Kai Gniffke ist Intendant des SWR und zur Zeit ARD-Vorsitzender / Sven Cichowicz

Kai Gniffke - Blitzableiter auf Zeit

Kritik an der ARD gibt es reichlich. Ihr neuer Vorsitzender Kai Gniffke will durch eine große Strukturreform verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München. 

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Schwer zu sagen, ob der ARD-Vorsitz Fluch oder Segen ist. Fluch deshalb, weil sich der gesamte öffentlich-rechtliche Apparat – zu dem neben ARD auch ZDF und Deutschlandradio gehören – in einer veritablen Vertrauenskrise befindet. Segen deshalb, weil der neue ARD-Vorsitzende Kai Gniffke nun die einmalige Chance hat, weitgehende Reformen anzustoßen, um die ARD zukunftsfähig zu machen. Und das will er auch, sagt Gniffke. Er spricht gar von der „größten Strukturreform“ in der Geschichte der ARD. Diese soll dem Prinzip „Jeder macht, was er am besten kann, was in der Gemeinschaft gebraucht wird“ folgen, statt jenem, wonach alle irgendwie alles machen.

Kritik an der ARD gibt es reichlich: zu groß, zu teuer, zu linksgrün und zu stark von der Politik beeinflusst. Vieles, was im öffentlich-rechtlichen Rundfunk über Jahrzehnte gewachsen ist, wird heute hinterfragt, weil es hinterfragt werden muss. Warum entsenden ARD und ZDF jeweils eigene Teams zur Fußball-WM? Wofür braucht man in Deutschland überhaupt noch ARD und ZDF? Und warum überlässt man die Unterhaltung nicht den Privaten, die derlei im Zweifelsfall viel besser können? Vier Oscars für „Im Westen nichts Neues“ (Netflix) versus woker Zeitgeist im „Tatort“. 

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Markus Michaelis | Do., 27. April 2023 - 16:41

Schön wäre es, würde der ÖRR mehr zweifeln, fragen, abwägen. Die Welt ändert sich ohnehin laufend, gerade mal wieder schneller und insbesondere wird sie weniger europäisch, damit auch weniger deutsch. Täglich kommen neue Dinge dazu, die man nicht wirklich versteht oder einsortieren kann, zu alten Gewissheiten kommen neue Aspekte oder Sichtweisen.

Ich kann kaum glauben, dass all die tausenden Mitarbeiter im ÖRR in diesem Treiben soviel Gewissheit und klare Werte haben, wie der ÖRR ausstrahlt.

Hans Jürgen Wienroth | Do., 27. April 2023 - 17:01

Wer etwas verändern will, der muss bereit sein, sich zu streiten. Dabei ist es wichtig, dass dieser Streit sachlich bleibt und nicht auf die „persönliche“ Ebene wechselt. Nur ist man – gerade im ÖRR-TV – keinen Streit mit sachlichen Argumenten (anders als bei Servus-TV) mehr gewohnt, seit man mit populistischen Phrasen um sich wirft.
Wenn Herr Gniffke eine „große Zurückhaltung“ von ARD-Journalisten in bestimmten Fragen will, dann ist dieser Streit notwendig. Zu groß ist der Eifer vieler, die Welt oder zumindest unser Land zu verändern. Da wird geframt, da sind Interviewer begeistert oder angewidert vom Gegenüber, was sich in der Befragung deutlich zeigt. Schließlich hat man „die Wahrheit gepachtet“, entscheidet darüber, was Fake-News sind. Das muss beim Empfänger, dem Zuschauer ankommen. Schließlich hat man Einfluss, bis hin zur Wahlentscheidung.
Es bleibt sehr viel zu tun, Herr Gniffke, packen Sie es (bei neutralen Nachrichtensendungen) an – wenn die Netzwerker der Politik sie lassen.

You made my day!

Von Red-Bull finanziertes Schwubel-TV, in dem selbst Rechtsextremisten (Sellner), Covidioten und sonstige Demokratieverächter sich verbal austoben dürfen (mit - lach - sachlichen Argumenten! Und zuweilen ohne nennenswerte Gegenrede) als Zukunftsform des demokratischen öffentlichen Rundfunks!

Nun ja, wenn DAS für Sie eine "ordentliche" Informationsquelle darstellt, verstehe ich so Einiges...

Nun gut, Herr Lenz, dass Ihnen das alternativlos populistische und kritikbefreite ÖRR-TV lieber ist, kann ich verstehen. Wer will sich schon mit Argumenten auseinandersetzen, die nicht ins eigene Weltbild passen. Wer will sich die wissenschaftliche Frage stellen, ob Wind- und Solarkraft wirklich klimaneutral sind, wie uns immer versprochen wird, oder gar unser Klima schädigen, nur um ein paar Öko-Energie-Gewinnlern die Taschen zu füllen? Immerhin ist dank oder trotz unserer großen Anstrengungen zur CO2-Reduzierung die Erderwärmung in Europa größer als in allen anderen Kontinenten. Woran liegt das wohl? Klar, wir machen nicht genug oder liegt es an den KKW der Franzosen?
Ich hasse es, mir irgendetwas als Faktum vorzusetzen, wenn man mir nicht nachvollziehbar die naturwissenschaftlichen Gesetze erklären kann. Wasserstoff ist für Autos und Heizung ineffizient, weil zu teuer, aber für Stahlerzeugung, Schifffahrt oder Fliegen stimmt das nicht? Man muss sich nicht alles schönreden lassen.

die nicht in Ihr Weltbild passen?

Deswegen bevorzugen Sie Servus-TV? Sicher doch, leuchtet ein. Da bekommen Sie die Meinung, die Ihnen gefällt. Die dann schnell faktischen Charakter erhält.

So so, Klimakrise ist also nur Geschäftemacherei? Und wenn wir unser Klimaziel mal wieder verfehlen, liegt das z.B. an den Franzosen?

Oder wollen Sie auf den alten Hut hinaus, Deutschland könne das Klima nicht alleine retten - und überhaupt sei das gar nicht notwendig, weil es ja keine Klimakrise gibt?

Da werden Sie bei Servus TV natürlich gut bedient.

Und wenn es Sie nach Realität verlangt, gibt es ja noch den ÖRR.

Es lohnt sich nicht mit dem Politik-Autisten Lenz ins Gespräch zu kommen. Der hat seine Feindbilder. Nur, weil Servus-TV nicht so pfeift wie unsere ÖRR ticken,
ist es abzulehnen. Wahrscheinlich irgendwie AfD- finanziert oder von Putin gesponsert. Nee, dieser Lenz hat ganz schön ein Rad ab. Schade, dass er nur anonym stänkern kann, weil zu feige, dem würde ich zu gerne mal life sehen und hören und erleben wie er wirklich tickt.

Hans-Hasso Stamer | Do., 27. April 2023 - 17:20

Herr Gniffke, beenden Sie die politische Linkslastigkeit und den direkten Durchgriff der Politik auf die ÖR Medien.

Geben Sie der AfD dieselbe Chance zur fairen Selbstdarstellung wie allen anderen Parteien.

Beenden Sie alle Experimente mit der deutschen Sprache und bemühen Sie sich um politische Neutralität.

Hören Sie auf, als Prediger der Klimakirche aufzutreten.

Geben Sie all denen eine Stimme, die Sie jetzt aus ihrer politischen "Haltung" heraus canceln. Denn Sie sind für die vollständige Abbildung der gesellschaftlichen Realität da, nicht für die Verbreitung von "Haltung" oder für politischen Aktivismus im Sinne linker Kreise oder der Regierung.

Dann werden sie auch wieder "mein Begleiter", so wie Sie es vor 2014 waren.

So aber sehe ich von den vielen Kanälen von ARD (und ZDF) weiterhin keinen einzigen.

In dankbarer Erinnerung an Hanns Joachim Friederichs, der das alles verstanden hätte.

Kniffe hat zugestanden, dass es gewisse "Zwischentöne in den Texten gegeben" habe, mit denen man den Leuten vorgeben wollte, "was sie zu denken hätten!" - Mit Verlaub, Herr Kniffke das ist ein sehr, sehr weichgespültes Zugeständnis über das, was da seit Jahren tatsächlich getrieben wurde. Ich erinnere an die 1:1 Übernahme und Verstärkung der illegalen Auflösung der Grenzen des Landes durch Merkel, die damit unserem Land einen immensen Schaden zugefügt hat. Alle Kritiker dieser offensichtlichen Politik des Ruins wurden von ARD und ZDF als Nazis betituliert. Ähnliche Diffamierungen gab es während und nach dem Corona-Regime gegen Querdenker und Impfskeptiker. Aber immerhin gibt er etwas zu!
"Sein [Kniffkes] Mantra sei, die AfD so wie jede andere Partei auch zu behandeln." - Das hat er gesagt und genau daran wird man ihn messen! Die ÖRR müssten sich ab jetzt dafür einsetzen, dass der AfD gleiches Recht zuteil werden muss - egal ob im Bundestag, auf der Straße oder in den übrigen Medien!

Thomas Hechinger | Do., 27. April 2023 - 17:35

Die beste Strukturreform: ÖRR abschaffen. Für die Mitarbeiter Sozialpläne, um den Übergang in die freie Welt abzufedern.
Ich weiß, das ist ein Wunschtraum. I have a dream.

Günter Johannsen | Do., 27. April 2023 - 18:38

Antwort auf von Thomas Hechinger

ARD/ZDF abschaffen: wir brauchen nach 1989 keine Hofmachrichten ... Auch wenn Genoss*in Hüglenzl*in das seiner/ihrer linXen DNA entsprechend anders sieht! Aber was juckt es den afrikanischen Affenbrotbaum, wenn sich ein Warzenschwein an ihm schubbert?!
Gniffke will die ARD nach links strukturieren. Dabei ist der Kanal längst links ausgerichtet. Richtig: "Für die Mitarbeiter Sozialpläne, um den Übergang in die freie Welt abzufedern." So wurde es nach 1989 praktiziert. Nun gibt es bald die Wiederholung. Aber Abfederung von linXen Volkspädagogen kann nur heißen: Bürgergeld ohne wenn und aber!

Günter Johannsen | Do., 27. April 2023 - 18:48

Antwort auf von Thomas Hechinger

Ein Deutschland, in dem ich gerne lebe:
... wäre ein Land ohne links-grüne Dominanz und ohne linXen Gesinnungsterror mit einer ehrliche-freiheitlichen Demokratie einschließlich echter Meinungsfreiheit. In diesem Land gibt es keine Medien, die nur das berichten, was die selbsternannte Moral-Elite dem Bürger wissen lassen will! Ich möchte in einem Land leben, wo Frauen wirklich gleichberechtigt sind und uns nicht tagtäglich vorgeführt wird, dass Frauen mit Vollvermummung oder Kopftuch die moralisch höherwertigen Menschen sind, weil sie sich freiwillig (?) von ihren Männern züchtigen lassen!
I Have a Dream ... : Ein Land, in dem die wahren Täter/Mörder beim Vornamen genannt und nicht verschwiegen werden - und linXe Straftaten (der "Letzten Generation") nicht beschönigt bzw. verharmlost werden ... Wo der Steuerzahler und Souverän das sagen hat und nicht eine Clique links-grüner besserwissender Möchtegern-Politiker, die sich für die Moral-Elite der Welt hält!

Günter Johannsen | Do., 27. April 2023 - 18:55

Ich möchte in einem Land leben, wo ein Kleingeistig-linXer Grundschullehrer einen deutschen Staatsbürger nicht ungestraft als Rechtsradikalen beschimpfen und diskriminieren darf!

Gerhard Lenz | Fr., 28. April 2023 - 12:59

Antwort auf von Günter Johannsen

Kamerad Johannsen, das haben Sie in etlichen Kommentaren deutlich gemacht. Na, was möchten Sie denn mit den verdammten LinXen machen? Einer Ihr neuen Freunde hat ja bereits bei einer Demonstration der Pegida-Volldemokraten bedauert, dass die KZs zur Zeit außer Betrieb sind. Aber sicher gibt es noch andere "Endlösungen" für den "linken Abschaum". Alle aufhängen, erschießen, oder besser noch, erschlagen, spart man wenigstens die Kugeln?

Sie sind mir ein schöner "Kirchenmann", und ein noch "besserer" Christ: für Sie sind die Linken, Grünen usw. wohl die Hexer(n) der Neuzeit. Sie würden Sie wohl am liebsten allesamt auf den Scheiterhaufen schicken, deutschen Boden "reinigen", von allem was auch nur im Entferntesten "linx" sein könnte, ausnahmslos, ohne Gnade!
Einerseits mit Bibelzitaten um sich werfen, um dann, im nächsten Moment ihre von Hass zerfressene, vor Selbstmitleid nur so strotzende Menschenverachtung loszuwerden!
Aber dafür ist Ihnen ja der Beifall Ihrer neuen Freunde gewiß...

habe ich nur Mitleid übrig. Die tun mir Leid, weil sie eigentlich nix dafür können.
Übrigens: nehmen Sie sich nicht so wichtig! Sie sind kein Hexer. Sie sind nur ein einfältiger verbohrter Linksextremist, der eine nicht reparierbare Gehirnwäsche hinter sich hat.
Was ich mit ihnen täte? LinX liegen lassen!
Übertragen sie bitte nicht Ihre Hass-Phantasien auf andere Menschen. Lassen Sie die bei sich selber ... wo sie hingehören!

Enka Hein | Do., 27. April 2023 - 18:59

....soll einen linkslastigen Sumpf trockenlegen.
Das ist Kabarett pur.
Eher wird der Papst Handelsvertreter bei Beate Uhse.
GEZ abschaffen. Statt dessen Bezahlfernsehen.
Allerhöchstens 5 Euro Grundgebühr und dann Infos ohne linkslastige moralisierende Erziehungsjournalisten.
Bei den 5 Euro GEZ ist aber Benutzung von ÖPNV in der Region enthalten. ?

Gerhard Fiedler | Do., 27. April 2023 - 19:19

ganz in meinem Sinn, was Sie da schreiben. Besser kann auch ich es nicht sagen. Ihnen meinen Dank dafür! Da können wir nur hoffen, dass Herr Gniffke unsere Kommentare liest, und noch besser, sich diese zu Herzen nimmt.

Thorwald Franke | Do., 27. April 2023 - 22:02

Gniffke laviert herum und gibt nichts zu. Nichts. Es ist zum Haareraufen. Von so jemandem ist eine Reform nicht zu erwarten. Und er versteht auch die Hauptaufgabe der Öffentlich-Rechtlichen nicht: Die besteht nämlich keineswegs in Vielfalt, denn Vielfalt gibt es auch so in tausend Nischen. Auch die Qualität ist nicht die Hauptaufgabe, so wichtig sie ist. Sondern die Hauptaufgabe muss natürlich die Zusammenführung verschiedenster Meinungen aus den Nischen heraus auf einem gemeinsamen Forum sein. Der Zusammenhalt in der Gesellschaft ist das große Thema.

Das Objektivitätsmantra, das Gniffke hier noch einmal radikal vertritt (angeblich seien nur 1% Meinungsbeiträge, z.B. die Kommentare), ist aus prinzipiellen Gründen Unsinn. Es ist gewissermaßen philosophisch gar nicht möglich, dass ein Journalist objektiv ist. Um Objektivität geht es auch gar nicht. Sondern darum, dass man zu einem Thema mehr als nur eine Meinung hört, und dass diese Meinungen dann rational verhandelt werden.

Ingo Frank | Fr., 28. April 2023 - 07:40

Natürlich lobenswert …… Aber chancenlos !
Selbst….., selbst wenn einer da ist, ein Refömchen anzugehen, werden hunderte, die von der Verflechtung zwischen Politik und ÖRR profitieren und ihr Kapital (beidseitig ! !) aus dieser Verquickung ziehen, dagegen halten und das kleine Flämmchen der Erneuerung ersticken..
Die einzige Hoffnung ist, dass einige, wie z.B. SA auch auf Drück mit der AfD zu stimmen, die immer währenden finanziellen Zuwendungen einfrieren oder gar zurückdrehen. Schlicht & Ergreifend den Geldhahn zudrehen. Dann, nur dann hätte ich den Glauben an eine Selbstreinigung.
Bestes Beispiel rbb. Was ist aus den Millionenforderungen der abgesetzten Intendantin geworden? Schon anwaltlich im stillen Kämmerlein ausgekungelt? Neeee so wird das nichts! Weder mit einem ausgeglichenen Programm noch mit der viel beschworenen Transparenz.
Runter reduzieren auf 1x Unterschicht- TV und einen Nachrichtensender und das war’s.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Ernst-Günther Konrad | Fr., 28. April 2023 - 07:57

Ob und wie Herr Gniffke konkret reformiert bleibt abzuwarten. Verkleinern, strukturell vereinfachen und inhaltlich wieder zurück zu den Wurzeln eines ÖRR wäre wünschenswert. Ich habe da nur meine Zweifel. Zu viele Hürden gilt es da zu nehmen. Erstmal in den eigenen Anstalten werden etliche sein, die um eigene Pfründe kämpfen werden mit allen Mitteln. Er muss sich ja faktisch mit allen anlegen, die das System ÖRR in die Lage gebracht haben, in der man sich jetzt befindet. Neben interner Aufarbeitung müssten Köpfe rollen, die Politik wieder an den Platz gestellt werden, wo sie hingehört. Und da geht es dann schon wieder los. Die Rundfunkräte haben ja mitgemacht, auch werden gegen Reformen angehen, gerade wenn ihr Einfluss beschnitten bis hin neutralisiert werden würde. Der ÖRR ist eine Großbaustelle ähnlich wie der BER. Da braucht Herr Gniffke zwei Leben, um den zu reformieren. Ich unterstelle gute Absichten, aber habe wenig Hoffnung. Der Sumpf ist zu groß. Aber warten wir es ab.

Gerhard Lenz | Fr., 28. April 2023 - 09:12

Außer den üblichen Kandidaten will kein Mensch eine AfD-freundlichen ÖRR, in dem z.B. der Faschist und Rechtsextremist Hoecke nicht mehr als solcher bezeichnet wird. Oder dessen Partei entsprechend. Auch wenn sich in diesem Forum wie üblich Kritik am ÖRR an solchen Fragen aufhängen wird.

Richtig ist, dass die Strukturen des ÖRR längst aus dem Ruder gelaufen sind. Jede Menge oft banaler Radioprogramme, in denen neben Mini-Wortbeiträgen doch nur Musik dudelt, oder ständige Wiederholungen in TV-Dritten, wodurch diese dann angeblich zu Vollprogrammen aufgewertet werden, braucht kein Mensch. Natürlich hat der ÖRR qualitativ hochwertige Angebote - siehe DLF, Phönix, Arte, in Teilen ARD und ZDF usw. Aber eben auch zu viel überflüssiges Beiwerk. Da sollte Herr Gniffke den Hebel ansetzen und ein wenig straffen. Damit würden sicher auch Kosten und Gebühren überschaubarer, und der ÖRR hätte einen Klotz weniger am Hals.
Das Problem: Rundfunk ist Ländersache. Hoch lebe der Föderalismus!

Ich habe nachgezählt, Herr Lenz. Stand jetzt haben sich ganze drei Foristen dafür ausgesprochen, die rechtsradikal gewordene AfD "normal" zu behandeln. Das sind drei zuviel, aber es ist immer noch eine Minderheit.

Ich frage mich, Herr Lenz, wie Sie vorgehen werden, wenn es der neuen Partei "Bündnis Deutschland" gelingen sollte, die AfD zu überflügeln (schönes Wortspiel). Wenn also eine neue liberalkonservative Partei sich etabliert, der es gelingt, die Rechtsradikalen außen vor zu halten. Werden Sie dann milder sein, oder werden Sie in gleicher Weise draufhauen, Herr Lenz? Bitte beachten Sie: Davon hängt Ihre Glaubwürdigkeit als Demokrat ab ...

Günter Johannsen | Fr., 28. April 2023 - 12:24

wird man nicht dadurch, dass man ihn mit Stroh füllt!
"Ein Mensch, der spürt, wenn auch verschwommen,
Er müsste sich, genau genommen,
Im Grunde seines Herzens schämen,
Zieht vor, es nicht genau zu nehmen."
E. Roth