Visionär und Twitter-Chef Elon Musk / dpa
Visionär und neuer Twitter-Chef Elon Musk / dpa

Elon Musk kauft Twitter - Die Heidenangst der Bessermeinenden vor der Meinungsfreiheit 

Nach der Übernahme von Twitter durch den Unternehmer Elon Musk übertreffen sich populäre Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und sonstige Bessermeinende darin, vor den Folgen zu warnen. Die Bandbreite reicht von Angst vor zu viel Meinungsfreiheit über blanke Hysterie bis zu Märtyrergehabe zum Fremdschämen. 

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero und lebt in München.

So erreichen Sie Ben Krischke:

„Hier bleiben. Solange demokratischer Disput noch möglich ist. Unterdrückte noch Stimmen haben. Ungehörte noch gehört werden. Der Hass nicht gesiegt hat. Es braucht Gegenstimmen. Auch hier. Ich bleibe. Noch.“ Wer sich bei der Lektüre dieses Zitats wahlweise an Sophie Scholl oder Mahatma Gandhi erinnert fühlt, liegt ob Intensität und Duktus dieser Aussage nicht ganz falsch. Doch um den Kampf gegen den NS-Terror oder für die Unabhängigkeit eines ganzen Landes geht es hier nicht, sondern um den Kurznachrichtendienst Twitter und seinen neuen Besitzer Elon Musk

Der Visionär hinter Tesla, dem Raumfahrtprogramm SpaceX und „Starlink“, einem Satellitenprogramm, das maßgeblich mitverantwortlich ist, dass die ukrainische Armee noch immer kämpfen kann gegen den russischen Aggressor, hat nach längerem hin und her Twitter für 44 Milliarden Dollar übernommen – und angekündigt, die Plattform wieder zu einem Ort der Rede- und Meinungsfreiheit zu machen. Weil dem so ist, sind populäre Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nun ebenso besorgt wie Leute, deren Lebensleistung bisher darin besteht, anderen Menschen vorzuschreiben, was sie zu sagen und zu denken haben. 

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Ernst-Günther Konrad | Di., 1. November 2022 - 11:23

Man kann sie in den Msm regelrecht riechen, die Angst davor, das dem links-grünen Meinungsdiktat andere Sichtweisen entgegenstehen werden. Vor allem aber will Musk, so las ich das an anderer Stelle, das System der Fake Accounts und der anonymen Teilnehmer technisch so verändern, dass nur noch Meldungen mit verifizierten Klarnamen zulässt. Dann könnten auch gerade die links-grünen teils bezahlten Hasser und Hetzer nicht mehr unter dem Deckmantel der Anonymität agieren. Das gilt auch für alle anderen Nutzer. Auch die Herrschaften staatlicher Administration, die dort gerne für Stimmung und Falschmeldungen sorgen wird es damit schwieriger gemacht. Das müsste doch die Twitter Gemeinde begrüßen, wenn sog. rechte Hetzer erkannt und belangt werden können, sollten sie strafbare Inhalte posten. Als Nichtnutzer dieser Medien kann ich nur von außen sagen, gut, dass Esken dort nicht mehr ihren Unsinn verbreitet und sich selbst einer Bühne entzieht. Mal sehen, wie das konkret ausgestaltet wird.

Die andere Wahrheit! Welche hätten sie denn gerne? Die blaue oder die braune...
Erinnert an das Geschwätz eines Donald Trump von den "alternativen Fakten". Genau: Wahrheit ist immer das, was ich dafür halten will. Alles andere ist - Zitat: Falschmeldung, von staatlichen Administratoren verbreitet. Oder - nochmal Zitat: Links-grünes Meinungsdiktat.
Gezeichnet: Bibi Blocksberg - ich mach' mir die Welt usw, und der Feind steht immer links von Rechtsaußen.

Eine der ersten Handlungen des Herrn Musk? Eine wüste Falschmeldung zu verbreiten. Nachzulesen u.a. hier:
https://www.nzz.ch/international/musk-verbreitet-wueste-verschwoerungst…

Wahrscheinlich macht er das, wenn ich den Foristen richtig verstehe, um sich gegen das links-grüne Meinungsdiktat zu wehren. Da gehen "alternative Wahrheiten" immer gut. Denn irgendwo findet sich immer EINER, der den Unsinn auch noch glaubt.

Genau, Herr Lenz, richtig erkannt: "Denn irgendwo findet sich immer EINER, der den Unsinn auch noch glaubt."

ich teile Ihre Auffassung zur panischen Angst des aktuell herrschenden Linkssystems vor anderen Meinungen denn das System muß alle Meinungen unterdrücken die der eigenen Sichtweise widersprechen und diese und die darauf basierende Fake-Realität dadurch gefährden.

Allerdings sehe ich zum einen keine wirkliche Gefahr für das System durch ein Musk-Twitter, denn wenn sich zeigt, daß Twitter zur Gefahr wird, wird es mit dem Verweis auf „europäische Regeln“ deaktiviert/eingeschränkt, die EU hat das bereits verlauten lassen. Die EU basiert auf Lügen, sie muß und wird daher gegen die Wahrheit vorgehen.

Zum anderen ist Musk ein nach Macht (der Präsidentschaft?) strebender Psychopath dem „Meinungsfreiheit“ nur so lange was wert ist, wie sie in sein eigenes Machtkonzept und seine eigene Definition paßt. Hier ist er nicht anders/besser als das autoritäre System das uns aktuell regiert.

Mir ist es insgesamt egal, denn ich nutze keine Asozialnetzwerke und habe es auch nicht vor.

Christoph Kuhlmann | Di., 1. November 2022 - 11:42

Musk will also einen „Moderationsrat“ für Twitter einberufen, in dem sehr unterschiedliche Meinungen vertreten sind. Möglicherweise wird er sich dabei auf das Grundrecht auf Meinungsfreiheit berufen, welches er durchsetzen will. Es ist klar, dass Journalisten und Politiker, die durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geprägt sind, darin eine Gefahr für ihre Machtposition sehen. Es wird immer schwieriger, die Blind Spots, die sie unbedingt zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele benötigen, aus der Diskussion herauszuhalten. Womöglich wird die stereotype Wiederholung der zu Phasen geronnenen Argumente nicht mehr für einen elitären Anspruch ausreichen. Wenn nämlich Kreativität und Widerspruch ins Spiel kommt, dann stehen viele Ideologen und Apologeten einer einseitigen Moral auf einmal ziemlich nackt da. Moral basiert ja immer darauf, das gute einer Handlung hervorzuheben und die sozialen und finanziellen Kosten unter den Tisch fallen zu lassen. Dazu schränkt man gern die Freiheit ein.

Brigitte Miller | Di., 1. November 2022 - 11:56

die sich seit Jahren dafür einsetzen, dass nur ihre Meinung dir Richtige ist , befürchten, dass der Meinungskorridor wieder etwas breiter wird.

M. Bernstein | Di., 1. November 2022 - 12:17

Mit Sicherheit werden auch jetzt bei Twitter Beiträge zensiert. Es geht einfach nicht anderes und grobe Beleidigungen und dergleichen müssen auch aussortiert werden.
Der nicht mehr Ausschluß von Trump mag einigen Demokraten in den USA nicht gefallen, aber praktisch ist Trump nicht der Beelzebub und hat in vielen Dingen eben auch recht!
Interessant finde ich, dass sich sofort deutsche und europäische Stellen bemüßigt fühlen zu drohen, vorher aber immer betont haben, dass es doch private Plattformen sind, wo der Besitzer eben das Hausrecht ausübt. Noch spannender ist, dass man auf Alternativen verweist und jeder dabei sehr schnell feststellt, dass nicht kommerzielle Alternativen eben kein Geld kosten, aber jede Menge Zeit und Nerven.

Urban Will | Di., 1. November 2022 - 12:50

Ich konnte gottseidank viel lachen, zum weinen war es mir nicht, wohl aber musste ich mir oft klatschend ans Hirn langen beim Lesen der Zitate der links – grünen Geistesgrößen.
Es ist nicht mehr zu verhindern, dass sie uns regieren oder sonst wie Einfluss haben, es ist das Deutschland dieser Tage. So gewollt von vielen, so geliefert vom Mainstream. Man wird bald sehen, wo es hinführt.
Dass man aber nun, wo evtl. der Fall eintritt, dass ein soziales Medium nicht eindeutig links – grün dominiert wird und somit nur eindeutig links – grüne Meinungen ungefiltert durchkommen und als „rechts“ interpretierte meist zensiert werden, meint, den Märtyrer spielen zu müssen, ist nicht nur eine Beleidigung für alle, die in Ländern, wo freie Meinungsäußerung lebensgefährlich ist, diese vertreten, es ist Slapstick in Reinstform. Dummheit par excellance.
Es ist unfassbar, was in den Gehirnen von Menschen, die politische oder kulturelle Verantwortung tragen, an Unsinn steckt.
„Beam me up, Scotty...

Karl-Heinz Weiß | Di., 1. November 2022 - 12:58

Herr Musk hat in den vergangenen Jahren ausreichend bewiesen, was er von abweichenden Meinungen hält-einfach seine (meist ehemaligen) Mitarbeiter fragen. Oder ist dieses Bewerbungsschreiben nur versehentlich im CICERO erschienen ?

Markus Michaelis | Di., 1. November 2022 - 13:10

Der Normalbürger ist glaube ich zunehmend verwirrt. Offensichtlich gibt es verschiedene höchste Wahrheiten - schon innerhalb der biodeutschen Gemeinschaft und durch mehr Offenheit zu einer bunten Welt noch mehr Wahrheiten. Die Gefahr einer Eskalation wird erkannt, da ist man lieber vorsichtig - das ist einzusehen. NUR: welche der vielen Seiten wird wann zuerst und wieviel zuviel eskalieren. Das weiß man heute noch nicht, weswegen es schwer ist, vorsorglich auf der sicheren Seite zu sein.

Ein Blick in die Welt und Geschichte scheint zu zeigen, dass in solchen Sackgassen die Lösung oft in einer klaren Vorgabe EINER Leitkultur besteht - Diskussion beendet, Klarheit für alle. Nur: welche soll es sein, dazu braucht es ja eine gewisse Einigkeit.

Braucht es jetzt mehr Menschen, die GANZ klar zu DEN Werten stehen oder mehr flexible Menschen, Hauptsache irgendeine Leitkultur? Houellebecq würde wahrscheinlich letzteres sagen. Ich denke, im Moment sind die Dinge einfach nicht so übersichtlich.

Jens Böhme | Di., 1. November 2022 - 15:05

Das ist wie in einer Filterblase zu lesen und zu schreiben und auf einmal dürfen auch andere Sachen geschrieben werden. Wenn eine Meinung, abgedeckt vom Gesetz, als Fake, Verleumdung, Hass, Hetze gebrandmarkt wird (allein das verursachte Coronachaos in Deutschland lädierte die Wissenschaft der Medizin nachhaltig), ist man nicht mehr weit, dass man Wahlen ausfallen lässt, Schätzungen erstellt und daraus Regierungen bildet, weil eine Sportveranstaltung wichtiger sei - ähem, schon passiert in Berlin? Twitter wurde bisher massiv in das System woker, politischer Kräfte integriert. Deshalb auch der Aufschrei, als wäre ein staatliches Unternehmen von einem zwielichtigen Gauner aufgekauft und dieser mit allerlei gerecht, sauberen Schmutz beworfen.

Ronald Lehmann | Di., 1. November 2022 - 15:10

Es wären sicherlich nicht nur Monate lang Klatsch-Orgien in allen Blättern & auf allen Kanälen zu hören & zu lesen gewesen.

Für einen Friedensnobelpreis hätte es sicherlich auch noch gereicht. Bill Gates wurde doch schon während der Corona-Zeit fast wie ein Heiliger g(b)ehandelt.

Helmut W. Hoffmann | Di., 1. November 2022 - 15:59

ich warte nicht auf die Rückkehr von Mr. Trump auf Twitter, ich warte auf seine Rückkehr als nächster Präsident der USA - oder zumindest einen Republikaner, damit dieser senile, verlogene, verkommene Biden mit seiner Entourage endlich abgetreten wird.
Den Artikel von Herrn Krieschke habe ich wie immer mit großem Interessse gelesen, teile seine Meinung bis ins Detail und wünsche Herrn Musk ein weiterhin glückliches Händchen bei seinen Unternehmungen. Dieser Kuhnke oder dem Restle würde ich gerne auch mal meine Meinung kundtun; aber da ich kein Handy habe und nicht in den asozialen Medien unterwegs bin, bleibt es bei diesem Komentar

Tomas Poth | Di., 1. November 2022 - 16:02

... oder Gesinnungsmeinende?
Von fragwürdigeren Hypothesen ausgehend und daraus sich moralisch erhöhend über die anderen hinwegsetzend.
Das ist die derzeitige rotgrüne Masche, die dafür auch den Abbau der Demokratie betreibt, alternativlos.

Bernhard Marquardt | Di., 1. November 2022 - 16:41

desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ George Orwell
Pressefreiheit und Meinungsvielfalt bedingen einander. Nur die Trennung von Fakten und unterschiedlichen(!) Kommentaren erlaubt es dem Leser/Hörer/Seher, sich ein eigenständiges Urteil zu bilden. Die Eindampfung der politischen Redaktionen in „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, „Funke Mediengruppe“, „Redaktionsgemeinschaft WDR,NDR und Süddeutsche“, sowie bei den ÖR, führt zum Verlust der medialen Informationsvielfalt zugunsten eines einheitlichen Haltungs-Journalismus, für den Bürger zu einer informellen Einfalt. Der Mangel an Vielfalt in der öffentlichen Darstellung stellt eine Gefahr für jede offene Gesellschaft dar. Wer nicht mit den Wölfen des „mainstreams“ heult, verfällt dem „framing“ oder dem „cancel culture“ der neuen Jakobiner und deren Meinungsdiktatur. Und dem shitstorm der einschlägigen "Aktivisten".
Das Ertragen der anderen Meinung ist eine demkratische Grundtugend die soeben verloren geht.

michael büchner | Di., 1. November 2022 - 17:09

wegen der Ampelregierung gedacht."

ach, verehrter herr paul, tausend zeichen hier reichen einfach nicht aus, um ihnen zu sagen, wie schön zu lesen ihre artikel immer sind... bin gespannt, ob die mitforisten das hier genauso sehen..

immer wieder bemerkenswert finde ich jedoch, wie sich manche durchschnitts- &/oder quotenlinke komplexen themen - sei es energie, migration, infrastruktur, oder wie hier den sozialen medien mit einem aus meiner sicht völlig unbegründeten gefühl der intellektuellen überlegenheit nähern..

ich meine: ich verstehe ja durchaus, dass nach achtundzwanzig semestern soziologie oder theaterwissenschaften substanzielles verständnis von zusammenhängen nicht erreichbar ist, aber aus dem oben erwähnten diffusen gefühl der überlegenheit eine meinungshoheit generieren zu wollen ist m.e. nur ein weiteres zeichen des versagens linker bildungspolitik!

lesen bildet:

im artikel 5 gg steht "jeder"(!) & nicht herr restle oder frau kuhnke! capiche?? zu schwer?? echt jetzt??

auch wenn sie es nicht sehen können, verehrte herren paul & krischke, ich bitte hiermit auf knien um vergebung dafür, sie beide verwechselt zu haben!

ziemlich peinlich, sich über vermeintliche oder echte vollpfosten zu äußern & sich hier selbst auf das gleiche niveau zu begeben... ergo: siehe oben! lesen bildet!!

aber egal: ich mag sie beide & bin hier sicherlich nicht allein damit....

schönen abend allerseits!

Chris Groll | Di., 1. November 2022 - 17:54

Ja, sie haben alle eine Heidenangst vor der Rede- und Meinungsfreiheit.
Bis jetzt wurde ja noch jeder bei Twitter, Facebook usw. verwarnt, gelöscht, gesperrt , der nicht die Mainstream Meinung oder die der derzeitigen Politik vertrat.
Habe heute einen sehr interessanten Artikel bei Tichy gelesen:
"Hat das amerikanische Heimatschutz-Ministerium bei den Präsidentschaftswahlen und der Corona-Berichterstattung massiven Einfluss genommen? Durchgestochene Dokumente, die dem Medium „The Intercept“ vorliegen, legen nahe, dass die Social-Media-Dienste als Handlanger der Regierungszensur arbeiten."
Sehr lesenwert.

Sabine Lehmann | Di., 1. November 2022 - 21:22

Ich fühle mich hervorragend unterhalten. Insbesondere, weil die dauerempörten Moralapostel genau DEN Untergang des Abendlandes befürchten, den sie selbst vor langer Zeit eingeläutet haben, indem sie den freien Diskurs, den Pluralismus sukzessive abschafften. An dieser Absurdität, die nicht einer gewissen Ironie entbehrt, muss sich jeder Andere erst mal messen lassen.
Und Twitter? Wieder ein Ort der absoluten Meinungsfreiheit? Ich freu´ mich drauf. Von mir in diesem speziellen Kontext ein besonders lieber Gruß an die Genossin Katrin Göring-Eckard. Ein besonders illustres Beispiel dafür, wie man/frau sich maximal talentfrei in die Beletage deutscher Eliten hoch "arbeiten" kann. So hatte diese Katrin doch kürzlich völlig verzweifelt über Twitter einen Hilferuf abgesetzt, während sie Bahn fahrend einen Vater dabei "erwischte", wie dieser (vor seinem Kind!!) eine Ausgabe von "Tichys Einblick" las. Schock! How dare you? Hilfreiche Twitter-User haben bestimmt schon das Jugendamt alarmiert;-)

Elfriede Puhvogel | Mi., 2. November 2022 - 11:26

Antwort auf von Sabine Lehmann

... oh Schreck, da liest und informiert sich jemand außerhalb des RotGrün-Spektrums.
Darf man daß ? das darf man doch nicht! - So sind sie halt, unsere stalinistischen Spießer.