Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besucht am Montag die von Kriegsverbrechen heimgesuchte Ortschaft Butscha / picture alliance

Krieg in der Ukraine - Ist eine Verhandlungslösung überhaupt noch denkbar?

Derzeit gibt es keine konkreten Anzeichen für ein baldiges Ende des Krieges. Putins bisheriges Verhalten legt jedenfalls nahe, dass für ihn eine Niederlage keine Option ist. Es besteht die Gefahr einer weiteren Eskalation bis hin zum Einsatz von Nuklearwaffen. Umso dringender ist es jetzt geboten, einen kühlen Kopf zu bewahren und nüchterne Realpolitik zu betreiben.

Autoreninfo

Botschafter a.D. Rüdiger Lüdeking war während seiner Zeit im Auswärtigen Dienst (1980-2018) in verschiedenen Verwendungen, u.a. als stv. Beauftragter der Bundesregierung für Abrüstung und Rüstungskontrolle und Botschafter bei der OSZE, mit Fragen der Sicherheits- und Rüstungskontrollpolitik intensiv befasst.

So erreichen Sie Rüdiger Lüdeking:

Der brutale russische Angriffskrieg in der Ukraine, die von russischen Soldaten verübten Gräueltaten und Kriegsverbrechen, die Bilder der Leichen von Zivilisten in den Straßen des von der russischen Armee geräumten Ortes Butscha nahe Kiew lassen niemanden unberührt. Sie lösen Entsetzen und Fassungslosigkeit aus.

Und dennoch: Trotz großer moralischer Empörung und Wut gilt es, einen kühlen Kopf und realpolitisches Augenmaß zu bewahren. Die ukrainische Schriftstellerin Mariana Sadovska hat in der vorigen Woche bei einer Veranstaltung im Bundeskanzleramt aus einem an sie gerichteten Brief einer deutschen Familie zitiert: „Wenn die Welt untergeht, weil wir der Ukraine helfen, dann soll es halt so sein.“ Ein fatalistische Haltung, wie sie in diesem Satz zum Ausdruck kommt, kann nicht Maßstab verantwortungsvollen politischen Handelns sein; vielmehr muss dieses auf eine schnellstmögliche Beendigung des Kriegs und die Erreichung einer diplomatischen Lösung ausgerichtet sein.

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Urban Will | Mi, 6. April 2022 - 08:50

trefflich formulierten Artikel eine Zsfassung geliefert, die man sich genau durchlesen sollte in den Entscheidungsebenen des Westens.

Ich habe nur die Befürchtung, dass nach all dem Kriegsgeheul von Seiten des Westens, nach dem stetigen Rufen, Putin müsse als Kriegsverbrecher vor Gericht, nach all dem Drängen, ihn und Russland auszuschließen und wirtsch. in die Knie zu zwingen, die Türen erst mal zu sind.
Am Ende kommen Sie zum Kern des Ganzen: dieser Krieg war vermeidbar! Und auch wenn die Kindergarten – Abteilung nicht in der Lage ist, zwischen d Suche nach einer Erklärung und Verharmlosung, Freispruch, etc. zu unterscheiden, man muss die letzten ca. 20 J aufarbeiten.
Und ja, trotz allen Leidens der Ukrainer, man muss Putin entgegen kommen. Realpolitik.
Er wäre nicht d erste, der trotz Kriegsverbrechen ungeschoren davon kommt. Gerade die USA sollten sich da mal ganz zurück halten.
Wenn Putin nach Den Haag muss, dann sollten George W, Obama u.a. gleich mit auf die Anklagebank.

... bis auf: Man stelle sich vor, die von den USA(!) angegriffenen Landes-"Fürsten" hätten seinerzeit ebenfalls täglich(!) sich mit Videoschalte in unzählige Parlamente zugeschaltet ... ich jedenfalls drücke den Aus- bzw. Umschalteknopf - wie schon zuletzt bei den "Corona-Themen". ... und es fällt mir leicht ,wenn ich die täglich wiederholten Vorwürfe (teils beleidigend) gegenüber Deutschland (Ukraines Geldgeber "No.1" der letzten Jahre) höre!

Gerhard Lenz | Mi, 6. April 2022 - 09:25

Hätten die Alliierten etwa mit Hitler verhandeln können?
Einem Wahnsinnigen, für den es nur ein Ziel gab: den Endsieg?

Die einzige "Art von Verhandlung", die Putin akzeptieren würde, wäre die Totalkapitulation der Ukraine. Die Folgen kann man sich ausmahlen: Gewählte Politiker würden wohl durch die Bank "eliminiert", das Land würde aufgespalten oder wie ein "Protektorat" verwaltet und eines Tages vermutlich Russland eingegliedert.

Kurz: Der von Putin präferierte Verhandlungskompromiss würde das Verschwinden der heutigen Ukraine bedeuten.

Putin hat sich seit Amtsübernahme als "harter Hund, als Kämpfer" inszeniert. Sein "Führergeprotze", durchaus der unseres Adolfs vergleichbar, ist es, was weltweit Neo-Nazis und Rechtsextremisten begeistert. Ein solch pathologischer "Führer" macht keine Kompromisse.

Das scheint jegliche Verhandlungslösung auszuschließen. Nur wenn die herrschende russische Clique in die Defensive gerät, wären Kompromisse möglich.

Was nicht wahrscheinlich ist.

den "russischen Hitler", der ohne Kompromisse die Ukraine komplett erobern, seine Elite eliminieren und das Land Russland angliedern möchte. Mit dem man nicht verhandeln kann, da er nur den „Endsieg“ akzeptiert.
Sie glauben aber, wenn die „herrschende russische Clique“ in die Defensive gerät, dann wären Kompromisse auf einmal möglich.
Aha.
Irgendwie passt das aber nur schwer zusammen. Zum einen sind Russland/Putin bereits in gewisser Hinsicht in der Defensive, was aber der Moral – besoffene Westen auf Geheiß der USA ignoriert, die sich noch nie so nah am Ziel sah, Russland von Europa zu trennen.
Und zum anderen hat der „Hitler“ Putin nach wie vor viel Rückhalt in der Bevölkerung.
Die Medien, ich weiß. Ist in D nicht anders. Aber Fakt.

Defensive hin oder her: Putin bleibt erst mal.
Wenn Sie also die Ukraine zum „Endsieg“ wollen marschieren sehen, dann kommen Sie danach nicht und beklagen all die vielen Tausend Toten, denn die wird es geben.
Realität (Krieg) sticht Moral.

Sie können ja versuchen, Herrn Putin durch "Verhandlungen" zur Vernunft zu bringen. Viel Glück dabei!
Ansonsten sehe ich bei Ihnen nur extremen Zynismus: Der Westen ist also von "Moral" nur so besoffen. Klar doch. Was muss er auch die Bombardierungen, die Gemetzel russischer Truppen, die Vertreibungen kritisieren.
Sie wollten von Kriegsbeginn an, dass die Ukraine kapituliert, haben ständig mehr den Verteidigungswillen der Ukrainer als den Angriff Putins kritisiert. Sie gehen sogar soweit, den Ukrainern für den Fall, dass sie die Waffen nicht niederlegen, die Schuld für die Toten zuzuweisen. Nicht den Schlächter im Kreml kritisieren Sie - nein, der Überfallene ist Schuld an den Opfern, weil er nicht nachgibt!

Anderswo haben Sie den mordlüsternen Putin ja schon mit Obama und Bush auf eine Stufe gestellt. Aber der Westen ist ja für Sie sowieso mindestens mitschuldig.

Windisch: Ist natürlich ein qualitativer Unterschied. Ob ein Mensch auf offener Straße abgemetzelt wird oder im KZ..

Sie wissen doch, wie lange es gedauert hat, bis die Menschheit erkannt hat, dass spontane Vergeltung mehr Übel anrichten kann als die Übeltat selbst. Wie lange hat es gedauert, bis die Menschen den Wert von Recht und Gesetz erkannt haben?

Die spontane Lynchjustiz, die Sie und andere ins Völkerrecht einführen wollen, steht an sich auf der gleichen moralischen Stufe wie der Angriffskrieg Putins. Sie schreiben die Kriegsgräuel nur der einen Seite zu, weil Sie ein paar Handy-Fotographien und Videos ungeprüft für echt halten, die Ihnen (und den Medien der Welt) die andere Seite zuspielt, und weil die Medien diese Vorverurteilung ungeprüft übernehmen.

Halten Sie alles für real oder wirklich oder wahr, was Ihnen in Videos und auf Fotos vorgeführt wird? Das absolute Vertrauen in Bilder, die sie immer von der einen Seite erhalten, muss doch irgendwie objektiv gerechtfertigt sein!

Gräuelpropaganda ist wirklich eine uralte Masche, denken Sie nur an den Bromberger Blutsonntag von 1939.

Christa Wallau | Do, 7. April 2022 - 10:18

In reply to by Walter Bühler

die uns die Geschichte bereithält, kommen Sie leider bei den meisten Menschen nicht weit, lieber Herr Bühler.
Das ist eine traurige Tatsache, die man aber akzeptieren muß, wenn man nicht verzweifeln will.
Daher wird wohl auch in diesem Falle (Krieg in der Ukraine) die einseitige PROPAGANDA beider Seiten weiter ihre unheilvolle Rolle spielen, ja, sich sogar noch steigern, und die meisten Menschen fallen darauf herein. Dies verlängert die grausamen Zerstörungen und das furchtbare menschliche Leid. Vor allem jedoch birgt es die große Gefahr in sich, daß der Konflikt sich noch ausweitet (eskaliert) statt daß er entschärft wird.

Im Sinne des von mir hoch geschätzten Gedichtes von Paul Fleming (1609-1640)
"An sich" möchte ich abschließend hinzufügen:
Hoffen wir d e n n o c h darauf, daß es nicht allzu schlimm kommt!

Ein Hitler Putin – vergleich drängt sich selbstverständlich auf. Schließlich darben und sterben aktuell und inbemerkt von der weltöffentlichkeit Millionen von Menschen in russischen Gulags bzw. Konzentrationslagern.

Mit dieser tiefen Expertise, Herr Lenz, empfiehlt man sich selbstverständlich als erfahrener Berater für eine junge und motivierte Außenministerin in Erstanstellung. Ich bin sicher, dass Frau Baerbock auch dieses Forum liest.

Bitte nicht vergessen die deutsche Außenministerin darauf hinzuweisen was ein großer vaterländischer Krieg mit der Feinstaubbelastung in Europa machen könnte.

Mit Ihrem Verbalradikalismus und Hitler erbleichst blenden Sie anscheinend völlig aus, dass Putin im Gegensatz zu Hitler über Atomwaffen verfügt. Und die atomare Zerstörung der Welt, zumindest Europas lässt sich auch mit einer „Rettung“ der Ukraine nicht rechtfertigen. Was bleibt, ist, mit Putin ins Gespräch zu kommen.

Karl-Heinz Weiß | Mi, 6. April 2022 - 09:28

Zur Ehrlichkeit gehört auch, in Deutschland den von Putin extrem gesteigerten russischen Nationalismus völlig ausgeblendet zu haben. Ihm geht es eindeutig um Groß-Russland. Dies macht eine Kompromisslösung so schwierig. Leider wird eine UNO-Mission, früher bei verhärteten Situationen ein Weg aus der Sackgasse, bisher nicht erwogen. Unter Einbeziehung chinesischer und indischer Verbände könnte sie für beide Seiten glaubhaft sein, wenn auch nicht zur Freude der USA.

Martin Falter | Mi, 6. April 2022 - 09:30

ein dritter Weltkrieg muss verhindert werden.
Aber Put in kann keine Rolle mehr in der Nachkriegszeit spielen.

Dafür hat er zuviel verbrochen, gelogen und getäuscht.

Sollte er das politisch überleben, wird es ganz schwierig werden vorallem für Russland.

Kein Politiker könnte es sich erlauben mit zu verhandeln oder gar gesehen zu werden.

Der Typ hat fertig.

Manfred Bühring | Mi, 6. April 2022 - 09:33

…. ist gefordert und kein moralisierendes Weltuntergangsszenario durch provozierten Einsatz von Atomwaffen. Deshalb ist dem letzten Absatz ohne wenn und aber zuzustimmen!

Rainer Mrochen | Mi, 6. April 2022 - 09:38

nach totaler Ausgrenzung Russlands in der Zukunft, sind abwegig. (Grüne Aussenpolitik).
Es gilt zu bedenken, daß Deutschland nach verlorenem WK II auch nicht ausgegrenzt worden ist und in einen Bauernstaat verwandelt wurde. Sicherlich sind die geostrategischen Interessen der USA von entscheidender Bedeutung für die Westintegration gewesen.
Dem Artikel ist, ob seiner Ausgewogenheit, inhaltlich, zuzustimmen. Die Probleme auf diesem Planeten werden, in Gänze, nicht kleiner. Russland wird für zukunftsorientierte Lösungen gebraucht werden.

Karl Kuhn | Mi, 6. April 2022 - 09:50

... aus Deutschland, die in der UN in den vergangenen Jahren stets israelfeindliche Resolutionen mitunterstützt haben. Die Schutzheiligen der Mörder. Stets um deren Gesichtswahrung besorgt, sie könnten ja sonst böse werden.

Norbert Heyer | Mi, 6. April 2022 - 09:51

Die Politiker der Ukraine unterlassen nichts, was durch ein Eingreifen der NATO unweigerlich zum lll. WK führt. Ich würde den ukrainischen Botschafter zur Mäßigung auffordern - anderenfalls ausweisen. Wir helfen im Rahmen dessen, was ein Unbeteiligter leisten kann - Waffenlieferungen sind schon grenzwertig. Das Russland durch Putin zum Kriegsverursacher wurde, ist unbestreitbar. Das seit über 10 Jahren um den Status der Ukraine gestritten wird, aber auch. Wenn jetzt sämtliche Energielieferungen von Russland durch uns gekappt werden, wird es hier in Deutschland zu einer unvorstellbaren Notlage kommen. Anscheinend sind viele Politiker nicht in der Lage, die dahinterliegende Dynamik zu erkennen - ein abrupter Niedergang unserer Industrie und soziale Not. Dieses Opfer ist viel zu groß, um überhaupt ernsthaft darüber nachzudenken. Selbstmord ist eben keine kollektive Entscheidung, das eigene Volk muss die allererste Priorität für die Verantwortlichen sein, dass haben sie auch geschworen.

besser könnte man es nicht ausdrücken.
Was uns hier in unseren Talk-Shows wie bei Illner, Will, Lanz so alles rübergebracht wird, ist furchtbar. Einzig alleine nur ein böses Russland und eine gute Ukraine. Ich habe da so meine Zweifel, jeder trägt Mitschuld, auch die Deutschland, Nato, USA. Aber das genau sollte man mal aufarbeiten.
Krieg ist furchtbar, einzig die leidenden Menschen verstehen mein Mitgefühl. Aber dieser ukrainische Botschafter sowie der ukrainische Präsident, diese gehen mir durch ihre mediale Präsens wie wüste Beschimpfungen sowie irre Forderungen tierisch auf den Zeiger.
Soll Deutschland sich wirtschaftlich wegen den beiden Herren herunterfahren? Ist das der Preis des Krieges für uns? Wieviel können wir davon vertragen?
Ob aber dadurch der Krieg beendet wird, wage ich zu bezweifeln.

Jens Böhme | Mi, 6. April 2022 - 09:52

Ja, man kann im Krieg nichts vorhersagen. Meine Vorhersage: Waffenstillstand mit Kriegszustand auf Ewigkeit mit russischer Besatzung im Osten und Süden der Ukraine. Das heisst, die Ukraine wird kleiner.

Hans Süßenguth-Großmann | Mi, 6. April 2022 - 10:00

Man sollte so einen Standpunkt auch mal in den Talkshows ein Podium geben.
Mir kommt die aktuelle Lage so wie vor reichlich 100 Jahren vor. Eine kriegsbegeisterte Öffentlichkeit, eine militärische Lage die mit max. Aufwand nur minimale Erfolge, egal für wen, generiert und keine Vorstellung wie der Krieg zu beenden ist, außer die irreale Hoffnung auf einen Sieg. Europa schafft sich ab, zumindest energetisch!!!

Maria Arenz | Mi, 6. April 2022 - 10:09

Auch ich hielt das Ignorieren der Signale zunehmenden "Vergrätzseins" der Russen durch den Westen für einen schweren und wohl auch für die jetzt eingetretene Katastrophe kausalen Fehler. Angesichst der von vornherein auf Terrorisierung und Vernichtung des "Brudervolks" angelegten Art der Durchführung des Überfalls und nach gründlicherer Befassung mit der russischen Geschichte bezweifle ich inzwischen aber, ob mit einem-trotz bester Voraus-setzungen - wirtschaftlich und gesellschaftlich so weit zurückgebliebenen Rußland, das in 1000 Jahren noch nie anders regiert wurde als durch mehr oder weniger effiziente Autokraten mit ihrem mehr oder weniger nichtsnutzigen Gefolge eine legitime Autonomiebedürfnisse Osteuropas berücksichtigende, gemeinsame Sicherheitsarchitektur überhaupt je möglich war, ist oder sein wird. Vielleicht müssen wir uns einfach damit abfinden, an einem St.Andreas-Graben zu leben, den "Handel und Wandel" eben nicht wirklich zuschütten können.

Man hat die historische Chance eines einheitlichen Europas -was NUR mit dem größten Europ. Land möglich ist- durch Zurückweisung der Hand verspielt. Eine Einbindung, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch milit., kulturell von R. in das Europäische Gefüge hätte für ein höhere Sicherheit-vielleicht dauerhaft- gesorgt. Eine gemeinsame Ausbeutung der Europ. Staaten der enormen russ. Ressourcen hätte die Energie-Ansprüche Europas dauerhaft gesichert. Dass hat gegen die Interessen Uncle Sam`s verstoßen und wurde erfolgreich verhindert.
Es geht nur um Geld. An diesem Stellvertreter Krieg verdienen sich einige auf Kosten derer die unter ihm zu leiden haben, goldene Nasen. Die sitzen nicht in der UK und Russland.

Christoph Kuhlmann | Mi, 6. April 2022 - 10:31

So ähnlich stelle ich mir die Position der Bundesregierung vor. Es bringt jetzt wirklich nichts verbalradikale Moralpredigten abzusondern. Das führt nur zu noch mehr Gewalt. Was mich an der Haltung der Bundesregierung stört, ist die verzögerte Auslieferung von Waffen an die Ukraine, die elend langsamen Beschaffungsprozesse für die Bundeswehr. (Das angekündigte Sondervermögen ist immer noch nicht beschlossen worden) und der Versuch die Ukraine mit alter Technik abzuspeisen. Es gibt hochmoderne Flugabwehrraketen der deutschen Industrie mit denen sich auch AKWs in der Ukraine schützen ließen. Doch bisher ist noch nichts geschehen. Tschernobyl ist den älteren ja vielleicht noch ein Begriff. Die Ukraine hat insgesamt fünf solcher Anlagen. Da reicht eine Rakete ...

Bernhard Marquardt | Mi, 6. April 2022 - 10:41

Die Ukraine sollte gefälligst auf einen beträchtlichen Teil ihres Territoriums verzichten und dann hoffen, dass Putin seinen Krieg beendet???
Zur vielbeschworenen Mär von der kriegstreibenden Kraft der „Osterweiterung“ der Nato:
Der Beitritt zur Nato beruht auf der Entscheidung souveräner, demokratisch legitimierter Regierungen und nicht auf Zuruf. Und das Interesse an einem Schutzschild gegen revanchistische Aggressionen von Seiten Russlands war und ist wohl nicht ganz unbegründet.
Putin hätte es gerne gesehen, wenn möglichst viele Länder aus der ehemaligen UDSSR freiwillig unter seine Decke geschlüpft wären. Dem war aber nicht so. Aus guten Gründen.
Also muss der „Heim ins Reich“-„Anschluss“ erzwungen werden. Mit wirtschaftlichen Druckmitteln, anderenfalls eben mit brutalen Kriegen.
Das Abkommen von München hat Hitler bestärkt, nicht gestoppt.
Ihr Appeasement, Herr Lüdeking, ist längst gescheitert.
"Mit Eunuchen kann man sich lange unterhalten", erzählte eine Haremsdame.(S.J. Lec)

gabriele bondzio | Mi, 6. April 2022 - 10:41

Ein sehr ausgewogene Sicht auf die Lage, werter Herr Lüdeking.

Ihr Satz: "Die Nato ist deshalb gut beraten, alles zu unterlassen, was sie oder einzelne ihrer Mitgliedstaaten zur Kriegspartei macht."...erscheint mir von höchster Wichtigkeit.

"Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich heraus fand, dass es welche gibt, die nicht hingehen müssen." Erich Maria Remarque

Bernd Windisch | Mi, 6. April 2022 - 11:13

Jahrzehnte langer kalter Krieg in Europa. Die meisten Menschen waren froh als der eiserne Vorhang fiel. Es herrschte die berechtigte Vision eines Europa, dass nach dem Vorbild Westeuropas durch Handel und Wandel zusammenwächst. An dieser Politik ist nichts falsch!
Unvorstellbare Massenvernichtungswaffen erlauben dazu keinerlei Alternative!!!!

Es ist erbärmlich jetzt im Rückblick über 40 Jahre den Entspannungspolitikern unisono Versagen vorzuwerfen. Die Wiedervereinigung Deutschlands konnte nur auf friedlichem Wege geschehen.

Was heut als unerreichbar gilt wäre vor dem Krieg vergleichsweise einfach möglich gewesen. Aktuell dominieren Hass- und Rachegelüste. Eine Eskalationsspirale ohne Exit – Strategie ist unverantwortbar. Nordkorea konnte bis heute nicht durch Sanktionen niedergeworfen werden. Putin lebt vielleicht noch 10 – 15 Jahre. Europa hingegen kann in wenigen Wochen irreversibel in Schutt und Asche versinken. Die Bilder aus Bucha dürfen nicht zum Gamechanger werden.

Karsten Paulsen | Mi, 6. April 2022 - 11:23

Ich bitte dringend die Berichterstattung zu deeskalieren!
- Noch ist nichts über angebliche russische Massaker bewiesen
- Hat Putin nie mit Atomschlägen gedroht. Dies war ein Übersetzngsfehler von Phoenix, das haben sie auch sehr klein und kleinlaut auf Twitter zugegeben, dennoch wird wochenlang in der Presse weiter mit dieser angeblichen Drohung gehetzt
- Mir liegt Videomaterial vor, welches ein äußerst brutales Vorgehen von ukraninischen Soldaten gegen die "russenfreundliche" Zivilbevölkerung dokumentiert. Offenbar sind die ukrainischen Soldaten noch stolz auf ihre Brutalität, filmen und veröffentlichen das.

Dirk Weller | Mi, 6. April 2022 - 11:30

Besonders gut sind die letzten beiden Absätze über die "Fehleinschätzungen in der Russlandpolitik" :

" Es war vielmehr ein großer Fehler, über mehr als zwei Jahrzehnte die Interessen Russlands und seine Einwände gegen eine Erweiterung der Nato mit Überheblichkeit zu übergehen und den Anspruch Russlands, als Großmacht wahrgenommen zu werden, zu ignorieren."

Das ist KEINERLEI Rechtfertigung für Russlands/Putins Angriffskrieg, aber eine Erklärung.

Das sich kaum ein Journalist oder Politiker sich traut das auszusprechen liegt wohl daran, dass man damit ein eigenes Mitverschulden eingestehen müsste.

Warnungen, dass man Russlands Einwände gegen eine Erweiterung der Nato NICHT mit Überheblichkeit übergehen sollte, gab es wahrlich genug :
Sei es von Henry Kissinger, Helmut Schmidt, dem CIA-Chef William Burns, Egon Bahr, dem Ex-US-Botschafter in der UdSSR Jack Matlock usw. usf. . .

Ernst-Günther Konrad | Mi, 6. April 2022 - 12:15

@ Urban Will - Ihr Kommentar bildet auch meine Sicht der Dinge ab. Und ob am Ende mit Putin oder einem anderen russ. Präsidenten, man muss miteinander reden. Und wenn Putin bleibt, dann eben mit ihm, bei aller Vorsicht und gesundem Misstrauen.
@ Rainer Mrochen- ja, Sie haben völlig recht, wir brauchen Russland auch in der Zukunft als stabiles Land, ob mit Putin oder einem anderen
@ Norbert Heyer - auch Ihr Kommentar ist für mich berechtigt und richtig. Herr Melnyk sollte mal einige Gänge zurückschalten.
Man bedenke vor allem, wir sollen das Gas Putins ablehnen, am besten ganz Europa. Und durch welche Leitung kommt dieses Gas tagesaktuell nach Europa? NS 1 - führt durch die Ukraine. Und wer erhält Milliarden Euro Durchleitungsgebühren? Richtig die Ukraine? Und wer hätte trotz Ablehnung der Annahme des russ. Gases dennoch Anspruch auf diese Gebühren? Also sind alle Gasabnehmer letztlich Finanziers dieses Krieges oder irre mich da. Die Ukraine könnte doch die Zufuhr in die EU stoppen.

Nicola Chauvin | Mi, 6. April 2022 - 19:24

Dass der Killer Putin keinerlei Verträge einzuhalten gedenkt, beweisst ja die beschlossene Vereinbarung 1994 bezüglich der Rückgabe des Atomwaffenarsenals der Ukraine.
Die von Putin vorgeführten Politiker aus dem "Westen" können doch mit einem Lügner und Betrüger vor dem Herrn nicht kommunizieren, wie mit seriösen Mitglied der Weltgemeinschaft.

Frieda Frey | Do, 7. April 2022 - 10:23

Angesichts des in den Medien allseitigen Zelebrierens von Bestrafungs-Fantasien und einer offensichtlichen Kriegslust vom heimischen Sofa aus, bin ich sehr froh auf eine fundierte Analyse mit realistischen Handlungsoptionen zu stossen. Wie auch schon 1914 Hochmut und Schnellschuss zu einem Weltenbrand führte, so ist auch heute die Gefahr greifbar - jedes weitere schockierende Bild, jede weitere schreckliche Nachricht, bringt uns emotionalen und unüberlegten Handlungen näher.
Ich hoffe sehr, dass wir einen kühlen Kopf behalten.

Klaus Funke | Do, 7. April 2022 - 14:23

Wäre der Selensky ein Feind Amerikas und würde er wie ein Rasender umhersausen und ohne Pause die USA verleumden und Maßnahmen gegen die Amerikaner fordern - Na? Was wäre dann? Dann hätte man in Washington schon längst eine Drohne (natürlich aus Rammstein) losgeschickt und der Selensky wäre in den ewigen Jagdgründen gelandet. Die Russen aber tun nichts, sie äußern sich vornehm verhalten gegen den Präsidenten der Ukraine, er würde für die Verhandlungen gebraucht usw. - Sind die Russen zurückhaltend? Nein, sie können es technisch nicht und sie haben moralische Skrupel gegen eine solche Aktion. Das ist der Unterschied zwischen dem Aggressor Russland und dem Puppenspieler USA im Hintergrund. Oder gelüstet es den Russen nach einer Aktion aus der Antike? Den Feind bei Verhandlungen zu eliminieren? Glaub ich nicht, denn dann würde in Washington der Papa Biden aufs Knöpfchen drücken. Eine verfahrene Kiste. Ich sage: Die Waffen nieder! Und zwar alle beteiligten Seiten. Unbedingt verhandeln!!