Alexander Gauland - „Gaucks Forderung nach mehr Toleranz für Rechte ist pure Heuchelei“

Nach dem Mord an Walter Lübcke wehrt sich die AfD gegen den Vorwurf, sie habe mit Angst-Rhetorik den Boden für Gewalt bereitet. Im Interview spricht Alexander Gauland darüber, wie man bei den Landtagswahlen im Osten trotzdem stärkste Partei werden will

27.05.2019, Berlin: Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD im Bundestag, sitzt am Tag nach der Europäischen Parlamentswahl in der Bundespressekonferenz um die Fragen der Journalisten zu beantworten.
„Man kann Vogelschiss natürlich auch vom Autolack abwischen“: AfD-Chef Alexander Gauland / picture alliance

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Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO-Magazin.

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Herr Gauland, Ihre politische Karriere begann bei der CDU in Hessen. Kannten Sie Walter Lübcke?
Nein, gar nicht.  

Er ist der erste Politiker seit der RAF, der in Deutschland ermordet wurde. Was löst das bei Ihnen aus?
Gewalt gegen Politiker ist nicht etwas Neues. Henriette Reker (Die Kölner Oberbürgermeisterin) ist auch betroffen gewesen. Wolfgang Schäuble sitzt immer noch im Rollstuhl. Oskar Lafontaine hat es auch getroffen. Dass Mord und Gewalt nicht in die Politik gehören, ist völlig klar. Wir in der AfD wollen damit nichts zu tun haben. Was mich allerdings stört, ist der Versuch, uns da mit hineinzuziehen. So nach dem Motto: Ihr seid daran Schuld.

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Klaus Dittrich | Sa, 22. Juni 2019 - 09:55

„sagten sie 2018, „das politische System im Sinne des Parteisystems“ müsse weg.“
Vielleicht sollten sich die Interviewer – vor dem Hintergrund des SPD-Niedergangs – mal fragen, ob die jetzige parlamentarische Demokratie, gestützt auf ein Parteiensystem, der Weisheit letzter Schluss ist.
„Besonders bei den Jüngeren konnten sie nicht punkten.“
Das spricht nicht unbedingt für die Jüngeren.
„Bei den Demonstrationen in Chemnitz haben sich uns Leute angeschlossen, die wir nicht kontrollieren konnten.“
Oh, wenn das mal die Linken über ihren Schwarzen Block sagen würden!
„Die Balkan-Route ist dicht, . . . Diese Zugewanderten verteilen sich auf die gesamte Bundesrepublik.“
Da empfehle ich den Interviewern mal einen Ausflug nach Berlin-Oberschöneweide (der Balkan ist hier täglich mehr zu sehen und zu hören). Und die sog. Zugewanderten wollen gar nicht in die (ostdeutsche) Provinz.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 22. Juni 2019 - 10:23

dass Herr Gauland "noch zu wenig Kreide gefressen hat", um es sehr frech und überzogen auszudrücken.
Ich erwarte von Herrn Gauland für auffällige Parteimitglieder auch Konsequenzen in der Partei.
Die CDU ist zwar zurückhaltender und Seehofer springt ja evtl. Herrn Tauber jetzt auch bei, aber dass Herr Tauber noch etwas in der CDU werden kann, scheint mir zumindest fraglich.
Herr Gauland muss differenzierter sprechen, bzw. die von ihm mitgedachten Alternativen aussprechen.
Ist ihm an einer Kritik des Parteienstaates in Richtung mehr direkter Demokratie gelegen, dann muss er es so sagen, dass man ihn nicht so verkürzen kann, damit Missverständnisse auftreten müssen.
Die Überschrift kann doch auch dazu dienen?
Dafür meinen Dank an Sie Herr Gauland, dass Sie etwas zu Herrn Gauck erzählen können.
Mir war er immer als Person unangenehm, als Bundespräsident war er im Rahmen des Amtes.
Möglich, dass er jetzt als "wertekonservativ" Aufgewachsener eine "eigene Meinung" haben möchte?

Ja, Herr Gauland ist innerparteilich sehr wertvoll, aber in einer mediendominierten Demokratie leider kein idealer Repräsentant der AfD.
Er ist/wirkt alt, mürrisch und voller Groll. Das verschreckt jüngere Wähler. Und sein Jahrgang macht sein Kreuzchen eh brav wie immer. Davon zehren ja die „Volks“parteien. Weiß jeder Werbefachmann. Im Alter werden Menschen sehr markentreu.

Und seine direkten, ungeschminkten Formulierungen sind leider oft so, daß sie dem politischen Gegner geradezu in die Hände spielen. Man denke nur an die Frage, wer neben wem wohnen möchte..., den „gärigen Haufen“, oder hier die „diffusen Ängste“.
Meuthen oder Pazderski formulieren da mehr mit bedacht.
Ich weiß manchmal nicht, ob Herr Gauland nicht merkt, wie er rüberkommt, oder ob es ihm einfach egal ist.
Vielleicht hat er, der Politprofi, sich einfach immer noch nicht daran gewöhnt, daß viele ihm nun, als AfDler, grundsätzlich böse Absichten unterstellen bzw. das Wort nur zu gerne im Mund verdrehen.

Ich finde Ihre Kritik bedenkenswert, kann sie aber nur bedingt teilen. Ja, Gauland kommt in den Medien nicht immer elegant rüber. Er ist alt. Aber er ist klug und belesen. Er hat die Fähigkeit, Probleme und komplexe Zusammenhänge zu analysieren. Wie wenige andere kann er Ziel- und Interessenkonflikte herausarbeiten und benennen. Er versucht das Denken und die Anliegen der Gegenseite zu begreifen, ohne diese zu teilen (gedanklicher Perspektivwechsel).
Er ist nicht oberflächlich!
Gauland ist am besten, wenn er 20 oder 30 Minuten frei zu seinem Thema sprechen kann. Vor einiger Zeit referierte er über 'Populismus und Demokratie' unter Bezug auf das Buch 'The Road to Somewhere' von David Goodhart.

https://www.youtube.com/watch?v=zMsR4grTlsQ
https://de.wikipedia.org/wiki/David_Goodhart

Hand auf's Herz: Wie vielen unserer Spitzenpolitiker trauen Sie eine solche durchdachte und tiefgründige Analyse einiger unserer gesellschaftlichen Probleme zu - ohne Phrasen und ohne Schimpfen ?

Menschen wie Alexander Gauland oder Erika Steinbach zeigen in einem bemerkenswertes Lehrstück, wie gescheiterte Politiker in die Radikalität abrutschen. Beide mit ihren stock-konservativen Ansichten in der CDU gescheitert, haben sie eine erstaunliche Selbstradikalisierung durchgemacht und sich, durchaus konsequent, entweder der AfD angeschlossen oder sind in deren Umfeld (Steinbach) aktiv. Besonders der Imageverlust des Herrn Gauland ist dramatisch:, früher gern gesehener Gesprächspartner in Talk-Shows oder literarischen und politischen Salons und Autor süffisant geschriebener Bücher über die englische Aristokratie oder das Wesen des Konservatismus, ist er völlig aus dem intellektuellen Leben der Republik verschwunden. Statt sich anregend und gewandt in intellektuellen Kreisen zu bewegen, muss er sich heute mit Leuten wie einem Hoecke, einem Meuthen, einem Kubitschek oder einer von Storch auseinandersetzen. Wie Steinbach auch, ist Gauland Opfer seiner eigenen Racheinstinkte geworden.

Er bezeichnet den Holocaust als Vogelschiss und will Politiker jagen und schon mal in Anatolien entsorgen. Dabei darf man durchaus annehmen, dass solch deftige Sprache primär dazu dient, die eigene Parteibasis zu erfreuen – Provokation des politischen Gegners kommt in den eigenen AfD-Reihen bekanntlich besonders gut an. Gaulands Haltung ist also durchaus ambivalent – einerseits gibt er den nützlichen Idioten an der Parteispitze und bedient den eigenen Anhang mit hässlichen Politphrasen, wissend, dass er sich ohne verbale Radikalität nicht an der Spitze der AfD halten kann – andererseits instrumentiert er die AfD in seinem höchst persönlichen Rachefeldzug gegen die, die ihn entmachtet haben – Merkel und die CDU. Gauland ist ja in der AfD keineswegs völlig unumstritten – man erinnere sich an die Wahl der Bundessprecher, wo er als Kompromisskandidat gerade mal etwas über 60 Prozent der Stimmen bekam. Einhergehend mit seinem Imageverlust ist seine zunehmend miserable Außenwirkung.

Einhergehend mit seinem Imageverlust ist seine zunehmend miserable Außenwirkung: Er ähnelt zunehmend dem griesgrämigen, mürrischen Ewiggestrigen, der, außer treuen AfD-Wählern, niemanden mehr begeistert. Anderseits darf man sicher sein, dass die AfD auseinanderfällt, wenn Gauland eines Tages abtritt. Er ist nun mal DIE Autorität in der AfD, deren Stimme – wenn auch zunehmend weniger – entscheidend ist. Ein Nachfolger für ihn ist nicht zu sehen.

Herr Lenz, Sie lassen ja selten ein gutes Haar an der AfD und deren Personal.
Ihre Darlegungen zu Alexander Gauland möchte ich berichtigen bzw. ergänzen. Ich versuche es ohne viel Polemik. Gauland 'diente' ab 1987 als Chef der Hessischen Staatskanzlei dem Ministerpräsidenten Wallmann. Nachdem dessen Regierung 1991 abgewählt wurde, schied Gauland aus der aktiven Polik aus. Zu dieser Zeit war Kohl noch Kanzler und Merkel kaum bekannt! Gauland ging nach Potsdam und war dort 1991-2005 Geschäftsführer und Herausgeber der Märkischen Allgemeinen. Gauland unterstützte 1993 die Kandidatur des ostdeutschen Kandidaten Jens Reich für das Amt des Bundespräsidenten.
Ich halte es daher für sachlich unzutreffend, wenn Sie formulieren, daß Gauland 'entmachtet' wurde und in der CDU 'gescheitert' ist. Es ist vglw. normal, daß nach der Abwahl einer Regierung einige Minister und Abgeordnete aus der Politik ausscheiden, jüngere Personen dort 'übernehmen' und die Ex-Politiker etwas anderes machen.

Als Pensionär unterstützte Gauland den konservativen 'Berliner Kreis' der CDU.
Gauland hielt und hält die Politik der Euro-Rettung | Banken-Rettung | Griechenland-Rettung für falsch. Deshalb unterstützte er die Wahlalternative_2013. 2013 trat er aus der CDU aus und war Mitbegründer der (euro-kritischen) AfD, zu deren Führungsmannschaft er seitdem gehört.
Als Publizist veröffentlicht er 2002 (also noch während seiner Zeit bei der Märkischen Allgemeinen) das Buch 'Anleitung zum Konservativ sein' bei DVA.
Ich habe dieses Buch DAMALS (als Gauland noch ein 'guter Demokrat' war) gekauft und (intensiv) gelesen. Das Buch verdient meines Erachtens die Attribute: klug, durchdacht, besonnen. Dieses Sachbuch ist 2017 im Landt-Verlag neu aufgelegt worden: Mit einem Nachwort versehen und ansonsten UNVERÄNDERT. Zum von Ihnen attestierten Imageverlust möchte ich anmerken:
Wer (wie z.B. Sie) die AfD gar nicht mag, mag Gauland auch nicht (mehr).
Diesen 'Preis' hat Alexander Gauland gezahlt.

aber nicht entmachtet? Nun, Herr Düring, was trieb ihn dann dazu, die CDU zu verlassen? Lediglich die falsche Euro-Rettungspolitik? Zur Bankenkrise sind mir übrigens von Herrn Gauland keine bemerkenswerten Äusserungen bekannt.
Verstehe ich in Ihrer Argumentation, dass Sie Gauland als jemanden bezeichnen, der sich (mindestens weitgehend) treu geblieben ist, während die CDU nach links gerückt ist - eine Argumentation die gerne von Menschen gewählt wird, die von der CDU zur AfD gewechselt sind? Ich halte dieses Argument für falsch, es lässt sich relativ leicht entkräften: Die CDU war immer eine eindeutige pro-europäische Partei. Selbst der Euro war, wenn überhaupt, kaum in der Partei umstritten. Noch offensichtlicher ist jedoch die Art der politischen Kommunikation: Eine -oft giftige - Rhetorik, wie sie von der AfD oft zu hören ist, hat es in der CDU zu keiner Zeit gegeben. Weiter: Von Luckes Wählervereinigung zur heutigen AfD ist es ein enorm weiter Weg nach rechts...

Die von mir benannten Fakten sind überprüfbar. Ich kann nur wiederholen: Nach einer Wahlniederlage seines MP Wallmann schied Gauland 1991 aus der aktiven Politik aus. Die CDU verließ er 2013 - sicher weil er mit dem Kurs seiner alten Partei unter Frau Merkel nicht mehr einverstanden war. Unter 'Entmachtung' verstehe ICH etwas Anderes. Als Beispiele nenne ich: Scharping und (ganz früher) Barzel. Wenn Sie das anders sehen und einschätzen ...
Ein Wort zur 'giftigen' Rhetorik. Die gibt es - das will ich nicht bestreiten. Und es wäre besser, wenn die AfD - wie ihre Feinde - verbal abrüsten würden. Aber das es diese 'giftigen' Rhetorik 'früher nicht gegeben' habe - die Einschätzung teile ich überhaupt nicht. Strauß, Dregger, Wehner u.a. haben in ihren Reden ziemlich ausgeteilt! Und bei Hans Apel kann man nachlesen, wie der blanke Hass angeblich 'Friedens-Bewegter' vor seinen Töchtern nicht Halt machte, weil ihr Vater für den NATO-Doppelbeschluß eintrat und diesen mit durchsetzte.

Nicht umsonst haben bedeutende Teile der ehemaligen Mitgliederschaft der Partei den Rücken gekehrt...ja tun es noch immer (siehe zuletzt Bayern..). Sie tun dies, weil sie, gemeinsamer Chor, mit dem Kurs der Partei nicht einverstanden sind.
Gauland selbst liefert jedoch eindrucksvolle Beweise für seine Radikalisierung: Eine Politik, die er damals beispielsweise in Frankfurt betrieb (die man durchaus migrationsfreundlich nennen kann), seine ausdrücklich und entschiedene Ablehnung jeglichen extremen Gedankengutes in der Vergangenheit (heute fährt er zu Kyffhäuser-Treffen...) aber auch seine früheren Bücher zeichnen das Bild eines Konservativen, durchaus Traditionen anhängenden, aber "einwandfrei" demokratisch gesinnten Menschen.
Dieses Bild ist nicht das Bild des heutigen Gaulands. Wie man weiss, wird er selbst im eigenen Familienkreis (!!) dafür gescholten...

Maria Fischer | Sa, 22. Juni 2019 - 10:27

"Sie brauchen also nicht den Ausländer vor der eigenen Haustür zu haben.“
Dieser Satz appelliert an ganz niedere Instinkte.
Ebenso merkwürdig wie:
"Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold"
Beide Aussagen sind undifferenziert, polarisierend und keine Basis zur notwendigen Entschärfung der Diskussion in Deutschland.
Auch Herr Frank A. Meyer ist Ausländer!

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 22. Juni 2019 - 10:37

dass ich hier in Artikeln Äusserungen von AfD-Funktionsträgern lesen kann und nicht nur Kolportiertes.
Das Bild setzt sich dann auch etwas anders zusammen, wenn ich von Herrn Höcke, dessen Dresdner Rede ich nachlas etc. absehe.
Sicher darf man gegen die EU sein, aber es wird viel von anderen Ländern abhängen, wie diese auf ihnen zuviel Zentralismus in der EU reagieren.
Ich hoffe sehr, dass Herr Hunt der neue PM Englands wird und vielleicht gar neuer Ratspräsident.
Johnson wird nach meiner Meinung ohnehin umschwenken und sei es wegen dieser Option.
Gott sei Dank fand die schottische Premierministerin passende Worte für ihn.
Verlässlichkeit muss keine konservative Tugend sein, wie man evtl. an Johnson sehen kann, aber ohne das Herr Macron...
Herr Gauland, ehemalige Konservative sollten jedenfalls sehr darauf achten, dass sie mindestens diese konservativen Tugenden bewahren.
Rechte stehen nicht so sehr dafür und in einer jüngst katastrophalen Geschichte Europas.
SELBSTKRITIK

Ich möchte mich auch bei der Cicero Redaktion und den Kommentatoren bedanken.
Das Interview mit einem der größten politischen Brandstifter unserer Republik und die dazugehörigen Kommentare geben mir einen guten Einblick in die Denkweise des rechtspopulistisch orientierten Teils unserer Bevölkerung. Die Einseitigkeit der Argumentation - obwohl auf hohem Niveau- ist leider ähnlich verbohrt, wie die von den hier gescholtenen Linken und manchen Grünen. Die Bigotterie der Grünen (ich beklage mich über den Klimawandel fahre aber meine Kinder mit dem SUV zur Schule)findet ihren rechten Widerpart. Entlarvend war die Bemerkung eines Kommentatoren Gauland solle „mehr Kreide fressen“. Klar: Damit die rechtsextreme Richtung der Afd (beschrieben in Bernd Luckes jüngstem Buch) nicht erkennbar wird. Und: Gauland mag mittlerweile ein alter Mann sein, aber er ist jemand der aus Hass unsere freiheitliche Grundordnung ablehnt ( nachzulesen schon in seinem Buch „Helmut Kohl. Ein Prinzip“ von 1994).

Die Ablehnung der Grundgesetzes durch Herr Gauland steht wo nochmal?
Das hat er wann und wo gesagt?
Von welchem Brand sprechen Sie, den er angezündet haben soll?
Vielleicht könne Sie ja mit nachprüfbaren Fakten und nicht nur bloße Behauptungen
mich von Ihrer Haltung überzeugen.
Ich kenne das Buch von Herr Lucke nicht. Vielleicht beschreibt er darin durchaus richtige Dinge. Es dürfte aber jede Menge persönlich empfundene Verletzungen aufgearbeitet worden sein, die ihn natürlich auch eine subjektive Wertung vornehmen lassen. Das ist aber okay, das darf er natürlich.
Ich wäre Ihnen dankbar Herr Weizen, wenn sie ihre Behauptungen mit Fakten belegen könnten und mir meine Fragen beantworten, wenn sie das wollen bzw. können. Immerhin haben wir Kommentatoren Ihnen ja auch einen Dienst geleistet und unsere Bewegründe hier frei und offen, also nicht vermummt dargestellt.

ab?" Herr Weizen das reicht für eine die Anzeige gegen Hassverbrechen was Sie hier schreiben. Göbbels konnte schlimmer lügen als Sie. Die AfD ist die einzige Partei im Bundestag die für Recht und Gesetzeseinhaltung kämpft wo die linken
Blockparteien ihre Pseudomoral über Recht und Gesetz stellen. Dass die AfD für
die Volksabstimmung und den Volksentscheid eintritt ist Ihnen wohl entgangen.
Hass versprühen Sie, aber nicht die AfD.

„Wir werden Sie jagen“ war der Aufruf von Alexander Gauland nach der Bundestagswahl 2017.
Und das ist nur eine der Hasstiraden dieses Herrn. Wahrscheinlich verbuchen Sie dies unter die übliche politische Polemik, die man bei allen Parteien findet. Tatsächlich werden durch solche Aufrufe rechtsextreme Straftaten bewirkt.
In den 70er Jahren bewirkten linksradikale Parolen wie „macht kaputt, was Euch kaputt macht“ den Terror der „Roten Armee Fraktion“.
Heute sind es die Rechten. Rechtsradikale Straftaten sind mittlerweile deutlich höher, als die der Linksautonomen.
Wann werden wir endlich Rechtsextremismus und Linksextremen mit gleicher Intensität und Konsequenz bekämpfen?

Hören Sie sich mal alte Reden an von Spitzenpolitikern der 70-er und 80-er Jahre.
Ich empfehle Herbert Wehner und Franz-Josef Strauss.

Bruno Weizen | Di, 25. Juni 2019 - 23:34

In reply to by Wilfried Düring

Sehen Sie sich nach der vermeintlich heilen Welt der 70 er oder wollen Sie Gaulands Ausfälle relativieren/rechtfertigen?

Wilfried Düring | Mi, 26. Juni 2019 - 15:24

In reply to by Bruno Weizen

'Rechtsradikale Straftaten sind mittlerweile deutlich höher, als die der Linksautonomen. Wann werden wir endlich Rechtsextremismus und Linksextremen mit gleicher Intensität und Konsequenz bekämpfen?'

Ich sehe das ganz genau andersherum.
Hunderte kriminelle 'Aktivisten' zerstören bei ihren gewalttätigen Anti-Kohle-Protesten bäuerliche Existenzen(incl. Hohn ), Infrastruktur, Bahnanlagen. Sie verletzen massenhaft Polizisten. Diese Gewalttäter haben ein gestörtes Verhältnis zum Rechtsstaat! Viele Qualitäts-Medien wiegeln ab. Dieser Staat hat nicht den Mut, Recht und Eigentum gegen die Krawallos zu verteidigen. Und Sie wollen anhand sprachlicher Entgleisungen (die es auf allen Seiten gibt, und die schon immer gab) die Gefährlichkeit 'rechtradikaler Straftaen' belegen? Ich möchte einen konsistenten Maßstab für alle, der dann auch durchgehalten wird.
Und (linksradikale) 'Aktivisten' berufen sich auf ihre 'guten Ziele' und wollen dann eine 'moralische Extra-Wurst'. Mit mir nicht!

Helmut Sandmann | Do, 27. Juni 2019 - 16:10

In reply to by Bruno Weizen

"Wir werden sie jagen", das nimmt man als normal denkender Mensch ja nicht woertlich, oder denken Sie, dass Gauland mit dem Gewehr Regierungsmitglieder jagen will? Da stoesst bei mir Frau Nahles "jetzt gibt es auf die Fresse" schon eher unangenehm auf. Und falls Sie bezgl. meinem kommentar vorschnelle Schluesse ziehen, ich bin weder AfD noch CDU Waehler.

Bruno Weizen | Fr, 28. Juni 2019 - 12:57

In reply to by Helmut Sandmann

Lieber Herr Sandmann, ich denke dass solche Formulierung wie „wir werden Sie jagen..“ zwar von den meisten Menschen als Politpolemik abgetan wird, aber leider bei Extremisten durchaus als Aufforderung zum Handeln aufgefasst wird. Im Allgemeinen ist die Sprache in der Politik rauer und verletzender geworden und das Niveau der Wortmeldungen befindet sich im freien Fall. Das Nahles Zitat „...auf die Fresse“ ist nur ein Beispiel hierfür. Ich gehe davon aus, dass diese sprachliche Verrohung den meisten Menschen zuwider ist und frage mich, was für ein Menschenbild manche (viele?) Politiker haben

Christoph Kuhlmann | Sa, 22. Juni 2019 - 10:40

wer die Demokraten sind im Land und wer nicht. Anstatt irgendwelcher Zusammenschnitte möglichst radikaler Äußerungen ein vernünftiges Interview und die Dämonisierung funktioniert nicht mehr. Es gibt sicher etliches zu kritisieren an der AfD, etwa die überstürzte Schadenfreude mit der für politische Morde die Gegenseite verantwortlich gemacht wurde. Insofern ist das was Tauber da macht eher der Versuch einer Retourkutsche, die zum Rohrkrepierer geriet. Sei es drum, der einzige Weg zu einer vernünftigen, allseits akzeptierten Migrationspolitik zu kommen, sind sachliche Debatten aller gesellschaftlich relevanten Kräfte. Das setzt bei den Parteien ein hohes Maß an innerparteilicher Demokratie und Toleranz gegenüber anderen Meinungen bei diesem kontroversen Thema voraus. Bei den anderen relevanten Kräften allerdings auch.

Günter Johannsen | Sa, 22. Juni 2019 - 10:58

Obwohl ich Herrn Gauland sehr schätze, muss ich hier widersprechen: Man sollte jedem Menschen eine Entwicklungsfähigkeit zutrauen. Gerade Alt-BP Gauck darf man nicht unterschätzen. Jeder Mensch ist Veränderungsfähig und wächst sein Leben lang geistig und geistlich. Alt-BP und Pfarrer Gauck hat die SED-MfS-Schikanen in der 40jährigen DDR-Diktatur am eigenen Leibe erlebt und erlitten. Als BP musst er wohl den "präsidialen Macho" geben? Leider fand er nicht den Schneid, diese Position zu nutzen für ehrliche Kritik am Linksruck unter Merkel und Co., der sicherlich nicht allein von der früheren FDJ-Sekretärin ausging (hatte sie ein Parteiauftrag?). Ich denke, er hat "um des lieben Friedens willen" geschwiegen, hat damit aber wieder einmal den gewissen geheimen Rat aus Weimar bestätigt: "... eine Kraft, die stets Gutes will und stets das Böse schafft!"

Das ist auch meine Meinung. Sicher hätte er als BP deutlich Stellung gegen die Ausgrenzung Andersdenkender beziehen können. Ich denke aber, das hätte zum Eklat geführt, bei den "Guten" geführt, wir sehen es ja jetzt. Herr Gauland ist sicher ein absolut kluger Kopf mit viel Erfahrung, der nicht immer die richigte Wortwahl getroffen hat. Ich frage mich nur liebe Frau Hildenbrandt, wie lange noch der Vogelschiß? Wie kann man auf Fehler bei der Wortwahl oder Umdeutung von Halbsätzen, gleich auf die Gesinnung eines anderen Menschen schließen. Hier im Cicero wurden mehrfach- ich unterstelle unbeachsichtigt - falsche Zahlen oder Aussagen oder Namen genannt. Wo Menschen arbeiten und im Mittelpunkt stehen werden Fehler gemacht und schneller erkannt, als zu Hause am Wohnzimmertisch. In allen Parteien wurden schon unerträgliche oder geschmacklose Vergleiche oder eben Halbsätze formuliert, die irritierend oder auch inakzeptal waren. Das darf man sicher kritisieren. Nur irgendwann ist es auch gut.

Sehr geehrter Herr Johannsen, ich schätze Ihre Kommentare und lese sie auch gern. Aber hier muß ich Ihnen widersprechen. Haben Sie einmal mit Bürgern seiner Heimatstadt gesprochen? Herr Gauck hat nicht unter dem Regime der DDR gelitten, ganz im Gegenteil. Er und seine Kinder hatten genügend Vorteile, von denen andere nur geträumt haben. Und diese kommen nicht von ungefähr. Dabei möchte ich es belassen. Eines doch noch: Wer die Bundesländer im Osten als "Dunkeldeutschland" bezeichnet, wer auf einer der Münchener Sicherheitskonferenz dazu aufruft, dass sich unsere Soldaten an NATO-Kriegseinsätzen beteiligen ("....wir müssen uns einmischen"....") ist genauso wenig ein Friedensengel wie Frau KGE, die mit UN-Mandat unsere Soldaten zum Bodenkampf gegen den IS bereit war zu schicken. Er ist nicht ehrlich, das ist meine Meinung. Als ehemalige DDR-Bürgerin habe ich ein feines Gespür für Zwischentöne. Herr Johannsen, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten, das mußte ich aber von mir geben.

Christa Wallau | Sa, 22. Juni 2019 - 11:32

Es war vor allem der Forderung Luckes nach Volksabstimmungen zu verdanken, daß ich 2013 sofort in die AfD eingetreten bin. Das Volk muß in a l l e n Angelegenheiten, die a l l e Bürger unmittelbar betreffen, befragt warden, wie ich es mir z. B. vor der Einführung des Euros dringend gewünscht hätte.
Diese Forderung gehört nach wie vor zum KERN
des AfD-Programms. Angesichts des jetzigen
erbärmlichen Zustands der rein repräsentativen Demokratie ist sie aktueller den je.

... wie in der Schweiz ist das, was Deutschland jetzt unbedingt braucht. Unser Land wäre nicht so weit nach links-grün außen abgetriftet, wenn wir eine Direkte Demokratie hätten. Jetzt benötigen wir den politischen Klimawandel, ansonsten geht's direkt in die nächste grün-marxistische Diktatur, die schlimmer werden könnte, als was wir bisher gesehen und erlebt hatten! Die Links-Grünen haben ein Klima des Hasses und der Angst heraufbeschworen, dass an die schlimmsten Zeiten Deutschlands erinnert, wo Juden nicht mehr in Geschäften, Restaurants & Warenhäusern bedient wurden: „kauft nicht bei Juden!“ Wir wissen: der nächste Schritt war dann die Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung in KZs auf bestialische Weise! Die Grenze ist überschritten, wenn ein Kirchentagspräsident die AfD diffamiert "Die AfD radikalisiert sich immer weiter" und ausdrücklich auslädt!!! Ausgrenzung, was dann? Ein Christ sollte es besser wissen: Jesus schloss KEINEN aus und betete sogar für seine Gegner!

Bernhard K. Kopp | So, 23. Juni 2019 - 08:29

In reply to by Günter Johannsen

Wir brauchen repräsentative Parteien, die ihre Repräsentativfunktion für ihre Wähler ernst nehmen, und nicht die durch Wahlen geliehene Macht als Eigentum einer Funktionärsclique behandeln. Viel mehr Bürger sollten Parteimitglieder sein, mindestens die Hälfte der Stammwähler. Die Parteien müssten sich dafür mitgliederfreundlich organisieren ( e-voting ) und die Mitglieder müssten innerparteilich zu Themen und Personalentscheidungen mitbestimmen. Parlamentarische Demokratie kann nur über Parteien funktionieren. Auf Bundesebene wären Volksabstimmungen reine populistische Medienschlachten - wie das Brexit-Referendum in England. Natürlich kann man zu einer Frage wie Todesstrafe ein Referendum ja/nein abhalten. Man kann das dann auch mit doppeltem Quorum gut organisieren. Zu Themen, die in ihrer Vielschichtigkeit und komplexen Nebenwirkungen nicht populistisch darstellbar sind, funktioniert es nicht mehr.

Sie sehen doch auch , Herr Kopp, dass die sozialmoralischen Milieus, auf denen die derzeitigen Partein basiert haben, erodieren.
Volkspartein damit aussterbende Dinos sind, das Futter geht ihnen aus.
Ihre Reden, die Wähler zurückzuholen sind eher Selbstberuhigung.
Mit der weiteren fortschreitenden Individualisierung (welche ja kräftig von den ehemaligen Volkspartein angeschoben wurde) haben sie sich ihr eigenes Grab geschaufelt.
Wenn wir dann im Parlament so an die 20+ Partein haben, wird es richtig lustig.
Die Regel sind ja heute schon zehn oder mehr Parteien in anderen europ. Ländern.
Daher halte ich Volksentscheide, zu wichtigen Themen, schon für ein gutes Instrumentarium.
Bevor man sich im Parlament an die Gurgel geht.

@Kopp Ohne unfreundlich zu sein, Sie haben keine Ahnung wie es in den Parteien zu- und hergeht. Die zahlenden Mitglieder zum Plakatekleben, Beitragzahlen und zum Applaudieren zu missbrauchen. Treten Sie in eine Partei ein und Sie werden erleben, was Ihnen blüht. Direkte Demokratie für den Souverän und nicht geldgeile Grossmäuler als Volkserzieher.

wir haben eine "repräsentative Demokratie" keine "parlamentarische" Sie wissen selbst wie oft Frau Merkel mit ihren einsamen Entschlüssen das Parlament übergangen hat, oder im besten Falle sich ihre Entscheidungen sich vom Parlament nachträglich abnicken ließ.Die Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht und ihre Politik ist mit dem geleisteten Amtseid nicht konform. Deshalb brauchen wir die Volksabstimmung für den mündigen Bürger unbedingt. Die Parteien, außer der AfD, haben als rechtsstaatliche Institutionen grob versagt
und Gesinnungsethik über Verantwortungsethik gestellt.

Werner Winter | So, 23. Juni 2019 - 13:18

In reply to by Günter Johannsen

Ich sehe es genauso.
Die Kirche sollte mal mit genau dieser Verbissenheit für Ordnung und Aufklärung in ihren Reihen sorgen, dass wäre mehr als angebracht.

gabriele bondzio | Mo, 24. Juni 2019 - 10:41

In reply to by Günter Johannsen

hat ihren ganz besonderen Reiz. Lese ja viele Schweizer- Zeitungen, oft die NZZ.
"Berlin ist das tiefrote Labor des Staatssozialismus" von Chefredakteur Eric Gujer zeigt auf was die Schweizer von DE denken. "Jeder hat einen Schuldigen für die Zumutungen des Wandels".
Und das ist genau der richtige Blick!
Wobei ich trotzdem die AFD für unbedingt notwendig halte, sonst hätten wir ja keine Opposition mehr im Land.

Dieter Würfel | Mo, 24. Juni 2019 - 17:58

In reply to by Günter Johannsen

das ist etwas, was in diesem unseren Land nicht erwünscht ist! Ich erinnere mich noch gut an den Sozialkundeunterricht, den ich vor vielen Jahren (1980-1982) in der Realschule erhalten hatte. Als es um die verschiedenen Regierungsformen (Demokratie, Diktatur, Direkte Demokratie....) ging, wurde uns allen Ernstes von unserer Lehrerin gesagt, dass die Direkte Demokratie in einem modernen Flächenstaat wie der BRD (damals hieß sie noch so)nicht umsetzbar, nicht möglich sei. Soweit ich mich erinnere, diente hierzu sogar ein Lehrbuch der Untermauerung dieser Aussage. Also war man damals (und schon davor) nicht daran interessiert, dass das Volk ein wirkliches Mitspracherecht hat!!

in einem Punkt haben wir ja "direkte Demokratie", nämlich bei Wahlen. Gehen wir von den derzeitigen Umfragen aus, bevorzugen 15% die AfD. Natürlich sind das nur Richtungswünsche, aber woher nehmen Sie eigentlich die Hoffnung, dass das bei Sachfragen anders wäre? Zeigt nicht die Wende der BR in der Migrationspolitik oder die gegenwärtige Unruhe in der Klimafrage, dass die Repräsentanten sehr wohl auf das Volk reagieren. Im Pausengespräch in der Firma wissen natürlich viele, was sie als Manager besser machen würden, aber ist das wirklich glaubhaft? Mehr Demokratie gerne, aber brauchen wir wirklich direkte Demokratie oder nicht eher mehr Möglichkeiten zur direkten Einflussnahme und bessere Repräsentanten?

Christa Wallau | Mo, 24. Juni 2019 - 16:41

In reply to by gerhard hellriegel

Alle vier o. fünf Jahre einmal ein Kreuzchen bei einer Partei machen zu dürfen, das ist viel zu wenig, um hier von echter Demokratie sprechen zu können, lieber Herr Hellriegel.
Zudem bekommt der Bürger selbst bei diesem einmaligen Votum nicht g e n a u das, was er gewählt hat, sondern fast immer einen Mix aus Parteien, die sich in einer Koalition zusammentun u. dabei ganz entscheidende Versprechen, die den Wähler bewogen haben, ausgerechnet sie zu wählen, schnell mal für nichtig erklären.
Sicher gibt es weitere Möglichkeiten, die Mitbestimmungsrechte der Bürger zu stärken a u ß e r durch Volksabstimmungen. Aber in elementaren Fragen, die
jeden einzelnen Bürger unmittelbar betreffen, halte ich sie für unabdingbar.
Die Entscheidung "Für"/"Gegen" die Aufgabe der D-Mark war m. E. eine solche
Frage. Diese durfte nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werden, da die Wahl einer Partei dem Bürger in dieser Frage nichts nützte.
A l l e waren doch dafür. Erinnern Sie sich?

Konrad Paukner | Mo, 24. Juni 2019 - 20:55

In reply to by gerhard hellriegel

haben wir genau solange, bis die Wahllokale geschlossen werden. Danach haben wir Koalitionszwang, Fraktionszwang - aber KEINE unabhängigen Abgeordneten mehr. Daher wäre das Instrument der Volksentscheidung so wichtig. Auch bei komplexeren Themen könnte ein Volksentscheid zumindest die Richtung vorgeben.

Sehr geehrte Frau Wallau, 5:0 für ihr Statement. Eben der beschriebene Umstand der Einführung einer Europaweiten Währung ohne die Möglichkeit der jeweiligen schwächeren Staaten die Abwertung der eigenen Währung als Puffer für die eigene Wirtschaft zu benutzen ist eines der Kernübel dieser Knebelung. Kohl wollte dass die ewige Spekulation gegen die Schwächsten der europ. Währungsschlange vor Einführung des Euro beendet würde und so den betroffenen Staaten Luft zu verschaffen, weil im Währungsverbund eine bessere Abwehr von Ratingbewertungen möglich sei, die dann immer wieder die betroffenen Staaten vor schwere Probleme bei der Kreditbeschaffung stellte. Damals hat sich dieser Gedanke durchgesetzt und ist auch vom Grundverständnis her nicht unbedingt falsch. Jedoch der viel beschworene Markt hat viele Euroländer trotz dieser Maßnahme in schwere finanzielle Bedrängnis gebracht und insgesamt den Euro in eine Krise gestürzt, die noch nicht ausgestanden ist. Danke für ihren Kommentar

Reinhard Seidel | Mo, 24. Juni 2019 - 18:49

In reply to by Wolfgang Schuckmann

und den € stimmt nicht ganz. Helmut Kohl war immer gegen den € weil er wusste dass so unterschiedliche Volkswirtschaften und so unterschiedliche Mentalitäten
nicht in eine gemeinsame Währung passen. Mitterand hat Kohl erpresst und ihm mitgeteilt, dass Frankreich nur der Wiedervereinigung zustimmt wen,n Kohl seinen
Widerstand gegen den € aufgibt. Für Mitterand war die DM die Atombombe Deutschlands. Mitterand war Sozialist und lag völlig falsch, wie immer die Sozialisten, die noch nie etwas richtig gemacht haben, Beispiel Cuba und Venezuela. Der heute Schlamassel um den € gibt nachträglich Kohl recht.

Rolf Bergmeier | Sa, 22. Juni 2019 - 11:35

Die Auffasung, dass Deutschland für zwei Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich sei, verschleiert die Wirklichkeit: Innerhalb der Atmosphäre ist das Spurengas CO2 mit 0,041 Prozent vetreten. Davon sind mehr als 70 Prozent natürlichen Ursprungs. Folglich ist das von Menschen erzeugte CO2 mit 0,012 Prozent an der Atmosphäre beteiligt. Daran beträgt Deutschland Anteil 2,3 Prozent. Damit landen wir bei ungefähr einem Taiusendstel Prozent deutschen anthropogenen CO2-Anteils in der Atmosphäre. Und deswegen wollen wir die Gesellschaft auf den Kopf stellen. Es ist ein wirrer Wahn, eine Ökoreligion, die Deutschland erfasst hat.

Kurt Walther | Sa, 22. Juni 2019 - 11:57

Gut geschlagen bzw. gekontert, Herr Dr. Gauland. Die Abgrenzung von rechts außen ist dringend notwendig. Antisemiten und Nazis gehören nicht in die AfD. Und was das Migrationsproblem betrifft, auch ich möchte keine Zustände wie Berlin-Neukölln, Duisburg-Marxloh usw. Dieses Land ist unser Land - und das soll auch so bleiben. Hilfe für und Aufnahme von echten Flüchtlingen (verfolgte Menschen) ist immer notwendig, keineswegs für unqualifizierte Wirtschaftsflüchtlinge. Letztere bilden die überwältigende Mehrheit des Migrantenstromes. Die medialen Begriffe sind irreführend, wenn durchweg von" Flüchtlingen" und beim Umsteigen von den Schlauchbooten vor Afrikas Küste in die Schiffe von "Rettung" gesprochen wird, Könnte man da denn nicht auch von Eindringlingen und Schleppern sprechen?
Der vorletzte Satz betreffs Stimmung der Ostdeutschen "Sie brauchen also nicht den Ausländer ,,." ist schwierig, denn auch wir im Osten benötigen qualifizierte, gut integrierte Ausländer.

Klaus Funke | Sa, 22. Juni 2019 - 11:58

Ich habe das Interview zweimal gelesen. Die Interviewer haben keine Kröte ausgelassen, auch kein Klischee, die Parteilichkeit war deutlich herauszulesen. Angesichts solcher Frage-Rhetorik hat Gauland ausgewogen und sachlich geantwortet. Jeder, der das liest, wird sagen, man möchte die AfD zum Generalsündenbock machen. Das wird schiefgehen. Die AfD wird im Osten fulminant siegen. Auch Herr Tauber hat unbewusst zu diesem Sieg beigetragen. Wer solche Bolzen abschießt,, braucht sich nicht zu wundern, wenn der als Bummerang zurückkommt. Ich sage, die AfD vertritt Positionen, welche die CDU noch vor 30 Jahren vertreten hat. Die AfD ist eine Nostalgie-Variante der CDU. Das sieht man auch am Personal. Gauland spricht wie Dregger oder Kohl in den 80igern gesprochen haben. Das vermissen die Leute heute. Merkel hat die CDU zu sehr nach links getrieben. Das wird der Untergang der Partei werden. Merkel hinterlässt verbrannte Erde. Sie hat alle Parteien zerstört. Außer den Grünen...

Klaus Funke | Sa, 22. Juni 2019 - 12:14

... nun zum Schluss, drehen sich die Grünen weg und lassen Merkel im Regen stehen. Und der Wähler wird das Original wählen, statt einer grün eingefärbten CDU. Deutschland braucht eine konservative Alternative. Und die gibt es außer der AfD nicht mehr, denn auch die FDP taugt dazu nicht. Sie sind mit Lindner Schönredner ohne Konsequenz geworden. Gauland hat Recht: Wenn die CDU in Sachsen aus Angst vor der AfD mit den LINKEN und GRÜNEN koaliert, ist das ihr Untergang. Die GRÜNEN waren in Sachsen noch nie anerkannt, die LINKE bedient eine aussterbende Klientel aus DDR Zeiten und die CDU will keiner mehr - in 30 Jahren abgenutzt und zu sehr im Geruch der Merkel-Hörigkeit. Jedenfalls, da mögen linksgrün gestrickte Interviewer noch so sehr mit gehässigen und hinterhältigen Fragen kommen, die AfD ist nicht aufzuhalten - der Grund: Sie haben es geschafft, im Volke anerkannt zu sein, ob nun als Protestpartei oder als konservative Alternative, das ist egal. Die Wessis kommen noch drauf! Wetten?

Gerhard Weißenberger | Sa, 22. Juni 2019 - 12:45

Herr Gauland hätte sich damals vor seiner verunglückten Metapher vom Vogelschiss an Mao orientieren sollen, der sagte, dass der Kommunismus nur ein Wellenschlag (60 Mio. Tote) in der chinesischen Geschichte sei.
Dann wäre seinen Kritikern die Kinnlade heruntergefallen.

Diese Äußerung des verehrten 'großen Vorsitzenden' kannte ich bisher auch nicht. Leider! Ob führende 68'er sie kannten bzw. kennen?
Haben Sie eine Quelle für mich?
Ansonsten weiß Gauland ganz genau, daß seine Formulierung ein Fehler war, der zum medialen 'Rohrkrepierer' wurde. Gauland hat 'die Kraft und den Mut' (Formulierung Henryk M. Broder) eigene Fehler einzusehen, und sie auch zuzugeben.

Was die Marxisten gestern wie heute gern mal verschweigen: der "wissenschaftliche" Kommunismus von Karl-Marx hat allein in der Sowjetunion, in China und in der DDR über Hundertmillionen Tote zu verantworten!

Henning Magirius | So, 23. Juni 2019 - 06:00

Frage im Interview: „Hardliner vom rechten Flügel sind aber Schuld daran, dass die AfD für den Verfassungsschutz immer noch als Prüffall gilt.“ - Fakt ist: Das Verwaltungsgericht Köln hat bereits im Februar diesen Jahres dem Bundesamt für Verfassungsschutz untersagt, die AfD als „Prüffall“ zu bezeichnen (Beschl. v. 26.02.2019, Az 13 L 202/19). Das Bundesamt hat kurze Zeit später entschieden, keine Beschwerde gegen das Urteil einzulegen. - Es erübrigt sich jeder weiterer Kommentar.

Hans-Jürgen Salza | So, 23. Juni 2019 - 12:07

hatte aber etwas wichtiges in Erinnerung gerufen: RECHTS war immer nur ein Hinweis auf die Richtung. Links=SPD, RECHTS=CDU/CSU & Mitte=FDP. NUR eine VerORTung, keine Diffamierung. Inzwischen gibt es die GRÜNEN und LINKEN. Alle auf der LINKEN Seite. Das Problem: Frau Merkel, in der DDR sozialisiert, kommt über ihren Ziehvater in die CDU (Rechts). Als Kanzlerin verschiebt SIE die rechte CDU nach LINKS, übernimmt die Kernthemen der GRÜNEN und erklärt im Parlament plötzlich Themen als "alternativlos!" Die Geburtsstunde der "Alternative für Deutschland". Da LINKS, ROT & GRÜN IHRE Politik begrüßen, ist ALLES andere plötzlich RECHTS, RECHTSPOPULISTISCH, RASSISTISCH oder gar NAZI. Man erinnere sich: Die AfD wurde von CDU-Mitgliedern gegründet. Es sollte wieder möglich sein, konservativ und rechts zu stehen, ohne deshalb diffamiert zu werden. DANN könnte die CDU evtl.?? viele AfD-Wähler und Sympathisanten zurückgewinnen!

Ernst-Günther Konrad | Mo, 24. Juni 2019 - 17:30

In reply to by Hans-Jürgen Salza

das ist auch meine Meinung Herr Salza. Ich bin zwar bei Herrn Gauck gespalten, weil er als BP eben das was er denkt nicht sagte, warum auch immer und nun plötzlich solche Aussagen macht. Sollte er es schon immer gedacht und warum auch immer nicht gesagt haben, wäre er ein Feigling. Hat er eine neue Sichtweise für sich entdeckt und würde es wirklich ehrlich meinen, hat er meinen Zuspruch. Sagt er das alles nur, um die Ostwahlen zu beeinflussen, dann wäre er ein Heuchler. Mein Problem ist, so viele Politker lügen, das sich die Balken biegen. Ich weis nicht, wo ich Herrn Gaucks Balken verbauen kann?
Ich finde ihn zwar einerseits symphatisch und nett. Nur, das reicht nicht. Wahrhaftig müsste er als Mann der Kirche mindestens sein. Ist er dass?
Ich habe mir Kant's Zweifel bewahrt.

Willy Ehrlich | Mo, 24. Juni 2019 - 15:04

Es ist seit je her meine politische Empfehlung für ALLE Richtungen:
Wenn Sie sich über Politik informieren wollen, dann schauen Sie bitte dort nach, wo Sie Informationen oder authentische Meinungen der Politiker finden. Und nicht dort, wo Medien mal wieder Politikermeinungen (negativ) kommentiert oder NICHTS berichtet haben.

Roland Lissowski | Mo, 24. Juni 2019 - 15:05

Spätestes seit es die AfD gibt,besonders seit dem Herbst 2015, werden in der politischen und medialen Öffentlichkeit Äußerungen von Volksvertretern mit zweierlei Maß beurteilt. Prinzipiell sind Äußerungen von AfD-Repräsentanten schlecht, falsch,böse, rechtspopulistisch, rechtsextrem, usw. Wenn ein Profi-Pöbler von der SPD (Ralf Stegner) fordert, man müsse "Positionen und Personal der AfD attackieren", dann ist das offenbar kein Gewaltaufruf und verursacht keinen Sturm im links-grünen Blätterwald. Und gerade Herr Tauber sollte sich ganz vornehm mit Kritik zurückhalten, der Kritiker seiner Gott-Kanzlerin als "Arschlöcher" bezeichnet. Soll ich mir diese beiden "Volksvertreter" als demokratische Vorbilder nehmen?

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