Leipziger Buchmesse - Das politisierte Kinderzimmer

Mit Kinder- und Jugendbüchern soll politisches Bewusstsein geweckt werden. Die Empfehlungsliste der Buchmesse liest sich jedoch wie eine Wahlaufforderung für die Grünen. Und sollten die Kleinsten nicht generell von Politik verschont bleiben? Von Alexander Kissler

Kinder vor einem Bücherregal
Sollten Kinder zukünftig mehr politische Bücher im Regal finden? / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

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Am gestrigen Mittwoch wurde Deutschlands schönstes Lesefest eröffnet, die Leipziger Buchmesse. Sie findet in doppelt schwieriger Zeit statt: Die Branche lahmt, die Gesellschaft rast. Zur Eröffnung erinnerte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, daran, dass die Zahl der Buchkäufer in den vergangen fünf Jahren um 18 Prozent gesunken ist. Er warb für das kriselnde Produkt: „Bücher bieten die Möglichkeit, für eine gewisse Zeit aus der Multi-Tasking-Gesellschaft herauszutreten.“ Und mahnte, „unsere Branche“ habe den Anspruch, „mit ihren Produkten Demokratie und Kultur in der Gesellschaft mitzugestalten.“ Und schloss: „Lassen Sie uns eintreten für Freiheit, Toleranz und Vielfalt – friedlich und im Dialog.“

Widerworte verbieten sich. Sollen Menschen, die Bücher schreiben, herstellen, verkaufen, etwa für Unfreiheit, Intoleranz, Engstirnigkeit eintreten? Sollen sie die Demokratie, von der sie als Marktteilnehmer zehren, bekämpfen? Bitte nicht! Dennoch sei die Nachfrage erlaubt, inwieweit „unsere Branche“, ein kommerzielles Gruppensubjekt, „Demokratie mitgestalten“ wollen muss. Gewiss tut sie es subkutan auf jenen Pfaden, auf denen Wort zu Wort findet: im Widerstreit, im Angreifbaren und Angreifenden, in der Bereitschaft also, sich öffentlich zu irren. Doch sollte sie es unbedingt direkt tun, indem sie politisch wird und Demokratie zum zentralen Thema macht? Es gibt keinen literarischen Politisierzwang.

„Vielfalt“ bedeutet vor allem grün

Wohin die Reise gehen soll, zeigt der „Trendbericht Kinder- und Jugendbuch 2018“, der am morgigen Freitag  vorgestellt werden soll und für den mit den Worten geworben wird: „Wie können Eltern, Lehrkräfte und Pädagogen Kindern und Jugendlichen politisches Bewusstsein und die Regeln einer fairen und offenen Debattenkultur vermitteln? Welche Möglichkeiten eröffnet das Medium Buch, Teilhabe und Mitbestimmung zu fördern, und welcher Konzepte bedarf es darüber hinaus, politisches Denken zu erlernen? Wie können sich Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken einbringen?“ Dazu werden die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, der Arbeitskreis für Jugendliteratur, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen Antworten geben. Sie wollen „politisches Interesse und Engagement fördern“. Bei den Jungen, Kleinen und Kleinsten, den Drei- bis 15-Jährigen.

Ist es sinnvoll, Kinder, des Redens, Denkens und Gehens gerade mächtig, zu politisieren? Welches „politische Bewusstsein“, welches „politische Denken“, welches „Engagement“ soll den Kleinsten vermittelt werden? Und falls es gelingt: Wäre es Indoktrination? Die beigefügten „Leseempfehlungen“ lassen kaum Raum zum Zweifel: In Kita, Krippe und daheim soll der neue Erdenbürger mit den Vorteilen des Vegetarismus, des Internationalismus und der globalen Willkommenskultur vertraut gemacht werden. Wer alle vorgestellten Bücher beim Wort nähme und nicht abseits schaute, nicht links, nicht rechts, der setzte bei seiner ersten Bundestagswahl das Kreuz bei den „Grünen“. Ein solch einsträngiges Ziel verwundert, zumal unter der Generaldevise „Vielfalt“.

Politische Anschauungen für Dreijährige

Bei den 21 empfohlenen Kinder- und Jugendbüchern dominieren die „Fluchtgeschichten“. Insgesamt sechsmal bilden reale oder erfundene Menschen die Hauptfiguren, die „aus der Heimat fliehen“. Bereits Fünfjährigen empfiehlt man „Gespräche mit Flüchtlingsfamilien (…) aus der Perspektive der betroffenen Kinder.“ Für 14-Jährige sind „fiktive Gespräche mit (…) dem somalischen Flüchtling Barkhad“ gedacht, deren Moral lautet: Angst ist ein schlechter Ratgeber, vor „Rückzug und Rückschritten“ wird gewarnt. Meinungsfreiheit und „Hetzfreiheit“ seien nicht dasselbe. Ein anderes Buch präsentiert Flüchtlinge „auf ihrem schicksalhaften Weg (…), auf der Suche nach einem besseren Leben“; „die Hoffnung treibt sie an, wie täglich tausende von Flüchtlingen.“ An wiederum anderer Stelle treffen eine Syrerin aufeinander und ein deutscher Neonazi namens Calvin, der „mit seiner Gang einen Anschlag auf das Flüchtlingsheim plant.“

Auch an Grundsatzfragen ist gedacht. Dreijährigen Menschen wird „ein Bild von wechselnden Machtverhältnissen“ präsentiert, Vierjährige sollen den „Umgang mit Autoritäten“ lernen anhand einer „unsichtbaren Grenze, die nicht überschritten werden darf“, ab fünf Jahren soll man reif genug sein für „das Durchexerzieren verschiedener Machtverteilungsmodelle“, dargelegt von Bestseller-Autorin und SPD-Mitglied Juli Zeh. Die grüne Heinrich-Böll-Stiftung ist mit einer Broschüre für mindestens Elfjährige vertreten, die „den Fleischkonsum unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet und eine Fülle von Informationen zum Thema Tierhaltung, Fleischerzeugung und -konsum vermittelt“.

Einheitssound der Überkorrekten

Alle diese Bücher behandeln reale Probleme und spannende Themen. Sie werden, mal lauter, mal leiser, im Einheitssound der Überkorrekten und Dauerengagierten vorgetragen. Wer ganz mutig ist, der mache ein Gedankenexperiment: Wäre ein Empfehlungsbuch für die Kleinen und Kleinsten denkbar, in dem auf die Wichtigkeit solider Staatsfinanzen und ganz allgemein ökonomischer Grundkenntnisse hingewiesen wird? In dem Fluchtgeschichten aus der Perspektive einer aufnehmenden Kleinstadt erzählt werden, deren Bewohner nicht von irrealen Ängsten und verwerflichen Rückschritten, sondern von abgründigen realen Erfahrungen geprägt sind? Oder ein Buch, das Fünfjährigen erklärt, warum Fleisch so gut schmeckt und Genuss nicht verboten ist und auch Hilfsorganisationen Interessen haben? Bücher mit dem Siegel der liberalen Naumann-Stiftung oder gar, horribile dictu, des noch zu gründenden Pendants von der AfD?

Noch wichtiger ist die generelle Frage: Warum sollen Kinderzimmer politisiert werden? Man muss nicht zu Jason Brennan („Gegen Demokratie“) greifen, um zu wissen, dass Politik Streit bedeutet, Streit bringt. Erwachsenen muss die Bereitschaft zum demokratischen Streit abverlangt werden. Aber Kindern? Dreijährigen? Von nichts sollten Büchermenschen tiefer durchdrungen sein als vom Eigenwert des Literarischen. Sie sollten verinnerlicht haben: Wer die Welt verändern will, der muss sie poetisieren, nicht politisieren. Gezähmte Phantasie wird zu Propaganda. Für Kinder gilt das erst recht. In die Hände der Diskursverwalter fallen sie früh genug.

Elke Haas | Do, 15. März 2018 - 13:55

Danke Herr Kissler, Sie haben das Thema mal angesprochen, welches man sich nicht mehr getraut in den Mund zu nehmen. Nicht mal die Nachkriegskinder haben so eine Schein-Korrekt-Bürstung erfahren.
Es gibt absolut keinen Grund diese Richtung zu forcieren, wir sind kein barbarisches Volk, welches Zügelung erlernen muß. Die Kinder, die lesen, haben schon einmal ein gewisses Niveau und sollten mit Neutralität und positiven Akzenten belohnt werden! Alles andere erinnert an indoktrinierte Gehirnwäsche, die hat nichts mit der Fantasie von Kindern zu tun. Politik holt sie früh genug ein, und dann sollten sie neutral entscheiden dürfen, was ihnen schmeckt - auf dem Teller und in der Politik.

Christa Wallau | Do, 15. März 2018 - 13:56

und Jugendlichen durch Bücher im Sinne der vorherrschenden Ideologien ist nichts Neues. In einem demokratischen Land wie D, wo Vielfalt und Freiheit
selbstverständlich sein sollten, wirkt sie jedoch viel deplazierter als in autoritär regierten Staaten.
Außer Ihnen, lieber Herr Kissler, scheint dies aber nur wenigen Leute aufzufallen, jedenfalls, was die Verlage u. die Abnehmer in Handel, Bibliotheken, Kindergärten, Schulen usw. anbetrifft.
Mein Mann trug als Studiendirektor u. Bibliotheksleiter (1978-2004) an seinem Gymnasium u. a. die Verantwortung für Neuerwerbungen. Ihm fiel damals schon auf, daß auf den offiziellen Vorschlagslisten fast nur politisch korrekte Erzeugnisse (Themen wie Atomkraft-Gefahr/Nazi-Zeit/Rassismus usw.) auftauchten. Wenn er sie kaufte, lagen sie allerdings wie Blei in den Regalen.
Daraufhin beließ er es beim Einkaufen bei Büchern, die mit Erziehung zum politisch korrekten Bürger nichts am Hut hatten, aber
gerne ausgeliehen u. eifrig gelesen wurden.

Christoph Rist | Do, 15. März 2018 - 15:04

Lieber Herr Kissler,
wie immer ein voll ins schwarze treffender Text über die eigentlich skandalösen Machenschaften der Gutmeinenden (in dem Fall vom AK Jugendliteratur, des AVJ, der Stiftung Lesen und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels)!

Allerdings haben Sie sich im Schlusssatz wohl etwas verschrieben. Hatten sie nicht eher den Begriff der "Diskursverweigerer" gemeint? Denn das bloße Verwalten ist keine problematische Angelegenheit, so lange man sich selbst dabei als neutraler Sachwalter versteht und die Verwaltung (auch des Diskurses) so betreibt. Das wäre die eigentliche Aufgabe der vier oben genannten Organisationen, wenn nicht sogar der einzelnen Verlage(!). Doch genau das sind sie eben nicht. Sie mutieren (nach den Mainstreammedien) mehr und mehr zu absolut parteiischen, politische linken Kulturkampforganisationen! Binnendifferenzierung Fehlanzeige! Darum bekamen doch erst Verlage wie Antaios ihre Bedeutung! All jenen Gutmeinenden kann man nur den Untergang wünschen.

Ernst Barth | Do, 15. März 2018 - 15:06

Lieber Herr Kissler,
letztendlich leben auch diese Verlage und Autoren vom Verkaufen. Wenn ich dazu die eingeleitete und sich im Wandel befindende gesellschaftliche Entwicklung in diesem Land - so für mich - weiter fortschreibe, sehe ich für die Damen und Herren dieser Couleur eher schwarz! Wie realitätsfremd muss man denn sein um das seinen Kindern anzutun.
Danke für Ihre immer interessanten und qualifizierten Beiträge

Ja die Autoren und Verlage brauchen Käufer, aber in den öffentlichen Institutionen gibt es genug Absatz: Kindergarten, Schulen, Bibliotheken, die "müssen" solch politisch korrektes Material beschaffen. Dafür gibt´s dann genug Geld.

Bernd Windisch | Do, 15. März 2018 - 15:19

All jene, die unsere sozialen Sicherungssysteme für unverwundbar halten, schreiben also aktuell Kinderbücher. Wenn sie doch bloß dabei blieben.

Franz Ruprecht | Do, 15. März 2018 - 15:39

Ein sehr gut geschriebener Text zu einem allgegenwärtigen Problem bezüglich des Themas "Liberalität". Danke Herr Kissler.

Harro Meyer | Do, 15. März 2018 - 16:07

Solange sie nicht getauft werden, Ist mir das egal.

Tim Cramer | Do, 15. März 2018 - 16:23

In mir erweckt der Artikel einige Erinnerungen an die DDR. Da wurden auch nur Bücher vertrieben, die die Weltsicht der DDR-Führung vertraten (von Ausnahmen abgesehen). In der Schule gab es nur Bücher, die das eindimensionale schwarz-weiß Schema, das Herr Kissler in einer neuen Form beschreibt, bedienten.
Doch gerade diese Engstirnigkeit hat die Menschen dazu gebracht, mehr nachzudenken, Vergleiche zu ziehen zwischen dem Wunschdenken der Bücher und der Wirklichkeit. Umso engstirniger das vorgegebene Denken, desto stärker wird der Widerstand und der Widerspruch erstehen.

Markus Gerle | Do, 15. März 2018 - 16:45

Schon jetzt werden die Kleinsten in der Schule indoktriniert. Ich habe selbst keine Kinder, mich aber temporär um eine Familie mit 4 Kids gekümmert, weil der Vater gestorben war. Da kam mal der Filius (damals 9) mit einem Pamphlet zum Thema Demokratie aus der Schule. Ich habe ihn gebeten, mit Hilfe des Pamphlets und den Infos über die EU, welche seine schon ältere Schwester in der Schule bekam, zu prüfen, ob die EU demokratisch sei. Hochachtung, der Kleine kam zum richtigen Ergebnis, musste das dann in der Schule dummerweise aber ausplaudern, was bei der Lehrerin nicht gut ankam. Verständnis für die Verlage habe ich jedoch. Die Mehrheit unserer verbeamteten Lehrer wählt nun einmal die Grünen. Und im Prinzip werden die Bücher indirekt über die Lehrer verkauft. Da wird man mit den von Herrn Kissler genannten Alternativvorschlägen im Markt nicht weit kommen ;-)

ingrid Dietz | Do, 15. März 2018 - 16:49

dass wir gerade von den Grünen und den Grüninnen
ständig belehrt werden, was "gut" und was "schlecht" ist bzw. was wir zu denken haben !

Kann Ihnen nur voll beipflichten. Ich kann nur nicht verstehen, warum so viele Bürger die Grünen wählen. Sehen diese Menschen das nicht, oder sind sie schon so wohlstandsverblödet? DSDS unbd Dschungelcamp tun ihr übriges dazu. Wenn ich den Satz von KGE lese: Unser Land wird sich ändern .... und ich sage Euch eines, ich freue mich darauf. Da kann ich nur sagen, wir gehen herrlichen Zeiten entgegen. Ich bin froh, dass aus Jamaika nicht geworden ist.

Olaf Voß | Do, 15. März 2018 - 17:36

Mir wird angst und bang ob dieser Entwicklung, die nicht einmal mehr vor Kindern halt macht. Wer dachte, DDR war gestern, der irrt gewaltig. Die Ideologisierung in Deutschland hält wieder Einzug und das vermutlich politisch intensiver, als je zuvor: die Kinder verschont dieses System keineswegs, ganz im Gegenteil, es wird schon früh begonnen zu instrumentalisieren. Der Linksruck ist in vielen Bereichen mehr als deutlich sichtbar: Wenn ich im Bioladen einkaufe, dann finde ich im Backshop auf dem Tresen gleich die taz vor, vielleicht noch eine weitere Zeitung mit gleicher Gesinnung, aber sicherlich nicht Cicero und tichyseinblick daneben. So wird schon das Einkaufen zum linken Event degradiert. Deutschland wird sukzessive auf Links gedreht, ohne dass die Meisten davon Notiz nehmen (wollen)-eine gefährliche Abwärtsentwicklung hat begonnen.

Deswegen kaufen wir auch nicht im Bioladen ein....nicht nur, weil es da auch nicht gesünder ist. PS: Meine Tochter, 14, liest zum Glück regelmässig, aber sie sucht sich ihre Literatur selber aus. Und dieser politisierende Unsinn steht nicht auf ihrer Liste, was nicht heisst, dass nicht auch Bücher dabei sind, die sich mit deutscher Geschichte beschäftigen. Aber das Kind trifft seine eigene Entscheidung.

insbesondere auch Ihr Vergleich zur DDR. Trotz alledem: es ist an uns allen, uns wo immer es möglich ist, dagegen zu wehren. Wenn unsere Kinder und Enkelkinder schon in der Kita oder in der Schule gehirngewaschen werden sollen, müssen wir als Eltern und Großeltern dagegen halten. Indem wir z.B. mit den Kindern sprechen und ihnen gute Bücher (also nicht diesen ideologischen Schund) zu lesen geben. Wenn schon die Schule keine Bildung vermittelt (und offensichtlich auch nicht vermitteln will), müssen wir das zuhause tun. In der DDR hat es auf lange Sicht auch geklappt.

Hans Jürgen Wienroth | Do, 15. März 2018 - 17:38

Ein ganz großer Artikel über die „kindgerechte Kultur“. Jeder (autokratische) Staat hat sich gerne so früh wie möglich um die Kleinsten im Lande gekümmert. Diese jungen Menschen sind am leichtesten „systemgerecht“ zu formen. Warum sollten sich die politischen Kräfte in unserem Land diese Möglichkeit entgehen lassen?
Nach dem letzten Krieg wurde die Erziehung und damit auch politisches Denken durch die (vielfältigen) Eltern vermittelt, deren vornehmste Aufgabe die Vermittlung von Werten und Wissen an ihrer Kinder war. Nun machen das staatliche und konfessionell gelenkte Institutionen weil die Eltern arbeiten müssen.
Auch in der Erwachsenenliteratur sind Flucht und Migration die vorherrschenden Themen – zumindest wenn es um medienwirksame Preise geht. Warum sollte die (kindgerechte?) Literatur da außen vor stehen?

aufgewachsene Bundeskanzlerin kennt sich bestens aus mit dem Indoktrinieren von Kindern und Jugendlichen. Ihre damaligen Erfahrungen kann sie jetzt bestens zur Umgestaltung Deutschlands nach ihrem Bilde weitergeben.

Willi Mathes | Do, 15. März 2018 - 18:19

Sitzt !

Entpolitisiert die Kinderzimmer !

Kindheit ist Kindheit - mehr geht nicht !
Basta !

Herzlichen Dank Herr Kissler !

Elke Halefeldt | Do, 15. März 2018 - 18:23

Gerade bei jungen Kindern scheint der Trend weg vom Zugeständnis einer Schutzzone gegenüber Erwachsenenthemen hin zum Modell „Kind als Miniatur-Erwachsener mit richtiger Einstellung“ zu gehen. Deshalb bemühen sich ja auch „Antidiskriminierungs- und Frühpräventions“-Projekte im BMFSFJ- Programm Demokratie leben! wie „Welcome to my library“, Kinder „bereits im Vorschulalter altersgerecht an eine heterogene Gesellschaft“ heranzuführen“. Das Projekt unterstützt „Bibliotheken beim Aufbau einer kultursensiblen und auch rassismuskritischen Literaturauswahl“, z. B. „Medienkoffern mit vorurteilsbewussten ... Kindermedien“. Erwachsene werden in „Diversity Education“, „Vorurteilsbewusster Umgang mit Kinderbüchern“, „Empowerment“ ... sowie „Transkulturelle Kompetenzen“ qualifiziert.

Früher ließen sich 4-Jährige harmlose Tiergeschichten vorlesen, die ihnen nebenbei und unverkrampft auch freundliches, tolerantes Verhalten gegenüber Mitmenschen nahelegten – wie öde.

Christine Sander | Do, 15. März 2018 - 18:56

wieso wird auf der Buchmesse nicht auch noch gleich für eine grüne Uniform ab 3 Jahren geworben, um den kleinen und Kleinsten das Gefühl zu geben, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die die Welt verbessern wird, elitär zu sein, das wäre doch einmal angesagt, grün in einer Tönung, die auch sonst heutzutage sehr beliebt ist.

Werner Baumschlager | Do, 15. März 2018 - 19:06

Und nach dem Buch "Globalisierung und Zuwanderung - Angst ist ein schlechter Ratgeber" kommen wir jetzt zu dem Buch "Atom, Gen und Klimatod - Angst ist ein überlebenswichtiger Faktor".....

Alfred Bucher | Do, 15. März 2018 - 19:45

Mehr brauch ich nicht sagen.

Mathias Trostdorf | Do, 15. März 2018 - 21:44

Ich fürchte mich vor einem Dunkeldeutschland. Und ich meine ein anderes Dunkeldeutschland als Herr Gauck.

ulrich pohl | Fr, 16. März 2018 - 06:25

Ich gebe einem türkischen Siebenjährigen aus der Nachbarschft Nachhilfe. Ehrenamtlich, versteht sich. Kürzlich war ich mit der Familie in der Stadtbücherei. Die Eltern waren gelinde gesagt überrascht von dem ständigen Genderthema, welches der weit überwiegende Teil der Bücher, die im Regal für das Erstlesealter stehen, subkutan oder ganz unverblümt vermittelt: Mädchen sind stark und können ganz viel. Jungs sind irgendwie "zurück" und ordnen sich den Mädchen unter. Außerdem, ganz wichtig, Kinder sollen auf jeden Fall lernen, "Nein"zu sagen. Wir haben schließlich ein Bilderbuch aus der Reihe "kleiner Eisbär" ausgeliehen, das ging noch ...

Manfred Eser | Fr, 16. März 2018 - 07:29

Die besten Bücher gibt es auf dem Flohmarkt, man muss sich nur die gut erhaltenen raussuchen: Billig, alt und ohne Zensur. Da kommt auch noch bei Pipi Langstrumpf das böse N... - Wort vor. Und bei Grimms Märchen erst: Da freut sich das Kind, dass es warm und sicher im eigenen Bett liegt. Da macht einschlafen richtig Spass!

Dieter Erkelenz | Fr, 16. März 2018 - 08:11

Die Zeiten Bücher(Paper) lesen geht wohl langsam dem Ende zu. Nach meinen Erfahrungen mit Jugendlichen schöpfen diese ihre Erkenntnisse zunehmend aus dem Internet!

Martin Reims | Fr, 16. März 2018 - 08:28

Dieser Artikel und die meisten der dazugehörigen Kommentare zeigen leider wieder einmal, das der Cicero politisch immer weiter nach rechts rückt.
Man kann sich natürlich an den "grünen Gutmenschen" abarbeiten. Die Gefahr für unsere Gesellschaft lauert aber von rechts. Sukzessive wird rechtes Vokabular auch in den Schulen wieder gesellschaftsfähig und die hier gescholtenen "Gutmenschen" treten dem (mit zunehmender Gefahr für sich) entgegen.
Auch wenn ich selber kein Grüner oder Linker bin: Mit Grünen, Linken und Sozialdemokraten kann man sich argumentativ auseinander setzen, mit den Rechten, die uns auf der Straße und zunehmend in den Schulen begegnen nicht.
Da gilt das Recht des Stärkeren. Wenn wir das als Gesellschaft nicht begreifen haben wir in 10 Jahren eine Gesellschaft die die auch in diesem Magazin gescholtene Juli Zeh in ihrem Roman "Leere Herzen" beschreibt.

Michael Sander | Fr, 16. März 2018 - 18:31

In reply to by Martin Reims

Sie behaupten, sich argumentativ auseinandersetzen zu wollen, tun jedoch genau das nicht. Denn dass Ihnen der Artikel und die Kommentatoren zu "rechts" seien, ist ja nun wirklich kein Argument. Stattdessen greifen Sie eifrig in die Diffamierungskiste, wenn Sie beispielsweise behaupten, nur Grüne, Linke und Sozialdemokraten seien diskursfähig, während man mit den "Rechten"(nach Ihrer Definition dann ja wohl Union, FDP, AFD?) nicht diskutieren können und dort das "Recht des Stärkeren" gelte. Das ist ist schon eine ziemliche Unverschämtheit, wenn ich das mal so sagen darf.
Von Konservativen und Liberalen (also "Rechts" in Ihren Augen) geht ganz sicher keine Gefahr für die Gesellschaft aus. Denn die ganzen Verwerfungen mit denen wir heute zu kämpfen haben und die vielbeschworene Spaltung der Gesellschaft, ist eindeutig das Ergebnis linker Politik. Kann es sein, dass Sie hier die Überbringer der schlechten Nachricht mit dem eigentlichen Problem verwechseln?

Mathias Trostdorf | Fr, 16. März 2018 - 18:43

In reply to by Martin Reims

Komisch, wie unterschiedlich man Fakten betrachten kann.

Klaus Dittrich | Fr, 16. März 2018 - 19:03

In reply to by Martin Reims

Herr REIMS, Sie leben sicher in einer glücklicheren Welt als sie Berlin – mein Wohnort – bietet. Gerade sog. Linke überbieten sich in Intoleranz; im schlimmsten Falle gehen Autos in Flammen auf und Institutionen „erglänzen“ mit Farbbeuteln. Und der Schulalltag – es geht ja um Kinder und Jugendliche – wird zunehmend vom Gesetz des Stärkeren beherrscht. Eine weitere Schule mit Wachschutz ist Beleg dafür.
Ich kann Ihrer These von Toleranz und Diskursfreudigkeit der Linken also nicht folgen.

ulrich pohl | So, 18. März 2018 - 15:06

In reply to by Martin Reims

... Sie setzen sich hier doch gerade mit (vermeintlich) Rechten auseinander. Allerdings: Hier geäußerte Meinungen als "rechts" zu bezeichnen und dann die Argumente in der Debatte schuldig zu bleiben, wirkt nicht wirklich überzeugend....

Michael Sander | Fr, 16. März 2018 - 09:52

Die grünen Wächter des "richtigen" (grünen) Bewusstsein schrecken auch vor der Indoktrination der Kleinsten nicht zurück, wenn es darum geht, ihre Agenda in der Gesellschaft zu verankern.
Für mich immer wieder der größte Witz, wenn diese dann auch noch vorgeben, für einen offenen, fairen Diskurs und für Meinungsfreiheit einzutreten, aber im gleichen Atemzug behaupten, "Rechts sei keine Meinung" bzw. Meinungsfreiheit und „Hetzfreiheit“ seien nicht dasselbe.
Man könnte sich weg lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Wieviele Bretter muss man eigentlich vorm Kopf haben, um so etwas, ohne rot zu werden, zu vertreten? Ach so, die sind ja schon "rot" - na dann...

Svenja Gerwing | Fr, 16. März 2018 - 12:02

„Lassen Sie uns eintreten für Freiheit, Toleranz und Vielfalt – friedlich und im Dialog.“
Guter Witz!
Um es als Fabel zu verpacken: Da sagt das beste Gold-Eselchen in diesem traurigen Stall seine Meinung! Anschließend sieht sich die Stallverwaltung zu nichts anderem genötigt, als sich unmittelbar von seinem Premium-Exemplar politisch zu distanzieren.
Ergo:"... die Zahl der Buchkäufer in den vergangen fünf Jahren um 18 Prozent gesunken ist."
Na, warum nur DAS?!

Rudolf Bosse | Fr, 16. März 2018 - 12:05

"Wäre es Indoktrination?" fragt Herr Kissler. Ja sage ich dazu und halte das für strafwürdig, so früh den Kindern die ihr von der Natur gegebene Unschuld zu mißbrauchen, in dem ihnen verwehrt wird, sich in späterem Alter eine eigene Meinung zu bilden.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 16. März 2018 - 12:28

stimmender Artikel. Dazu könnte man Bücher schreiben:)
Durch die Zeitumstände habe ich eine ziemlich politisierte Kindheit erfahren, vor allem aber über das Leben in einer politischen Familie.
Eventuellen Eingriffen in meine eigene Welt habe ich mich mindestens innerlich widersetzt.
Bitte aber Herr Dr. Kissler denken Sie daran, dass es genausowenig Sinn macht, die Kinder in einem Wolkenkuckucksheim abseits des allgegenwärtigen Lebens, großwerden zu lassen.
Zudem sind Diskurse nicht in Kindersprache verfasst, um einmal Frau Zeh in Schutz zu nehmen.
Ich halte es aber für einen Fehler, Kinder über das Mass der ihnen möglichen Erfahrungen hinaus gezielt und etwa auf der Metaebene zu beeinflussen.
Ich habe meiner Tochter zu ihrer Zeit eine Barbiepuppe mit dunkler Hautfarbe geschenkt aus political correctness.
Es ist besser, die Kinder ihren Weg gehen zu lassen.
Möglich aber auch, dass sie sich deshalb so darüber freute, weil ich ziemlich viel MTV, damals noch Englisch, laufen liess?

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 16. März 2018 - 12:35

noch kommende Messen.
Es ist natürlich schön, dass Cicero auf der Buchmesse vertreten ist und auch noch gegenüber dem Stand der ZEIT.
Ein bisschen mußte ich doch schmunzeln.
Schade aber, dass ich so gar nichts vom Cicero Stand mitnehmen konnte.
Wissen Sie, auch ganz kleine Geschenke oder Erinnerungen erhalten die Freundschaft, so kenne ich es jedenfalls aus meiner "Mitwirkung" an, von SPD-Ständen.
Ich konnte nicht einmal einen Notizblock für 10 Euro kaufen, weil das nur unter Zusatzbedingungen möglich war.
Den zu bestellen, wenn ich schon mal da bin, leuchtet mir als nachhaltig denkender Person nicht ein.
Schade.

Eberhard Rademeier | So, 18. März 2018 - 15:14

@Redaktion Cicero: Das Aufmacherbild zu Herrn Kisslers Artikel ist ja sowas von Un-PC. Das Mädchen trägt ein rosafarbenes Top, der Junge eine blaue Jacke... So wird Rollenverhalten zementiert. Außerdem fehlt auf den Duden rechts im Regal der Hinweis "gendergerecht überarbeitet". Bitte in Zukunft besser auf PC achten, sonst kommen Sie noch irgendwann auf irgendeinen Index :-).

Ruth Müller | So, 18. März 2018 - 17:51

- Die fehlende Chancengleichheit beim Zugang zu weiterführenden Bildungsangeboten sollte abgeschafft und ein Zugang gemäß dem Leistungsprinzip gewährleistet werden.

- Das Recht der Eltern auf die Erziehung der Kinder, insbesondere in weltanschaulichen und religiösen Fragen, sollte gewährleistet werden.

- Als Erziehungsziele sollten Mündigkeit und Individualität statt der Erziehung zu sozialistischen Persönlichkeiten stehen.

- Die ideologische Indoktrination sollte abgeschafft und die gesellschaftskundliche Bildung verändert werden.
- Die bürokratische Gängelung und die zentralistische Steuerung der Schulen sollten reduziert werden.

- Die Schüler, Eltern und Lehrer sollten erweiterte Mitbestimmungsrechte erhalten.

Wikipedia: aus "Bildungssystem in der DDR/ Reformvorschläge"

Einer der Gründe warum Ost-West nach 25+ Jahren sich teilweise wie Fremdkörper gegenüberstehen. Die Grünen wollen wieder einmal den NEUEN Menschen schaffen. Nicht mit ehemaligen DDR-Bürgern!