Das EU-Parlament will den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. Blick unter die Motorraum eines Verbrenners mit Sechszylinder Dieselmotor.
Das EU-Parlament will den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. Blick unter die Motorraum eines Verbrenners mit Sechszylinder Dieselmotor. / dpa

Kompromiss beim Verbrennungsmotor - „Ein Verbot wäre fatal für die deutsche Industrie“

Die Ampel-Koalition hat sich im Streit um ein mögliches Aus für Verbrennungsmotoren geeinigt. Demnach sollen Autos mit Verbrenner auch nach 2035 noch zugelassen werden, wenn sie klimafreundliche Kraftstoffe nutzen. Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender des Automobilzulieferers ElringKlinger, begrüßt den Kompromiss. Ein Verbot würde Deutschland ohne Not in einen Wettbewerbsnachteil treiben, sagt er.

Ulrich Thiele

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Dr. Stefan Wolf ist Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG, die als Automobilzulieferer tätigt ist. Seit 2020 ist er zudem Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

Herr Wolf, die Ampel-Koalition hat sich während der laufenden EU-Verhandlungen auf eine gemeinsame Position beim möglichen Aus von Verbrennungsmotoren in Europa geeinigt. Demnach sollen Autos mit Verbrenner auch nach 2035 noch zugelassen werden, wenn sie klimafreundliche synthetische Kraftstoffe, E-Fuels, nutzen. Was halten Sie davon?

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Fritz Elvers | Sa, 2. Juli 2022 - 18:01

wäe ja nur dann legitim, wenn auch 100% CO2-freier Stom zur Verfügung stünde. Dies ist aber bis 2035 nicht erreichbar, zumal ohne AKW in Deutschland.

Also mal wieder so eine typische EU-Denkleistung. Oder hat man an klimaneutrale Holzvergaser gedacht?

Tja, was sagt der Energieexperte dazu? Die Autoindustrie ist ja vielleicht nur die eine Seite der Medaille, die andere wären z.b. die derzeit verdammten Ölheizungen?
Eine Pellet- Heizung, wie derzeit angepriesen, kann ja wohl auch nicht im Sinn des Erfinders sein? Oder sollen Thüringer- und Schwarzwald abgeholzt werden? Wir sind gerade unserem Schwiegersohn,Eigentümer HLS Firma gefolgt, der für uns eine Förderung f. eine Wärmepumpe mit 75 Grad Vorlauf beantragt hat. Bleibt trotzdem ein Eigenanteil von rd. 15.000€ Für uns. (200% unseres letzten Ölkessels)Vor der Photovoltaikanlage haben wir erst einmal Abstand genommen. 30.000 ohne Förderung war uns schlicht zu viel. Vielleicht bereuen wir‘s? Wenn in 2 Jahren ein Brot 5000 € kostet. Weis mann‘s.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Fritz Elvers | So, 3. Juli 2022 - 16:45

In reply to by Ingo Frank

das ist nichtmal richtig falsch (W. Pauli).

Wärmepumpe ist immer richtg! Strom gibt es immer, notfalls aus Braunkohle oder Polen. Bei Zappelstrom ist alles halb so wild, Sie haben ja einen Wärmespeicher, oder sogar einen 2-Phasen-Salzspeicher.

Pellet- Heizungen stinken wie das Ruhrgebiet in den 60iger Jahren, als meine Mutter draußen keine Wäsche aufhängen konnte. Wenn bei uns die gasbetriebene Fernheizung am Ende ist, komme ich zum Aufwärmen zu Ihnen. Einen Winter werde ich es in Thüringen schon aushalten. Schließlich war ich auch mal in Jena, bei VEB Carl Zeiss.

Karl-Heinz Weiß | Sa, 2. Juli 2022 - 18:42

Ein wohltuend sachliches Interview. Bitte befragen Sie in nächster Zeit auch Firmenvertreter, die mit Saudi-Arabien, Katar und anderen von Herrn Habeck besuchten Ländern zusammenarbeiten, wie diese die Situation beurteilen.

Detlev Bargatzky | Sa, 2. Juli 2022 - 21:06

... Industrie-Unternehmen während der Merkel-Zeit.
Getreu dem Motto "Kommt Zeit, kommt auch das Vergessen" wurden während dieser Zeit so ungefähr jede EU-Vorgabe, der auch die jeweilige Merkel-Regierung zugestimmt hat verzögert, ignoriert. Ich denke an den verbindlichen Einsatz von bestimmten Kühlmitteln in den Kfz-Klimaanlagen oder auch nur die Trickserei mit den Abgaswerten bei Dieseln und wahrscheinlich bei anderen Motoren.

Über die vielen gescheiterten Selbstverpflichtungen der deutschen Industrie sind wahrscheinlich schon dicke Bücher geschrieben worden.

ich glaube, die Merkel-Regierungen haben kein einziges selbstverkündetes Umweltziel erreicht.

Wurden die Regierungen für ihre Ergebnisse in Sachen Umwelt oder Klima jemals ernsthaft durch die Medien kritisiert? Ich glaube nicht.

Und deshalb sehe ich auch jetzt schon das Scheitern der deutschen Regierungen in Sachen Umweltziele.

Sie werden einzig die massive Energieverteuerung für den Normal-Bürger schaffen.

Marc Schulze | So, 3. Juli 2022 - 00:07

….wenn es in 12 Jahren in der EU nur 10-12 % E Autos gibt? Ich kenne niemanden, der sich die Nachteile aufladen will, und die 12,5%, die wir in D an EZulassungen haben, werden ohne Subventionen ziemlich sicher weniger werden. Ich könnte mir vorstellen, dass es 2035 ziemlich Randale geben wird, wenn man nur noch teure E Autos kaufen kann und die einen ohne Ladestruktur nichts nützen. Die Medien tun immer so, als wäre die E Mobilität schon gebucht und sicher und in trockenen Tüchern. Ich seh das nicht so. Efuels wird niemals was für die Masse werden. Der hohe Energieeinsatz ist physikalisch bedingt. Da kann sich nicht so viel ändern, dass es ökonomisch wäre. Alles in allem: Ich tippe auf Krawalle, gegen Dienste Gelbwesten ein Kindergeburtstag waren.

ingo Frank | So, 3. Juli 2022 - 13:43

In reply to by Marc Schulze

So lang der deutsche Michel noch vor einigermaßen gefüllten Regalen ob Bau- od. Lebensmittelmärkten steht und er satt wird und es mehrheitlich noch bezahlen kann. Erst wenn es der gesamten Mittelschicht ans Leder geht, wird der Mops- Michel wach. Ja, und dann wird’s radikal, da mögen Sie Recht haben Herr Schulze
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Gerhard Lenz | So, 3. Juli 2022 - 13:36

eines Automobilzulieferers.

Wenn die Regierung sich nicht den Interessen eines bestimmten industriellen Klienteles beugt.

So wie man im unternehmerische Bereich "wusste", dass der Mindestlohn zum definitiven wirtschaftlichen Kollaps führen würde Wie zuvor die betriebliche Mitbestimmung. oder noch früher das Streikrecht.

Selbstverständlich beanstanden bestimmte wirtschaftliche Interessengruppen eine Politik, die nicht ihren Unternehmenszielen entspricht. Das ist ihr gutes Rechts.

Aber die Politik hat die Interessen aller Deutschen zu berücksichtigen. Und nicht nur jener in Vorstandsetagen und Aufsichtsräten, die sofort mit dem Holzhammer "Entlassungen" drohen.

Tomas Poth | So, 3. Juli 2022 - 20:59

Viel Hirn war bei dem Entschluss nicht anwesend, aber viel Wunschdenken mit Hoffnung auf neue Geschäfte mit dem E-Mobil, also Wachstum mit neuen Produkten. Verbrenner ist langweilig, gibt es schon viel zulange gelle ;-)) ;-)).
Wenn es tatsächlich um CO2-Emission ginge, hätten wir schon seit den 90ern weltweit den PKW-Motor mit 2 Liter/100 Km vorgeschrieben, VW hatte ihn eine Zeitlang im Angebot. Der Ölverbrauch und die CO2-Emissionen wären direkt im Verkehrsbereich um 75% reduziert worden. Also 30 Jahre verpennt? Nein, es geht gar nicht um die CO2-Emissionen. Der "Westen" schafft sich neue Home-Märkte mit neuen Produkten, während der Rest der Welt im alten Stil weitermacht.
Für die CO2-Bilanz bringt das gar nichts. Der Rest der Welt steigert, verdoppelt, vervierfacht seine CO2-Emissionen.
Wir schießen uns derweil ins Knie.