Humboldt-Universität zu Berlin - Ein kleines SPD-Drama

Es gibt große Erzählungen à la „Die Schulz-Story“. Es sind aber die vielen kleinen Dramen, die den Niedergang der SPD am besten beschreiben. So auch das an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort konnte sich ungehindert eine „Geheimregierung" etablieren. Ein Drama, hier nacherzählt in 12 Kapiteln

Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin: Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst
Man schützt sich gegenseitig in linker Solidarität: Universitäts-Präsidentin Sabine Kunst / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Jochen Zenthöfer ist Jurist und Journalist. Er lebt und arbeitet in Luxemburg.

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1. Die Personen

Unsere Protagonisten sind Michael Müller (SPD-Wissenschaftssenator von Berlin und Regierender Bürgermeister), Sabine Kunst (lange Zeit SPD-Wissenschaftsministerin in Brandenburg und seit zwei Jahren Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin) und, als juristische Person, die Juso-Hochschulgruppe im Studentenparlament der Humboldt-Universität. Diese fiel jüngst erst durch Ihr Engagement für feministische Pornos auf.
 

In Nebenrollen spielen schließlich: Die früheren, legendären SPD-Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt und Klaus Schütz.

2. Die Kulisse

Die Geschichte spielt sich ab vor der Kulisse des Berliner Senats, der regelmäßig Großes (Flughafen) wie Kleines versemmelt, etwa, dass in Berlin mehr Straßenbäume gefällt werden als gepflanzt. Inzwischen fehlen 10.000 Bäume. Gleichzeitig muss eine Baumschule 30.000 Sträucher und Bäume schreddern, weil sie aus der Stadt getrieben wird: Das Unternehmen soll plötzlich monatlich 1.500 Euro Reinigungskosten abdrücken für eine Straße, die es nicht nutzt und auch gar nicht nutzen kann, weil es sich um einen Autobahnzubringer handelt. Das wäre fast ein Drittel des Umsatzes. Nun zieht die Baumschule (die zehn Behinderte beschäftigt) nach Brandenburg.

Was hätten ein Willy Brandt oder ein Klaus Schütz getan? Sie hätten wohl entweder bei der Stadtreinigung angerufen und das Problem diskret aus der Welt geschafft oder die Straße zu dem umdeklariert, was sie ist. Da praktische Politik aber Arbeit macht, hängt man im heutigen Berliner Senat lieber Weltverbesserungsfantasien nach. Und da wären wir wieder bei der SPD, der es wichtig ist, dass eine Filmförderung für feministische Pornos („Dirty Diaries“) eingerichtet wird, ein Thema, das – wie wir bereits wissen – auch den Jusos an der Humboldt-Universität unter den Nägeln brennt.

3. Der Ort

Die Jusos unterstützen derweil auch die in Berlin-Mitte sitzende „Regierung“ der Studierenden an der Humboldt-Universität („Regierung“ ist der Wortlaut auf der offiziellen Webseite der Humboldt-Universität). An anderen Hochschulen heißt das Asta, hier aber „ReferentInnenRat“ (RefRat). „Der RefRat besteht aus 16 Referaten, die sich um verschiedene Aspekte der studentischen Politik kümmern. Dabei versteht sich der RefRat als politische Vertretung der Studierendenschaft gegenüber der Uni und nach außen – nicht als Dienstleister.“ Es geht um Politik. Es geht um 16 Referate, 16 Referenten, bis zu 32 Co-Referenten. Und, wie in jedem Drama, geht es um Geld.

4. Das Geld

Der RefRat bekommt Geld. Jeder Student der Humboldt-Universität muss jedes Semester 8,50 Euro bezahlen. So kann der RefRat jährlich über 780.000 Euro verfügen. Davon ist etwa ein Drittel von vorneherein für die Fachschaften geblockt. Über den Rest kann der RefRat verfügen.

5. Die Prinzipien

Budgetrecht des Parlaments? Transparente Haushaltsführung? Mehr Gleichheit in der Verteilung von Macht? Mehr Demokratie wagen? Steht alles in den Grundwerten der SPD. Im „RefRat“ der Humboldt-Universität (unterstützend: Juso-Hochschulgruppe, Rechtsaufsicht: Sabine Kunst, SPD; darüber: Michael Müller, SPD) hat man es nicht so mit dem Wagnis Demokratie. Offenheit und Transparenz sind den Studentenvertretern ein Gräuel. Deshalb ist nicht bekannt, wer die 16, vielleicht sogar 48 Referenten und Co-Referenten des „RefRat“ sind. Die Namen der Regierung sind: geheim.

6. Das Geheimnis

Die Studenten der Hochschule wissen also nicht, wer in ihrer Regierung sitzt. Die Studentenvertreter im Studentenparlament wissen es auch nicht. Sogar die Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus wissen es nicht. Öffentlichkeit? Presse? Keiner weiß es. Es handelt sich um eine Geheimregierung. Nun könnte man das achselzuckend hinnehmen, wie jene 91 Prozent der Studenten an der Humboldt-Universität, die im Januar dieses Jahres nicht zur Wahl gegangen sind.

Wohlgemerkt: Hier wurde nur das Studentenparlament (Stupa) gewählt. Der Refrat wird vom Stupa gewählt – aber auch nur teilweise. Die „besonderen Referate“ (LGBTI, queer_feministisch, Studierende mit Kind, Antifaschismus, Antirassismus, Fachschaftskoordination) werden auf Vollversammlungen der jeweiligen „Statusgruppe“ gewählt. Allerdings gibt es bei den Wahlen extreme Ankündigungsdefizite. Die Ankündigung erfolgt meist nur versteckt auf einer Unterseite der RefRat-Webseite. Daher wählen manchmal weniger als zehn Personen einen Referenten.

7. Das Geschacher

Natürlich, wie Menschen so sind, entsteht aus der Melange von viel Geld (Punkt 4), ignorierten Prinzipien (Punkt 5) und großen Geheimnissen (Punkt 6) vor allem eines: Geschacher. Denn Referenten enthalten Aufwandsentschädigungen für ihre „Vertretung nach innen und außen“. Das kann man natürlich nur schwer machen, wenn man namentlich nicht aufzutreten vermag. Deshalb vertreten die anonymen Referenten des „RefRat“ vor allem ihre eigenen (finanziellen) Interessen, in dem sie sich Posten hin- und herschieben, sich als Referenten und Co-Referenten abwechseln und dabei bis zu 735 Euro monatlich kassieren. Das ist teilweise nicht satzungskonform, also Rechtsbruch (siehe dazu: „Gedecktes Geschacher“). Aufgedeckt wurde das von kritischen Studenten der Humboldt-Universität selbst und der seit den Wendetagen von 1989 erscheinenden Studentenzeitschrift UnAufgefordert.

Der furiose Artikel der drei Studentinnen Miriam Lenz (damals 25, Sozialwissenschaften), Maria-Mercedes Hering (24, Sozialwissenschaften) und Claudio Rizzello (24, Deutsche Literatur) wurde mit dem Pro-Campus-Presse-Award ausgezeichnet und im Tagesspiegel nachgedruckt.

Wenn man überprüfen will, ob Geschacher stattfindet, müsste man wissen, welche Personen wann welches Amt im „RefRat“ besetzt hatten und bis heute haben. Diese Aufklärung könnten drei Personen in Gang setzen: Sabine Kunst (SPD), Michael Müller (SPD) und die Juso-Hochschulgruppe. Sie müssten nicht einmal zusammenwirken. Einer würde reichen. Die Krux: Keiner der drei tut es.  

8. Die Juso-Hochschulgruppe

Der von den Jusos durch ihr Abstimmungsverhalten und ihre Redebeiträge unterstützte „RefRat“ selbst natürlich auch nicht. Der „RefRat“ formuliert eine müde Stellungnahme, die mehr anklagt als aufklärt: „Die Forderung nach Transparenz erscheint uns eher als Ausdruck einer gewissen Faulheit, die sich darin ausdrückt, ein paar Mal im Jahr im StuPa Information darüber zu fordern, wie Geld ausgegeben wird. [...] In dem Artikel [der UnAufgefordert] wird darüber hinaus darauf hingewiesen, dass RefRat-Wahlen nicht angekündigt würden. Darüber wurde in StuPa und RefRat oft diskutiert und dazu gibt es verschiedene Meinungen.“ Ja, verschiedene Meinungen, ob man Wahlen ankündigen – oder am besten gleich abhalten – soll, das hat an der Berliner Universität eine gewisse Tradition.

Nun gibt es im Berlin des Jahres 2018 eine freie Presse, ein freies Parlament und ein freies Studentenparlament. Versucht haben sie alle drei, die Namen der Geheimregierung zu erfahren. Erfolgreich waren aber weder die Medien (Unaufgefordert, Tagesspiegel, FAZ, Cicero) noch der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses (Martin Trefzer, AfD), weder der Abgeordnete Marcel Luthe (FDP) noch die Mitglieder des Studentenparlaments: Ein entsprechender Antrag der Listen aus dem „Reformblock“ wurde mit 27 Ja-Stimmen und 29 Nein-Stimmen von der „Betonkopf-Fraktion“ abgelehnt. Zu letzteren gehört auch die Juso-Hochschulgruppe. Man kann also stark vermuten, dass sie bei dieser geheimen Abstimmung das Zünglein an der Waage waren. Hätten die Jusos mit dem Reformblock gestimmt, hätten die Namen der Referenten veröffentlicht werden müssen.

Gegenüber Cicero rechtfertigt die Juso-Hochschulgruppe ihr Stimmverhalten. Sie erkenne keinen Sinn in der Veröffentlichung der vollen Namen der Referenten: „Es handelt sich bei den Referent*innen um Studierende, sodass auf Formalitäten wie das Siezen und/oder Ansprechen mit dem Nachnamen verzichtet werden kann. Studierende nehmen den Kontakt zum RefRat teilweise auch in für sie unangenehmen Situationen auf. Nach unserer Ansicht ist es daher wichtig, dass die Hemmschwelle der Kontaktaufnahme möglichst gering gehalten wird, was idealerweise durch ein gutes persönliches Verhältnis zum RefRat ermöglicht wird. Die Veröffentlichung der vollständigen Namen wäre mithin für Jede*n zugänglich und könnte sich (auf verschiedenen Ebenen) negativ für die einzelnen Referent*innen auswirken.“ Aha.

9. Die AfD

Zu jedem guten Drama der heutigen Zeit gehört die AfD. Das heftige Nachforschen des AfD-Wissenschaftspolitikers Martin Trefzer nach den Namen der Mitglieder der Geheimregierung (in zwei Parlamentarischen Anfragen) gefällt der „Betonkopf“-Fraktion natürlich gar nicht. Deshalb werfen ihre Mitglieder dem „Reformblock“ eine Nähe zur AfD vor – in Reden und auf Plakaten.

Einer der Reformstudenten, der Luxemburger Kim Greis, bezeichnet die Vorwürfe als „Hetze und Verleumdung“ sowie als „Schlag ins Gesicht“ der Listen, die sich um transparentere Verhältnisse bemühen. Viele der Unterstützer des Antrags würden sich neben dem Studium bei der Grünen Jugend, der Linksjugend „und anderen demokratischen Bündnissen“ engagieren. Die Betonkopf-Fraktion treibe den Rechtsruck selbst mit voran, wenn sie der AfD so viel Raum gibt und die Debatte von ihr bestimmen lässt: „Durch Satzungsbrüche und ähnliches werden wir angreifbar“, so Greis: „Wir dürfen der AfD bei der Hütung der Transparenz nicht das Feld überlassen.“

Der RefRat beklagt sich derweil: „Das Gemunkel um die vermeintlich unrechtmäßigen Machenschaften [...] bot der AfD entsprechend einen dankbaren Anlass, noch tiefer zu bohren.“ Kritische Studenten, kritische Presse und dann noch eine kritische AfD. Das erträgt wirklich keine Geheimregierung.

10. Die SPD

Die Studentenvertretung ist eine Teil-Körperschaft der Humboldt-Universität und unterliegt ihrer Rechtsaufsicht. Und hier kommt Uni-Präsidentin Sabine Kunst (SPD) ins Spiel, die wiederum rechtlich beaufsichtigt wird vom Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD, bekannt auch als Regierender Bürgermeister). Beide lehnen es ab, die Namen der Mitglieder der Geheimregierung preiszugeben.

„Über die Namen und den jeweiligen Beginn und das Ende der Amtszeit der gegenwärtig amtierenden [...] sowie stellvertretenden Referentinnen und Referenten kann die Humboldt-Universität zu Berlin bislang keine Angaben machen“, hieß es im Februar von Seiten des Senats (1. Anfrage des Abgeordneten Trefzer). Im Juni kann sie es immer noch nicht (2. Anfrage des Abgeordneten Trefzer): Die Universitätsleitung gibt die Namen nicht heraus. Auf Anfrage des Autors dieser Zeilen heißt es zunächst, Grund sei der Datenschutz. Eine Rückfrage beim Landesdatenschutzbeauftragten ergibt jedoch, dass der Datenschutz nicht entgegenstehe, wenn man die Namen der derzeitigen Referenten des „RefRat“ wissen möchte.

Von der damit konfrontierten Universitätsleitung heißt es sodann, man wisse die Namen nicht. Auf die Frage, ob man denn vorhabe, die Namen durch eine dienstliche Weisung an den „RefRat“ zu erfahren, druckst man herum. Wegen des öffentlichen Drucks ergeht diese Weisung tatsächlich am 4. Mai 2018. Doch der „RefRat“ nennt die Namen immer noch nicht. Jetzt müsste die Hochschulleitung Zwangsmittel einsetzen. Was könnte sie tun? Die Namen der Referenten von den Überweisungsträgern ablesen, mit denen die Aufwandsentschädigungen bezahlt werden? Die Referentenliste aus einem Aktenordner im „RefRat“-Büro abfotografieren? Die Namen der „RefRat“-Vertreter aufschreiben, wenn sie sich mit der Hochschulleitung treffen (was angeblich regelmäßig geschieht)? Doch auf all das hat Uni-Präsidentin Sabine Kunst (SPD) keine Lust. Ihren Pressesprecher lässt sie ausrichten: „Die Universität ist bei der Umsetzung von ggf. möglichen Zwangsmitteln auch immer an den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gebunden.“

Selbstverständlich muss eine Verwaltung immer verhältnismäßig handeln. Verhältnismäßigkeit ist ein ebenso großes Wort wie Datenschutz, und an dieser Stelle ebenso verfehlt. Denn die Universitätsleitung ergreift gar keine Zwangsmittel, und deshalb kann sie auch nicht unverhältnismäßig handeln. Es gäbe Zwangsmittel, die verhältnismäßig wären. Aber davon wollen Sabine Kunst (SPD) und Michael Müller (SPD) nichts wissen.

Die Hochschulleitung sagt: „Es gibt keine erkennbare Verpflichtung, Namen von Mitgliedern selbst zu veröffentlichen oder an Dritte zu übermitteln.“ Dieser Satz ist verräterisch. Denn damit kehrt die SPD ihre eigenen Prinzipien um. Transparenz und Offenheit sind keine selbstverständlichen Leitlinien administrativen Handelns mehr, sondern erfordern in jedem Einzelfall eine Rechtsgrundlage. Hat so nicht früher die CDU argumentiert, in den muffigen Adenauer-Jahren? Haben nicht früher die Jusos gegen solch ein Staatsverständnis protestiert?

Vergessen ist bei der SPD auch Paragraph 56 Absatz 3 des Berliner Hochschulgesetzes, der folgende Verpflichtung kennt: „Der Leiter oder die Leiterin der Hochschule ist verpflichtet, rechtswidrige Beschlüsse und Maßnahmen der Organe oder sonstiger Stellen der Hochschule mit aufschiebender Wirkung zu beanstanden oder sie aufzuheben. In Fällen rechtswidriger Unterlassung erteilt er oder sie die erforderlichen Anweisungen oder trifft die unterlassenen Maßnahmen selbst.“

Es ist nicht nachzuvollziehen, warum eine Selbstvornahme durch die Leitung der HU unverhältnismäßig wäre, wenn die Studierendenschaft rechtmäßiges Handeln verweigert. Im Gegenteil, unverhältnismäßig ist es, das gerade nicht zu tun. Was hätten ein Willy Brandt oder ein Klaus Schütz getan? Sie hätten wohl entweder bei der Universitätsleitung angerufen und das Problem diskret aus der Welt geschafft oder den RefRat einfach aus den Räumen der Uni geschmissen. Einem Willy Brandt (61 Prozent in West-Berlin) wären die Studenten nicht auf der Nase herumgetanzt wie einem Michael Müller (18 Prozent in einer aktuellen Umfrage). Und wären die Studenten heute nicht links, sondern vom RCDS: Der Berliner Senat hätte – jede Wette – längst durchgegriffen.

„RefRat“, Jusos, Sabine Kunst, Michael Müller: Man schützt sich gegenseitig in linker Solidarität. Dass man dabei die eigenen Werte verrät, bleibt unerkannt oder ist egal.

11. Die kleine Gemeinheit

Kein Drama ohne kleine Gemeinheit. Hier erfolgt diese Gemeinheit natürlich vom SPD-Senat an die Fragen der kritischen Abgeordneten Marcel Luthe (FDP) und Martin Trefzer (AfD). In einer Antwort heißt es jeweils wortgleich: „Nach Auskunft der Humboldt-Universität zu Berlin war in einem Fall ein Mitglied des „RefRat“ in satzungswidriger Weise mehrmalig für eine identische Funktion gewählt worden.“

Ja, das klingt nun wenig dramatisch: Ein Mal! Ein Fall! Ein Versehen! Doch die Gemeinheit versteckt sich weiter hinten im Satz, im Wort „identisch“. Danach hatten weder Luthe noch Trefzer gefragt. Der von der Unaufgefordert aufgedeckte Skandal war ja, dass sich die Referenten mit ihren Co-Referenten abwechseln, oder das Referat wechseln. Identisch waren die Funktionen dann nicht – aber dem Geist der Satzung, die Amtszeitbegrenzungen will, entspricht dieses Ämter-Wechseln natürlich nicht. Darüber will der Senat aber nichts sagen. Deshalb schleift er ein „identisch“ ein, wo weder FDP noch AfD ein „identisch“ formuliert hatten. Es ist perfide. Aber Luthe und Trefzer sind nicht dumm. Sie bohren jetzt noch einmal tiefer. Der „RefRat“ ist in heller Aufregung. Aber er wird sich verlassen können, auf Sabine Kunst, auf Martin Müller, auf seine SPD.    

12. Epilog

Der „RefRat“ plant derweil eine Erhöhung des Semesterbeitrags. Statt 8,50 soll jeder Student in Zukunft 9,90 Euro an die Geheimregierung zahlen. Einer der Gründe: „Erwartung steigender Lohnkosten“.

Wer diesen Lohn erhalten wird? Wir werden es nicht wissen, solange die SPD noch regiert.

Dana Meier | Mi, 4. Juli 2018 - 11:25

Die SPD Berlins war von Oktober 1953 bis Januar 1955 und von Juni 1981 bis zum März 1989 nicht an der Regierung in Berlin beteiligt. Sie ist damit diejenige Partei, welche seit Kriegsende am längsten in Berlin (West) (mit-)regiert hat. In Berlin seit der Wiedervereinigung ist sie ununterbrochen an der Regierung beteiligt, auch wenn sie nicht immer den Regierenden Bürgermeister gestellt hat (Quelle: Wikipedia). In meiner Stadt herrschte schon immer roter Filz. „Verdiente“ Sozialdemokraten besetzen die Posten in staatsnahen Institutionen und kassieren teils fürstliche Gehälter. Man schimpft auf den schwarzen Filz in Bayern, lebt vom roten Filz und kassiert die Gelder aus dem Länderfinanzausgleich- hauptsächlich aus Bayern! Die SPD hat Berlin in wechselnden Koalitionen zugrunde gewirtschaftet. Schulen, Flughafen, Bürgerämter, ÖPNV, Polizei, Feuerwehr, Kitas, Wohnungen, die Aufzählung von Bereichen in desaströsem Zustand könnte endlos werden! Die Berliner? Hoffnungslos.

Holger Stockinger | Mi, 4. Juli 2018 - 11:26

Wäre jemand oder frau "Historiker" und an Geschichte/n interessiert, fiele auf, dass das Archiev der SPD auf Jahrzehnte gesperrt bleibt.

Sichtlich oder offenbar gilt es, ein sogenanntes Erbe zu vermeiden. Nichtmal die drei berühmten Affen würden rot werden, wäre denkbar.

OttO Normalbürger geht das auf den Flohsack: "Mit mehr oder weniger Westgeld hat die SPD die SED gestützt?"

Genosse Eppler könnte Auskunft geben, aber als Lateiner weiß er: pecunia non olet (Geld stinkt nicht) ...

Boris von der Linde | Mi, 4. Juli 2018 - 11:48

Natürlich kannten wir damals die Referenten und Referentinnen des Asta. Die Namen wurden in jeder Fachschafts- und Astazeitung veröffentlicht. Man sollte ja als Studierender diese Leute auch zu bestimmten Themen ansprechen.

wolfgang spremberg | Mi, 4. Juli 2018 - 18:23

In reply to by Boris von der Linde

könnte das nicht Arbeit machen ?

Tomas Poth | Mi, 4. Juli 2018 - 11:54

Das Bild zum Artikel spricht Bände über den beschriebenen Zustand.

Bernd Muhlack | Mi, 4. Juli 2018 - 12:19

"Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!" --- Ernst Reuter am neunten September 1948 vor dem zerstörten Reichstag, mit tränenerstickter Stimme; sehr bemerkenswert!.
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Es gab nach ihm noch etliche sehr gute regierende Bürgermeister, jedoch war irgendwann Ende Gelände und seither herrscht das (gewollte?) Chaos . --- Vielleicht sollte ich ja doch mal nach Berlin fahren (geht fliegen auch?) quasi nach dem Motto: "Wo möchten Sie hin?" -"Egal, ich werde überall gebraucht!"

Bernhard Marquardt | Mi, 4. Juli 2018 - 12:35

In Berlin gibt es seit 1999 ein Informations-Freiheits-Gesetz (in Baden-Württemberg erst seit dem 30. Dezember 2015 !). Dort sind die Regeln der Auskunftspflicht gegenüber den Bürgern präzise aufgelistet. In der Regel ist die Behörde zur Durchsetzung des IF-Gesetzes beim Datenschutzbeauftragten des jeweiligen Landes angesiedelt. Deren Unterstützung sollte (sachkundige Besetzung und guter Wille vorausgesetzt) die Offenlegung der skandalösen Geheimniskrämerei um den RefRat der Humboldt-Universität zügig beenden. Sollte der Verdacht auf rechtswidriges Verhalten des RefRats bestehen oder auf Veruntreuung öffentlicher Mittel, ergibt sich aus der Untätigkeit der Aufsichtsbehörden gegen diese ein Verdacht Vernachlässigung der Aufsichtspflicht oder ggf. auf Strafvereitelung im Amt. Dann ist die Staatsanwaltschaft gefragt. Konsequent am Ball bleiben !

Michael Jensen | Mi, 4. Juli 2018 - 12:54

Was hier geschildert wird ist ein klarer Blick auf die deutsche (oh, sorry für das Wort) auf unsere Zukunft. So sind die links-grünen Experten inzwischen. Nur ihnen steht die Deutungshoheit zu zu Wort, Ideologie und Tat. Sie sind immer auf der richtigen Seite. Gib ihnen die Chance und sie werden sich die Bezüge glatt verdoppeln. Und auf Lebenszeit festnageln. Der Staat hat doch. Notfalls gibt es die Reichen, denen man noch mehr wegnehmen kann und muss. Legitime Gewalt gegen die strukturelle Gewalt. Ungleichheit muss bekämpft werden. Faulheit wird durch eine positive Einstellung kompensiert. Dummheit wird in unseren Gremienlandschaften ebenso unsichtbar wie ein Blatt, das sich im Wald versteckt. Berlin ist marode bis in die Wurzeln. Berlin ist ein Symptom. Therapie Fehlanzeige.

Vorsicht, Vorsicht. Unsere Zukunft...was heißt hier unsere ?
Das muss permanent neu definiert und ausgehandelt werden weil unsere Zukunft die Zukunft anderer (oha) nicht inkludiert. Also bitte ja....

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 4. Juli 2018 - 12:57

in Einklang bringen kann, ist der lange Wikipediabeitrag zu Frau Kunst, dem ich eine Auszeichnung durch u.a. die Financial Times Deutschland? zur "Hochschulmangerin des Jahre" entnehmen kann.

Was heißt das schon: Das „Time-Magazin“ kürte eine gewisse Angela Merkel zur „ Frau des Jahres“, politische Unterstützer der linken Schlägertruppe „ Antifa“ erhalten Ehrungen für „Zivilcourage“, Terroristenführer Arafat bekam einst den
„ Friedensnobelpreis“....

Bei Wikipedia werden tagein tagaus ( von bezahlten schreibenden Handlangern ) Beiträge gefälscht....geschönt...beschönigt...und wichtige Aspekte eines Lebenslauf's bei bestimmten Personen die im öffentlichen Interesse stehen unterschlagen werden.

PS: In den USA werden Wikipedia-Einträge die von gewissen gewieften Anwälten
( schon schon lange vor Obama ) als Verteidigungsstrategie genutzt werden wollen gnadenlos abgelehnt werden mit der Begründung das bei Wikipedia teilweise betrogen und gelogen wird.

martin falter | Mi, 4. Juli 2018 - 12:59

nach Berlin kommt, dann ist das eine Mischung aus Staunen und Gruseln. Wobei das Staunen schon am Anfang überwiegt. Die Stadt ist chaotisch die Menschen auf den ersten Blick unfreundlich aber es hat Atmosphäre. Aber wie gesagt man geht wieder und freut sich auf München. Berlin nimmt seine Arroganz als gegeben und nimmt dabei das Geld vom Bund. Auch scheint hier das „ Gutmenschentum“ am besten zu gedeihen, die ja auch gerne das Geld von anderen nehmen. Dabei beschimpfen sie diese für ihre Spießigkeit. Das versteht man dann unter Berliner Charme.

Dr. Waltraud Berle | Mi, 4. Juli 2018 - 15:36

In reply to by martin falter

Das ist die Vergangenheit, die die Stadt auffrißt: Alle bundesdeutschen "Kriegsdienst-Verweigerer", also junge Männer, die den Wehrdienst als Dienst an der Allgemeinheit sowie auch den Ersatzdienst in Krankenhäusern aus "Gewissensgründen" ablehnten, sich drückten, verdrückten sich jahrzehntelang nach BERLIN! Also die deutschen Drückeberger mehrerer Kohorten hocken seither dort, haben sich vermehrt und vermehrt und viele rot-grüne Kinder und Antifa-Enkel verursacht, welche jetzt eben "Berliner" heißen. Deswegen ist die Stadt so ein abscheulicher korrupter Sumpf - aber der Artikel haut einen in der Krassheit des Sujets ja wirklich um. Berlin, Stadt der spd-getarnten Stalinisten und Drückeberger, unglaublich. Kein Wunder, dass eine Bundesregierung dort nur Ungutes anrichten kann.

Was faseln Sie da für einen Müll. Diejenigen, die sich nach Berlin abgesetzt haben mussten keinen Ersatzdienst machen. Das waren die wahren Drückeberger. Ich habe 20 Monate Sozialdienst als Ersatzdienst in NRW gemacht. Wieso stellen Sie das falsch da? Keine Ahnung oder einfach mal ein Pauschalurteil abgeben?

Es ging doch hier nur um diejenigen Männer, die weder Wehr- noch Ersatzdienst leisten wollten, und deswegen nach Berlin zogen. Das hat doch mit Ihnen und den vielen anderen Zivildienstleistenden nichts zu tun. Für Ihren Einsatz, dem ja eine schwierige Gewissensprüfung vor einer Kommission vorausging und der länger als der Wehrdienst dauerte, gebührt ihnen voller Respekt.

Wird hier aneinander vorbei geredet? Sie schreibt doch diejenigen die keinen Wehrdienst und auch keinen Ersatzdienst gemacht haben...

Erst mal Schaum vor dem Mund wegwischen und dann vielleicht noch einmal versuchen richtig zu lesen und zu verstehen? Das was sie schreiben, steht EXAKT in dem Beitrag, der Sie offenbar bis aufs Blut gereizt hat.

Zu der deutschen "Elite", die sich in Berlin über Jahrzehnte versammelt und
Wurzeln geschlagen hat (Sie haben sie beschrieben) müssen Sie viele "Goldstücke" aus aller Herren Länder hinzurechnen, die in Berlin ihr "Ding" durchziehen - meist an Recht und Gesetz vorbei. Nicht zu vergessen die vielen Aussteiger (Faulpelze, Drogensüchtige, Obdachlose ), liebe Frau Dr. Berle.

Es kann sich wohl niemand vorstellen, der in Deutschland in einer
Kleinstadt o. auf dem Lande lebt, was in den meisten Stadtteilen Berlins los ist: ein einziger Sumpf, in dem jeder Frosch und jede Kröte machen kann, was sie will. Praktisch wird nur noch verwaltet, nicht mehr verantwortlich regiert.
Der Senat gießt die Gelder, die er größtenteils von anderen Bundesländern bekommt, über "Gerechte und Ungerechte" aus. Das Beispiel für Undurchschaubarkeit mangelnde Kontrolle, welches hier von der HU berichtet wird, ist nur ein Klacks.
Dagegen stellt der Flughafenskandal sozusagen die Krönung der Berliner Zustände dar!

Romuald Veselic | Mi, 4. Juli 2018 - 13:19

Wo sind all die Superaktivisten u. Whistleblower,
die ihr Agieren unter dem Slogan: "Öffentlichkeit muss informiert werden" alles "entdecken" wollen, dabei aber selbst nicht von keinem kontrolliert werden möchten.

Sebastian Rommer | Mi, 4. Juli 2018 - 21:13

In reply to by Romuald Veselic

dieses gilt immer nur für die anderen - nicht für die die auf der vermeintlich richtigen Seite stehen. Aber das klang ja im Artikel auch ziemlich deutlich und absolut berechtigt an.

Gerhard Böttger | Mi, 4. Juli 2018 - 13:41

Das geht auf keine Kuhhaut:

... "„RefRat“, Jusos, Sabine Kunst, Michael Müller: Man schützt sich gegenseitig in linker Solidarität. Dass man dabei die eigenen Werte verrät, bleibt unerkannt oder ist egal." ...

Wo bleibt hier die sogar per Antifa gewaltsam verfochtene links-liberal-grün-hypermoralische - insbesondere in Berlin richtungsweisende - Mainstream-Ideologie? Wie glaubhaft sind diese linken Ideologen / Humanisten?

... "Der „RefRat“ ist in heller Aufregung." ...

Durchaus verständlich!

... "Aber er wird sich verlassen können, auf Sabine Kunst, auf Martin Müller, auf seine SPD." ...

Na klar, wie hier unter der linken Mischpoke ausgeprägt, Prinzip generell stark verbreitet.

... "Statt 8,50 soll jeder Student in Zukunft 9,90 Euro an die Geheimregierung zahlen. Einer der Gründe: „Erwartung steigender Lohnkosten“" ...

Frechheit!

..." Wer diesen Lohn erhalten wird? Wir werden es nicht wissen, solange die SPD noch regiert." ...

Selbst schuld, Gutmenschen.

Ingo Kampf | Mi, 4. Juli 2018 - 14:09

Wenn die Bezeichnung "links-grün-versiffter-Sumpf" stimmt, dann hier. Man ist vom ÖR-Institutionen ja einiges gewöhnt. Die Verhältnisse an der Uni stinken nicht nur zum Himmel, sondern sie sollten auch bis zum Bundesparlament wabern. Hier wird doch mitentschieden, was Berlin insgesamt an Alimentation bekommt. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt und ähnliche Recherchen in ÖR-Radio- und TV-Sendeanstalten!

Markus Gerle | Mi, 4. Juli 2018 - 14:27

Na, dass die Namen derjenigen, die sich da an den Studentenbeiträgen bereichern, nicht bekannt werden, ist doch irgendwie klar. Es sollte mich nicht überraschen, wenn es sich dabei um Personen handelt, die sich schon jetzt vorgenommen haben, niemals solidarisch Steuern für die Gesellschaft durch wertschöpfende Arbeit zu erwirtschaften. Diese Personen werden uns später als Spitzenpolitiker der Parteien präsentiert. Man schaue sich mal die derzeitige Führungselite unter unseren Politikern an. Ich persönlich spreche inzwischen in Anlehnung einer bei Linken geläufigen Redewendung gerne vom parasitär-kleptokratischen Komplex. Und wenn man dazu gehören will, sollte man halt früh anfangen, zu üben.

Gerold von Busse | Mi, 4. Juli 2018 - 15:31

Diese Uni nimmer noch nach Humboldt zu bennen ist ein Skandal.
Ein vieltreffender Name wäre: Lyssenko-Universität

Treffender Vergleich, Herr von Busse. Leider werden die wenigsten in diesem Forum wissen, wer Lyssenko war: ein sowjetischer Scharlatan, der u.a. versuchte, Getreide und Nutztiere gegen Kälte resistent zu machen. Die Folge: Mißernten, Massensterben von Tieren etc. Übrigens: Habe Sie per Mail kontaktiert, aber leider keine Sntwort erhalten.

Dr. Roland Mock | Mi, 4. Juli 2018 - 15:40

Ich fasse es nicht, ich fasse es einfach nicht. Was für ein Irrenhaus ist aus meiner ehemaligen Uni geworden😳😱Das schärfste: Für die Trottel, die aus einer Bldungseinrichtung ein linkes Halligallicamp à la „Rote Flora“ (von arbeitsscheuen Chaoten besetztes ehemaliges Theater in Hamburg) gemacht haben, soll man auch noch 10 Euro pro Monat abdrücken. Das ist Absurdistan. Ich habe mir zu DDR-Zeiten oft gewünscht, die Humboldt-Uni und ich mit ihr lägen im Westteil der Stadt. Aber wenn ich das lese, halte ich mein Studium in den 80 ern in der kommunistischen DDR ja noch für einen Glücksfall gegenüber aktuellen Zuständen. Eher wäre ich - ein Kommunistenfresser vor dem Herrn- in die SED eingetreten und hätte 10 Euro „Parteibeiteag“ bezahlt als 10 Euro Soli für unterbelichtete Linkschaoten zu löhnen. Vor 10 Jahren hatte ich mal ein T.Shirt mit der Aufschrift „ Humboldt-Universität“ an meiner alten Alma Mater erstanden. Das kommt heute in den Müll.

ferdinand Amberger | Mi, 4. Juli 2018 - 16:23

Das rundet mein Bild von Berlin und seiner Regierung ab;Wer sowas wählt,wills ja nicht anders.

Sicher ist nur,das solche Geschichten nie lange gutgehen!

Walter Meiering | Mi, 4. Juli 2018 - 16:54

Die Zustände an den Unis sind ja leider nicht neu und nicht auf Berlin begrenzt. Schon zu meiner Studienzeit in den 70er Jahren war das linksradikale Getue einer kleinen Minderheit, die aber den Ton angaben, an der Grenze zur Debilität. Nur dass man sich damals 'kommunistisch' gab, was immer die verwöhnten Bürgersöhnchen im MSB Spartakus, im KBW oder in der KPD/ML darunter verstanden. Aber es gab noch einen entscheidenden Unterschied zu heute, der auch im Artikel angesprochen wurde: die SPD war damals noch eine wirkliche Volkspartei mit seriösen Politikern, die nie die universitären Spinnereien mitgemacht hätte. Das ist heute leider anders. Und deshalb ist die SPD heutzutage auch im freien Fall, wird künftig nur noch eine von mehreren Kleinparteien sein. Und das ist gut so, um noch so einen SPD-Versager zu zitieren.

wolfgang spremberg | Mi, 4. Juli 2018 - 18:59

In reply to by Walter Meiering

stimmt ich erinnere mich auch....waren dass nicht die Jungs die ihre im 3 Reich sozialisierten Naziväter verachtet haben und sich dann selbst, in der BRD sozialisiert, für Mao, Pol Pot und Hodscha engagiert haben ? Um die Welt zu verbessern ..?
Danach sind dann einige von denen in eine neue Partei eingetreten....wollte man damals nicht auch den Kindesmissbrauch straffrei stellen ? Klar...so war es, für mehr Freiheit und so....was mögen die wohl heute so machen....die Welt retten ? Mit Beamtenstatus ?

Eberhard Rademeier | Mi, 4. Juli 2018 - 22:20

In reply to by Walter Meiering

hatten wir wir zu meiner Zeit in den 70-er Jahren an der TU Berlin auch. Dort gab es im FB Elektrotechnik eine sog. Rote Zelle Kybernetik/Elektrotechnik (kurz: RotzKybEl - nomen est omen :-)). Die wurden mit ihren Störungsversuchen der Vorlesungen derart penetrant, dass sie buchstäblich aus den Hörsälen herausgelacht wurden. Hat damals gut funktioniert, heute anscheinend leider nicht mehr. Arme Unis, bin froh, dass ich solche Schwachköpfe nicht mehr erleben muss.
Darüber hinaus wage ich zu bezweifeln, ob man die HU Berlin überhaupt noch als zivilisierte Bildungseinrichtung betrachten kann. Offensichtlich haben dort neben den im Artikel beschriebenen Gruppen auch die Gender-Terroristinnen (ohne *) die Meinungs- und Deutungshoheit übernommen. Humboldt rotiert im Grabe auf Höchstdrehzahl.

claudie cotet | Mi, 4. Juli 2018 - 17:36

die aggressivitaet der vom asta in mainz-ffm
eingerichteten staende im eingang der universitaeten
hat mich, bei versuchter eintragung dazu gebracht,
deutschland zu verlassen und mein erst-studium in
montreal/ca zu beginnen.
eine solch andere welt.
man fuehlte sich unter humanistisch agierenden mitmenschen.
seitdem kenne ich "deutschland"
nur noch aus dem internet.
gelebtes wohlsein

torben bergmüller | Do, 5. Juli 2018 - 11:36

In reply to by claudie cotet

Herzlichen Glückwunsch, alles richtig gemacht! Ich wünsche Ihnen viel Glück für die Zukunft und einen immer heiteren Blick, auf das Irrenhaus, daß sich BRD nennt.

Jochen Schwarzer | Mi, 4. Juli 2018 - 21:09

Lieber Cicero,

wenn ich die Seiten des RefRates besuche, kann ich die ReferentInnen einsehen (Beispiel: https://www.refrat.de/kultur.html)
Nach einem Anruf beim RefRat wurde mir überdies bestätigt, dass dort zur Zeit keine Jusos sind.

Frage: Warum recherchiert der Cicero so schlecht? Sehr enttäuschend, ich war bisher von dem Magazin überzeugt. Einen so polemischen Artikel auf Basis falscher Informationen zu veröffentlichten halte ich in der anhaltenden Debatte über die Glaubwürdigkeit der Medien für fraglich.
Und die vielen KommentatorInnen, die offensichtlich keine 3 Klicks bereit waren für eigene Recherche zu investieren, sind mir auch etwas suspekt.

Lieber Herr Schwarzer,
vielen Dank für Ihre freundliche Nachricht. Der Text ist allerdings richtig recherchiert.
In der Tat kann man den Vornamen von RefRat-Referenten auf den Webseiten des RefRat teilweise einsehen. Allerdings fehlt der Nachname. Ohne diesen ist nicht klar, wer welchen Posten wann innehatte.  
Bei 3 Referaten stehen inzwischen komplette Namen. Nur ein Beispiel: Beim Referat „Studieren mit Kind(ern)“ war die letzte Änderung aber erst am 3.7.2018 (vorgestern!). Screenshots belegen: Früher stand da nichts.
Dass man inzwischen bei 3 von 16 Referaten volle Namen lesen kann, ist vielleicht schon ein Ergebnis meiner Recherchen.
Die Jusos sind in der Tat im RefRat nicht vertreten, aber das habe ich auch nicht behauptet. Sie unterstützen den RefRat jedoch im Stupa.
Es ist weiterhin so, dass die Studenten der HU Berlin die Namen der Mitglieder ihrer „Regierung“ nicht vollständig erfahren.
MfG
JZ

Lieber Herr Dr. Zenthöfer,

vielen Dank für Ihre schnelle und sachliche Antwort. Soweit ich informiert bin, hat sich der RefRat zur Debatte um Nachnamen bereits geäußert: https://www.refrat.de/article/news.52.html (Punkt 5.4.2.3.).
In seiner Antwort erläuter der RefRat, dass die Nachnamen der Referenten aus verschiedenen Gründen nicht immer einsehbar sind. Der Anruf beim RefRat, bei dem sich die Sprecherin und eine weitere Referentin aber mit vollem Namen gemeldet haben, verdeutlichen m.E. doch eine gewisse Grundtransparenz, die ihrem Artikel nicht entnehmbar ist.
Ob der Begriff einer Regierung bei einer Uni-Institution ohne Weisungsbefugnis oder tatsächlichem Haushalt (https://www.refrat.de/article/news.transparenz.html) angemessen ist, fragt sich auch.
Ein genereller Hintergrund würde mich noch interessieren: Haben Sie im Rahmen Ihrer Recherche versucht, mit dem RefRat Kontakt aufzunehmen? Gerne würde ich meinem Eindruck eines tendenziösen Artikels entgegenwirken.
MfG
JS

Online-Redaktion | Do, 5. Juli 2018 - 15:05

In reply to by Jochen Schwarzer

Lieber Herr Schwarzer,
danke für den Hinweis zur heute erfolgten Äußerung des RefRat, laut Webseite des RefRat "erstellt: 05.07.18, 10:42". Das konnte ich in meinem gestern publizierten Text natürlich nicht berücksichtigen.
Im Rahmen meiner Recherchen habe ich mehrfach versucht Kontakt aufzunehmen mit dem RefRat, z.B. schon in einer langen Mail am 14/05/2018 um 14:37. Geantwortet wurde nie.
Der Begriff "Regierung" wird von der Humboldt-Universität auf der eigenen Webseite benutzt und ist bisher nicht vom RefRat beanstandet worden.
Wie Sie sehen, ist alles sauber recherchiert und auch bei mir dokumentiert. Sie müssen keine Bedenken haben. Wenn sich der RefRat nun ändert und verbessert, ist das sicher auch eine Folge der Recherchen von UnAufgefordert, anderen Medien und verschiedenen Fraktionen im Abgeordnetenhaus.
Im Übrigen können Sie mehr erfahren, wenn Sie den Links folgen, die im Text angegeben sind.
MfG
JZ

Lieber Herr Dr. Zenthöfer,

vielen Dank für Ihre Antwort. Allerdings steht über dem vom RefRat veröffentlichten Text
"(Sachstand des Textes vom 28. Mai 2018)"
und auch im Text sind mehrfach Hinweise auf ältere Veröffentlichungen desselben.
Schade, dass der RefRat nicht auf Ihre Anfrage reagiert hat. Insgesamt wäre eine schnellere Reaktion und eine direktere Transparenz von Anfang an, die dazu noch recht wenig Aufwand kostet, sicherlich effizienter gewesen.
Einen leichten Einschlag, dessen Ergebnis sich in den Kommentaren wiederfindet, behält der Artikel allerdings. Kritischen Journalismus begrüße ich sehr! Aufmunitionierung des illiberalen Lagers, dass die "linksversiffte, schändliche Humboldt-Uni" wohl offensichtlich gerne abschaffen würde, weniger...
Beste Grüße,
JS

Lieber Herr Schwarzer,
ich habe den heute Vormittag vom RefRat veröffentlichten Text nun gelesen. Er bezieht sich vor allem auf Veröffentlichungen der Studentenzeitschrift "UnAufgefordert". Cicero wird nur einmal erwähnt – der Begriff "Geschacher" wird kritisiert. Geschenkt! Ansonsten gibt es keine Informationen, die an meinem oben veröffentlichten Text etwas ändern. Und: Für Beifall aus einem politischen Lager, das nicht das Ihrige ist, kann ich nicht verantwortlich gemacht werden. Intransparenz ist immer zu kritisieren, egal ob AfD, CDU, FDP, Grüne oder Linke verantwortlich sind – oder, wie hier nun einmal, die SPD. Ich habe viel zu ähnlichen Problemen in Bayern (CSU!) geschrieben.
Wenn Sie noch Fragen haben, senden Sie mir gerne eine E-Mail, die Adresse ist auf www.zenthoefer.de zu finden.
Mit besten Grüßen
JZ

Andreas Stüve | Do, 5. Juli 2018 - 08:18

Liebe Redaktion, ich bin erst seit kurzem auf Ihrer Seite, sehr erstaunt aber auch höchst erfreut hat mich die Klarheit Ihrer Position bzgl. der Zustände an den Berliner " Universitäten", die sich m.E. zu Horten linksextremer, verfassungsfeindlicher Gesinnung entwickelt haben. Dieses Land wird mit (2017) 4,23 Mrd EUR aus dem LFA gefördert, um sich zum sozialsozialistischen No-Go Area zu entwickeln. Migranten-und Drogenkriminalität, Wirtschaftsfeindlichkeit, kommunistische Sozial-und Wohnungswirtschaft werden dieses Land zu Grunde richten. Das Land, der Staat sind so beschädigt, dass sie sich Ihre Staats-und Verfassungsfeinde mit Steuergeldern selber heranziehen. Mit Gottes Hilfe werden wir diesen Irrsinn eines Tages stoppen, wenn es nicht zu spät dafür ist. Sozialismus war schon immer Tod. Das sollten die Berliner am besten wissen.

Hans Page | Do, 5. Juli 2018 - 09:16

Man ist nur noch sprachlos. Da wundert es nicht dass der reale Sozialismus in Diktatur enden muss. Hoffen wir für uns alle dass diese Genossen niemals Verantwortung bekommen.

Gottfried Meier | Do, 5. Juli 2018 - 09:31

Links und Demokratie haben noch nie zusammengepasst. Das kann ich als ehemaliger Genosse aus meiner langjährigen Erfahrung in und mit der SPD beurteilen.

Wolfgang Tröbner | Do, 5. Juli 2018 - 09:52

Wenn man von den geschilderten Zuständen an der Humboldt-Uni in Berlin Rückschlüsse auf die dafür verantwortliche Politik ziehen darf, kommt man unweigerlich zu dem Urteil: arrogant, inkompetent, macht- und raffgierig. Der weitere Weg Berlins ist damit vorgezeichnet. Da wird die spießige Provinz soviel Geld reinpumpen können, wie sie will (oder muss!). Es wird nie was Gescheites am Ende rauskommen. Schade übrigens um die einst renommierte Humboldt-Uni. Wenn solche Leute das Sagen haben ...

Rolf Schneider | Do, 5. Juli 2018 - 11:31

Lasst uns doch einfach beim Geld anfangen. Die Länder Bayern und Baden Württemberg stoppen für ein halbes Jahr die Zuführungen an den Länderfinanzausgleich. Berlin profitiert davon am meisten. Auf diese Weise kommen dort ggf. einige der dort handelnden Figuren zur Besinnung und fangen das Arbeiten an.

Martin Schau | Do, 5. Juli 2018 - 15:24

Martin Schulz: "Die SPD ist das demokratische Bollwerk in diesem Land." (Quelle: t-online Interview 2017)

Mathias Trostdorf | Do, 5. Juli 2018 - 16:14

Das politische Netzwerk, das an der Humboldt Uni offenbar größten Einfluß hat, fiel ja in der letzten Zeit schon zweimal extrem negativ auf: Zum einen bekam eine linke Lichtenberger Bürgermeisterkandidatin, die auf ihrer Hompage behauptet hatte, einen Abschluß an der HU gemacht zu haben, den, nachdem aufgeflogen war, daß sie den gar nicht hatte, den auf wundersame Weise schon ein paar Tage später nachgereicht!
Zum anderen, was ich noch viel ekelhafter fand, hat sich ja die Sektion Sozialwissenschaften den aus dem Senat geflogenen Andrej Holm durch Streiks ans Institut zurückerpresst! Das muß man sich mal vorstellen: Studenten von heute setzen sich für einen ehemaligen Stasi-Anwärter ein! Und die Uni-Leitung kommt nicht dagegen an.
Unglaublich!!! Aber leider wahr!

Hans-Hasso Stamer | Fr, 6. Juli 2018 - 01:04

...gibt‘s der Herr im Schlaf, möchte man meinen.

Da staunt selbst der Amigo-Bayer, was in Berlin so alles geht. Ist es doch ein anschauliches Beispiel, wie man leistungslos ein bedingungsloses Grundeinkommen erzielt: „das ist alles kein Problem, wenn man die richtigen Leute kennt...“ sang einst der leider früh verstorbene Ulrich Roski.

Kann man auch Strafanzeige wegen Erschleichung von Leistungen stellen? Dann wohl gegen Unbekannt, falls die nicht noch ihre Webseite nachbessern.

Ich bin jedenfalls froh, bereits vor 50 Jahren studiert zu haben, in Ilmenau, nicht in Berlin. Zwar auch unter „sozialistischer“ Leitung, aber so etwas gab es immerhin nicht. Die hätten sich einfach geschämt. Muss man heute vielleicht erklären, was das ist: SCHAM.