Illustration: Dominik Herrmann

Serie: Décivilisation bei den Jüngsten - Teil 6: Keine Führung ist auch keine Lösung

Kinder lernen eine Menge auf eigene Faust. Manche Pädagogen behaupten daher: Wer so viel lernen kann, kann sich auch selbst bilden. Sind Lernen und Selbstbildung das Gleiche, und kann das überhaupt gelingen? Nein. Kinder brauchen Anleitung.

Autoreninfo

Miriam Stiehler leitet eine private Vorschule sowie eine Praxis für Förderdiagnostik und Erziehungsberatung. Sie studierte Sonderpädagogik und promovierte in heilpädagogischer Psychologie. Workshops mit ihr sowie Fachtexte und Lernmaterial finden Sie auf www.WissenSchaffer.de. Zuletzt erschienen von ihrem Alter Ego Milka Sternheim: „Bonjour, Lockdown“, ein Band stimmungsaufhellender Anekdoten über die kleinen Abenteuer des Alltags in Südfrankreich.

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Die viel beschworene Kita-Krise lässt sich nicht mit Geld lösen. Die Ideologie, der die deutsche Frühpädagogik seit Jahren unterworfen wird, macht Kitas zu einem belastenden Umfeld für Kinder und Erzieherinnen. Vom Toilettengang bis zum Laternenbasteln wurden fast alle haltgebenden Strukturen durch konzeptuelle Blendgranaten wie „Partizipation“, „Anti-Adultismus“ und „Selbstbildung“ ruiniert. Dieser Vorgang betrifft uns alle, denn er prägt die nächste Generation und sagt viel über unsere Gesellschaft aus. In dieser Serie nimmt die Pädagogin Dr. Miriam Stiehler Schlüsselbegriffe der Frühpädagogik unter die Lupe und vergleicht die deutsche Praxis mit der in französischen Kitas („Écoles Maternelles“), die höchste Zufriedenheitswerte bei Eltern und Kindern ernten. Dies ist der sechste und letzte Teil der Serie.

Haben auch Sie als Schüler gestöhnt: „Wozu müssen wir das denn lernen? Das brauche ich doch nie wieder!“? Das deutsche Bildungssystem hat Ihre Seufzer gehört! „Selbstbildung“ ist das Heilmittel, das die Klagen der Jugend überflüssig machen soll. Und zwar schon im Kindergarten. Man beruft sich auf den psychologischen Konstruktivismus: Jean Piaget zeigte, dass Kinder sich Wissen nicht „eintrichtern“ lassen, sondern es aktiv in sich aufbauen. Das wurde als bewusster Prozess missinterpretiert, und viele Pädagogen glaubten, Piagets „opération“ sei eine Handlung im Sinne motorischen Hantierens. Beides stimmt nicht, aber es gefällt. Vielleicht hatten es die Franzosen leichter, weil sie Piaget im Original lesen konnten, vielleicht waren sie einfach vernünftiger – ihnen ist dieser Irrtum jedenfalls nicht unterlaufen. 

Daneben hat man in wahnwitziger Weise den Hyperindividualismus der modernen Konsumwelt mit den Glaubenssätzen von Platon, Hegel und Marx verbunden. Herausgekommen ist in Deutschland ein bizarres pädagogische Credo: „Alle Kinder wollen andauernd alles lernen. Tun sie es nicht, sind die Verhältnisse schuld. Extrinsische Motivation erzeugt Untertanen und ist abzulehnen. Nur intrinsische Motivation ist wertvoll. Sie kommt aus dem Sein; jedes Sollen ist schädlicher Druck.“ In der Version für Eltern geht das Credo etwa so: „Wenn mein Kind Fehler macht, ist das System schuld oder eine ,Störung‘; wenn es etwas leistet, ist das sein persönliches Verdienst. Niemand darf mein Kind beurteilen, aber jeder muss es großartig finden, einfach weil es ist, wer es ist.“

Für die Praxis heißt das: Man darf Lerninhalte nur anbieten, aber auf nichts bestehen. Alles, was Kinder tun, ist Lernen, deshalb braucht es auch keine Vorschule. Hauptsache, Kinder drücken sich aus, egal wie laut und erratisch. „Kreativ“ ist alles, was jemandem einfällt, egal wie banal.

Schellackpolitur aus sechs Schichten

Ich könnte meine eigene Kindheit so erzählen, dass solche „Selbstbildung“ plausibel erscheint. Angeblich waren meine ersten Worte „allein, allein, allein!“, ich wollte keine Hilfe. Ich lernte schnell lesen und schreiben. In der ersten Klasse las ich Karl May, in der zweiten legte ich Wörterbücher an wie „Komantsche – Deutsch“ und schrieb erste Gedichte. Ich brachte mir Gitarre- und Keyboardspielen bei, spreche akzentfrei Englisch und gut Französisch sowie rudimentär Italienisch, Spanisch und Ungarisch. 

Ich kann antike Möbel von Hand mit einer neuen Schellackpolitur aus sechs Schichten versehen. Und obwohl ich aus einer bildungsfernen Bergmannsfamilie stamme, machte ich ein Einserabitur, studierte in Rekordzeit und promovierte, kurz bevor ich das erste meiner vier Kinder bekam. Finden Sie nicht auch, dass das irgendwie unsympathisch klingt? Unbescheiden, als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen, als bräuchte man nichts und niemanden. Und wahr ist es auch nicht.

Meine ersten Worte waren bestimmt andere. Lesen lernte ich dank meiner Großtante, die täglich mit mir übte, während ich ein Jahr lang nach der Schule zu ihr geschickt wurde, um daheim aus dem Weg zu sein. Ich liebte Sprachen, aber das hätte ich vielleicht nicht gemerkt, wenn ich mehr Ablenkung gehabt hätte als Europa-Märchen-Schallplatten. Ich konnte am Keyboard nur Melodien spielen, keine Akkorde, weil sich niemand die Zeit nahm, mir zu erklären, dass die Piktogramme im Liederheft für Akkorde standen. Meine psychisch kranken Eltern verboten mir, Gitarre in der Band zu spielen, wenn meine Noten in Mathe und Physik zu schlecht wurden – Übungen hätten mir mehr geholfen. 

Das Einser-Abi gelang, weil ich in der Kollegstufe meinen Mann kennenlernte, dessen Familie es mit der Disziplin zwar übertrieb, dessen makellose Noten aber meinen Ehrgeiz weckten. In Sprachen hatte ich immer hervorragende Noten gehabt, aber was mich weniger interessierte, hatte ich links liegen lassen, anstatt es zu meistern. Dennoch war der Schulunterricht noch in den 90er Jahren so gut, dass auch ein wählerisch-fauler Schüler wie ich ein Maximum aus sich herausholen konnte, ohne dass die Eltern ihm irgendwie halfen. 

Und: Ich hatte immer Zugang zu Büchern. Gute Bücher sind die kondensierten Gedanken der größten Geister, der interessanteste Kreis von Lehrmeistern, den man haben kann. Sogar Möbel zu restaurieren, habe ich aus Büchern gelernt, in diesem Fall von der wunderbaren Ellinor Schnaus. Und: Ich bin mit einem hohen Intelligenzquotienten geboren, der nicht mein Verdienst ist, sondern eine Gnade und Verpflichtung.

Gerade weil ich zugewandten Menschen, Büchern, Strukturen und ausreichend gutem Unterricht so viel verdanke, ärgert mich das kurzsichtige und zum Scheitern verurteile Konzept der „Selbstbildung“, wie es heute verstanden wird. Es macht egozentrisch, furchtsam und ungebildet, und zwar besonders, wenn es bereits im Kindergarten einsetzt.

Kein Paradies der Bildung

Konsequente Selbstbildung im Kindergarten kann man sich so vorstellen: Der Erzieher glaubt, dass alle Kinder gerne lernen möchten, Fahrrad zu fahren. Der Gewinn an Mobilität, körperlichem Können, technischem Wissen und gesteigerter Unabhängigkeit stellt eine starke intrinsische Motivation dar. Also schleppt er kistenweise Fahrradteile und Werkzeuge an, einen Spielteppich mit Verkehrsschildern, obendrein Trikots und Helme. Voilà: ein Bildungsangebot! 

Wenn seine Theorie stimmt, werden die Kinder sich nun ein Fahrrad bauen, lernen, es zu fahren, und dabei wunderbar kooperieren. Doch was wird wirklich passieren? Die Teile werden bald verstreut, zweckentfremdet und beschädigt. Die Trikots werden als Malhemden benutzt. Auf dem Spielteppich müsste man einen winzigen Polizisten einführen, der umgefahrene Schilder aufrichtet, Verkehrsrowdies verhaftet und Verletzte versorgt.

Potentiell wäre fast jeder in der Lage, die Entwicklung von der Draisine zum modernen Fahrrad zu begreifen. Aber nicht allein. Wenngleich Kinder keine tabula rasa sind, so fehlt es ihnen doch an einer Menge nötigem Vorwissen. Nur, weil sie zu logischen Schlüssen in der Lage sind, verstehen sie nicht von selbst, welches Teil wo hingehört. Sie wissen nicht, wie die Kraftübertragung zwischen Pedal, Zahnrädern, Kette und Rad funktioniert oder was stabile Winkelverhältnisse für den Rahmen wären. 

Schon gar nicht motivieren all die genannten realen Vorteile des Radfahrens ein Kind, sich durch diesen anstrengenden Lern- und Konstruktionsprozess durchzubeißen. Kinder wählen nicht von selbst das, was ihnen guttut. Es ist naiv, das zu glauben. Sie tun das manchmal, aber nicht verlässlich. Lenkt man sie nicht, entsteht kein Paradies der Bildung, sondern Verwahrlosung, denn ihnen fehlt noch die nötige Weitsicht und Selbstbeherrschung. Deshalb brauchen sie Anleitung.

Wir dürfen es nach-denken

Selbst die wenigen Kinder, die am Fahrradbau teilnehmen wollten, würden ohne Anleitung eine Menge Zeit verschwenden! Denn obwohl wir geistig in der Lage sind, all diese Erfindungen nachzuvollziehen, müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Das nach-vollziehen erlaubt uns, etwas nicht als Erste denken zu müssen. Wir dürfen es nach-denken, wir dürfen den Gedanken anderer Menschen folgen, müssen nicht vorneweg laufen, sondern können in ihre Fußstapfen treten. Wir bekommen dafür nicht den Ruhm des Erfinders. Ist das Nach-Denken deshalb nicht lohnend? 

Nein! Gerade unser Zeitalter offenbart die Notwendigkeit, nach-zu-denken. Das menschliche Wissen ist in seiner Menge dermaßen angewachsen, dass wir gar nicht anders können, als uns seine Grundlagen so effizient wie möglich vermitteln zu lassen. Um 500 oder 1000 nach Christus war es vermutlich noch möglich, ein Universalgelehrter zu werden (vorausgesetzt, man war reich genug, für den Lebensunterhalt nicht arbeiten zu müssen). Aber schon damals war jedem klar: Wenn man versuchen würde, das Feuer, das Rad, den Bau von tragenden Steinkonstruktionen, das Schmieden, die Landwirtschaft, die Jagd und das Kochen, das Schreiben und Rechnen alleine neu zu erfinden, wäre man tot, ehe man auch nur einen Bruchteil davon geschafft hätte.

Deshalb waren schon in der Antike Bibliotheken – nicht freie Spielgruppen! – die Horte des Wissens und der Weisheit. Texte zu lesen, ist der schnellste Weg, sich Informationen anzueignen, weil ein guter Leser zwei- bis viermal so schnell liest, wie der Lehrer spricht. Weil das aber viel Selbstdisziplin erfordert und Kinder diese erst lernen müssen, und weil es viel Intelligenz und Motivation voraussetzt, die nicht jeder im gleichen Maße besitzt, sind Erklärungen durch andere nötig. Oft ist auch eine Zeichnung oder das Vormachen wesentlich – heute großartig mit Apps oder YouTube-Videos umsetzbar.

Auf den Schultern von Riesen

Selbstbildung gibt es nämlich sehr wohl, aber in einem ganz anderen Sinne. Wer akzeptiert, dass wir alle auf den Schultern von Riesen stehen, und bescheiden genug ist, diese zu erklimmen, dem steht die Bildungswelt offener denn je. Wer einen Internetzugang und eine gewisse materielle Grundausstattung hat, kann heute so ziemlich alles lernen, egal ob es fortgeschrittene Algebra ist, Pralinenherstellung, japanische Grammatik oder der Lockruf des Auerhahns. Aber gerade, weil wir Zugang haben zu 4000 Jahren Wissen aus aller Welt, ist es umso wichtiger, auszuwählen.

Dieses Wissen ist in einer riesigen Masse von „Medien“ enthalten – aber in denselben „Medien“ gibt es zugleich Unmengen von Schrott und Dummheit. Würden Sie als Eltern sagen: „Wir gehen täglich zu McDonald’s, Hauptsache, mein Kind isst überhaupt etwas!“? Dann sagen Sie auch nicht: „Ich bin froh, dass es überhaupt etwas liest!“ Wir müssen auswählen, was wertvoll ist, und dann müssen wir aus der Umgebung unserer Kinder den Schrott entfernen, der ach so attraktiv und ablenkend ist. 

Wer das Handy am Schreibtisch liegen hat, lernt nicht aus dem guten Buch, das offen vor ihm liegt. Wer unbeschränkt fernsehen kann, erfindet keine neue Maschine. Es ist nicht bloß Langeweile nötig, damit Kinder von sich aus Dinge lernen, sondern die Abwesenheit von billigen Dopaminquellen. Das sind alle Medien, die unsere Aufmerksamkeit fesseln und viele Antriebe und Stimmungen in uns ansprechen, ohne dass wir uns anstrengen müssen. Dies erzeugt das Gefühl, die Abenteuer des Lebens zu erleben, ohne sich dem Leben wirklich empfangend auszusetzen; ohne einem Ziel zuliebe die Frustration der Unlust zu ertragen. 

Deshalb rieten Pädagogen in den 50er Jahren von Groschenromanen ab, deshalb warnte Roald Dahl vor dem Fernsehen, deshalb warnt man heute vor TikTok. Ich hätte nie gelernt, was ich lernen durfte, wenn in meiner Kindheit nicht das Fernsehen auf die gelegentliche Folge „Pumuckl“ beschränkt gewesen wäre, wenn ich nicht mehr gelesen und draußen gespielt hätte als Videospiele gezockt.

Grundlagen für unsere geistige Urteilsfähigkeit

Es war vermutlich noch nie so schwierig, einen Lehrplan zu verfassen, wie heute. Aber wir brauchen Grundlagen für unsere geistige Urteilsfähigkeit, Grundlagen intellektuellen Handelns und Grundlagen, bei deren Erwerb Lernerziehung geschieht: Erziehung zur Konzentration, zur Selbstkritik, zur Gründlichkeit, zu Staunen, Liebe und Freude gegenüber Bildungsgehalten. Egal, ob die Bibliothek des Weltwissens zehn oder zehn Milliarden Bücher umfasst: Ein Mensch, der sich von klein auf für den Nabel der Welt hält und nie dankbar staunend aufsehen kann zu den Gedanken anderer, wird nichts davon erwerben. 

Ein Kindergarten, in dem man den ganzen Tag machen kann, was man will, hat einen ähnlichen Effekt. Jeder vermeidet Anstrengung, und wer seinen Eigensinn täglich ausleben kann, der mästet ihn zu Egozentrik und Narzissmus. Die heutige Art von Selbstbildung ist angetreten, damit Kinder sich nicht gegängelt fühlen in Lernumgebungen, deren Sinn sie nicht begreifen. Dabei ließ man außer Acht, dass es ein Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Erzieher gibt und eine pädagogische Verantwortung: Der Erzieher ist verantwortlich für eine sachgemäße Auswahl der Lerninhalte und für eine Wissensvermittlung, in der das Kind tatsächlich aktiv, geistig handelnd (nicht: blind hantierend) sein eigenes Wissen konstruiert. 

Der Erzieher darf und muss dabei aber durch seine Liebe zur Bildung dem Kind auch vermitteln: Du verstehst jetzt noch nicht, warum das wertvoll ist, was du hier lernst – aber bitte vertrau mir, dass du es noch verstehen wirst, wenn du erwachsen bist. In einem solchen Rahmen können Kinder dann sehr wohl eigene Ziele verfolgen, da sie nun genug Frustrationstoleranz und Ausdauer sowie Anknüpfungspunkte für neues Wissen besitzen. Ihnen bloß etwas anzubieten und das Beste zu hoffen, ist jedoch naiv. Es ist unsere Verantwortung, dass aus pädagogischer Führung weder Gängelung noch Verführung wird. Gar nicht zu führen aus Angst, es falsch zu machen, ist auch keine Lösung.

Literatur:

  • Aebli, Hans: Psychologische Didaktik. Psychologische Auswertung der Psychologie von Jean Piaget. Stuttgart, 1968
  • Gomperz, Theodor: Griechische Denker. Eine Geschichte der antiken Philosophie, Band 1; Frankfurt/Main; 1999a; Reprint der 4. Auflage von 1909
  • Jaspers, Karl: Was ist Erziehung? München, 1999
  • Moor, Paul: Kinderfehler - Erzieherfehler. Bern, 1969
  • Schnaus, Ellinor: Möbel restaurieren. Freiburg im Breisgau, 2000

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Karl | Fr., 17. Januar 2025 - 11:12

Leider sind Kitas, Schulen und Unis zu linksgrünen Kaderschmieden geworden.
Kitas und Früherzieung werden zu Tummelplätzen kranker grüner Fantasien (Sexkoffer, Sexspielzeug für 3 - jährige), ekelhaft.
Auch der bis zu 80 % vorherrschende Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, die so gut wie kein Deutsch sprechen, behindern Deutsche Kinder in ihrer Entwicklung !
In meiner Ausbildung zum Erzieher (2.0 und Fachhochschulreife), 2002, sage mein Lehrer :
"Sei selbst immer Lehrender und Lernender".
Tolle Lehrkräfte und viel gelernt.
In meiner Erstausbildung zum Maschinenschlosser 1978, ging es zu wie bei Militär. Brüllen, anschreien, runtermachen. Trotzdem mit (2/3) ausgelernt.
Mit freundlichem erklären, erforschen und selbst ausprobieren, unterstützen und auch eigene Grenzen zu erfahren kann man jedes Kind für das Lernen und erforschen begeistern.
"Grenzen geben Geborgenheit".
Das heute niemand mehr als Erzieher oder Lehrer arbeiten möchte, kann ich bestens verstehen !!!
Ich habe noch ein Jahr im Jugendzentrum gearbeitet und habe dann ganz schnell in den
Sack gehauen.
Ich bekam eine Abneigung gegen Kopftücher und ungebildete, unsozialisierte muslimische Besucher.

Zitat:

Wenn du kreativ sein willst, lass dich selbst ein Kind sein.
Sei ein Kind mit der Kreativität und dem Erfindungsreichtum, die Kinder auszeichnen,
bevor die Gesellschaft sie verändert.

Zitat Ende

Jens Böhme | Fr., 17. Januar 2025 - 11:50

Die Selbstbildung ist nicht neu. Sie fand über zehntausende von Jahren in den Anfängen der menschlichen Evolution statt. Damalige Lernkurve und Erkenntnisgewinn sind für heutige Verhältnisse so anwendbar, als ob man völlig den Verstand verloren hat und Evolution im Speedmodus experimentierbar machen zu wollen. Zudem sind die Erfahrungen über sogenannte Wolfskinder keineswegs optimistisch. Verschiedene Experten verschiedener Jahrhunderte versuchten sich vergeblich an deren nachträglicher Bildung von Sprache, Lesen, Schreiben und Rechnen. Selbst der aufrechte Gang blieb kein Selbstläufer.

Henri Lassalle | Fr., 17. Januar 2025 - 15:22

um ihre Talente u Neigungen zu ordnen, zu kanalisieren und zu zu formen.
Ich kann in dieser Hinsicht als Beispiel dienen: Studium in Oxford, Kalifornien und Paris. Dort hatte ich einen Professor, ein bedeuteder Spezialist auf seinem Gebiet, der meine Promotion betreute und mir dabei Hilfen fürs Leben mitgab: Ich hatte viele "begnadete" Einfälle, für die mich der Prof. beglückwünschte, sagte mir aber insistierend, dass da unbedingt mehr Methodik rein müsste, und er supervisierte das streng. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar.