Meinungsfreiheit - Lasst sie doch reden!

Meinungsfreiheit ist dann Meinungsfreiheit, wenn die abweichende Meinung zumindest als legitim wahrgenommen wird. Das aber ist oft nicht der Fall. Linke treten gern als oberste Schiedsinstanz auf, die definiert, was man sagen darf. Von Alexander Grau

Protest gegen rechte Verlage bei der Leipziger Buchmesse
Protest gegen rechte Verlage bei der Leipziger Buchmesse / picture alliance

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Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Oktober erscheint sein Essay „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer“ bei zu Klampen.

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Alexander Grau

Meinungsfreiheit sollte auch für diejenigen gelten, die eine andere Meinung haben. Das klingt banal, ist es aber nicht. Denn eine Meinung ist zumeist nicht nur eine einzelne, isolierte Meinung. Unsere Meinungen und Ansichten bilden Netzwerke. Sie sind fest verbunden mit vielen anderen Meinungen und Ansichten. Deshalb treffen in öffentlichen und privaten Debatten nicht einzelne Meinungen aufeinander, sondern zumeist ganze Meinungscluster, also Ideologien.

Insbesondere normative Haltungen bilden ein festes und komplexes Netzwerk unterschiedlichster Überzeugungen. Das hat den Vorteil, dass der Einzelne leicht Gleichgesinnte findet. Man muss nicht erst mühsam einzelne Positionen abfragen, sondern man weiß: Wenn jemand Veganer ist, dann wird er vermutlich auch gegen Atomkraft sein. Das eine hat zwar mit dem anderen nichts zu tun. Faktisch aber bilden beide Einstellungen fest miteinander verknüpfte Überzeugungseinheiten, die ihrerseits Teil eines übergeordneten Meinungsclusters sind – einer Weltanschauung.

Jeder in seinem Meinungsmilieu

Genau aus diesem Grund ist Meinungsfreiheit in der Theorie gut, in der Praxis aber – in der politischen zumal – mitunter schwierig. Denn Meinungsfreiheit, wirklich ernst genommen, ist nicht nur die Freiheit, eine Meinung zu haben. Meinungsfreiheit ist erst dann Meinungsfreiheit, wenn die andere, die abweichende Meinung zumindest als legitime Äußerung wahrgenommen wird. Daran hapert es aber in zunehmend ausdifferenzierten und heterogenen Gesellschaften.

Denn diese zerfallen in Meinungsmilieus, die sich abweichender, mitunter sogar unvereinbarer Meinungscluster bedienen. Das Ergebnis ist Kommunikationsunfähigkeit. Mehr noch: Da Sprache nicht nur der Verständigung dient, sondern unsere Weltwahrnehmung beeinflusst, leben die Angehörigen der jeweiligen Meinungsmilieus in miteinander unvereinbaren Wahrnehmungswelten: Was dem einen Bereicherung, ist dem anderen eine Bedrohung, wo der eine Gleichheit wähnt, sieht der andere Differenz. 

Die inquisitorische Geste

Es kommt zu dem, was der französische Philosoph Jean-François Lyotard schon Anfang der achtziger Jahre prognostizierte: zu einem unüberbrückbaren Widerstreit der Diskurse, zu unüberwindbaren Differenzen verschiedener Lebensformen. Wird dieser fundamentale Dissens übersehen oder nicht akzeptiert, kommt es zu gesellschaftlichen Verwerfungen. In diesem Fall wird die eigene Position aufgrund ihrer Binnenlogik als die einzig legitime wahrgenommen, die darüber zu entscheiden hat, was eine akzeptable und was eine nicht mehr akzeptable Meinungsäußerung ist.

Eine wesentliche Folge dieser inquisitorischen Geste ist es, dass die Vorzeichen jeder Begrifflichkeit bis ins Kafkaeske vertauscht werden. Wie das funktioniert, konnte man in der vergangenen Woche anhand der Diskussion über Uwe Tellkamps Dresdner Auftritt und der Präsenz rechter Verlage auf der Leipziger Buchmesse studieren: Da wird die Einschränkung der Meinungsfreiheit zu deren Verteidigung, die Verhinderung politischer Debatten zu deren Initiierung und antidemokratische Agitation zum demokratischen Akt.

Es geht um Macht

Zur surrealen Logik dieses Sprachspiels gehört konsequenterweise seine Leugnung: Also beharrt man (eine seit der Sarrazin-Debatte erprobte Figur) darauf, dass natürlich Meinungsfreiheit bestünde. Schließlich hätte Tellkamp sich frei äußern dürfen und Widerspruch sei schließlich kein Sprechverbot. Das stimmt selbstredend. Doch schon die in solchen Zusammenhängen ritualisierte Herabsetzung des ideologischen Gegners als „menschenverachtend“ und „undemokratisch“ signalisiert, dass man an freier Meinungsäußerung nicht interessiert ist. Es geht vielmehr um Deutungshoheit, also um Macht.

Auch das wäre noch hinzunehmen. Der Kampf um die Deutungshoheit gehört schließlich zum politischen Tagesgeschäft. Was die Sache aber so unangenehm macht, ist die von unseren Diskurshütern eingenommene Pose der Neutralität und Objektivität. Die aber gibt es nicht. Es ist vollkommen legitim, als Linker für linke Positionen zu werben. Scheinheilig und unehrlich wird das Ganze, wenn der linke Diskurs sich nicht als einer unter anderen begreift, sondern als oberste Schiedsinstanz, die definiert, was demokratisch, human und sagbar ist.

Auch die Linke sollte begreifen, dass wir in einer heterogenen Gesellschaft leben, in der Kommunikation nicht immer möglich ist, sondern sich ausschließende Lebensweisen und Weltwahrnehmungen gegenüberstehen. Das macht das Zusammenleben nicht leichter, aber ehrlicher und vor allem freier.

Thomas Schmid | Sa, 17. März 2018 - 10:13

Das nenne ich einen klugen und differenziert dargebrachten Beitrag.
Leider sieht die Realität in den Redaktionen unserer "Qualitätspresse" anders aus. Da wird munter Kommentar und Berichterstattung vermischt, zensiert was das Zeug hält und damit die Aufgabe der 4. Gewalt desavouiert und verächtlich gemacht.
Dies ist die eigentliche Schande für Deutschland, denn sie behindert und schadet unserer Demokratie.
Trost finde ich in der Tatsache und der Gewißheit, dass die Freiheit am Ende immer siegt.

Rassismus ist ein sehr ungenau angewendeter Begriff und wird von entsprechender Seite gern als Totschlagargument gebraucht. Nicht mal die stattdessen oft gemeinte "Fremdenfeindlichkeit" ist trifft es besser, denn auch Leute, die türkische oder arabische Kollegen, Bekannte oder Freunde haben, werden ja oft so tituliert, nur weil sie keine weitere unkontrollierte Masseneinwanderung ins Sozialsystem wollen.
Da müssen sich die "Anti-Rassisten" irgendwie mal was besseres ausdenken. Aber wie schon oft festgestellt wurde: An richtigen Argumenten fehlt es bei den MeinungsführererInnen oft.

Aber darum geht es nicht: Man kann eine Geisteshaltung, eine Ansicht, Meinung, ein Gefühl, Wünsche - zu was auch immer - nicht verbieten. Verbieten kann man, dass so etwas geäußert wird. Wobei der Rahmen dessen schon oft sehr eng gefasst wird. Hier geht es darum, wer diesen Rahmen festlegt und damit Macht ausübt. Und man muss sich auch immer überlegen, woher etwas "Unerwünschtes" kommt; man beseitigt das nicht durch Verbote.

Volker Leyendecker | Sa, 17. März 2018 - 10:50

Jeder darf in Deutschland seine Meinung sagen, doch diese Meinung darf nicht mit der vorgegebenen Richtung zu sehr abweichen. Wenn ich beobachte das Fernsehpreise nur für Linke und Anti-Deutsche Produktionen ausgegeben werden ( mit Üppigen Preisgeldern ) frage ich mich wohin diese Reise geht. Frau Dreyer verbündet sich gegen die Frauen Demonstration in Kandeln mit den Linken Krawallmachern. So sehen unsere VOLKSVERTRETER ihre Aufgabe für Deutschland zu Arbeiten. In Deutschland ist eine Meinung nur noch genehm , wenn sie gegen Rechts und für die unbegrenzte Einwanderung ist. Wer für Recht und Gesetz ist wird als Rassist oder Nazi ausgegrenzt. Ihr Artikel Herr Grau sollte Thema im Öffentlich RECHTLICHEN Fernsehen und im Bundestag sein. In Braunschweig hat ein Kandidat auf die Frage: Ob er keine Angst hat für die AFD zu Kandidieren geantwortet: Beruflich kann mir nichts passieren da ich bereits im Ruhestand bin. Die Antwort sagt viel über die Deutsche Demokratie aus.

Christoph Kuhlmann | Sa, 17. März 2018 - 10:55

dass diese Diskurse in unterschiedlichen Milieus stattfinden. Währendie Geises-, Geschichts- und Sozialwissenschaften inklusive der Bindestrichableger eindeutig dem linken Diskurs zuzurechenen sind und damit eben auch ein Großteil der Medien und Verlage, kann sich der rechte Diskurs weder der wissensschaftlichen noch medialen Ressourcen des linksliberalen Spektrums bedienen. Das Phänomen der politisiertenn Wissenschaft, die von vornherein auf eine Ideologie festgelegt ist und nur noch zur Legitimation des entsprechenden Weltbildes dient führt zu einem Wettbewerb, der in sich in einer Übergangsphase befindet. Während die soziale Schichtung an Bedeutung verliert,gewinnt die Zugehörigkeit zu bestimmten Funktionssystemen, die gezielt aus einem gewissen politischen Spektrum rekrutieren an Bedeutung. Dieser Entwicklung wirkt allerdings die sinkende Zugangsschwelle zur Publikation der eigenen Meinung entgegen. Weshalb die Regierung extrem auf die Regulierung der sozialen Netzwerke achtet.

Ralph Lewenhardt | Sa, 17. März 2018 - 11:06

Volksabstimmungen auf Bundesebene zu den wenigen wirklich entscheidenden Themen der Gesellschaft. Der Staat gehört aber dem Souverän, darunter bereits 9 Mio deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund-Tendenz steigend. Akzeptieren wir endlich dessen demokratischen Mehrheitsentscheidungen für einen begrenzten Zeitraum von 4 Jahren, immer direkt vor der jeweiligen BTW. Dann würde die Spaltung der Gesellschaft schrittweise überwunden werden.Dann zöge wieder Niveau in die politischen Argumentationen ein. Dann vor allem würde auch die Kanzlerhoheit endlich einen politischen Rahmen erhalten und könnte nicht missbraucht werden.

Robert Müller | Sa, 17. März 2018 - 11:08

Was bei dieser Betrachtung noch fehlt, ist, dass die Meinungscluster sich nicht auf gleicher Höhe befinden. Die einen sind die Guten und haben freien Zugang zu Politik und Medien, während die anderen das nicht haben. Interessant ist, das z.B. im Dradio nach dem Einzug der AfD in den Bundestag nun auch dort AfD Leute interviewt werden. Zuvor war der Dradio ein reiner Merkelfunk. Allerdings beschränkt sich das auf die AfD, Meinungsbeiträge etwa, die nicht mit Merkel konform gehen, gibt es weiter nicht. Und wenn man eine oppositionelle Stimme haben will, lädt man den Cicero oder den Journalisten Robin Alexander ein.

Walter Meiering | Mo, 19. März 2018 - 11:16

In reply to by Robert Müller

Sie haben völlig Recht. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Kommentare des Deutschlandfunk nach den 19 Uhr Nachrichten. Natürlich: in einem Kommentar gibt der Kommentator ausdrücklich seine eigene Meinung wieder. Deshalb nennt man es ja auch 'Kommentar'. Aber müssen diese Kommentare immer uns ausschließlich der politisch korrekten Merkellinie bis hin zum rotgrünen Meinungsspektrum folgen? Ich habe dort noch nie rechtskonservative Kommentatoren gehört (von AfD-Nähe ganz zu schweigen). In meinen Augen ist das tendenziöser Journalismus, der mit dem Sendeauftrag eines Senders, der immerhin 'Deutschlandfunk' heißt und alle relevanten Meinungsspektren in Deutschland abdecken sollte, nichts mehr gemein hat.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 17. März 2018 - 11:09

darf man sich getrost vorstellen als Masse der Diskutierenden, die einer eher geringen Anzahl von Überzeugten voransteht.
Bei den Rechten mag es die Balance halten, bei den Konservativen debattieren ganz wenige für die Masse an ÜBERZEUGTEN.
Frau Merkel war zu Beginn ihrer Zeit bei den Erstgenannten, "der politischen Diktatur der DDR", sie ist jetzt bei den Konservativen und müht sich redlich als überspitzt gesagt "One Woman Show" durchs politische Leben.
Die konservativen Massen stehen evtl. nicht mehr hinter ihr, weil Merkel vom NIcht-Überzeugen zum "Oktroyieren" übergegangen ist?
Damit schliesst sich vielleicht ihr Kreis?

Paul Liesner | Sa, 17. März 2018 - 11:28

Sie, Herr Grau, haben das wunderbar analysiert und gestochen scharf beschrieben. Nur, mir fehlt der Glaube, dass das die Linken in irgendeiner Form begreifen, geschweige denn zu einem Umdenken bewegt.

Sepp Kneip | Sa, 17. März 2018 - 11:36

Gibt es nicht ein abstoßendes Beispiel von linksradikaler Intoleranz in Rheinland-Pfalz. Friedliche Demonstrationen gegen den irrsinnigen Mord durch einen Migranten in Kandel und andere Morde werden von der SPD-Ministerpräsidentin kriminalisiert, während die linksradikale Antifa, die diese Demonstrationen blockiert und unmöglich macht, von eben dieser Ministerpräsidentin unterstützt werden.

Dieses Beispiel zeigt eine unerträgliche politische Parteiergreifung für eine bestimmte Meinung, während sie die andere Meinung mundtot macht. "Denn Meinungsfreiheit, wirklich ernst genommen, ist nicht nur die Freiheit, eine Meinung zu haben. Meinungsfreiheit ist erst dann Meinungsfreiheit, wenn die andere, die abweichende Meinung zumindest als legitime Äußerung wahrgenommen wird." Dem wäre noch hinzuzufügen: Und nicht bekämpft wird.

Arnold Dreis | Sa, 17. März 2018 - 11:49

Sehr geehrter Herr Grau,
der Artikel "Lasst sie doch reden!" ist wie fast immer, ein hervorragender Beitrag zur Erkenntniserweiterung.
Aber jetzt habe ich eine Frage:
Sie sagen, das Linke gern als oberste Schiedsinstanz auftreten, die definiert, was man sagen darf.
Ist dann Frau Merkel eine LINKE, wenn sie Seehofer widerspricht, wegen seiner Äußerung, das der Islam nicht zu Deutschland gehört?
Diese Frau bestimmt also, was man sagen darf.
Könnte es nicht daran liegen, das sie in der ehemaligen DDR geschult wurde?

Gerhard Hellriegel | Sa, 17. März 2018 - 11:57

"Meinungsfreiheit ist erst dann Meinungsfreiheit, wenn die andere, die abweichende Meinung zumindest als legitime Äußerung wahrgenommen wird." Wohl wahr. Und wie erklären Sie sich dann, dass zuweilen mein Kommentar im Cicero weg zensiert wird? Zuletzt geschehen vor zwei Tagen bei "Deutschland geschieht"? Ein Kommentar, der ganz sicher nicht gegen Forenregeln verstieß? Natürlich ohne jede Erklärung - Kafka lässt grüßen. Oder setzt Cicero Zensur-Roboter ein? Die reflexhaft auf irgendwelche Reizworte reagieren? Die unfähig sind, Ironie zu verstehen? Natürlich aus Fürsorge für die anderen Foristen. Ein Letztes: Cicero beschäftigt sich ziemlich ausschließlich mit tagesaktuellen Ereignissen. Wenn dann ein Kommentar den Bogen etwas weiter spannt, dann "gehört das nicht zum Thema". Motto: mein Tellerrand ist dein Tellerrand. Sie könnten also durchaus noch besser werden.

Alois Fuchs | Sa, 17. März 2018 - 12:42

So sehr ich Sie schätze, Herr Grau,ich widerspreche Ihnen bereits zu Ihrem ersten Satz "Meinungsfreiheit sollte auch für diejenigen gelten, die eine andere Meinung haben." Sie sollte nicht, sondern sie muss! Das steht im Art. 5 des Grundgesetzes und ist nicht verhandel- oder relativierbar. So sollte es auch in einem Medium wie dem Cicero klar und unzweideutig artikuliert werden.

Markus Michaelis | Sa, 17. März 2018 - 14:07

"Pose der Neutralität und Objektivität". Ich glaube das ist ein wichtiger Punkt. Ein anderer Aspekt bzw. in Teilen eine Variante davon ist, dass sich manche, und gerne die Linke, als Vertreter anderer Leute (oft großer Bevölkerungsteile, der ganzen dritten Welt etc.) sehen, allerdings selbsternannt. Die Eigensicht ist oft, dass man eine objektive Wahrheit mit Faktencheck und Differenzierung vertritt. Das gibt es natürlich auch in anderen Gruppen, gerne auch bei Ökonomen.

Für meinen Geschmack fehlt da oft das Bewusstsein, wie dünn meist Faktenlagen sind, wie unrelevant oft Fakten sind, wieviele verschiedene Meinungen es in der Welt gibt, wieviele verschiedene Faktensichten, dass vieles mehr von Interessen und Vorlieben als von harten Fakten abhängt.

Trotzdem ist eine komplette Subjektivität aller Dinge auch Unsinn. Andauernd auf dem schmalen Grat zwischen Faktensuche, andere verstehen und eigenen Interessen zu balancieren ist glaube ich vielen zu anstrengend.

Stefan Leikert | Sa, 17. März 2018 - 14:11

Die da meinen gegen "Rechts" auftreten zu müssen, haben Angst um allerlei Dinge. Zum Beispiel Diskurshoheit. Sollen sie ruhig behalten, braucht jemand, der etwas rechtes vertritt nicht. Ein schönes Beispiel dafür ist doch der Gesprächsversuch von Cathy Newman und J.B. Peterson: ein ständiges erfolgloses Anrennen und ein gelassenes Auffangen. Natürlich ist es höllisch viel Arbeit, bis man solche Souveränität erlangt. Aber da sehe ich kein Problem, denn die Diskurshoheit macht träge.

Johannes Schneider | Sa, 17. März 2018 - 14:17

"Das wahre Desaster der Linken wird offenbar, wenn sie hält, was sie verspricht." Nicolas Gomez Davila

Gisela Fimiani | Sa, 17. März 2018 - 14:37

...“vor allem freier“.... Herr Grau, empfinde ich als Stichwort(-wert).
Auch freie Demokratien können zu Despotien werden, wenn der Begriff der Freiheit zu Schanden geht an der Ideologie. Ich halte diese Gefahr derzeit für Besorgnis erregend, denn sie kann unsere Gesellschaft zerstören.

Tomas Poth | Sa, 17. März 2018 - 15:03

nutzen und Linken widersprechen und Bewegungen/Kampf gegen Links organisieren, damit unsere Demokratie am Leben bleibt.

Christa Wallau | Sa, 17. März 2018 - 15:11

In einem Klima des Fanatismus ist
Meinungsfreiheit nur ein hohler Begriff.
Leider leben wir in einem
Deutschland, in dem bestimmte
Lehren (Meinungen, Narrative)
sich inzwischen zu Doktrinen entwickelt haben, die von ihren Verfechtern fanatisch als einzig wahr vertreten u. mit allen Mitteln (sozusagen mit Zähnen und Klauen) verteidigt werden. Das heißt: Kritik daran wird nicht mehr mit Sachargumenten beantwortet, sondern mit Abwertung der
Kritiker in intellektueller und
moralischer (!) Hinsicht.
Das ist perfide, aber
in D an der Tagesordnung.
Ich erlebe es am eigenen Leibe und
natürlich bei vielen anderen.

Nachdem geistig rege und mutige (sog. einfache) Bürger, vor allem in der ehem. DDR, die üble Lage erkannt u. auf der Straße dagegen protestiert haben, wachen offenbar nun auch mehr Intellektuelle auf und benennen den medialen u. politischen Diskurs-Zustand in D zutreffend so, wie er ist: Hochgradig krank, weil einseitig verengt und unredlich.
Es wurde auch langsam Zeit!

Susanne antalic | Sa, 17. März 2018 - 15:46

Für mich sind die prügelden "Antifas" ehe fas als anti, genau das gleiche wie die rechte Springelstiefel , es ist kein Unterschied, aber ich frage mich warum die Linken von vielen mit Wohlwollen betrachtet werden. Von Stalin bis Mao waren alles Verbrecher, genau wie Hitler und hier werden sie sogar von" bestimmten Stellen "unterstützt. Für beiden gilt es keine Demokratie, keine Meinungsfreiheit nur Hass, nur die ihre Wahrheit ist Wahrheit, beide Seiten sind das gleiche verbrecherisches Pack.

wolfgang spremberg | Sa, 17. März 2018 - 16:45

Im Mittelmeer sind gerade wieder zahlreiche Migranten auf dem Weg ins gelobte Land ertrunken.
Wenn die "Guten" überzeugt sind das wir unbegrenzt Menschen in Not aufnehmen müssen und können, müssten sie dann nicht fordern Menschen in Not, die zu uns wollen, einfliegen zu lassen ? Wenn sie, die Guten, also nicht für eine Luftbrücke oder Fährverbindungen eintreten, sind sie dann nicht selbst menschenverachtend ? Helfen können aber nicht helfen ? Ist das gut ?
Oder wird es dann zu albern ? Auch für die Guten ?
Geht es noch nur um Meinungsfreiheit ? Oder verteidigt man hier ein Terrain das aus Mandaten, Posten, Pöstchen, Macht, Einfluss und dem Erhalt des Gefühls zu den Guten zu gehören ? Oder ist es Verbohrtheit ? Dummheit ?

Holger Stockinger | Sa, 17. März 2018 - 17:15

Alles in Großschrift: Der "neue" deutsche Gutmensch drückt seinen "Zorn" aus, indem er auf die Straße rückt, um lauthals zu schreien und notfalls schriftlich zu betonen:

Links=gut, "Rechte" sind gesetzeswidrig und?

Vermutlich von der Partei "Die Linke" demnächst gefordert: Wer rechts wählt, gehört nach Sibirien!

Mathias Trostdorf | Sa, 17. März 2018 - 18:26

Ich denke, die Vorherrschaft der linker Meinungen als das "Bessere" und Einzige hat System und resultiert aus der massiven politischen Bildung und Beeinflussung in Schule und Gesellschaft! Die Schaffung von "besseren Menschen" war/ist ja eins der Ideale des "Sozialismus".
Wobei ja die sozialistischen Systeme der Vergangenheit daran scheiterten, daß sie die Rechung ohne den Menschen gemacht hatten, bzw. ohne die Anerkennung seiner Unterschiedlichkeit und deren Streben nach Individualität.
In unserer Erziehungs- oder "Nanny" Gesellschaft möchte wieder eine recht kleine Gruppe von Leuten bestimmen, was richtig und falsch ist, und was andere tun und lassen sollten. Wenn man sich ansieht, wie das zum Beispiel mit der Eindämmung des Rauchens geschah, manchmal ja durchaus mit positiven Ergebnissen. Nur ist es so, daß eine "Erziehungsgesellschaft" eben keine "freie" Gesellschaft mehr ist. Obwohl uns "Freiheit" in der BRD ja immer als hohes Gut gepriesen wurde.

Bernhard K. Kopp | Sa, 17. März 2018 - 19:24

In früheren Perioden, als rechts-konservative Positionen die breite Mehrheit waren, gab es auch Kommunikationsunfähigkeit/-unwilligkeit mit liberaleren, aufgeklärteren, progressiveren Protagonisten. Seit mehreren Jahrzehnten haben eben die Links-Liberalen die Mehrheiten erobert und sind dabei so dogmatisch, so intolerant und so penetrant geworden, wie sie einmal vorgaben nie werden zu wollen. Es hilft nur dagegenhalten.

Willi Mathes | Sa, 17. März 2018 - 19:31

Chapeau Herr Dr. Grau !

Meinungsfreiheit - sollte generell nicht verhandelbar sein !
Die " Meinungsführerschaft " ist somit , die Pole-Position !

Herzlichen Dank und freundliche Grüsse

Dennis Staudmann | Sa, 17. März 2018 - 23:05

ist die Tatsache, dass wir in Deutschland Meinungsfreiheit hatten. Noch vor 15 Jahren war es möglich über politische Themen anderer Meinung zu sein. Man konnte sich streiten, ohne sich zu beschimpfen oder zu beleidigen. Es gingen deshalb nicht Freundschaften auseinander und es kam auch nicht zu Rissen, die durch Familien gingen. Das wurde erst anders, als eine Kanzlerin die Macht übernahm, die politischen Streit nicht führen kann bzw. nicht in der Lage ist, einen solchen auszuhalten. Mit Unterstützung der meisten Medien und der Merkels errichteten linke Kräfte eine Meinungsdiktatur. Schon in den 90-er Jahren war eine Diskussion mit Linken oder Grünen kaum möglich und ähnlich wie heute. Spätestens nach fünf Minuten kam immer der Vorwurf, man sei ein Nazi. Letztlich liegt das wohl in der DNA der Linken. Schliesslich waren Lenin, Stalin, Mao, Honecker etc. nicht dafür bekannt, andere Meinungen zu akzeptieren. Warum sollten ihre Erben im Geiste das also heute tun?

Willi Mathes | So, 18. März 2018 - 05:06

" Eine Diskussion ist unmöglich mit jemanden, der vorgibt, die Wahrheit nicht zu suchen, sondern schon zu besitzen "
R.Rolland Lit.Nobelpreisträger

Danke Herr Dr. Grau !

Matthias Eberbach | So, 18. März 2018 - 08:01

... wie Sie das beschreiben, Herr Grau, wenn wir z.B. an Auseinandersetzungen um Atomkraft in der 70 er, Berufsverbote, das Ende der 20 er Jahre und die Studentenunruhen zurückdenken? Warum meinen wir, dass die Diskussionen anders laufen müssen? Es wurde angenommen, dass wir uns von der Moderne in die Postmoderne verabschiedet haben, dass alle Weltsichten schön parallel nebeneinander her gelten und dass die überstaatlichen Organisationen wie EU und UNO alles richten werden. Und wie sieht es wirklich aus? Nationalstaaten wie USA, Russland und China prägen mehr als EU und UNO. Der Glaube an deren Macht scheint fast nur noch in Deutschland ausgeprägt zu sein. Zudem: das Pendel ist in die andere Richtung ausgeschlagen. Viele wollen auch hier richtig oder falsch, sichere Grenzen, Betonung der Nation. Die Politik muß diesen Trend in der richtigen Art und Weise aufnehmen. Ein starker Staat heisst nicht zwangsläufig Unterdrückung. Unter den Linken haben dies nur Sarah und Oskar verstanden

Dominik Roth | So, 18. März 2018 - 12:06

Hallo Herr Grau, wie fast immer habe ich es genossen Ihre Kolumne zu lesen!

Die Linken möchten die Menschen mit Geboten und Verboten zum Besseren ändern.
Die Rechten/Konservativen nehmen die Menschen wie sie sind, nämlich voller Fehler, und versuchen das Beste daraus machen.

Letztere haben von Natur aus die Deutungshoheit, da sie lediglich auf bestehende Realitäten verweisen müssen um ihre Meinung zu begründen. Diesen Nachteil versucht die Linke auszugleichen, indem sie, zahlenmäßig stark in mächtigen gesellschaftlichen Positionen wie bspw. den Massenmedien vertreten, eine moralische, utopische Deutungshoheit für sich beansprucht.

Verstehen kann ich es…

Wolfgang Henning | So, 18. März 2018 - 14:06

Mit einem Wort: Es herrscht linke Meinungsdiktatur!
Kritik an der ungezügelten Massenmigration, am Islam und seinen unterschiedlichsten Ausprägungen, bis hin zur Ausübung von Gewalt durch islamistische Terrorgruppen oder kriminelle Großfamilien ist per se "rassistisch und menschenverachtend".
Andererseits werden Gewalttaten gegen sog. Rechte, oder auch nur gegen Vertreter des Staates (Polizei, Feuerwehr, Sanitäter, Ordnungshüter und Bundeswehr) als notwendiger Kampf einer angeblich unterdrückten Minderheit deklariert und z.T. bejubelt.
Die selben grünen Feministinnen, die vehement die Gleichberechtigung der Frauen auf ihr Schild heben,
haben kein Problem mit der Unterdrückung der Frauen im Islam, durch Burka, Hijab, Kopftuch und Benachteiligung durch das Rechtssystem der Scharia.
Nicht einmal die Kindesschändung durch die sog. "Kinderehe" ist ihnen ein medialer Aufschrei wert.
Stattdessen gibt es einen Aufschrei durch "me too", für Fälle, die z.T. dreißig Jahre zurückliegen.

Dr Ludwig Witzani | So, 18. März 2018 - 14:25

Matthias Matusek weist in seinem neune Buch "White Rabbit" daruaf hin, dass bei der Verabschiedung der UN Deklaration zur Meinungsfreiheit im Jahre 1948 die Russen forderten, man müsse einen Passus aufnehmen, der die Meinungsfreiheit für bestimmte Gruppen (z.B. Faschisten) verbiete. Man sieht, die Linke von heute befindet sich genauso wie die Direktoren der Buchmessegesellschaften in bester stalinistischer Gesellschaft

Wolfgang Tröbner | Mo, 19. März 2018 - 09:13

dass sie glauben, dass Meinungsfreiheit nur für sie und ihresgleichen zu gelten hat. Die von ihnen angezettelten Krawalle bei den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig haben dies mehr als verdeutlicht. Und aus den G20-Protesten in Hamburg und nun aus den Sprengstoff-Funden in Thüringen kann man ersehen, dass die Linken auch gewillt sind, ihre Ansichten notfalls auch mit Waffengewalt durchzusetzen. Eigentlich keine neue Erkenntnis, das war nämlich schon seit Jahren bekannt. Aus den Reaktionen der Thüringer Landesregierung (die üblichen Verharmlosungen und Relativierungen) nach dem Fund von Sprengstoffen und Waffen lässt sich ebenfalls ablesen, dass gewisse Teile der Politik dies zumindest dulden. Ach ja, gab es auch irgendeine Reaktion der neuen Bundesregierung? Gerade diese Reaktionen bzw. Nicht-Reaktionen verdeutlichen, was man von der herrschenden Politik zu halten hat.

Bernhard Jasper | Mo, 19. März 2018 - 10:10

Herr Grau, erklären Sie doch bitte einmal warum z.B. die nicht privilegierten Klassen, wie z.B. „Arbeiter“ immer weniger die SPD oder „links“, sondern zunehmend rechts, wie z.B. aktuell die AfD wählen. Erklärungsnotstand?

Ihre Metapher vom „Netzwerk“ bedeutet auch, löst man einen Knoten auf, bleibt nichts mehr übrig. So verhält es sich auch im Feld der „rechten und linken“ Ideologien.

Wirklichkeit wird grundsätzlich gemacht und Wirklichkeitserzeugungen erfolgen immer auch mit fiktionalen Mitteln (Weltanschauungen, Weltbilder etc.).

Heute haben wir es mit einer Pluralisierung von Wirklichkeitskonstruktionen zu tun. Diese Vielfalt ist somit nicht fundamentalistisch auf eine Wirklichkeit zu sehen- die es gerade eben nicht gibt- sondern es ist immer eine Gemengelage, die plural und natürlich auch konfliktreich sein kann.

Und diese grauenvolle Provinzialität, die sich da ausbreitet, liegt auch am falschen Interpretationsschlüssel der politischen Medien.

Thomas Matthies | Mo, 19. März 2018 - 12:58

... um es mal genauso plaktiv zu benennen.
Da herrscht annscheinend die Meinung vor, dass etwas gesagtem oder geschriebenen nicht widersprochen werden darf. Und wenn es doch jemand tut rennen die gleich zur Mutti - ach nee, Mutti ist ja seit Merkel nicht mehr angesagt - also zum Vati und jammern: "Ich darf meine Meinung nicht sagen".
Übrigens hat gerade die "Linke" Regierung Großbritanniens dem Bachmann die Einreise verweigert, weil er im Hyde-Park reden wollte. Pöse Linke!