Campino - Hofsänger der Alternativlosigkeit

Der einstige Punkrocker Campino findet, Angela Merkel als Kanzlerin sei alternativlos – und kritisiert Christian Lindner für den Abbruch der Jamaika-Sondierungen. Das ist exemplarisch für die Naivität, mit der Prominente die Kanzlerin zum Bollwerk in unruhigen Zeiten stilisieren

Der Sänger Campino singend auf einer Bühne
Toten-Hosen-Frontmann Campino: Noch alternativ an Tagen wie diesen? / picture alliance

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Ulrich Thiele lebt und arbeitet als Journalist in Hamburg. Er schreibt für Cicero Online.

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Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass ausgerechnet ein selbst ernannter Punkrocker einmal zum Verfechter der Alternativlosigkeit werden würde? Campino, Sänger der Band „Die Toten Hosen“, appellierte letzte Woche in einem Interview mit dem Radiosender ffn angesichts der gescheiterten Jamaika-Sondierungen an Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Bitte halten Sie das durch!“ Warum? Weil er einfach keine Alternative zu Merkel als Kanzlerin sehe. Sie stehe „gerade international“ für die Beständigkeit, nach der sich die Menschen sehnen: „Diese Person auszutauschen, das wäre für mich das Zeichen, dass die Bundesrepublik Deutschland sich selber zerlegen möchte“, sagte der 55-Jährige. Ein Bösewicht war in Person von FDP-Chef Christian Lindner auch schnell gefunden: „Ich glaube, niemand von uns kann wirklich ein Interesse an Neuwahlen haben. Für den Fall, dass es geschehen sollte, und die AfD legt in diesen Wahlen zu, dann finde ich, kann sich der Herr Lindner aber jedes AfD-Prozent auf seine Schultern schreiben.“

Ach, Campino. Wer denkt da nicht sofort an den Wahlabend 2013, als ein singender Volker Kauder und eine tanzende Angela Merkel zu den Klängen der Toten-Hosen-Bierzelthymne „Tage wie diese“ den Erfolg der CDU feierten? Zwar ärgerte sich die Band über die Instrumentalisierung ihres Songs und die CDU-Politiker entschuldigten sich hinterher kleinlaut. Doch dieses Jahr outete sich Campino als Fan der Kanzlerin. Offenbar verband also die Musik schon 2013 das, was auch politisch zusammen gehört. Aus dieser Perspektive betrachtet, klingt Campinos Textpassage „Kein Ende ist in Sicht“ wie auf die Kanzlerin zugeschrieben.

Wohlfühl-Konsens ohne konkrete Lösungen

Seine Äußerungen machen Campino nicht zu einem schlechten Menschen. Das Interview ist nur leider exemplarisch für eine pseudopolitische Naivität, mit der so manche Musiker und andere Prominente wie Volker Schlöndorff und Andrea Sawatzki aus lauter Angst vor rechtsextremen Tendenzen die Kanzlerin unreflektiert zum alternativlosen Bollwerk stilisieren. Kein Wort über Merkels sozialpolitisches Desinteresse, nach dem Motto: Wirtschaft gut, alles gut. Kein Wort darüber, dass Niedrigverdiener auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt den aus der Masseneinwanderung resultierenden Lohndruck ausbaden müssen, und nicht die urbanen Mittelschichtler. Kein Wort über die berechtigte Sorge vor Parallelgesellschaften, zunehmender Kriminalität und besonders vor sexueller Gewalt, vor Frauenverachtung und Antisemitismus, die mit der Immigration von Menschen aus fremden Kulturkreisen einhergehen könnten. Nicht alle Ängste sind diffus.

Umso ärgerlicher ist es anzusehen, wie etliche Promis sich in ihrer Empörung über Rechtsradikalismus, die AfD und die Ostdeutschen gefallen. Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek nennt diese Form der Empörung den „demokratischen Wohlfühl-Konsens“. Als die rechten Strömungen zunahmen, so Zizek, sei ein „Seufzer der Erleichterung“ durch die vorherrschende liberale Elite gegangen: „Endlich der Feind, den wir alle miteinander so richtig hassen können, den wir opfern – exkommunizieren – können, um unseren demokratischen Konsens zu demonstrieren!“ Der Wohlfühl-Konsens, damit meint Zizek auch die Forderung nach Toleranz gegenüber Minderheiten auf kultureller Ebene, den Einsatz für die Gleichberechtigung Homosexueller und Transgender – was grundsätzlich begrüßenswert ist – bei gleichzeitiger Manifestierung sozialer Ungleichheit. Vor diesem Hintergrund hat es einen faden Beigeschmack, wenn Anti-Rechts-Floskeln als „klare Statements“ gefeiert werden.

Der böse, böse Morrissey

Wie geschlossen und rigide die Gemeinschaft aus der Konsensblase auftritt, zeigt beispielsweise der Fall um den ehemaligen The-Smiths-Sänger Morrissey. In einem Interview mit dem Spiegel sagte der extrovertierte und für Provokationen bekannte Brite, die Stadt Berlin sei in der Folge geöffneter Grenzen nun die „Hauptstadt der Vergewaltigung“. Er forderte die Bewahrung der nationalen Identitäten, nahm Kevin Spacey und Harvey Weinstein in Schutz und lobte den Brexit. Dass manche seiner Aussagen fragwürdig sind, steht außer Frage. Die vielen hysterischen Reaktionen aber wirken wie ein Stammtisch linksliberaler Selbstvergewisserung. Das anschließende Urteil war einhellig: Morrissey sei ein Nazi, ein alter, weißer Mann, der des Zimmers verwiesen werden müsse, seine (hervorragende) Musik gleich mit, manche (Ex-)Fans wollten ihre Platten weggeben oder gar verbrennen. Fühlten sie sich ertappt, als Morrissey ihnen zurief, dass sie doch nur rebellisch täten, in Wahrheit aber Angela Merkel liebten?

Dass seine Kritik an der Flüchtlingspolitik und am Brexit an sich schon für manchen Grund genug zur Verdammung zu sein scheint, ist befremdlich. Ist diese Haltung dazu grundsätzlich alternativlos? Bei aller berechtigten Kritik, man kann Morrissey zugute halten: Wenigstens verstört er noch, ist er immer noch eine extrovertierte Diva, reibt sich auf und ist nicht langweilig und hält somit den Diskurs lebendig. Das könnte man als Wert an sich sehen. Lieber die Musik eines extravaganten, aber aufregenden Ekels hören, als brave Bands, die einen dazu auffordern, den Müll zu trennen.

Darf man sich deswegen nun grundsätzlich nicht mehr gegen Rechtsradikalismus und für Menschlichkeit aussprechen? Doch, man darf, man soll. Selbstzweifel sollten dennoch sein. Zu rassistischer Diskriminierung und Antisemitismus jeglicher Art, egal von wem und gegen wen, darf es keine ambivalente Haltung geben. Sich aber auf solchen allgemeinen Wahrheiten auszuruhen und diejenigen als verdächtig abzustempeln, die beim einhelligen Schulterklopfen nicht mitmachen, ist nicht alternativlos. Man denke etwa an die Rassismus-Keule gegen die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, die Katja Kippings Forderung nach offenen Grenzen für jeden als realitätsfremd bezeichnete.

Widerstandsgesten ohne Risiko sind nur geltungssüchtig

Die immer wieder aufkommende Klage, man könne keine Haltung mehr zeigen, weil man sofort als „Gutmensch“ diffamiert würde, ist nicht ganz unbegründet. Die Gutmensch-Keule wird genauso schnell gezückt wie die Nazi-Keule, beides zeugt von moralischer Überheblichkeit. Beide Keulen kommen aus Blasen, innerhalb derer man sich lediglich selbst bestätigt, und die einander unversöhnlich gegenüberstehen, weil sie jeden, der differenziert denkt – sowohl von rechts, als auch von links – denunzieren und so verprellen. Doch wer glaubt, Kritik am sogenannten Gutmenschentum komme immer nur von gehässigen Menschen, die jeden Versuch, gut sein zu wollen, niederknüppeln, der drückt sich vor den notwendigen Kritikpunkten. Was etwa zu Recht kritisiert wird, ist jene gutsituierte Selbstgefälligkeit, mit der bloße Wortblasen als „Haltung“ verkauft werden – die Kritik daran hat nichts mit abgeklärtem Zynismus zu tun.

Niemand hat das prägnanter auf den Punkt gebracht als einst der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig. Als er sich während seines Exils auf einem Schriftstellerkongress in Buenos Aires mit einer flammenden Rede aus der Ferne gegen Hitler-Deutschland aussprechen sollte, weigerte er sich. Er wollte kein Urteil sprechen in einem Raum voller Gleichgesinnter. „Jede Widerstandsgeste, die kein Risiko in sich birgt und keine Wirkung hat, ist nichts als geltungssüchtig“, sagte er einem Journalisten. Die Gründung einer intellektuell differenzierenden Zeitschrift hielt Zweig für wirkungsvoller. Darum ist es auch selten wirklich risikoreich, sondern meist gratismutig, Christian Lindner oder die AfD abzuwatschen – damit landet man weich in den Armen etlicher meinungsprägender Journalisten, von Heribert Prantl bis hin zu Marietta Slomka.

Mit Phrasen gegen die Zuspitzung der Lage

Polternde Dystopien sind derzeit en vogue. Darum: man stelle sich vor, die Fronten verhärten sich in den nächsten zehn Jahren weiter. Die AfD liegt dann bei 20 Prozent, weil die etablierten Parteien noch immer nicht aus ihrer Ohnmacht herausgefunden haben. Fünf Parteien tun sich zusammen, um regieren zu können. Links- und rechtsextreme Übergriffe, salonfähiger Fremdenhass und Antisemitismus nehmen zu, islamistischer Terror und Ausländerkriminalität auch. Die Lage im Niedriglohnsektor ist verheerend, der Rechtsstaat ist weiterhin überlastet. Die Geburtenrate in Afrika steigt, die dortige wirtschaftliche Lage spitzt sich zu, Millionen Menschen wollen nach Europa. Man müsste ein kaltherziger Barbar sein, um ihnen das verübeln zu können, und ein Narr, um zu glauben, dass das gut gehen kann.

Während die rechte Blase nach Abschottung rufen würde, würde man in der linken Konsensblase samt ihrer Hofsänger aus der Entwicklung vermutlich nur die Erkenntnis ziehen, dass man sich noch heftiger über die Rechten empören und noch vehementer eine „bunte Gesellschaft“ fordern muss. Das ist ungefähr so eindringlich wie die Schmonzette eines Schlagersängers, der uns von der grenzenlosen Intensität seiner Gefühle überzeugen will und deswegen einfach lauter singt.

Der Vorteil an solchen Plattitüden ist zwar, dass sie unverbindlich, also an keine sozialpolitischen Realitäten gekoppelt sind, weil sie nur moralische Affekte bedienen. Der Nachteil jedoch ist, dass es sich mit ihnen in etwa so verhält, als würde man mit hübschen Aufklebern die Benzin-Warnlampe im Auto überdecken, damit man verdrängen kann, dass der Treibstoff knapp wird, weil es drinnen ja so kuschelig warm ist und man nicht aussteigen möchte. Irgendwann bleibt der Wagen trotzdem stehen.

martin falter | Do, 30. November 2017 - 10:16

brüllt seine Meinung raus. Klar darf er das aber auf mich wirkt das eher Kontraproduktiv. Ich würde mich eher in der Mitte verorten, bin dafür das Menschen in Not geholfen wird aber das es auch klare Regeln und das es Grenzen ( bewacht und kontrolliert ) gibt. Solche Bühnen Kaspar habe ich satt und versuche ich zu vermeiden ( abschalten ) wo es geht. Denn alles was er nicht versteht bekämpft er ebenso wie die Höcke`s dieser Welt. Also der gleiche Typ.

Dr. Florian Bode | Do, 30. November 2017 - 10:27

Natürlich darf jeder seine Meinung sagen. Der eine ist "prominent" und bekommt sie verbreitet, der andere ist es nicht. So ist das halt. Die Meinung eines Lutschbonbons ist aber nicht richtiger, weil er gelegentlich in ein Mikrophon brüllt, als die eines Straßenbahnfahrers der schweigend seine Hebel drückt.

Monika Stiller | Do, 30. November 2017 - 11:55

In reply to by Peter Huber

Ist es doch - neben anderen Punkten - genau das, was mir bei den sogenannten Printmedien, beim Fernsehen und beim Radiohören auffällt, mich auch immer wieder ärgert: A, B, C usw. Prominente geben "Statements" ohne Risiko von sich. Sie müssen deshalb auf Grund ihrer Aussagen auch nicht befürchten, öffentlich dafür "bestraft" zu werden. Fazit: Immer schön mit den Wölfen heulen und dabei noch das wunderbare Gefühl haben, eine richtig "Gute" (oder ein richtig "Guter") zu sein. Ernst nehmen kann ich das Verhalten dieser "Prominenten" schon sehr lange nicht mehr, allzu vordergründig kommen ihre Sprechblasen daher. Irgendwann muss dies doch auch den Medien zu denken geben, aber vielleicht unterschätzt man dort die „Menschen im Lande“.

Christa Wallau | Do, 30. November 2017 - 19:53

In reply to by Monika Stiller

Herr Thiele benennt hier endlich einmal die Tatsache, daß Leute wie Campino nichts anderes tun als "Bekenntnisse" abzugeben, bei denen ihnen keinerlei negativen Folgen drohen, sondern vielmehr der Beifall der Medien sicher ist.

Ähnlich "geltungssüchtig" (Stefan Zweig) hat sich auch der nuschelnde Til Schweiger in der Hochphase der Masseneinwanderung verhalten: Ich erinnere mich an sein medienwirksam verkauftes Projekt von einer vorbildlichen "Flüchtlingsherberge", von der man später nie mehr etwas hörte.
Und wie schlimm hat dieser von sich selbst maßlos überzeugte, mittelmäßige Schauspieler/Regisseur verbal auf alle eingedroschen, die sein billiges Gutmenschentum nicht teilten!

Allmählich wird - Gott-sei-Dank - mehr Menschen klar, wie sie von
solch medial wirkenden Typen im Sinne von "Political correctness sells!" an der Nase herum geführt werden.
Bei viel zu vielen, besonders auch jüngeren Leuten, habe ich aber Zweifel, ob sie deren übles Spiel je durchschauen werden...

Günter Schaumburg | Do, 30. November 2017 - 10:37

Sehr geehrter Herr Thiele,
großes Kompliment! In unserer derzeitigen un-
durchsichtigen und auch beängstigenden Situati-
on, sind Gefühle das Eine, Sachverstand und Weit-
sicht das Andere, wohl Wichtigere.

Romuald Veselic | Do, 30. November 2017 - 10:38

Aus dem Text:
Ein Bösewicht war in Person von FDP-Chef Christian Lindner auch schnell gefunden: „Ich glaube, niemand von uns (wer sind uns?) kann wirklich ein Interesse an Neuwahlen haben. Für den Fall, dass es geschehen sollte, und die AfD legt in diesen Wahlen zu, dann finde ich, kann sich der Herr Lindner aber jedes AfD-Prozent auf seine Schultern schreiben.“ Campinos Zitatende.

Man sieht hier exemplarisch, wie man das Wahlvolk verachtet und manipuliert.
Ähnlich wie:
Nur weil ich besonders gerne die Buchstabe "A" habe, sollen dies auch die anderen tun.

Markus Michaelis | Do, 30. November 2017 - 10:40

Die Links-Liberalen haben ihre Weltsicht und leben am liebsten unter Ihresgleichen. Gerne darf Ihresgleichen dabei eine andere Hautfarbe haben, zu irgendwelchen Göttern beten (d.h. im Kern muss man Atheist sein) und irgendwo geboren sein. Daneben gibt es Gruppen und Ansichten, gegenüber denen man sich abgrenzt, wobei aus dieser Abgrenzung auch ein Teil der eigenen Identität kommt.

Soweit ist das ganz normal. Das macht jeder so - eben innerhalb seines Wertesystems. International ist dabei auch immer universeller geworden. Auch der AFD ist es eher egal, wo jemand geboren wurde, solange er die eigenen Ansichten teilt.

Was ich bei den Links-Liberalen im Moment nicht gut finde, ist dass man von universell redet und sich als Teil der einen großen Menschheitsbewegung sieht. Da gibt es sicher interessante Aspekte, aber so direkt scheint mir das einigermaßen lächerlich, weil die Welt etwas anderes zu verkünden scheint.

Heinrich Jäger | Do, 30. November 2017 - 10:54

Pseudopunker Campino outet sich als Merkel Fan und der letzte macht das Licht aus .Helene Fischer, die er immer zu einem Statement pro Migration drängen möchte ist mehr Punker als dieser Hofnarr.

Peter Lieser | Do, 30. November 2017 - 11:01

Campino hatte ich eher als italienische Käsesorte aus den Abruzzen im Gedächtnis. Danke für die Aufklärung Herr Thiele, alleine wäre ich nie darauf gekommen, dass es sich um eine staatstragende Persönlichkeit handelt, die sogar Merkel + Kauder zum tanzen gebracht hat. Hoffentlich war's der letzte Tanz !

Dennis Staudmann | Do, 30. November 2017 - 11:01

dass Stalin, Mao Zedong und Merkel etwas gemeinsam haben. Sie waren bzw. sind alternativlos. Das muss man sich mal vorstellen. Eine Gesellschaft, die "Demokratie" neu definiert, entdeckt den Personenkult. Begründet wird das und vieles andere, was den Bürgern als "Modernisierung" verkauft wird, mit dem Kampf gegen Rassismus. Dabei ist es schon grotesk, dass jeder, dem das zu lächerlich und unglaubwürdig ist, zum "dummen Modernisierungsgegner" abgestempelt wird, was so ziemlich das selbe wie ein Rassist ist. Ich frage mich allerdings, wer wohl dümmer ist. Der, der einen Regierungschef in einer Demokratie für alternativlos hält oder der, der meint, Demokratie bedeutet, dass der Souverän diesen (ab)wählt. So langsam bekommt man das Gefühl, man sei in eine totalitäre Sekte geraten. Ich frage mich beispielsweise, warum ein Westdeutscher, der nie etwas für die Demokratie tun musste, meinen kann, er sei denen im Osten, die für ihre Freiheit gekämpft haben, in der Position der Überlegenheit.

Herr Staudmann Sie sprechen mir aus der Seele, man fragt sich wirklich ob bei einigen Menschen der Verstand im Urlaub ist oder die Verdrängungsmechanismen zu gut funktionieren? Das Gefühl in einer Sekte zu sein empfinde ich auch immer mehr, die Verherrlichung des Oberhauptes, die Kritiklosigkeit gegen offenkundliche Fehler dieser Person sind schon atemberaubend.

Miguel Bader | Do, 30. November 2017 - 11:03

einem Jahr so weit, dass mich Leue wie Campino nicht mehr erregen, weil sie für mich nur zweierlei sein können und damit in zumindest einem Fall in meinem Denken kein Faktor sind. Entweder sind sie "Sackriegeldumm" (entschldigung) oder sie machen diese Art Propaganda sogar sehr bewusst, was sie dann im besten Fall zu Opportunisten, und im schlimmsten Fall zu Faschisten macht, da sie im letzteren Falle bewusst andere diffamierend und ausgrenzend gegen unsere pluralistische Demokratie arbeiten, indem sie helfen, echte Meinungsvielfalt und den demokratischen Diskurs zu zerstören. Meiner Meinung nach ist Angela Merkel genau das, was Gertrud Höhler so richtig beobachtete. Ich behaupte viele der ihr fanatisch Folgenden, die jedenfalls, die mit einem funktionierenden Gehirn ausgestattet sind, sind oft genau dieselben wie sie und deshalb in letzter Konsequenz genau das was sie zu bekämpfen vorgeben. Ja, viele Deutsche sind und bleiben anfällig.Selbst wenn es eine Frau von Merkels Charisma ist

Mika v. d. Herbst | Do, 30. November 2017 - 11:05

Ich habe in der jüngeren Zeit keinen zutreffenderen, pointierteren, intelligenteren und das Wesen unserer Zeit so gut erfassenden Artikel gelesen. Sehr gut.

allerdings urteile ich nicht mit ihm, da ich Campino nicht kenne.
Gefallen hat mir die Stelle über Stefan Zweig und die Forderung nach einer Intellektuellen-Zeitschrift.
Ich dachte der Cicero möchte es werden.
Vor allem deshalb rate ich sowohl den Autoren wie den Kommentatoren, höchste Ansprüchen genügen zu wollen und nicht darüber zu maulen.
Bei der Gelegenheit möchte ich anmerken, dass Artikel auf cicero-online evtl. zuviele Nachlässigkeiten, Rechtsschreibfehler aufweisen.
Ich hatte glaube ich einmal die Intelligenz von Merkel sehr überspitzt als die auf eine 1 reduzierbare beschrieben.
Sie sprach und vor allem antwortete m.E. nicht differenziert.
Ihr Glorienschein schien mir eher zu kommen davon, dass jemand immer aufsteht, wenn im "Text" eine 1 vorkommt und ob seiner Treffsicherheit/Vollkommenheit alle Welt in Erstaunen setzt.
Kurz, es gibt eine Art Intelligenz, vor der man sich nicht mit Mängeln klein machen sollte.
Angenehm Oppermann bei Lanz, operative pol. Fähigkeiten.

ich gestehe, Ihren Kommentaren oft nicht folgen zu können, Ihre Gedankengänge sind sehr sprunghaft, und dann frage ich mich, was will sie wohl damit sagen.

"Ich dachte, der Cicero möchte das werden." Das verstehe ich nicht, auch das mit dem Maulen nicht, und in meinen Augen muss der Cicero das nicht erst werden.

"Kurz, es gibt eine Intelligenz..." Auch da verstehe ich nicht, was Sie meinen. Liegt das jetzt an mir?

Dann habe ich gelernt, dass man keine ungebetenen Ratschläge erteilt; das tut man nur dann, wenn man darum gebeten wird. Ja, und was Ihre Kritik an Rechtschreibfehlern anbelangt... die sehe ich weniger im Cicero.

Nichts für ungut. Gruß, Petra Führmann

bezog ich auf den Kommentar eines Herrn, in dem dieser darüber klagte, sich in etwa politisch so korrekt ausdrücken zu "sollen".
Leider habe ich ihn nicht parat.
Ich meine aber eigentlich nur sehr überlegt und nun ja besser korrekt, ganz einfach weil the going gets rough...
Aber bitte, vielleicht irre ich mich.

Sehr geehrte Frau Sehrt, es geht hier nicht um Grammatik. Wollen sie Menschen wie mir, weil nicht Biodeutsche verbieten Lesebriefe zu schreiben? Ich glaube sie würden in meine Muttersprache auch nicht fehlerfrei schreiben. Diese Bemerkungen habe ich oft in den Zeit Lesebrieffen erhalten, ich glaube aber, darum geht es nicht, es geht um Inhalte, oder täusche ich mich?

Kostas Aslanidis | Do, 30. November 2017 - 17:30

In reply to by Susanne antalic

den Wald nicht. Das bemerke ich auch oft. Auf den Inhalt des Kommentars wird nicht eingegangen, aber wehe es passiert ein orthographischer Fehler. Es sollte eigentlich um Inhalte gehen. So ist es. Genauso argumentieren Presse und Politik.
Unwichtiges kommt in der Titelseite, wichtiges unter ferner liefen. Ich lese ihre Kommentare, immer sehr aufmerksam, Frau Antalic.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 1. Dezember 2017 - 11:22

In reply to by Susanne antalic

ich sprach von Artikeln. Wenn Sie meine Kommentare lesen, wissen Sie doch, dass ich nicht fehlerfrei schreibe.
Diese ZEIT, schreiben "geistig" fehlerhaft, aber veröffentlichen Kommentare, in denen Ihnen Rechtschreibfehler vorgeworfen werden?
Das meine ich doch mit einer Intelligenz, vor der ich mich nicht klein machen möchte.

Guten Abend Frau Sehrt-Irrek, Sie wünschen sich von den Kolumnisten, "höchsten Ansprüchen genügen zu wollen" und insbesondere auf etwaige sprachliche Nachlässigkeiten und dergleichen mehr zu achten. Gleichzeitig stecken in Ihrem Kommentar vier Interpunktionsfehler, zwei Orthographiefehler - und eine kleine stilistische "Derangiertheit". Vielleicht fangen Sie erst einmal bei sich selber an, bevor Sie anderen gute Ratschläge mit auf den Weg geben. Aber das nur am Rande. Ansonsten kann ich mich der Antwort einer weiteren Leserin sinngemäß nur anschließen, dass Ihre Wortbeiträge bisweilen sehr "verkopft" daherkommen; so als würde ein Theoretiker über die Praxis schreiben wollen. Nichts für ungut, Ihnen und allen anderen hier in diesem Forum einen angenehmen Abend.

deshalb antworte ich Ihnen.
Meine Interpunktion setze ich in der Tat recht frei, oft nach "literarisch-musikalischem" Empfinden oder Mindestanforderungen - wieso kann es nicht einmal in meinen Kommentaren ein bisschen nach mir gehen?
Natürlich könnte man mit einem entsprechenden Programm sich selbst noch einmal checken.
So viel Zeit verwende ich nicht auf Kommentare.
Aber auf welche Ansprüche bezog ich mich?
Der Hintergrund meiner Bitte ist lediglich die Hoffnung, dass niemand vergisst, dass wir über Menschen schreiben.
Begriffe, Debatten können uns m.E. leicht davon entfernen.
Diese Bitte resultiert einzig aus Selbstbeobachtung und scheint offenbar keine Empfänger zu haben.
Nun denn, ein Fehlversuch...

Sehr geehrte Frau S-I,

ich warte schon lange darauf, strenggenommen, seit ich als CICERO-Leser ihre „Beiträge“, entschuldigen Sie bitte, ertragen muss, und frage mich, wann Sie endlich davon ablassen, mit Ihren meist komplett unzusammenhängenden, unverständlichen Kommentaren, für die gebildete Menschen nicht ansatzweise einen Reim finden, die am tatsächlichen Thema interessierten Leser zu nerven.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Ulrich Ramer

Ich wäre versucht, ihnen zu antworten, dass Ihr Kommentar mir Gewissheit verschaffte darüber, dass ich nicht umsonst geschrieben habe, alleine, ich schreibe hier nicht, um mich mit Mit-Kommentatoren anzulegen.
Mein Stil ist wahrscheinlich nicht gefällig oder doch, weshalb er manchem sauer aufstösst?
Jedenfalls noch eine Kostprobe davon.
Las gerade unter der Kolumne des Herrn Matthias Nass einen Link auf die Financial Times "A wobbly Merkel means a weaker Europe".
Entzückend dieses "wobbly"! Wie weit ist es von da zur Beschreibung als "Wackelpudding", als der Frau Dr. Angela Merkel mindestens in Kommentaren woanders auch schon mal bezeichnet wurde?
Ich frage mich, ob es auch onomatopoetisch beabsichtigt ist, aber Engländer hören sich so nicht selbst?
Ich finde gerade das Englische in dieser Hinsicht niedlich.
Was wollte ich sagen, ich lese mich mindestens so gerne wie ich meine Mit-Kommentatoren, also auch Sie.
Ich fände es schön, wenn wir es dabei belassen könnten.
Respekt.

nachdenken - im Gedenken am meine liebe Mutter, die einmal unterschied zwischen Ratschlag und Rat-SCHLAG, denke ich, dass ich mich hier bei allen "Widern" in der Sache entschuldigen möchte.
Mit der Resonanz und auch der grundsätzlichen Kritik von Prof. Ramer, die nicht angenehm aber sicher bestehen kann, hatte ich überhaupt nicht gerechnet, weil ich nicht meinte, dies geschrieben zu haben.
Habe ich auch nicht, aber eben nicht verständlich genug.
Es tut mir leid.
Ich hoffe die Kritik in künftigen Kommentare angemessen berücksichtigen zu können.
Das soll es dann von meiner Seite aus auch sein, denn andere Kommentare lese ich doch lieber als meine eigenen.
Ihre Dorothee Sehrt-Irrek

Alfred Kastner | Do, 30. November 2017 - 11:13

Was sind das bloß für wirre Zeiten, wenn selbst ein sogenannter Punker wie Campino Kanzlerin Merkel zum Durchhalten ermutigt und sie als alternativlos bezeichnet.
In meiner Jugendzeit in den 1970er Jahren war ich ein Fan der Punkband "The Clash", weil sie mit ihren zeit- und systemkritischen Texten etwas bewegten.
Der „Spirit of Punk“ und Merkels Politik könnten meines Erachtens nicht gegensätzlicher sein.
Aus diesem Grund kann ich Campinos Credo zu Merkel beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Sollten sich die Urväter des Punk seiner Meinung anschließen, habe ich in musikalischer Hinsicht leider etliche Jahre meines Lebens vergeudet.

Paul Neumann | Do, 30. November 2017 - 16:16

In reply to by Alfred Kastner

... haben Sie die "Hosen" jemals ernsthaft dem Punk zugeordnet? Die tauchten doch erst auf der Bildfläche auf als die Bewegung schon lange abgefrühstückt war. Für mich waren diese Kasper von Anfang an nicht ernst zu nehmen, im Gegensatz zu Morrissey, der schon immer mit klarem Menschenverstand überzeugte.

Kasper: Das trifft es. Und heute gibt Campino fürs saturierte Publikum Unplugged-Konzerte in Operhäusern, wenn er nicht gerade mit Fortuna Düsseldorf leidet. Intelligenter Punk war für mich immer Bad Religion, und ist es noch. Welten entfernt von den rheinischen Provinzlern.

Ralf Altmeister | Do, 30. November 2017 - 11:14

Sie lassen sich auf einen Satz zusammenfassen:
Wer eine Gesellschaftsordnung errichten will, deren Hauptziel es ist, weltumfassend soziale Gleichheit zu errichten und dabei die übermoralische Haltung zum Maßstab des Handelns erklärt, wird an dieser Zielstellung scheitern und genau das gegenteilige Ergebnis befördern.
Es ist die Balance zwischen Moral und Verantwortung, die in der deutschen Politik und im öffentlich- rechtlichen medialen Diskurs völlig aus den Fugen geraten und nur schwer wieder einzufangen ist.
Nichtsdestotrotz wird das derzeitige System Merkel wie in der DDR scheitern. Ein Blick nach Österreich macht Hoffnung.

Peter Krämer | Do, 30. November 2017 - 11:23

Die politischen Stellungnahmen dieses Herrn gleichen dem eher geringen Niveau seines musikalischen Schaffens.
Natürlich darf jeder seine Meinung sagen, aber ich halte es für äußerst Arrogant, wenn Prominente ihren Status nutzen, um ihre persönliche Ansicht unter das Volk zu bringen.
Die Wirkung ist analog zur Werbetätigkeit von Stars oder solchen, die sich dafür halten: egal was man sagt, allein die bekannte Persönlichkeit erzielt Aufmerksamkeit.
Wenn Frau Merkel von Campino gelobt wird, hat sie nach meiner Auffassung sehr viel falsch gemacht.

Sepp Kneip | Do, 30. November 2017 - 11:29

Campino ist nur ein Exemplar derjenigen, die in einer Welt leben, die das vordergründige Wohlfühl-Ambiente höher bewerten, als das, was uns in der absehbaren Zukunft erwartet. Merkels unverbindliches Geschwurbel passt voll ind das pharisäerhaft Gutmenschtum vieler Rockröhren, die sich im Wohlstand suhlen und dumme Sprüche klopfen.

Gundi Vabra | Do, 30. November 2017 - 11:29

Das Verbreiten von Halbwahrheiten wird bewusst zur Erregung von Empörungswellen genutzt. Jede Lobbygruppe ist zuvorderst nur dieser verpflichtet, handelt einseitig, ohne Abwägung des Vernünftigen. Das ist das grundlegende Übel.
Es werden Statements von sich geben, Statistiken zurecht gebogen, die weder hinterfragt noch genau erklärt werden. Jedoch dieses Handeln zieht eine üble Spanne an Empörung nach sich. Weil jede Gruppe für sich so handelt, bleibt auch die Empörung in ihrer eigenen Blase.
Erst wenn wir wieder dazu übergehen, schon in den Schulen vernetztes Denken, die Zusammenhänge zu erklären, statt isoliertes Wissen zu vermitteln, können sich die Auswirkungen dieses Fehlers reduzieren. Mit Scheuklappen ausgestattete Experten helfen uns nicht weiter.

Sebastian Wagner | Do, 30. November 2017 - 11:32

..das passt meine ich am besten auf eine Gruppe wie die Toten Hosen.Das erklärte Ziel:Mit einer vornehmlich linken Moralprosa in den Songtexten den "Kleinen Sonnenschein" aus gutbürgerlichem Elternhaus zum angepassten "Freizeitpunk" zu erziehen.Mit reichlich Taschengeld von Papi und einem dick geschmierten Nutellabrötchen von Mutti lässt sich nunmal gut revoluzzern!Es ist für mich ein Hochgenuss,dass ein Herr Andreas "Campino" Frege endlich nach all den Jahren die Maske komplett fallen lässt und sich zeigt,was er und seine Punkrock-Combo in Wahrheit sind: Millionenschwere Apparatschicks des Establishments,die Wahlempfehlungen für die Mächtigen abgeben.Aber das war auch schon vor 20 Jahren deutlich-haben sich die Herren doch immer nur mit Leuten vermeintlich "angelegt",wo es gesellschaftlich-medial erwünscht war.Die Toten Hosen sind demnach bei Anne Will oder Maischberger bestens aufgehoben!

Marie Werner | Do, 30. November 2017 - 11:34

Wem die fremdländische Kultur besser gefällt als die deutsche Kultur, der möge sein Leben bereichern und auswandern.

überlegen in die Welt zu gehen, statt sie hierher zu holen.
Aber aus der Ferne könnte ich das über Campino nicht sagen können.
Der Mann singt Deutsch oder nicht?
Er fühlt sich bereichert in dem Masse, wie die Welt bei uns zuhause ist, wie wir uns auch damit selbst verändern?
Ich sehe mich nicht viel anders, aber seine Äußerung zu Merkel tut einfach nur weh.
Nur mal für den Moment zu überlegen, dass weder der 1. noch der 2. Weltkrieg entstanden aus lauschigen Debatten am heimischen Kamin, dass die Deutschen nicht wirklich mehr Krieg wählten als andere und sich auch gegenüber der Ermordung des Thronfolgers in Sarajewo in ihrer Hilfe für Österreich im Recht sahen, was andere auszunutzen wußten, dass sie nicht Hitler als die Vernichtung von Leben wählten, sondern als Befreiung aus als unzumutbar empfundenen Zwängen, ohne allerdings diesen Wahnsinnigen stoppen zu können, kurz alle Umstände bedenkend ertrage ich politische Seifenopern immer weniger.
Ein Hauch von Tragweite ist Balsam

Nur Hamanda | Do, 30. November 2017 - 11:43

Diese Analyse bedarf keiner weiteren Kommentierung. Sehr, sehr gut herausgearbeitet, worum es eigentlich geht.
Schade nur, dass die Angst, dass es nicht gut ausgehen wird, nicht geringer wird dadurch. Die Verfestigung der Lager scheint unausweichlich. Wehe, echte Nazis entstehen gerade deshalb.

Willi Mathes | Do, 30. November 2017 - 11:47

Zutreffender Bericht Herr Thiehle !

Der ÖR -Staatsfunk, arbeitet zur Zeit auch Hitler`s "willige Helfer " aus dem Kulturbereich ab.
Allerdings mit einer anderen Bewertung !

Freundliche Grüsse

Michaela Diederichs | Do, 30. November 2017 - 11:55

"Die toten Hosen" passen irgendwie im politischen Zusammenhang.

Michael Sander | Do, 30. November 2017 - 12:16

Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, was einfach daran sein soll, sich beim politisch korrekten Mainstream anzubiedern und sich dabei auch noch gut zu fühlen.
Mir persönlich würde übel dabei.
=> Campino verdient unseren Respekt!

werden oder Kopfschmerzen bekommt man nur wenn man begreift. Begreifen Campino und Co. ? Ich habe da so meine Zweifel.....

Bettina Diehl | Do, 30. November 2017 - 12:22

im Beruf - vor allem im Kundenkontakt - ist, es sollte jede politische oder religiöse Äußerung möglichst vermieden werden. Aber diese scheint diese sog. Prominenten nicht zu stören. Die Gründe dafür könnten sein, dass sie sich a) einen Eintrag in den Geschichtsbüchern als "Widerstandskämpfer" erhoffen oder b) es mit Churchill halten, der einmal sagte, Appeasement ist, wenn man das Krokodil füttert, in der Hoffnung als Letzter gefressen zu werden, oder b) schlicht und ergreifend große Angst haben, in Vergessenheit zu geraten. Jedenfalls nehmen sie sich selbst viel zu wichtig und haben im Geschichtsunterricht weder aufgepasst noch sich je mit historischen Büchern befasst.

Werner Schick | Do, 30. November 2017 - 12:25

Werter Herr Falter,
dass sie Hr. Höcke, dem sie lediglich vorwerfen können, dass er nicht mit ihrer Meinung konform geht, mit diesem Bühnen Kasper, der bisher nicht durch aussergewöhnliche Intelligenz aufgefallen ist, vergleichen, halte ich für unredlich. Aber es ist ja nur ein AFD Politiker da darf man das.

martin falter | Do, 30. November 2017 - 13:40

In reply to by Werner Schick

es bleibt ihnen natürlich unbenommen wenn sie meine Worte so interpretieren.
Gemeint habe ich allerdings das sich die beiden Typen sehr ähneln was das Ausgrenzen und Abkanzeln der jeweils anderen Meinung betrifft. Von Intelligenz war da nicht die Rede. Und ja beide sind so gar nicht mein Fall.

Konrad Kugler | Do, 30. November 2017 - 22:02

In reply to by martin falter

Ich bitte alle, sich sachkundig zu machen und selber zu hören:
Björn Höcke: Die Rede auf der COMPACT-Konferenz 2017.

Rolf Pohl | Do, 30. November 2017 - 16:31

In reply to by Werner Schick

Aber ja Herr Schick, auch bei einem AfD Politiker darf man das. Es sei denn, dieser Politiker, in dem Fall der Herr Höcke, wär seinerseits durch aussergewöhnliche Intelligenz aufgefallen.
Und schwupps, schon kam der klare Blick des Herrn Falter zur Sache ins Bild. Der zwar den Bühnen Mann nicht mit dem Höcke verglich, sondern die zwei, jedenfalls in dieser Sache, sozusagen auf ein und dasselbe Podest stellte.
Der Herr Höcke lieber Herr Schick, wirds überleben. Denn der steht, wie der Herr Campino, freiwillig im Lichte der Öffentlichkeit.
Also, keine Bange, die AfD brauchte eigentlich keinen Herrn Höcke, ja wär sogar besser bedient ohne ihn und seinen dümmlichen Sprech, incl. tümelnden Sprüchen.

Welche Meinung hat denn der Herr Höcke mit der z.B. ich ggf. konform gehen könnte?
Frau Petri z.B. hatte eine Meinung, nur die, die gefiel dem Herrn Höcke nicht.

martin kleber | Do, 30. November 2017 - 12:28

Doch gibt es auch einen bekannten Akteur:Steimle!Der witzige Sachse hat sich mit seinen nonkonformen Ansichten schon die längste Zeit in Talkshows den geballten Zorn seiner Kollegen zugezogen.Er,eher der Linkspartei zugeneigt,hat jedoch auch kritische,klare Worte zum Merkel-Flüchtlingsdesaster gefunden.Die Gesichter der Mittalker wurden länger und länger,bis das Gegeifer los ging.Ähnliches erinnere ich aus den Neunziger Jahren.Da traf es Günther Pfitzmann.Man kann noch so viele Verdienste in Unterhaltungskultur angehäuft haben.Es nützt nichts.

Peter Dünkelhofen | Do, 30. November 2017 - 12:43

Es ist nur lächerlich wenn Musiker versuchen Politik zu machen. Die sollen einfach nur Musik machen. Es hört niemand auf sie wenn sie über Politik schwadronieren.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 30. November 2017 - 13:02

In reply to by Peter Dünkelhofen

das ist nicht nur Gesang, das ist Lebenseinstellung und daruf sollte man reflektieren können, anstatt es zur Seite zu schieben.
Hier im Cicero-Forum ist die Selbstreferenzialität von ganz bestimmten Denkern durchaus möglich, ich will mich gar nicht davon ausschliessen.
Aber ich hoffe einfach mal, dass viel mehr Menschen den Cicero lesen und auch Kommentare schreiben.
Deren unterschiedlichste Ansätze bereichern und die informationen mit Vorbehalt auch.
Der Cicero versteckt hoffentlich keine vorhandene Breite der Debatte um des lieben Friedens Willen?

Karin Zeitz | Fr, 1. Dezember 2017 - 09:54

In reply to by Peter Dünkelhofen

bin Fan von Musikern, die Lieder mit intelligenten Texten singen, dazu gehören auch Lieder mit politischen Statements. Besonders denke ich dabei an Reinhard Mey. Der Text seines Liedes “Das Narrenschiff“ ist aktueller denn je. Die Toten Hosen und ihr Sänger rechnen sich vermutlich aus, durch ihre Lobeshymne auf A.M. ein paar Auftritte bei ARD, ZDF, WDR, BR oder MDR zu bekommen.

Karin Zeitz | Sa, 2. Dezember 2017 - 09:33

In reply to by Peter Dünkelhofen

bin Fan von Musikern, die Lieder mit intelligenten Texten singen, dazu gehören auch Lieder mit politischen Statements. Besonders denke ich dabei an Reinhard Mey. Der Text seines Liedes “Das Narrenschiff“ ist aktueller denn je. Die Toten Hosen und ihr Sänger rechnen sich vermutlich aus, durch ihre Lobeshymne auf A.M. ein paar Auftritte bei ARD, ZDF, WDR, BR oder MDR zu bekommen.

Udo Dreisörner | Do, 30. November 2017 - 12:53

... Tja. Was der denkt ist mir ziemlich egal. Diese selbsternannten Moralapostel wie Campino oder Till Schweiger sind unerträglich. Die Toleranz, die sie propagieren oder in Liedern runterleiern, sind sie selbst nicht bereit zu geben. Grauenhaft.

Heidemarie Heim | Do, 30. November 2017 - 12:56

von Einem in seiner vermeintlich Wohlfühlblase
verharrenden. Demgegenüber ein Thiele in Hochform! Applaus! Auch wenn mir angesichts seiner Überlegungen, sollten sich wie dargestellt
die Fronten verhärten, etwas "blümerant" wird.
Besonders deshalb, weil ich mir diesbezügliche
"Szenarien" in der Vergangenheit schon ausmalte
und unmittelbar mit der Tatsache konfrontiert wurde,das es entweder niemanden interessiert
oder auf vehemente Weise negiert wurde. Sind
wir inzwischen wirklich schon weiter Herr Thiele?
"Bitte halten Sie durch!" Freue mich auf Ihren
nächsten Beitrag! MfG

Karl Kuhn | Do, 30. November 2017 - 13:06

... das war ein 'rant', wie man im Englischen sagen würde ... but well done, Herr Thiele.

Rainer Schreiner | Do, 30. November 2017 - 13:20

Ein Musikjournalist nannte Campino mal einen " Berufsrevoluzzer " , und damit hat er imo den Nagel voll auf den Kopf getroffen .
Über die " Hosen " findet man im Netz auch kaum Infos was ihr Vermögen angeht .
Nur daß sie ihr " Imperium " absolut perfekt managen .
Und rausholen was geht .
Verstehe auch die sogenannten Fans nicht , die sich Konzerte ihrer Band vom Mund absparen weil sie wirklich glauben , die Jungs seien normal geblieben ?
Und Campino sei " einer von ihnen " .
Der spielt für mich in der gleichen Liga wie Till Schweiger , große Klappe und nicht allzu viel dahinter .

W.D.Hohe | Do, 30. November 2017 - 13:20

Herr Thiele,

So kreativ einprägsam wie zutreffend beschrieben.
Perfekt.

"Ihr" W.D. Hohe

raimund höllriegel | Do, 30. November 2017 - 13:21

läse man keine zeitungen und magazine, wüsste man von all diesen dahergeplapperten verlautbarungen gar nichts. das problem der medien ist, dass sie selber probleme erzeugen, indem sie jede noch so beschränkte meinungsäußerungen mit verve publizieren...hauptsache sie kommt aus dem munde eines prominenten. das ist die eigentliche crux !

Sehe ich genauso, sie halten allen , die nichtschnellgenug auf dem Baumkommen das Mikrophon unter die Nase. Man erinnere sich an Boris Becker. Nach seinem ersten
Wimbledon Sieg wurde er zur großen politischen Wetterlage befragt. Er war 17 Jahre jung, Tennisspieler. Er stotterte rum- ähh ähh- dies hängt ihm noch heute nach.

Rolf B. Greven | Do, 30. November 2017 - 13:23

Mann oh Mann, Herr Thiele. Da musste ich schlucken und nachdenken. Campino ein "Merkelversteher"? Leider haben Sie Recht.

Anneliese Fernwald | Do, 30. November 2017 - 13:36

Diese Frage muss man sich stellen, wenn man die Dinge richtig beurteilen will. Die AfD ist nicht die Ursache der Islamablehnung, sie ist die FOLGE der Überflutung unseres Landes mit Muslimen und den einhergehenden Terrorgefahren, die sich täglich weltweit beweisen.
Da heißt es, man sei ein Barbar, wenn man nicht Mitgefühl für diejenigen hätte, die flüchten, vor was auch immer, und ein Narr, wenn man die Folgen dieser Flüchtlingsinvasion nicht sehen will. Nun, ich bin lieber ein Barbar als ein Narr, denn der Barbar wird überleben, der Narr jedoch wird untergehen.

Musikanten und andere Kunstgewerbetreibende waren schon stets der Herrschaft zugeneigt. Broterwerb war bei Hofe für Bänkelsänger und Hofnarren stets eine sicher Bank. Daran hat sich scheints nichts geändert. Ob das auch noch etwas mit mangelnder Intelligenz zu tun hat? Kann sein, muss nicht. Würde aber die Haltung der Campinos dieser Welt leicht erklären.
Denn als Schulversager ist er in bester Politgesellschaft.

Susanne antalic | Do, 30. November 2017 - 13:38

In jeder Diktatur finden und fanden sich Korrupte möchtegern Künstler an der Seite der Diktatoren, sie wurden und werden dafür entlohnt und wenn eine Wende kommt, wenden sie sich mit und haben von nichts gewust. Das sieht man an unseren Politikern und an vielen "Künstler"( Mephisto lässt grüssen).

Manfred Rösler | Do, 30. November 2017 - 13:45

..war immer ein Möchtegern-Punk, de sich in der Sonne der Gesellschaft gesonnt hat, gegen die er lautstark zu potestieren vorgab. Ein Salon-Revoluzzer ohnegleichen. Hatte mit Punk nie etwas zu tun.

Davina Bast | Do, 30. November 2017 - 14:38

In reply to by Manfred Rösler

Ja, da haben sie recht. Endlich mal ein Kommentar von einem Szene-Kenner. Ein Luxus-Linker / Revoluzzer !

Winfried Sautter | Fr, 1. Dezember 2017 - 14:54

In reply to by Manfred Rösler

"Hab´ keine Angst vor Dunkelheit, frag´nicht wohin wir geh´n/ Wir stolpern einfach vorwärts durch ein weiteres Jahrzehnt./ Mit vollem Bauch und leerem Kopf, auf einem Auge blind,/ Auf der Suche nach Zufriedenheit und irgendeinem Sinn.// Wir sind auf dem Weg in ein neues Jahrtausend,/ Ab heute werden Wunder am Fließband hergestellt,/ Wir sind auf dem Weg in ein neues Jahrtausend,/ Eine schöne, neue Welt." (Die Toten Hosen, "125 Jahre Kreuzzug ins Glück"). Die "Hosen" waren schon immer die pubertierenden Spaßbolde des Mainstreams. Siehe auch die Mitgröhl-Hymne "Eisgekühlter Bommerlunder".Jetzt sind sie halt in die Jahre gekommen, aber können nicht erwachsen werden. Ihr Frontmann zumindest. Ich habe schon immer Die Ärzte bevorzugt. Einige ihrer Lieder haben es zumindest auf den Index gechafft.

Dimitri Gales | Do, 30. November 2017 - 13:52

Diesen Aussage des Sängers zu folgen hiesse, dass zugegeben werden müsste, dass um Deutschland ziemlich schlecht bestellt ist, wenn alles nur an einer Person hängen sollte. Das war ja auch zu "Führerszeiten" so.
Spass beiseite: Merkel bedient viele Interessen, nicht nur Lobbyinteressen. Sie hat viele Fürsprecher inssbesondere in der Wirtschaft, im Ausland sieht man in ihr eher die Merkel-Kontinuität und das Symbol für wirtschaftlichen Erfolg, für den sie aber nichts kann; sie profitiert nur davon.

Jürgen Waldmann | Do, 30. November 2017 - 14:00

Der Sänger hat , wie seine angebetete Kanzlerin , nicht verstanden , warum Merkel , Seehofer und Schulz die Wahl krachend verloren haben . Der Rest der Bevölkerung hat verstanden , dass die Parteien sie in schier unlösbare Probleme geführt haben . Nur die neuen Parteien sind in der Lage nach alternativen Lösungen zu suchen , die sie auch durch ihre Anwesenheit im Bundestag erzwingen . Wenn die AfD im Osten besonders stark wurde ,
liegt es daran , dass die Bevölkerung besonders geschult ist Täuschung und Betrug zu erkennen ! Neuwahlen werden FDP und AfD weiter stärken , denn von den anderen Parteien hat der Wähler nichts gutes zu erwarten , nur ein " weiter so , wir schaffen das " ! Natürlich fehlen uns die 20 bis 25 Milliarden , die uns der Kontrollverlust über unsere Grenze kostet . Der Spielraum für soziale Wohltaten ist dadurch begrenzt , auch wenn Herr Maas im TV meint , dass niemanden etwas weg genommen wurde ! Mathematik war wohl nicht seine Stärke !

Dorothe Gaede | Do, 30. November 2017 - 14:17

Jeder, der Angela Merkel bzw. der CDU seine Stimme gegeben hat, und ihre Politik der Alternativlosigkeit verteidigt, ist auch verantwortlich für die Entwicklung die Deutschland nimmt.
Auch Herr Frege......
Ein Besuch in die no-go areas, Kontakt zur echten Lebensrealität, könnte erhellend wirken........

Mathias Trostdorf | Do, 30. November 2017 - 14:20

Als linker, wenn auch jetzt millionenschwerer Berufspunk in seinen Ideologien gefangen zu sein und die Widersprüche des eigenen Daseins (jetzt als Merkel-Fan) aushalten zu müssen, stelle ich mir schwierig vor. Auch ein A. Frege liest ja Zeitung und guckt fern, aber seine ideologischen Zwänge gestatten ihm (so wie auch vielen anderen Linken und Grünen) nicht, zu erkennen, daß die Entwicklung in Westeuropa die falsche ist. Man wischt einfach weg, welche Folgen unkontrollierte Masseneinwanderung auf ein gewachsenes System hat, und fühlt sich stattdessen gut und humanistisch. Allerdings hat man- wie bei vielen anderen korrekten "Promis" -auch von A. Frege nicht gehört, daß er selbst Flüchtlinge bei sich aufgenommen hätte oder seine Ferienwohnung verkauft und den Erlös für eine bessere Welt gespendet hätte.
Da "links" in Deuschland ja die neue Mitte ist, sind die Hosen ja inwischen nicht mehr aufmüpfig und auch nicht punk, sondern angepaßt und systemkonform.

wolfgang spremberg | Do, 30. November 2017 - 14:21

Ich hoffe das Campino ihn liest. Die Kommentare auch. Ach Campino ?
Glaubst Du eigentlich das wir, die Deutschen, was ganz besonderes sind ? Das wir, angeführt von Frau Merkel, ohne Obergrenze Menschen aus allen möglichen Kulturen aufnehmen und versorgen können ? Ja ? Das wir und unsere Kinder mit all diesen Menschen dauerhaft friedlich zusammenleben werden ? Das wir, die tollen Deutschen, mal eben Afrika retten können ? Den Muslimen, den wahren, den friedlichen Islam erklären können ? Ja ? Glaubst Du das ? Dann sollten wir die Noteidenden der Welt einfliegen lassen. Findest Du nicht Campino ? Wäre doch toll.
Frau Merkel, der Punker Campino und die DOITSCHEN retten die Welt.

Birgit Jacob | Do, 30. November 2017 - 14:25

Künstler zeichnen sich dadurch aus, dass sie einer eigenen Welt leben. Trotz hoher Bekanntheit sind sie nicht unbedingt immer auf Rosen gebettet und nutzen immer häufiger eine Mainstream konforme Meinungsäußerung, um sich wieder ins Gespräch zu bringen. Dieses wohlwollende Entgegenkommen gegenüber den Regierenden erhöht die Chance auf neue Aufträge.
Das ist auch der Grund warum ich persönlich diese Meinungsäußerungen nicht ernst nehmen kann, auch deshalb nicht, weil ich Künstler und ihre Denkweise kennenlernen durfte. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit Fakten findet nicht statt und somit können dort auch keine qualifizierten Bewertungen erwartet werden.
Es lohnt sich deshalb auch nicht über solche drastischen Fehleinschätzungen zu reden.

Martin Lederer | Do, 30. November 2017 - 14:41

Ich kann nicht beurteilen, wie hoch der Anteil in der Bevölkerung ist, aber all die Merkel-Helfer und "Kämpfer gegen Rechts" in den Kirchen, Gewerkschaften, Medien, Verbänden, Gerichten, ... schaden sich bei einem Teil der Bevölkerung selbst.
Ob und wie sich das dann eines Tages in der Realität auswirkt, weiß ich nicht, ich halte es aber für möglich.
Das Habsburger Reich oder die Ostblockstaaten existierten auch noch lange, nachdem sie ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt hatten.

Achim Scharelmann | Do, 30. November 2017 - 14:44

Es ist immer legitim jemand zu verehren, das geschieht ja auch schließlich bei ihm selbst, indem Teile der Bevölkerung seinen Klängen folgen und die Texte für ein wahres Wunder halten. Daraus aber zu schließen, daß die eigene Meinung in fast messianischem Eifer den anderen übergestülpt werden kann ist doch reichlich vermessen und fast anmaßend und er sollte daß bleiben was er ist und kann, ein kleiner Mensch mit allen Fehlern und mit der Begabung, anderen was vorzusäuseln die daran glauben, er selbst muß ja nicht immer davon überzeugt sein.

Dr. Hermann J … | Do, 30. November 2017 - 14:48

Treffender Artikel, der die Lage differenziert analysiert. Wer jemanden, der so gravierende Fehler wie Merkel gemacht hat, für alternativlos hält, zeigt ein falsches Verständnis von Demokratie. Diese lebt von der Alternative und dem sachlichen Streit. Nur weil Merkel keine Konkurrenz zulässt, ist sie nicht nicht alternativlos. Oder soll es heißen: Merkel, solange sie mag? Lindner hat bewiesen, dass die Demokratie lebt. Deutschland muß den sachlichen Streit, den Merkel abgeschafft hat, wieder lernen. Strauß, Brand, Wehner waren gute Beispiele dafür wie gut der Diskurs der Demokratie tut. Selbst der Journalismus hat den Konsens zur Maxime erhoben. Deutschland Du brauchst eine Chance, würde ein bekannter Promi sagen. Camping hättest Du geschwiegen und Musik gemacht, wärst Du ein Held geblieben.

Franz Petsy | Do, 30. November 2017 - 15:15

Die FDP wollte sich nicht mit Merkel ins Bett legen (weil man darin ja bekanntlich umkommt). Das hat zum Linder-Bahing geführt (Campino, Slomka, Böhmermann und all die anderen). Soweit ist es also schon gekommen in Deutschland: Jeder der sich gegen die "Alternativlosigkeit" stellt wird gnadenlos niedergemacht, von den Linken, der linken Presse, den ÖR, Merkels Hofberichterstattern, den Kirchenvertretern usw. Problematisch wird's aber spätestens dann, wenn aus Minderheiten mehrheiten geworden sind ( siehe Österreich) und eine neue Regierung einen anderen Kurs einschlägt. Hoffentlich auch bald in diesem Land (ich hoffe trotz allem imer noch auf eine erneuerte CDU, die bereit ist, zu ihren Wurzeln zurückzukehten).

Thomas Kuhn | Do, 30. November 2017 - 15:23

Es ist bemerkenswert wie der "Noch - Mainstream" seinen autoritäre Kracke über Journalisten und viele Künstler und Eliten geschlungen hat. -Konformität mit den Mächtigen -
Das gab es in der Demokratischen pluralistischen BRD bislang nicht in dieser Vollständigkeit.

Die schlichtesten unter ihnen sind auch hier die lautesten.
Die freie Debatte ist verpönt. Ein Ausländer, mit Abstand und dem Blick auf Deutschland muss sich wundern, über diesen Verfall und die Veränderung die diese Land in den letzten Jahren erfährt.
Zahlreiche Intellektuelle wurden diffamiert, Medien singen nur noch ein Lied....
Was kommt dann ? Wenn selbst die Künstler in naiver Weltrettungsnostalgie degenerieren , dann hat diese Land viel Arbeit um sich wieder zu finden.

Hans Reitz | Do, 30. November 2017 - 15:31

Wirklich toll und treffend geschrieben. Ein grosses
Lob für dieses scharfsinnigen Artikel.
Es zeigt aber auch das Problem von vielen Redakteuren, Moderatoren usw. auf. Sie sind unfähig wirkliche Fachleute einzuladen, weil sie selber nicht diese Intelligenz besitzen. Das ist Meinungsbildung auf einem sehr tiefen Niveau.

Jochen Wegener | Do, 30. November 2017 - 15:38

mit denen Merkel ihre Karriere ausgefüttert hat (oder ausfüttern hat lassen) wie das von der analytischen Naturwissenschaftlerin die stets vom Ende her denke. Den Brief an die FAZ hat die Dame erst geschrieben als sie von einem FAZ-Redakteur (Namen leider vergessen) dazu angeregt worden war. Es war eben nicht die eigene Initiative, die politische Vision den Dicken endlich loswerden zu müssen, sondern schlicht ein Baustein ihrer eigenen Karriere - wie so ziemlich alles nur darauf fixiert war. Das begann schon mit der immerhin klaren Erkenntnis nach der Wende in der Physik nichts werden zu können sondern deswegen in die Politik gehen zu müssen. Nur: wer hat sie geschoben, wer die damalige Wahlkreis-Kandidatur zu ihren Gunsten manipuliert, wer das Büro des Demokratischen mit allen modernen Kommunikationsmitteln versehen und zwar über die Person Merkel? Für jeden kleinen Stasi-Mitarbeiter sind meterweise Akten vorhanden, für die FDJ-Funktionärin Merkel aber nichts. Merkelwürdig,sehr.

Martin Trafford | Do, 30. November 2017 - 15:52

Bei Campino fällt etwas auf, was schon oft zu erkennen war. Keine eigene Haltung FÜR etwas, sondern Hauptsache gegen alles Deutsche. Das scheint das das einzig Wichtige zu sein. Das scheint die Scheidelinie zu sein. Es scheint wie ein Trauma dieser Leute aus Jugendtagen zu sein.
So kann dann auch eine Merkel von Campino gelobt werden, wenn Sie denn gegen die Interessen der Deutschen agiert.

Axel Kreissl | Do, 30. November 2017 - 16:15

Campino ist auch Fan von Fortuna Düsseldorf. Sehr gut, aber politisch ist er in der Tat naiv, wirklich eine tote Hose. Vielleicht helfen die gleichnamigen Bonbons. Bei ihm fällt mir sofort der Kollege Til Schweiger aus der Lindenstraße ein, der auch mit Gewalt versucht, was ihm nicht gegeben ist. Für beide gilt: Schuster, bleibt bei euren Leisten.

Sam Walther | Do, 30. November 2017 - 16:22

Sehr geehrter Herr Thiele,
Danke für diesen sehr geistreichen und treffenden Beitrag.
Vielleicht ist Campino aber damit schon zuviel Ehre angetan. Ein mildes Lächeln würde eigentlich genügen. Bedenklich ist nur, dass es so viele "Campinos" gibt und nicht zuletzt deswegen nochmals herzlichen Dank für Ihren Artikel.

Werner Schick | Do, 30. November 2017 - 16:39

Werter Herr Wegener,
zu ihrer abschließenden Frage vielleicht einen Tipp.
Versuchen sie bei google etwas über die Rosenholz Akte herauszufinden. Sie werden zwar nicht herausfinden was in der Akte enthalten ist, aber sie werden vielleicht erfahren, wo die besagte Akte geblieben ist. Auf Basis dieser Kenntnis lassen sich einige willkürliche Entscheidungen in diesem Land besser verstehen.

Jacqueline Gafner | Do, 30. November 2017 - 16:43

Dass man mit "tun als ob" nicht weiterkommt, wird kaum wer bestreiten wollen. Und dass Parteien nicht zuletzt deshalb so heissen, weil das lateinische pars (Teil) im Begriff steckt, dürfte auch dem meisten klar sein. Fakt ist schliesslich auch, dass eine Parteiendemokratie nach deutschem Muster vom Konzept her dann optimal funktioniert, wenn einer Regierung mit einem klaren politischen Profil eine Opposition mit einem ebenso klar andern politischen Profil gegenübersteht, die man nicht einfach überrollen kann, ohne sich zuvor im Bundestag zumindest einem harten argumentativen Schlagabtausch stellen zu müssen. Eine Koalition zwischen Union und SPD, sprich den beiden - immer noch - wählerstärksten "natürlichen" politischen Gegnern, kann das doch gar nicht leisten, auch nicht mit einer Mehrheit von nurmehr 53,5 gegenüber bisher 67,2 Prozent. Ergo bleiben nur Neuwahlen oder ein Weg ohne Möglichkeit zum "Durchregieren", womit reihum auch endlich wieder Überzeugungsarbeit angesagt wäre.

Stefan Saar | Do, 30. November 2017 - 17:01

Cicero ruft in den Echoraum. Und der schimpft zurück: "Merkel muss weg!" Viel mehr ist da nicht.

Barbara Mosler | Do, 30. November 2017 - 20:29

In reply to by Stefan Saar

man muss nicht wollen, dass Merkel weg muss, aber wenn sogar ein angeblicher Punk wie Campino was von Alternativlosigkeit faselt, dann ist das schon einen geschliffenen Artikel im Cicero wert, finde ich, denn das Lachen bleibt einem ja leider im Halse stecken.

Udo Dreisörner | Fr, 1. Dezember 2017 - 09:23

In reply to by Stefan Saar

Dann zählen Sie mal auf wie ihr MEHR aussieht. Ansonsten sind Sie in der gleichen Echokammer, oder?

Mein Mehr? Etwas mehr Komplexität angesichts komplexer Probleme. Etwas weniger Geschimpfe und Beschimpfung. Das wäre schon ein Fortschritt.

Armin Latell | Fr, 1. Dezember 2017 - 14:27

In reply to by Stefan Saar

Herr Saar, sie sollten sich vielleicht ein Hörgerät zulegen, dann können Sie auch die Nuancen in den Kommentaren unterscheiden, die Vielfältigkeit erkennen.
Aber möglicherweise liegt es auch an der Brille.

Stefan Saar | Fr, 1. Dezember 2017 - 17:56

In reply to by Armin Latell

... für die umgehende Bestätigung meiner Kritik! MfG

Torsten Knecht | Do, 30. November 2017 - 17:30

... gehört selber zum Establishment. Punk, no future und kaum Geld für irgendwas ist doch bei den Toten Hosen nicht existent.

Für Campino hat sich Punk auf dem Konto ausgezahlt. In der "Brot und Spiele" Gesellschaft ist er einer von vielen die mit Spaß- und Gefühlsangeboten von den eigenen u. gesellschaftlichen Problemen ablenken.

Dieser unterhaltsame Pseudopunk ist in der Mainstream-Mitte der Gesellschaft angekommen, also da wo es am bequemsten ist und wo das meiste Geld zu holen ist. Damit das so bleibt, wird der Herrscherin gehuldigt.

Sehr guter Artikel übrigens!

Lieselotte Bauer | Do, 30. November 2017 - 17:58

Campino ist - je nach Geschmack- ein Künstler, und Künstler müssen viele Emotionen haben, die sie dann dem Publikum nahebringen. Sie sollten nicht der Illusion erliegen, sie seien Kenner der Politik. Meist sind sie auf diesem Gebiet weniger urteilsfähig als der Durchschnittsbürger. Dies kann gefährliche Folgen haben, wenn ihre Fans glauben, ihre Fähigkeiten im Bereich der Kunst umfassten auch entsprechende in den übrigen Bereichen.

Roland Völkel | Do, 30. November 2017 - 18:23

Lieber Herr Campino,

nicht ein Herr Lindner hat es zu verantworten, dass die AFD so fulminant widerauferstand- war ja eigentlich weg vom Fenster Anfang 2015 sondern die einsame, verantwortungslose Entscheidung von Frau Merkel die Grenzen ungehindert zu öffnen.
Hat sich beim (Wahl-)Volk auch nie Entschuldig oder Erklärt-eben Alternativlos.
Punkrock war meines Wissen immer gegen das Eta­b­lis­se­ment (Sexpistols-God save the...)! Die Toten Hosen dagegen eine angepasste kleine Provinz-Band, die auch Musikalisch keine Fußstapfen hinterlassen hat.
Und nun Merkel-Fan-ich bin baff.
Fehlt nur noch ne Hymne auf Mutti ( Fortuna DüDo bekam ja auch eine).
Titelvorschlag: " Die Partei, die Partei hat immer Recht" oder vieleicht: "Wahlvolk, Hört die Sigmale"

Jürgen Sauer | Fr, 1. Dezember 2017 - 11:01

In reply to by Roland Völkel

nicht die Band in Ernst Albrechts Privat Hause um der heuten von der Leyen im Privatkeller in Burgdorf bei Hannover über den 18. Geburtstag zu feiern ?
IMHO küssen die seither der CDU den Allerwertestend ...

Klaus Eckhard | Do, 30. November 2017 - 18:25

was gemeint ist, aber das Stefan- Zweig- Zitat trifft es nicht ganz, weil es sich beim Herrn C. nicht um eine Widerstandsgeste handelt, sondern um den Ausdruck von Schleimerei und Anbiederung an den Zeitgeist.
Der ganze Vorfall zeigt exemplarisch die immer tiefere Spaltung der Gesellschaft.

Heiner Hannappel | Do, 30. November 2017 - 20:05

Mein Kompliment Herr Thiele für ihre nüchterne Einschätzung der Situation in unserem Land, mit Ihren Schussfolgerungen, wie es in der Zukunft in Deutschland zugehen könnte. Diese Entwicklung werden wie leider erleben und Sorgen über unsere Kultur und Lebensweise haben müssen. Unsere Lebensweise müssen wir schnellstens verändern, denn wir können mit dieser Verschwendung auf allen Ebenen nicht mehr so weitermachen, Dazu gehört, dass wir Afrika bessere Chancen auf unserem Märkten einräumen müssen, wenn wir dann auch für vieles mehr bezahlen. Dass sollte uns es aber wert sein, wenn dann hoffentlich die Flüchtlingsströme versiegen. Dieses aber zu konsequent zu planen, setzt voraus, das man jenseits der letzten Jahrzehnte einen Plan hat. Doch nirgends ist ein Plan zu sehen, erst recht nicht einer von dieser ohne Narrative, Visionen, bloß auf Sicht regierenden Kanzlerin, die nicht begreift, dass ihre Zeit vorbei ist. Endgültig!

"bessere Chancen auf unseren Märkten einräumen." Gern. Wovon wollen Sie / sollen wir denn wie viel kaufen, damit es den Afrikanern besser geht ? Damit sie nicht mehr flüchten ? Bei dem Bevölkerungswachstum ?

Winfried Sautter | Fr, 1. Dezember 2017 - 00:43

... war ein fades Lutschbonbon der 1980er. Pseudofruchtig. Kein Mensch findet heute noch etwas daran.

Udo Dreisörner | Fr, 1. Dezember 2017 - 09:30

Auf langer Sicht ist noch allen Revoluzzern die Luft ausgegangen oder sie überführten sich selbst beim Ego-Betrug. Ob Campino, Schweiger, Westernhagen, Joschka Fischer usw. Es gab bei allen sicherlich die Zeiten wo sie auch ein Stück Recht hatten. Aber irgendwann verblasst das alles und es sieht eher nach Mediengeilheit oder Geldbedarf aus. Das Geschwafel braucht aber ansich kaum jemand. Hinterher schlau rum zu lamentieren, das ist ja nicht so schwer. Campino ist für mich persönlich eher eine arme Wurst da er realitätsfremd ist.

Christoph Kuhlmann | Fr, 1. Dezember 2017 - 10:10

Eine systematisch differenzierende Betrachtungsweise ist genau die Art der Wahrnehmung, die einer Moralisierung im Wege steht. Bei der Moral geht es immer um eine klare Einteilung in gut und böse. Das erleben wir in den öffentlichen Medien ebenso wie in den sozialen Netzwerken, unabhängig davon, ob es sich um "rechte" oder "linke" Positionen handelt. Insofern erfüllt gerade das "Gutmenschentum" das Kriterium der undifferenzierten Betrachtung und damit der Konstruktion von Vorurteilen, die es der Gegenseite vorwirft. Es gelingt einerseits Differenzierung normativ zu fordern und andererseits systematisch zu verhindern. Man könnte von selektiver Differenzierung respektive Entdifferenzierung je nach Themenlage sprechen. Offenbar bedarf die kritische Analyse eines sozialen Konsenses, der politisch einzugrenzen ist, da der Widerspruch gegenüber der moralisiernden Entdifferenzierung begründet werden muss und ein hohes Maß an Sachkompetenz und Mut erfordert, da mit Sanktionen zu rechnen ist.

Michael Loschelder | Fr, 8. Dezember 2017 - 18:18

ich stimme Ihnen völlig zu, sehr gute und treffsichere Analyse.Das linksliberale mainstreaming funktioniert im Grunde wie eine altbekannte realsozialistische Einheitsfront- und Gleichschaltungspolitik, nur viel subtiler. Nämlich nach allen Regeln der Kunst moralischer Distinktion, mit gut getarnten oder auch demonstrativen Denk- und Sprechverboten, mit einem monopolartigen Deutungsanspruch auf das, was aus ihrer Sicht liberale Demokratie bedeutet inclusive Herabsetzung jedes anderen Begriffs von liberaler Demokratie als intellektuell unterkomplex. Bestimmte "progressive" demokratische Werte werden in dieser Bekenntniskultur goutiert, zu einem zivilreligiösen Bekenntnis überhöht (z.B. "Wir sind (kulturelle) Vielfalt"), andere "konservative" demokratische Werte – oft deren komplementären Pole - dagegen minimalisiert oder gar als "populistisch" lächerlich gemacht (z.B. (kulturelle) "Identität"). Ihre Zivilreligion bleibt den Protagonisten selbst allerdings meist unbewusst dh.unaufgeklärt

Matherski,Hartmut | Sa, 9. Dezember 2017 - 18:04

denn ich glaube, dass jede Generation so etwas ähnliches hatte, wie eine Marlene Dietrich. Sie sang Lobeshymnen auf ihre Zeit und Campino singt Lobeshymnen auf seine eigene und sehr beengte Sichtweise. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Campino für Frau Merkel alternativlos ist.

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