„Weiter so“ bei der Berlinale Weimers Niederlage Der kulturpolitische Vorstoß des Staatsministers ist gescheitert – Tricia Tuttle bleibt Berlinale-Chefin. Die fühlt sich nun gestärkt und will gar nichts anders machen. Was sind die Folgen für das Filmfestival? VON RÜDIGER SUCHSLAND
Film der Woche: „Gelbe Briefe“ : Warum Haltung nicht trägt İlker Çataks Drama „Gelbe Briefe“ erhielt auf der Berlinale den Goldenen Bären. Ein staatskritisches Künstlerpaar gerät hier ins Visier des türkischen Regimes. Das ist solide inszeniert. Mehr aber auch nicht. Gesinnung allein macht noch keinen guten Film. VON URSULA KÄHLER
Mögliche Entlassung von Tricia Tuttle : Berlinale in Gefahr – aber anders, als man denkt Die Zukunft von Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle steht auf der Kippe. Während Teile der Filmbranche sie demonstrativ stützen, übersehen sie das eigentliche Problem: die einseitig identitätspolitische Ausrichtung, antisemitische Eklats und ein Festival, das künstlerisch an Strahlkraft verliert. VON RÜDIGER SUCHSLAND
Entlassung von Tricia Tuttle als Berlinale-Intendantin : Der Sumpf im Kulturbetrieb gehört trockengelegt Nach nur zwei Jahren im Amt könnte Tricia Tuttle von der Intendanz der Berlinale entbunden werden. Es ist nach ihrem Schweigen über einen antisemitischen Auftritt nicht überraschend. Doch die Probleme liegen tiefer: in einem weitgehend verwahrlosten Kulturbetrieb. VON ALEXANDER GRAU
Film der Woche: „Szenario“ : Zeitenwende in der Beamtenarmee Auf der diesjährigen Berlinale verdient die Dokumentation „Szenario“ besondere Aufmerksamkeit. Sie bietet seltene Einblicke in die Bundeswehr und ihre Übungsstadt „Schnöggersburg“. Die Truppe erscheint zutiefst unmilitärisch und zivil. Das ist sympathisch – aber auch beunruhigend. VON URSULA KÄHLER
Film der Woche: „Ein kleines Stück vom Kuchen“ : Zweiter Frühling im Iran In der berührenden Tragikomödie „Ein kleines Stück vom Kuchen“ sucht eine 70-jährige Witwe einen neuen Partner und findet ihn – wenigstens für eine Nacht. Der preisgekrönte Film erzählt von Repressionen gegen Frauen im heutigen Iran, vor allem aber von Einsamkeit im Alter und der Kraft der Liebe. VON URSULA KÄHLER
Antisemitismus im Kulturbetrieb : Die verfolgende Unschuld Von der Berlinale zur Biennale: Wenn es um Antisemitismus geht, entdecken die Protagonisten der Cancel Culture auf einmal den Wert der Meinungsfreiheit für sich – und canceln derweil munter weiter. VON INGO WAY
Antisemitismus auf der Berlinale : Israel-Bashing und Gaza-Kitsch Preisträger formulierten auf der Berlinale-Bühne antiisraelische und antisemitische Parolen und trugen das umstrittene Palästinensertuch, das Publikum schwieg dazu oder applaudierte gar. Am Sonntag setzten Postings auf den digitalen Kanälen der Berlinale mit strafbewehrten Inhalten noch einen drauf. VON RÜDIGER SUCHSLAND
Berlinale lädt AfD-Abgeordnete aus : Kunst als Safe Space Gleichgesinnter Die Berlinale lädt öffentlichkeitswirksam zuvor eingeladene AfD-Politiker wieder aus. Es ist für ein Filmfestival nicht nur anmaßend, die politische Gesinnung seiner Zuschauer zu prüfen. Es verrät auch den Wert, der die demokratische Kunst des Theaters und des Films auszeichnet. VON BERND STEGEMANN
Berlinale in der Zeitgeist-Falle : Bonjour Tristesse Die Berlinale steckt in einer tiefen Krise. Das Programm ist aufgebläht, die politische Einflussnahme hat zugenommen. Doch auch allzu Zeitgeistiges hat den Mythos angekratzt. VON RÜDIGER SUCHSLAND
Interview mit Johann von Bülow : „20-Jährige haben oft noch das Gefühl, dass sie unsterblich sind" Der Schauspieler Johann von Bülow hat mit „Roxy“ seinen Debütroman vorgelegt. Im Cicero-Interview spricht er über die Unterschiede zwischen Film und Literatur, die Auseinandersetzung mit dem Tod und die Problematik politischer Statements auf der Berlinale. INTERVIEW MIT JOHANN VON BÜLOW
Selenskyj eröffnet Münchener Sicherheitskonferenz : Die Angst vor der Ermüdung Ein Grußwort bei der Berlinale, eine Videobotschaft zu Beginn der Münchener Sicherheitskonferenz: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist dieser Tage an unzähligen Orten zu sehen. Und untergräbt mit dieser Strategie gelegentlich das eigene Anliegen. VON RALF HANSELLE
Rückkehr der Berlinale : „Neues startet mit frischem Blut“ Nach einer Corona-Pause findet ab 16. Februar wieder die Berlinale statt. Im Interview sprechen Geschäftsführerin Mariëtte Rissenbeek und der künstlerische Leiter Carlo Chatrian über die diesjährige Film-Auswahl, politisches Kino und erklären, warum sie nichts von Quoten halten. INTERVIEW MIT MARIËTTE RISSENBEEK UND CARLO CHATRIAN
Film : Runter von der Couch, ab ins Kino! Publikum und Filmbranche fiebern der bundesweiten Wiedereröffnung der Kinos am morgigen 1. Juli entgegen. Wir sagen, worauf Sie sich freuen können: auf eine Feier der großen Leinwand mit lange verschobenen Oscar-Gewinnern, Festival-Hits und deutschem Witz. VON MARGA BOEHLE
Rumänischer Berlinale-Sieger : Viel mehr als ein Porno Bei der digitalen Berlinale ist die rumänische Satire „Bad Luck Banging or Loony Porn“ mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Ein würdiger Gewinner - aber die hitzigen Diskussionen über das Werk werden hoffentlich nachgeholt. VON JENS HINRICHSEN