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Die Dichterin Amanda Gorman beim Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Joe Biden / dpa

Debatte um Amanda Gorman - Wer darf überhaupt noch was?

Das allseits gefeierte Gedicht von Amanda Gorman wird zur Zeit in viele Sprachen übersetzt. Auch ins Holländische. Doch die schwarze Aktivistin Janice Deul äußerte sich empört darüber, dass eine weiße Autorin das Gedicht übertragen sollte. Grotesk.

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Die Auswüchse dessen, was man „Identitätspolitik“ nennt, nehmen täglich groteskere Ausmaße an. Positiv betrachtet, mag das ein Zeichen sein, dass die Sache zu kippen beginnt. Denn auch das Unverständnis  über diese Auswüchse wächst – bis hin zu Orten in der Medienlandschaft, wo einen das noch überrascht: in taz, ZEIT oder Spiegel.

Der neueste Fall betrifft die seit Joe Bidens Amtseinführung berühmte Amanda Gorman, die junge schwarze Dichterin mit dem gelben Mantel. Ihr allseits gefeiertes Gedicht wird gerade überall auf der Welt übersetzt. Auch ins Holländische. Das sollte eigentlich die 29 Jahre alte, weiße Autorin Marieke Lucas Rijneveld tun, selbst gerade Booker-Preisträgerin. Eine Entscheidung, über die Amanda Gorman sich sehr erfreut gezeigt hatte. Dann aber erschien in einer holländischen Tageszeitung ein Artikel der schwarzen Aktivistin Janice Deul, die diese Wahl skandalös fand, weil die Übersetzerin weiß sei und auch in anderen Merkmalen nicht mit Amanda Gorman übereinstimme, wie etwa der Geschlechtsidentität – Marieke Lucas Rijeneveld ist „nicht-binär“.

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Romuald Veselic | Fr, 5. März 2021 - 14:38

dass: Schriftstücke/Schriftsätze von alten/weißen Männern nur von ebenso alten/weißen Männern übersetzt werden dürfen, mit Rücksicht auf binär/nichtbinär et X Faktor?
Dürfen Reiseberichte über Marserforschung nur von Marsmenschen verfasst werden?
Dürfen Idioten nur mit Idioten sich austauschen?
Sollen wir jetzt alle, um Hals einen Schild tragen, ähnlich einem KFZ Kennzeichen, auf dem steht: ich rede nur mit Binären/Binärinnen?
Und wie ist die Einstellung der Migranten dazu oder was sagen die Chinesen, Vietnamesen, Inder, Aborigines, Papuaner, etc... dazu? Ich finde derer Einstellung zu diesem existenziellen Thema äußerst wichtig, mit nachhaltiger Tragweite.

MfG Manneken Pis

Wenn das Gedicht einer jungen schwarzen Autorin nicht von einer weißen Frau übersetzt werden darf, dann dürfen sich alte weiße Männer auch nicht erdreisten, dieses Gedicht lesen zu wollen. Ich als alter weißer Mann werde mich genau daran halten und werde auch meine Frau, die ebenfalls weiß ist, bitten, dieses Gedicht nicht zu lesen. Umgekehrt wäre es natürlich sehr wünschenswert, wenn sich auch die PoC enthalten würden, Schriften von Weißen zu lesen.

Bert Dufaux | Fr, 5. März 2021 - 15:11

Deuls Aussage, dass sie "diese Wahl skandalös fand, weil die Übersetzerin weiß sei und auch in anderen Merkmalen nicht mit Amanda Gorman übereinstimme, wie etwa der Geschlechtsidentität – Marieke Lucas Rijeneveld ist „nicht-binär“ " muss dahingehend hinterfragt werden, ob sie nicht diskrimierend (gegenüber Nicht-Binären) als auch rassistisch (gegenüber Weißen) gewertet werden kann. Und so etwas kommt von jemandem, der vorgibt, gegen Rassismus und Diskriminierung zu kämpfen. Bitte nicht missverstehen: Ich bin kein AfD-Wähler und auch sonst kein Nationalist oder gar Nazionalsozialist, das nur zur Sicherheit (denn der Vorwurf kommt jetzt sicher gleich wieder). Aber Rassismus geht nicht nur in eine Richtung, sondern er richtet sich gegen Angehörige einer jeden Rasse, also auch gegen Weiße.

nichts nützen.
Der Frühling wird mit einem fürchterlichen Sturm über sie hinwegfegen. Und von den Hügeln wird Ihnen eisiger Wind ins Gesicht wehen. Sie haben sich nicht vollständig genug von der niederländischen Übersetzerin distanziert. Ausserdem sind Sie nicht non binär gepolt.
Satire off.
Diesen ganzen Quatsch hier lesen zu müssen ist eine Qual. Bei den ganzen LBQxyzvwopel handelt es um Promillesnteil an der Weltbevölkerung. Aber ein paar Quergestrickte drehen völlig am Rad. Die machen mehr kaputt als das sie konstruktiv etwas bewirken. Nur weiter so. Bin gespannt wann sich die ersten Schwulen und Lesben davon distanzieren.

Als Freund klarer Worte möchte ich Ihr dezentes Hinterfragen in aller Deutlichkeit beantworten:
Jede Aussage, die sich direkt oder auch nur indirekt gegen eine Person wendet, weil diese (nicht) eine bestimmte Hautfarbe und/oder Geschlechtsidentität hat, ist rassistisch und (in beider Hinsicht) Diskriminierung par Excellence.
Nach den deutschen Antidiskriminierungsregeln, deren Inhalte (wegen ihrer Basis auf EU-RIchtlinien) weitgehend identisch in den NL gelten müssen, hat Deul ausgesprochen Glück, dass sie selbst nicht mit der Übersetzerauswahl befasst war; anderenfalls stünden jetzt Schadensersatzansprüche im Raum. Kein seriöser Jurist wird das anders beurteilen, unabhängig von seinen politischen EInstellungen.
Zutreffend ist auch Ihr Hinweis auf die Widersprüchlichkeit jener, die vorgeben, gegen Rassismus und Diskriminierung zu kämpfen, während sie selbst (gleich, ob infolge mangelnden Intellekts oder aus Verlogenheit) rassistisch handeln und andere diskriminieren.

Es gibt keine Menschenrassen. Es gibt Rassen bei Hunden, Katzen, Brieftauben und vielen anderen Tieren. Mit Absicht von Menschen gezüchtet.
Es gibt nur Menschenarten. Oder gibt' s einen Züchter von Menschen ?
Die verschiedenen Arten von Menschen bildeten sich über Jahrhunderttausende wegen verschiedener Klimaanpassung, anderer Nahrung usw.

Maria Arenz | Fr, 5. März 2021 - 15:20

nicht grotesk, sondern nur konsequent. Nachdem man dem Affen "Identität" inzwischen soviel Zucker gegeben hat, ist es folgerichtig, daß er nach dem Vorbild aller Süchtigen immer mehr davon verlangt. Wie bei jeder Sucht ist Ursprung der Identitätssucht eine innere Leere, die je nachdem eben mit Alkohol, Rauschgift oder im konkreten Fall eben dem Besoffensein von der jeweiligen gruppenspezifischen Leidensgeschichte gefüllt wird. In der frühkindlichen Entwicklung gibt es Phasen, in denen Kinder ihre Eltern darauf austesten, was sie sich noch alles bieten lassen. Wenn wir-d.h. die Erwachesen-ob hell oder dunkel pigmentiert- diesem Affenzirkus jetzt nicht bald entschieden Einhalt gebieten, werden wie unsere westlichen Gesllschaften bald nicht mehr wiedererkennen und es wird kein Fortschritt sein. Im so progressiven Oregon hält man inzwischen bekanntlich schon Logik und Mathematik sowie sogar das kleine 1x1 für rassistisch, weil willkürlich von Weißen so festgelegt.

Wolfram Fischer | Fr, 5. März 2021 - 15:22

Im Mittelalter gab es Menschen, die andere Menschen wegen eingebildeter oder erfundener "Übergriffe" gegen die eigenen wahnhaften Überzeugungen als Hexen o.ä. diffamierten.
Davon sind manche Menschen nicht mehr weit entfernt! Diese Sorte geifernder "Identitärer" ist von den o.g. Hexendenverbrennern nur noch darin zu unterscheiden, daß Ihre Opfer - gottlob! - nicht auf einem realen Scheiterhaufen landen, sondern "nur" ihr gesellschaftliches Ansehen sowie die Möglichkeiten, ihren Lebenunterhalt zu erarbeiten, verbrannt werden.
Wie weit soll das noch gehen? Die Aufklärung ist auf dem besten Weg zum Exitus! Niemand darf mehr irgendwas (... um damit auch die Titelfrage des hervorragenden Kommentars zu beantworten), weil sich irgendjemand von irgendetwas irgendwie gekränkt fühlen könnte, sei es genderisch, politisch, enthnisch, religös... der Möglichkeiten sind so viele, daß es mit keinem noch so banalen Tun unmöglich ist, niemanden potenziell zu kränken. Jedes Tun ist damit tot!!!

Monique Brodka | Fr, 5. März 2021 - 15:22

Übersetzung in die niederländische Sprache!
Könnte das bitte endlich mal korrekt formuliert werden! Sogar die niederländische Regierung hat vor 2 Jahren offiziell darauf hingewiesen.
Übrigens, wenn eine weiße Frau nicht edel genug ist die Übersetzung zu übernehmen, dann lasst es doch einfach bleiben.
Der Unsinn ist ja nicht mehr zu ertragen.

Robert Müller | Fr, 5. März 2021 - 16:57

In reply to by Monique Brodka

Das ist mir auch aufgefallen. Holland ist der Name einer Niederländischen Historischen Einheit. Andere sind zB Friesland. Ich glaube mich zu erinnern, dass Friesland mit dem Friesisch sogar eine eigene Sprache hatte. Das deutsche Ostfriesland gehörte einst irgendwie dazu. Genau bescheid über diese Dinge weiß ich aber nicht.

Albert Schultheis | Sa, 6. März 2021 - 09:10

In reply to by Monique Brodka

ich finde, es ist Rassismus pur, wenn Weiße, und besonders weiße alte Männer und Frauen, überhaupt Gedichte von Schwarzen lesen! Man sollte solche farbmischende Übergriffe eigentlich vom Verfassungsschutz verfolgen - übernehmen Sie, Herr Haldewang. Übrigens sollte man auch Schwarze schützen vor der verruchten und umweltzerstörenden Technik des weißen Mannes, man sollte also Händis, Autos und Bücher von ihnen fernhalten, Mathematik und Naturwissenschaften sowieso, die haben auf sie ja nur diskriminierende Auswirkungen, wie wir mittlerweile erfahren haben! Schwarze sollten besonders vor der abendländischen Philosophie geschützt sein, mit ihren gleichmacherischen, alle kulturelle Besonderheiten verwischenden Ansätzen mit ihren fatalen Folgen für Menschen- und Freiheitsrechten, die am Ende nur darauf abzielen, die Kulturen der Schwarzen zu zersetzen.

Reinhardt O. Cornelius-Hahn | Fr, 5. März 2021 - 15:26

Es nimmt genau das groteske Niveau an, das wir rückblickend fürchten müssen. In der Betrachtung steckt ja ein faschistoider Kern, der alle hellwach machen muss. Es ist sogar noch für mich gut erinnerlich, wie ideologiekonform, also nicht nur auf die Haut, die "binäre" oder gar auf den Rassismus bezogene Wertung, in der Gleichschaltung einer Gesinnungsdiktatur das beheimatet ist. Also die Praxis der NS-Zeit und auch der "Verstand" der SED-Diktatur, all diese entarteten Geister dieser Zeit, würden sich pudelwohl fühlen, käme ihnen bei der täglichen Hetzarbeit gegen die "Herrschaft des Geldes" oder in der anderen Diktatur, die gegen den westdeutschen bösen Revanchismus, Faschismus (Mauer AntiFa-Wall) gestritten hat, als wohlfeile Ware diese Worte für die Agitation und Propaganda auf den Tisch. Dieser devote, servile, und opportune Geist der Unterwerfung, huldigt der berühmten Amanda Gorman, der jungen schwarzen Dichterin mit dem gelben Mantel ihr allseits gefeiertes Gedicht, nicht..

Heidemarie Heim | Fr, 5. März 2021 - 15:42

Von was? Von wahnhafter Ideologie bis in die Gene? Da scheint es ja in der literarischen Gattung mit der Sequenzierung besser zu klappen als bei Corona, wo es dabei ja nur um Leben, Tod und Teufel geht anstatt der Poesie. Ich glaube die wunderschöne wie stilsichere Amanda und Marieke Lucas haben mehr gemeinsam, als diese lediglich mit einem Aktivisten-Gen ausgestatteten Janice und dem zu Kreuze kriechenden Verlag. MfG

Ernst-Günther Konrad | Fr, 5. März 2021 - 15:46

Dann müssen die Niederländer eben auf das Gedicht verzichten, es in Englisch oder Deutsch lesen, wenn sie das mitmachen.
Ja, und schon wieder zieht sich jemand gedemütigt und scheinbar "bekehrt" zurück und lässt sich ohne Gegenwehr zum Opfer machen. Dafür habe ich kein Verständnis. Dieser devote Rückzug bestätigt diese Identitätswächter um so mehr.
Ist die Aktivistin Janice Deul nicht selbst rassistisch gegenüber der weißen Frau Rijneveld, weil diese "nur" binär ist? Diskriminiert sie nicht selbst eine in der Hautfarbe gleiche Person, in dem sie dieser das Recht beschneidet selbst zu entscheiden, wer ihr Gedicht übersetzt? Findet sich überhaupt eine nicht-binäre qualifizierte Übersetzerin?
Was sagen die Niederländer über diesen Irrsinn?
Vielleicht führen die völlig absurden Vorgänge zu endlich mehr Widerspruch und zeigt den Irrsinn des Ganzen. Bis dieser Wahnsinn ein Ende findet, werden noch einige binäre Menschen auf der Strecke bleiben und die Gesellschaft ist reif für die Insel.

...ich bin dabei, dem ein Ende zu setzen. Ich muss aber vorher noch eine versierte Meinung von Ihnen abholen Herr Konrad.
Darf ich als "Alter Weißer Mann" noch die Musik hören, abspielen oder in meinen Fundus behalten von "schwarzen" Musikern (oder besser Coloured People)?
Ich besitze Schallplatten von Miles Davis, Isaac Hayes, The Temptation, James Brown u.v.a.
Ich habe dann ein schlechtes Gewissen und wäre tief Beschämt diese Scheiben aufzulegen. Und dann sind die Vinyl-Platten auch noch schwarz!
Ich höre auch gerne die Schweizer Band "YELLO". Die hat ein Stück (von der Platte: "Solid Pleasure") mit dem Namen "Bimbo". Soll ich den Namen mit einen Edding abändern z.B in "Kimbo" (ital. Kaffeemarke)oder soll ich die CD besser schreddern?
Darf ich noch Filme anschauen mit Schauspielern wie Denzel Washington u.ä. Oder Filme/Western von Q. Tarrantino wie: "Django Unchained" o. "Pulp Fiction"? Da kommt schon mal das N...-Wort vor!
Ich drehe am Rad bei diesen ganzen IRRSINN.
Salute mit B&W!

Wenn sie die Musik und die Filme leise anhören, niemanden etwas verraten und sich devot entschuldigen, sollte es doch heauskommen, dann nur zu:)
Aber mal im Ernst. Würde man sich diesem Wahnsinn beugen, also kapitulieren, verlöre man dann nicht seine Selbstachtung und Würde? Die eigene Würde ist die Freiheit und das Recht, selbst zu denken und zu entscheiden, was man hören und sehen will. So mache ich das auch bei einigen Kommentatoren hier. Ich lese sie nicht mehr und lebe also meine Freiheit.
Ich bin mir aber sehr sicher, so wie ich Sie aufgrund ihrer Kommentare einschätze, dass Sie sich niemals einem solchen Diktat unterwerfen würden. Ich bin mir auch sicher, dass das die meisten hier im Forum genau so sehen. Also. Frisch ans Werk.

Markus Michaelis | Fr, 5. März 2021 - 16:02

Man soll immer abkühlen, aber ich erlaube mir eine scharfe Kritik. Letztens las ich, dass in Uni-Chatgruppen (Berlin?) Studenten deftigere antijüdische Witze gerissen haben und Demokraten entsetzt waren, dass niemand widersprach.

Mich wundert das nicht. Das Klima ist so, dass man daran gewöhnt ist, dass markant auftretende Gruppen alle möglichen Dinge vorgeben, die man besser nicht kritisiert, wenn man nicht aussortiert werden will. Kritisches Denken wird da eher nicht gelernt, man lernt eben, dass markant vorgetragene Ansprüche zu befolgen sind, egal wie überzogen oder unsinnig sie sind. Das Verhalten der Gruppe bestätigt dann nochmal die Richtigkeit.

Es bleibt zu hoffen, dass nicht jemand dieses jetzt etablierte Verhalten für die nächsten Schritte ausnutzt - das hatten wir ja schonmal.

Deul darf Ansprüche anmelden, aber es entsetzt, wenn Rijneveld+Verlag nicht ihre freie Entscheidung dazu mitteilen, sondern sich noch entschuldigen. Ist das noch demokratisches Denken?

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 5. März 2021 - 16:14

die beeindruckende junge Frau kann doch nichts dazu.
Mich interessieren die Leute, die meckern, auch auf Fotografien. Die Künstlerin wirkte wirklich überzeugend.
Wobei Holland in Haut"farben" ganz sicher sehr breit aufgestellt ist und bei einem "Weissen" nun mal der bittere Erfahrungshintergrund wegfällt.
Ich lese auch nicht unbedingt Bibelübersetzungen von einem bekennenden Atheisten.
Warum machen wir es uns so schwer und handeln nicht schlicht ersteinmal NAHELIEGEND.
Für die Konflikte an Universitäten könnte man auch Mediatoren einstellen.
Es ist eben schon DOCH neu.
RESPEKT

Albert Schultheis | Sa, 6. März 2021 - 09:32

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

"... und bei einem "Weissen" nun mal der bittere Erfahrungshintergrund wegfällt." Verstehe ich Sie richtig, dass es nicht angemessen wäre, dass ein Weißer (Achtung: genetisches Geschlecht!) ein Gedicht eines Schwarzen (Achtung: genetisches Geschlecht!) übersetzte, weil er dessen "bittere Leidenserfahrung" nicht durchgemacht hat und es folglich eine Anmaßung darstellte, wenn er versuchte, sich durch Empathie in einen Text eines Schwarzen einfühlen wollte? Ich bitte Sie, das kann nicht Ihr ernst sein! 1. haben wir Menschen die großartige Gabe, uns in jedwedes Schicksal eines anderen Menschen einzufühlen und eben mitzuführen - genau das nennen wir Empathie. 2. sprechen wir von einer Conditio humana, also einer allgemeinen Lebenswirklichkeit, die alle Menschen, unabhängig von Pigmentierung betrifft - darin sehe ich eine einzigartige, allerdings westliche philosophische Denkleistung. 3. sind zB immer auch Weiße von Nordafrikanern und Mohammedanern gefangen genommen und versklavt worden.

Tobias Schmitt | Fr, 5. März 2021 - 16:21

Die identitäre Ideologie entzaubert sich selbst, und das ist gut so. Es bleibt ein mahnendes Beispiel, was passiert, wenn Minderheiten zuviel Macht bekommen. Diese Menschen sind noch radikaler, noch rücksichtsloser, als die von ihnen verhassten "normalen" Menschen in ihrem Vorgehen je sein könnten.
Davon abgesehen existiert das Produkt Vielgeschlechtlichkeit auch nur in Demokratien. Und es funktioniert auch nur dort. Es ist ein Wohlstandsprodukt gelangweilter Jugendlicher, denen die Struktur fehlt.

Bernd Muhlack | Fr, 5. März 2021 - 16:36

Die Simpsons sind eher nicht mein Fall, jedoch ob fast täglicher Diskussionen zweier jüngerer Kolleginnen bin halbwegs auf dem Stand der Dinge.
In den USA wurden inzwischen die Sprecher für die bipoc-Figuren umbesetzt - sie waren nicht politisch korrekt.
"Apu Nahasapeemapetilon wird zukünftig nicht mehr von Hank Azaria synchronisiert."

https://www.fr.de/kultur/tv-kino/the-simpsons-keine-weissen-synchronspr…

Nein, davon geht die Welt nicht unter (Zarah Leander) und mir ist es sowieso egal.
Jedoch ist das schon nervig, nicht wahr?

Ich kenne weder die im Artikel erwähnten Frauen, noch dieses ominöse Gedicht; und die Inauguration des POTUS sah ich ebenfalls nicht.
"Muss ich jetzt vors Kriegsgericht?" (DAS BOOT kenne ich!)

Was mich wundert, ist das Homer Simpson auch in der deutschen Version in einem AKW arbeitet.
Das muss man doch irgendwie canceln können, durch einen Sozialberuf ersetzen können - etwa Seenotretter, zurzeit zu Land!

Walter Bühler | Fr, 5. März 2021 - 17:00

... egal welchem Ziel sie sich nach außen hin in der "Zivilgesellschaft" verschrieben haben. Diese skrupellose Härte macht ihren Erfolg aus, denn sie können wirklich aus dem Nichts einträgliche Karrieren produzieren und wirtschaftliche Existenzen zerstören.

Darum sind Esken und Kühnert gezwungen, sich erbärmlich devot bei den entsprechenden "communities" für Äußerungen zu entschuldigen, die nicht sie gemacht haben, sondern Genosse Thierse. Daran sieht man, wie stark der Würgegriff der Netzwerke in den meisten demokratischen Parteien inzwischen geworden ist.

Es ist ein Jammer, wie wenig Politiker in den Parteien und wie wenig Journalisten in den Medien diesem Treiben entgegentreten, obwohl man die berechtigte Angst vor der Macht der Netzwerke gut verstehen kann.

Ernst Bloch sagte immer: "Corruptio optimi pessuma": Je besser und berechtigter das ursprüngliche Anliegen gewesen ist, desto verheerender sind die Folgen, wenn das Anliegen korrumpiert oder verdorben wird.

H. Stellbruch | Fr, 5. März 2021 - 17:48

Ist eigentlich schon einmal jemand auf die Idee gekommen, dass nur alte weiße heterosexuelle Männer über alte weiße heterosexuelle Männer sprechen dürfen? Dass nur Übergewichtige über Übergewichtige und nur Schwangere über Schwangere reden dürfen, so lange sie schwanger sind? Der "Narzissmus der kleinsten Differenzen" verschafft den Berufsbeleidigten eine nicht endenwollende Arbeit.

Jens Böhme | Sa, 6. März 2021 - 00:35

All die Wahnsinnigen, die sich mit Farbenscharmützeln beschäftigen, zerstören Gemeinschaft, Freiheit und Zusammengehörigkeit. Und das unter dem Deckmantel der Gleichheit und Gerechtigkeit.

Albert Schultheis | Sa, 6. März 2021 - 00:48

grassiert in der westlichen Welt, er befällt Linke, Grüne und Sozialdemokraten, ja sogar Schwarze Christdemokraten, aber tatsächlich gefährlich ist er für Weiße, vorwiegend für alte weiße Männer, aber zunehmend auch für Frauen! Die mit dem Virus Infizierten tarnen sich durch aggressiven Anti-Rassismus, was sie gerade nicht davor bewahrt selber zu toxischen Rassisten zu mutieren! Gegen die Mutante gibt es derzeit kein wirksames Vakzin. Allein ein gesundes und aktives Immunsystem bestehend aus menschlicher Vernunft und Denkfähigkeit schützt wirksam vor dem Befall. Während geistige Verlotterung und Dekadenz die Wahrscheinlichkeit eines harten Krankheitsverlaufs signifikant erhöhen.

Wolfgang Borchardt | Sa, 6. März 2021 - 07:03

... ebenso eine "kulturelle Anmaßung", wenn eine Afroamerikanerin das Gedicht in das Niederländische übersetzte? Ist es nicht "Rassismus", wenn einer "Weißen" die Übersetzungskompetenz abgesprochen wird? Wie konsequent ist es, die Existenz von Mann und Frau zu leugnen, aber eine zusätzliche Toilette für "Diverse" zu fordern? Wer am lautesten schreit. hat Recht? Der Klügere (m/w/d) gibt nach?

Walter Bühler | Sa, 6. März 2021 - 08:27

... egal welchem Ziel sie sich nach außen hin innerhalb der "Zivilgesellschaft" verschrieben haben. Diese skrupellose Härte macht ihren Erfolg aus, denn sie können in der Tat wirtschaftliche Existenzen zerstören und umgekehrt aus dem medialen Nichts einträgliche Karrieren produzieren. Letzteres macht sie für jüngere Leute so attraktiv.

Darum waren auch Esken und Kühnert gezwungen, sich so erbärmlich devot bei den gewwissen "communities" für Äußerungen zu entschuldigen, die sie selbst gar nicht gemacht haben, sondern ihr Genosse Thierse. So stark ist inzwischen der Würgegriff der Netzwerke in demokratischen Parteien geworden.

Nur wenige Politiker in den Parteien und nur wenige Journalisten in den Medien wagen es, sich diesem Treiben entgegen zu stellen, weil, ja weil die allgemeine Angst vor der Macht der Netzwerke leider nur zu berechtigt ist.

Ellen Wolff | Sa, 6. März 2021 - 10:26

Es geht um Macht, um Herrschaftsansprüche und Deutungshoheit. Der neue Untermensch ist der weiße Mensch. Er kann nicht mehr ein gleicher unter gleichen sein. Der weiße Mensch trägt als einziger die Erbsünde in sich, er muss sich unterwerfen, um Gnade winseln und anerkennen, dass er einer verwerflichen Rasse angehört. Der weiße, nein nur der reinweiße Mensch muss sich schuldig fühlen und um Vergebung für die Sünden der weißen Rasse bitten. Immerhin, hier wird sauber die Rassentrennung fortgeführt, die einst von Weißen ersonnen wurde. Auf der einen Seite die Reinweißen, auf der anderen Seite alle PoC, auch wenn sie nur ein fitzelchen Blut von PoC in sich tragen. Die neuen Rassisten haben die Klischees der alten Rassisten vollumfänglich übernommen. Ich könnte darüber lachen, wenn es nicht so traurig und gruselig wäre. Warum nur bekommen immer und immer wieder die Bösen die große Bühne geboten, warum nur laufen solchen Rattenfängern immer und immer wieder Scharen von Gutgläubigen hinterhe

Ellen Wolff | Sa, 6. März 2021 - 12:08

«Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.» (Albert Memmi, Rassismus, Frankfurt a.M. 1987, S.164)