Cambridge-Skandal Jason Arday ist nicht der einzige, der gehen sollte Der Fall Jason Arday wirft ein Schlaglicht auf ein Berufungssystem, in dem Identität und Opferstatus wissenschaftliche Qualität überlagern. Die Frage lautet deshalb, warum zwar Arday gehen musste – aber diejenigen, die ihn zum vermeintlichen Spitzenwissenschaftler machten, weiterhin im Amt sind. VON NAJIB KARIM
Ende des Heiligen Römischen Reiches : Deutschlands Identität ist transnational Vor 220 Jahren endete das Heilige Römische Reich deutscher Nation. 1871 wurde es durch den kleindeutschen Nationalstaat ersetzt. Seitdem hat die angeblich nationale Identität das transnationale Erbe überlagert. Zeit für eine Rückbesinnung. KOLUMNE: GRAUZONE
Rücktritt von Jason Arday : Der Cambridge-Professor, dessen Biografie mehr Wunder kennt als das Neue Testament Jason Arday wurde 2023 als jüngster schwarzer Professor an die Cambridge University berufen. Seine abgeschriebenen Arbeiten und erfundene Lebensgeschichte gerieten zunehmend in die Kritik. Nun ist er zurückgetreten – doch Cambridge verteidigte ihn bis zum Schluss. VON SHANTANU PATNI
„Save Act“ als bürokratische Zwickmühle : In Texas gilt sogar ein Waffenschein als Ausweis an der Wahlurne Vor den Midterms streiten die USA über eine Ausweispflicht für Wähler. Trumps „Save Act“ soll sie bundesweit einführen. Was für Deutsche logisch klingt, stößt in den USA auf ein strukturelles Problem: Es gibt kein einheitliches System zum Nachweis der Staatsangehörigkeit. VON LISA DAVIDSON
Ranghöchste arabisch-muslimische Offizierin der IDF : „Dass ich hier sitze, ist die Antwort auf den Apartheid-Vorwurf“ Vom konservativen Elternhaus in Kalansuwa bis zur Sprecherin der IDF für die arabische Welt: Im Interview erzählt Ella Waweya von ihrem heimlichen Eintritt in die israelische Armee und ihrem Versuch, zwischen Israelis und Arabern Vertrauen aufzubauen. INTERVIEW MIT ELLA WAWEYA
Film der Woche: „The Piano Tuner“ : Vom Wunderkind zum Panzerknacker Ein junger Mann mit absolutem Gehör hat das Zeug zum Starpianisten. Dann die schockierende Diagnose: Hyperakusis. Er wird Klavierstimmer und öffnet nachts Tresore. „The Piano Tuner“ bietet beste Unterhaltung und ein starbesetztes Ensemble. VON URSULA KÄHLER
Die Attacke von Belfast : Eine Insel von Fremden In Belfast eskalierte nach einem Gewaltverbrechen die rasende Wut einheimischer Briten gegen Migranten in schweren Ausschreitungen. Ein friedlicher Meinungsstreit scheint immer schwieriger zu werden ausgerechnet in dem Land, das ihn früher wie kein anderes kultiviert hat. VON CHRISTIAN SCHNEE
Die Grenzen der offenen Gesellschaft : Wie der Liberalismus seine Grundlagen zerstört Freiheit, Vielfalt, Individualismus: Die großen Versprechen des Liberalismus prägen den Westen bis heute. Doch was, wenn genau diese Errungenschaften jene Voraussetzungen zerstören, die eine liberale Demokratie zum Überleben braucht? VON NOAM PETRI UND JAN UPHOFF
Literaturen im April : Im Würgegriff der Digitalisierung Fünf Bücher, fünf Perspektiven auf unsere Gegenwart: von Digitalisierung und Identität über politische Haltungen, Literatur und Sicherheitspolitik bis zur Weltwirtschaft. Sie zeigen, wie Macht, Ideen und Konflikte unser Denken prägen, und fordern zum Widerspruch heraus. VON ALEXANDER GRAU, RENÉ SCHLOTT, URSULA KÄHLER UND ROLAND WÖLLER
40 Jahre Historikerstreit : Aus den Hohlwegen deutscher Erinnerungskultur Der Historikerstreit vor vierzig Jahren wirkt auch heute noch nach. Die damals scheinbar geklärte Frage nach dem Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen ist mit ganz erstaunlichen neuen Fronten wieder offen. VON GERRIT DWOROK
Replik auf Mathias Brodkorb : Vielleicht ist „der Wessi“ auch bloß eine ostdeutsche Erfindung Ein „Wir“, das ein „Die“ braucht, um sich zu bilden, schafft keine gemeinsame Identität, sondern nur eine gemeinsame Nicht-Identität. Da muss „der Ossi“ schon höllisch aufpassen, dass er nicht nur dadurch zum „Ossi“ wird, dass er kein „Wessi“ ist. Eine Replik auf Mathias Brodkorb. VON BEN KRISCHKE
Holger Friedrich startet „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ : Ost! Ost! Ostdeutschland! Der Verleger Holger Friedrich hat eine Zeitung gegründet, die als neues Leitmedium die ostdeutsche Perspektive in die öffentliche Debatte tragen soll: die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“. Was steckt dahinter? Ein Besuch im Osten der Republik. VON BEN KRISCHKE
Zum 150. Geburtstag von Rainer Maria Rilke : Der Tanz um die Mitte Vor 150 Jahren wurde der Dichter Rainer Maria Rilke geboren. Einst mit Skepsis versehen, erleben seine Gedichte eine Renaissance. Sein Versuch, mit der Sprache zu den Dingen selbst zurückzukehren, wirkt wie ein Rettungsring für unsere weltverlorene Gegenwart. VON ALEXANDER GRAU
Großbritannien : Das gefürchtete Wort vom „Declinism“ Großbritannien strebt nach dem Austritt aus der EU nach alter Größe und hadert gleichzeitig mit verbreiteten Abstiegsängsten. Bericht aus einer Nation zwischen kulturellem Baum und ökonomischer Borke. VON CHRISTIAN SCHNEE
Marlene Knobloch im Gespräch : „Wir müssen ein Gemeinschaftsverständnis erlernen“ Die Journalistin Marlene Knobloch beschreibt in ihrem heute erscheinenden Buch „Serious Shit“ den Realitätsschock der 30-Jährigen. Es ist ein Essay über eine Gesellschaft, die immer individualistischer wird - und warum sich das in Zukunft ändern muss. INTERVIEW MIT MARLENE KNOBLOCH