Marder-Panzer
Zu schwer für die Ukraine? Schützenpanzer vom Ty Marder / dpa

Deutschland und die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine - An der historischen Verantwortung gescheitert

Man kann es nur noch als einziges Debakel bezeichnen: Deutschlands mangelnde Bereitschaft zur Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland und die entsprechende Kommunikation der deutschen Bundesregierung. Mit der jetzt anvisierten Lösung jedenfalls wird die Bundesverteidigungsministerin der Falschaussage überführt.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb ist Cicero-Autor und war Kultus- und Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört der SPD an.

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Den Auftakt machte in der letzten Woche Olaf Scholz (SPD) höchstselbst: In einer eigens angesetzten Pressekonferenz am Rande einer Videokonferenz der Regierungschefs der G7-Staaten verkündete der Bundeskanzler, dass man die Ukraine weiterhin unterstützen wolle und zwar „finanziell und auch militärisch“. Allerdings nicht aus Beständen der Bundeswehr. Stattdessen solle die Ukraine deutsche „Militärgüter aus industrieller Produktion“ mit finanzieller Unterstützung durch die Bundesrepublik erwerben.

Schon seit Wochen, im Grunde seit Beginn des Krieges, fleht die Ukraine bitterlich um die Lieferung schweren militärischen Geräts auch durch Deutschland, um sich der Aggression Putins wirksam erwehren zu können. Und in derselben Intensität, mit der der ukrainische Botschafter mitunter die üblichen diplomatischen Gepflogenheiten ignorierte, weigerte sich die deutsche Bundesregierung, Nägel mit Köpfen zu machen. Von Beginn an betonte der deutsche Bundeskanzler, dass eine Beteiligung Deutschlands und der Nato am Kriegsgeschehen in der Ukraine auf keinen Fall infrage komme. Und dass die Lieferung schwerer Waffen von Putin als Kriegseintritt Deutschlands oder der Nato interpretiert werden müsste. Mit den entsprechenden Folgen.

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Wolfgang Borchardt | Mo., 25. April 2022 - 13:27

In die allgemeine Hysterie einzustimmen, ist wunderbar einfach und hat bisher jeden Krieg beflügelt. Besonnen zu bleiben, ist ungleich schwerer, aber poltisch immer gut. Leider versäumt es Herr Scholz, seine Strategie dezidiert zu vertreten. Leisetreterei ist mit einer Kanzlerrolle nicht zu vereinbaren. Mittlerweile ist soviel Zeit vergangen, dass die Ukraine bereits über von Russland erbeutete und von anderen Staaten gelieferte Panzer in großer Zahl verfügt. Ehe es wirklich zu einer Lieferung mit den zu erwartenden logistischen Verzögerungen kommt, sind sie möglicherweise weniger wichtig als psnzerbrechende Waffen. Wer regelmäßig der Geschichte hinterherläuft und sich in vergangenen Regierungsjjahren politischen Gestaltungswillen abtrainiert hat, darf nichts anderes erwarten.

Jens Böhme | Mo., 25. April 2022 - 13:38

Das ist ein Dilemma moderner Politik. Man steht eindeutig politisch und militärisch auf Seiten der Ukraine und lässt sich vom Aggressor Russland vorschreiben, wie man die Ukraine unterstützen dürfe. Armer Westen. Arme freie Welt. In dieses Fiasko führte freilich das Ende des Kalten Krieges und die Erfindung von gerechten Kriegseintritten bzw. gerechten Kriegen wie z.B. gegen Irak und Jugoslawien. Allerdings glaube ich nicht an einen Atomschlag der Russen gegen Deutschland, weil dies zu Kriegshandlungen rund um den Roten Platz nach sich zieht, sondern eher an ein sofortiges Gasembargo durch die Russen. Die Folgen für Wirtschaft und Handel wären sofort zu spüren, etwas später merkt es dann auch der private Familienhaushalt, der sich sicher wiegt, russisches Gas hat Deutschland nur zum Heizen des Eigenheimes, wenn man Alt-Bundespräsident Gauck glaubt.

Walter Bühler | Mo., 25. April 2022 - 13:50

... erzeugen Sie umgekehrt bei mir einen veritablen moralischen Würgreiz.

Am Anfang schreiben Sie völlig richtig: "Dabei kann man dem deutschen Bundeskanzler seine Haltung nicht ... moralisch zum Vorwurf machen. Er hat seinen Amtseid schließlich auf das deutsche und nicht auf das ukrainische Volk geleistet. Es gibt für keinen Staat der Welt die moralische Verpflichtung, sich lemmingsgleich dem Gevatter Tod anzuvertrauen."

Das ist aber nur so salvatorisch daher geschwätzt. Sie schütten danach nur noch kübelweise Pseudo-Moral und Abscheu über den Bundeskanzler aus, der wie Sie zur SPD gehört, aber für Sie der politische Hauptfeind ist.

Was soll das? Los, treten Sie endlich aus der SPD aus und in die CDU ein!

Es bleibt dabei: Der Bundeskanzler "hat seinen Amtseid schließlich auf das deutsche und nicht auf das ukrainische Volk geleistet. Es gibt für keinen Staat der Welt die moralische Verpflichtung, sich lemmingsgleich dem Gevatter Tod anzuvertrauen."

Das stimmt absolut.

Christa Wallau | Mo., 25. April 2022 - 14:02

die allgemeine Devise, welche überall laut u. aus Herzenstiefe überzeugt ertönt. So auch in diesem Beitrag.
Alle, die das kritisch sehen, sind verantwortungslose Feiglinge bzw. widerliche Putin-Versteher.
Nun, gut, lassen wir dies so stehen.
Das Ende ist offen...

Eines aber dürfte sicher sein:
Gewinner dieses Krieges sind jetzt bereits die Rüstungskonzerne in den westlichen Ländern, die arabischen Länder als Öllieferanten, die USA als Fracking-Gas-Verkäufer und alle Unternehmer, die schon in den Startlöchern sitzen und sich auf die Riesengeschäfte beim Aufbau der zerstörten Ukraine freuen.
Doch auch die Mütter, die ihre Söhne verloren, Frauen/Kinder, deren Ehemänner/Väter ihr Leben im Krieg ließen, dürfen am Ende jubeln über die Freiheit, welche ihre "Helden" für die Ukraine der Zukunft erkämpft haben: Demokratie vom Feinsten - frei von Korruption und Ausbeutung. Welch ein Trost!
Hoch lebe der Patriotismus der ukrainischen Nation! Er führt sie glücklichen Zeiten entgegen.

Nun ja... das "Frieden schaffen ohne Waffen" hat ja auch so toll funktioniert... für D, wo man sich bequemerweise jahrzehntelang hinter dem US-Militär-Bollwerk verstecken konnte mit unserem "nie wieder" und mit immer weniger Rüstungsausgaben die Bundeswehr in die Wehrunfähigkeit kapputtgespart hat, dafür aber umso besser wirtschaftlich prosperieren und Geldgeschenke weltweit verteilen konnte (nicht umsonst hieß das "Scheckbuchdiplomatie").
Und den Freiheitskampf der Ukrainer auf Ihre Weise ironisch (oder ist das schon zynisch?) abzurteilen, halte ich für moralische Anmaßung und daher für völlig unangebracht.
Haben Sie (oder andere Kommentatoren, die das "Kriegsgeheul" etc. so verurteilen) ein tragfähiges Alternativmodell gegen einen in höchstem Maß gewissenlosen Aggressor?
So bitter das ist: gegen skrupellose Gewaltmenschen helfen keine Samthandschuhe...
Die einzige Alternative wäre, sich einem Aggressor zu unterwerfen.
Ich halte das für ein nicht diskutables Alternativmodell.

Regen Sie sich nicht auf!
Es läuft doch so, wie die ukrainische Führung es will:
Waffen werden täglich geliefert, und die Unterstützung der westlichen Welt gegen den Aggressor ist überwältigend groß.

Ich hätte mich zwar über einen ähnlich hohen Einsatz a l l e r europäischen Staaten, der USA und anderer großer Länder v o r Ausbruch des Krieges mehr gefreut (Da ist m. E. nämlich nicht genug getan worden, um den Krieg zu verhindern!), aber dieser Einsatz ist nun mal ausgeblieben; offenbar deshalb, weil keine echte Verhandlungsbereitschaft seitens der ukrainischen Führung vorhanden war und weil man evtl. auch nicht mit der Ernsthaftigkeit der russischen Drohung gerechnet hatte.

Jetzt geht eben alles den gewohnten Gang, den Kriege üblicherweise so an sich haben.
Das ist mir völlig klar.

Norbert Heyer | Mo., 25. April 2022 - 14:11

Wie lange werden unsere eher schwachen Politiker noch dem Trommelfeuer der Kriegsbegeisterten widerstehen? Ich bin ehrlich gesagt sehr erstaunt, dass wir anscheinend eine Angriffsarmee haben. Wurde uns doch jahrzehntelang erklärt, wir haben eine Landesverteidigung, die Amtsinhaberin heißt doch Verteidigungs- und nicht Kriegsministerin. Warum soll Herr Scholz Aktionen durchführen, die uns tatsächlich ins Kreuzfeuer der Kriegsparteien führen? Jedes Volk hat normalerweise eine Grenze für humanitäre Hilfe: Das ist der Selbsterhaltungstrieb. Wir sollen schwere Waffen liefern, Flüchtlinge aufnehmen, auf Energie verzichten und werden deshalb sehr geschickt von unmöglichen ukrainischen, deutschen und europäischen Politikern und Medien in eine moralische Verpflichtung gedrängt, die wir nicht erfüllen sollten. Hoffentlich halten wir diese einzig richtige Entscheidung durch. Das sagt kein Putinversteher, sondern ein überzeugter Pazifist. Wir stehen jetzt schon am Rande einer großen Katastrophe.

Jörg Adams | Mo., 25. April 2022 - 14:12

Ihre im Artikel artikulierten Gedanken sind aus meiner Sicht sachlich und sachlich richtig.
Eines fehlt mir seit Wochen: die Stellungnahme eines ukrainischen Militärs hinsichtlich der Verwendbarkeit deutscher Waffensysteme durch die ukrainische Armee. Sind sie im Einsatz handhabbar, unterhaltbar und welchen Vorteil versprechen sie sich davon.
Dass Herr Melnyk sich zu Wort meldet, ist seine Aufgabe, aber dass die Beantwortung wichtiger Sachfragen von Journalisten nicht eingefordert wird, ist mir unverständlich. Sollte es keinen ukrainischen Militär geben, der diese Fragen zu beantworten bereit ist? Scheinbar wird nicht einmal der Versuch unternommen, diese Frage zu klären. Ich werde den Eindruck nicht los, niemand, auch Cicero nicht, ist an der Beantwortung interessiert. Mit Verlaub, existiert da eine Schere im Kopf?

Sie vermissen einen Beantworter für das ukrainisches Miltitär lieber Herr Adams.
Ich befürchte, da können Sie lange warten. Das liegt im Ermessen Selenskijs Per-sonalpolitik. Er bestimmt den häufigen Austausch von Kadern, die teilweise nur wenige Monate im Amt bleiben werden. Wie beispielsweise derzeit der Ge-sundheitsminister, der Wirtschaftsminister und ebenso der Verteidigungsminister. Diese wurden schon dreimal neu besetzt. Im Juli 2021 wechselte S. auf einen Schlag den Großteil des Spitzenpersonals sicherheitsre-levanter Institutionen aus. Mit ein Grund für die Personalrochaden ist der populistische Reflex, andere für das Ausbleiben schneller Resultate oder effektiver Strategien verantwortlich zu machen, um die eigene Reputation zu schützen.
Mit wem konnte sich am Sonntag der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin unterhalten? Mit Selenskij? Für einen raffinierten Schmierenko-mödianten ist keine Rolle zu schwer.
keine Rolle zu schwer.

Genau diese Frage geht mir wie scheinbar Ihnen auch durch den Kopf seit derartige Begründungen Thema sind. Beim Begriff Verwendbarkeit musste ich trotz allen Ernstes fast schmunzeln. So man wie ich davon ausgeht, dass man nur Dinge der Verwendung zuführen sollte, die u.a. funktionstüchtig sind. Wovon man bei den aktiven wie passiven Beständen unserer Landesarmee wie leider vielfach bewiesen keineswegs ausgehen kann. Lediglich Helme schienen im Überfluss vorhanden zu sein nach der Truppenreduzierung durch die Abschaffung der Wehrpflicht usw. Soweit meine ganz persönliche Bestandsaufnahme, nachdem mir diese Problematiken durch diensthabende Militärangehörige in der eigenen Familie sowie aus dem Bekanntenkreis schon "ewig" bekannt sind. Beim Thema Handhabung fremder Waffen wird es schon schwieriger. Ich frage mich warum die Ukrainer z.B. von den Holländern gelieferte Panzerhaubitzen bedienen können, deutsche aber nicht. Das eingesetzte US-Gerät ist auch kein einfaches Spielzeug? FG

Ingo Frank | Mo., 25. April 2022 - 14:43

Die Scharfmacherpolemik aus den eigenen Reihen der Ampel?….wie der Verfasser von den Sozen? Und, von der überwiegenden Mehrheit der Jurnallie.
Man hätte sich bei 16 Jahren merkelscher absolutistischer Alleinherrschaft mehr“Feuer“ unterm Dach gewünscht. Die über uns allen „Schwebende“ führte uns bis vor den Abgrund und es wurde trotzdem das Füllhorn der Lobpreisung über sie ausgeschüttet. Und jetzt, wenn der Kanzler sich dreht und wendet, und eben NICHT ALS Kriegspartei in den Konflikt verwickelt werden will, wird kein gutes Haar ani ihm gelassen. Sind wir denn im ideologischen Blutrausch angekommen? Was wollen die Gutmenschen? Einen atomaren 3. Weltkrieg? Wenn man Hofreiter und S. Zimmermann‘ s Forderungen hört, möchten die morgen die Generalmobielmachung D ausrufen….. und, mit welchen Waffen und welchem Gerät.?
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

... dass die größten Befürworter teils nie bei der Bundeswehr gedient haben ... also garnicht wissen, was eigentlich Militär-Dienst bzw. im Extremen -Einsatz bedeutet. Für mich (...war bei den Jägern ... Grundausbildung mit "Einzelkämpfern" in "Bayrisch-Kongo") war schon während meiner Einsatzzeit klar, dass ich nie eine Schusswaffe "im Namen meines Staates" gegen andere richten werde ... und das mit mehreren förmlichen Anerkennungen! Meine Kinder waren schlauer: Kriegsdienstverweigerungsjob etc.

Sie sprechen mir aus der Seele. Danke. Ich war vor über 40 Jahren bei einem Bataillon der elektronischen Kampfaufklärung, wir hörten den Funk der bedauernswerten (Genossen) Kameraden von der NVA ab. Für mich war damals als junger Soldat klar, ich diene unserem Land uns stehe ein für das Grundgesetz. Aber es war mein fester Vorsatz, sobald der erste Schuss an der Zonengrenze fällt, lege ich mein G3 nieder. Denn mir war klar, eine atomare Auseinandersetzung wäre bei einem unmittelbaren Konflikt zwischen NATO und Ostblock die logische Konsequenz. Dabei hatte ich damals weder Kinder noch Enkel. Heute stehen wir also wieder vor dem gleichen Abgrund. Die jungen Heißsporne und Kriegsdienstverweigerer, die jetzt zum Krieg trommeln, haben nicht die geringste Vorstellung von dem, was uns allen blüht. Seit Beginn des Krieges haben wir in unserer Familie einen Notfallplan. Mit der Ankündigung deutsche Angriffswaffen zu liefern, habe ich unsere private Atomuhr auf 1 Minute vor 12.00 gestellt.

Tomas Poth | Mo., 25. April 2022 - 14:52

Wenn all die zivile Unterstützung nicht zählt, den Flüchtlingen bei uns Schutz zu gewähren, die Verletzten aus diesem Krieg zu heilen und zu pflegen, dann ist man wohl Unterstützer eines totalen Krieges, zynisch gesagt, die Ukraine bis zum letzten Ukrainer zu verteidigen, bis dort alles in Schutt und Asche liegt.

Tomas Poth | Mo., 25. April 2022 - 17:02

Antwort auf von Tomas Poth

Kommt nicht irgendwann sogar der Punkt, daß Russland ein zwei Atomschläge gegen die Ukraine durchführt, um den Krieg damit zu beenden?
So wie einst die USA in Japan, Nagasaki und Hiroshima, um den Krieg im Pazifik zu beenden und die eigenen Streitkräfte vor weiteren Verlusten zu schützen!?
Warum sollte sich Rußland dieser Logik nicht nicht bedienen?
Es waren damals Schläge gegen zivile Ziele mit hunderttausenden von Toten.
Haltet ein und verhandelt, setzt das Minsker Abkommen um.

David Johnson | Mo., 25. April 2022 - 21:21

Antwort auf von Tomas Poth

Es muss Ihnen aber auch klar sein, dass ein russischer Atomangriff auf die Ukraine, die Russen selbst in existentielle Gefahr bringen könnte. Putin is bad, but not mad.

... verfügt über keine Atomwaffen! Das hatte Selenskij schon vor längerer Zeit beklagt.
Wer also sollte den Gegenschlag führen?

gabriele bondzio | Mo., 25. April 2022 - 15:09

ihnen recht, Herr Brodkorb, das ganze Lavieren um Waffenlieferung in die Ukraine, hätte sich Scholz sparen können.

Seine Aussage: „Ich tue alles, um eine Eskalation zu verhindern, die zum dritten Weltkrieg führt“ ...hätte ausgereicht.

Wenn es nicht Kräfte, wie Melnyk und & im Lande gäbe, die unbedingt DE mit in den Krieg ziehen möchten. Und weil in der Vergangenheit bei der SPD (im Funktionärsbereich) einige Dinge nicht rundgelaufen...genügend Ansatzpunkte finden, um Druck aufzubauen.

Die Schweizer haben nein gesagt. Siehe "Schweiz lehnt deutsche Anfrage zu Munition für Ukraine ab" (Quelle ET)...gibt (auch über DE) keine Lieferung in Länder, die in intensive und länger andauernde interne oder internationale Kampfhandlungen verwickelt sind.

Martin Falter | Mo., 25. April 2022 - 15:16

gehen und landet dabei immer auf der falschen Seite der Geschichte.

Wenn wir jetzt keine uneingeschränkt Solidarität zeigen, stehen wir in Zukunft alleine da.

was wäre, wenn Deutschland allein da stünde? Wenn nicht die Schulden der EU vergemeinschaftlich würden und die Kohle im Lande bliebe. In einem bin ich mir ziemlich sicher, die Horrorszenarien beim Brexit sind im Großen und Ganzen ausgeblieben . Und der ganze Laden hat Angst, wenn der deutsche
Bimbes aufhöhen würde in jedes kleinste EU Fass ohne Boden zu fließen. Und die Industrie profitiert…. das war vielleicht einmal. Heute gibts gefühlt mehr Dönerbuden & Pizzaläden als Industriebetriebe. Und die Länder, die keine Reformen a La Agenda 2010 auf den Weg brachten, da hat der Durchschnittsbürger mehr auf dem Konto, einen höheren eigenen Immobilienanteil und geht noch als Sahnehäubchen oben auf, früher in Rente mit einer vergleichbaren höheren Rente. Von Steuern,, Energiepreisen, Null Zinspolitik ganz zu schweigen! Was soll dann Ihre Frage? Und die Geschichte, die Sie bemühen, soll keineswegs vergessen werden. Aber die Zeit ist heut eine andere

Markus Michaelis | Mo., 25. April 2022 - 15:19

Der Artikel sagt zurecht, dass Demokratie von einer Mindest-Wahrhaftigkeit der politischen Akteure lebt. Man kann alle möglichen Standpunkte vertreten, man muss nicht in jedem Detail transparent sein, aber man sollte grob in etwa Reden, Handeln und Ziele in Übereinstimmung halten. Nicht nur zur Ukraine wird das immer mehr verwässert.

Was in der Hinsicht nicht schön ist, sind Aussagen, dass es zuallererst darum ginge den Krieg zu beenden und ziviles Leid zu minimieren. Es scheint jedoch so, dass sich die Ukraine mehrheitlich (zumindest demokratisch - auch da braucht es mehr Ehrlichkeit, das ist nicht identisch) dafür entschlossen hat zu kämpfen, weil es (für die Ukrainer) um höhere Werte geht.

Man kann das ablehnen, was, wie der Artikel sagt, einen militärischen Sieg Russlands bedeutet. Vielleicht gibt es danach andere, sogar bessere Wege, oder auch nicht. Was nicht geht ist, die sofortige Beendigung der Kämpfe als den Willen der Ukrainer darzustellen.

Keine Schuld ist so groß, dass sie als Begründung herangezogen werden kann, noch mehr Schuld auf sich zu laden.
Wenn die demokratische Mehrheit der *UK-die nicht die absolute Mehrheit ist- sich entschließt zu kämpfen, ist es ihre Entscheidung. Man muss dann auch bereit sein, die Konsequenzen, die diese Entscheidung mit sich bringen wird, zu tragen.
Man hat aber nicht das Recht, von anderen zu verlangen, sich an diesen todbringenden Wahnsinn zu beteillgen. Mehr Waffen bedeuten noch mehr Tote. Redet entlich miteinander und setzt diesen Wahnsinn ein Ende.

* Antwort auf Beitrag von R. Veselic.
Entschuldigung für die Abkürzung UK, die zu Irritationen bei Ihnen geführt hat. Da alle Beiträge sich auf die Ukraine bezogen haben, war ich der Annahme, dass auch ein nicht deutsch Denkender in der Lage sein müsste zu erkennen, dass die Ukraine gemeint war. Zumal in "keinem Beitrag" von United Kingdom, von Fahrzeugen und Flugzeugen, die Rede war, die die Verwendung der intern. Ab-KÜ erforderten

Maria Arenz | Mo., 25. April 2022 - 15:21

Als ob man einen alt-russisch tickenden Mistkerl wie Putin, der mit so haasträubenden Begründungen wie der Notwendigkeit des Ausräucherns eines Nazinestes namens Ukraine ein Nachbarland überfällt, mit derart dümmlichen Schlaumeiereien davon abbringen könnte, ggf. zu tun, was er von vornherein -oder je nach "Kriegsglück" noch- für nötig hält, um seinen Caesarenwahn bis zum geht -nicht -mehr auszutoben . "In Gefahr und Großer Not bringt der Mittelweg den Tod" heißt es nicht umsonst. Die Politik unseres Regierungs-vorstehers Scholz und seiner High-heel-Amazone Lambrecht fügt unserem Land den Schaden eines peinlich dumm camouflierten Alleingangs zu, ohne damit den erhofften Erfolg einer Exclusiv- Verschonung vom Zorn des Zaren -erreichen zu können. Sie verstehen einfach nicht, daß das Vorgehen Putins nicht die Folge von etwas ist, "was der Westen falsch gemacht hat" und deshalb auch nicht durch etwas beendet werden kann, was einzig Deutschland jetzt "richtig macht".

hermann klein | Mo., 25. April 2022 - 16:20

In der Rangliste der größten Armeen in Europa steht die Ukraine mit einer Einwohnerzahl von nur 44 Millionen jedoch Streitkräfte/Armeen von 292.000 unangefochten an Nummer 1.
An Nummer 2 steht Deutschland Einwohnerzahl 88 Millionen Streifkräfte 265.000
3 Frankreich Einwohner 67 Millionen. Streitkräfte 252.000
4 Großbritannien Einwohner 66.000 Millionen, Streitkräfte 210.000.
5 Italien Einwohner 59.000 Millionen, Streitkräfte 190.000.
Diese Zahlen sollten sich die sogenannten Militär-Experten: Hofreiter, Strack-Zimmermann, Merz, Bildberichterstatter usw. zu Eigen machen bevor sie immer wieder für schwere Waffen für die bereits proportional hoch aufgerüstete Ukraine plädieren.
In diesem Zusammenhang nicht unerwähnt, die Militärausgaben der USA 766 Milliarden und Russland 66 Milliarden – wer dabei an boshaftes denkt, ein unwissender Mensch, oder?

ursula keuck | Mo., 25. April 2022 - 17:34

Antwort auf von hermann klein

Von der jahrelangen Aufrüstung der Ukraine, bis hin zur Nummer 1 in Europa hat die USA nicht zu Letzt mit Ihren beispiellosen 766 Milliarden Dollar Ausgaben für Waffen und Militär am meisten profitiert.

Walter Bühler | Mo., 25. April 2022 - 18:02

Antwort auf von hermann klein

Ich vermute, dass die Bundeswehr einen gewaltigen Verwaltungsapparat hat, der mit Kampfhandlungen erst mal nichts zu tun hat. Gibt es auch Zahlen über die Anteile kampfbereiter Personen in den europäischen Armeen?

Martin Falter | Mo., 25. April 2022 - 18:35

Antwort auf von hermann klein

was fehlt ist die Soldaten Zahl des Agressors?
Und wenn man die kennt, dann kann man der Ukraine gar nicht genug Waffen liefern.

Außerdem steht nur die Ukraine im Krieg mit Russland, die anderen noch nicht.

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen nur um was jetzt genau zu beweisen...?

Christel Heßler | Mo., 25. April 2022 - 16:26

für Herrn Scholz, wenn er diesen politischen und medialen Bazukas standhält.

Hätten die Medien nur 1 x Frau Merkel so angegangen!!

Peter Eberl | Mo., 25. April 2022 - 17:03

Tatsache ist, hier verweist der Autor auf den früheren Wehrbeauftragten Bartels, dass sich das deutsche Heer in einem miserablen Zustand befindet. Die Reform von 2012 sah eine materielle Ausstattung von nur 70% der schweren Waffen vor und infolge der Mißwirtschaft (Ersatzteile kaufen wir, wenn wir sie brauchen) ist davon nur rund ein Drittel gebrauchsfähig, also tatsächlich in den Einheiten verfügbar. Eine PzGren-Kompanie zieht heute mit etwa acht bis zehn Spz Marder ins Manöver anstelle von zwölf bis vierzehn, wobei einige von anderen Einheiten ausgeliehen werden. Die kriegstauglichen Spz werden für die NATO-Aufträge, z.B. im Baltikum benötigt.
Daher ist es völlig klar, dass das Heer nichts entbehren kann, ohne den letzten Rest Kampfkraft zu verlieren.
Die Verteidigungsministerin ist leider unfähig dazu, kompetent Informationen zu liefern.
Insofern polemisiert der Autor und reiht sich in diejenigen Medienvertreter ein, die sich jetzt gerne besserwisserisch und substanzlos hervortun.

Gerhard Fiedler | Mo., 25. April 2022 - 17:10

das wissen Sie doch, dass das, was dem Volk zur Beruhigung erzählt wird, nie den Tatsachen entspricht. Öffentlich zu verkünden, keine Waffen liefern zu wollen, heißt letztlich, dass Umgekehrtes geschehen wird, nur eben heimlich, still und leise. Lügen, Täuschen und Verschweigen sind überal Mittel der Politik. Doch das Volk ist nicht immer so blöd, um darauf hereinzufallen. Es ahnt, was da in Wirklichkeit läuft: das Liefern von Waffen, Panzern, Panzerfäusten, Fluggeräten, Geschützen, Raketen etc, und an Beratung und Ausbildung vor Ort wird es auch nicht fehlen. Und Deutschland wird dabei sein, selbst wenn es dadurch pleite geht. Die USA wollen es so. Deutschland ist nicht souverän, so wie es die Ukraine gegenüber Russland nicht ist. Nur dieses Volk wehrt sich dagegen. Den Deutschen hingegen fehlt der Mut zu "Amy go home" und um das Aus für "Ramstein" zu fordern. Dazu trauen sich die Deutschen nicht.

Urban Will | Mo., 25. April 2022 - 17:27

Kommentar wohl nicht brav genug war, ein neuer Versuch.
Ich frage mich die ganze Zeit, was an diesem Krieg anders ist als an den vorhergehenden, sei es in Europa oder anderswo.
Und ich frage den Autor, warum er Mitglied einer Partei wurde, die schon immer – zumindest seit '45 – sich dafür eingesetzt hat, keine Waffen in Kriegsgebiete zu liefern.
Und ich frage mich, warum er nun fordert, ein so hehres Prinzip in die Tonne zu werfen, bloß weil plötzlich, nach diesem für viele so überraschenden Angriffskrieg eines schwer durchschaubaren und offensichtlich seit Jahren missverstandenen russischen Präsidenten alle Welt nach Rache und Vergeltung, nach der Vernichtung dieses größten Landes der Erde schreit.
Putin ist schuldig, das muss man nicht immer wieder betonen.
Ein langwieriger Krieg gg ihn und seine hochgerüstete Armee, Tausende Tote scheinen im Kalkül der Trommler inbegriffen.
Außer den Amerikanern hat keiner – da bin ich mir sicher – auch nur ansatzweise eine Strategie für danach.

Bernhard Kaiser | Mo., 25. April 2022 - 18:44

Beteiligt sich CICERO jetzt auch an der Kriegstreiberei, Deutsche Waffen im Einsatz gegen russische Soldaten und Zivilisten, das hatten wir vor ziemlich genau 80 Jahren auch schon mal mit der Folge von 27 Millionen ermordeten Russen und Pogromen gegen Juden unter anderem in der Ukraine (Babin Jar) verübt von Deutschen und Ukrainischen Nazis! Auch heute sind in der Ukraine wieder Ultranationalisten und Nazis (Svoboda, Azov, Rechter Sektor, Division Galizien usw.) am Werk und das nicht erst seit dem Einmarsch der Russen sondern seit jeher und vor allem seit 2014 in der Ostukraine, im Donbass und das ist keine russische Propaganda! Und dies alles mit freundlicher Unterstützung des Westens und jetzt auch noch mit Waffenlieferungen Deutschlands! Haben wir irgendetwas aus unserer Geschichte gelernt?! Ganz klar, Nein!

Helmut Bachmann | Mo., 25. April 2022 - 20:26

Antwort auf von Bernhard Kaiser

Satire bitte als solche kennzeichnen, sonst denkt jemand, sie sind auf Putins lächerliche Propaganda hereingefallen.

Albert Schultheis | Do., 28. April 2022 - 12:33

Antwort auf von Bernhard Kaiser

für Ihre Vernunft und Standhaftigkeit. Nur, wir befinden uns im falschen Land.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Glück.

Helmut Bachmann | Mo., 25. April 2022 - 20:14

Es ist erstaunlich zu welcher Querfront es hier gekommen ist. Linke Dauerapeasementfans und rechte Ignoranten, denen eh alles außerhalb DE am Allerwertesten vorbeigeht. Wer solche Konservative hat, muss sich nicht wundern. Strategisches Denken fehlt beiden Friedensengels, dem linken und dem rechten.

Juliana Keppelen | Di., 26. April 2022 - 11:01

Antwort auf von Helmut Bachmann

mit diesen feigen friedensversifften Drückebergern die nicht bereit sein wollen in den Krieg zu ziehen ja noch nicht mal Waffen liefern wollen jetzt wo es gilt Russland endlich in die Knie zu zwingen (jedenfalls will das Frau Baerbock). Da war es vor 80 Jahren doch einfacher da waren die richtigen Strategen am Werk auch konnte man die "Drückeberger" und ewigen Warner noch aus dem Verkehr ziehen quasi richtig mundtot machen, leider ist das heute nicht mehr so einfach möglich, aber was nicht ist kann ja noch werden seit der Wertebasierten Ordnung ist alles möglich (eine eifrige Liberale und ein eifriger Grüner haben sich schon vorgetan und erkennen lassen, dass sie als Aufseher geeignet wären). Also auf auf Kameraden wir müssen zurück. (Dieser Beitrag ist absichtlich bitterste Ironie).

Ernst-Günther Konrad | Di., 26. April 2022 - 08:16

Ihre Meinung in diesem Artikel bildet einen Teil der SPDler ab, andere wiederum sehen das konträr und sind gegen Waffenlieferungen. Wie lösen Sie für sich das Problem? Bleiben Sie im Falle der Weigerung des Herrn Scholz in der SPD? Beteiligen Sie sich ggfls. am Sturz von Olaf Scholz? Werden die BT-Abgeordneten der SPD für den CDU-Antrag stimmen? Nach der Forderung Schröder aus der Partei zu werfen, folgen weitere Rauswürfe von SPDlern, die als Putin-Versteher bezeichnet werden? Wird daran die Ampel scheitern? Werden GRÜNE und FDP mit der CDU-stimmen? In einem Punkt habe ich aufgehorcht. Sie haben recht damit, das andere Nato-Staaten auch schwere Waffen liefern und bislang hat Putin weder denen den Krieg erklärt, wenngleich er sich zweideutig dahingehend geäußert haben soll, auch über den Einsatz von Atomwaffen nachzudenken, dies nicht auszuschließen. Eine leere Drohung oder doch eine Option? Inzwischen treiben Melnyk und Selenskij die deutsche Regierung vor sich her und sie machen mit.

Albert Schultheis | Mi., 27. April 2022 - 00:07

Das ist ein Krieg zwischen den USA und Russland. Und wiederum haben sich die USA einen "Son of a Bitch" erwählt, den Selenskyj mit seinen Nationalisten, so wie sie sich in Afghanistan einst die Taliban gegen die Russen erwählt haben, in Syrien, die über Nacht "gemäßigten" Terroristen des IS gegen den Putin-Freund Assad. Die USA waren niemals sehr wählerisch, wenn es um die Feinde ihres Feindes ging. Für Selenskyj gibt es keinen Kompromiss, er ist bereit Land und Leute zu opfern - auf Teufel komm raus. Die Propagandamaschine - ebenso seit 2013 von der CIA aufgebaut, finanziert und geschult wie das Militär - läuft wie geschmiert. Und wieder fallen die Deutschen darauf herein, als hätten uns jemals die Amis reinen Wein eingeschenkt. Die doofe, machtgeile Merkel ist darauf reingefallen - einzig Schröder hat standgehalten. Es bleibt zu hoffen, dass auch Scholz einen Arsch in der Hose hat, weil sonst der Teufel wirklich rauskommt.