Montagearbeiten an der Tragkonstruktion einer Logistikhalle / dpa

Demographie als Wachstumsbremse - Unser Wohlstand ist in ernster Gefahr

Wirtschaftsminister Robert Habeck hat heute den Jahreswirtschaftsbericht vorgestellt. Die Lage sei besser als erwartet, so das Fazit. Unser Gastautor sieht allerdings keinen Grund für Entwarnung: Mit der demographischen Entwicklung komme ein gewaltiger Sturm auf die deutsche Wirtschaft zu.

Autoreninfo

Joachim Weimann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Magdeburg.

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Dass Deutschland ein demographisches Problem hat, wissen wir schon lange. Schon Norbert Blüm sah sich genötigt, immer wieder zu betonen, dass die Rente sicher sei, weil schon zu seinen Zeiten absehbar war, dass die Bevölkerungsentwicklung nicht gerade ein Freund des umlagefinanzierten Rentensystems ist. Seit dieser Zeit ist der demographische Wandel im öffentlichen Bewusstsein fest mit der Rentenfrage verknüpft. Nicht zu unrecht, denn wenn erst einmal alle Babyboomer in Rente sind, könnte der Bundeszuschuss, den die Rentenversicherung braucht, um finanziell klar zu kommen, die Hälfte des gesamten Bundeshaushalts in Anspruch nehmen. Derzeit sind es „nur“ 20 Prozent.

Das tückische an der demographischen Entwicklung ist, dass sie uns lange Zeit eine demographische Dividende beschert hat und deshalb von einem Problem nicht die Rede sein konnte. Die Babyboomer tragen die deutsche Wirtschaft bis heute und es gab vergleichsweise wenig Alte und Junge, die nicht mehr bzw. noch nicht erwerbstätig waren und die deshalb alimentiert werden mussten. Unter anderem deshalb ist der Beitrag zur Rentenversicherung in den letzten Jahren eher gesunken als gestiegen. Aber jetzt erreichen die Babyboomer die Altersgrenze und sagen dem Arbeitsmarkt scharenweise „Goodbye“.   

Mangel an Arbeitskräften

Die Entwicklung des Bundeszuschusses zeigt, welche Dynamik die anstehende Verrentung der Babyboom-Generation entfaltet. Was oft übersehen wird, ist, dass diese Dynamik nicht nur die Rentenversicherung betrifft, sondern vor allem auch den Arbeitsmarkt – und davon geht eine noch größere Gefahr aus, als von der stark steigenden Rentenlast. Ein gängiges Narrativ dazu sagt, dass die Renten leicht zu finanzieren sind, wenn die Produktivität der Beschäftigten entsprechend steigt. Ist damit zu rechnen, wenn die Anzahl der Beschäftigten dramatisch zurückgeht? Die Antwort hängt davon ab, wie wir mit dem Schock, der auf uns zukommt, fertig werden.

Schon heute suchen viele Unternehmen händeringend nach Arbeitskräften. Vor allem qualifizierte Menschen sind schon jetzt Mangelware. An den Universitäten drängeln sich die Personalmanager und buhlen um die Absolventen fast aller Studiengänge, und die Handwerksbetriebe können schon lange nicht mehr alle Lehrstellen besetzen. Aber das ist nur ein laues Lüftchen vergleichen mit dem Sturm, der in den nächsten Jahren den Arbeitsmarkt leerfegen wird. Dann wird sich der Mangel an Arbeitskräften als eine massive Wachstumsbremse erweisen. Und ohne Wachstum wird es sehr schwierig, das Wohlfahrtsniveau nicht nur der vielen Rentner zu halten.

Gezielte Einwanderungspolitik

Was könnte man dagegen tun? Es gibt drei Stellschrauben, an denen sich drehen lässt. Alle drei haben ihre Tücken. Als erstes ist die Lebensarbeitszeit zu nennen. Alle Rentenexperten sind sich einig, dass wir um eine Verlängerung nicht herumkommen. Das Problem: Alle wissen, dass wir länger arbeiten müssen, aber keiner will länger arbeiten.

Frankreich erlebt gerade eindrucksvoll, was passiert, wenn eine Regierung an dieser Stellschraube dreht. Auch wenn die Proteste in Deutschland sicher weniger massiv wären, zu einem Lieblingsthema der Politik wird sich die Arbeitszeitverlängerung sicher nie mausern. Die zweite Stellschraube ist die Einwanderung. Notwendig und hilfreich wäre in jedem Fall, wenn eine gezielte Einwanderungspolitik dazu führte, dass Deutschland in die Lage versetzt wird, weltweit nach qualifizierten Arbeitskräften zu suchen.

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Man kann sich sehr viele Maßnahmen vorstellen, die dazu geeignet wären: Anwerbe- und Qualifikationszentren in anderen Ländern, intensive Betreuung und weitgehende Hilfestellungen bei der Integration im Inland, eine offensive Aufklärung der deutschen Bevölkerung über die Vorteile, die mit steigender Migration verbunden sind, und vieles andere mehr. Aber die Migration ist ein Thema, das in Deutschland seit langem eher negativ besetzt ist und bei dem Vorurteile tief verankert sind. Diese anzupacken hat die Politik in der Vergangenheit immer wieder versucht, ist aber oft gescheitert.

Die dritte Stellschraube ist der „arbeitssparende technische Fortschritt“. In der Vergangenheit stand eben dieser oft im Verdacht, Jobs zu vernichten und deshalb Arbeitslosigkeit zu verursachen. Dieser Verdacht hat sich nicht erhärtet. Im Gegenteil. In den letzten 15 Jahren, in denen der technische Fortschritt nun wirklich nicht zum Stillstand gekommen ist, stieg die Anzahl der Beschäftigten in Deutschland kontinuierlich an und ist heute auf einem Rekordniveau. Dazu beigetragen hat die Tatsache, dass wir den technischen Fortschritt dazu genutzt haben, die Arbeitszeit zu verkürzen. Damit dürfte es vorbei sein – siehe oben. Wir müssen einen technischen Fortschritt erzeugen, der dazu führt, dass die Arbeit, für die wir keine Menschen mehr haben, von Maschinen und vor allem von Computern gemacht wird.

Die Drohung ernst nehmen

Ein zentrales Element ist dabei die Digitalisierung. Leider ein Thema, bei dem Deutschland auch nicht gerade eine gute Figur macht. Im Gegenteil. Digitalisierung heißt bei uns oft nur, dass ein Formular in ein PDF umgewandelt wird. Ein wichtiger Grund dafür, warum wir auf diesem Gebiet nicht wirklich vorankommen, ist der Konflikt zwischen Digitalisierung und Datenschutz. Im Zweifelsfall gewinnt den letzterer. Ein sehr beeindruckendes Beispiel dafür liefern in diesen Tagen die Finanzämter bei der Neuregelung der Grundsteuer. Die Besitzer von Immobilien müssen ihre Grundsteuererklärung selbst anfertigen, obwohl die Finanzämter alle Daten, die dazu notwendig sind, in ihrem Besitz haben.

Aber sie dürfen sie nicht verknüpfen und sind vermutlich technisch dazu auch gar nicht in der Lage. Im Ergebnis müssen sich Millionen Bundesbürger mühsam Fähigkeiten aneignen, die sie genau einmal in ihrem Leben brauchen – bei dem Versuch, die entsprechenden Formulare richtig auszufüllen. Nein, Digitalisierung ist wirklich noch nicht unsere Sache. Aber wir müssen sie ganz schnell dazu machen, denn der technische Fortschritt ist vermutlich unsere schärfste Waffe gegen den Wohlstandsverlust, der uns droht. Wir müssen anfangen, diese Drohung ernst zu nehmen.

Ingo Frank | Mi., 25. Januar 2023 - 18:02

Wenn ich dieses „Gebärmel“ der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft & der Jurnallie höre kommt mir der Kaffeedeckel aber so etwas von hoch ! !
Nur einige Anmerkungen:
1. Es ist im Buntland doch so, dass sich die erwerbsfähigen Menschen die NICHT arbeiten, mit den offenen Stellen die Waage halten. Statt in Anwerbung lieber in Bildung & Weiterbildung investieren.
2. Das Lohnniveau passt nicht mehr da der Niedriglohnsektor viel zu groß ist.
3. Umdenken von mehr Freizeit in mehr Arbeit
4. ich weiß es nicht ob’s noch so ist. Ich geh aber davon aus.
Warum um alles in der Welt, haben AG das Recht, bei über 50 jährigen nur Arbeitverträge mit Befristung anzubieten wenn bis 67 (70?) gearbeitet werden soll?
Da scheint doch der Bedarf an AK, oder geht es nur um billige AK , doch nicht so hoch zu sein wie vorgegeben.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

es geht um billige Arbeitskräfte!

Der linke (A-)Sozialstaat belohnt die, die es sich in der sozialen Hängematte bequem machen, er fordert nichts, schützt sie nach Kräften, weil angeblich schwach, was der Großteil nicht ist. Der Abstand zwischen Niedriglohnsektor und Hängematte ist so gering, daß sich Arbeit für viele nicht lohnt. Das verteuert den Faktor Arbeit, weil Lohnnebenkosten steigen und reduziert die Kaufkraft der Arbeitenden, weil Abgaben zu hoch sind.

Dazu noch das massive Problem der aus arabisch-afrikanischen Ländern Zugereisten, die mehrheitlich vom Staat leben ohne Willen, Perspektive oder Forderung auf bzw. nach Integration! Zahlen bekommt man nicht, weil Michel nicht wissen darf, wen er hier alles auf seine Kosten durchfüttert! Gerade gelesen, Messerattacke im Zug in SH, zwei Tote.

Dazu noch die Arbeits-/Leistungsunwilligkeit vieler junger Menschen und fertig ist das ungenießbare Süppchen!

Blöd nur, daß ob der schlechten Zustände kein Qualifizierter kommen will.

Bernd Windisch | Mi., 25. Januar 2023 - 18:40

Alle wissen, dass wir länger arbeiten müssen, aber keiner will länger arbeiten. Echt jetzt, alle wissen das?

Es wäre ja schon viel gewonnen wenn einige wüssten, dass sie überhaupt was arbeiten müssen. 2/3 der 2015 eingewanderten Syrer sind in Harz 4 oder beziehen demnächst Bürgergeld. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arbeitsmarkt-fuer-fluechtlinge-m…

Die Boomer tragen die Wirtschaft weil nur relativ wenige von Ihnen irgendwas mit Medien gemacht haben.

Work - Life - Balance ab 15, Bürgergeld und Sabbatjahr sind aktuell angesagt. Wer etwas leistet ist nicht selten der Dumme.

Die Digitalisierung installiert weder Wärmepumpen noch baut sie Wohnungen oder Windräder. Wie Herr Marguier so treffend in Bezug auf Russland formuliert: Wir sind am A...."

Keppelen Juliana | Fr., 27. Januar 2023 - 14:10

Antwort auf von Bernd Windisch

Wir haben die höchste Einwohnerzahl die wir je hatten und es fehlen Arbeitskräfte. Da fragt man sich schon wieviele Einwohner braucht denn unser Land um genug Fachkräfte zu haben? Oder arbeiten zu wenige oder arbeiten das Falsche oder arbeiten zuviele gar nicht oder finanzieren wir einen großen "Wasserkopf" in diversen Instituten oder wird duch zuviel Bürokratie Facharbeit an der falschen Stelle verplempert? Z. Bspl. Muss ein Klempner, Glaser, Altenpfleger, Arzt, Bäcker usw., usw. zuviel Zeit oder mehr Zeit auf dem Bürostuhl verbringen um all die Gebote, Verbote, Anordnungen, Vorgaben, Gesetze usw also Papierkram auszfüllen und zu berücksichtigen dann läuft gewaltig was schief in diesem Land. Gebauso wenn bei diesem Hächststand an Einwohnern immer noch Arbeitskräfte fehlen.

Enka Hein | Mi., 25. Januar 2023 - 19:00

.....wobei die Lebensarbeitszeit nicht an erster Stelle steht. Um das Hochsteuerland würde ich einen als Fachkraft einen Bogen machen. Also echte Fachkräfte müssen her. Wie CAN oder AUS.
Was nicht passt darf nicht rein.
Wir müssen zwingend alle Geduldeten schnellstens ausschaffen (wurde auch die innere Sicherheit erhöhen, siehe Messermorde heute) und die Sozialkassen entlasten. Das Geld wird dann für echte Fachkräfte und deren Integration eingesetzt. Migration ist nur negativ besetzt weil jeder Hansel rein darf, der das Wort Asyl ausspricht. Die links ideologische Buntlandpolitik muss enden.
Steuern runter, eine weitere Stellschraube.
Nur noch eine Rentenkasse incl. Beamte. Deren Ansprüche steigen ins unermessliche.
Bezahlbare Energie für AG und AG. Sonst wandern die einen ab und die anderen kommen erst gar nicht, weil es anderswo besser geht.
Erst danach käme als 5te Stellschraube die Lebensarbeitszeit.
Das wäre die Vorgehensweise.
Alles andere wird weiter zum Abgrund führen.

Ich gebe ihnen mit den Beamten nur bedingt recht. Wenn man sie auf das nötigste reduziert, Finanzverwaltung, Justiz; Polizei, Bundeswehr, wären es vermutlich nicht einmal 30 % der zur Zeit tätigen. Noch eine große Einsparung: Verkleinerung des Bundestages auf 400. Reduzierung der Ministerien in Bund und Land. Zusammenlegung der Bundesländer auf eine Mindestgröße von 10 Mio. Einwohner. Reduzierung des öffentl. rechtl. Rundfunks und schon würden Mio. von Fachkräften freigesetzt. Vergessen Sozialleistungen runder. Nicht jeder der meint Krank zu sein, ist es. Rente ab 45 Arbeitsjahren. Arbeitszeit pro 40 Stunden usw. Wieviel Milliarden wären frei. Weiter Aufzählungen sprengen den Rahmen.
Gruß

Christoph Kuhlmann | Mi., 25. Januar 2023 - 19:42

ist das Volk für die Wirtschaft da, oder die Wirtschaft für das Volk? Wer es sich nicht leisten kann, der kann halt nicht in Rente gehen. Dann wird halt bis 70 gearbeitet und mit 75 gestorben. Wer rastet, der rostet.

Stefan Forbrig | Mi., 25. Januar 2023 - 21:27

"… Jahreswirtschaftsbericht vorgestellt. Die Lage sei besser als erwartet, so das Fazit von Habeck… "

Ist das DER Habeck, der nicht weiß, was eine Insolvenz ist und sonst auch beruflich nichts von Wirtschaft versteht? Na dann bin ich ja beruhigt.

"… die Migration ist ein Thema, das in Deutschland seit langem eher negativ besetzt ist und bei dem Vorurteile tief verankert sind..."

Ja potz Blitz, wie ist das möglich? Kann das evtl. an der ungebremsten größtenteils illegalen Migrationspolitik seit 2015 bis heute liegen? Wo jährlich mehrere Hundertausende in unser Sozialsystem einsickern, größtenteils keine Einzahler sind, aber jährlich ca. 160.000 hoch qualifizierte einzahlende Fachkräfte aus D. abwandern? Und Sie glauben wirklich, da helfen Anwerbezentren, Betreuung, Hilfestellungen u. vor allem: (Trommelwirbel) Aufklärung der deutschen(!) Bevölkerung über die Vorteile(welche?) von derartiger Migration?
Da muß man schon sehr naiv sein.

Gabriele Bondzio | Do., 26. Januar 2023 - 12:44

Antwort auf von Stefan Forbrig

den ich auch sehe. Die Rente muss erst mal erarbeitet werden.
Was natürlich bei Bürgergeldbeziehern und Niedriglöhnern nicht gegeben ist.
Das Dumme ist, die genannten nehmen kontinuierlich zu und wollen auch mal Rente beziehen.
Ein sich ständig aufschaukelndes Problem.

Und dieses Problem (und andere) läßt viele gut Qualifizierte auswandern.
Wie es ja auch die Industrie momentan praktiziert.

Wie kommt der Staat überhaupt auf den Gedanken, dass sich hier gut ausgebildete Leute niederlassen wollen.
Mit einer schlechten Infrastruktur, Hochsteuerland, keinen Wohnraum, sich weiter verschlechternden Schulbildung...

Ronald Lehmann | Mi., 25. Januar 2023 - 21:30

Mit der demographischen Entwicklung komme ein gewaltiger Sturm auf - FALSCHE AUSSAGE

Nicht wegen der Alterpyramide wird unser Wohlstand verschleudert, sondern von einer Regierung, die man hätte früher angezeigt wegen Sabotage & Förderung von Terrorismus.
Beweis:
Einfach sich mal die ökonomischen Zahlen von Japan anschauen. Die machen es uns vor.

Keine Flüchtlingspolitik oder wie man sie noch beziffert, trotz Alterspyramide

Eine weitere Säule für Fachkräfte-Mangel ist die Bildung. Logenaussicht der BT, wo eine Regierung an forderer Front steht.

Und das zieht sich weiter in diesen d. WTC bis in die untersten Chefetagen. Und die junge Generation, die Verstand & nicht nur Gehirmasse hat, packte oder packt ihre Koffer.

Ausbildung? Höchstens für Politwissenschaften.
Biologen, Chemiker & Visinäre gehen lieber nach Amerika. Dort kann man trotz der 1000de Probleme arbeiten, ohne das die Behörden einen die Beine stellen.Unkonventiionelle Macher, während D. der Bebörden-Sumpf mit Abzocke ist

Jörg Hinsenkamp | Mi., 25. Januar 2023 - 21:59

Ein Staat, der Leistungsträger mit immer höheren Abgaben und Bürokratieschikanen drangsaliert, die Energieverfügbarkeit und deren Kosten immer vager werden lässt, der den freien Markt zunehmend einschränkt, ein Staat, der den Arbeitswilligen Stück für Stück sichere Zukunftsperspektiven und greifbare Ziele nimmt, eine weltweit sich manifestierende Politik, die immer mehr ideologische und sozialistische Züge annimmt, Aussagen, wie "am Ende werden Sie glücklich sein und nichts mehr besitzen" sowie täglich neue Angstszenarien, dass Gefühl täglich Freiheit zu verlieren ersticken jeglichen Leistungswillen, führen in die Orientierungslosigkeit und Agonie oder in die Abwanderung.
Da wird auch eine Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte kaum nutzen, die werden mit reifender Erkenntnis unser Land schneller wieder verlassen, als sie gekommen waren.

Helmut Bachmann | Do., 26. Januar 2023 - 06:52

Immer wieder wird für mehr Immigration geworben, immer wieder wird so getan, als müsse dies nur endlich verstanden werden. Aber es wird unterlassen, ehrlich damit zu sein. Migration ist bisher gescheitert und das liegt eben nicht an bösen deutschen Genen, das liegt überall in Europa an kulturellen Verwerfungen. Menschen sind nunmal keine Verschiebemasse, auch wenn Wirtschaftspolitiker und Konzernchefs so tun. Davon abgesehen, scheint keiner den neokolonialistischen Aspekt des Migrationsnarrativ zu sehen. Wenn es denn so klappen würde, wie fantasiert, würden wir den Nachbarn und oder der dritten Welt die Arbeitskräfte wegnehmen, weil wir nicht gewillt sind uns fortzupflanzen. So eine lebensfeindliche Gesellschaft kann nicht existieren.

Ernst-Günther Konrad | Do., 26. Januar 2023 - 09:12

Da fiel mir sofort die Szene ein aus "Eine Frage der Ehre" als COL Jessep (grandios von Jack Nicolson gespielt) vom nicht minder (hervorragend von Tom Cruise gespielten) LTJG Daniel Kaffee gefragt wird, warum der sich in Gefahr befindliche und getötete Soldat, angeblich ausgeflogen werden sollte, habe der COL doch behauptet, er habe dessen Drangsalierung verboten. Nicolson antwortet entgegen seiner ersten Aussage: " Weil er sich in Gefahr befand. Tom Cruise in "ernster Gefahr? Nicolson entgegnet zynisch und breit grinsend darauf. Gibt es noch eine andere Gefahr?" Das frage ich auch bei diesem Thema. Es gibt hinreichende Warnungen etlicher renommierter Wirtschafts- und Rentenfachleute. Die vermeintliche Gefahr ist lange bekannt. Sie zu verschweigen oder zu beschönigen oder den Gefahrenball ins Spielfeld der künftigen Rentner und jetzige Arbeitnehmer zu schubsen ändert nichts am Befund. D läuft Gefahr, in den wirtschaftlichen Abgrund zu stürzen. Und das ist ernsthaft zu verstehen.

Alice Friedrich | Do., 26. Januar 2023 - 09:37

Bei einem Thema wie „Arbeitskräftemangel“ sollte man nach den Ursachen schauen. Dass z.B. Lehrstellen nicht besetzt werden können, liegt oft daran, dass sie nicht die notwendigen Voraussetzungen mitbringen. Was soll ein Dachdecker mit einem Auszubildenden, der keine Dachfläche berechnen kann?
Den digitalen Rückstand Deutschlands zu beklagen, ist ja schon Standard, besser aber wäre es, den Mangel an Beherrschung der Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen zu beklagen. Da liegt die Ursache eindeutig an unserem Bildungssystem, an dem, was man bereit ist, zu investieren.
Unser Problem ist, dass Migranten in großer Zahl Asyl begehren. Auch ihnen begegnet unser Schulsystem nur sehr unzureichend. Qualifizierte Migranten anzuwerben hingegen bedeutet, sie aus Ländern, die sie kostenträchtig ausgebildet haben, abzuwerben und die Menschen dort ihrem Schicksal zu überlassen.
Mein Vorschlag: Intensive und verstärkte Bildung für alle…

Wolfgang Tröbner | Do., 26. Januar 2023 - 10:46

Damit gehe ein Arbeitskräftemangel einher, der den Wohlstand gefährde. Das wird nun schon seit vielen Jahren gepredigt. Und es sei eine gezielte Einwanderungspolitik erforderlich, um dagegenzusteuern. Ist das so? Ich habe erhebliche Zweifel. Wie ist die Lage denn in anderen vergleichbaren Ländern? Nehmen wir doch einfach mal Japan, eine der größten Volkswirtschaften mit einer angeblich ebenfalls überalterten Gesellschaft. Wie halten es denn die Japaner mit der Einwanderung von Fachkräften? Wie ich höre, ist es für nicht-japanische Fachkräfte außerordentlich schwer, überhaupt eine (längerfristige) Arbeitserlaubnis zu bekommen. Offensichtlich brauchen und wollen die Japaner das nicht. Liegt es daran, dass Arbeit in der japanischen Gesellschaft einen ganz anderen Stellenwert hat als in DE? Vielleicht sollte DE erst einmal anfangen, das vorhandene Arbeitskräftepotential auszuschöpfen - es gibt ja wohl genügend Menschen, die sich gern vom Staat aushalten lassen, ohne arbeiten zu wollen

Gerhard Lenz | Do., 26. Januar 2023 - 12:08

hat Herr Weimann wohl keine Ahnung. Das liegt sicher daran, dass seine Meinung nicht mit dem AfD-Parteiprogramm konform ist.

Und so sind die Empfehlungen, wie man fehlende Fachkräfte kompensiert, immer gleich erbaulich: Höhere Löhne, weniger Steuern, weniger Soziales, weniger Bürokratie und natürlich Migranten rausschmeißen. Alles, was man erwarten durfte.

Stellt man das ab, schießen die Geburtenraten natürlich in die Höhe! Oder man folgt der Empfehlung der (kinderlosen) AfD-Expertin Beatrix von Storch, jede deutsche Frau solle doch gefälligst Kinder in die Welt zu setzen. Alles Quatsch.

Ernsthaft: GB macht es vor. Dank EU-Austritt fehlen bereits überall Fachkräfte. Deutschland wird es nicht anders gehen. Da Deutsche wenig Kinder bekommen, brauchen wir Fachkräfte aus dem Ausland.

Das verstärkte Absingen der Nationalhymne oder faschistoid-national-romantischer Chauvnismus a la Bernd Hoecke helfen dagegen nicht unbedingt.

"… GB macht es vor. Dank EU-Austritt fehlen bereits überall Fachkräfte..."

Das hat doch mit dem EU-Austritt gar nichts zu tun. D. u. FR. sind wohlgemerkt in der EU und haben genau den selben Fachkräftemangel. Aber Ihr linker Phantomschmerz über den GB-Austritt wirkt immer noch nach, muß ja schlimm weh tun. Und Fachkräfte aus dem Ausland bekommen wir nicht, weil die staatlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen fehlen, unter denen sich Fachkräfte wohlfühlen. Ganz einfach:
Die eben erwähnten Gründe abstellen, unter denen Fachkräfte abwandern und auch nicht hierher kommen, und jetzt die Zauberformel: Die Ausbildung (und vor allem die Bildung!) von Nachwachsenden vorantreiben, Handwerks- und MINT-Berufe straff fördern, Gedöns-Studiengänge (Polit.-wissensch. / Soziologie /Philosophie) stark einschränken oder sogar aussetzen. Aber mit sowas haben es Linke wie Sie ja nicht so, statt dessen wird lieber die AfD wieder ins Spiel gebracht, ohne die Sie ja nicht kommentieren können.

hermann klein | Do., 26. Januar 2023 - 12:29

Historiker werden einmal die Zeit von „1968“ bis 2025 als „Grünes-68er Ökosozialitisches-Volksbeglückungs-Zeitalter“ differenzieren, indem der vormundschaftliche Staat seine Bürger durch immer mehr Verordnungen und Gesetze, knetete aber auch durch Beglückung, übertriebene soziale Wohltaten, Wohlfahrten, Bürokratiekosten, Betreuung, Lenkung, Umschulung, formte und verformte, indem der Fleißige bestraft und der Faule mit Bürgergeld belohnt wurde. Dazu die perverse Masseneinwanderung, unnötige Energiewende, sowie die übertriebene Ukraine –Hilfe.
Am Ende stand der totale Untergang aller Sozial-Systeme der einst größten Wirtschaftsmacht der Welt, da man sich jahrelang sozialen Massen-Wohlstand leistete, der nicht mehr zu finanzieren war.

Claudia Stecher | Do., 26. Januar 2023 - 12:30

Recherchiert man danach, ist man erstaunt, wieviele junge Menschen in EU-Ländern -unsere direkten Nachbarn- keine Ausbildungsplätze in ihrem Heimatland finden. Wieso bietet man an den Goetheinstituten keine Deutsch-Kurse (Sprache und Land) in diesen Ländern an mit der Aussicht, in Deutschland eine Ausbildungsstelle anzunehmen ? Da wir uns innerhalb des EU-Raumes bewegen ist dies relativ einfach möglich. Manchmal frage ich mich, warum solche naheliegenden Wege nicht beschritten werden.