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Bodo Ramelow kann auch den Zeigefinger erheben / dpa

Ramelow zeigt der AfD den Mittelfinger - Das Instrumentalisierungs-Paradoxon

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow zeigt im Landtag einem AfD-Abgeordneten den Mittelfinger und nennt ihn einen „widerlichen Drecksack“. Eine nicht gerade schlaue Reaktion auf den Versuch einer Vereinnahmung.

Marko Northe

Autoreninfo

Marko Northe hat die Onlineredaktion von cicero.de geleitet. Zuvor war er Teamleiter Online im ARD-Hauptstadtstudio und Redakteur bei der "Welt". Studium in Bonn, Genf und Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 

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Ob ihn der Mittelfinger damals das Amt gekostet hat? Im Bundestagswahlkampf 2013 posierte Peer Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidat mit der phallischen Beleidigungsgeste vor der Kamera der Kollegen des SZ Magazins. Gerichtet war der Finger an alle, die sich schöne Spitznamen wie „Pannen-Peer“ oder „Problem-Peer“ für ihn erdacht hatten. Denn Steinbrück stolperte eher durch den Wahlkampf, als dass er ihn souverän bestritt. Dennoch hatte er bis zuletzt Chancen aufs Kanzleramt.

Wenn eben nicht der Mittelfinger gewesen wäre. Die einen fanden es zwar lässig, dass Steinbrück aufs Diplomatische pfiff, die anderen aber fanden so ein Verhalten eines möglichen Kanzlers unwürdig. Und die waren in der Mehrzahl.

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H. Köppl | Sa., 18. Juli 2020 - 15:54

Die, die sich am lautesten über Haß und Hetze beschweren sind keinen Deut besser. Dieser Sittenverfall ist leider nicht mehr zu stoppen. Das ist weder demokratisch noch souverän, sondern primitves Pöbeln. Wenn ich an die vor die Füße geworfenen Blumen denke, dann ist der Stinkefinger die nächste Entgleisung der PDS-Fraktion.

Jürgen Keil | Sa., 18. Juli 2020 - 15:59

Am Stinkefinger würde ich mich nicht aufreiben. Der "widerliche Drecksack" aber geht zu weit. Eigentor geschossen. Wie war das gleich mit Hass und Hetze. Nun aber würde ich wieder zur Tagesordnung übergehen und diesen Empörungsgaul nicht bis zum Zusammenbrechen reiten. Es gibt wichtigeres.

Wichtigeres. Ja, dazu gehört die Ungleichbetrachtung und Behandlung von links und rechts.

helmut armbruster | Sa., 18. Juli 2020 - 16:28

meistens bestens getarnt hinter Leutseligkeit oder "überlegener Ruhe", kommt es doch ab und an zum Vorschein, weil der Politiker seine Emotionen nicht unter Kontrolle hat.
Wir sollten ihnen dankbar sein für diese seltenen Momente, zeigen sie uns doch wer sie in Wirklichkeit sind.

Christa Wallau | Sa., 18. Juli 2020 - 16:33

... wäre, als die sie dargestellt wird, dann brauchte sich doch ein Herr Ramelow nicht so aufzuregen über deren Erfolge. Er könnte vielmehr darauf vertrauen, daß sich die hohe poliitsche Qualitität, welche die Linken nach seiner Auffassung selbstverständlich verkörpern, letztlich durchsetzt.
Aber Pustekuchen: Eine einzige süffisante Bemerkung eines FDP-Abgeordneten wegen der geplatzten Frauen-Quotenregelung von Links-Grün bringt den Thüringischen Interims-Ministerpräsidenten total aus der Fassung, und er verliert jegliche Contenance.

Es wird nicht mehr allzu lange gutgehen mit der
schlichten Zweiteilung: Wir (die Altparteien) sind die GUTEN - ihr (die AfD) seid der BÖSE Abschaum.
Zu viele Stammwähler hat die AfD inzwischen für sich gewonnen, als daß man sie noch so einfach
zerquetschen könnte wie eine lästige Schmeißfliege.
Es bleibt dabei: Demokratie lebt vom offenen Diskurs und n i c h t von der Ausgrenzung.
Rechte Demokraten sind nicht weniger wert als
linke, Herr Ramelow!

Die AfD tut sich mal wieder selbst leid.

Zugegeben: Gekonnt war das nicht, Herr Ramelow.

Frau Merkel macht das wesentlich gescheiter. Die begegnet den ständigen Provokationen und Anfeindungen der Rechtsextremisten regelmässig mit kurzem, aber vielsagend treffsicherem, trockenen Humor.

Zur Freude und Belustigung des Abgeordnetenhauses. Der jeweilige Stänkerer bei den Rechtsextremen sieht dann meistens ziemlich blöd aus!

Frage: Was hat eine rechtsextreme Partei, die zusehends vom VS beobachet wird, mit rechten Demokraten zu tun?

des Publikums hat ja wohl in diesem Fall der jahrelang vom Verfassungsschutz beobachtete Ramelow gesorgt. Herr Ramelow hat damit wieder einmal gezeigt, was von ihm als "Demokraten" zu halten ist. Und den Linken einen Bärendienst erwiesen. Sehr schade alles, gell, Herr Lenz?

richtig, der Verfassungsschutz. Schön, dass Sie das erwähnen.

Zur Zeit wird nämlich nicht Herr Ramelow, wohl aber die AfD in Thüringen beobachtet.

Sehr schade, was?

Frau Merkel hat Humor??? Das war lustig.
Und genau so ist es, die AfD steht für rechte Demokratie. Dort standen einmal die CDU und CSU, aber die überholen gerade links die SPD.

Herr Lenz, das glauben Sie doch wohl selber nicht!

Die Kanzlerin mit vielsagend trockenen Humor?

Es gibt in einschlägigen Gazetten solch treffliche Überschriften wie "Kanzlerin bringt Parlament zum Lachen" und dergleichen. Wenn man sich darob kundig macht, kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Kanzlerin Dr. Merkel sagte lediglich in Bezug zur AfD: "Fühlen sie sich angesprochen?"
Ist das jetzt ein Brüller, Mega-Joke?
Die üblichen Verdächtigen lachten natürlich; hierbei handelte es übrigens um die größten Schreier im Parlament, etwa Dr. Hofreiter oder Frau Issen (SPD).

Die Krönung war hier kürzlich ein Beitrag einer "Jungautorin".
Sinngemäß: "Die Kanzlerin bringt mit einem Stirnrunzeln die AfD zur Ruhe."

Herr Lenz, ich halte sie für einen intelligenten und gebildeten Zeitgenossen.

Wir haben in Deutschland wahrhaftig genug Probleme, da braucht man keine endlosen Empörungen über Stinkefinger etc.

Der Wahlkampf in 2021 wird ein grausames Hauen und Stechen werden, allerseits.

Leider.

Tja, Gutester, außer mal wieder die Mitleidsrolle der AfD zuzuschieben und dieses ständig zu wiederholen, haben Sie nix, aber auch gar nix zu bieten.
Wer solches Verhalten eines Amtsträgers gutheißt zeigt welches Geistes Kind er ist.

Herr Elvers, ich möchte gerne in Nachhilfe bei ihnen gehen.
A. Was genau zeichnet die Demokratie aus?
B. Was einen Demokraten?
C. Warum ist es wahr was Sie schreiben?

Ich denke der Begriff Demokratie ist doch eher missbraucht, gedehnt usw.

Danke!

Da gebe ich ihnen ausnahmsweise mal recht: Höcke sollte nicht mehr in der demokratischen Partei AfD sein! Aber fair geht anders: wenn Linke Straßenschlachten, Brandschatzen und Plünderungen finanzieren und verharmlosen (weil sie die selbst initiiert haben???) und damit ein bestimmtes Ziel verfolgen, ist das nur ein Kavaliersdelikt. Wenn Rechte (Recht sind heute, was vor 15 Jahren noch Mitte-Rechts war!) nur husten, werden sie als Nazis beschimpft!
Das ist nicht mehr freiheitliche Demokratie, sondern Diktatur der selbsternannten linken Moralelite... Punktum!

Ralf Lemeh | Sa., 18. Juli 2020 - 16:37

. . . . mag sein. Aber direkt, unmissverständlich und klar.
Gut so Herr Ramelow !

dass Sie nie ernst genommen werden, sondern die ehemaligen SED Kommunisten bleiben.
Rameloh tut mir Leid, er war ist und wird ein Nichts bleiben... in jeder anderen Partei wäre er über den Kartenabrei0er nicht hinausgekommen.

Wer möchte denn tatsächlich von einem Kindergartenkind regiert werden?
Definitiv ein No-Go, welches sich andere Amtsträger nicht erlauben dürften.

Dr. Stockinger | So., 19. Juli 2020 - 03:26

Antwort auf von Simone Büchl

"Du nix gutt , A loch scheißer!"

Könnte zusammenfassend in einem Satz der Grundschulschatz multikulturellen Reichtums auf deutschen Schulhöfen lauten.

Shakespeare oder DANTE? Oder eine Rechnung mit drei Unbekannten?

Bleiben "wir" beim ersteren. Der läßt einen Verrückten nachdenken in DÄNEMARK.

Und auf deutsch übersetzt sagen: "es ist etwas faul im STAAT" - JA, Shakespeare, wer wollte das verneinen?

Es ist absurd , Herrn Ramelow für sein ungebührliches Benehmen auch noch zu loben. Sie sollten sich schämen, eine derartige Entgleisung auch noch gutzuheißen.
In Österreich hätte ein derart unverschämtes Benehmen eine kräftige Abmahnung zur Folge.

Christoph Kuhlmann | Sa., 18. Juli 2020 - 18:07

was so alles demokratisch ist und was nicht. Da werden Verfassungsfeinde mit verfassungsfeindlichen Mitteln bekämpft und umgekehrt. Das Problem sind immer die Leute, welche die eigene Meinung für andere verbindlich durchsetzen wollen. Ich glaube 95% schnallen das mit der Demokratie einfach nicht oder tun zumindest so.

Joachim Baumeister | Sa., 18. Juli 2020 - 18:35

Kein Wunder, dass die Gesellschaft immer respektloser, bisweilen auch gewalttätiger mit einander umgeht. Bei diesen Vorbildern. Ach, dann ist das doch in Ordnung. Ein weiterer Absturz...

Markus Michaelis | Sa., 18. Juli 2020 - 18:48

"und den Wähler mehr beim Gefühl als beim Verstand packen können."

Wenn wir mehr Politik mit Verstand machen wollen, sollte man dann nicht solche Aussagen mehr zurückfahren, weil Politik eigentlich immer eine starke bis ausschlaggebende Gefühlskomponente hat.

Wenn wir für Europa oder christliche Werte oder ein menschliches Miteinander oder Wohlstand oder die Pflege unserer Kultur oder viele andere Dinge sind, geht es doch im Wesentlichen um Gefühle und nicht den Verstand.

Selbst die Verstandesdinge sind eigentlich immer so komplex, dass man es letztlich wieder auf Gefühle runterbricht, welcher Gruppe, Partei oder welchem Politiker ich gefühlsmäßig Vertraue.

Es gibt sicher greifbare Unterschiede zwischen guten und schlechten Populisten, aber Gefühle scheinen es mir nicht zu sein.

Günter Johannsen | Sa., 18. Juli 2020 - 18:55

Die Selbstachtung, weil er durch einen undemokratischen Akt der Kanzlerin in den Sattel gehievt wurde? Das kann ich gut verstehen, denn ich hätte da auch keine Selbstachtung mehr!

"Herr Präsident, mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch!"
Schleuderte Joschka Fischer am 18. Oktober 1984 dem Bundestags-
präsidenten Richard Stücklen entgegen. Beim Verlassen des Bundes-
tags, zwischen,den Stühlen, wiederholte sich Fischer.

Lernte die Regierung dazu? Der Jargon muß verbessert werden
mahnt mahnt sie. Wohl kaum. Ronald Pofallas üble Beschimpf-
ung Bosbachs steckt nach wie vor in meinen Ohren.

Klaus Funke | Sa., 18. Juli 2020 - 19:01

Da sieht man es wieder: Gleiche Brüder - gleiche Kappen! Meine Oma hätte gesagt: "Der eene is nen Dreier un der annere is drei Pfenge wert!" Nein, schlau war das nicht von Bodo Ramelow. Vielleicht hat er kurzfristig Beifall von den Linksgrünen bekommen, aber ein Niveautest war es allemal. Wer so reagiert, der steht nicht drüber, der ist nicht souverän. Als MP hätte er gelassener und vor allem mit mehr Geist reagieren sollen. Wer sich in Sprache und Gestik mit den Niedrigsten gemein macht, muss sich nicht wundern, wenn er selbst so einsortiert wird. Gut, wir sind alles Menschen und Menschen reagieren gelegentlich nicht rational. Aber dann sollte man dem anderen auch mehr Toleranz entgegenbringen. Viel hab ich von dem christlichen, westdeutschen Gewerkschaftsfunktionär Ramelow, der seine Chance im Osten bei den Linken gesucht hat, nie gehalten. Sein Machtpoker um die MP-Wahl sagt ein Übriges. Da ist mal wieder aus dem Westen nicht die erste Wahl gekommen, sondern ein "Gebrauchtwagen"...

Peter Schulmeister | Sa., 18. Juli 2020 - 23:03

Antwort auf von Klaus Funke

Er hat das Auftreten eines britischen Gentlemans der Upper Class bei der Fuchsjagd.Eher Herrenreiter.Ein Mann,der Kultur und Behaglichkeit liebt.Sicher auch kein "Salonlinker"...Was er aber hinter sich herzieht,ist so gar nicht mit seiner Person in Verbindung zu bringen.Ein feiner Herr und Exot,dem seine Klientel über den Kopf wächst.Er muß liefern.Täglich.Sonst 1789 auf Thüringisch.Im Vergleich mit dem Befehlsempfänger Müller-Berlin ein großer Mann.Bald ist Schicht im Schacht.Die VDG kann als 5% - Partei dort schalten und walten,wie sie möchte.Da kann selbst die "Linke"vor Neid erblassen.VDG-Merkel.Eine Symbiose.

Gerhard Lenz | So., 19. Juli 2020 - 09:06

Antwort auf von Klaus Funke

...und zwar die westdeutschen, wie die ostdeutschen!
Ausgerechnet Sie reden von Toleranz? Sie, dem die AfD doch eigentlich noch zu lasch ist, der aber Kalbitz und Höcke gut findet? Weil die, wie Sie schrieben, ordentlich "beissen"?

Das zeugt in der Tat von einem gewissen "Niveau"!

Hans Jürgen Wienroth | Sa., 18. Juli 2020 - 19:04

Ich kann Ihnen bezüglich Herrn Ramelows Verhalten nur zustimmen. Aber warum sind nur die Politiker der AfD Populisten? Wo kommt von den Politikern der anderen Parteien etwas Faktenbasiertes? Sind die Politiker nicht alle in irgendeiner Art und Weise „Populisten“? Bedeutet dieses Wort nicht „auf das Volk zu hören“?
Aktuell ist die AfD die einzige Partei, die wenig „linke Positionen“ vertritt. Die früher konservative CDU weiß leider noch nicht so recht, ob sie mehr SPD oder mehr Grüne werden will, was ihre ehemaligen Wähler natürlich verschreckt. Die christlichen Positionen sind spätestens mit der Ära Merkel durch eine „religionsartige Ideologie“ Vergangenheit geworden. Dazu gesellt sich die Tolerierung von anarchieartigen Aktionen wie z. B. der Verhüllung der CDU-Zentrale durch linke Aktivisten. Ist dieses Verhalten nicht auch, wie Ramelows Finger, eine Missachtung der Demokratie?

Thomas Hechinger | Sa., 18. Juli 2020 - 21:38

Ein führender Repräsentant des Staates sollte sich so unter Kontrolle haben, daß eine derartige verbale Entgleisung nicht passieren kann. Nun ist es aber einmal in der Hitze des Gefechts passiert. Dann sollte man zumindest hinterher, nach einer Zeit der Abkühlung, den Mut aufbringen, um Verzeihung zu bitten. Aber was tut der Herr Ministerpräsident? „Dem Landtag gebührt mein Respekt als Verfassungsorgan. Den habe ich heute nicht im gebotenen Maße gezeigt. Gleichwohl werde ich meine antifaschistische Grundhaltung niemals von der AfD instrumentalisieren lassen.“ Das ist keine Bitte um Entschuldigung, sondern eine Rechtfertigung. Herr Ramelow hätte sich mit der Bitte um Verzeihung direkt an Herrn Möller wenden müssen. Das tut er aber nicht. Warum nicht? Weil er die Abgeordneten der AfD nicht als vollwertige Menschen ansieht. Das ist aber der Beginn des Totalitarismus: anderen ihr Menschsein absprechen, weil sie nicht in die eigenen Denkschablonen passen.

Ihr Kommentar lieber Herr Hechinger, entbindet mich einen eigenen zu verfassen! In der Tat liegt in dem Verhalten des Herr Ramelow keinerlei Größe. Aber diese arrogante und von sich selbst eingenommene Art konnte man schon damals bei dem verweigerten Händedruck und seiner Erklärung gegenüber Herrn Höcke erkennen.
Ein MP, der so gesehen einen Teil seiner Bevölkerung nicht nur nicht vertritt, sondern denjenigen von seinem antifaschistischen Verständnis hergeleitet sozusagen ihre Bürgerrechte/Wahlrechte abspricht. Und keinem der "gesicherten Demokraten" fällt dieser Umstand auf. Da haben Sie recht, das erscheint mir ebenfalls reichlich totalitär. Zumindest bedenklich! Alles Gute! MfG

Thomas Hechinger | So., 19. Juli 2020 - 14:36

Antwort auf von Heidemarie Heim

Wenn ich einen Menschen verletzt habe und das wieder in Ordnung bringen will, muß ich bei diesem Menschen, und zwar genau bei diesem Menschen, um Entschuldigung bitten. Nicht bei der katholischen Kirche, weil er Katholik ist, nicht beim LSVD, weil er schwul ist, und auch nicht beim DFB, weil er Fußballer ist. Sondern bei dem Menschen als Individuum. Daß sich Ministerpräsident Ramelow beim Landtag dafür entschuldigt hat, daß er den Abgeordneten Möller beleidigt hat, ist eine Ausflucht und daher nichtig. „Sehr geehrter Abgeordneter Möller, in der heutigen Landtagssitzung habe ich mich von Ihren Ausführungen dazu hinreißen lassen, Sie mit einer unparlamentarischen Verbalinjurie zu belegen. Das tut mir leid. Ich möchte Sie dafür um Entschuldigung bitten. Künftig will ich darauf achten, bei aller Härte in der politischen Auseinandersetzung die gegenseitige Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Ihr Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringen.“ So hätte man das auch machen können.

Das dies einem Politiker vom anderen Ende des politischen Spektrums nicht möglich ist, verstehe ich. Genauso verstehe ich, dass Ramelow sich nicht gerne als einst vom Verfassungsschutz - Beobachteter von der AFD eingemeinden lassen will. Die Geste war recht plakativ und für einen Linken angemessen, weshalb ich mich nicht darüber aufrege. Einen beginnenden Totalitarismus kann ich nicht sehen, höchstens das wir bald ähnlich wie in anderen Parlamenten bald Massenschlägereien sehen werden. Bei einem paritätischen Parlament auch andere Formen der körperlichen Auseinandersetzung.

Alexander Mazurek | So., 19. Juli 2020 - 01:20

... non licet bovi. Nun sind wir 2000 Jahre später und doch kein bisschen weiser ... wie's schon Kohelet wusste, das ist das Schöne an der Revolution des Nihilismus.

Gregor P. Pawlak | So., 19. Juli 2020 - 01:27

zumindest vermag ich keinen Mittefinger zu erkennen...?

Robert Friedrich | So., 19. Juli 2020 - 08:27

Ein Choleriker ist Ministerpräsident. War der Fahrkartenkontrolleur aus Leipzig auch nur ein Choleriker? und wer eigentlich noch? Die Verharmloser melden sich auch schon zu Wort.

Johan Odeson | So., 19. Juli 2020 - 10:10

Wie las ich letztens sehr treffend in einem Kommentar: Die grössten Kritiker der Elche, waren früher selber welche.

Robert Friedrich | So., 19. Juli 2020 - 10:50

Zu meinem Eintrag:
Sicher war der Angriff des Fahrkartenkontrolleurs nur bedingt als Vergleich tauglich, aber der Verbalangriff des Ministerpräsidenten ist nicht ohne. Beim Fahrkartenkontrolleur konnten die ÖR sofort Vollzug melden, der Mann wurde erstmal suspendiert. Unterschied und merke: Der Kontrolleur ist ostdeutscher, kommt aus einer Stadt in der die AFD mitmischt, der kontrahent ist Australier.
Sollte ich selbst Vorurteile in dem einen oder anderen Wort haben. Dann seht es mir nach, es war keine Absicht. Ich stehe allen derzeitigen Pateien und den ÖR skeptisch gegenüber.

Armin Latell | So., 19. Juli 2020 - 13:55

demokratisch gewählten Regierungschefs unwürdig. Tatsächlich? Ich habe das etwas anders in Erinnerung. Das Wahlergebnis wurde, wie wir alle wissen, NACH der demokratischen Wahl von Merkel erzwungen. Es ist offensichtlich politisch landauf und landab so, dass es mit dem ständig propagierten „wir müssen sie mit Argumenten stellen“ nicht funktioniert, aus dem ganz einfachen Grund, sie haben keine. Also verlegt man sich aufs Denunzieren und Beleidigen (von ganz anderen Straßenmethoden abgesehen). Und, Herr Northe, ich will keine Politiker, die zu taktischem Denken fähig sind, nur um dem polit. Gegner zu schaden. Sie sollen nur taktisch Denken, um den Willen des Volkes, das sie gewählt hat, zu erfüllen. Ramelow hat, wenn auch nur ganz kurz, seine Maske und die seiner Partei heruntergerissen und die wahre, hässliche Fratze offenbart. Man stelle sich vor, Höcke hätte sich so etwas erlaubt-nein, eigentlich unvorstellbar. Ein schlimmeres Vergehen als eine Marx Büste kurzzeitig zu verhüllen...

Jost Bender | So., 19. Juli 2020 - 19:25

Das, was Ramelow hier (auf dem Bild über dem Artikel) zeigt, ist allerdings der Zeigefinger, nicht der Mittelfinger - oder ist das Bild wieder durch die Redaktion von "Team Böhmermann" gegangen ("Stichwort "Photoshop-Philipp") wie weiland der Mittelfinger von Varoufakis?

Armin Latell | Mo., 20. Juli 2020 - 11:46

demokratisch gewählten Regierungschefs unwürdig. Tatsächlich? Ich habe das etwas anders in Erinnerung. Das Wahlergebnis wurde, wie wir alle wissen, NACH der demokratischen Wahl von Merkel erzwungen. Es ist offensichtlich politisch landauf und landab so, dass es mit dem ständig propagierten „wir müssen sie mit Argumenten stellen“ nicht funktioniert, aus dem ganz einfachen Grund, sie haben keine. Also verlegt man sich aufs Denunzieren und Beleidigen (von ganz anderen Straßenmethoden abgesehen). Und, Herr Northe, ich will keine Politiker, die zu taktischem Denken fähig sind, nur um dem polit. Gegner zu schaden. Sie sollen nur taktisch Denken, um den Willen des Volkes, das sie gewählt hat, zu erfüllen. Ramelow hat, wenn auch nur ganz kurz, seine Maske und die seiner Partei heruntergerissen und die wahre, hässliche Fratze offenbart. Man stelle sich vor, Höcke hätte sich so etwas erlaubt-nein, eigentlich unvorstellbar. Ein schlimmeres Vergehen als eine Marx Büste kurzzeitig zu verhüllen...