir müssten auf "die Wissenschaft " hören. Das zeigt dir einseitige Betrachtung von Wissenschaft und die ganze dümmlichkeit seiner Argumentation. Aber egal, da wird kein einziges Argument etwas ändern.

Hr Frank, absolut korrekt. Wachstum beruht auf technischem Fortschritt -weit gefasst. Da gehören auch medizin, Ressourceneinsatz, Erfindungen und Verbesserungen in der Infrastruktur dazu. Internet und Smartphone haben dazu auch beigetragen und verbessern Informationsprozesse. Auch Impfstoffe können technischer Fortschritt und Wachstumstreiber sein. Infrastruktur, in dem ich kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzen, schnellere Züge usw. Und natürlich macht ein neues Smartphone Sinn da es nun einmal wesentlich mehr und größere Funktionen bietet als der Knochen früher. Batterspeicher für Elektroautos mit höherer Kapazität können zu Wachstum beitragen. Ich erwähne gerade, da unser "Nationalökonom" Lenz natürlich das besser weiß, als die Experten. Bei corona und Klima meint er dann, wir müssten auf "die Wissenschaft " hören. Das zeigt dir einseitige Betrachtung von Wissenschaft und die ganze dümmlichkeit seiner Argumentation. Aber egal, da wird kein einziges Argument etwas ändern.

und davon war ja auch im Ursprungsbeitrag die Rede. Daran ist ja auch nichts zu kritisieren. Nur dürfen Sie mir in diesem Zusammenhang ein paar Fragen beantworten: Wie unterscheiden Sie qualitatives von bloß quantitativem Wachstum? Wie unterbinden Sie die Produktion von Gütern, die im Grund überflüssig wie ein Kropf sind?
Sie, Herr Frank, haben eine zentral gesteuerte und geplante Wirtschaft kennengelernt, mit bekanntem Ausgang.
Hier haben wir eine Wirtschaft mit beinahe maximaler wirtschaftlicher Freiheit. Jeder kann - innerhalb minimaler gesetzlicher Beschränkungen - im Prinzip unbeschränkt produzieren. Schafft er es noch, den Menschen sein neustes Produkt unterzujubeln, ist die Suppe gegessen. Hoch lebe das unbeschränkte Wachstum!

Die Folgen sind längst bekannt, auch wenn bestimmte Ignoranten noch immer halluzinieren, mit immer neuer Technologie trete automatisch auch immer eine weitere Erhöhung des Wohlstandes ein. Es gibt genug Gegenbeispiele. Und ein Raubbau an Ressourcen.

Schreiben Sie Ihre pamphlete nicht mit dem Smartphone? Vor 40 Jahren ging das noch nicht. Nennt man technischen Fortschritt. Man könnte auch ihre corona Impfung darunter erfassen. Oder leistungsfähige Batterien für Elektroautos. Internet macht Informationen weltweit schnell verfügbar.
Dann leben wir länger und müssen nicht zurück ins Mittelalter.
Das SUV heute verbraucht viel weniger Treibstoff wie die Autos in den 80er Jahren und ist Ressourcenschonend. Trägt auch zum Wachstum bei.
Aber sie sind ja gegen alles und für gar nichts und hätten auch das Rad und den Buchdruck abgelehnt, da dann die schreibstuben wegfallen. Die schöpferische Zerstörung im schumpeterschen Sinne führt zu Fortschritt und Wachstum und Verbesserung der Lebensverhältnisse.
Tja, manch ein forist sollte das Denken den Pferden überlassen, die haben einen größeren Kopf. Und der Rest müsste nicht immer laut lachen

@Herr Lenz, offenbar haben Sie einen anderen Artikel gelesen. Im Interview geht es nach meiner Lesart vorrangig darum, dass die EU-Kommission einen anderen Wachstumsbegriff einführen will. Nun soll nicht nur am deutschen, sondern auch am europäischen Wesen die Welt genesen. Das Ziel kann aber keine isolierte Null-Emissionsstrategie sein, sondern eine Strategie zur globalen CO2-Reduktion. Aber das haben Ihre GRÜNEN Freunde schon beim Atomausstieg nicht begriffen. Einfach zum Stichwort "Finnland und GRÜNE" googeln. Die Skandinavier sind wieder mal deutlich weiter als der fliegende Kinderbuch-Robert.

Die aber die wirkliche Macht will.
Und die wirkliche Macht lässt die Politiker-Marionetten nach ihren Vorstellungen & Interessen tanzen,
egal ob Euro, Flüchtlings-Politik, Im -& Export nach USA oder China, Corona, Energie & Klima wie Klima-Aktivisten, die bereits im Kindergarten den entsprechenden "Impfgeist" infiltriert bekommen. Nichts wird dem Zufall überlassen.
Und Politiker wie Scholz oder Habeck sind billige Handlanger der Macht, sonst wären sie bei ihrer Vorgeschichte schon längst gefressen worden. Olaf mit seinen vielen Skandalen & Robert mit seiner technischen Unfähigkeit - ALLES PLAN der wirklichen gesichtslosen Macht.
Und die hat das neue, korrupte Gerüst wie Fundament Europas geschaffen, damit Politiker, Medien & Juristen funktionieren, perfekt nach Marionetten-Art.

Und hier wurde nach 1990 alles Konservative vernichtet. Stabilität, Demokratie, Werte, Verantwortung, Moral &&&
& alte STELLWERKER aufs Abstellgleis manifestiert & nicht Abschwörende tagtäglich gesell. geächtet

Maik Harms | Di., 30. Mai 2023 - 12:44

Zitat Kooths:" Das Missverständnis besteht darin, dass es im ökonomischen Kontext weniger um quantitatives, sondern vor allem um qualitatives Wachstum geht."

Qualitatives Wachstum würde ich eher als "Entwicklung" oder "Evolution" bezeichnen, denn (nach Kooths Beispiel) es werden dann nicht mehr Güter, sondern besser angepasste produziert - allerdings dann ggf. mit mehr Ressourcen- und Energieaufwand und damit letztlich doch quantitativ wachsend.

Kooths hat wohl recht damit, dass unsere Bedürfnisse unendlich sind, aber die Kritiker haben recht damit, dass das Ökosystem (als geschlossenes) eben endlich ist. Es muss also beides her: Obergrenzen des Stoffdurchsatzes (wie beim CO2-Deckel) und qualitative Weiterentwicklung.

Martin Janoschka | Di., 30. Mai 2023 - 16:42

Antwort auf von Maik Harms

Autos verbrauchen weniger Treibstoff als früher. Neue Medikamente verbrauchen keine bzw kaum Ressourcen, allerdings stirbt man dadurch nicht mehr mit 40 sondern später, was den Ressourcenverbrauch erhöht. Wollen wir das wirklich verhindern? Intelligente Schrottsortiersysteme im recycling führen zu deutlich niedrigererem Ressourceneinsatz. Internet per se führt nicht zu einem höheren Ressourcenverbrauch, der dahinter stehende Speicher schon. Der war aber anfangs groß wie ein Kassettenrekorder und ist immer kleiner geworden.
Buchdruck, Eisenbahn, Auto, Internet sind sicher die mit bedeutendsten Erfindungen der letzten mehrere hundert Jahre plus die Fortschritte in der Medizin, Chemie und Physik.
Die Eisenbahn hat große Entfernung überbrücken gemacht. Sie hat auch zur industriellen Revolution beigetragen, verbraucht aber auch Kohle, erz, Stahl. Dennoch möchte ich sie und ihre Entwicklung nicht missen. Kunstdünger braucht viel Energie, hat aber die Nahrungsmittel Produktion gebooste

Martin Janoschka | Di., 30. Mai 2023 - 16:16

Klasse Artikel wieso Experten, der es genau trifft. Wachstum ergibt sich aus technischem Fortschritt, weit gefasst. Auch Verbesserungen in der Medizin gehören dazu, daher werden wir auch älter. Wer Wachstum ablehnt, lehnt auch Fortschritt ab, auch längeres leben der Menschen, Verbesserung ihrer Situation.
Ein writschaftswachstum von 2% führt dazu, dass der Lebensstandard sich innerhalb einer Generation, i.e. 35 Jahren, verdoppelt. Wer will das verwehren, insbesondere armen Ländern ,wo in ersten Phasen höhere Wachstumsraten erzielt werden. Aufgrund des weltweiten Wirtschaftswachstums seit den 90er Jahren hat sich die weltweite Armut drastisch vermindert.
Fazit: Wer gegen Wachstum ist, ist auch gegen technischen Fortschritt. Der möchte verhindern, dass die Lebensverhältnisse der Menschen sich verbessern. Der lehnt neue Erfindungen , Medizin, Prozesse ab. Letztlich ist nur ein Dummkopf gegen Wachstum. Diese Ansicht gilt eigentlich für alle Ökonomen- links wie rechts.

Ronald Lehmann | Mi., 31. Mai 2023 - 11:33

Welche Vorraussetzungen müssten bestehen, damit zukünftige Probleme gemeistert werden & nicht nur abgewickelt wie demontiert wird.
1. Bildung & Vermittlung von Weisheit dies ein Leben lang parallel zur Arbeit

2. Die Karriere muss wieder wie früher ganz unten anfangen (auch ein Firmenchef sollte mal z.B. Wäre annehmen) & treppenförmig funktionieren

3. Jeder kann/darf nur das ausfüllen, was er gelernt hat, damit der Bock nicht zum Gärtner gekürt wird

4. Nahrungs-Mittel dürfen nur soviel importiert werden, wie exportiert.
Es muss endlich Schluss sein, dass mit Nahrung Gewinne gemacht werden

5. Keine Flüchtlingspolitik mehr, da Menschenhandel
Im Gegenzug werden die Flüchtlinge gezwungen, sich zu bilden, sonst ab zurück auf Los
UN-Hilfeleistungen dürfen nur noch im Form von Bildung erfolgen
Politiker dürfen nur geringes Mitsprache-Recht in der Bildung haben

6. Ein Gesetz zur Verpflichtung zur Langlebigkeit-Garantieleistg von Konsumgüter, um
"was lange hält bringt kein Geld",
zu beenden